[0001] Die Erfindung betrifft ein Bohrwerkzeug insbesondere für eine drehschlagende Beanspruchung
zur Bearbeitung von Gestein oder dergleichen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik
[0002] Zur drehschlagenden Bearbeitung von Gestein werden je nach Bohrlochgröße sogenannte
Durchbruchbohrer mit einer Art Kreuzkopf verwendet, wie er beispielsweise in der US-PS
4,262,762 oder der US-PS 3,492,101 dargestellt ist. Für größere Bohrlochdurchmesser
werden sogenannte Bohrkronen verwendet, deren topfförmiges Gehäuse stirnseitig mit
Hartmetall-Schneideinsätzen bestückt sind und die zentrisch einen zusätzlichen Zentrierbohrer
aufweisen. Auch derartige Bohrkronen können einer schlagenden Beanspruchung zur Gesteinsbearbeitung
unterworfen sein. Hierzu wird beispielsweise auf die DE-U 85 21 577 verwiesen. Schließlich
sind übliche Gesteinsbohrer zur schlagenden Beanspruchung von Gestein bekannt geworden,
die eine einstückige (DE 43 14 868 A1) oder eine auswechselbare Förderwendel (DE 23
48 847) aufweisen.
[0003] Bei Gesteinsbohrer mit schlagender Beanspruchung besteht grundsätzlich das Problem,
daß der Bohrerkopf und insbesondere die Hartmetall-Schneideinsätze einer hohen mechanischen
und thermischen Belastung unterworfen sind. Weiterhin müssen die Werkzeuge sowohl
im Bohrerkopfbereich als auch im Bereich ihres Wendelschaftes und ihres Einspannendes
zur Hammerbohrmaschine auf die jeweiligen Gegebenheiten angepaßt werden. Dies führt
häufig dazu, daß der Bohrerkopf mit dem sich anschließenden Bohrerschaft, der mit
oder ohne Förderwendel oder mit austauschbarer Förderwendel ausgestattet sein kann,
zweiteilig ausgebildet ist. Bei allen zuvor genannten bekannten Gesteinsbohrern erfolgt
dieser Austausch in aller Regel durch eine Gewindeverbindung zwischen Bohrerkopf und
Bohrerschaft, wobei der Gewindezapfen oder Gewindebolzen mit seinem Außengewinde in
aller Regel am Bohrerschaft und die zugehörige Gewindebohrung oder Gewindemutter mit
seinem Innengewinde im Bohrerkopf angeordnet sind. Es sind jedoch auch Ausführungen
bekannt geworden, bei welchen der Gewindezapfen am Bohrerkopf und die Gewindebohrung
am zugehörigen Gewindeschaft positioniert sind. Aus der DE 25 43 578 ist ein Durchbruchbohrer
bekannt geworden, dessen Verbindung zwischen Bohrerkopf und Bohrerschaft über eine
bloße Konusverbindung erfolgt.
[0004] Die Art des Verbindungsgewindes muß je nach Anwendungsfall optimiert werden. Hierfür
bieten sich übliche Gewindebauarten, wie metrisches Gewinde, Trapezgewinde, Sägen-Gewinde
oder auch Rundgewinde an. Jede Gewindebauart hat ihre spezifischen Eigenschaften und
Vorteile. Rundgewinde werden insbesondere dort eingesetzt, wo eine hohe Gefahr von
Verschmutzungen und Beschädigungen vorhanden ist. Dies kann im rauhen Alltagsbetrieb
von derartigen Bohrwerkzeugen durchaus der Fall sein. Gemäß der Figurendarstellung
3 der eingangs erwähnten US-PS 4,262,762 wird auch bei einem solchen Bohrwerkzeug
ein übliches Rundgewinde eingesetzt.
[0005] Diese haben generell Vorteile hinsichtlich einer Unempfindlichkeit hinsichtlich Verschmutzung
und Korrosion. Sie müssen trotz dieser Bedingungen leicht zu öffnen und zu schließen
sein.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gesteinsbohrwerkzeug für eine insbesondere
schlagende Beanspruchung vorzuschlagen, dessen Gewindeverbindung insbesondere zwischen
Bohrerkopf und Bohrerschaft gegenüber dem Stand der Technik optimiert wurde, so daß
erhebliche Vorteile erzielt werden.
[0007] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen des erfindungsgemäßen
Bohrwerkzeugs angegeben.
