[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur sicheren und verschleißarmen Führung
von spurgebundenen Fahrzeugen entlang eines vorgegebenen Kurses durch Fahrwerke mit
zwei nebeneinander angeordneten Rädern, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die vorgeschlagene Einrichtung soll einerseits die sichere Spurführung gewährleisten
und auch auf konventionellen Zweischienen-Gleisen der Eisenbahnen höchste Fahrgeschwindigkeiten
mit geringstem Risiko für eine Entgleisung ermöglichen. Auch soll die Einrichtung
gestatten, engste Gleisbögen entgleisungssicher zu befahren.
Andererseits soll der Verschleiß von Schienen und Rädern sowohl beim Schnellfahren
auf geraden Strecken als auch beim Befahren enger Gleisbögen soweit wie möglich reduziert
werden.
[0003] Beide Ziele werden erreicht, wenn die Räder der Fahrwerke auf den Schienen ideal
abrollen. Dies setzt voraus, daß sie in allen Situationen weder mit dem Spurkranz
die Fahrschiene berühren noch schräg zur Schiene rollen.
Wenn die genannten Bedingungen - kein Spurkranzanlauf und kein Schräglauf - erfüllt
sind, ist zu erwarten, daß derartige Räder nicht nur sicher und verschleißarm sondern
auch leise auf den Schienen rollen.
[0004] Es ist bekannt, daß fast alle Schienenfahrzeuge noch mit Radsätzen ausgerüstet sind.
Radsätze bestehen aus der drehbaren Radsatzwelle und zwei fest mit dieser verbundenen
Rädern mit kegeligen Radprofilen. Derartige Radsätze haben die natürliche Eigenschaft
bei einem seitlichen Versatz des Radsatzes aus der Gleismitte selbsttätig zu wenden,
d. h. eine Schwenk- bzw. Wendebewegung um die Hochachse auszuführen. Damit sind sie
in der Lage sowohl dauernden einseitigen Spurkranzanlauf eines Rades im geraden Gleis
ohne äußere Unterstützung zu verhindern als auch die für Bogenfahrten notwendigen
Wendebewegungen zwecks radialer Einstellung der Radsatzachse auf den Mittelpunkt des
Gleisbogens ohne äußere Lenkhilfe von selbst auszuführen. Dieser natürliche Vorteil
des Spurführungsprinzip Radsatz ist gleichzeitig sein größter Nachteil.
[0005] Die Fähigkeit des Radsatzes, selbsttätig zu wenden, führt dazu, daß ein Radsatz,
der im geraden Gleis einmal zu einer Wendebewegung veranlaßt wurde, im dauernden Wechsel
unkontrollierte Wendebewegungen vollführt. Er bewegt sich dabei auf einer Wellenbahn
(Sinuslauf) durch den Spurkanal des Gleises. Unerwünschter Schräglauf und ständiger
Wechsel von Antriebs- und Bremskräften in den Radaufstandspunkten der Räder sind die
Ursache. Unruhiger Fahrzeuglauf, Verschleiß an Rädern und Schienen und Rollgeräusche
folgen daraus. Schon bei geringen Fahrzeuggeschwindigkeiten werden die Radsatzbewegungen
so groß, daß harte Spurkranzanläufe unvermeidbar sind, die bei etwas höheren Fahrgeschwindigkeiten
bereits zum Entgleisen führen können.
[0006] Die genannten Nachteile des Radsatzes treten beim Radpaar nicht auf. Radpaare sind
parallel nebeneinander angeordnete Räder, die sich unabhängig voneinander drehen können.
Radpaare haben keinen Wellenlauf. Deshalb sind sie prinzipiell für höchste Fahrgeschwindigkeiten
geeignet.
Einzelne Radpaare sind andererseits aber nicht selbstwendefähig. Deshalb sind sie
für Bogenfahrten ungeeignet.
