[0001] Die vorliegende Erfindung textile Flächengebilde auf Polyesterbasis mit hoher Dichte,
die sich zu Verbundwerkstoffen mit einer sehr guten Einbindung der Verstärkungsfasern
in eine Polyestermatrix verarbeiten lassen.
[0002] Textile Flächengebilde zur Herstellung von Verbundwerkstoffen sind bereits bekannt.
So beschreibt beispielsweise die GB-A-1,200,342 Gewebe aus Verstärkungsfasern und
Matrixfasern, die sich zu faserverstärkten Verbundwerkstoffen verpressen lassen.
[0003] Es ist auch bereits bekannt, Hybridgarne zur Herstellung von faserverstärkten Verbundwerkstoffen
einzusetzen. So wird in der JP-A-03-266,745 ein flexibles Band aus Hybridgarnen beschrieben,
welche neben einer ersten Filamentgarnkomponente eine matrixbildende elastomere zweite
Filamentgarnkomponente enthält. Derartige Bänder werden auf einen Dorn gewickelt und
durch Aufschmelzen der zweiten Filamentgarnkomponente wird ein flexibler Formkörper
hergestellt, der sich zum Einsatz als Airbag eignet. Dieser Herstellungsweg umgeht
die Herstellung einer textilen Fläche, wie eines Gewebes oder eines Gestrickes.
[0004] Aus der JP-A-04-146,235 sind Gewebe und Gestricke bekannt, die ein Hybridgarn aus
einer Mehrkomponentenfaser und einer konventionellen Polyesterfaser enthalten. Die
Mehrkomponentenfaser besteht aus einem thermoplastischen Elastomer, wie aus einem
elastomeren Polyurethan oder einem elastomeren Polyester, und aus einem Polyester.
Die beschriebenen Flächengebilde sind für textile Anwendungsgebiete vorgesehen und
zeichnen sich durch gute elastische Erholung sowie Knitterfreiheit aus. Die Flächengebilde
werden durch Aufschmelzen der Elastomerkomponente während des Färbens stabilisiert
und es resultiert eine gute Verteilung der aufgeschmolzenen Komponente im Flächengebilde.
Ein Hinweis auf die Herstellung von faserverstärkten Verbundwerkstoffen aus diesen
Flächengebilden ist dieser Publikation nicht zu entnehmen. Die in dieser Publikation
erwähnten Anwendungsgebiete der Gewebe und Gestricke lassen darauf schließen, daß
es sich um Flächengebilde mit einer relativ niedrigen Dichte handeln muß.
[0005] Aus der JP-A-04-353,525 sind Prepregs aus Hybridgarnen bekannt, die neben Verstärkungsfasern
aus Filamenten aus thermoplastischen und elastomeren Materialien aufgebaut sind. Als
thermoplastische und elastomere Komponenten werden unter anderem Polyester und Polyurethane
erwähnt. Die Prepregs dienen zur Herstellung von Verbundwerkstoffen; zu diesem Zweck
können aus den beiden Filamenttypen Hybridgarne hergestellt werden, welche zu Geweben
verarbeitet und anschließend durch Erwärmen in geformte Gebilde übergeführt werden,
oder es werden direkte Formverfahren angewendet, wie Pultrusions- oder Filament Windingverfahren.
Aus den Prepregs können geformte Gebilde mit komplizierten Formen hergestellt werden.
Die geformten Gebilde zeichnen sich durch gute Dämpfungseigenschaften, hohe Flexibilität
und Schlagzähigkeit aus und lassen sich als Förderbänder, Schuhsohlen oder Sportartikel
einsetzen. Ein Hinweis auf die Herstellung textiler Flächengebilde mit hoher Dichte
ist dieser Publikation nicht zu entnehmen.
[0006] Ferner sind aus unserer älteren Deutschen Patentanmeldung 19 531 001.2 Gelege aus
Hybridgarnen bekannt, die sich als Träger zur Vliesverstärkung einsetzen lassen. Die
Fadendichten der dort konkret beschriebenen Gelege liegen mit bis zu 10 Fäden pro
Zentimeter relativ hoch.
[0007] Es besteht immer noch ein Bedarf an textilen Flächengebilden enthaltend Verstärkungsfasern
und Matrixfasern, die sich zur Herstellung von faserverstärkten Verbundwerkstoffen
eignen.
[0008] Es wurden nun textile Flächengebilde gefunden, die sich hervorragend für diesen Zweck
eignen und die sich zu Verbundwerkstoffen mit einer guten Einbindung der Verstärkungsfasern
in die Matrix verarbeiten lassen. Desweiteren lassen sich aus den erfindungsgemäßen
textilen Flächengebilden sortenreine Verbundwerkstoffe herstellen, die problemlos
recyclet werden können.
[0009] Die Erfindung betrifft textile Flächengebilde enthaltend Hybridgarne aus Verstärkungsfasern
aus Polyester und aus niedriger schmelzenden Matrixfasern aus Polyester, und mit einer
Dichte D von größer gleich 0,6 g/cm
3, vorzugsweise größer gleich 0,7 g/cm
3, wobei D den Quotienten des Flächengewichtes des textilen Flächengebildes, ausgedrückt
in g/cm
2, und der Dicke des textilen Flächengebildes, ausgedrückt in cm, bedeutet.
[0010] Der Begriff "textiles Flächengebilde" ist im Rahmen dieser Beschreibung in seiner
breitesten Bedeutung zu verstehen. Dabei kann es sich um alle Gebilde enthaltend die
oben beschriebenen Hybridgarne handeln, die nach einer flächenbildenden Technik hergestellt
worden sind und die die oben definitierte Dichte D aufweisen.
[0011] Beispiele für derartige textile Flächengebilde sind Gestricke, Gewirke, Gelege und
insbesondere Gewebe.
[0012] Der Begriff "Faser" ist im Rahmen dieser Beschreibung ebenfalls in seiner breitesten
Bedeutung zu verstehen. Dazu zählen also sowohl Fasern mit begrenzter Länge (Stapelfasern)
als auch vorzugsweise Endlosfasern, sogenannte Filamente, die in Form von Multifilamenten
vorliegen.
