[0001] Die Erfindung betrifft eine Multimobil-Aufzugsgruppe mit einer Sicherheitseinrichtung,
die Kollisionen zwischen mehreren, in einem Schacht verkehrenden Aufzügen verhindert.
[0002] Aus der JP-A-6316383 ist eine Multimobil-Aufzugsgruppe bekannt, wo sebstfahrende
Kabinen vertikal und transversal fahren können. Durch Erfassung beispielsweise der
Position und der Geschwindigkeit der Kabine wird durch eine Steuereinrichtung den
Betrieb der Kabinen gesteuert.
[0003] Die Schrift JP-A-5051185 offenbart eine Multimobil-Aufzugsgruppe mit einer Steuereinrichtung,
wobei das Bremsverhlten der Kabinen aus der Kabinenposition und der Kabinengeschwindigkeit
so berechnet wird, dass Kollisionen zwischen den Kabinen verhindert werden.
[0004] Aus der US-5419414 ist eine Multimobil-Aufzugsgruppe bekannt, wobei die Kabinen unabhängige
Antriebe aufweisen. Die Antriebe sind mit den entsprechenden Kabinen durch Seile verbunden.
[0005] Aus der EP 595 122 ist eine Aufzugsanlage mit mehreren Schächten bekanntgeworden,
bei der mehrere vertikal und horizontal selbstfahrende Personentransporteinrichtungen
im gleichen Schacht verkehren können. Jede Kabine kann horizontal von einem Schacht
zu einem anderen Schacht fahren und ist mit einen eigenen Antrieb, beispielsweise
mit einem Reibradantrieb versehen, dessen Reib- und Führungsräder in den Schachtecken
abrollen. Jede Kabine besitzt ferner eine autonome Steuerung für die Verwaltung der
Kabinen- bzw. Zielrufe, zu welchem Zweck die Distanz zu einer eventuell oberhalb oder
unterhalb sich befindlichen Kabine gemessen wird. Zudem ist als Sicherheit gegen Übergeschwindigkeit
oder bei Absturz am Hubwagen der Kabine eine gängige Fangvorrichtung vorgesehen.
[0006] Bei der vorstehend beschriebenen Einrichtung werden nur Sicherheitseinrichtungen
für Übergeschwindigkeit oder Fehlbetrieb einer Kabine vorgesehen. Bei einem Nothalt
oder auch bei einem normalen Stockwerkhalt einer Kabine kann nicht gewährleistet werden,
ob ober- oder unterhalb im gleichen Schacht befindliche weitere Kabinen noch rechtzeitig
anhalten können, um einen Zusammenstoss zu vermeiden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Multimobil-Aufzugsgruppe mit einer
Sicherheitseinrichtung der eingangs genannten Art vorzuschlagen, welche Kollisionen
zwischen im gleichen Schacht befindlichen Kabinen verhindert.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 beanspruchte Erfindung gelöst.
[0009] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass durch eine optimale Anpassung der Abstände zwischen den Kabinen mit Hilfe der
Sicherheitseinrichtung die Leistungsfähigkeit der Multimobil-Aufzugsgruppe voll ausgenützt
werden kann und dass das Sicherheitsmodul redundant ausgeführt ist, so dass sich die
Aufzugsanlage nicht nur auf ein einziges Sicherheitsmodul verlassen muss.
[0010] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Massnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Multimobil-Aufzugsgruppe. Besonders
eignet sich die Sicherheitseinrichtung für selbstfahrende Kabinen. Desweitern können
durch die Anordnung eines Sicherheitsmoduls an jeder Kabine, andere Kabinen, beispielsweise
eine im selben Schacht folgende, überwachen und einen Nothalt auslösen, wenn bei der
überwachten Kabine eine Fehlfunktion auftritt.
