[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung feinteiliger Dispersionen von
Feststoffen mit einer mittleren Partikelgröße von 0,01 bis 20 µm durch Zerkleinern
grobteiliger (Partikelgröße größer 20 µm) Dispersionen in einer Loch- oder Schlitzdüse
mit spezifischem Bohrungslänge zu -durchmesser-Verhältnis bei einer Druckdifferenz
von größer 5 bar zwischen Düseneingang und Düsenausgang. Die Erfindung betrifft auch
eine Vorrichtung zur Herstellung der feinteiligen Dispersionen.
[0002] Zur Zerkleinerung von Feststoffen sind eine Reihe von Verfahren bekannt geworden,
die auf einer mechanischen Behandlung der Feststoffe insbesondere als Feststoffdispersion
beruhen. So werden für die Feinmahlung von Zement, Kalk oder Gips Wälzmühlen eingesetzt.
Rotor/Stator-Mahlsysteme nutzen z.B. die Kräfte im Scherspalt zwischen Rotor und Stator
zur Zerkleinerung. Bei der Pigmentformierung oder der Desagglomeration von Agglomeraten
feinteiliger Feststoffe werden z.B. sogenannte Walzenstühle eingesetzt.
[0003] Für die dem erfindungsgemäßen Verfahren vom Anwendungsbereich am nächsten kommende
Naßzerkleinerung von Feststoffen mit einer mittleren Partikelgröße von kleiner 100
µm werden Kugelmühlen bzw. allgemein Rührwerksmühlen eingesetzt. Diese nutzen die
Scherkräfte von Mahlkörpern aus Glas, Keramik, Metall oder Sand und erreichen eine
Zerkleinerung auf eine mittlere Partikelgröße (Zahlenmittel) von typischerweise 1
µm. Anwendungsgebiet der Rührwerksmühlen ist die Feinmahlung von empfindlichen grobteiligen
Feststoffen. Beispielsweise erwähnt seien die Naßzerkleinerung und Formierung von
Dispersionsfarbstoffen in wäßrigen Medien und die Desagglomeration organischer und
anorganischer Pigmente in wäßrigen oder organischen Medien (Vergl. hierzu auch Prof.
Dr. J. Schwedes, Vortrag Nr. 7 auf der Fachtagung der Gesellschaft für Verfahrenstechnik
Chemieanlagen, 1993, in Köln).
[0004] Mit der Verarbeitung der Feststoffe auf einer Rührwerksmühle sind aber folgende wesentliche
Nachteile in Kauf zu nehmen. Durch die Verwendung von Mahlkörpern kann im Produkt
Abrieb der Mahlkörper in der Größenordnung bis zu 1 Gew.-% enthalten sein. Die Mahlwirkung
verschwindet bei zu niedriger Viskosität der Eduktdispersion, z.B. bei wasserdünnen
Dispersionen, ebenso wie bei hoch viskosen Dispersionen. Durch Reibung wird in Rührwerksmühlen
verhältnismäßig viel Wärmeenergie freigesetzt, die sich auf wärmeempfindliches Mahlgut
negativ hinsichtlich der Produktqualität auswirkt. Rührwerksmühlen haben zudem einen
kleineren Zerkleinerungswirkungsgrad. Damit ist die Volumenenergiedichte für eine
bestimmte Zerkleinerungsleistung gemeint. Der Betrieb und der Aufbau von Rührwerksmühlen
ist technisch kompliziert, da ein gehobenes Maß an Meß- und Regelungstechnik zur Steuerung
der Mühlen notwendig ist. Ferner sind Wartung, Pflege und Unterhaltung der Rührwerksmühlen
aufwendig. Die genannte unerwünschte Wärmefreisetzung bedingt einen hohen Aufwand
für Kühlung des Mahlgutes.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, das die Zerkleinerung
von Feststoffen ermöglicht, ohne die beschriebenen Nachteile bekannter mechanischer
Mühlen in Kauf zu nehmen, und das Feststoffe mit einer Partikelgröße von 0,01 bis
20 µm liefert. Diese und alle weiteren Angaben zur Partikelgröße beziehen sich jeweils
auf das Zahlenmittel des Durchmessers.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung von feinteiligen
Dispersionen von Feststoffen mit einer mittleren Partikelgröße von 0,01 bis 20 µm