[0013] Der Begriff "Hybridgarn" ist im Rahmen dieser Beschreibung ebenfalls in seiner breitesten
Bedeutung zu verstehen. Darunter ist demnach jede Kombination enthaltend Verstärkungsfasern
und Matrixfasern zu verstehen.
[0014] Beispiele für mögliche Hybridgarntypen sind Filamentgarne aus verschiedenen Typen
von Filamenten, welche miteinander verwirbelt oder mittels einer anderen Technologie,
wie beispielsweise Zwirnen oder Verflechten, miteinander kombiniert sind; oder auch
Kombinationen von Filamenten mit Stapelfasern, beispielsweise sogenannte Coregarne;
oder Kombinationen von verschiedenen Typen von Stapelfasern, beispielsweise sogenannte
sekundär gesponnene Garne. Alle diese Hybridgarntypen sind durch die Anwesenheit von
zwei oder mehreren Typen von Fasern gekennzeichnet, wobei mindestens eine Fasertype
eine Polyester-Verstärkungsfaser und mindestens eine Fasertype eine Polyester-Matrixfaser
darstellt.
[0015] Bevorzugt werden Filamentgarne; besonders bevorzugt weden durch Intermingling- oder
Commingling-Techniken hergestellte Hybridgarne.
[0016] Die Herstellung der erfindungsgemäß zum Einsatz kommenden Hybridgarne wird am Beispiel
der bevorzugten blasverwirbelten Garne beschrieben. Andere Typen von Hybridgarnen
können in an sich bekannter Weise hergestellt werden.
[0017] Die Verwirbelung der Hybridgarne aus Verstärkungs- und Matrixfilamenten kann - insbesondere
beim Einsatz von Hochmodul-Polyester-Verstärkungsfilamenten - mittels eines speziellen
Warm-Verwirbelungsverfahrens, das in EP-B-0,455,193 beschrieben ist, erfolgen. Hierbei
werden zur Vermeidung von Filamentbrüchen beim Verwirbeln die Filamente vor dem Verwirbeln
bis nahe dem Erweichungspunkt erwärmt. Die Erwärmung kann durch Galetten und/oder
Heizrohr erfolgen, während die niedrigschmelzenden thermoplastischen Einzelfilamente
der Matrixfaser aus Polyester ohne Vorerwärmung der übergeordneten Verwirbelungsdüse
zugeführt werden. Diese glatten, mit hohem Fadenschluß ausgestatteten Hybridgarne
sind problemlos webtauglich.
[0018] Desweiteren lassen sich an sich übliche Intermingling- oder Commingling-Techniken
zur Herstellung der Hybridgarne einsetzen, wie beispielsweise in Chemiefasern/Textilindustrie,
(7/8) 1989, T 185-7 beschrieben.
[0019] Die zur Herstellung der erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde zum Einsatz kommenden
Hybridgarne enthalten Matrixfasern aus thermoplastischen Polyestern, die einen Schmelzpunkt
aufweisen, der üblicherweise mindestens 10 °C, vorzugsweise mindestens 30 °C unter
dem Schmelzpunkt der Polyester-Verstärkungsfasern liegt.
[0020] Die Herstellung der erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde kann mittels an sich
bekannter Techniken erfolgen, insbesondere durch Weben oder Kettwirktechniken mit
ihren zahlreichen Variationen, wie z.B. Schußlegerascheln.
[0021] Die erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde können in Abhängigkeit von dem ins
Auge gefaßten Anwendungszweck zu einem geringen Anteil oder vollständig aus den oben
definierten Hybridgarnen bestehen. So ist es beispielsweise möglich bei textilen Flächengebilden
aus mehreren Fadensystemen nur eines oder einige dieser Fadensysteme ganz oder auch
nur zum Teil aus Hybridgarnen aufzubauen. Der im Einzelfall auszuwählende Anteil der
Hybridgarne wird neben dem gewünschten Anwendungszweck auch von dem jeweiligen Anteil
der Matrixfasern im Hybridgarn bestimmt werden. Der Anteil an Hybridgarnen im textilen
Flächengebilde bzw. der Anteil der Matrixfilamente im Hybridgarn wird nach dem Anforderungsprofil
des Weiterverarbeiters gewählt.
[0022] Neben den oben definierten Hybridgarnen kann ein Teil der die textilen Flächengebilde
aufbauenden Garne nur aus Trägerfasern oder nur aus Binderfasern bestehen. Der Anteil
der Hybridgarne ist auf jeden Fall so zu wählen, daß deren Anteil in wenigstens einem
der das textile Flächengebilde aufbauenden Fadensysteme mindestens 10 %, vorzugsweise
mindestens 50 %, ganz besonders bevorzugt mindestens 95 % beträgt.
[0023] Die Dichte der erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde beträgt mindestens 0,6 g/cm
3. Zur Bestimmung der Dichte wird a) das Flächengewicht des textilen Flächengebildes
in g/cm
2 ermittelt und b) die Dicke des textilen Flächengebildes in cm. Die Ermittlung des
Flächengewichtes der erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde erfolgt nach DIN 53
854; die Messung der Dicke der erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde erfolgt in
Anlehnung an DIN 53 855, Teil 1 (Meßfläche 10 cm
2; Meßdruck 50 cN/cm
2). Die Ermittlung der Dichte D erfolgt durch Bildung des Qutienten aus Flächengewicht
und Dicke des textilen Flächengebildes.
[0024] Die Obergrenze der Dichte des textilen Flächengebildes wird durch die Dichte der
zum Einsatz kommenden Polyester bestimmt; sie bewegt sich etwa in der Größe von 1,4
g/cm
3. Durch entsprechende Einstellung der Fadendichten im textilen Flächengebilde kann
dessen Dichte kontrolliert werden.
[0025] Bevorzugt werden textile Flächengebilde, die eine Dichte D im Bereich von 0,7 bis
1,35 g/cm
3 aufweisen.
[0026] Besonders bevorzugte textile Flächengebilde bestehen zu mindestens 50 % aus Hybridgarnen,
welche Verstärkungsfasern aus Polyester und niedriger schmelzende Matrixfasern aus
Polyester enthalten.