[0011] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt und im folgenden
näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig.1
- eine schematische Darstellung einer Multimobil-Aufzugsanlage,
- Fig.2
- eine schematische Darstellung der Aufzugskabinen mit der Sicherheitseinrichtung,
- Fig.3
- eine Verzögerungskurve für Aufzugskabinen,
- Fig.4
- ein Modell der Aufzugsfahrkurven,
- Fig.5
- eine schematische Darstellung der möglichen Bremsverhalten und der Anhaltekommandos
für eine Kabine,
- Fig.6, 7
- eine schematische Darstellung der Kabinenzustände für das Entscheidungsmodul, und
- Fig.8
- eine schematische Darstellung der Komponenten für die Sicherheitseinrichtung.
[0012] Fig.1 zeigt eine schematische Darstellung einer Multimobil-Aufzugsanlage. Mehrere
vertikal und horizontal selbstfahrende Aufzugskabinen C1..CN verkehren in einer Aufzugsanlage
mit beispielsweise vier Schächten 1 und den Stockwerken E1..EN. Jede Kabine C1..CN
ist von einem eigenen unabhängigen Antrieb 1, beispielsweise von einem frequenzgeregelten
Antrieb angetrieben. Die Ausführung kann beispielsweise in Form des in der EP 556
595 beschriebenen Reibradantriebes erfolgen. In jedem Schacht 1 können sich mehrere
Kabinen C1..CN selbständig aufoder abwärts bewegen. Die Schächte 1 sind an ihren oberen
und unteren Enden jeweils mit einem Verbindungsgang 3 miteinander verbunden. Auf diese
Weise können die Kabinen C1..CN durch einen Schachtwechsel ihre Fahrtrichtung ändern.
Eine Änderung der Fahrtrichtung kann ebenfalls erfolgen, wenn sich nur eine Kabine
C1..CN in einem Schacht 1 befindet.
[0013] In konventionellen Aufzugsgruppen sind der Notstop und das Eingreifen der Fangvorrichtung
die zwei Grundprinzipien im Falle von Übergeschwindigkeit oder fehlerhaftem Betrieb.
In einer Multimobil-Aufzugsgruppe, wie in Fig.1 gezeigt, können mehrere Kabinen C1..CN
gleichzeitig im selben Schacht 1 verkehren. In einer solchen Aufzugsgruppe muss eine
Sicherheitseinrichtung gewährleisten, dass im Fall von Übergeschwindigkeit oder fehlerhaftem
Betrieb Kollisionen zwischen den Kabinen C1..CN verhindert werden können.
[0014] Bei einem Notstop oder beim Eingreifen der Fangvorrichtung benötigen beispielsweise
die Kabinen C1 und C2 die Strecken d1 beziehungsweise d2 als Bremswege. Eine Kollision
zwischen den beiden Kabinen C1, C2 wird auftreten, wenn bei Beginn der Bremsphase
der Abstand d2-d1 beträgt.
[0015] Ebenso bestehen Möglichkeiten von Kollisionen beim normalen Betrieb der Aufzugsgruppe:
- Rufzuweisung zu einer Kabine; Wird ein Stockwerkruf beispielsweise der Kabine C1 zugewiesen,
so muss diese auf dem gewünschten Stockwerk anhalten und den Ruf bedienen. Bei einer
solchen Situation muss berücksichtigt werden, dass die nachfolgende Kabine C2 ohne
den normalen Betrieb zu beeinträchtigen, keine Kollision verursacht. Je nach Abstand
zwischen den beiden Kabinen und der Dauer des Stops der Kabine C1 kann eine Verringerung
der Geschwindigkeit der Kabine C2 genügen oder aber sie muss ebenfalls, beispielsweise
auf einem höhergelegenen Stockwerk, anhalten.
- Horizontaltransfer von Kabinen C1..CN; Bei der Horizontalfahrt von Kabinen in den
Verbindungsgängen 3 müssen Kollisionen mit in den Schächten 1 vertikalfahrenden Kabinen
vermieden werden.