aus einer grobteiligen Vordispersion, dadurch gekennzeichnet, daß die Vordispersion
bestehend aus 1 bis 60 Vol.-% Feststoff und wenigstens 40 bis 99 Vol.-% eines Nicht-Lösungsmittels
für den Feststoff, bevorzugt Feststoff mit einer mittleren Partikelgröße < 1 mm, gegebenenfalls
zusätzlich von 1 bis 200 Gewichtsteilen Dispergierhilfsmittel und/oder oberflächenaktiven
Verbindungen bezogen auf 100 Gewichtsteile Feststoff in mindestens einem Durchgang
durch wenigstens eine Düse geleitet wird, die mindestens eine Bohrung oder mindestens
einen Schlitzspalt aufweist, mit einem Bohrungsdurchmesser bzw. einer Spaltbreite
von 0,05 bis 1 mm sowie einem Länge zu Durchmesser-Verhältnis der Bohrung bzw. einem
Tiefe zu Spaltbreite-Verhältnis des Schlitzspaltes von 1 bis 10, und wobei zwischen
Düseneingang und Düsenausgang eine Druckdifferenz von mindestens 5, bevorzugt mindestens
10 bar, besteht. Im bevorzugten Verfahren beträgt die mittlere Partikelgröße der Feststoffteilchen
der Ausgangsdispersion vor der Zerkleinerung von 0,1 µm bis 1 mm. Das Nichtlösemittel
zur Bildung der Dispersion soll insbesondere den Feststoff höchstens zu unter 1 Gew.-%,
bevorzugt zu < 0,1 Gew.-% lösen. Der Zerkleinerung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
sind ebenso Agglomerate von Feststoffteilchen mit einem mittleren Agglomeratdurchmesser
von 1 bis 100 µm wie auch Aggregate mit einer mittleren Partikelgröße von 0,1 bis
1 µm grundsätzlich zugänglich. Agglomerate weisen nach Durchführung des Verfahrens
beispielsweise eine mittlere Partikelgröße von < 10 µm, Aggregate beispielsweise eine
mittlere Partikelgröße von < 0,5 µm auf.
[0007] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich insbesondere organische und anorganische
Farbstoffe oder auch Pigmente, Ruße, Erden, Wirkstoffe für pharmazeutische und Pflanzenschutzanwendungen
und andere Feststoffe mahlen, wobei die Aufzählung nur beispielhaft zu verstehen ist.
[0008] Die Viskosität der Ausgangsdispersion kann in weiten Grenzen gewählt werden. Wasserdünne
Dispersionen sind ebenso leicht bearbeitbar wie höherviskose. Die Dispersionen sollten
fließfähig bzw. pumpbar sein.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zur Herstellung feinteiliger Dispersionen
mit einer mittleren Partikelgröße von 0,01 bis 20 µm, bestehend wenigstens aus einem
Hochdruckraum und einem Niederdruckraum zur Aufnahme der Dispersionen und einer zwischenliegenden
Zerkleinerungsdüse, als Loch- oder Spaltdüse, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrungsdurchmesser
bzw. die Spaltbreite der Düse 0,05 bis 1 mm beträgt und das Länge zu Durchmesser-Verhältnis
der Bohrung bzw. das Tiefe zu Spaltbreite-Verhältnis des Schlitzspaltes der Düse von
1 bis 10 beträgt. Bevorzugt sind Düsen mit wenigstens zwei mit ihrem jeweiligen Ausgang
gegenüberliegenden Bohrungen bzw. Schlitzspalten. Insbesondere bevorzugt sind Düsen,
bei denen der Abstand des Ausgangs mindestens zweier gegenüberliegender Bohrungen
bzw. Spalte das 2- bis 50-fache des Bohrungsdurchmessers bzw. der Spaltbreite beträgt.
In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt der Bohrungsdurchmesser bzw. die Spaltbreite
eines Spaltes der Düse von 0,1 bis 0,5 mm. Als Material für die Herstellung der Zerkleinerungsdüse
werden insbesondere keramische Werkstoffe verwendet, bevorzugt oxidische und graphitische
Werkstoffe, oder gegebenenfalls mit den genannten Keramiken beschichtete Werkstoffe.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind soweit nicht ausdrücklich beschrieben, den
Patentansprüchen zu entnehmen.