[0009] Der Erfindung liegt der Kerngedanke zugrunde, daß die Verwendung eines modifizierten
Rundgewindes und damit eines Spezialgewindes generell vorteilhaft ist, um die auftretenden
Verschmutzungen, Korrosionsbelastungen oder dergleichen handhaben zu können. Nachteilig
an einer Art Rundgewindeverbindung sind jedoch die generell hiermit verbundenen Übertragungsverluste.
Diese Verluste sind umso höher, je höher die zu übertragende Schlagenergie sich in
Reibungswärme und Schallenergie umsetzt. Die Reibungswärme entsteht insbesondere in
solchen Berührungsabschnitten, die einen steilen Steigungswinkel aufweisen. Dies bedeutet,
daß eine hohe Effizienz der Übertragung der Schlagenergie bei einem möglichst geringen
Steigungswinkel, das heißt einer möglichst ebenen Aufschlagfläche gegeben ist. Verluste
durch auftretende Schallenergie werden durch zu großes Spiel und das damit verbundene
Aufschlagen der Teile aufeinander hervorgerufen.
[0010] Die Verwendung eines herkömmlichen Rundgewindes hat zwar den Vorteil, daß eine hohe
Unempfindlichkeit gegen Verschmutzung und Korrosion gegeben ist. Sie hat jedoch den
Nachteil, daß die aufeinander aufliegenden Flächenabschnitte aufgrund der stetigen
Krümmung der Flankenabschnitte des Rundgewindes äußerst gering sind beispielsweise
gegenüber einem Trapez-Gewinde mit hohen aufeinander aufliegenden Flächenanteilen.
[0011] Um insbesondere die Flächenabschnitte mit steiler werdender Gewindesteigung im Rundgewinde
und die damit verbundene Klemmverbindung zu eleminieren, sieht die Erfindung vor,
daß ein modifiziertes Rundgewinde beziehungsweise ein Spezialgewinde zum Einsatz kommt,
bei welchem im Bereich der Wellenberge und/oder der Wellentäler eines solchen Gewindes
achsparallele Gewindeabschnitte vorgesehen sind, durch die ein Rundgewinde in diesen
Abschnitten achsparallel begradigt wird. Achsparallele Abschnitte können nämlich keine
axiale Kräfte aufnehmen, so daß es in diesen Gewindebereichen nicht zu einer Verklemmung
und damit zu einem übermäßigen Verschleiß mit einer entsprechenden Erwärmung dieser
Gewindeabschnitte kommt. Die aufeinander abgestimmten Gewindeabschnitte von Außengewinde
des Gewindezapfens und Innengewinde der Gewindebohrung sind derart ausgebildet, daß
sie sich auf der zur Kraftrichtung abgewandten Seite jeder Gewindenut über einen hohen
Flächenabschnitt ähnlich wie bei einem Trapez-Gewinde aneinander anschmiegen und einen
kontinuierlichen Kurvenzug bilden, während die Wellenberge und Wellentäler insbesondere
auch zur korrekten axialen Führung und nicht zur axialen Kraftübertragung aufgrund
ihrer jeweiligen seitlichen Abflachung verwendet werden. Im Bereich der der Kraftrichtung
zugewandten Seite jeder Gewindenut kann vielmehr auch ein Spiel zwischen der jeweiligen
Gewindepaarung vorgesehen sein. Dies ergibt ein optimales Verhältnis zwischen Kraftübertragung
und Haltbarkeit des Systems.
[0012] Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung der Gewindeverbindung dahingehend, daß insbesondere
der Wellenbauch des Gewindezapfens einen achsparallelen Gewindeabschnitt aufweist,
der ebenso wie der alternative oder ergänzende achsparallele Abschnitt im Wellental
des Gewindezapfens einen Längenbereich umfaßt, der ca. 1/5 bis 1/4 der Steigungshöhe
des Gewindes beträgt. Das zugehörige Innengewinde in der Gewindebohrung ist spiegelbildlich
ausgebildet, das heißt, der radial außenliegende achsparallele Abschnitt am Wellenberg
des Gewindezapfens korrespondiert mit einem zugehörigen radial außenliegenden achsparallelen
Abschnitt im Wellental des Innengewindes.
[0013] Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung des erfindungsgemäßen Bohrwerkzeugs dahingehend,
daß generell der Bohrerkopf einen angesetzten Gewindezapfen mit Außengewinde und der
sich hieran anschließende Bohrerschaft eine zugehörige Bohrung mit Innengewinde aufweist.
