Gebiet der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Nachbearbeitungswerkzeug für das Präzisionsbearbeiten
von Löchern, das aus einem Einspannteil, einem Mitnehmerkopf und einem austauschbaren
Schneidteil besteht, der mit mindestens drei auf seinem Umfang verteilten Schneiden
versehen ist, wobei der Schneidteil mit einem Mitnehmerstift ausgestattet ist, der
in einer Stütznut im Mitnehmerkopf eingelegt ist.
Stand der Technik
[0002] Auf Nachbearbeitungswerkzeuge werden bei der Präzisionsbearbeitung von Löchern zumeist
hohe Anforderungen betreffend die gesamte Präzision der Ausführung und der Qualität
des Materials gestellt, was deren Preis und dadurch auch die Kosten dieser Bearbeitung
beträchtlich erhöht.
[0003] Diese Kosten können in einem beträchtlichen Maß beschränkt werden, insbesondere durch
eine Ausführung, bei der das Werkzeug mit einem verlängerten Schaft versehen ist,
der vor allem eine federnde Einführung in das vorgebohrte Loch und dadurch auch eine
Kompensation der eventuellen Ungleichachsigkeit des Loches und des Werkzeuges ermöglicht.
[0004] Ferner werden auch Werkzeuge mit austauschbaren Schneidteilen verwendet, die eine
schnellere Abnutzung als andere Werkzeugtragteile erfahren. Eine ustauschbarkeit des
Schneidteiles ist ökonomisch besonders vorteilhaft bei Werkzeugen mit abriebbeständigen
Überzügen, z.B. mit Titannitrid, denn die Ausbeute der Vakuumkammern für das Überziehen
wird dadurch vielfach erhöht. In dem angeführten Sinne ist eine effektive Lösung der
austauschbaren Schneidteile besonders aktuell bei Werkzeugen für das Nachbearbeiten
von Löchern kleinerer und mittlerer Abmessungen, also im Bereich von 5 bis 25 mm.
[0005] Es sind ebenfalls Werkzeuge mit einem verlängerten Schaft und mit zwei bis vier Hartmetall-Führungsplatten
bekannt, die auf dem Umfang des Schneidteiles zusammen mit einer austauschbaren Schneidplatte
verteilt sind, welche durch eine Schraube in den Werkzeugkopf eingespannt wird. Zu
den Nachteilen dieser Lösung gehört jedoch außer der relativ niedrigeren Bearbeitungsproduktivität
wegen nur einer Schneide und der beträchtlichen Ansprüche an die Genauigkeit des Werkzeughalters
auch, daß der Austausch der mittels Schraubenverbindung eingespannten Schneidplatte
verhältnismäßig schwierig ist und insbesondere bei Mehrspindelmaschinen und Bearbeitungszentren
unerwünschte Stillstandzeiten dieser hoch produktiven Maschinen entstehen.
[0006] Bei einer bekannten Lösung nach US 4 995 768 besteht das komplette Werkzeug aus einem
Halter mit einem Mitnehmerkopf und aus dem austauschbaren Werkzeug, dessen Zylinderträger
mit einem Mitnehmerstift, der auf einer Seite des Trägers herausragt, ausgestattet
ist, wobei die Rohrwand des Mitnehmerkopfes mit einer Stütznut versehen ist und Seitenwände
von dieser Stütznut mit der Achse des Wekrzeuges einen Winkel von 90° zusammenschließen.
Ins Mittelbereich der Stütznut mündet eine Führungsaussparung, die auf der inneren
Fläche des Halters durchgefüht ist. Um die Stirnseite des Zylindersträgers ist eine
Druckfeder abgestützt, die in dem obigen Teil des Hohlraums des Halters eingeordnet
ist.
[0007] Zu des Nachteilen von dieser Lösung zählt unsichere Fixierung des Mitnehmerstites
in der Stütznut nur durch den Reibungswiderstand bei der Kraftreaktion von der Druckfeder,
was in Folge von Schwungkräften bei der Rotationseinstellung des Werkzeuges oder bei
seinem stoßartigen Versetzen in die Arbeitsposition zum eigenwilligen Auslösen und
Ausfallen des Werkzeuges führen kann. Ferner ist sehr ungünstig, daß vor allem bei
der Reibahle-Werkzeugen für kleinere Löcher aus den Funktions- und und Festigkeitgründen
nicht möglich ist, den Mitnehmerkopf mit kleinerem Aussendurchmesser als der Durchmesser
von Löchern durchzuführen, was die Einsetzung für die Erzeugung von den tiefen Löchern
ausschließt.