[0016] Um die oben beschriebenen Möglichkeiten von Kollisionen verhindern zu können, müssen
die Betriebszustände aller in der Aufzugsgruppe verkehrender Kabinen C1..CN bekannt
sein. Die Anhaltestrategie spielt dabei bei Multimobil-Aufzugsgruppen eine wesentliche
Rolle. Die entscheidenden Aspekte sind die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit der
Aufzugsanlage. Ein zu grosser Sicherheitsabstand zwischen den Kabinen C1..CN verringert
die Leistungsfähigkeit und somit die Vorteile einer Multimobil-Aufzugsanlage gegenüber
einer konventionellen Aufzugsanlage. Zudem können mit einem grossen Abstand alleine
Kollisionen nicht verhindert werden.
[0017] Fig.2 zeigt eine schematische Darstellung der Aufzugskabinen C1..CN mit einem Sicherheitsmodul
10. Um bei einem Anhaltebefehl für eine Kabine C1..CN keine Kollision zu verursachen,
muss dem Sicherheitsmodul 10 zu jeder Zeit die Positionen und Geschwindigkeiten jeder
Kabine C1..CN in der Multimobil-Aufzugsgruppe bekannt sein. Dieses Sicherheitsmodul
10 muss anhand dieser Fahrdaten für jede Kabine C1..CN augenblicklich das notwendige
Bremsverhalten (Charakteristik der Verzögerungskurve, Art der Bremsung) entscheiden
können. Ein Kommunikationssystem 11 sichert die Informationsübermittlung zwischen
den Aufzugskabinen C1..CN und dem Sicherheitsmodul 10. Die Sicherheitseinrichtung
beinhaltet weiter innerhalb des Sicherheitsmoduls 10 ein Entscheidungsmodul 12, welches
für die Bestimmung der Anhaltebefehle verantwortlich ist. Das Entscheidungsmodul 12
empfängt laufend die Positionen, Geschwindigkeiten und Anhaltemöglichkeiten von allen
Kabinen C1..CN. Die Kabinen C1..CN senden zudem eine Anhalteanfrage, die das Entscheidungsmodul
12 verarbeitet und der Kabine C1..CN die Anhalteerlaubnis erteilt.
[0018] Das Entscheidungsmodul 12 kann zu jeder Zeit entscheiden, eine Kabine abzubremsen
oder zu stoppen. Es entscheidet auch ob eine Kabine C1..CN auf eine Anhalteanfrage
hin anhalten darf oder nicht. Weiter bestimmt das Entscheidungsmodul 12 die Art des
Anhaltens:
- Normaler Halt,
- Nothalt oder
- Auslösung der Fangvorrichtung.
[0019] Der normale Halt wird beispielsweise bei einem frequenzgeregelten Antrieb über das
Drehmoment geregelt. Bei einem Nothalt und zur Sicherung der Kabine C1..CN bei einem
Halt auf einem Stockwerk E1..EN wird als Haltebremse zum Beispiel eine Trommelbremse
verwendet. Die direkt an der Kabine angeordnete Fangvorrichtung kann beispielsweise
als Rollenfangvorrichtung ausgeführt sein. Die Entscheidung und die Art und auch der
Ort des Anhaltens wird der Kabine vom Entscheidungsmodul 12 übermittelt.
[0020] Aufgrund der aktuellen Fahrdaten kann das Sicherheitsmodul 10 den Kabinen C1..CN
im gleichen Schacht 1 auch unterschiedliche Fahrtrichtungen erlauben ohne Kollisionen
zu verursachen. Dieser Fahrbetrieb erhöht wesentlich die Effizienz der Aufzugsgruppe.
