[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackung für Filmpatronen.
[0002] Filme vom Format 135 befinden sich in annähernd zylindrischen Patronen, die einen
Durchmesser von etwa 2,5 cm haben. Über den kreisrunden Querschnitt hinaus ragt das
Patronenmaul. An dieser Stelle mißt die Patrone etwa 3 cm im Durchmesser. Üblicherweise
werden diese Filmpatronen in zylindrischen Dosen verpackt, die aus zwei Teilen, einer
im wesentlichen zylindrischen, mit einem Boden versehenen Dose und einem dazu passenden
Deckel, bestehen, wobei die Dose eine lichte Weite hat, die geringfügig größer als
3 cm ist.
[0003] Ein neuer Typ von Filmpatronen für das Advanced Photo System weicht davon ab und
hat im wesentlichen einen ovalen Querschnitt (siehe Fig. 3).
[0004] Für diesen neuen Patronentyp wurde in DE 44 37 258 bereits ein Plastikgehäuse aus
einem Gehäusekörper mit geschlossenem Boden und einem auf der offenen Seite des Gehäusekörpers
aufzusetzenden Deckel vorgeschlagen, bei dem der Gehäusekörper wenigstens in seinem
Verbindungsbereich mit dem Deckel einen solchen horizontalen Umfang besitzt, daß er
aus wenigstens vier in Reihe miteinander verbundenen Kreisbögen besteht, von denen
wenigstens zwei Kreisbögen im Radius voneinander verschieden sind.
[0005] Diese Verpackung unterscheidet sich außer im Querschnitt nicht von herkömmlichen
Dosen.
[0006] Üblicherweise werden solche Dosen aus Kunststoff gefertigt, der schwarz eingefärbt
sein kann, um den in der Patrone befindlichen lichtempfindlichen Film vor Licht zu
schützen.
[0007] Die Dose ist meist aus einem sehr steifen und der Deckel meist aus einem sehr flexiblen
Kunststoff hergestellt. Damit wird erreicht, daß der Deckel gut schließt und der Inhalt
der Dose gegen den Zutritt von Feuchtigkeit geschützt ist.
[0008] Diese die Filmpatrone enthaltende Kunststoffdose wird ihrerseits in eine quaderförmige
Faltschachtel gepackt, die einen Originalverschluß aufweist. Unter Originalverschluß
wird dabei und im weiteren Verlauf der Beschreibung ein Verschluß verstanden, der
beim ersten Öffnen erkennbar verändert wird, beispielsweise beschädigt, so daß der
Kunde bei unverändertem, unbeschädigtem Verschluß die Sicherheit hat, daß das innenliegende
Produkt das Originalprodukt ist. Ein solcher Originalverschluß schließt nicht aus,
daß der Behälter wieder verschlossen werden kann.
[0009] Der Nachteil solcher Verpackungen ist, daß die Faltschachtel nach Entnahme des Films
Abfall ist, zusätzlichen Fertigungsaufwand erfordert, durch ihre Bedruckung mit Produktinformationen
erhebliche Kosten verursacht, zum Produktschutz keinen Beitrag leistet und das Volumen
des Produktes vergrößert.
[0010] Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, auf solche Faltschachteln zu verzichten.
So beschreibt US-PS 4 964 513 eine kartonlose wiederverwertbare Verpackung zur schützenden
Verpackung eines fotografischen Filmes, bestehend aus einem Kunststoffbehälter und
einem dazu passenden Kunststoffverschluß und Kunststoffetiketten, die Produktinformationen
enthalten und deren Kunststoff mit dem Kunststoff des Behälters und des Verschlusses
gemeinsam wiederverwertbar ist. Diese Etiketten sind sehr aufwendig zweilagig gestaltet,
um die notwendigen Produktinformationen auf dem gegenüber der Faltschachtel geringeren
Platz unterzubringen. Auch über den Verschluß ist ein Etikett geliebt, das seitliche
Laschen aufweist, die über den Verschluß hinaus bis auf den Behälter reichen und über
die das zweilagige Behalteretikett geklebt ist. Damit wird gewährleistet, daß beim
Öffnen des Verschlusses die Laschen zerrissen werden, wodurch das erstmalige Öffnen
des Behälters erkennbar wird.
[0011] Weitere Nachteile sind einmal die Tatsache, daß der Deckel einen größeren Durchmesser
hat als die Dose, somit übersteht, so daß die Dose ohne Faltschachtel in Verkaufsregalen
schlecht stapelbar ist, und zum zweiten, daß die Dose aufgrund ihres Längen-zu-Durchmesser-Verhältnisses
beim Spritzgießen lange Fließ- und Entformungswege und einen gehemmten Wärmeabfluß
bedingt, was zu langen Herstellzeiten und zu großen Wandstarken führt.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist, eine Verpackung zu schaffen, die keine Faltschachtel benötigt,
dennoch genügend Platz für die Produktinformation aufweist, ohne auf komplizierte
Lösungen wie in der o.g. US-PS 4 964 513 angewiesen zu sein, und die vorstehend genannten
Nachteile vermeidet.
[0013] Eine weitere Aufgabe ist, eine Verpackung zu schaffen, die, um dem unterschiedlichen
Platzbedarf von Patronen zu entsprechen, vom kreisrunden Querschnitt abweichen kann,
ohne auf das Grundprinzip des Verschlusses zu verzichten.
[0014] Eine weitere Aufgabe ist, eine Verpackung zu schaffen, die aus einfachen Komponenten
besteht und mehr als eine Filmpatrone aufnehmen kann.