[0027] Besonders bevorzugt werden textile Flächengebilde, die Hybridgarne aus Filamenten
enthalten.
[0028] Ganz besonders bevorzugt werden textile Flächengebilde enthaltend Hybridgarne mit
Polyester-Verstärkungsfilamenten, die einen Anfangsmodul von größer als 10 GPa aufweisen.
[0029] Ebenfalls bevorzugt werden textile Flächengebilde, die Hybridgarne mit niedriger
als die Verstärkungsfasern schmelzenden Matrixfasern aus Polyethylenterephthalat oder
insbesondere aus Polybutylenterephthalat enthalten.
[0030] Ganz besonders bevorzugt werden textile Flächengebilde, die Hybridgarne enthalten,
welche ihrerseits Verstärkungsfasern aus einem flüssig kristallinen Polyester und
niedriger schmelzende Matrixfasern aus Polyethylenterephthalat enthalten.
[0031] Ferner werden besonders textile Flächengebilde bevorzugt, die Hybridgarne enthalten,
welche ihrerseits Verstärkungsfasern aus Polyethylenterephthalat mit einer spezifischen
Festigkeit von größer gleich 60 cN/tex und niedriger schmelzende Matrixfasern aus
Polybutylenterephthalat und/oder aus modifiziertem Polyethylenterephthalat-Copolymeren
enthalten.
[0032] Die erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde enthalten als Verstärkungsfasern hauptsächlich
Polyesterfasern. Verstärkungsfasern im Sinne dieser Beschreibung bedeuten Fasern,
welche in dem aus dem textilen Flächengebilde herzustellenden Verbundwerkstoff eine
verstärkende Funktion übernehmen.
[0033] Die Einzelfasern der Polyester-Verstärkungsfasern weisen üblicherweise einen Anfangsmodul
von mehr als 10 GPa auf. Verstärkungsfasern bestehen vorzugsweise aus hochfesten und
schrumpfarmen Polyesterfilamenten, besonders auf der Basis von Polyethylenterephthalat,
die eine Feinheitsfestigkeit von größer gleich 60 cN/tex, eine Höchstzugkraftdehnung
von kleiner gleich 25 %, vorzugsweise von 8 bis 25 %, und einen Heißluftschrumpf (gemessen
bei 200 °C) von kleiner gleich 25 %, vorzugsweise kleiner gleich 15 % aufweisen.
[0034] Polyester-Verstärkungsfasern bestehen beispielsweise aus flüssigkristallinen Polyestern
(LCP), wie aus Poly-(p-hydroxybenzoat), aus Polyethylennaphthalat oder aus Copolyestern
abgeieitet von 2,6-Naphthalindicarbonsäure, Terephthalsäure und Ethylenglykol, oder
abgeleitet von 2,6-Naphthalindicarbonsäure, 4,4'-Biphenyldicarbonsäure, Terephthalsäure
und Ethylenglykol, oder insbesondere aus Polyethylenterephthalat.
[0035] Neben Polyester-Verstärkungsfasern können die erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde
noch einen geringen Anteil, beispielsweise bis zu 10 Gew.% anderer Trägerfasern enthalten;
Beispiele dafür sind Fasern mit einem Anfangsmodul von mehr als 50 GPa, wie Fasern
aus Glas, Kohlenstoff oder aus Hochleistungspolymeren (d.h. Fasern, die ohne oder
nur bei geringer Verstreckung einen sehr hohen Anfangsmodul und eine sehr hohe Reißfestigkeit
liefern), wie Polyolefinen, z.B. Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP), und Aramiden,
z.B. Poly-(p-phenylen-terephthalamid), oder aus organischen Lösungsmitteln, wie N-Methylpyrrolidon,
spinnbare Aramide abgeleitet von Terephthalsäuredichlorid und einer Mischung von zwei
oder mehr aromatischen Diaminen, beispielsweise der Kombination p-Phenylendiamin,
1,4-Bis-(4-aminophenoxy)-benzol, 3,3'-Dimethylbenzidin, oder p-Phenylendiamin, 1,4-Bis-(4-aminophenoxy)-benzol,
3,4'-Diaminodiphenylether, oder p-Phenylendiamin, m-Phenylendiamin, 1,4-Bis-(4-aminophenoxy)-benzol.
[0036] Matrixfasern in den erfindungsgemäß zum Einsatz kommenden Hybridgarnen bestehen aus
oder enthalten thermoplastische Polyester. Dabei kann es sich um beliebige schmelzspinnbare
Polyester handeln, solange die daraus hergestellten Fasern bei einer niedrigeren Temperatur
schmelzen als die Schmelz- oder Zersetzungstemperatur der im jeweiligen Fall eingesetzten
Verstärkungsfasern beträgt.
[0037] So kann ein und dieselbe Polyesterfaser - in Abhänigigkeit von der im Einzelfall
gewählten Rohstoffkombination - als Verstärkungsfaser oder als Matrixfaser eingesetzt
werden. So lassen sich beispielsweise Hybridgarne aus hochschmelzenden flüssigkristallinen
Polyestern als Verstärkungsfasern und aus Polyethylenterephthalatfasern als Matrixfasern
einsetzen; aber auch Hybridgarne aus Polyethylenterephthalatfasern als Verstärkungsfasern
und aus niedriger schmelzenden modifizierten Polyethylenterephthalatfasern als Matrixfasern.
[0038] Bevorzugt werden Matrixfasern aus einem thermoplastischen modifizierten Polyester
eingesetzt, insbesondere aus einem modifizierten Polyethylenterephthalat, wobei die
Modifizierung ein Absenken des Schmelzpunktes im Vergleich mit der Faser aus unmodifiziertem
Polyethylenterephthalat bewirkt.