[0021] Ein dauernder Datenfluss mit den Positionen, Geschwindigkeiten und Zielen der Kabinen
C1..CN würde einen infiniten Kommunikationskanal benötigen. Aus diesem Grund wird
in das Sicherheitsmodul 10 ein dynamisches Aufzugsmodell integriert. Dieses Modell
erlaubt eine sehr schnelle Übertragung von Fahrdaten (Positionen, Geschwindigkeiten
und Fahrzielen) und ermöglicht dem Entscheidungsmodul 12 eine unverzügliche Bestimmung
und Übermittlung der Anhaltekommandos an die Kabinen C1..CN. Die Zielstockwerkzuteilung
wird so eingeschränkt, dass unnötige Stops und zwischen den Stockwerken E1..EN blockierte
Kabinen C1..CN vermieden werden.
[0022] Fig.3 zeigt eine Verzögerungskurve D für Aufzugskabinen C1..CN. Eine Kabine C1 durchfährt
den Schacht 1 mit der Nenngeschwindigkeit v
n. Um auf einem bestimmten Stockwerk E1..EN anhalten zu können, folgt die Antriebssteuerung
der vorgegebenen Verzögerungskurve D, innerhalb von einem bestimmten Toleranzband
Z, vom Beginn der Verzögerung mit Nenngeschwindigkeit v
n beim Punkt A bis zum Stillstand v
S der Kabine C1 auf dem gewünschten Stockwerk E1..EN beim Punkt F der Verzögerungskurve
D. Startet die Kabine C1 von einem dem Punkt F nähergelegenen Punkt B, kann nicht
bis auf die Nenngeschwindigkeit v
n beschleunigt werden, da sonst die Kabine C1 nicht mehr mittels den Passagieren zumutbaren
Verzögerungswerten zum Stillstand gebracht werden kann. Somit folgt die Antriebssteuerung
beim Erreichen von Punkt C der Verzögerungskurve D bis zum Stillstand v
S beim Punkt F.
[0023] Fig.4 zeigt ein dynamisches Modell der Aufzugsfahrkurven für ein Gebäude mit fünf
Stockwerken f1-f5. Gemäss der in Fig.3 gezeigten Verzögerungskurve D werden die Fahrkurven
für alle möglichen Stockwerksdistanzen, Beschleunigungen und Verzögerungen im dynamischen
Modell dargestellt. Selektoren s i,j sind die Schnittpunkte zwischen den Beschleunigungskurven
von den Startstockwerken i und den Verzögerungskurven zu den Zielstockwerken j. Der
Punkt f k ist die Halteposition auf Stockwerk k. Die Informationen von allen Selektoren
s und Haltepositionen f und die Übergangszeit zwischen diesen Punkten bilden das dynamische
Modell einer Aufzugsanlage.
[0024] Die Kenntnis der Position eines relevanten Punktes einer Kabine C1..CN im Netzwerk
ist gleichbedeutend mit dem Wissen der momentanen Positionen und Geschwindigkeiten.
Dies erlaubt die Bestimmung der zukünftigen Positionen und die Anhaltemöglichkeiten
der Kabinen C1..CN. Daher muss eine Kabine C1..CN nur die Position einer bestimmten
Marke im Netzwerk anzuzeigen, um alle vom Entscheidungsmodul 12 verlangten Informationen
übertragen zu können.
[0025] Eine solche Nachricht kann beispielsweise in folgender Form erfolgen:
! 365.4 C1 s3,4
[0026] Diese Nachricht gibt bekannt, dass Kabine C1 zur Zeit 365.4 den Selektor s3,4 erreichen
wird. Das Ausrufezeichen ! deklariert die Nachricht als Information. Die Art der Codierung
der Nachricht kann frei gewählt und an das Kommunikationssystem 11 angepasst werden.
[0027] Fig.5 zeigt eine schematische Darstellung der möglichen Bremsverhalten und der Anhaltekommandos
einer Kabine. Das einfache und schnelle Senden der Anhaltekommandos erfolgt durch
das Entscheidungsmodul 12. Als wichtigste Komponente muss das Kommando die Halteposition
f k im Netzwerk, die die Kabine C1..CN erreichen muss, enthalten.