[0007] Die beiden Spurführungsprinzip Radsatz und Radpaar sind in reiner Form für die Spurführung
von Schienenfahrzeugen im Gleis unbrauchbar. Mit dem Radsatz kann nicht schnell gefahren
werden; Radpaare fahren nicht durch Gleisbögen. Um diesen Mängeln abzuhelfen, wird
der Zwang des Radsatzes zum dauernden Wellenlauf durch längs und quer angeordnete
Federn und Dämpfer zwischen Fahrzeug bzw. Fahrwerk und Radsatz unterdrückt. Die Wirkung
beruht darauf, daß über die Federn und Dämpfer von außen zusätzliche Kräfte in den
Radsatz eingeleitet werden, die den Radsatzlauf stabilisieren. Es wird versucht, die
in der Null-Ebene der Rad/Schiene-Ebene zwangsläufig entstehenden Kräfte in der oberhalb
der Null-Ebene angeordneten Eins-Ebene der Radsatzlager und Radmitten zumindest teilweise
zu kompensieren. Je größer die Fahrgeschwindigkeit wird, desto größer müssen die notwendigen
Kräfte sein. Dieselben Kräfte wirken an den fahrzeugseitigen Enden der Federn und
Dämpfer quasi rückwärts auf die Massen des Fahrzeugs bzw. der Fahrwerke und müssen
von letzteren aufgenommen werden. Dies führt zu Beschleunigungen der betreffenden
Massen und zu u. U. erheblichen Bewegungen. Damit verschlechtert sich der Fahrkomfort.
[0008] Möglichen Verbesserungen des Spurführungsverhaltens im geraden Gleis stehen unvermeidlich
Verschlechterungen des Fahrkomforts gegenüber. Heutige Fahrwerke von Schienenfahrzeugen
mit Radsätzen sind Kompromisslösungen. Die Auslegung und Dimensionierung der Radsatzfahrzeugen
bewegt sich auf einem äußerst schmalen Grat zwischen geringeren Schwingungen und größerem
Verschleiß.
[0009] Ähnliche Effekte gibt es bei Radpaaren. Während die Spurführung im geraden Gleis
unproblematisch ist, sind die Schwierigkeiten bei der Bogenfahrt von Radpaaren vergleichbar
mit denen des Radsatzes beim Geradeauslauf.
Die fehlende Wendefähigkeit des Radpaares muß durch entsprechende Wendemomente in
der Eins-Ebene der Radsatzlager von außen aufgeprägt werden. Die Reaktionsmomente
der Wendemomente finden sich an Massen des Wagenkastens bzw. der Fahrwerke wieder
und verschlechternd dort den Fahrkomfort.
[0010] Auch hier stehen möglichen Verbesserungen des Spurführungsverhaltens im Gleisbogen
unvermeidliche Verschlechterungen des Fahrkomforts gegenüber.
Aus der EP 0 511 949 A2 ist es bekannt, bei Losrad-Fahrwerken - zur Schaffung einer
Laufcharakteristik, vergleichbar wie für selbstzentrierende Radsätze mit einer starren
Querverbindung zwischen den Rädern - die Antriebseinheiten, d. h. die Traktionseinheiten
der einander gegenüberliegenden Räder mit unterschiedlicher Leistung zu betreiben.
Dabei soll oberhalb einer Mindestgeschwindigkeit von 10 km/h, insbesondere bei Geradeausfahrt,
die Antriebsleistung einander gegenüberliegender Räder periodisch innerhalb vorbestimmter
Bandbreiten erhöht und erniedrigt werden, wobei die Leistungssteuerungsänderung einander
gegenüberliegender Räder gegenphasig erfolgt.
[0011] Auch dieses Verfahren bzw. diese Anordnung wird beim Erreichen der angestrebten Laufcharakteristik
wie bei einem Radsatz neben den bekannten Vorteilen die vorstehend aufgeführten Nachteile
aufweisen.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die notwendige Stabilisierung eines Fahrwerkes
mit einander gegenüberliegenden Rädern ohne starre Achsverbindung im geraden Gleis
und die notwendigen Lenkmomente der Räder für die Bogenfahrt so zu erzeugen, daß der
Fahrkomfort verbessert und der Verschleiß vermindert wird.
