[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur ölundurchlässigen Abdichtung einer ortsfesten
Schutzhaube gegen einen rotierenden Mühlenkörper.
[0002] Die bekannten ölundurchlässigen Dichtungen für Rohrmühlen (DE-OS 41 40 388, EP-PS
175 109) entsprechen im Aufbau den Radialwellendichtringen. Dabei dichtet eine scharfkantige
Dichtlippe die ortsfeste Schutzhaube gegen den rotierenden Rohrmühlenmantel oder eine
entsprechend gestaltete Fläche an einem die Rohrmühle umgebenden Zahnkranz ab. Die
hohen Temperaturen am Mühlenmantel und der starke Staubanfall während des Mahlprozesses
führen zu einer Versprödung des elastischen Dichtungswerkstoffes (Perbunan) und als
Folge davon zum Ausfall der Dichtung.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Vorrichtung zur
Abdichtung eines Mühlenkörpers derart zu gestalten, daß die Abdichtung einfach in
der Konstruktion und in der Montage ist und daß preisgünstige Werkstoffe mit langer
Lebensdauer eingesetzt werden können.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung erfindungsgemäß durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0005] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und
werden im folgenden näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- im Längsschnitt ein Ende einer Rohrmühle,
- Fig. 2
- die Einzelheit Z nach Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine andere Ausführungsform des Abdichtung.
[0006] Die Rohrmühle besteht aus einem Mühlenkörper mit einem zylindrischen Mantel 1 und
einer konischen Stirnwand 2, die beide auf der Innenseite mit einer verschleißfesten
Auskleidung versehen sind. An die Stirnwand 2 ist ein Mühlenhals 3 angeschlossen,
der der Zuführung des zu zerkleinernden Gutes und/oder der Abführung des Mahlgutes
mit Hilfe eines heißen Tragluftstromes dient.
[0007] Der Mantel 1 ist von zwei Laufringen 4 umgeben, die jeweils über einen Steg 5 an
dem Mantel 1 befestigt sind. In der Zeichnung ist nur ein Laufring 4 gezeigt ist.
Der Laufring 4 ist auf ölgeschmierten, nicht gezeigten Gleitschuhen gelagert. Der
Antrieb des rotierenden Mühlenkörper erfolgt, wie üblich, durch einen Motor, dessen
Abtriebswelle ein Ritzel trägt, das in einen den Mantel 1 umgebenden und an dem Mantel
1 befestigten Zahnkranz eingreift. Der Laufring 4 mit der Gleitschuhlagerung oder
der Zahnkranz ist von einer ortfesten Schutzhaube 6 umschlossen.
[0008] Um die ortsfeste Schutzhaube 6 gegenüber dem rotierenden Mühlenkörper öldicht abzudichten,
wird das nachfolgende beschriebene Abdichtsystem verwendet. Dieses Abdichtsystem besteht
aus einer oder mehreren ortsfesten Dichtschnüren 7 aus einem verschleißfesten und
temperaturbeständigen Werkstoff. Die Dichtschnur 7 oder die Dichtschnüren 7 gleiten
auf einer bearbeiteten Laufbahn 8, die nach Fig. 2 auf dem Mantel 1 gebildet ist.
[0009] Die Dichtschnur 7 ist auf einem kompressiblen Ring 9 abgestützt, der den für die
Dichtwirkung erforderlichen Anpreßdruck erzeugt. Außerdem gleicht der kompressible
Ring 9 Rundlauffehler bei der Ausführung als Radialdichtung (Fig. 2) und Planlauffehler
bei der Ausführung als Axialdichtung (Fig. 3) aus.
[0010] Ein ein- oder mehrteiliger Haltering 10 ist mittels Schrauben 11 an der Schutzhaube
6 befestigt und hält auf diese Weise den kompressiblen Ring 9 und die Dichtschnur
7 an der Schutzhaube 6. Der Haltering 10 begrenzt in Verbindung mit einem Teil der
Seitenwand der Schutzhaube 6 einen Ausdehnungsraum, in dem der kompressible Ring 9
unter dauernder Vorspannung gehalten und vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Zwischen
der rotierenden Laufbahn 8 und dem ortsfesten Haltering 10 sowie der ortsfesten Schutzhaube
6 ist ein möglichst enger Spalt eingehalten, der ein seitliches Herausquillen der
Dichtschnur 7 verhindert. Auf der anderen, nicht gezeigten Seite des Laufringes 8
ist eine gleichartige Abdichtung angeordnet.
[0011] An dem Haltering 10 ist auf der der Schutzhaube 6 abgewandten Seite über die Schrauben
11 ein Bürstenring 12 befestigt, dessen Bürsten 13 den Mantel 1 berühren. Dieser Bürstenring
12 schützt die Abdichtung vor gröbsten Verschmutzungen von außen und vor harten Ablagerungen,
die die Dichtschnur 7 beschädigen könnten.
[0012] Die in der Zeichnung dargestellte Rohrmühle rotiert um eine waagerechte Rotationsachse.
Die Erfindung ist auch für Rohrmühlen mit einer vertikalen Rotationsachse anwendbar.
[0013] Die Abdichtung gemäß Fig. 2 zeigt eine Radialdichtung mit einer parallel zu der Rotationsachse
liegenden Laufbahn 8. Die Abdichtung kann in gleicher Weise als Axialdichtung ausgebildet
werden. Eine solche Axialdichtung ist in der Fig. 3 dargestellt. Bei dieser Ausführungsform
ist die bearbeitete Laufbahn 8 zur Anlage der Dichtschnur 7 senkrecht zur Rotationsachse
des Mühlenkörpers verlegt und zwar auf dem Steg 5, der den Laufring 4 trägt.
1. Vorrichtung zur ölundurchlässigen Abdichtung einer ortsfesten Schutzhaube (6) gegen
einen rotierenden Mühlenkörper, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine ortsfeste
Dichtschnur (7) über einen kompressiblen, vorgespannten Ring (9) gegen eine an dem
Mühlenkörper gebildete und mit dem Mühlenkörper rotierende Laufbahn (8) gepreßt ist
und daß mit der Schutzhaube (6) ein Haltering (10) verbunden ist, der mit einem Teil
der Seitenwand der Schutzhaube (6) einen Ausdehnungsraum für die Dichtschnur (7) und
für den kompressiblen Ring (9) begrenzt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Schutzhaube (6)
abgewandten Seite der Dichtschnur (7) mit dem Haltering (10) ein Bürstenring (12)
verbunden ist, dessen Bürsten (13) an der Laufbahn (8) anliegen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufbahn (8) parallel
zu der waagerecht oder vertikal verlaufenden Rotationsachse des Mühlenkörpers angeordnet
ist und daß die Abdichtung als Radialdichtung ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufbahn (8) senkrecht
zu der waagerecht oder vertikal verlaufenden Rotationsachse des Mühlenkörpers angeordnet
ist und daß die Abdichtung als Axialdichtung ausgebildet ist.