Eine solche Anordnung hat den Vorteil, daß der Bohrerkopf nicht durch eine zusätzliche
Bohrung zur Aufnahme eines Innengewindes geschwächt wird, so daß beispielsweise bei
der Ausbildung der Erfindung als Bohrkrone dieser Bereich vorzüglich zur Aufnahme
einer Innenbohrung für einen Zentrierbohrer verwendet werden kann.
[0014] Vorteilhaft ist weiterhin, daß die Verbindung zwischen Bohrerkopf und Bohrerschaft
über ein entsprechendes erfindungsgemäßes modifiziertes Rundgewinde zusätzlich ein
hohes Maß der Kraftübertragung der schlagenden Energie über einen umlaufenden Bund
erhält. Der zwischen Bohrung für das Innengewinde und dem Außendurchmesser des Schaftteils
angeordnete umlaufende Bund mit seiner Kreisringfläche stützt sich großflächig an
einem gegenüberliegenden entsprechenden Bund am Bohrerkopf ab, um die axiale Schlagenergle
im hohen Maße vom Bohrerschaft auf dem Bohrerkopf zu übertragen. In diesem Fall wird
das modifizierte Rundgewinde von einer Energieübertragung entlastet und dient in hohem
Umfang auch zur axialen Führung zwischen Bohrerschaft und Bohrerkopf.
[0015] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind auch aus den Zeichnungen entnehmbar, auf
die ausdrücklich hiermit verwiesen wird. In der nachfolgenden Beschreibung werden
diese Zeichnungen unter Angabe weiterer Einzelheiten und Vorteile der Erfindung näher
erläutert.
[0016] Es zeigen
- Fig. 1a, 1b
- ein Ausführungsbeispiel für eine Gewindeverbindung zwischen einem Bohrerschaft (Fig.
1a) und einem Bohrerkopf (Fig. 1b) und
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung der zusammengefügten Gewindeabschnitte über etwa einen
Gewindegang.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0017] In der Fig. 1 ist ein zweiteiliges Bohrwerkzeug 1 dargestellt, mit zum Beispiel einem
Bohrerkopf 2 in Fig. 1b sowie zum Beispiel einem Bohrerschaft 3 in Fig. 1a. Der Bohrerkopf
2 kann jede andere beliebige Bohrerkopfart umfassen und insbesondere einen Bohrerkopf,
wie er in allen eingangs erwähnten Druckschriften zum Stand der Technik beschrieben
ist. Die Fig. 1b deutet zum Beispiel auf die Verwendung einer Bohrkrone als Bohrerkopf
hin.
[0018] Gleichermaßen kann auch der Bohrerschaft 3 jede beliebige Bohrstange oder dergleichen
mit oder ohne integrierter Förderwendel umfassen, wobei auch eine separate aufsteckbare
Förderwendel zum Beispiel bei einem Kreuzbohrkopf verwendbar wäre.
[0019] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1b weist der Bohrerkopf 2 eine topfförmige Bohrkrone
4 auf, dessen Bohrkronenschaft 5 als Gewindezapfen oder Gewindebolzen 6 ausgebildet
ist. Gleichermaßen weist der Bohrerschaft 3 ein als Gewindemutter 7 ausgebildetes
Innengewinde 7 auf, welches mit dem Gewindezapfen 6 zusammenwirkt.
[0020] Der Gewindezapfen 6 sowie die Gewindemutter 7 weisen ein modifiziertes Rundgewinde
8, 8' - im weiteren auch "Rundgewinde" genannt - auf, mit einer Gewindesteigung h
und einer Gewindetiefe t1. In der Fig. 1a ist ein Außendurchmesser D
A des Bohrerschaftes 3, ein Nenndurchmesser D
N und ein Kerndurchmesser D
K des Innengewindes 7 dargestellt, wobei die Nutentiefe

beträgt. Gleichermaßen ist in Fig. 1b ein Außendurchmesser d
A der Bohrkrone 4, ein Nenndurchmesser d
N und ein Kerndurchmesser d
K für den Gewindezapfen 6 angegeben, wobei die Nutentiefe

beträgt.
[0021] In Fig. 1a ist weiterhin die Bohrlochtiefe L1 sowie ein axialer Einlaufabschnitt
L2 dargestellt.
[0022] Fig. 1b zeigt eine gesamte Zapfenlänge l1, eine Gewindelänge l2 und eine Gewindeauslauflänge
l3.
[0023] Das in Fig. 1a dargestellte Rundgewinde 7 weist einen Krümmungsradius R1 auf. Weiterhin
sind der untere Einlaufwinkel α1 für das Rundgewinde und der obere Kegelwinkel α2
für die Kegelspitze dargestellt.
