Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur transparenten Wärmedämmung, bestehend
aus einer Kombination von mindestens zwei Stegdoppel- oder Stegmehrfachplatten.
Stand der Technik
[0002] "Lichtdurchlässige Abdeck- oder Wandplatten aus thermoplastischem Kunststoff mit
zwei die Plattenaußenflächen bildenden dünnen Außenwänden und zahlreichen, die Außenwände
einstückig verbindenden, im Querschnitt gitter- oder fachwerkartig angeordneten Verteilungszwischenwänden"
sind bereits seit 1970 bekannt (DE-A 16 09 777; DE-Gbm R 30 956, Kl. 39A). Die derart
charakterisierten, sogenannten Stegdoppel- bzw. Stegmehrfachplatten haben eine erhebliche
praktische Bedeutung als Verglasungselemente, insbesondere im Gewächshausbau, bei
Wintergärten, Sporthallen u.ä. erlangt. Sie bestehen überwiegend aus Polymethylmethacrylat,
Polycarbonat oder Polyvinylchlorid. Zwischenzeitlich sind zusätzliche Vorschläge zur
zweckmäßigen Gestaltung der Stegdoppel- bzw. Mehrfachplatten und deren Befestigung
gemacht worden (vgl. DE-A 29 13 074; DE-A 31 08 711; DE-A 32 44 953) darunter auch
zahlreiche Vorschläge, die Geometrie der Stege betreffend (vgl. US-P 3,741,857, EP-A
0 054 856, DE-Gbm 80 27 441; EP-A 0 283 071; EP-A 0 381 339). Zur Herstellung der
Stegdoppel- bzw. Mehrfachplatten hat sich das Extrusionsverfahren bewährt (vgl. BE-A
683 716; DE-Gbm 89 15 137; DE-Gbm 90 14 968.8).
[0003] EP-A 0 342 886 beschreibt extrudierte modulare Stegdoppelplatten-Einheiten, die mittels
spezieller, an den Kanten mitextrudierter Aufnahmestücke versehen sind und die sich
durch Verzahnungen oder zwischengeschaltete Verbindungsstücke miteinander in vielfältiger
Weise zu Mehrfacheinheiten verbinden lassen. Dadurch werden Transport- und Lagerprobleme
behoben Weiterhin lassen sich die Elemente auch zu Doppelverglasungen kombinieren.
Aufgabe und Lösung
[0004] Die Stegdoppel- bzw. Stegmehrfachplatten des Standes der Technik verdanken ihre Marktstellung
vor allem der hervorragenden Wärmeisolation bei hoher Lichtdurchlässigkeit und der
hohen Steifigkeit bei relativ geringem Eigengewicht.
Dessen ungeachtet wird die Verbesserung der Wärmeisolierung unter möglichst weitgehender
Erhaltung der Lichtdurchlässigkeit als Aufgabe empfunden. Die Tendenz geht dabei in
Richtung der Änderung des Aufbaus der individuellen Stegdoppel- bzw. Stegmehrfachplatte.
So wird in der EP-A 0 286 003 eine Hohlkammerplatte vorgeschlagen, in deren Hohlräumen
mindestens zwei "dachförmig verlaufende" Innengurte angeordnet sind.
Die Hohlkammerplatten mit besonderer Steggeometrie verlangen indessen entsprechende
Fertigungsverfahren mit speziellen Werkzeugen, die sich aber wiederum nur ab höheren
Stückzahlen wirklich lohnen. Es sollte daher nach anderen Wegen gesucht werden, die
transparente Wärmedämmung über den mit den Handelsformen der Stegdoppel- und Stegmehrfachplatten
erreichten Grad hinaus zu verbessern.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zur transparenten Wärmedämmung mit
einem k-Wert unter 1,0 W/m
2.K, bestehend aus zwei oder drei Stegplatten, die Stegdreifachplatten oder Stegvierfachplatten
aus transparentem, thermoplastischen Kunststoff mit Gurtabständen von 16 bis 32 mm
sind und die mittels einer gemeinsamen Halterung zu einer Einheit zusammenfaßt sind.
[0006] Vorzugsweise bestehen die Hohlkammerplatten aus den üblicherweise verwendeten, transparenten
Kunststoffen, insbesondere Thermoplasten. Genannt seien Polymethylmethacrylat bzw.
