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EP 0 774 523 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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21.05.1997 Patentblatt 1997/21 |
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Anmeldetag: 26.10.1996 |
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR GB IT |
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Priorität: |
20.11.1995 DE 19543223
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Anmelder: Degussa Aktiengesellschaft |
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60311 Frankfurt (DE) |
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Erfinder: |
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- Weise, Wolfgang, Dr.
60318 Frankfurt (DE)
- Malikowski, Willi
63739 Aschaffenburg (DE)
- Wolmer, Roger
63571 Gelnhausen (DE)
- Braumann, Peter, Dr.
63755 Alzenau (DE)
- Koffler, Andreas
61130 Niederau (DE)
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Entgegenhaltungen: :
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Silber-Eisen-Werkstoff für elektrische Schaltkontakte (III) |
(57) Silber-Eisen-Werkstoffe für elektrische Schaltkontakte mit Eigenschaften, die den
Silber-Nickel-Werkstoffen sehr nahe kommen, bestehen aus 0,5 bis 20 Gew.% Eisen, 0,05
bis 5 Gew.% Rhenium und/oder Iridium und/oder Ruthenium und 0,05 bis 2 Gew.% eines
oder mehrerer Oxide aus der Reihe Magnesiumoxid, Calziumoxid, Yttriumoxid, Lanthanoxid,
Titanoxid, Zirkoniumoxid, Hafniumoxid, Ceroxid, Nioboxid, Tantaloxid, Chromoxid, Manganoxid,
Eisenoxid, Kupferoxid, Zinkoxid, Aluminiumoxid, Indiumoxid, Siliziumoxid und Zinnoxid,
Rest Silber.
[0001] Die Erfindung betrifft Silber-Eisen-Werkstoffe mit weiteren metallischen und oxidischen
Zusätzen für elektrische Schaltkontakte.
[0002] Kontaktwerkstoffe für den Einsatz in der elektrischen Energietechnik müssen eine
hohe Abbrandfestigkeit, geringe Verschweißkraft und niedrigen Kontaktwiderstand aufweisen.
Für luftoffene Schaltgeräte der Niederspannungstechnik hat sich für Schaltströme von
kleiner als 100A der Verbundwerkstoff Silber-Nickel bewährt. Er besitzt eine hohe
Abbrandfestigkeit bei sehr gutem Übertemperaturverhalten.
[0003] Ein Nachteil dieses Werkstoffes liegt jedoch darin, daß Nickel insbesondere in Form
von Stäuben schädliche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben kann. Als
Alternative zu Nickel ist verschiedentlich Eisen vorgeschlagen worden.
[0004] In der DE-OS 38 16 895 wird die Verwendung eines Silber-Eisen-Werkstoffes für elektrische
Kontakte beschrieben, der neben Silber 3 bis 30 Gew.% Eisen und insgesamt 0,05 bis
5 Gew.% von einem oder mehreren der Zusätze Mangan, Kupfer, Zink, Antimon, Wismutoxid,
Molybdänoxid, Wolframoxid und Chromnitrid enthält. Diese Werkstoffe zeigen ein deutlich
besseres Übertemperaturverhalten bei guter Lebensdauer gegenüber einfach Silber-Eisen-Werkstoffen,
liegen jedoch noch unter den Werten entsprechender Silber-Nickel-Werkstoffen.
[0005] Das gilt auch für weitere bekannte Kontaktwerkstoffe auf der Basis Silber-Eisen.
In der DE-OS 39 11 904 werden beispielsweise Kontaktwerkstoffe geoffenbart, die neben
Silber 5 bis 50 Gew.% Eisen und bis zu 5 Gew.% eines oder mehrerer Oxide Titanoxid,
Zirkoniumoxid, Nioboxid, Tantaloxid, Molybdänoxid, Wolframoxid, Manganoxid, Kupferoxid
und Zinkoxid enthalten kann. Aus der DE-OS 43 43 550 ist ein Kontaktwerkstoff bekannt,
der neben Silber Eisenoxid, Zirkoniumoxid und Wolframoxid enthält. In der EP-PS 0
586 411 wird ein Kontaktwerkstoff aus Silber mit 1 bis 50 Gew.% Eisen und 0,01 bis
5 Gew.% Rhenium beschrieben.
[0006] Es war daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Silber-Eisen-Werkstoffe mit weiteren
metallischen und oxidischen Zusätzen für elektrische Schaltkontakte zu finden, die
in ihrer Verschweißneigung, Kontakwiderstand und Lebensdauer den bekannten Silber-Nickel-Werkstoffen
möglichst nahe kommen. Desweiteren muß der Werkstoff wirtschaftlich als Draht herstellbar
sein und durch Widerstandschweißen auf Kontaktträgerstoffe aufgeschweißt werden können.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Werkstoffe aus 0,5 bis
20 Gew.% Eisen, 0,05 bis 5 Gew.% Rhenium und/oder Iridium und/oder Ruthenium und 0,05
bis 2 Gew.% eines oder mehrerer Oxide aus der Reihe Magnesiumoxid, Calziumoxid, Yttriumoxid,
Lanthanoxid, Titanoxid, Zirkoniumoxid, Hafniumoxid, Ceroxid, Nioboxid, Tantaloxid,
Chromoxid, Manganoxid, Eisenoxid, Kupferoxid, Zinkoxid, Aluminiumoxid, Indiumoxid,
Siliziumoxid und Zinnoxid, Rest Silber, bestehen.