[0013] Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete Einrichtung gelöst. Unkontrollierte
Wendebewegungen von Radsätzen werden, durch geregelte Lenkmomente stabilisiert und
die nicht vorhandenen Wendebewegungen von Radpaaren durch gesteuerte oder gezielt
eingestellte Lenkmomente ersetzt werden. Die notwendigen Lenkmomente werden dabei
nicht wie bisher in der Eins-Ebene der Radsatzlager bzw. Radmitten aufgebracht, sondern
in der Null-Ebene, d.h. in den Radaufstandspunkten direkt erzeugt.
[0014] Ein Lenkmoment läßt sich als Kräftepaar darstellen. Es entsteht durch zwei gleich
große, entgegengesetzt, gerichtete parallele Kräfte.
[0015] Längskräfte in den Rad/Schienen-Berührpunkten der beiden Räder eines Radsatzes oder
Radpaares sind immer parallel. Exakt gleiche Größe der Kräfte und entgegengesetzte
Richtungen lassen sich durch ein Drehmoment am einen Rad und dessen notwendig gleich
großes aber entgegengerichtetes Reaktionsmoment am gegenüberliegenden Rad erwirken.
[0016] Bei der vorgeschlagenen Einrichtung zur Führung von Fahrzeugen bzw. deren Fahrwerken
nach dem Null-Ebenen-Konzept werden den Rädern synchron Antriebs- und Bremsmomente
gleicher Größe aufgeprägt. Die in den Rad/Schienen-Berührpunkten ,der Null-Ebene,
entstehenden, antreibenden und bremsenden Längskraftschlußkräfte erzeugen das gewünschte
Lenkmoment, welches die Spurführungseinheit Radsatz oder Radpaar unterstützend im
Spurkanal des Gleises führt.
[0017] Die gleichzeitig an zwei Rädern aufgebrachten Drehmomente gleicher Größe sind das
besondere der vorgeschlagenen Einrichtung. In diesem Punkt unterscheidet es sich wesentlich
von anderen bekanntgewordenen Vorschlägen. Das Null-Ebenen-Konzept mit synchroner,
antidirektionaler Drehmomentaufprägung ist für antriebslose, angetriebene und gebremste
Spurführungseinheiten anwendbar.
[0018] Die mit der Erfindung erzielbaren Fortschritte bestehen insbesondere darin, daß die
Stellkräfte für die Lenkmomente, welche die Spurführung unterstützen, direkt in den
Radaufstandspunkten der Rad/Schiene-Berührungen erzeugt werden. Das führt dazu, daß
unerwünschtem Schräglauf mit allen sich daraus ergebenden Folgen wie großer Querschlupf,
Querversatz im Gleis, Quer- und Längsschlupf zwischen Rädern und Schienen und daraus
resultierenden Geräuschen schon im Ansatz entgegengewirkt wird. An die Stelle des
bisherigen Bekämpfung von Symptomen tritt die Beseitigung von deren Ursachen.
[0019] Ferner ist die Spurführung nach dem beschriebenen Null-Ebenen-Konzept frei von Rückwirkungen
zwischen Fahrwerk und Fahrzeug. Hieraus resultiert eine wesentliche Verbesserung des
Fahrkomfort.
[0020] Von Vorteil ist außerdem, daß die zur Spurführung an den Rädern erforderlichen Drehmomente
bei entsprechender technischer Ausgestaltung verschleißarm erzeugt werden können.
Entsprechende Ausführungsbeispiele und Weiterbildungen der Erfindung sind nachfolgend
beschrieben und in den Unteransprüchen beansprucht.
[0021] Die Erfindung wird nachstehend mit bezug auf die Zeichnung an mehreren Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- das Prinzip einer Einrichtung in schematischer, räumlicher Darstellung;
- Fig. 2
- eine Einrichtung mit zwei Rädern, die Fahrwerksmitte und den vorgegebenen Kurs mit
zwei getrennten Drehmomenterzeugern in Draufsicht;
- Fig. 3
- eine Einrichtung mit zwei Rädern, die Fahrwerksmitte und den vorgegebenen Kurs mit
Kopplung der Räder mit Stator und Rotor in Draufsicht;
- Fig. 4
- eine Einrichtung, bei der die erforderlichen Antriebs und Bremsmomente an den Rädern
durch ein mechanisches Überlagerungsgetriebe erzeugt werden, in Draufsicht;
- Fig. 5
- eine Einrichtung gemäß Fig. 4, bei dem das Überlagerungsgetriebe auch als Traktionsgetriebe
ausgebildet ist;
- Fig. 6
- eine Einrichtung gemäß Fig. 5, mit zwei Traktionsantrieben und
- Fig. 7
- eine Einrichtung mit außerhalb der Räder angeordneten Planetengetrieben in Draufsicht.