Copolymere des Methylmethacrylats, Polycarbonat, Polystyrol, PETG. Als Haupteinsatzgebiet
bietet sich die Wärmedämmung an Gebäuden, insbesondere an Fassaden an.
Vorzugsweise wendet man handelsübliche Stegmehrfachplatten an, insbesondere solche
mit senkrecht zur Gurtenoberfläche verlaufenden Stegen, jedoch kommen auch Hohlkammerplatten
mit anderer Steggeometrie, z.B. sog. Fachwerkgeometrie in Frage (vgl. vorstehend "Stand
der Technik"). Ferner können die aus den typischen Verglasungseinsätzen bekannten
und in der Praxis bewährten Abmessungen wie Breite und Dicke der Stegmehrfachplatten
in der Regel übernommen werden.
[0007] Als Daten für gängige Stegmehrfachplatten können gelten:
- Stegdreifachplatten, Stegvierfachplatten
- Gurtabstände 16 - 32 mm,
- Stegabstände 3 - 80 mm, vorzugsweise 16 - 64 mm,
- Gurtdicke 0,2 - 3 mm
- Stegdicke 0,2- 3 mm
[0008] Dabei werden die Abmessungen in üblicher Weise aufeinander abgestimmt; beispielsweise
können vorteilhaft Stegdreifachplatten mit einem Abstand der äußeren Gurte von 32
mm, Stegabstand: 32 mm, Abstand Obergurt-Mittelgurt: 16 mm, Gurtdicke: 1,9 mm, Stegdicke:
1,0 mm angewendet werden.
[0009] Selbstverständlich können vorteilhafte Ausführungsarten des Standes der Technik in
den erfindungsgemäßen Vorrichtungen eingesetzt werden. Dabei ist insbesondere zu denken
an witterungsgeschützte, insbesondere UV-geschützte bzw. oberflächengeschützte Ausführungsformen
(vgl. US 45 76 870 und DE-A 32 44 953) sowie gegebenenfalls an Einfärbungen.
[0010] Durch verschiedene Kombinationen kann die Wärmedämmung der jeweiligen Situation angepaßt
werden. So können sich äußere, z.B. der Witterung direkt ausgesetzte und innere Stegplatten
unterscheiden. Die äußeren Stegplatte kann beispielsweise stabiler ausgeführt sein
(höheres Flächengewicht) und/oder eine Oberflächenvergütung tragen. Auch die Kombination
von Stegplatten aus verschiedenen Materialien, z.B. einer hochwertigen Außen- und
einer geringerwertigen Innen-Stegplatte erscheint in manchen Fällen zweckmäßig. Die
erfindungsgemäße Kombination kann von Anfang an in einen zweckmäßigen, dem Einsatzzweck-
und -ort angepaßten Verbund vorliegen, sie kann aber auch erst am Einsatzort, beispielsweise
an der Fassade selbst hergestellt werden.
[0011] Hinsichtlich der benötigten Rahmenelemente bestehen verschiedene, vorwiegend durch
den spezifischen Einsatzzweck bestimmte Optionen. In Frage kommen insbesondere zweckmäßige
Pfosten-Riegel-Kombinationen, z.B. aus Metall- oder gegebenenfalls Kunststoff-Profilen,
insbesondere aus Aluminiumprofilen, bis hin zu einfachen Lattenkonstruktionen. Die
Rahmenelemente befinden sich in der Regel an mindestens zwei, zweckmäßig an gegenüberliegenden
Seiten der kombinierten Stegplatten. Es können beispielsweise jeweils zwei an sich
übliche Profilsprossen kombiniert werden, z.B. durch Fügen, Verkleben, Verschrauben
u.ä.
Vorteilhafte Wirkungen
[0012] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht eine kostengünstige und effektive Wärmedämmung.
Die vorgeschlagene Kombination bietet sehr gute Wärmedurchgangszahlen (k-Werte) bei
gleichzeitig hoher Transparenz. Durch Variation der Kombination kann die Wärmedämmung
der jeweiligen Situation angepaßt werden. Durch geeignete Kombination kann, wie in
den nachfolgenden Beispielen gezeigt wird, der k-Wert auf einen Wert < 1,0.W/m
2.K gedrückt werden.