[0015] Diese Aufgaben werden mit einer Dose gelöst, die aus folgenden Teilen besteht:
a) n Hohlzylindern,
b) 2 Endkappen und
c) n-1 Verbindungsgliedern,
wobei n eine ganze Zahl, insbesondere 1 bis 6 bedeutet, alle Teile den gleichen Querschnitt
aufweisen, der Hohlzylinder im Vergleich sowohl zu den Endkappen als auch zu den Verbindungsgliedern
eine größere Höhe hat, der Hohlzylinder einerseits mit den Endkappen und andererseits
mit den Verbindungsgliedern, soweit welche vorhanden sind, formschlüssig verbunden
ist und der äußere Durchmesser von Endkappen und Verbindungsgliedern nicht kleiner
ist als der Durchmesser der Hohlzylinder.
[0016] Insbesondere ist der äußere Durchmesser der Kappen und Verbindungsglieder geringfügig
größer als der äußere Durchmesser der Hohlzylinder.
[0017] Kappen und Verbindungsglieder werden zur formschlüssigen Verbindung über die offenen
Enden des Zylinders geschoben. Die Verbindungsglieder sind dabei so gestaltet, daß
sie zwei Zylinder miteinander verbinden. Vorzugsweise entsprechen sie in ihrer Gestaltung
den Kappen in der Weise, daß von den Stirnflächen ausgehend nach beiden Seiten Zylindermantelflächen
angesetzt sind, die den Zylindermantelflächen der Kappen entsprechen.
[0018] Die erfindungsgemäße Dose kann n Filmpatronen aufnehmen. Sie ist vorzugsweise aus
Kunststoff gefertigt, beispielsweise durch Spritzgießen.
[0019] Die formschlüssige Verbindung der Teile der Dose kann durch übliche Schnappverbindungen
erzeugt werden. Dazu weisen beispielsweise die Kappen und die Verbindungsglieder am
Ende der offenen Zylindermantelfläche einen innen umlaufenden Wulst auf, während die
Zylinder an der Außenseite entsprechend eine umlaufende Nut aufweisen, in die der
Wulst von Kappen oder Verbindungsglied einschnappt.
[0020] Über der geschlossenen Dose wird vorzugsweise noch eine Folie angebracht, die die
nötigen Produktinformationen enthält, einen Originalitätsverschluß bewirkt und zusätzlich
zum Schnappverschluß eine Dampfsperre bildet.
[0021] Dadurch, daß die Dosenteile niedriger sind als die bisherige Dose, können sie mit
geringer Wandstärke gespritzt werden. Neben der Materialersparnis ergeben sich kürzere
Zykluszeiten beim Herstellen der Dosenteile.
[0022] Die Umhüllung der Dose mit einer Folie erfolgt nach bekannter Technik; vorteilhafterweise
so, daß sie vom Benutzer leicht aufgerissen werden kann.
[0023] Die Dose ist in den üblichen Verkaufsregalen stapelbar.
[0024] Die Dosenteile können aus identischem Material, z.B. Polyethylen, Polypropylen oder
Polystyrol hergestellt werden. Dies erleichtert die Wiederverwendung des Werkstoffs.
[0025] Die Figuren zeigen Ausführungsformen der Erfindung.
[0026] Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Verpackung für eine Filmpatrone,
bei der ein Teil der Außenfläche weggebrochen ist.
[0027] Fig. 2 zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Verpackung für zwei Filmpatronen,
bei der ebenfalls ein Teil der Außenflächen weggebrochen ist.
[0028] Fig. 3 zeigt eine erfindungsgemäße Verpackung im Querschnitt.
[0029] Fig. 1 zeigt den Hohlzylinder (1) und die Kappen (2), die über den umlaufenden Wulst
(3) an der Innenseite der Kappenwand und die umlaufende Nut (4) an der Außenseite
der Zylinderwand formschlüssig miteinander verbunden sind.
[0030] Fig. 2 zeigt zwei Hohlzylinder (1), zwei Kappen (2) und das Verbindungsglied (5),
wobei (3) und (4) wiederum umlaufende Wulste und umlaufende Nuten bezeichnen. Das
Verbindungsglied (5) weist eine Trennwand (6) für die beiden Hohlzylinder auf die
ganz oder teilweise entfallen kann, beispielsweise derart, daß im Inneren nur ein
schmaler Ring ausgebildet ist, der das Durchrutschen einer Patrone von einem Zylinder
in den anderen verhindert.
[0031] Fig. 3 zeigt den Querschnitt einer erfindungsgemäße Dose (7) in ovaler Ausführungsform
mit innenliegender Patrone (8).
[0032] Wie in Fig. 1 und 2 erkennbar, verringert sich in einer bevorzugten Ausführungsform
die Wandstärke der Kappen- bzw. Verbindungsgliederwand zum Wulst (3) hin kontinuierlich,
ebenso die Wandstärke des Hohlzylinders von der Nut (4) bis zum Ende, um einerseits
das Verschließen und Öffnen der Dose zu erleichtern und andererseits den Unterschied
zwischen den Außendurchmessern von Kappen und Verbindungsgliedern zum einen und Hohlzylindern
zum anderen möglichst gering zu halten.
[0033] Der Querschnitt der Dose kann unterschiedlich sein, beispielsweise oval wie in Fig.
3, aber auch rund, mehreckig, z.B. 4-, 5-, 6- oder 8-eckig oder unregelmäßig geformt,
wobei der Dosenquerschnitt vorzugsweise so gewählt wird, daß er dem Patronenquerschnitt
einigermaßen angepaßt ist und die Dose gut stapelbar ist.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die äußere Oberfläche des Hohlzylinders
mit Strukturen versehen, die die Handhabung beim Öffnen verbessern.