Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Dichtungsanordnung, umfassend eine Ventilschaftabdichtung
einer Verbrennungskraftmaschine.
Stand der Technik
[0002] Eine solche Dichtungsanordnung ist aus der US 4,947,811 bekannt. Die Feder, die den
Dichtkörper gegen eine abzudichtende Fläche vorspannt und in sich geschlossen ringförmig
ausgebildet ist, ist nicht verliersicher mit dem Dichtkörper verbunden, so daß sie
während des Einbaus oder des Gebrauchs der Dichtungsanordnung innerhalb des Einbauraums
verschoben werden oder aus diesem herausspringen kann. Durch eine Veränderung der
Lage der Feder oder deren Verlust, wird die Vorspannung auf den Dichtkörper derart
reduziert, daß es zu unerwünschten Undichtigkeiten zwischen der Ventilschaftabdichtung
und den abzudichtenden Bauteilen kommen kann. Die vorbekannte Dichtungsanordnung weist
außerdem ein vergleichsweise hohes Gewicht auf, und die Herstellung ist in fertigungstechnischer
und wirtschaftlicher Hinsicht wenig zufriedenstellend.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dichtungsanordnung der eingangs genannten
Art derart weiterzuentwickeln, daß der Dichtkörper und die Feder verliergesichert
und dauerhaft positioniert zueinander angeordnet sind, daß die Dichtungsanordnung
kompakter ausgebildet ist, ein geringeres Gewicht aufweist und kostengünstig herstellbar
sowie einfach montierbar ist.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale von Anspruch 1. Auf vorteilhafte Ausgestaltungen
nehmen die Unteransprüche Bezug.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Hülse aus zähhartem Werkstoff mit einer ersten
und einer zweiten Stirnseite, wobei die Hülse an ihrer ersten Stirnseite einen sich
in radialer Richtung nach außen erstreckenden Flansch aufweist und an der axial gegenüberliegenden
zweiten Stirnseite eine sich in radialer Rchtung nach innen erstreckende Stützwand,
wobei der Flansch das Widerlager für eine Ventilfeder bildet, wobei ein den Ventilschaft
dichtend umschließender, ringförmiger Dichtkörper durch eine Preßpassung dichtend
innerhalb der Hülse an der Stützwand festgelegt ist und wobei eine als Stützkörper
ausgebildete Feder mit dem Dichtkörper einstückig ineinander übergehend verbunden
und unmittelbar an der Stützwand abgestützt ist.
[0006] Der Dichtkörper besteht aus einem elastomeren Werkstoff und weist zumindest eine
ringförmige erste Dichtlippe auf.
[0007] Außerdem weist der Dichtkörper eine zweite Dichtlippe auf der der Feder abgewandten
Stirnseite des Dichtkörpers auf, wobei die zweite Dichtlippe mit der stirnseitgen
Begrenzung der Ventilführung dichtend in Eingriff ist. Die Hülse ist in axialer Richtung
durch eine Ventilfeder gegen die Ventilführung gedrückt und wird in ihrer Position
gehalten. Innerhalb der Hülse ist der Dichtkörper angeordnet, der durch eine vorgespannte
Feder mit seiner ersten Dichtlippe den Ventilschaft dichtend umschließt und mit seiner
zweiten Dichtlippe die Ventilführung anliegend berührt. Die erste Dichtlippe dichtet
den hin- und herbeweglichen Ventilschaft dynamisch, die zweite Dichtlippe dichtet
gegenüber der Ventilführung statisch ab. Die dynamische Abdichtung der ersten Dichtlippe
am Ventilschaft führt einerseits dazu, daß eine ausreichende Schmierung im Bereich
der dynamischen Abdichtung gewährleistet ist und andererseits verhindert wird, daß
eine unerwünscht große Leckage beispielsweise über den Ventilschaft in die Zylinder
der Verbrennungskraftmaschine gelangen. Durch die einstückige Ausbildung des Dichtkörpers
mit der Feder, die eine vormontierbare Einheit bilden, ist während der bestimmmungsgemäßen
Verwendung der Ventilschaftabdichtung stets eine exakte Zuordnung der beiden Teile
zueinander gewährleistet.
[0008] Die Hülse weist zumindest zwei sich in axialer Richtung erstreckende, den Dichtkörper
umfangsseitig umschließende Haltekrallen auf, die einander in Umfangsrichtung mit
Abstand benachbart zugeordnet und gleichmäßig in Umfangsrichtung verteilt angeordnet
sind. Hierbei ist von Vorteil, daß durch die Haltekrallen der Materialbedarf zur Herstellung
der Hülse - bezogen auf eine in Umfangsrichtung in sich geschlossen ausgebildete Hülse
- deutlich verringert ist. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, daß vier gleichmäßig
in Umfangsrichtung verteilte Haltekrallen zur Anwendung gelangen, die den Dichtkörper
umfangsseitig umschließen. Sowohl die erste als auch die zweite Dichtlippe liegen
jeweils unter elastischer Vorspannung am jeweils abzudichtenden Bauteil an. Durch
die Anordnung des Dichtkörpers innerhalb der Hülse und deren Festlegung an der Ventilführung
und dem Ventilschaft weist die Dichtungsanordnung nur eine vergleichsweise geringe
Ausdehnung in axialer Richtung auf.