[0010] Der komplizierten Meß- und Regelungstechnik von Rührwerksmühlen steht der vergleichsweise
einfache Betrieb der Zerkleinerungsdüse gegenüber. Als einfaches Rohrleitungsteil
ist die Vorrichtung zur Zerkleinerung gemäß der Erfindung konventionellen Mühlen gegenüber
unproblematischer und kostengünstiger zu planen und zu betreiben. Es entfällt die
gesonderte Kühlung und der Zerkleinerungswirkungsgrad liegt sehr viel höher, da die
Energieausnutzung bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung größer ist. Mit dem Verzicht
auf Mahlkörper entfällt die Produktverunreinigung durch Abrieb der Mahlkörper. Geeignete
bevorzugte Fluide (Nichtlösemittel) zur Bildung der im erfindungsgemäßen Verfahren
eingesetzten Dispersionen werden nach Art des zu zerkleinernden Feststoffes ausgewählt
und können z.B. sein:
für Dispersionsfarbstoffe im allgemeinen Wasser
für organische oder anorganische Pigmente im allgemeinen Wasser oder organisches Nichtlösemittel
(z.B. Polyol).
[0011] Die Zerkleinerungsdüse wird bevorzugt aus harten, widerstandsfähigen, gegebenenfalls
inerten, Materialien wie oxidischer, graphitischer und anderer Keramik gebildet, sowie
auf Basis mit Keramik oder ähnlich harten Beschichtungen versehener konventioneller
Werkstoffe wie Metalle.
[0012] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren beispielhaft näher erläutert.
[0013] Es zeigen
Figur 1 ein Schema einer Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Figur 2 ein Schema für den Ersatz der einen Düse in Figur 1 durch eine n-stufige Düsenanordnung,
Figur 3 eine Zerkleinerungsdüse zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
im Schnittbild,
Figur 4 einen Schnitt durch eine bevorzugte Konstruktion der erfindungsgemäßen Zerkleinerungsdüsen
mit gegenüberliegenden Düsenbohrungen,
Figur 5 einen Schnitt durch eine Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit zwei
gegenüberliegenden Einlochdüsen.
[0014] Im einfachsten Fall wird von einem Vorratsbehälter 1 mit Rührer die Dispersion 2
über eine Pumpe 3 und Hochdruckleitung 8 der Hochdruckseite einer Düse 4 zugeführt.
Die Dispersion durchläuft die Düse 4 und wird über die Niederdruckleitung 9 entweder
dem Behälter 5 für die feinere Produktdispersionen 7 oder durch eine Rückführung 6
dem Ausgangsbehälter 1 für einen erneuten Durchgang zugeführt.
[0015] Gemäß Fig. 2 können auch mehrere Zerkleinerungsdüsen 4.1, 4.2 bis 4.n direkt hintereinander
geschaltet sein um die Zerkleinerungswirkung zu verbessern.
Beispiel 1
[0016] Der Dispersionsfarbstoff C.I. Disperse Red 343 (roter Monoazofarbstoff) und das Dispergiermittel
Ligninsulfonat UFOXANE RG der Fa. Borregaard wird im Verhältnis von 10 Teilen zu 8
Teilen bei einer Feststoffkonzentration von 25 bzw. 45 Gew.-% in Wasser zu einer Vordispersion
angeschlagen und dabei 0,5 Gew.-%, bezogen auf den Farbstoff von dem Entschäumungsmittel
Surfynol 104 E der Fa. Air Products zugegeben.
[0017] Die Dispersion wird in ein bzw. mehreren Durchgängen bei verschiedenen Drücken mittels
einer gedämpften Membrankolbenpumpe 3 nach Figur 1 mit einer Einfachdüse 32 aus Zirkonoxid,
Bohrungsdurchmesser 0,2 mm entsprechend Figur 3 zerkleinert und formiert. Der Düsenkörper
31 sitzt eingespannt zwischen den Flanschen 35 und 36 und ist mit Dichtungen 37, 38
gegen den Austritt der Dispersion aus dem Hochdruckraum 33 oder Niederdruckraum 34
abgedichtet.