[0024] Fig. 1b zeigt den Übergangsradius R2 zum umlaufenden Bund 9 zwischen Gewindezapfen
6 und Bohrkrone 4. Der endseitige Gewindeauslauf des Gewindezapfens 6 weist einen
Steigungswinkel α3 auf.
[0025] Der zum Bund 9 des Bohrerkopfs 2 korrespondierende Bund 10 an der Stirnseite des
Bohrerschafts 3 weist entsprechende Abmaßen auf.
[0026] Für ein ausgewähltes Ausführungsbeispiel sind die oben angegebenen Größen beispielhaft
zusammengestellt.
[0027] Die Besonderheit des modifizierten Rundgewindes des Gewindezapfens 6 und/oder der
Gewindemutter 7 besteht nun darin, daß gemäß den Darstellungen in Fig. 1 und 2 in
den Wellenbergen und/oder in den Wellentälern des Rundgewindes achsparallele Abschnitte
vorgesehen sind. Beispielsweise weist der Gewindezapfen 6 an seinem Rundgewinde 8
jeweils radial außenliegende Wellenberge 11 und radial innenliegende Wellentäler 12
auf. Gleichermaßen weist das Innengewinde 8' der Gewindemutter 7 radial nach innen
ragende Wellenberge 11' sowie radial nach außen weisende Wellentäler 12' auf. Im Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1b weisen jeweils die Wellenberge 11 achsparallele lineare Abschnitte auf,
das heißt, der radial außenliegende Bereich des Rundgewindes 8 des Gewindezapfens
6 ist abgeflacht und parallel zur Längssymmetrieachse 13 angeordnet. Dieser achsparallele
Abschnitt ist in Fig. 1b, Fig. 2 mit Bezugszeichen 14 mit einer Breite s1 bezeichnet.
In Fig. 1a weist der radial nach innen weisende Wellenberg 11' des dortigen Rundgewindes
8' ebenfalls einen achsparallelen Abschnitt 15 mit der Breite s2 auf. Der Wellenberg
11 des Rundgewindes 8 des Gewindezapfens 6 wirkt demnach mit seinem achsparallelen
Abschnitt 14 mit einem entsprechenden achsparallelen Abschnitt 15' im Wellental 12'
des Rundgewindes 8' der Gewindemutter 7 zusammen wobei im übrigen Bereich des Gewindes
beispielsweise ein kontinuierlicher Kurvenzug wie zum Beispiel bei einem üblichen
Rundgewinde vorhanden sein kann. Weiterhin kann jedoch auch ein achsparalleler Abschnitt
15 des radial nach innen weisenden Wellenbergs 11' der Gewindemutter 7 zusammenwirken
mit einem entsprechenden achsparallelen Abschnitt 14' im Wellental 12 des Gewindezapfens
6. Über die axiale Länge gesehen folgen demnach jeweils achsparallele Abschnitte 14,
14' des Wellenbergs 11 und des Wellentals 12 des Gewindezapfens 6 beziehungsweise
achsparallele Abschnitt 15, 15' des Wellenbergs 11' beziehungsweise des Wellentals
12' der Gewindemutter 7. Zwischen diesen achsparallelen Abschnitten 14, 14', 15, 15'
liegen kontinuierliche Kurvenzüge des jeweiligen modifizierten Rundgewindes 8, 8'
wobei durchaus auch gegebenenfalls Hohlräume 16, 17, entstehen können. In den achsparallelen
Bereichen über einen axialen Abschnitt s1, s2 können keine Kräfte übertragen werden.
Dies führt zu einer sehr deutlichen Herabsetzung der Flächenpressung der Gewindeverbindung.
[0028] Wie insbesondere aus der Fig. 2 mit den zuvor beschriebenen angegebenen Details ersichtlich,
liegt die Gewindemutter 7 mit ihrem Rundgewinde 8' insbesondere auf dem der Kraft
P abgelegenen Kurvenbereich 18' über einen axialen Höhenbereich s3 eng und formschlüssig
am nahezu gleichlaufenden Kurvenabschnitt 18 des Gewindezapfens 6 an. In diesem Bereich
18, 18' mit kontinuierlichem Kurvenzug erfolgt die Kraftübertragung bei der schlagenden
Beanspruchung.