[0022] Fig. 1 zeigt das Prinzip einer Einrichtung in schematischer, räumlicher Darstellung. Dargestellt
sind die beiden Räder 1 und 2 der Einrichtung bei einem Fahrzeug oder Fahrwerk. Die
zwischen den Rädern 1 und 2 liegende Mitte 3 des Fahrwerks soll über den vorgegebenen
Kurs 4 geführt werden. Zu diesem Zweck werden den Rädern 1 und 2 gleichgroße, aber
entgegengerichtete Drehmomente +M
y5 und -M
y6 aufgeprägt. Sie erzeugen in den Radaufstandspunkten die Längskraftschlußkräfte +F
x7 und -F
x8.
Über den Abstand 9 der Radaufstandspunkte voneinander entsteht das zum Lenken notwendige
Lenkmoment F
x·a, welches das Fahrwerk um seine Hochachse 10 wendet und es entlang des vorgegebenen
Kurses 4 führt.
[0023] In
Fig. 2 sind das Fahrwerk mit den beiden Rädern 1 und 2, die Fahrwerksmitte 3 und der vorgegebene
Kurs 4 in der Draufsicht ,von oben, dargestellt. Die gleichgroßen, entgegengerichteten
Drehmomente werden von zwei getrennten Stellantrieben 11 als Drehmomenterzeuger, z.
B. Motoren, direkt auf die Räder 1 und 2 übertragen. Die notwendige Gleichheit der
Drehmomente erfordert besondere Stell- oder Regeleinrichtungen, die im Bild nicht
dargestellt sind. Diese Zusatzeinrichtungen müssen sehr genau arbeiten. Sie sind aufwendig
und teuer.
[0024] Fig. 3 zeigt das Fahrwerk mit den beiden Rädern 1 und 2, die Fahrwerksmitte 3 und den vorgegebenen
Kurs 4, wobei bei diesem Ausführungsbeispiel die Gleichheit der entgegengesetzten
Drehmomente auf sehr einfache Weise dadurch erreicht wird, daß die beiden Reaktionsteile
eines Motors als Stellantrieb 11 und Drehmomenterzeuger nämlich der Stator 12 und
der Rotor 13 direkt oder indirekt mit den Rädern 1 und 2 gekoppelt sind und rotieren.
Wegen actio = reactio sind die in den Motorteilen 12 und 13 entstehenden Drehmomente
per princip gleich groß und entgegengerichtet. Es bedarf keiner zusätzlichen Regel-
oder Stelleinrichtungen, welche die geforderte Gleichheit der Momente erzeugen müßten.
[0025] Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel bei der die erforderlichen Antriebs- und Bremsmomente
an den Rädern 1 und 2 durch einen Stellantrieb 11 über ein mechanisches Überlagerungsgetriebe
erzeugt werden. Das Überlagerungsgetriebe besteht im Prinzip aus zwei in Reihe geschalteten
Planetengetrieben, wobei das erste Planetengetriebe einen Planetenträger 14, ein Hohlrad
16 und ein Sonnenrad 17 und das zweite Planetengetriebe einen Planetenträger 22, eine
Hohlrad 21 und ein Sonnenrad 19 aufweist. Eine Sonnenradwelle 18 verbindet beide Planetengetriebe
miteinander.