[0039] Besonders bevorzugt modifizierte Polyester dieses Typs enthalten die wiederkehrenden
Struktureinheiten der Formeln I und II
-O-OC-Ar
1-CO-O-R
1- (I), und
-O-OC-R
2-CO-O-R
3- (II),
worin
- Ar1
- einen zweiwertigen ein- oder mehrkernigen aromatischen Rest darstellt, dessen freie
Valenzen sich in para-Stellung oder in einer zu dieser Stellung vergleichbaren parallelen
oder koaxialen Stellung zueinander befinden, vorzugsweise 1,4-Phenylen und/oder 2,6-Naphthylen
darstellt,
- R1 und R3
- unabhängig voneinander zweiwertige aliphatische oder cycloaliphatischen Reste darstellen,
insbesondere Reste der Formel -CnH2n-, worin n eine ganze Zahl zwischen 2 und 6 ist, insbesondere Ethylen, oder einen
von Cyclohexandimethanol abgeleiteten Rest darstellen, und
- R2
- einen zweiwertigen aliphatischen, cycloaliphatischen oder ein- oder mehrkernigen aromatischen
Rest darstellt, dessen freie Valenzen sich in meta-Stellung oder in einer zu dieser
Stellung vergleichbaren gewinkelten Stellung zueinander befinden, vorzugsweise 1,3-Phenylen
darstellt.
[0040] Ganz besonders bevorzugte modifizierte Polyester dieses Typs enthalten 40 bis 95
Mol-% der wiederkehrenden Struktureinheiten der Formel I und 60 bis 5 Mol-% der wiederkehrenden
Struktureinheiten der Formel II; dabei bedeuten Ar
1 1,4-Phenylen und/oder 2,6-Naphthylen, R
1 und R
3 Ethylen und R
2 1,3-Phenylen.
[0041] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kommen Matrixfasern zum Einsatz, die
aus einem thermoplastischen und elastomeren Polyester bestehen oder dieses enthalten.
Dabei kann es sich ebenfalls um um beliebige schmelzspinnbare und elastomere Polyester
handeln, solange die daraus hergestellten Fasern bei einer niedrigeren Temperatur
schmelzen als die Schmelz- oder Zersetzungstemperatur der im jeweiligen Fall eingesetzten
Verstärkungsfaser beträgt.
[0042] Unter "elastomerem Polyester"ist im Rahmen dieser Beschreibung ein Polyester zu verstehen,
dessen Glasübergangstemperatur weniger als 23 °C, vorzugsweise weniger als 0 °C, insbesondere
-50 bis 0 °C beträgt.
[0043] Besonders bevorzugt kommen Hybridgarne zum Einsatz, die Matrixfasern aus thermoplastischem
und elastomerem Polyester enthalten, der die wiederkehrenden Struktureinheiten der
Formeln III und IV enthält
-O-OC-Ar
2-CO-O-R
4- (III), und
-O-OC-Ar
3-CO-O-R
5- (IV),
worin
- Ar2 und Ar3
- unabhängig voneinander zweiwertige aromatische Reste darstellen,
- R4
- einen zweiwertigen aliphatischen oder cycloaliphatischen Rest darstellt, und
- R5
- den zweiwertigen Rest eines Polyalkylenethers bedeutet.
[0044] Vorzugsweise bedeuten Ar
2 und Ar
3 unabhängig voneinander einen Phenylen- und/oder einen Naphthylenrest.
[0045] Besonders bevorzugt bedeuten Ar
2 und Ar
3 jeweils 1,4-Phenylen.
[0046] R
4 als zweiwertiger aliphatischer Rest bedeutet geradkettiges oder verzweigtes Alkylen
oder Alkyliden; dabei handelt es sich üblicherweise um Reste mit zwei bis zwanzig
Kohlenstoffatomen, bevorzugt zwei bis acht Kohlenstoffatomen und insbesondere zwei
bis vier Kohlenstoffatomen.
[0047] Besonders bevorzugt ist R
4 geradkettiges Alkylen mit zwei bis sechs Kohlenstoffatomen, insbesondere Ethylen.
[0048] R
4 als zweiwertiger cycloaliphatischer Rest bedeutet üblicherweise einen Rest enthaltend
fünf bis acht, vorzugsweise sechs Ringkohlenstoffatome; besonders bevorzugt ist dieser
Carbocyclus Teil einer aliphatischen Kette. Ein Beispiel für einen besonders bevorzugten
Vertreter dieses Typs ist der Rest des Cyclohexandimethanols.
[0049] Besonders bevorzugt ist R
4 ein Rest der Formel -C
nH
2n-, worin n eine ganze Zahl zwischen 2 und 6 ist oder ein von Cyclohexandimethanol
abgeleiteter Rest.
[0050] R
5 als zweiwertiger Rest eines Polyoxyalkylens bedeutet üblicherweise einen Polyetherrest,
der wiederkehrende Oxyethylen-, Oxypropylen- oder insbesondere Oxybutyleneinheiten
oder Mischungen dieser Einheiten aufweist.
[0051] Besonders bevorzugt stellt R
5 einen Rest der Formel V dar
-[C
oH
2o-O]
z-C
oH
2o- (V),
worin
- o
- eine ganze Zahl von zwei bis vier bedeutet und z eine ganze Zahl von 1 bis 50 ist.
[0052] Ganz besonders bevorzugt bedeutet o vier und z ist eine ganze Zahl von 10 bis 18.
[0053] Besonders bevorzugt kommen Hybridgarne aus thermoplastischem und elastomerem Polyester
enthaltend die oben definierten wiederkehrenden Struktureinheiten der Formeln III
und IV zum Einsatz, worin Ar
2 und Ar
3 1,4-Phenylen bedeuten, R
4 Ethylen ist, R
5 eine Gruppe der oben definierten Formel V ist, o vier bedeutet, und worin der Anteil
der wiederkehrenden Struktureinheiten der Formel V, bezogen auf den Anteil des Polyestermoleküls
5 bis 60 Gew. % beträgt.
[0054] Fasern aus derartigen Polyestern besitzen in Abhängigkeit vom Anteil der wiederkehrenden
Struktureinheiten der Formel V unterschiedliche Schmelzpunkte; je höher der Anteil
dieser Struktureinheiten ist, umso niedriger läßt sich der Schmelzpunkt einstellen.