[0029] Der unterhalb des achsparallelen Abschnitts 14 liegende Kurvenbereich 19 des Gewindezapfens
6 sowie der zugehörige Kurvenabschnitt 19' der Gewindemutter 7 können einen Hohlraum
20 oder Spalt 20 aufweisen, das heißt, in diesem Bereich findet keine Kraftübertragung
statt. Gleiches gilt für den Kurvenbereich oberhalb des achsparallelen Abschnitts
15 der Gewindemutter 7.
[0030] Die Kraftübertragung und insbesondere eine optimale Führung zwischen Bohrerkopf 2
und Bohrerschaft 3 geschieht deshalb über das Rundgewinde 8, 8' mit jeweils achsparallelen
Flächenabschnitten 14, 14', 15, 15' an den jeweiligen Wellenbergen 11, 11' beziehungsweise
den Wellentälern 12, 12', beziehungsweise über den übrigen Kurvenverlauf 18, 18' sowie
19, 19' des modifizierten Rundgewindes, welcher stetig beziehungsweise kontinuierlich
ausgebildet ist.
[0031] Der wesentliche Teil der Kraftübertragung der Kraft P vom Bohrerschaft 3 auf den
Bohrerkopf 2 erfolgt über die beiden Anschlagbunde 9, 10, die bei zusammengefügten
Rundgewinde 8, 8' formschlüssig und kraftschlüssig aufeinanderliegen. Diese Kraftübertragung
ist in Fig. 1a, 1b mit P1, P2 dargestellt.
[0032] Die vorstehende Betrachtung läßt sich auch durch entsprechende achsparallele Abschnitte
in nur den jeweiligen Wellenbergen 11, 11' oder den jeweiligen Wellentälern 12, 12'
der beiden Rundgewinde 8, 8' durchführen. Dies ist entsprechend anzuwenden.
[0033] Bei einein bevorzugten Ausführungsbeispiel hat die Länge L1 ein Maß, welches ca.
das 1 bis 1,3fache des Außendurchmessers d
A der Bohrkrone 4 entspricht. Die Differenz des Nenndurchmesser d
N zum Kerndurchmesser d
K des Gewindezapfens 6 entspricht etwa 10 % des Kerndurchmessers.
[0034] Die Einlaufzone beziehungsweise der Einlaufabschnitt 21 weist eine Länge L2 auf,
die etwa 30 % der Länge L1 entspricht. Durch diese Maßnahme wird der Bereich, in welchem
der Radius R2 am Übergang des Gewindezapfens 6 zur Bohrkrone 4 liegt, nicht beim Zusammenfügen
der Gewinde unnötig verspannt.
[0035] Außer den achsparallelen Abschnitten 14, 15 in ihren jeweils angegebenen Bereichen
sind die beiden Rundgewinde 8, 8' entsprechend herkömmlichen Rundgewinden ausgebildet,
wobei der Flankenradius R1, r1 im jeweiligen Gewinde das ca. 0,1 bis 0,15fache des
jeweiligen Nenndurchmessers D
N beziehungsweise d
N entspricht. Der jeweilige zylindrische Abschnitt 14, 15 an den Wellenbergen 11, 11'
weist eine axiale Länge s1, s2 auf, die das 0,1 bis 0,4fache der Steigungshöhe h entspricht.
[0036] Abgesehen von den achsparallelen Abschnitten ist demzufolge das Rundgewinde als kontinuierlicher
Kurvenzug ausgeprägt.
[0037] Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung des Rundgewindes wird derjenige Flankenbereich
des Rundgewindes mit steilen Flächenabschnitten aufgrund der achsparallelen Flächenabschnitte
von Impulskräften des Hammers entlastet, so daß die Stoßwelle zum überwiegenden Teil
über den Querschnittsbereich 22 seitlich des Rundgewindes 8' in der Gewindemutter
7 verläuft und über die Kontaktflächen 9, 10 auf dem Bohrerkopf übertragen wird. Hierdurch
ergeben sich wenige Reibungsverluste im Gewinde und damit eine spürbar geringere Wärmeentwicklung
und eine längere Lebensdauer der Verbindung. Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen
wird eine um 25 % verbesserte Leistungsübertragung gegenüber vergleichbaren Werkzeugschnittstellen
ebenfalls mit Rundgewinde erreicht. Die Verwendung dieser Bauart ermöglicht dennoch
eine gute Paßgenauigkeit beider Fügepartner. Es werden keine scharfkantigen Übergänge
erzeugt, die eine erhöhte Bruchgefahr mit sich bringen. Weiterhin spart das Außengewinde
auf der Werkzeugseite, das heißt, im Bereich des Bohrerkopfes einen Bauraum, der Festigkeitsreserven
in diesem Bereich ermöglicht. Schließlich ist die gesamte Verbindung verschmutzungs-
und korrosionsunempfindlich. Für ein Ausführungsbeispiel sind nachfolgend für eine
Bohrkrone folgende Maße angegeben.