Der Planetenträger 14 ist direkt oder indirekt mit dem Rad 1 gekuppelt. Das Planetenrad
15 steht mit dem Hohlrad 16 und dem Sonnenrad 17 im Eingriff. Auf dem Sonnenrad 19
kämmt das Planetenrad 20, das seinerseits in das Hohlrad 21 eingreift und der Planetenträger
22 ist direkt oder indirekt mit dem Rad 2 verbunden. Das Sonnenrad 17 des ersten Planetengetriebes
ist mit dem Sonnenrad 19 des zweiten Planetengetriebes fest über die gemeinsame Sonnenradwelle
18 verbunden.
Während das Hohlrad 16 feststeht, ist das Hohlrad 21 drehbar gelagert und von einem
Stellantrieb 11, z. B. mittels einer Schneckenwelle 23 eines Schneckentriebes in beide
Drehrichtungen zu bewegen. Beim Stillstand des Stellantriebes ist das Hohlrad 21 blockiert.
[0026] Bei stehendem Hohlrad 21, also bei nicht arbeitendem Stellantrieb, funktioniert die
beschriebene Anordnung wie eine starre Welle. Die beiden Räder 1 und 2 sind über die
Planetengetriebe fest miteinander gekoppelt; sie haben dieselbe Drehzahl und übertragen
dasselbe Drehmoment. Die Restmomente, die sich bei Wandlung der Drehmomente in den
beiden Planetengetrieben ergeben, stützen sich über die beiden feststehenden Hohlräder
16 und 21 an den Getriebegehäusen ab.
Wenn die Drehmomentabstützung am Hohlrad 21 über die Schneckenwelle 23 durch den Stellantrieb
11 verändert wird, sorgen die Planetenräder 20, 15 dafür, daß die Änderung zu gleichen
Teilen auf die Räder 1 und 2 aufgeteilt wird. Einer Verringerung des Drehmomentes
am Rad 2 entspricht eine gleich große Veränderung des Drehmomentes am Rad 1 und umgekehrt.
[0027] Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem das bereits beschriebene Überlagerungsgetriebe
zwischen den Rädern 1 und 2 auch als Traktionsgetriebe ausgebildet ist.
Zu diesem Zweck ist beispielhaft die gemeinsame Sonnenradwelle 18 mit einem zusätzlichen
Zahnradantrieb 24 versehen, über welchen ein Traktionsantrieb 25 die Traktionsleistung
einspeist. Bei stehendem Schneckentrieb rotieren die Räder 1 und 2 mit gleicher Drehzahl.
Die Drehmomente an den Rädern 1 und 2 stellen sich entsprechend den in den Radaufstandspunkten
der Räder 1 und 2 übertragbaren Radumfangskräften ein. Mit dem Stellantrieb 11, der
bei diesem Ausführungsbeispiel über die Schneckenwelle 23 auf das Getriebe einwirkt,
ist es möglich, die Drehmomente an den Rädern 1 und 2 wie beschrieben durch Überlagerung
zu beeinflussen.
[0028] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in
Fig. 6 widergegeben. Neben dem ersten Traktionsantrieb 25 ist ein zweiter Traktionsantrieb
26 vorhanden, der dasselbe Tellerrad des Zahnradtriebs 24 beaufschlagt. Damit treiben
die beiden Antriebe 25 und 26 die Räder 1 und 2, wie vorstehend beim Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 5 beschrieben, an.
Ebenso ist das Planetengetriebe des Rades 1 mit einem zweiten Stellantrieb 11 in Ausbildung
eines zweiten Schneckentriebes mit Schneckenwelle 27 ausgestattet. Auch mit dem zweiten
Schneckentrieb läßt sich die Aufteilung der Drehmomente auf die Räder 1 und 2 unabhängig
von der Funktion der Traktionsantriebe 25 und 26 und des ersten Schneckentriebes beliebig
beeinflussen.
[0029] In
Fig. 7 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. Bei diesem Ausführungsbeispiel
sind die beiden Plantengetriebe mit den Stellantrieben 11 außerhalb des durch die
Räder 1 und 2 begrenzten, inneren Raumes neben den Rädern 1 und 2 angeordnet. Diese
Anordnung läßt im Innenraum größere Freiräume für andere Fahrwerks- und Fahrzeugkomponenten.