[0028] Ein Anhaltebefehl kann beispielsweise in folgender Form erfolgen:
!! 370.1 C1 f5
[0029] Dieser Anhaltebefehl weist die Kabine C1 an, das Stockwerk f5 zu erreichen. Das doppelte
Ausrufezeichen !! zeigt an, dass es sich um einen Anhaltebefehl handelt. Die Zeitangabe
370.1 ist optional. Sie entspricht der maximalen Ankunftszeit auf Stockwerk f5. Dadurch
wird implizit das Bremsverhalten festgelegt (Normaler Stop N, Nothalt E und Fangvorrichtung
P).
[0030] Es bestehen auch andere Möglichkeiten die Anhaltekommandos zu formulieren. Beispielsweise
kann angegeben werden, welchem der in Figur 5 gezeigten Bremsverhalten gefolgt werden
muss.
Beispiel:
[0031] !! 370.1 C1 f5 [E]
[0032] Die zusätzliche Information [E] beschreibt das Bremsverhalten, in diesem Fall ein
Nothalt E, um Kabine C1 auf Stockwerk f5 anhalten zu können.
[0033] Die Anhaltekommandos sind implizit festgelegt. Das Entscheidungsmodul 12 kann einen
Stop für eine Kabine C1..CN lange vor der Ankunft bei einem Selektor f k anordnen.
Daher ist das Entscheidungsmodul 12 von jeglichen Echtzeitproblemen, wie beispielsweise
die Befehle für die Bremsen usw., losgelöst. Jede Kabine C1..CN ist verantwortlich
für die Überwachung seiner Position und Geschwindigkeit. Ebenso sind die Kabinen C1..CN
selbst verantwortlich für die Einleitung der Bremsphase bzw. für die Verzögerungskontrolle
bis zum endgültigen Stop, wobei den vom Entscheidungsmodul 12 gesendeten Anhaltekommandos
Folge geleistet wird.
[0034] Fig.6 und 7 zeigen schematische Darstellungen der Kabinenzustände für das Entscheidungsmodul
12. Das Entscheidungsmodul 12 muss für die Überwachung der Aufzugsanlage die Dimensionen
der Kabinen C1..CN, insbesondere deren Höhen h, kennen. Die Kabinenhöhe h wird vom
Entscheidungsmodul 12 als Länge des in Fig.7 gezeigten Balkens berücksichtigt. Marken
T stellen die Zustände der Kabinen C1..CN im Netzwerk dar. Eine Konfiguration wie
in Fig.6 würde zwischen Kabine C2 in Annäherung auf Stockwerk f4 und Kabine C1 bei
der Wegfahrt von Stockwerk f4 aufgrund der Überlappung (schraffierter Bereich) der
beiden Kabinen C1, C2 eine Kollision verursachen. Solche Systemzustände können vom
Entscheidungsmodul 12 vorhergesehen und wirksam verhindert werden.
[0035] Fig.8 zeigt eine schematische Darstellung der Komponenten für die gesamte Sicherheitseinrichtung.
Alle Kabinen C1..CN teilen miteinander das in Fig.4 gezeigte dynamische Modell, bzw.