So weisen beispielsweise Fasern aus einem elastomeren Polyester dieses Typs mit einem
Gehalt von 13 Gew.% Polyoxybutylen einen Schmelzpunkt von etwa 220°C auf, während
Fasern aus einem elastomeren Polyester dieses Typs mit einem Gehalt von 53 Gew.% Polyoxybutylen
einen Schmelzpunkt von etwa 160°C aufweisen.
[0055] Bedeuten in den oben definierten Strukturformeln irgendwelche Reste zweiwertige aliphatische
Reste, so ist darunter verzweigtes und insbesondere geradkettiges Alkylen zu verstehen,
beispielsweise Alkylen mit zwei bis zwanzig, vorzugsweise mit zwei bis acht Kohlenstoffatomen.
Beispiele für derartige Reste sind Ethan-1,2-diyl, Propan-1,3-diyl, Butan-1,4-diyl,
Pentan-1,5-diyl, Hexan-1,6-diyl oder Octan-1,8-diyl.
[0056] Bedeuten in den oben definierten Strukturformeln irgendwelche Reste zweiwertige cycloaliphatische
Reste, so sind darunter Gruppen zu verstehen, die carbocyclische Reste mit fünf bis
acht, vorzugsweise sechs Ringkohlenstoffatomen enthalten. Beispiele für derartige
Reste sind Cyclohexan-1,4-diyl oder die Gruppe -CH
2-C
6H
10-CH
2-.
[0057] Bedeuten in den oben definierten Strukturformeln irgendwelche Reste zweiwertige aromatische
Reste, so handelt es sich dabei um ein- oder mehrkernige aromatische Kohlenwasserstoffreste
oder um heterocyclischaromatische Reste, die ein- oder mehrkernig sein können. Im
Falle von heterocyclisch-aromatischen Resten weisen diese insbesondere ein oder zwei
Sauerstoff-, Stickstoff- oder Schwefelatome im aromatischen Kern auf.
[0058] Mehrkernige aromatische Reste können miteinander kondensiert sein oder über C-C-Bindungen
oder über Brückengruppen, wie -O-, -S-, -CO- oder -CO-NH-Gruppen miteinander verbunden
sein.
[0059] Die Valenzbindungen der zweiwertigen aromatischen Reste können sich in para- oder
in vergleichbarer koaxialer oder paralleler Position zueinander befinden, oder auch
in meta- oder in vergleichbarer gewinkelter Position zueinander.
[0060] Die Valenzbindungen, die in koaxialer oder parallel zueinander befindlicher Stellung
stehen, sind entgegengesetzt gerichtet. Ein Beispiel für koaxiale, entgegengesetzt
gerichtete Bindungen sind die Biphen-4,4'-diyl Bindungen. Ein Beispiel für parallel,
entgegegesetzt gerichtete Bindungen sind die Naphthalin-1,5- oder -2,6-Bindungen,
während die Naphthalin-1,8-Bindungen parallel gleichgerichtet sind.
[0061] Beispiele für bevorzugte zweiwertige aromatische Reste, deren Valenzbindungen sich
in para- oder in vergleichbarer koaxialer oder paralleler Position zueinander befinden,
sind einkernige aromatische Reste mit zueinander para-ständigen freien Valenzen, insbesondere
1,4-Phenylen oder zweikernige kondensierte aromatische Reste mit parallelen, entgegengesetzt
gerichteten Bindungen, insbesondere 1,4-, 1,5- und 2,6-Naphthylen, oder zweikernige
über eine C-C Bindung verknüpfte aromatische Reste mit koaxialen, entgegengesetzt
gerichteten Bindungen, insbesondere 4,4'-Biphenylen.
[0062] Beispiele für bevorzugte zweiwertige aromatische Reste, deren Valenzbindungen sich
in meta- oder in vergleichbarer gewinkelter Position zueinander befinden, sind einkernige
aromatische Reste mit zueinander meta-ständigen freien Valenzen, insbesondere 1,3-Phenylen
oder zweikernige kondensierte aromatische Reste mit zueinander gewinkelt gerichteten
Bindungen, insbesondere 1,6- und 2,7-Naphthylen, oder zweikernige über eine C-C Bindung
verknüpfte aromatische Reste mit zueinander gewinkelt gerichteten Bindungen, insbesondere
3,4'-Biphenylen.
[0063] Bedeuten irgendwelche Reste zweiwertige araliphatische Reste, so sind darunter Gruppen
zu verstehen, die einen oder mehrere zweiwertige aromatische Reste enthalten, welche
über eine oder beide Valenzen mit einem Alkylenrest kombiniert sind. Ein bevorzugtes
Beispiel für einen derartigen Rest ist die Gruppe -C
6H
4-CH
2-.
[0064] Bei den wiederkehrenden Struktureinheiten der Formel III bzw. IV handelt es sich
um typische Hart- bzw. Weichsegmente. Thermoplastische Polyester dieses Typs sind
bekannt und beispielsweise in beispielsweise in Domininghaus: "Die Kunststoffe und
ihre Eigenschaften", 3. Auflage, VDI Verlag GmbH, Düsseldorf 1988, S. 518 - 524 beschrieben.
[0065] Alle diese aliphatischen, cycloaliphatischen, aromatischen, araliphatischen oder
Polyoxyalkylenreste können mit inerten Gruppen substituiert sein. Darunter sind Substituenten
zu verstehen, die die ins Auge gefaßte Anwendung nicht negativ beeinflussen.
[0066] Beispiele für solche Substituenten sind Alkyl, Alkoxy oder Halogen.
[0067] Unter Alkylresten ist verzweigtes und insbesondere geradkettiges Alkyl zu verstehen,
beispielsweise Alkyl mit ein bis sechs Kohlenstoffatomen, insbesondere Methyl.
[0068] Unter Alkoxyresten ist verzweigtes und insbesondere geradkettiges Alkoxy zu verstehen,
beispielsweise Alkoxy mit ein bis sechs Kohlenstoffatomen, insbesondere Methoxy.
[0069] Bedeuten irgendwelche Reste Halogen, so handelt es sich dabei beispielsweise um Fluor,
Brom oder insbesondere um Chlor.