[0009] Durch die einstückige Ausbildung der Feder mit dem Dichtkörper wird die Montage der
Dichtungsanordnung vereinfacht und eine problemlose Zuordnung der Teile während der
gesamten Gebrauchsdauer sichergestellt. Durch die Kombination der beiden Dichtlippen
in einem Dichtkörper sind sowohl die Herstellung als auch die Montage der Dichtungsanordnung
vereinfacht. Außerdem wird durch das Einbeziehen der beiden Dichtlippen in einen Dichtkörper
die Menge des für eine zuverlässige Abdichtung benötigten elastomeren Werkstoffs auf
ein Minimum reduziert.
[0010] Die Stützwand, die das Widerlager für die einstückig mit dem Dichtkörper verbundene
Feder bildet, ist ein Bestandteil der Haltekrallen.
[0011] Die Hülse kann aus einem metallischen oder polymeren Werkstoff bestehen. Im Hinblick
auf eine möglichst geringe Relaxation der Hülse und der Feder wird jeweils einem metallischen
Werkstoff der Vorzug gegeben.
[0012] Davon abweichend kann die Feder aus einem polymeren Werkstoff bestehen.
[0013] Bevorzugt weist die Feder einen im wesentlichen L-förmigen Querschnitt auf. Der sich
im wesentlichen in axialer Richtung erstreckende Schenkel überdeckt die erste Dichtlippe
in axialer Richtung vollständig. Dadurch ist sichergestellt, daß die erste Dichtlippe
stets mit einer vorbestimmten Vorspannung den Ventilschaft anliegend umschließt.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0014] Die beanspruchte Dichtungsanordnung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen weiter
verdeutlicht. Es zeigen:
Figur 1 einen Ausschnitt aus dem Ventiltrieb einer Verbrennungskraftmaschine,
Figur 2 den Dichtkörper als Einzelteil,
Figur 3 die Hülse und
Figur 4 eine vormontierbare Einheit bestehend aus der Hülse und dem Dichtkörper im
noch nicht montierten Zustand.
Ausführung der Erfindung
[0015] In Figur 1 ist eine Dichtungsanordnung gezeigt, die eine Ventilschaftabdichtung 10
umfaßt. Die Hülse 14 besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus einem metallischen
Werkstoff. Davon abweichend können jedoch beispielsweise auch zähharte polymere Werkstoffe
zur Anwendung gelangen. Der Dichtkörper 24 besteht aus Gummi oder Elastomer, wobei
die erste Dichtlippe 28 durch zwei einander durchschneidende Kegelfächen gebildet
ist und den Ventilschaft 12 unter elastischer Vorspannung umfangsseitig dichtend berührt.
Der Ventilschaft 12 ist innerhalb der Ventilführung 38 geführt. Während des Betriebs
der Verbrennungskraftmaschine wird das Ventil gegen die Federkraft der Ventilfeder
16 durch eine hier nicht dargestellte Nockenwelle in Offenstellung und anschließend
durch die Ventilfeder 16 wieder in Geschlossenstellung überführt. An ihrer ersten
Stirnseite weist die Hülse 14 einen sich in radialer Richtung nach außen erstreckenden
Flansch 20 auf und an der axial gegenüberliegenden zweiten Stirnseite eine sich in
radialer Richtung nach innen erstreckende Stützwand 18. Die Stützwand 18 bildet das
Widerlager für die Feder 26 und berührt diese unmittelbar anliegend. Außerdem dichtet
der elastomere Werkstoff des Dichtkörpers 24 die Hülse 14 ab. Der sich radial nach
außen erstreckende Flansch 20 dient als Widerlager für die Ventilfeder 16. Der Zylinderkopf
22 besteht beispielsweise aus einer Leichtmetallegierung. Davon abweichend kann der
Zylinderkopf auch aus Gußeisen bestehen.
[0016] Die zweite Dichtlippe 34 des Dichtkörpers 24 dichtet die Ventilführung 38 statisch
ab.
[0017] In Figur 2 ist der Dichtkörper 24 gezeigt, der mit der Feder 26 eine Einheit bildet.