[0008] Eine andere Lösung für das austauschbare Werkzeug wird in der Patentschrift US 2
057 143 vorgestellt. Es werden wieder mehrere Mitnehmerstifte für die Befestigung
von einem Schneidewerkzeug in den Mitnehmerkopf benutzt. Diese Konstruktion hat aber
dieselbe Nachteile wie vorhergenannte Lösung. Auserdem gibt es die Gefahr der Verstopfung
der Stütznut für der Mitnehmerstift von den Spannen und Unreinigkeiten und dadurch
wäre die sichere Funktion gestört.
[0009] Der EP 0 580 486 erwähnt ein Bajonettverschluß zur Befestigung von zwei Zylinderbüchsen.
Die Bajonettverschlüße von dieser Art sind für die Aplikation auf die austauschbaren
Reibahle-Werkzeuge aus den Abmessungsgründen nicht geeignet. Außerdem ist dieser Bajonettverschluß
eine Lösung für eine statische Verbindung, für den Einsatz bei dynamischen Kraftübertragungen
beim Reibahlen ist es aber nicht geeignet.
[0010] Eine weitere Lösung auf dem Prizip vom Bajonettverschluß ist aus der Patentschrift
US 1 766 136 (Nächstliegender Stand der Technik) bekannt. Der Werkzeugträger ist mit
einer Mitnehmernocken versehen, der in einen Mitnehmerkopf, der mit einer inneren
Formnut versehen ist, zuerst eingesteckt wird und dann in die Formnut eingedrückt
wird. Die Formen der Formnut und des Nockens passen zueinander. Der Mitnehmernocken
ist durch eine Feder vorgespannt. Ein grosser Nachteil aber besteht darin, daß die
Formnut geschlossen ist und es besteht wieder eine Gefahr der Verstopfung der Formnut
für den Mitnehmernocken von den Spannen und Unreinigkeiten und dadurch wäre die sichere
Funktion gestört.
[0011] Aus der Patentschrift US 2 337 402 ist ein Werkzeug für das Bohren bestehend aus
einem Einspannteil, einem Mitnehmerkopf und einem zylinderförmigen Tragschaft für
den Bohrer, wobei der Tragschaft mit einem Mitnehmerschraube ausgestattet ist, die
in eine Ausparung passt, wobei diese Aussparung in eine sich longitudinal des Werkzeugs
erstreckende Nut übergeht, und diese eine größere Breite als der Durchmesser der Mitnehmerschraube
aufweist und über einen Bogen an die Nut durchlaufend angeschlossen ist, wobei sowohl
die Aussparung als auch die Nut durch die ganze Rohrwand des Mitnehmerkopfes durchgehen.
Die Lage der Mitnehmerschraube ist aber keineswegs gesichert. Solche Lösung ist nur
für einfache Operationen wie z.B. Bohren geeignet.
[0012] Bei einer anderen bekannten Lösung ist der Schneidteil einer Mehrschneiden-Reibahle
mittels eines kegeligen Spannschaftes befestigt, der durch eine Achsenschraube in
einen kegeligen Hohlraum des Werkzeugschaftes eingezogen wird. Zu den Nachteilen dieser
Lösung gehört ein erhöhter Arbeitsaufwand der Werkzeugherstellung, insbesondere der
erwähnten kegelförmigen Flächen und der Schraubenverbindung, und auch der Austausch
des Schneidteiles ist, hinsichtlicht der Schraubenverbindung, relativ arbeitsaufwändig.
Wesen der Erfindung
[0013] Die oben angeführten Nachteile werden durch ein Nachbearbeitungswerkzeug gemäß Anspruch
1 beseitigt.
[0014] Eine bevorzugte Ausführungs form der Erfindung besteht darin, daß die federnde Zunge
durch eine Zwischenwand zwischen der Stütznut und der gleichlaufenden senkrechten
Nut gebildet wird.
[0015] Die Arbeit mit dem Werkzeug gemäß dieser Erfindung ist sehr effektiv und praktisch.