[0008] Vorzugsweise enthalten die Werkstoffe 0,3 bis 1,5 Gew.% Rhenium und/oder Iridium
und/oder Ruthenium.
[0009] Bewährt hat es sich, wenn der Oxidanteil zwischen 0,2 und 1,2 Gew.% liegt und der
Eisenanteil zwischen 0,5 und 10 Gew.%.
[0010] Es hat sich gezeigt, daß bei Silber-Eisen-Werkstoffen mit Reduzierung des Eisen-Gehaltes
eine Verbesserung des Übertemperaturverhaltens einhergeht. Gleichzeitig wird aber
das Verschweißverhalten und die Lebensdauer mit abnehmendem Eisen-Gehalt verschlechtert.
Bei höheren Eisen-Gehalten kann durch Rhenium-Zusatz die Übertemperatur verringert
werden. Durch Rhenium wird aber die Abbrandfestigkeit verschlechtert. Überraschenderweise
hat sich nun gezeigt, daß durch oxidische Zusätze zu einem Silber-Eisen-Rhenium-Werkstoff
die Lebensdauer deutlich ansteigt, ohne daß sich die Übertemperaturwerte verschlechtern.
Dabei lässt sich das Rhenium ganz oder teilweise durch Iridium und/oder Ruthenium
ersetzen.
[0011] Die Werkstoffe lassen sich wirtschaftlich herstellen und sind in allen Schalteigenschaften
mit den Silber-Nickel-Werkstoffen vergleichbar, insbesondere die Übertemperatur zeigt
Werte, die auch die Silber-Nickel-Werkstoffe erzielen.
[0012] Dies wurde durch elekrische Schaltversuche in serienmäßigen Schützen nachgewiesen.
Die Versuche wurden in einem 15 KW-Schütz unter den Schaltbedingungen AC4 und DIN
VDE 0660 durchgeführt. Die Übertemperaturmessung erfolgte an den Kontaktbrücken bei
einer Strombelastung von 45A und erfolgt jeweils nach 20.000 Schaltungen. Die Werkstoffe
und die Ergebnisse der mit diesen Werkstoffen durchgeführten Schaltversuche nach einer
Gesamtschaltbelastung von 60.000 Schaltspielen sind in folgender Tabelle enthalten
und zeigen die Verbesserung der erfindungsgemäßen Werkstoffe hinsichtlich der Kontakterwärmung
gegenüber den bekannten Werkstoffen AgNi20 und AgFe8,5Zn1,5 hat.
[0013] Die Herstellung der Werkstoffe erfolgt pulvermetallurgisch durch Mischen der entsprechenden
Pulver, kaltisostatischem Pressen, Sintern und Strangpressen zu Drähten oder Profilen.
Tabelle
| Werkstoff |
Mittlere Übertemperatur in K |
Lebensdauer bei AC4-Schaltbelastung nach DIN VDE 0660 |
| AgNi20 |
70 |
120.000 |
| AgFe8,5Zn1,5 |
90 |
100.000 |
| AgFe9,5Re0,5 |
75 |
75.000 |
| AgFe8,5Re0,5MgO1 |
75 |
115.000 |
| AgFe8,5Re0,5MgO0,5 |
74 |
115.000 |
| AgFe18Re1MgO1 |
102 |
140.000 |
| AgFe4,5Re0,5MgO1 |
70 |
95.000 |
| AgFe8,5Re0,5Y2O31 |
80 |
110.000 |
| AgFe8,5Re0,5ZrO21 |
84 |
115.000 |
| AgFe8,5Re0,5Al2O31 |
82 |
105.000 |
| AgFe8,5Re0,5SiO21 |
90 |
100.00 |
| AgFe8,5Re0,5TiO21 |
89 |
100.000 |
| AgFe4,5Ir0,5MgO1 |
78 |
98.000 |
| AgFe8,5Ir0,5MgO1 |
89 |
123.000 |
| AgFe4,5Ru0,5MgO1 |
76 |
90.000 |
| AgFe8,5Ru0,5MgO1 |
95 |
98.000 |
1. Silber-Eisen-Werkstoffe mit weiteren metallischen und oxidischen Zusätzen für elektrische
Schaltkonatakte,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie aus 0,5 bis 20 Gew.% Eisen, 0,05 bis 5 Gew.% Rhenium und/oder Iridium und/oder
Ruthenium und 0,05 bis 2 Gew.% eines oder mehrerer Oxide aus der Reihe Magnesiumoxid,
Calziumoxid, Yttriumoxid, Lanthanoxid, Titanoxid, Zirkoniumoxid, Hafniumoxid, Ceroxid,
Nioboxid, Tantaloxid, Chromoxid, Manganoxid, Eisenoxid, Kupferoxid, Zinkoxid, Aluminiumoxid,
Indiumoxid, Siliziumoxid und Zinnoxid, Rest Silber, bestehen.
2. Silber-Eisen-Werkstoffe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie 0,3 bis 1,5 Gew.% Rhenium und/oder Iridium und/oder Ruthenium enthalten.
3. Silber-Eisen-Werkstoffe nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie 0,2 bis 1,2 Gew.% oxidische Bestandteile enthalten.
4. Silber-Eisen-Werkstoffe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie 0,5 bis 10 Gew.% Eisen enthalten.