[0018] Wiedergegeben ist jeweils die Partikelgröße d
10, d
50, d
90 entsprechend der Verteilungskurve im Vergleich zur Vordispersion, für 25 Gew.-% (Tabelle
1a) und für 45 Gew.-% (Tab. 1b).
Tabelle 1a
| Feststoffkonzentration 25 Gew.-% |
| Durchgänge Druckdifferenz |
Vordispersion |
1-fach 200 bar |
3-fach 200 bar |
5-fach 200 bar |
3-fach 400 bar |
| d10 (µm) |
0,22 |
0,2 |
0,19 |
0,19 |
0,19 |
| d50 (µm) |
0,91 |
0,74 |
0,68 |
0,65 |
0,63 |
| d90 (µm) |
8,70 |
6,0 |
5,39 |
5,04 |
4,7 |
Tabelle 1b
| Feststoffkonzentration 45 Gew.-% |
| Durchgänge Druckdifferenz |
Vordispersion |
1-fach 200 bar |
3-fach 200 bar |
5-fach 200 bar |
10-fach 200 bar |
10-fach 400 bar |
| d10 (µm) |
0,21 |
0,19 |
0,19 |
0,19 |
0,23 |
0,22 |
| d50 (µm) |
0,89 |
0,65 |
0,61 |
0,60 |
0,60 |
0,52 |
| d90 (µm) |
7,74 |
4,67 |
4,27 |
4,26 |
3,56 |
2,65 |
Beispiel 2
[0019] Es wurde mit den gleichen Ansätzen wie in Beispiel 1 verfahren, jedoch wurde die
Dispersion über eine Düse mit zwei gegenüberliegenden Bohrungen entsprechend Figur
4 (Beispiel 2.4) mit zwei Bohrungen 42, 42' mit 0,5 mm Bohrungsdurchmesser und einem
Abstand der Bohrungsausgänge 6,5 mm sowie entsprechend der Vorrichtung nach Figur
5 mit zwei Bohrungen a 0,2 mm Bohrungsdurchmesser und Abständen der Bohrungsausgänge
von 18 und 10 mm (Beispiele 2.1, 2.2, 2.3) zerkleinert. Die Ergebnisse (Partikelgröße)
sind in Tabelle 2 im Vergleich zur Vordispersion wiedergegeben.
Tabelle 2
| 2.1 Feststoffkonzentration 25%ig, 2 Bohrungen a 0,2 mm, Abstand 18 mm |
| Durchgänge Druck |
Vordispersion |
1-fach 200 bar |
3-fach 200 bar |
5-fach 200 bar |
| d10 (µm) |
0,22 |
0,20 |
0,19 |
0,19 |
| d50 (µm) |
0,91 |
0,71 |
0,66 |
0,62 |
| d90 (µm) |
8,70 |
5,67 |
5,09 |
4,78 |
| 2.2 Feststoffkonzentration 45%ig, 2 Bohrungen a 0,2 mm, Abstand 18 mm |
| Durchgänge Druck |
Vordispersion |
1-fach 200 bar |
3-fach 200 bar |
10-fach 200 bar |
| d10 (µm) |
0,21 |
0,19 |
0,19 |
0,19 |
| d50 (µm) |
0,89 |
0,63 |
0,60 |
0,60 |
| d90 (µm) |
7,74 |
4,61 |
4,10 |
3,42 |
[0020] Nach Figur 4 ist die Düse 41 zwischen den Flanschen 45, 46 und den Dichtungen 47,
48 eingespannt. Die Dispersion läuft vom Hochdruckraum 43 über die Bohrungen 42 und
42' zum Niederdruckraum 44.
[0021] Die Figur 5 zeigt eine Variante mit abnehmbarem Kopfteil 55 für die Bildung des Hochdruckraumes
53 bzw. 53' von denen durch getrennte Düsenkörper 51, 51' die Dispersion in den Düsen
52 und 52' zerkleinert wird. Hochdruckseite und Niederdruckraum 54 sind mit Dichtungen
57 bzw. 58, 58' abgedichtet.