Es wird ein System der austauschbaren Schneidteile genutzt, sodaß es bei einer Abnutzung
der Schneiden genügt, nur diesen Schneidteil auszutauschen. Der Austausch des Schneidteiles
ist infolge der Lagerung des Stiftes in den Nuten des Mitnehmerkopfes sehr schnell
und einfach, wobei die Lagerung des Schneidteiles in dem Mitnehmerkopf äußerst betriebssicher
ist.
Übersicht der Abbildungen in den Zeichnungen
[0016] Die Erfindung wird näher anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert, wo in Fig.
1 ein Werkzeug gemäß der Erfindung mit einer Stütznut und einer zweiten gleichlaufenden
Nut dargestellt ist, Fig. 2 zeigt einen zum Teil verdrehten Schnitt durch den Mitnehmerkopf
dieses Werkzeuges und Fig. 3 zeigt andere Ausführung der Führungsaussparung zu der
Stütznut.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0017] Das Werkzeug nach Fig. 1 und 2 besteht aus einem Einspannteil 1, der von einem zylindrischen
Schaft 2 mit einer Plannut 3 für das Einspannen des Werkzeuges mittels einer nicht
dargestellten Schraube in den nicht dargestellten Kopf der Werkzeugmaschine gebildet
wird. Der Einspannteil 1 kann auch in einer anderen Ausführung ausgebildet sein, z.B.
mit einem kegelförmigen Schaft. Auf den Einspannteil 1 lenkt ein Schaft 4 an, auf
dem zwecks einer federnden Einführung des Werkzeuges in das vorgebohrte Loch ein schlanker
Hals 5 ausgebildet ist. In dem unteren Teil 6 des Schaftes 2 befindet sich der Mitnehmerkopf
7, in dem ein zylinderförmiger Hohlraum 8 ausgebildet ist. Bei einer anderen Ausführung
kann der Mitnehmerkopf 7 direkt an den Einspannteil 1 angelenkt sein, ohne ein Zwischenglied
des schlanken Halses 5, oder kann dieser direkt sein Bestandteil sein. In dem zylindrischen
Hohlraum 8 ist ein Tragschaft 9 des Schneidteiles 10 gelagert, auf dessen Umfang vier
Schneiden verteilt sind.
[0018] Als optimales Spiel zwischen dem zylinderförmigen Hohlraum 8 des Mitnehmerkopfes
7 und der Oberfläche des Tragschaftes 9 zeigte sich ein Spiel von 5 - 12 µm.
[0019] Bei diesem Spielraum ist nämlich der Schneidteil 10 so gelagert, daß eine bestimmte
Ausschwenkung von der Werkzeugachse möglich ist, was eine positive Einwirkung auf
ein optimales Zentrieren des Schneidteiles 10 gegenüber dem vorgebohrten Loch sicherstellt.
[0020] Auf der zylindrischen Oberfläche 12 des Tragschaftes 9 können Zuführungsrillen 13
für die Zuführung der Kühlflüssigkeit ausgeführt werden. In dem Tragschaft 9 ist ein
Mitnehmerstift 14 eingepreßt, der in zwei in der Rohrwand 16 des Mitnehmerkopfes 7
des Schaftes 4 ausgebildete Stütznuten 15 einklinkt. Die Länge des Mitnehmerstiftes
14 entspricht höchstens dem Durchmesser des Mitnehmerkopfes 7. Die obere von den Seitenflächen
der Stütznute 15 schließt mit den Mantellinien des zylinderförmigen Hohlraumes 8 einen
Winkel von 90° ein und die untere Seitenfläche schließt gegenüber den Mantellinien
des zylinderförmigen Hohlraumes 8 einen in dem Sinne spitzeren Winkel ein, daß sich
die gegenseitige Entfernung der Seitenflächen 17 bis zu einer Größe vermindert, die
beispielsweise um 0,15 mm kleiner ist als der Durchmesser des Mitnehmerstiftes 14.
[0021] Der Radius auf dem Endteil 18 der Stütznut 15 entspricht dem Radius des Mitnehmerstiftes
14. Die Stütznut 15 übergeht dabei durchlaufend über den Bogen 21 in eine senkrechte
Nut 20. Die untere der Seitenflächen bildet die obere Fläche einer federnden Zunge
25, welche von einer relativ dünnen Zwischenwand 23 zwischen der Stütznut 15 und der
gleichlaufenden Nut 24 gebildet wird, die in die senkrechte Nut 20 mündet. Diese Zunge
25 ist federnd oben in Richrung der Achse des Schneideteiles 10 und in Richtung zum
Mitnehmerkopf 7 vorgespant.
