[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen gegossenen Zylinderkopf einer mehrzylindrigen
Brennkraftmaschine gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der DE 44 17 480 C1 ist ein gattungsgemäßer Zylinderkopf einer mehrzylindrigen
Brennkraftmaschine bekannt. Der Zylinderkopf umfaßt in der Zylinderkopfdecke angeordnete
Sacklochbohrungen zur Aufnahme von Ventilspiel-Ausgleichselementen, wobei die Sacklochbohrungen
mit einem Längsölkanal zur Druckölversorgung der Ventilspiel-Ausgleichselemente und
mit einem Ölsammelraum durch Rücklauföffnungen in Verbindung stehen. Die Sacklochbohrungen
und der Längsölkanal müssen in einem eigenen Arbeitsgang erzeugt werden und verteuern
die Herstellung des Zylinderkopfes.
[0003] Zum allgemeinen technischen Hintergrund wird auf die EP 0 416 600 A1 und die DE 43
44 356 A1 verwiesen.
[0004] Es ist die Aufgabe der Erfindung einen Zylinderkopf derart auszubilden, daß eine
vereinfachte und damit kostengünstigere Herstellung gewährleistet ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im-Kennzeichen des Patentanspruchs 1
gegebenen Merkmale gelöst.
[0006] Der erfindungsgemäße Zylinderkopf besitzt in der Zylinderkopfdecke angeordnete Sacklochbohrungen
zur Aufnahme von Ventilspiel-Ausgleichselementen. Die Sacklochbohrungen stehen über
Verteilerkanäle mit einem sich in Zylinderkopflängsrichtung erstreckenden Längsölkanal
zur Druckölversorgung der Ventilspiel-Ausgleichselemente in Verbindung. Jede Sacklochbohrung
steht über eine an ihrem unteren Ende liegende Rücklauföffnung mit einem Ölsammelraum
in Verbindung. Die Sacklochbohrungen, der Längsölkanal, die Verteilerkanäle, die Rücklauföffnungen
und der Ölsammelraum werden durch einen Gießkern eingegossen. Erreicht wird dies durch
einen Multifunktionalkern, auch als Ölgaleriekern bezeichnet, der mehrere Kernteilstücke
umfaßt. Ein Grundkern dient zur Herstellung der Rücklauföffnungen und des Ölsammelraumes.
Ein erstes mit dem Grundkern verbundenes Kernteilstück dient zur Herstellung der Sacklochbohrungen.
Ein zweites mit dem ersten Kernteilstück verbundenes Kernteilstück dient zur Herstellung
des Längsölkanals und der Verteilerkanäle. Der Multifunktionalkern ist über zwei Kernlager
im Kokillenunterteil abgestützt. In einem weiteren Ausführungsbeispiel erstreckt sich
zwischen Gaswechselventilen und Kammern in Zylinderkopflängsrichtung ein Sekundärluftkanal,
der zu den einzelnen Auslaßkanälen abzweigende Verbindungsstücke besitzt. Der Sekundärluftkanal
und die Verbindungsstücke werden durch ein drittes Kernteilstück hergestellt, das
über ein Kernlager mit den anderen Kernteilstücken des Multifunktionalkernes verbunden
ist.
[0007] Durch die Erfindung wird eine vereinfachte Herstellung des Zylinderkopfes erreicht.
Der Multifunktionalkern dient zur gleichzeitigen Herstellung mehrerer Elemente des
Zylinderkopfes, so daß sowohl Bearbeitungsverfahren, wie beispielsweise das Bohren
des Längsölkanals, als auch die Einlage von Einzelkernen entfallen können. Vorteilhafterweise
wird das den Sekundärluftkanal ausbildende Kernteilstück an dem dem Kettenschacht
abgewandten Kernlager gehalten, so daß der Sekundärluftkanal von den anderen Kernteilstücken
abgetrennt ist und somit nur eine Verbindung zum Auslaßkanal besitzt. Das Kernteilstück
kann aber auch noch zusätzlich an das Kernlager im Kettenkasten angebunden sein, so
daß der Kern eine größere Stabilität erhält. Dann muß der Sekundärluftkanal auf dieser
Seite allerdings nachträglich verschlossen werden. Der Sekundärluftkanal verläuft
beliebig, vorteilhafterweise aber mäanderförmig, zwischen den Gaswechselkanälen und
den Kammern, so daß der Kühlwasserraum des Zylinderkopfes weitgehend erhalten bleibt.