Sowohl die erste Dichtlippe 28 als auch die zweite Dichtlippe 34 sind in sich ringförmig
ausgebildet und berühren die abzudichtenden Flächen unter elastischer Vorspannung
anliegend. Die Feder 26 ist ringförmig ausgebildet und besteht in diesem Ausführungsbeispiel
aus einem polymeren Werkstoff. Hinsichtlich eines geringen Gewichts der Dichtungsanordnung
ist eine derartige Ausgestaltung von hervorzuhebendem Vorteil. Der elastomere Werkstoff
des Dichtkörpers 24 wird während seiner Herstellung mit der Feder 26 durch Vukanisation
verbunden. Dadurch, daß die Feder 26 und der Dichtkörper 24 einstückig ineinander
übergehend ausgebildet sind, ist ein Herausspringen der Feder 26 aus der Hülse 14
während der Montage ausgeschlossen. Die Einheit, bestehend aus der Feder 26 und dem
Dichtkörper 24 wird derart innerhalb der Hülse 14 plaziert, daß die Feder 26 die Stützwand
18 unmittelbar anliegend berührt. Der Dichtkörper 24 ist mit elastischer Vorspannung
dichtend innerhalb der Hülse 14 angeordnet. Die erfindungsgemäße Dichtungsanordnung
bewirkt eine exakte konzentrische Zuordnung von Hülse 14, Dichtkörper 24 und Ventilschaft
12 zueinander. Für gute Gebrauchseigenschaften während einer langen Gebrauchsdauer
ist dies von hervorzuhebendem Vorteil.
[0018] In Figur 3 ist die Hülse 14 als Einzelteil in geschnittener Darstellung gezeigt.
Es ist zu erkennen, daß in diesem Ausführungsbeispiel vier sich in axialer Richtung
erstreckende Haltekrallen 36 vorgesehen sind, die einander in Umfangsrichtung mit
Abstand benachbart zugeordnet und gleichmäßig in Umfangsrichtung verteilt angeordnet
sind. Hierbei ist von Vorteil, daß die gesamte Lageranordnung durch eine derartige
Ausgestaltung ein vergleichsweise geringes Gewicht aufweist und erhebliche Materialeinsparungen
möglich sind.
[0019] In Figur 4 sind die Hülse 14 sowie die mit dem Dichtkörper 24 verbundene Feder 26
gezeigt, die zu einer Einheit verbunden werden. Zunächst wird der Dichtkörper 24 in
die Hülse 14 montiert, so daß sich eine vormontierbare Einheit ergibt, die anschließend
zur Dichtungsanordnung komplettiert wird. Dazu wird die vormontierbare Einheit mit
der Ventilführung 38 verbunden und die Ventilfeder 16 derart montiert, daß sich diese
am Flansch 20 abstützt.
[0020] Um die zylindrische Hülse 14 und den Dichtköper 24 an der Ventilführung 38 zu sichern,
besteht beispielsweise die Möglichkeit, diese Teile durch Punktschweißen oder andere
Verbindungstechniken zu verbinden.
1. Dichtungsanordnung, umfassend eine Ventilschaftabdichtung (10) in einer Verbrennungskraftmaschine,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Hülse (14) aus zähhartem Werkstoff mit einer ersten und einer zweiten Stirnseite
an ihrer ersten Stirnseite einen sich in radialer Richtung nach außen erstreckenden
Flansch (20) aufweist und an der axial gegenüberliegenden zweiten Stirnseite eine
sich in radialer Richtung nach innen erstreckende Stützwand (18), daß der Flansch
(20) das Widerlager für eine Ventilfeder (16) bildet, daß ein den Ventilschaft (12)
dichtend umschließender, ringförmiger Dichtkörper (24) durch eine Preßpassung dichternd
innerhalb der Hülse (14) an der Stützwand (18) festgelegt ist und daß eine als Stützkörper
ausgebildete Feder (26) mit dem Dichtkörper (24) einstückig ineinander übergehend
verbunden und unmittelbar an der Stützwand (18) abgestützt ist.
2. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper (24)
aus elastomerem Werkstoff besteht und zumindest eine ringförmige erste Dichtlippe
(28) aufweist.
3. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtkörper (24) eine zweite Dichtlippe (34) auf der der Feder (26) abgewandten Stirnseite
des Dichtkörpers (24) aufweist und daß die zweite Dichtlippe (34) mit der stirnseitigen
Begrenzung der Ventilführung (38) dichtend in Eingriff ist.
4. Dichtungsanordnung nach einem Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse
(14) zumindest zwei sich in axialer Richtung erstreckende, den Dichtkörper (24) umfangsseitig
umschließende Haltekrallen (36) aufweist, die einander in Umfangsrichtung mit Abstand
benachbart zugeordnet und gleichmäßig in Umfangsrichtung verteilt angeordnet sind.
5. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stützwand (18) durch die Haltekrallen (26) gebildet ist.
6. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hülse (14) aus einem metallischen oder polymeren Werkstoff besteht.
7. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Feder (26) aus einem polymeren oder metallischen Werkstoff besteht.
8. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hülse (14) in axialer Richtung zwischen der Stützwand (18) und dem Flansch (20) einen
Radialversatz (30) aufweist.
9. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Feder (26) einen im wesentlichen L-förmigen Qerschnitt aufweist.