[0070] Die im erfindungsgemäß zum Einsatz kommenden Hybridgarn verwendeten Matrixfasern
können aus thermoplastischen Polyestern aufgebaut sein, die üblicherweise eine intrinsische
Viskosität von mindestens 0,5 dl/g, vorzugsweise 0,6 bis 1,5 dl/g aufweisen. Die Messung
der intrinsischen Viskosität erfolgt in einer Lösung des thermoplastischen Polymeren
in Dichloressigsäure bei 25 °C.
[0071] Die im erfindungsgemäß zum Einsatz kommenden Hybridgarn verwendeten Verstärkungsfasern
aus Polyestern weisen üblicherweise eine intrinsische Viskosität von mindestens 0,5
dl/g, vorzugsweise 0,6 bis 1,5 dl/g auf. Die Messung der intrinsischen Viskosität
erfolgt wie voranstehend beschrieben.
[0072] Die erfindungsgemäß eingesetzten Hybridgarne weisen üblicherweise Garntiter von 2000
bis 150 dtex auf, vorzugsweise von 1100 bis 150 dtex.
[0073] Der Einzelfasertiter der Verstärkungsfasern und der Matrixfasern bewegt sich üblicherweise
im Bereich von 2 bis 10 dtex vorzugsweise 2 bis 6 dtex.
[0074] Die Querschnitte der Verstärkungsfasern und der Matrixfasern können beliebig sein;
beispielsweise ellipsenförmig, bi- oder multilobal, bändchenförmig oder vorzusweise
rund.
[0075] Die Herstellung der thermoplastischen Polymeren erfolgt nach an sich bekannten Verfahren
durch Polykondensation der entsprechenden bifunktionellen Monomerkomponenten; dabei
kommen üblicherweise Dicarbonsäuren oder Dicarbonsäureester und die entsprechenden
Diolkomponenten zum Einsatz. Derartige thermoplastische und gegebenenfalls elastomere
Polyester sind bereits bekannt.
[0076] Die in den erfindungsgemäßen textilen Flächengebilden zum Einsatz gelangenden Verstärkungsfasern
sind ebenfalls an sich bekannt.
[0077] Die mechanischen Eigenschaften der erfindungsgemäß zum Einsatz kommenden Hybridgarne
sind in Abhängigkeit der Zusammensetzung, wie Art und Anteil der Verstärkungsfasern
oder der Matrixfasern in Abhängigkeit des physikalischen Aufbaus der Garne, wie z.B.
Grad der Verwirbelung, in weiten Grenzen variierbar. Üblicherweise beträgt der Anteil
der Matrixfasern 10 bis 50 Gew.%, bezogen auf das Gewicht des Hybridgarns.
[0078] Die erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde können auf einfache Art und Weise durch
Anwendung von erhöhten Temperaturen, gegebenenfalls unter Anwendung von Druck zu faserverstärkten
Verbundwerkstoffen mit einer sehr guten Einbettung der Verstärkungsfasern in die Matrix
verarbeitet werden, welche sich durch hohe Energieabsorption und hohe Festigkeiten
auszeichnen. Ferner lassen sich daraus Flächengebilde mit gezielt einstellbarer Gas-
und/oder Flüssigkeitsdurchlässigkeit herstellen.
[0079] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von Verbundwerkstoffen
enthaltend Polyesterverstärkungsfasern und eine Matrix aus Polyester umfassend die
Maßnahmen:
a) Herstellen von textilen Flächengebilden enthaltend Hybridgarne aus Verstärkungsfasern
aus Polyester und aus niedriger schmelzenden Matrixfasern aus Polyester gemäß der
oben gegebenen Definition nach an sich bekannten Flächenbildungstechniken,
b) gegebenenfalls Konfektionieren der in Schritt a) hergestellten textilen Flächengebilde,
c) gegebenenfalls Aufeinanderstapeln der in Schritt b) hergestellten textilen Flächengebilde
gegebenenfalls zusammen mit konfektionierten textilen Flächengebilden enthaltend Träger-
und/oder niedriger schmelzende Bindefasern mit einer von der oben gegebenen Definition
abweichenden Definition, und
d) Verpressen des in Schritt a) hergestellten textilen Flächengebildes gegebenfalls
zusammen mit weiteren textilen Flächengebilden enthaltend Trägerund/oder niedriger
schmelzende Bindefasern mit einer von der oben gegebenen Definition abweichenden Definition,
oder Verpressen des in Schritt c) hergestellten Stapels unter Anwendung von erhöhter
Temperatur, so daß die niedriger schmelzenden Matrix- bzw. Bindefasern aufschmelzen
und die Verstärkungs- bzw. Trägerfasern unter Ausbildung einer Matrix einbetten.
[0080] Die Weiterverarbeitung der erfindungsgemäßen textilen Flächengebilde kann sowohl
kontinuierlich als auch diskontinuierlich erfolgen.
[0081] Ein Beispiel für eine kontinuierliche Arbeitsweise ist das Verpressen der erfindungsgemäßen
textilen Flächengebilde nach deren Herstellung, gegebenenfalls zusammen mit zusätzlichen
Bahnen textiler Flächengebilde enthaltend Trägerund/oder Bindefasern oder enthaltend
anderes bahnenförmiges Material, wie Folien aus thermoplastischen Polymeren.
[0082] Das Verpressen erfolgt bei dieser Variante vorzugsweise durch Kalandrieren oder durch
Einsatz einer Doppelbandpresse.
[0083] Ein Beispiel für eine diskontinuierliche Arbeitsweise ist das Verpressen der erfindungsgemäßen
textilen Flächengebilde nach deren Konfektionieren, gegebenenfalls zusammen mit zusätzlichen
konfektionierten textilen Flächengebilde enthaltend Träger- und/oder Bindefasern oder
abgeleitet von einem anderen bahnenförmigen Material, wie von den oben erwähnten Folien
aus thermoplastischen Polymeren.
[0084] Das Verpressen erfolgt bei dieser Variante vorzugsweise in einer Etagenpresse. Die
Verarbeitungstemperatur in Schritt d) ist so zu wählen, daß die Matrix- bzw. Bindekomponente
aufschmilzt und daß diese Komponente eine Schmelzeviskosität von kleiner gleich 1000
Pa*sec aufweist. Typische Verpreßdrucke betragen bis zu 50 N/mm
2.