jede Kabine C1..CN implementiert das dynamische Modell in ein Modul M1. Ebenso besitzt
jede Kabine C1..CN ein Sicherheitsmodul 10. Durch die redundante Ausführung des Sicherheitsmoduls
10 wird die Sicherheit wesentlich erhöht, da sich die Aufzugsanlage nicht nur auf
ein einziges Sicherheitsmodul 10 verlassen muss. Auf Anfrage der Aufzugssteuerung
20 sendet ein Anhaltemodul 21 die Anfrage an eine Empfängereinheit 22. In einem Positionsmodul
25 werden die aktuellen Fahrdaten, insbesondere die Kabinenposition und Geschwindigkeit,
aufgrund von Schachtinformationen 26 und der von einer Echtzeituhr 27 gelieferten
Informationen, bestimmt. Position und Geschwindigkeit werden in einer Verarbeitungseinheit
28 mit dem dynamischen Modell aus dem Modul M1 ergänzt und an eine Informationseinheit
29 gesendet. Im Entscheidungsmodul 12 werden die Daten aus der Empfängereinheit 22
(Anhalteanfrage), der Informationseinheit 29 (Position und Geschwindigkeit) und einem
weiteren dynamischen Modell aus einem Modul M2 verarbeitet und das Bremsverhalten
festgelegt. Vom Entscheidungsmodul 12 wird das Bremsverhalten einem Kommandogenerator
30 übergeben, welcher das Anhaltekommando erzeugt. Dieses Anhaltekommando wird einem
Bremsmodul 31 der Kabine C1..CN übermittelt, welches für die Weiterleitung des Kommandos
bzw. die Einleitung der Bremsphase verantwortlich ist.
[0036] Über das Kommunikationssystem 11 werden die Fahrdaten aller Kabinen C1..CN übermittelt.
Entsprechend dem eigenen Zustand und den von den anderen Kabinen empfangenen Fahrdaten
kann jede Kabine C1..CN sein Bremsverhalten alleine festlegen.
[0037] Daher muss sich die Sicherheitseinrichtung nicht auf ein einziges Sicherheitsmodul
10 verlassen können. Jede Kabine C1..CN besitzt die Möglichkeit, seinen Anhalteprozess
selber zu steuern. Zudem kann jede Kabine C1..CN andere Kabinen, beispielsweise die
folgende, überwachen und einen Nothalt auslösen, wenn bei der überwachten Kabine C1..CN
eine Fehlfunktion auftritt. Durch dieses System können desweitern mit Hilfe des dynamischen
Modells die Abstände zwischen den Kabinen C1..CN so klein wie möglich, bzw. so gross
wie nötig gehalten werden um eine optimale Effizienz des Aufzugbetriebs zu gewährleisten.
[0038] Als Variante zur Bestimmung der Fahrdaten können anstelle des dynamischen Modells
auch Sensoren verwendet werden. An jeder Kabine C1..CN werden oben und unten Sensoren,
beispielsweise Infrarotsensoren angeordnet, die die Distanzen zu oberhalb und unterhalb
im Schacht 1 befindlichen Kabinen C1..CN messen. Zur Bestimmung der Positionen der
Kabinen C1..CN kann ein Schachtinformationssystem dienen, zum Beispiel in Form von
in den Schächten 1 angeordneten Messleisten, die von an den Kabinen C1..CN befestigten
Lichtschranken abgetastet werden. Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit und Position
jeder Kabine C1..CN ermittelt werden. Diese Fahrdaten werden ebenfalls an Sicherheitsmodule
10 übergeben und anschliessend das Bremsverhalten der Kabinen C1..CN bestimmt.
[0039] Diese Sicherheitseinrichtungen sind auch auf andere als selbstfahrende Multimobil-Aufzugsgruppen
anwendbar, beispielsweise auf eine Aufzugsgruppe bei der mehrere im gleichen Schacht
1 an Seilen geführte Kabinen C1..CN verkehren. Als Ausgleichsorgane werden an den
Seilenden Gegengewichte angeordnet. Bei einer solchen Aufzugsgruppe besitzt jede Kabine
C1..CN einen eigenen unabhängigen Antrieb, der in einem Maschinenraum oberhalb oder
unterhalb der Schächte 1 oder am Gegengewicht angebracht ist.
[0040] Die Anordnung der Sicherheitsmodule 10 muss nicht zwingend auf den Kabinen C1..CN
erfolgen; sie können auch im Maschinenraum oder auf den Stockwerken E1..EN untergebracht
werden.