[0022] Die Düsenkörper 52, 52' werden mit den Schrauben 59 und 59' eingespannt.
| 2.3 Feststoffkonzentration 45%ig, 2 Bohrungen a 0,2 mm, Abstand 10 mm |
| Durchgänge Druck |
Vordispersion |
1-fach 200 bar |
10-fach 200 bar |
| d10 (µm) |
0,21 |
0,19 |
0,19 |
| d50 (µm) |
0,89 |
0,63 |
0,59 |
| d90 (µm) |
7,74 |
4,55 |
3,0 |
| 2.4 Feststoffkonzentration 25%ig, 2 Bohrungen a 0,5 mm, Abstand 6,5 mm |
| Durchgänge Druck |
Vordispersion |
1-fach 200 bar |
3-fach 200 bar |
5-fach 200 bar |
| d10 (µm) |
0,22 |
0,2 |
0,19 |
0,19 |
| d50 (µm) |
0,91 |
0,68 |
0,65 |
0,61 |
| d90 (µm) |
8,70 |
5,50 |
5,05 |
4,66 |
Beispiel 3
[0023] Der Dispersionsfarbstoff Disperse Yellow 5 GL und das Dispergiermittel Ligninsulfat
UFOXANE RG der Fa. Borregaard wird im Verhältnis von 10 Teilen zu 3 Teilen bei einer
Feststoffkonzentration von 18 Gew.-% in Wasser angeschlagen und dabei 0,5 Gew.-%,
bezogen auf den Farbstoff von dem Entschäumungsmittel Surfynol 104 E der Fa. Air Products
zugegeben.
[0024] Die Dispersion wird in ein und mehreren Durchgängen bei verschiedenen Drücken mittels
einer gedämpften Membrankolbenpumpe 3 nach Figur 1 mit einer Zweifachdüse aus Zirkonoxid,
Bohrungsdurchmesser 0,5 mm entsprechend Figur 4 zerkleinert und formiert.
[0025] Tabelle 3 zeigt die erhaltene mittlere Partikelgröße (d
10, d
50, d
90 und d
100-Wert).
Tabelle 3
| Durchgänge Druck |
Vordispersion |
1-fach 100 bar |
3-fach 100 bar |
5-fach 100 bar |
1-fach 190 bar |
5-fach 190 bar |
| d10 (µm) |
7,0 |
0,4 |
0,4 |
0,4 |
0,4 |
0,3 |
| d50 (µm) |
22,2 |
1,0 |
0,8 |
0,7 |
0,7 |
0,6 |
| d90 (µm) |
41,6 |
3,3 |
2,6 |
2,1 |
2,1 |
1,6 |
| d100 (µm) |
75 |
8,0 |
8 |
4,0 |
4,0 |
3,1 |
Beispiel 4
[0026] Eine organische Farbpigmentvordispersion mit 13 Gew.-% Feststoffanteil für das Einsatzgebiet
Automobillack, die in Form grober Agglomerate vorlag (siehe Tabelle 4) wurde bei 200
bar mittels einer Membrankolbenpumpe 10 mal durch eine Düse nach Figur 4 mit 2 in
einem Abstand von 6,5 mm der Düsenausgänge gegenüberliegenden Bohrungen von 0,5 mm
nach Figur 1 feinteilig desagglomeriert. Das Ergebnis ist in Tabelle 4 wiedergegeben.
Tabelle 4
| Partikelgröße |
Vordispersion |
10 Durchgänge Druckdifferenz 200 bar |
| d10 |
0,2 µm |
0,2 µm |
| d50 |
0,63 µm |
0,38 µm |
| d90 |
11,86 µm |
0,92 µm |
Beispiel 5
[0027] Das Pflanzenschutzmittel Folicur (Herbizid) wird durch Luftstrahlmahlung auf eine
Partikelgröße von 5 - 10 µm gemahlen.
[0028] 20 Teile des Pulvers werden anschließend in einem Rührbehälter in 78,5 Teilen Wasser,
in dem 1,5 Teile Emulgator Marion A (der Firma Marl-Hüls) gelöst sind, suspendiert.
[0029] Die Suspension wird anschließend in 3 Durchgängen bei 500 bar mit einer Dispergiervorrichtung
nach Fig. 5, die mit 2 Düsen à 0,2 mm und einem Abstand von 18 mm ausgerüstet ist,
auf eine mittlere Partikelgröße von 0,7 µm dispergiert.