[0085] Die Matrixkomponente in den erfindungsgemäß hergestellten Verbundwerkstoffen kann
nur einen geringen Anteil ausmachen, beispielsweise 3 Gew.%, bezogen auf das Gewicht
des Verbundwerkstoffes; die Matrixkomponente kann aber auch einen hohen Anteil ausmachen,
beispielsweise mehr als 70 Gew.%, bezogen auf das Gewicht des Verbundwerkstoffes,
vorzugsweise 3 bis 50 Gew.%.
[0086] Die erfindungsgemäß hergestellten Verbundwerkstoffe lassen sich in einer Vielzahl
von Anwendungsgebieten einsetzen, beispielsweise als Schutzbekleidung, wie Regenbekleidung,
Chemikalineschutzkleidung oder Taucherbekleidung; als Zeltstoffe bzw. Zeltböden; als
Auskleidungen für Behälter, wie Silo-, Pool- oder Containerauskleidungen; als Täschnerwaren;
als Materialien zur Herstellung von Schuhen; als maritime Textilien, wie Textilien
zur Fertigung von Schlauchbooten, Rettungswesten oder Rettungsinseln; als textiler
Baustoff; als Trägermaterial, wie als Material zur Herstellung leichter Transportbänder;
als Geotextilien; zum Einsatz im Wasserbau, wie Regenauffangbehälter oder Deponieabdeckungen;
als Segel oder Plane oder zur Herstellung von Airbags.
[0087] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemäßen
textilen Flächengebilde zu Herstellung von Verbundwerkstoffen.
[0088] Das nachfolgende Beispiel erläutert die Erfindung ohne diese zu begrenzen.
Beispiel:
[0089] Auf einer Dornier Greifer-Webmaschine wurde ein Gewebe in Leinwandbindung des Typs
L1/1 mit 7,5 Fäden/cm in der Kette und 7,5 Fäden/cm im Schuß hergestellt.
[0090] Kette und Schuß bestanden aus Hybridgarnen des Garntiters 1790 dtex enthaltend als
Verstärkungskomponente hochfeste Filamente aus Polyethylenterephthalat und enthaltend
als Matrixkomponente Filamente aus isophthalsäure-modifiziertem Polyethylenterephthalat;
wobei der Anteil an wiederkehrenden Isophthalsäureeinheiten im Copolyester 33 Mol
%, bezogen auf die Gesamtmenge an Dicarbonsäurekomponenten, betrug. Der Anteil der
Matrixkomponente am Hybridgarn betrug 38 Gew.-%.
[0091] Das Gewebe wurde nach der Herstellung bei 30 °C gewaschen.
[0092] Anschließend wurden mehrere Lagen dieses Gewebes zu Laminaten unterschiedlicher Dicke
verpreßt, wobei die Orientierung der Lagen jeweils Kette auf Kette gewählt wurden.
Es wurden Laminate mit 1 mm Dicke (aus 5 Lagen des Gewebes), mit 2 mm Dicke (aus 11
Lagen des Gewebes) und mit 4 mm Dicke (aus 22 Lagen des Gewebes) hergestellt. Das
Laminat mit 1 mm Dicke wurde für Zugversuche, der Laminat mit 2 mm Dicke für Biegeversuche
und das Laminat mit 4 mm Dicke für Schlagzähigkeitsversuche verwendet. Das Verpressen
zu den Laminaten erfolgte in einer beheizten Presse bei 180 °C Preßtemperatur und
einem Druck von 12 N/mm
2.
| mechanische Eigenschaften: |
| Biegefestigkeit (Kettrichtung; DIN 29971): |
97 N/mm2 |
| Biegemodul (Kettrichtung; DIN 29971): |
4,2 kN/mm2 |
| Biegefestigkeit (Schußrichtung; DIN 29971): |
116 N/mm2 |
| Biegemodul (Schußrichtung; DIN 29971): |
4,7 kN/mm2 |
| Interlaminan Scherfestigkeit (Kettrichtung; DIN 29971): |
22 N/mm2 |
| Interlamin Scherfestigkeit (Schußrichtung; DIN 29971): |
19 N/mm2 |
| Zugfestigkeit (Kettrichtung; DIN 29971): |
230 N/mm2 |
| Zugmodul (Kettrichtung; DIN 29971): |
1,1 kN/mm2 |
| Schlagzähigkeit (ISO 179; Charpy 23 °C): |
213 mJ/mm2 |
| (Pendelhammer 15 J; 10 von 10 Proben teilweise gebrochen) |
| Schlagzähigkeit (ISO 180/1C; Izod 23 °C): |
10 von 10 ohne Bruch |
| Schlagzähigkeit (ISO 180/1C, Izod -30 °C): |
10 von 10 ohne Bruch |
| Wärmebeständigkeit: |
| Formbeständigkeit in der Wärme (ISO 75; HDT/A): |
95 °C |
| Formbeständigkeit in der Wärme (ISO 75; HTD/B): |
132 °C |
| Erweichtungstemperatur (ISO 305; Vicat B/50): |
104 °C |
1. Textile Flächengebilde enthaltend Hybridgarne aus Verstärkungsfasern aus Polyester
und aus niedriger schmelzenden Matrixfasern aus Polyester, und mit einer Dichte D
von größer gleich 0,6 g/cm3, wobei D den Quotienten des Flächengewichtes des textilen Flächengebildes, ausgedrückt
in g/cm2, und der Dicke des textilen Flächengebildes, ausgedrückt in cm, bedeutet.
2. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese eine Dichte
D im Bereich von 0,7 bis 1,35 g/cm3 aufweisen.
3. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese ein Gestrick,
ein Gewirke, ein Gewebe oder ein Gelege sind.
4. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese zu mindestens
50 % aus Hybridgarnen bestehen, die Verstärkungsfasern aus Polyester und niedriger
schmelzende Matrixfasern aus Polyester enthalten.
5. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den
Hybridgarnen um Filamentgarne handelt.
6. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hybridgarne
Verstärkungsfilamente enthalten, die einen Anfangsmodul von größer als 10 GPa aufweisen
und aus Polyester, insbesondere aus Polyethylenterephthalat bestehen.
7. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hybridgarne
niedriger schmelzende Matrixfasern aus Polyethylenterephthalat oder insbesondere aus
Polybutylenterephthalat enthalten.
8. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hybridgarne
Verstärkungsfasern aus einen flüssig kristallinen Polyester und niedriger schmelzende
Matrixfasern aus Polyethylenterephthalat enthalten.
9. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hybridgarne
Verstärkungsfasern aus Polyethylenterephthalat mit einer spezifischen Festigkeit von
größer gleich 60 cN/tex und niedriger schmelzende Matrixfasern aus Polybutylenterephthalat
und/oder aus modifiziertem Polyethylenterephthalat-Copolymeren enthalten.
10. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hybridgarne
niedriger schmelzende Matrixfasern aus einem modifizierten Polyethylenterepthalat
enthaltend die wiederkehrenden Struktureinheiten der Formeln I und II enthalten
-O-OC-Ar
1-CO-O-R
1- (I), und
-O-OC-R
2-CO-O-R
3- (II),
worin
Ar1 einen zweiwertigen ein- oder mehrkernigen aromatischen Rest darstellt, dessen freie
Valenzen sich in para-Stellung oder in einer zu dieser Stellung vergleichbaren parallelen
oder koaxialen Stellung zueinander befinden, vorzugsweise 1,4-Phenylen und/oder 2,6-Naphthylen
darstellt,
R1 und R3 unabhängig voneinander zweiwertige aliphatische oder cycloaliphatischen Reste darstellen,
insbesondere Reste der Formel - -CnH2n-, worin n eine ganze Zahl zwischen 2 und 6 ist, insbesondere Ethylen, oder einen
von Cyclohexandimethanol abgeleiteten Rest darstellen, und
R2 einen zweiwertigen aliphatischen, cycloaliphatischen oder ein- oder mehrkernigen
aromatischen Rest darstellt, dessen freie Valenzen sich in meta-Stellung oder in einer
zu dieser Stellung vergleichbaren gewinkelten Stellung zueinander befinden, vorzugsweise
1,3-Phenylen darstellt.
11. Textile Flächengebilde nach nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Hybridgarne
Matrixfilamente aus einem modifizierten Polyethylenterepthalat enthalten, das 40 bis
95 Mol-% der wiederkehrenden Struktureinheiten der Formel I und 60 bis 5 Mol-% der
wiederkehrenden Struktureinheiten der Formel II enthält, worin Ar1 1,4-Phenylen und/oder 2,6-Naphthylen ist, R1 und R3 Ethylen bedeuten und R2 1,3-Phenylen ist.
12. Textile Flächengebilde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hybridgarne
Matrixfasern aus einem thermoplastischen und elastomeren Polyester enthalten.
13. Textile Flächengebilde nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der thermoplastische
und elastomere Polyester die wiederkehrenden Struktureinheiten der Formeln III und
IV enthält
-O-OC-Ar
2-CO-O-R
4- (III), und
-O-OC-Ar
3-CO-O-R
5- (IV),
worin
Ar2 und Ar3 unabhängig voneinander zweiwertige aromatische Reste, vorzugsweise Phenylen- und/oder
Naphthylenreste, insbesondere jeweils 1,4-Phenylen, darstellen,
R4 einen zweiwertigen aliphatischen oder cycloaliphatischen Rest darstellt, insbesondere
einen Rest der Formel -CmH2m-, worin m eine ganze Zahl zwischen 2 und 6 ist oder einen von Cyclohexandimethanol
abgeleiteten Rest, insbesondere Ethylen ist, und
R5 den zweiwertigen Rest eines Polyalkylenethers bedeutet, vorzugsweise einen Rest
der Formel V darstellt
-[CoH2o-O]z-CoH2o- (V),
worin
o ine ganze Zahl von zwei bis vier, insbesondere vier, bedeutet und z eine ganze
Zahl von 1 bis 50 ist, insbesondere eine ganze Zahl von 10 bis 18 ist.
14. Textile Flächengebilde nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß Ar2 und Ar3 1,4-Phenylen bedeuten, R4 Ethylen ist, o vier bedeutet, und worin der Anteil der wiederkehrenden Struktureinheiten
der Formel V, bezogen auf den Anteil des Polyestermoleküls 5 bis 60 Gew. % beträgt.
15. Verfahren zur Herstellung von Verbundwerkstoffen enthaltend Polyesterverstärkungsfasern
und eine Matrix aus Polyester umfassend die Maßnahmen:
a) Herstellen von textilen Flächengebilden enthaltend Hybridgarne aus Verstärkungsfasern
aus Polyester und aus niedriger schmelzenden Matrixfasern aus Polyester gemäß Anspruch
1 nach an sich bekannten Flächenbildungstechniken,
b) gegebenenfalls Konfektionieren der in Schritt a) hergestellten textilen Flächengebilde,
c) gegebenenfalls Aufeinanderstapeln der in Schritt b) hergestellten textilen Flächengebilde
gegebenenfalls zusammen mit konfektionierten textilen Flächengebilden enthaltend Träger-
und/oder niedriger schmelzende Bindefasern mit einer von Anspruch 1 abweichenden Definition,
und
d) Verpressen des in Schritt a) hergestellten textilen Flächengebildes gegebenfalls
zusammen mit weiteren textilen Flächengebilden enthaltend Trägerund/oder niedriger
schmelzende Bindefasern mit einer von der oben gegebenen Definition abweichenden Definition,
oder Verpressen des in Schritt c) hergestellten Stapels unter Anwendung von erhöhter
Temperatur, so daß die niedriger schmelzenden Matrix- bzw. Bindefasern aufschmelzen
und die Verstärkungs- bzw. Trägerfasern unter Ausbildung einer Matrix einbetten.
16. Verwendung der textilen Flächengebilde nach Anspruch 1 zur Herstellung von Verbundwerkstoffen.