Dies ist insbesondere bei Niederflurfahrzeugen von großer Bedeutung.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Rad (links)
- 2
- Rad (rechts)
- 3
- Mitte Fahrwerk
- 4
- vorgegebener Kurs
- 5
- Drehmoment +My (links)
- 6
- Drehmoment -My (rechts)
- 7
- Längskraftschlußkraft +Fx (links)
- 8
- Längskraftschlußkraft -Fx (rechts)
- 9
- Abstand Radaufstandspunkte
- 10
- Hochachse Fahrwerk
- 11
- Stellantrieb
- 12
- Stator
- 13
- Rotor
- 14
- Planetenträger (links)
- 15
- Planetenrad (links
- 16
- Hohlrad (links)
- 17
- Sonnenrad (links)
- 18
- Sonnenradwelle
- 19
- Sonnenrad (rechts)
- 20
- Planetenrad (rechts)
- 21
- Hohlrad (rechts)
- 22
- Planetenträger (rechts)
- 23
- Schneckenwelle (rechts)
- 24
- Zahnradtrieb
- 25
- erster Traktionsantrieb
- 26
- zweiter Traktionsantrieb
- 27
- Schneckenwelle (links)
1. Einrichtung zur sicheren und verschleißarmen Führung von spurgebundenen Fahrzeugen
entlang eines vorgegebenen Kurses durch Fahrwerke mit zwei einander gegenüberliegenden
Rädern ohne starre Achsverbindung, wobei auf die einander gegenüberliegenden Räder
Drehmomente gleicher Größe aber gegenphasig übertragbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die einander gegenüberliegenden Räder (1, 2) durch einen von einem Traktionsantrieb
des Fahrzeuges unabhängigen Stellantrieb (11) zueinander verdrehbar sind, wobei die
Räder (1, 2) bei ausgeschalteten Stellantrieb (11), vergleichbar einem Radsatz mit
Radsatzwelle, form- und/oder kraftschlüssig miteinander gekoppelt sind und wobei die
Räder (1, 2) bei angesteuertem Stellantrieb (11) durch diesen relativ zueinander verdrehbar
und den Rädern (1, 2) dadurch gleichgroße Drehmomente entgegengesetzter Richtung aufprägbar
sind, wodurch in den Radaufstandspunkten gleich große aber entgegengerichtete. Antriebs-beziehungsweise
Bremskräfte entstehen, welche die zum Lenken notwendigen Lenkmomente erzeugen.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Stellantrieb (11) und den Rädern (1, 2) ein mechanisches Überlagerungsgetriebe
zwischengeschaltet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Überlagerungsgetriebe durch zwei in Reihe geschaltete Planetengetriebe gebildet
ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellantrieb (11) durch einen Elektromotor gebildet ist, wobei die entgegengerichteten
Drehmomente von den beiden Reaktionsteilen des Elektromotors, dem Stator (12) und
dem Rotor (13), als Drehmomenterzeuger abgenommen werden.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Überlagerungsgetriebe neben dem Stellantrieb (11) ein Traktionsantrieb (25)
zugeordnet ist, der das Überlagerungsgetriebe mit der Traktionsleistung beaufschlagt.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellantrieb (11), insbesondere zum Zwecke der Redundanz doppelt vorgesehen
ist.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Traktionsantrieb (25, 26) doppelt vorgesehen ist.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, außer Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, daß der Stellantrieb (11) und das zugeordnete Überlagerungsgetriebe außerhalb des
durch die Räder (1, 2) begrenzten, inneren Raumes neben den Rädern (1, 2) angeordnet
sind.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Rad (1, 2) ein separater Stellantrieb (11) sowie eine gemeinsame Regeleinrichtung
zugeordnet sind, welche die notwendige Gleichheit der gegenphasigen Drehmomente nach
Betrag sicherstellt.