[0030] Die Dispersion ist stabil und setzt nicht ab.
1. Verfahren zur Herstellung von feinteiligen Dispersionen von Feststoffen mit einer
mittleren Partikelgröße von 0,01 bis 20 µm aus einer grobteiligen Vordispersion, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vordispersion, bestehend aus 1 bis 60 Vol-% Feststoff und
wenigstens 40 bis 99 Vol.-% eines Nichtlösungsmittels für den Feststoff, der bevorzugt
eine mittlere Partikelgröße < 1 mm aufweist, gegebenenfalls zusätzlich von 1 bis 100
Gewichtsteile Dispergierhilfsmittel, bezogen auf den Feststoff und/oder oberflächenaktiven
Verbindungen in mindestens einem Durchgang durch wenigstens eine Vorrichtung (4) geleitet
wird, die mindestens eine Düse (32) oder mindestens einen Schlitzspalt aufweist, mit
einem Bohrungsdurchmesser bzw. einer Spaltbreite von 0,05 bis 1 mm, sowie einem Länge
zu Durchmesser-Verhältnis der Bohrung bzw. einem Tiefe zu Spaltbreite-Verhältnis des
Schlitzspaltes von 1 bis 10, wobei zwischen Düseneingang und Düsenausgang eine Druckdifferenz
von mindestens 5, bevorzugt 10 bar, besteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Partikelgröße
der Feststoffteilchen der Ausgangsdispersion vor der Zerkleinerung von 0.1 µm bis
1 mm beträgt.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Feststoffe
Farbstoffe oder Pigmente eingesetzt werden.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Nichtlösemittel
Wasser eingesetzt wird und wobei der Feststoff eine Löslichkeit von < 1 Gew.-% im
Nichtlösemittel aufweist.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangsdispersion
durch zwei oder mehr Düsen (4.1, 4.2) mit gleichem oder abnehmendem Bohrungsdurchmesser
bzw. gleicher oder abnehmender Spaltbreite der Düsen in nacheinander folgenden Durchgängen
geleitet wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangsdispersion,
insbesondere zusätzlich, Feststoffagglomerate mit einem mittleren Durchmesser von
1 bis 100 µm und/oder Feststoffaggregate mit einem mittleren Durchmesser von 0,1 bis
1 µm aufweist.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Dispersion
nach dem letzten Durchgang durch die Dispergierdüse wenigstens einer zusätzlichen
Mahlung in einer Perimühle unterzogen wird.
8. Vorrichtung zur Herstellung feinteiliger Dispersionen von Feststoffen mit einer mittleren
Partikelgröße von 0,01 bis 20 µm, bestehend wenigstens aus einem Hochdruckraum (33)
und einem Niederdruckraum (34) und einer dazwischenliegenden Loch- oder Spaltdüse
(32), dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrungsdurchmesser bzw. die Spaltbreite der
Düse (32) von 0,05 bis 1 mm beträgt und das Länge zu Durchmesser-Verhältnis der Bohrung
in Düse (32) bzw. das Tiefe zu Spaltbreite-Verhältnis des Schlitzspaltes der Düse
von 1 bis 10 beträgt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrungsdurchmesser bzw.
die Spaltbreite des Spaltes von 0,1 bis 0,5 mm beträgt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens zwei
Düsenkörper (51, 51') aufweist, deren Düsen (52, 52') mit ihrem Ausgang gegenüber
liegen.
11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß sie wenigstens
eine Düse (41) mit wenigstens zwei mit ihrem Ausgang gegenüberliegenden Bohrungen
(42, 42') oder Schlitzspalten aufweist.
12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
des Ausgangs mindestens zweier gegenüberliegender Bohrungen (42, 42') oder Düsen (52,
52') bzw. Spalte, die das 2- bis 50-fache des Bohrungsdurchmessers bzw. der Spaltbreite
betragen.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß als Material
für die Zerkleinerungsdüse (31) ein keramischer Werkstoff verwendet wird, insbesondere
oxidischer oder graphitischer Werkstoff, gegebenenfalls mit Keramik beschichtete andere
Werkstoffe.
14. Vorrichtung nach den Ansprüchen 8 bis 13 zur Durchführung des Verfahrens nach den
Ansprüchen 1 bis 7.