[0008] Weitere Ausgestaltungen und Vorteile gehen aus der Beschreibung hervor.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden in drei Zeichnungen mit weiteren
Einzelheiten näher erläutert, und zwar zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Zylinderkopf,
- Fig. 2
- den Zylinderkopf aus Fig. 1 im Längsschnitt und
- Fig. 3
- einen Teilschnitt durch den Zylinderkopf aus Fig. 1 und 2.
[0010] In den Figuren 1 bis 3 ist ein Zylinderkopf 1 für eine hier nicht näher dargestellte
mehrzylindrige Brennkraftmaschine gezeigt. Der Zylinderkopf 1 umfaßt ein einteiliges
Gußstück mit einem Zylinderkopfboden 2 und die von diesem nach oben bis zu einer Deckeltrennebene
3 abführenden längsseitigen Außenwände 4,5 und stirnseitigen Außenwände 6,7.
[0011] Im Zylinderkopf 1 ist mit Abstand zu dem Zylinderkopfboden 2 eine Zylinderkopfdecke
8 eingegossen, durch die ein Kühlwasserraum 9 von einem darüberliegenden Steuerraum
10 abgetrennt ist. In der Zylinderkopfdecke 8 ist ein Ölsammelraum 11 angeordnet über
dem wiederum ein Längsölkanal 12 verläuft.
[0012] Der Zylinderkopfboden 2 besitzt für jeden Zylinder einen Brennraum 13, von dem jeweils
ein hier nicht dargestellter Einlaßkanal, ein Auslaßkanal 14 und hier ebenfalls nicht
dargestellte Kammern zur Aufnahme einer Zündkerze, einer Einspritzdüse oder dergleichen
ausgehen. Der Einlaß- und der Auslaßkanal 14 durchsetzen den Kühlwasserraum 9 bis
zu den längsseitigen Außenwänden 4,5.
[0013] In der Zylinderkopfdecke 8 sind symmetrisch zur Längsmittelebene 15 V-förmig und
versetzt zueinander stehende Sacklochbohrungen 16 zur Aufnahme von Ventilspiel-Ausgleichselementen
angeordnet, wobei jede Sacklochbohrung 16 über einen querverlaufenden Verteilerkanal
17 mit dem sich in Zylinderkopflängsrichtung 18 erstreckenden Längsölkanal 12 zur
Druckölversorgung der Ventilspiel-Ausgleichselemente in Verbindung steht. Um den Abfluß
des Drucköls aus der Sacklochbohrung 16 zu ermöglichen, steht jede Sacklochbohrung
16 an ihrem unteren Ende über eine Rücklauföffnung 19 mit dem Ölsammelraum 11 in Verbindung
durch den das Öl aus dem Zylinderkopf 1 über einen Kettenschacht 20 und durch spezielle
hier nicht dargestellte Ölrücklaufbohrungen in die Ölwanne der Brennkraftmaschine
zurückfließen kann.
[0014] Gemäß der Erfindung werden die Sacklochbohrungen 16, der Längsölkanal 12, die Verteilerkanäle
17, die Rücklauföffnungen 19 und der Ölsammelraum 11 durch einen einzigen Gießkern,
der als Multifunktionalkern a ausgebildet ist, ausgeformt. Das Bohren des Längsölkanals,
der Verteilerkanäle und der Rücklauföffnungen als auch die Einlage von Einzelkernen
entfallen damit. Lediglich die vorgegossenen Sacklochbohrungen 16 zur Aufnahme von
Ventilspiel-Ausgleichselementen werden anschließend fertig gebohrt. Der Multifunktionalkern
a, auch als Ölgaleriekern bezeichnet, umfaßt mehrere Kernteilstücke b bis d. Ein Grundkern
b dient zur Herstellung des Ölsammelraumes 11 und der Rücklauföffnungen 19. Ein erstes
mit dem Grundkern b verbundenes Kernteilstück c dient zur Herstellung der Sacklochbohrungen
16. Ein zweites mit dem ersten Kernteilstück c verbundenes Kernteilstück d dient zur
Herstellung des rohrförmigen Längsölkanals 12 und der den Kern des Längsölkanals 12
stabilisierenden Verteilerkanäle 17. Der Multifunktionalkern a ist über zwei Kernlager
a', a'' im Kokillenunterteil abgestützt. Im Bereich einer Federauflagefläche 21 einer
Ventilführung wird eine definierte Trennebene 22 zwischen Grundkern b und einem zur
Bildung des Steuerraumes 10 notwendigen Steuerraumkern f gelegt, in der sich beim
Gießen zwangsläufig eine Gußhaut bildet, die bei der anschließenden Bearbeitung der
Federauflagefläche 21 vom Bearbeitungswerkzeug zumindest teilweise aufgeschnitten
wird, so daß hierdurch automatisch ein Ölablauf zum übrigen Ölraum hergestellt wird.