[0013] Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung:
BEISPIELE
[0014] Mittels Holzrahmen, bei denen Holzleisten als Abstandshalter zwischen den Stegplatten
dienen, wurden die folgenden Kombinationen gebaut. Die k-Wert-Messungen wurden mit
einem k-Wert-Meßgerät Ahlborn Typ 2287-8 durchgeführt. Die Proben wurden in die Tür
eines Klimaschrankes eingesetzt. Die Außentemperatur betrug 23 Grad C, die Innentemperatur
4 - 10 Grad C. Als Wärmeübergangskoeffizienten wurden α
innen = 8,1. W/m
2.k und α
außen = 23,3 W/m
2.K eingesetzt.
Beispiel 1
[0015] Kombination von 3 Stegdreifachplatten (PLEXIGLAS-Stegdreifachplatten S3P 32/1230-32)
Stegabstand: 32 mm. Abstand der äußeren Gurte: 32 mm. Abstand Obergurt - Mittelgurt:
26 mm. Luftzwischenraum zwischen den Stegplatten: je 3 mm. k-Wert: 0,84 W/m
2.K (zum Vergleich eine S3P 32 alleine: k = 2,1 W/m
2.K).
Beispiel 2
[0016] Kombination von 3 Stegvierfachplatten (MAKROLON-Stegvierfachplatten S4P 25/980-25
HR). Stegabstand: 20 mm. Abstand der äußeren Gurte: 25 mm. Abstand Obergurt - Mittelgurt:
8 mm. Luftzwischenraum zwischen den Stegplatten: 14 mm. k-Wert: 0,99 W/m
2.K (zum Vergleich eine S4P 25 alleine: k = 1,7 W/m
2.K).
[0017] Alternativ können auch Metall- oder Kunststoffprofile als Halterungselemente für
die Stegplatten eingesetzt werden.
1. Vorrichtung zur transparenten Wärmedämmung mit einem k-Wert unter 1,0 W/m2.K, bestehend aus zwei oder drei Stegplatten, die Stegdreifachplatten oder Stegvierfachplatten
aus transparentem, thermoplastischen Kunststoff mit Gurtabständen von 16 bis 32 mm
sind und die mittels einer gemeinsamen Halterung zu einer Einheit zusammenfaßt sind.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der transparente Kunststoff
Polymethylmethacrylat, Polycarbonat oder Polystyrol ist.
3. Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung
aus einem Holzrahmen mit Holzleisten als Abstandshalter zwischen den Stegplatten besteht.
4. Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Metall- oder
Kunststoffprofile als Halterungselemente für die Stegplatten eingesetzt werden.
1. An apparatus for transparent thermal insulation with a k value of less than 1.0 W/m2.K, consisting of two or three cross-braced plates which are triple cross-braced plates
or quadruple cross-braced plates of transparent thermoplastic material with faschia
spacing of 16 to 32 mm and which are combined into one unit by means of a common holder.
2. An apparatus according to claim 1, characterised in that the transparent plastic is
polymethylmethacrylate, polycarbonate or polystyrene.
3. An apparatus according to claims 1 or 2, characterised in that the holder comprises
a wooden frame with wooden bars as spacers between the cross-braced plates.
4. An apparatus according to claims 1 or 2, characterised in that metal or plastic profiles
are used as holding elements for the cross-braced plates.
1. Dispositif d'isolation thermique transparente ayant une valeur de k inférieure à 1,0
W/m2 K, constituée de 2 ou 3 plaques entretoisées, qui sont des plaques tricouches entretoisées
ou des plaques tétracouches entretoisées faites d'une matière synthétique thermoplastique
transparente avec des intervalles entre les moulures compris entre 16 et 32 mm, et
qui sont rassemblées en une unité au moyen d'une fixation commune.
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la matière synthétique transparente est le polyméthacrylate de méthyle, le polycarbonate
ou le polystyrène.
3. Dispositif selon les revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la fixation se compose d'un cadre de bois avec des lattes de bois comme espaceurs
entre les plaques entretoisées.
4. Dispositif selon les revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'
on utilise des profilés métalliques ou en matière synthétique comme éléments de fixation
pour plaques entretoisées.