1. Multimobil-Aufzugsgruppe mit einer Sicherheitseinrichtung,
wobei mehrere Aufzugskabinen (C1..CN) gleichzeitig in mindestens einem Schacht (1)
über mehrere Stockwerke (E1..EN) verkehren,
wobei jede Kabine (C1..CN) von einem eigenen unabhängigen Antrieb (2) angetrieben
und mit einer eigenen Bremse versehen ist,
wobei jede Kabine (C1..CN) mit einem eigenen Sicherheitsmodul (10) ausgerüstet ist
und wobei bei Anbringung der Sicherheitsmodule (10) an den Kabinen (C1..CN) jedes
Sicherheitsmodul (10) ausser bei der eigenen auch bei benachbarten Kabinen (C1..CN)
Bremsvorgänge auslösen kann und
wobei das Sicherheitsmodul (10) aus aktuellen Fahrdaten der Kabinen (C1..CN), insbesondere
der Kabinenposition und Geschwindigkeit, aufgrund von Anhalteanfragen das notwendige
Bremsverhalten der Kabinen (C1..CN) berechnet, so dass Kollisionen zwischen Kabinen
(C1..CN) verhindert werden.
2. Multimobil-Aufzugsgruppe nach Anspruch 1,
wobei die Kabinen (C1..CN) als vertikal und vorzugsweise auch horizontal selbstfahrende
Personentransporteinrichtungen ausgebildet sind.
3. Multimobil-Aufzugsgruppe nach Anspruch 1,
wobei die Kabinen (C1..CN) als seilgeführte Personentransporteinrichtungen ausgebildet
sind.
4. Multimobil-Aufzugsgruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Bremsverhalten
einem normalen Stockwerkhalt, einem Notstop oder einem Eingreifen der Fangvorrichtung
entspricht.
5. Multimobil-Aufzugsgruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei zur Bestimmung der
aktuellen Fahrdaten einer Kabine (C1..CN) ein dynamisches Modell einer Aufzugsfahrkurve
beigezogen wird.
6. Multimobil-Aufzugsgruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Bestimmung der
aktuellen Fahrdaten mittels auf den Kabinen (C1..CN) angeordneten Sensoren und einem
Schachtinformationssystem erfolgt.
7. Multimobil-Aufzugsgruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei jedes Sicherheitsmodul
(10) ein Entscheidungsmodul (12) enthält, welches aus den aktuellen Fahrdaten und
Anhalteanfragen der Kabinen (C1..CN) das Bremsverhalten festlegt.
8. Multimobil-Aufzugsgruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei jedes Entscheidungsmodul
(12) das berechnete Bremsverhalten einem Kommandogenerator (30) weiterleitet, welcher
das Anhaltekommando für die Kabinen (C1..CN) erzeugt.
9. Multimobil-Aufzugsgruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei jedes Entscheidungsmodul
(12) einen Stockwerkhalt einer Kabine (C1..CN) unterbinden kann, um eine Kollision
mit einer nachfolgenden Kabine (C1..CN) zu verhindern.
1. Multimobile lift group with safety equipment, wherein several lift cages (C1..CN)
operate over several storeys (E1..EN) at the same time in at least one shaft, wherein
each cage (C1..CN) is driven by an individual independent drive (2) and provided with
an individual brake, wherein each cage (C1..CN) is provided with an individual safety
module (10) and wherein in the case of mounting of the safety modules (10) at the
cages (C1..CN) each safety module (10) can trigger braking operations at, apart from
the own cage, also neighbouring cages (C1..CN) and wherein the safety module (10)
computes the necessary braking behaviour of the cages (C1..CN) from actual travel
data of the cages (C1..CN), in particular the cage position and speed, on the basis
of stop requests so that collisions between the cages (C1..CN) are prevented.
2. Multimobile lift group according to claim 1, wherein the cages (C1..CN) are constructed
as vertically and preferably also horizontally automotive passenger transport equipments.
3. Multimobile lift group according to claim 1, wherein the cages (C1..CN) are constructed
as cable-guided passenger transport equipments.