[0015] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung verläuft im Kühlwasserraum 9 ein Sekundärluftkanal
23 in etwa mäanderförmig in Zylinderkopflängsrichtung 18 zwischen den Gaswechselkanälen
14 und den Kammern und zwar so, daß der Kühlwasserraum 9 des Zylinderkopfes 1 weitgehend
erhalten bleibt. Der Sekundärluftkanal 23 besitzt jeweils zu den einzelnen Auslaßkanälen
14 abzweigende Verbindungsstücke 24, die im ventilnahen Bereich 25 an der dem Einlaßkanal
zugewandten Seite des Auslaßkanals 14 münden.
[0016] Der Sekundärluftkanal 23 und die Verbindungsstücke 24 werden durch ein weiteres Kernteilstück
e hergestellt, das über ein Kernlager a' mit den anderen Kernteilstücken b bis d des
Multifunktionalkernes a verbunden ist. Hier entfallen ebenfalls Bearbeitungsvorgange,
wie die Tieflochbohrung des Sekundärluftkanals und das Bohren der Verbindungsstücke,
und das Einlegen eines Einzelkernes.
[0017] Das Kernteilstück e ragt im ventilnahen Bereich 25 in einen hier nicht dargestellten
Auslaßkanal-Kern, der dazu entsprechend ausgespart ist. Die beim Gießen zwischen Auslaßkanal
14 und Verbindungsstück 24 entstandene Gußhaut liegt dadurch innerhalb des Auslaßkanals
14. Der Bereich 25 des Auslaßkanals 14 wird üblicherweise durch Formfräser bearbeitet,
wodurch in vorteilhafter Weise gleichzeitig die Gußhaut entfernt wird.
1. Gegossener Zylinderkopf einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine mit im Kühlwasserraum
angeordneten Gaswechselkanälen und Kammern für Zündkerzen oder Einspritzdüsen und
mit in der Zylinderkopfdecke angeordneten Sacklochbohrungen zur Aufnahme von Ventilspiel-Ausgleichselementen,
wobei jede Sacklochbohrung mit einem sich in Zylinderkopflängsrichtung erstreckenden
Längsölkanal zur Druckölversorgung der Ventilspiel-Ausgleichselemente in Verbindung
steht und daß ferner jede Sacklochbohrung an ihrem unteren Ende mit einer Rücklauföffnung
zu einem beim Gießen erzeugten Ölsammelraum in Verbindung steht,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sacklochbohrungen (16) mindestens vorgegossen und der Längsölkanal (12) fertiggegossen
sind.
2. Gegossener Zylinderkopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sacklochbohrungen (16) und der Längsölkanal (12) durch Verteilerkanäle (17) verbunden
sind.
3. Gegossener Zylinderkopf nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sacklochbohrungen (16), der Längsölkanal (12), die Verteilerkanäle (17), die
Rücklauföffnungen (19) und der Ölsammelraum (11) von einem einzigen Gießkern gebildet
sind.
4. Gegossener Zylinderkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gießkern (a) zusätzlich ein einen Sekundärluftkanal (23) ausbildendes Kernteilstück
(e) umfaßt.
5. Gegossener Zylinderkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kernteilstück (e) an ausschließlich einem Kernlager (a') gehalten ist.
6. Gegossener Zylinderkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kernteilstück (e) sich in Zylinderkopflängsrichtung (18) zwischen den Gaswechselkanälen
(14) und den Kammern in etwa mäanderförmig erstreckt, wobei das Kernteilstück (e)
jeweils zu den einzelnen Auslaßkanälen (14) abzweigende Verbindungsstücke (24) besitzt.