[0022] In Fig. 3 ist eine vereinfachte Variante der der federnden Zunge 25, wo die Stütznut
15 um einen Spalt 27 zur Erhöhung der Federkraft verlängert ist.
[0023] Das Einsetzen des austauschbaren Schneidteiles 10 in das Werkzeug erfolgt durch axiales
Einschieben und verdrehen desselben,wobei der Mitnehmerstift 14 in die Stütznut 15
einklinkt, wo er durch die federnde Zunge 22 gesichert wird. Beim Herausnehmen des
Schneidteiles 10 aus dem Werkzeug wird umgekehrt vorgegangen.
1. Nachbearbeitungswerkzeug für die Präzisionsbearbeitung von Löchern bestehend aus einem
Einspannteil (1), einem Mitnehmerkopf (7) und einem austauschbaren Schneidteil (10)
mit mindestens drei auf seinem Umfang verteilten Schneiden, die mit deren zylinderförmigen
Tragschaft (9) verbunden sind, wobei der Schneidteil (10) mit einem Mitnehmerstift
(14) auf dem Tragschaft (9) ausgestattet ist, der in eine Fuhrungsausparung im Mitnehmerkopf
paßt, wobei die Führungsaussparung eine, eine größere Breite als der Durchmesser des
Mitnehmerstiftes (14) aufweisende und sich longitudinal des Werkzeugs erstreckende
Nut (20) aufweist, die über einen Bogen (21) an eine Stütznut (15) durchlaufend angeschlossen
ist, daduch gekennzeichnet, daß beide Nuten (15,20) durch die ganze Rohrwand (16)
des Mitnehmerkopfes (7) durchgehen, und daß die untere Wand der Stütznut (15) durch
eine federnde Zunge (22) gebildet ist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die federnde Zunge durch eine Zwischenwand (23) zwischen der Stütznut (15) und der
gleichlaufenden Nut (24) gebildet ist.
1. Finishing tool for the precision machining of holes, comprising a clamping member
(1), an engagement head (7) and an interchangeable cutting member (10) having at least
three cutting edges, which are distributed over its periphery and are connected to
the cylindrical supporting shaft (9) thereof, the cutting member (10) being provided
with a catch pin (14) on the supporting shaft (9), which pin fits in a guide recess
in the engagement head, the guide recess having a groove (20) which has a greater
width than the diameter of the catch pin (14) and extends longitudinally of the tool,
said groove continuously communicating with a supporting groove (15) via an end member
(21), characterised in that the two grooves (15, 20) extend through the entire tubular wall (16) of the engagement
head (7), and in that the lower wall of the supporting groove (15) is formed by a resilient tongue (22).
2. Tool according to claim 1, characterised in that the resilient tongue is formed by an intermediate wall (23) between the supporting
groove (15) and the identically extending groove (24).
1. Outil de finissage pour l'usinage de précision de trous, comprenant une patte d'attache
(1), une tête d'embrayage (7) et un couteau interchangeable (10) ayant au moins trois
tranchants, qui sont répartis sur sa périphérie and qui se réunissent au manche de
support cylindrique (9) dudit outil, le couteau (10) étant pourvu d'une goupille de
raccrochement (14) sur le manche de support (9), et ladite goupille s'emboîte dans
un enfoncement de guidage dans la tête d'embrayage, l'enfoncement de guidage ayant
une rainure (20) qui a une largeur plus grande que le diamètre de la goupille de raccrochement
(14) et qui s'étend longitudinallement de l'outil, ladite rainure communiquant continûment
avec une rainure de support (15) par une partie d'extrémité (21), charactérisé en
ce que les deux rainures (15, 20) s'étendent à travers toute la paroi tubulaire (16)
de la tête d'embrayage (7), et en ce que la paroi inférieure de la rainure de support
(15) consiste en une languette élastique (22).
2. Outil selon la revendication 1, charactérisé en ce que la languette élastique consiste
en une paroi intermédiaire (23) entre la rainure de support (15) et la rainure (24)
qui s'étend d'une façon identique.