1. Schaftteil:
L1 = 38 mm
L2 = 10 mm
dA = 32 mm
DN = 22,1 mm
DK = 20 mm
α1 = 30°
α2 = 27°
R1 = 2,5 mm
t1 = 0,4 mm.
2. Gewindezapfen 6:
11 = 30 mm
12 = 27 mm
dN = 22 mm
dK = 20 mm
t2 = 0,4 mm.
[0038] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. Sie umfaßt auch vielmehr alle fachmännischen Weiterbildungen im Rahmen
der Schutzrechtsansprüche.
[0039] Insbesondere werden die achsparallelen Abschnitte 14, 15 unmittelbar nebeneinanderliegend
ausgeführt, das heißt, der achsparallele Abschnitt 14 am Wellenberg 11 wirkt mit einem
in Fig. 1a im Wellental 12 angeordneten achsparallelen Abschnitt 15' mit etwa gleichem
Außenradius zusammen, wie dies strichpunktiert in Fig. 1a angedeutet ist. Hierdurch
wird eine optimale achsparallele Führung der Gewindeteile zueinander erzielt. Gleiches
gilt für entsprechende achsparallele Abschnitte 14' in den Wellentälern 12 des Gewindezapfens
6. Alternativ können solche Anordnungen nur an den Wellenbergen 11 und/oder nur in
den Wellentälern 12 des Gewindezapfens 6 angeordnet sein, mit zugehörigen Abschnitten
in der Gewindemutter 7.
1. Bohrwerkzeug, insbesondere für eine drehschlagende Beanspruchung zur Bearbeitung von
Gestein oder dergleichen, wobei das Werkzeug mehrteilig ausgebildet und die Teile
über ein Gewinde (8, 8') miteinander verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gewindeverbindung als modifiziertes Rundgewinde beziehungsweise als Spezialgewinde
(8, 8') ausgebildet ist, und zur Vermeidung hoher Keilkräfte am Außengewinde eines
Gewindezapfens (6) und/oder am Innengewinde einer Gewindemutter (7) achsparallele
Gewindeabschnitte (14, 14'; 15, 15') am jeweiligen Wellenberg (11, 11') und/oder im
jeweiligen Wellental (12, 12') vorgesehen sind und daß der Bereich (18, 18') zwischen
den Gewindeabschnitten (14, 14'; 15, 15') durch einen kontinuierlichen Kurvenzug gebildet
wird.
2. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens der Wellenberg
(11, 11') des Gewindezapfens (6) einen achsparallelen Gewindeabschnitt (14) aufweist,
der mit einem Kurvenabschnitt (12, 12') des zugehörigen Gewindepartners (7) oder mit
einem entsprechenden achsparallelen Abschnitt (15') des Gewindepartners zu einer achsialen
Führung zusammenwirkt.
3. Bohrwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrkopf (2) als mit
Schneidelementen bestückte Bohrkrone, als Durchbruchbohrer mit Kreuzbohrkopf oder
als herkömmlicher Gesteinsbohrer ausgebildet und mit einem Gewindezapfen (6) mit Außengewinde
(8) versehen ist und daß der zugehörige Bohrwerkzeugschaft (3) ein hieran angepaßtes
Innengewinde (8') aufweist.
4. Bohrwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrerschaft (3) des
Bohrwerkzeugs mit Innengewinde (8') einen umlaufenden Querschnittsbereich (22) mit
stirnseitigem Bund (10) aufweist, der bei verspannter Gewindeverbindung (8, 8') zur
Übertragung der Schlagkräfte (P) auf einen umlaufenden Aufschlagbund (9) am Bohrerkopf
(2) formschlüssig und kraftschlüssig anliegt.
5. Bohrwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der achsparallele Abschnitt (14, 14') am Außengewinde (8) des Gewindezapfens (6) und/oder
der achsparallele Abschnitt (15, 15') am Innengewinde (8') der Gewindemutter (7) eine
axiale Länge s1 ≈ s2 von 1/5 bis 1/4 h aufweist, mit h = Steigungshöhe beziehungsweise
Ganghöhe des Rundgewindes.
6. Bohrwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gewindetiefe t1 ≈ t2 der Rundgewinde (8, 8') etwa 1/6 bis 1/7 der Steigungshöhe
h beträgt.