1. Device for safe, low-wear guidance of rail-bound vehicles along a predetermined course
through running gear with two wheels lying opposite one another without any rigid
axle connection, wherein torques of equal magnitude but in phase opposition can be
transmitted to the wheels lying opposite one another, characterised in that the wheels
(1, 2) lying opposite one another are pivotable relative to one another by a control
drive (11) independent of a traction drive of the vehicle, whereby when the control
drive (11) is switched off, the wheels (1, 2) are coupled with one another positively
and/or frictionally, comparable to a wheel set with a wheel set shaft, and whereby
when the control drive (11) is actuated, the wheels (1, 2) are pivotable relative
to one another by the latter and thus torques equal of magnitude in opposing directions
can be superimposed on the wheels (1, 2), through which equal but opposing driving
and braking forces which generate the steering moment needed for steering are produced
in the wheel contact points.
2. Device according to claim 1, characterised in that a mechanical superimposing gearbox
is interposed between the control drive (11) and the wheels (1, 2).
3. Device according to claim 1 or 2, characterised in that the superimposing gearbox
is formed by two planetary gear trains connected in series.
4. Device according to claim 1, characterised in that the control drive (11) is formed
by an electric motor, whereby the opposing torques are taken from the two reaction
parts of the electric motor, the stator (12) and the rotor (13), as torque generator.
5. Device according to one of claims 2 or 3,
characterised in that in addition to the control drive (11), the superimposing gearbox
is associated with a traction drive (25) which provides the superimposing gearbox
with the traction power.
6. Device according to one of claims 1 to 5,
characterised in that the control drive (11) is provided in duplicate, in particular
for the purpose of redundancy.
7. Device according to one of claims 5 or 6,
characterised in that the traction drive (25, 26) is provided in duplicate.
8. Device according to one of claims 1 to 7, other than claim 4, characterised in that
the control drive (11) and the associated superimposing gearbox are disposed outside
the inner space bounded by the wheels (1, 2) near the wheels (1, 2).
9. Device according to one of claims 1 to 8,
characterised in that a separate control drive (11) and a common control device which
ensures the necessary equality of the magnitude of the torques in phase opposition,
are associated with each wheel (1, 2).
1. Dispositif pour un guidage fiable et sans usure de véhicules sur rails le long d'une
trajectoire prédéfinie, grâce à des mécanismes de roulement comportant deux roues
opposées sans liaison rigide par essieu, des couples de même valeur mais de phases
opposées étant aptes à être transmis aux roues opposées, caractérisé en ce que les roues opposées (1, 2) sont aptes à pivoter l'une par rapport à l'autre
grâce à un mécanisme de commande (11) indépendant d'un mécanisme de traction du véhicule,
étant précisé que les roues (1, 2), quand le mécanisme de commande (11) est arrêté,
sont accouplées entre elles par complémentarité de forme et/ou par adhérence à la
manière d'un jeu de roues avec un essieu, et que les roues (1, 2), quand le mécanisme
de commande (11) est déclenché, sont aptes à pivoter l'une par rapport à l'autre et
des couples égaux de directions opposées peuvent ainsi être imprimés aux roues (1,
2), moyennant quoi il se forme dans les points de contact des roues des forces d'entraînement
ou de freinage égales mais opposées qui génèrent les couples de direction nécessaires
au changement de direction.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une transmission mécanique à superposition est prévue entre le mécanisme
de commande (11) et les roues (1, 2).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la transmission à superposition est formée par deux engrenages planétaires
montés en série.
4. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le mécanisme de commande (11) est formé par un moteur électrique, les couples
opposés étant reçus par les deux éléments de réaction du moteur électrique, c'est-à-dire
le stator (12) et le rotor (13), comme générateur de couple.
5. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce qu'on associe à la transmission à superposition, en plus du mécanisme de commande
(11), un mécanisme de traction (25) qui sollicite ladite transmission à superposition
avec la puissance de traction.
6. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le mécanisme de commande (11) est prévu en double, en particulier en vue
d'une redondance.
7. Dispositif selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que le mécanisme de traction (25, 26) est prévu en double.
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 7, sauf la revendication 4, caractérisé en ce que le mécanisme de commande (11) et la transmission à superposition associée
sont disposés près des roues (1, 2), en dehors de l'espace intérieur délimité par
celles-ci.
9. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'on associe aux roues (1, 2) des mécanismes de commande (11) séparés ainsi
qu'un dispositif de réglage commun qui garantit l'égalité des couples de phases opposées.