4. Multimobile lift group according to one of the claims 1 to 3, wherein the braking
behaviour corresponds to a normal storey stop, an emergency stop or an engagement
of the safety brake device.
5. Multimobile lift group according to one of the claims 1 to 4, wherein a dynamic model
of a lift travel curve is referred to for the ascertaining of the actual travel data
of a cage (C1..CN).
6. Multimobile lift group according to one of the claims 1 to 4, wherein the ascertaining
of the actual travel data takes place by means of sensors arranged on the cages (C1..CN)
and a shaft information system.
7. Multimobile lift group according to one of the claims 1 to 6, wherein each safety
module (10) contains a decision module (12), which determines the braking behaviour
from the actual travel data and stop requests of the cages (C1..CN).
8. Multimobile lift group according to one of the claims 1 to 7, wherein each decision
module (12) passes on the computed braking behaviour to a command generator (30),
which produces the stop command for the cages (C1..CN).
9. Multimobile lift group according to one of the claims 1 to 8, wherein each decision
module (12) can prevent a storey stop of a cage (C1..CN) in order to prevent a collision
with a following cage (C1..CN).
1. Groupe d'ascenseurs multimobiles avec un dispositif de sécurité,
dans lequel plusieurs cabines d'ascenseur (C1..CN) circulent simultanément dans
au moins une cage (1), sur plusieurs étages (E1..EN),
chaque cabine (C1..CN) est entraînée par son propre entraînement indépendant (2)
et est pourvue de son propre frein,
chaque cabine (C1..CN) est équipée de son propre module de sécurité (10),
avec le montage des modules de sécurité (10) sur les cabines (C1..CN), chaque module
de sécurité (10) peut déclencher des freinages non seulement sur sa propre cabine,
mais aussi sur des cabines (C1..CN) voisines,
et le module de sécurité (10), à partir des données de circulation actuelles des
cabines (C1..CN) et en particulier de la position de cabine et de la vitesse, calcule
sur la base des demandes d'arrêt le comportement de freinage nécessaire des cabines
(C1..CN) de manière à empêcher des collisions entre cabines (C1..CN).
2. Groupe d'ascenseurs multimobiles selon la revendication 1, dans lequel les cabines
(C1..CN) sont conçues comme des dispositifs de transport de personnes automoteurs
verticalement et de préférence aussi horizontalement.
3. Groupe d'ascenseurs multimobiles selon la revendication 1, dans lequel les cabines
(C1..CN) sont conçues comme des dispositifs de transport de personnes guidés par câbles.
4. Groupe d'ascenseurs multimobiles selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel
le comportement de freinage correspond à un arrêt normal à un étage, à un arrêt d'urgence
ou à l'intervention du dispositif d'arrêt.
5. Groupe d'ascenseurs multimobiles selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel
pour définir les données de circulation actuelles d'une cabine (C1..CN), on se sert
d'un modèle dynamique d'une courbe d'ascenseur.
6. Groupe d'ascenseurs multimobiles selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel
les données de circulation actuelles sont définies à l'aide de capteurs disposés sur
les cabines (C1..CN) et d'un système d'information de cage.
7. Groupe d'ascenseurs multimobiles selon l'une des revendications 1 à 6, dans lequel
chaque module de sécurité (10) contient un module de décision (12) qui, à partir des
données de circulation actuelles et des demandes d'arrêt des cabines (C1..CN), fixe
le comportement de freinage.
8. Groupe d'ascenseurs multimobiles selon l'une des revendications 1 à 7, dans lequel
chaque module de décision (12) transmet le comportement de freinage calculé au générateur
d'ordres (30), qui génère l'ordre d'arrêt pour les cabines (C1..CN).
9. Groupe d'ascenseurs multimobiles selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel
chaque module de décision (12) peut interdire l'arrêt d'une cabine (C1..CN) à un étage
afin d'empêcher une collision avec une cabine (C1..CN) qui suit.