(19)
(11) EP 0 775 646 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.05.1997  Patentblatt  1997/22

(21) Anmeldenummer: 96117261.6

(22) Anmeldetag:  28.10.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B65D 85/672, B65D 8/00, B65D 71/50
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 08.11.1995 DE 19541560

(71) Anmelder: Agfa-Gevaert AG
51373 Leverkusen (DE)

(72) Erfinder:
  • Riedel, Gerd
    81735 München (DE)

   


(54) Verpackung für fotografische Filme


(57) Eine Verpackung für Filmpatronen in Form einer Dose, die aus folgenden Teilen besteht:

a) n Hohlzylindern (1),

b) 2 Endkappen (2) und

c) n-1 Verbindungsgliedern (5),

wobei n eine ganze Zahl bedeutet, alle Teile den gleichen Querschnitt aufweisen, der Hohlzylinder (1) im Vergleich sowohl zu den Endkappen (2) als auch zu den Verbindungsgliedern (5) eine größere Höhe hat, der Hohlzylinder (1) einerseits mit den Endkappen (2) und andererseits mit den Verbindungsgliedern (5), soweit welche vorhanden sind, formschlüssig miteinander verbunden ist und der äußere Durchmesser von Endkappen (2) und Verbindungsgliedern (5) nicht kleiner ist als der Durchmesser der Hohlzylinder (1), ist stapelbar und schnell und materialsparend herstellbar.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackung für Filmpatronen.

[0002] Filme vom Format 135 befinden sich in annähernd zylindrischen Patronen, die einen Durchmesser von etwa 2,5 cm haben. Über den kreisrunden Querschnitt hinaus ragt das Patronenmaul. An dieser Stelle mißt die Patrone etwa 3 cm im Durchmesser. Üblicherweise werden diese Filmpatronen in zylindrischen Dosen verpackt, die aus zwei Teilen, einer im wesentlichen zylindrischen, mit einem Boden versehenen Dose und einem dazu passenden Deckel, bestehen, wobei die Dose eine lichte Weite hat, die geringfügig größer als 3 cm ist.

[0003] Ein neuer Typ von Filmpatronen für das Advanced Photo System weicht davon ab und hat im wesentlichen einen ovalen Querschnitt (siehe Fig. 3).

[0004] Für diesen neuen Patronentyp wurde in DE 44 37 258 bereits ein Plastikgehäuse aus einem Gehäusekörper mit geschlossenem Boden und einem auf der offenen Seite des Gehäusekörpers aufzusetzenden Deckel vorgeschlagen, bei dem der Gehäusekörper wenigstens in seinem Verbindungsbereich mit dem Deckel einen solchen horizontalen Umfang besitzt, daß er aus wenigstens vier in Reihe miteinander verbundenen Kreisbögen besteht, von denen wenigstens zwei Kreisbögen im Radius voneinander verschieden sind.

[0005] Diese Verpackung unterscheidet sich außer im Querschnitt nicht von herkömmlichen Dosen.

[0006] Üblicherweise werden solche Dosen aus Kunststoff gefertigt, der schwarz eingefärbt sein kann, um den in der Patrone befindlichen lichtempfindlichen Film vor Licht zu schützen.

[0007] Die Dose ist meist aus einem sehr steifen und der Deckel meist aus einem sehr flexiblen Kunststoff hergestellt. Damit wird erreicht, daß der Deckel gut schließt und der Inhalt der Dose gegen den Zutritt von Feuchtigkeit geschützt ist.

[0008] Diese die Filmpatrone enthaltende Kunststoffdose wird ihrerseits in eine quaderförmige Faltschachtel gepackt, die einen Originalverschluß aufweist. Unter Originalverschluß wird dabei und im weiteren Verlauf der Beschreibung ein Verschluß verstanden, der beim ersten Öffnen erkennbar verändert wird, beispielsweise beschädigt, so daß der Kunde bei unverändertem, unbeschädigtem Verschluß die Sicherheit hat, daß das innenliegende Produkt das Originalprodukt ist. Ein solcher Originalverschluß schließt nicht aus, daß der Behälter wieder verschlossen werden kann.

[0009] Der Nachteil solcher Verpackungen ist, daß die Faltschachtel nach Entnahme des Films Abfall ist, zusätzlichen Fertigungsaufwand erfordert, durch ihre Bedruckung mit Produktinformationen erhebliche Kosten verursacht, zum Produktschutz keinen Beitrag leistet und das Volumen des Produktes vergrößert.

[0010] Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, auf solche Faltschachteln zu verzichten. So beschreibt US-PS 4 964 513 eine kartonlose wiederverwertbare Verpackung zur schützenden Verpackung eines fotografischen Filmes, bestehend aus einem Kunststoffbehälter und einem dazu passenden Kunststoffverschluß und Kunststoffetiketten, die Produktinformationen enthalten und deren Kunststoff mit dem Kunststoff des Behälters und des Verschlusses gemeinsam wiederverwertbar ist. Diese Etiketten sind sehr aufwendig zweilagig gestaltet, um die notwendigen Produktinformationen auf dem gegenüber der Faltschachtel geringeren Platz unterzubringen. Auch über den Verschluß ist ein Etikett geliebt, das seitliche Laschen aufweist, die über den Verschluß hinaus bis auf den Behälter reichen und über die das zweilagige Behalteretikett geklebt ist. Damit wird gewährleistet, daß beim Öffnen des Verschlusses die Laschen zerrissen werden, wodurch das erstmalige Öffnen des Behälters erkennbar wird.

[0011] Weitere Nachteile sind einmal die Tatsache, daß der Deckel einen größeren Durchmesser hat als die Dose, somit übersteht, so daß die Dose ohne Faltschachtel in Verkaufsregalen schlecht stapelbar ist, und zum zweiten, daß die Dose aufgrund ihres Längen-zu-Durchmesser-Verhältnisses beim Spritzgießen lange Fließ- und Entformungswege und einen gehemmten Wärmeabfluß bedingt, was zu langen Herstellzeiten und zu großen Wandstarken führt.

[0012] Aufgabe der Erfindung ist, eine Verpackung zu schaffen, die keine Faltschachtel benötigt, dennoch genügend Platz für die Produktinformation aufweist, ohne auf komplizierte Lösungen wie in der o.g. US-PS 4 964 513 angewiesen zu sein, und die vorstehend genannten Nachteile vermeidet.

[0013] Eine weitere Aufgabe ist, eine Verpackung zu schaffen, die, um dem unterschiedlichen Platzbedarf von Patronen zu entsprechen, vom kreisrunden Querschnitt abweichen kann, ohne auf das Grundprinzip des Verschlusses zu verzichten.

[0014] Eine weitere Aufgabe ist, eine Verpackung zu schaffen, die aus einfachen Komponenten besteht und mehr als eine Filmpatrone aufnehmen kann.

[0015] Diese Aufgaben werden mit einer Dose gelöst, die aus folgenden Teilen besteht:

a) n Hohlzylindern,

b) 2 Endkappen und

c) n-1 Verbindungsgliedern,

wobei n eine ganze Zahl, insbesondere 1 bis 6 bedeutet, alle Teile den gleichen Querschnitt aufweisen, der Hohlzylinder im Vergleich sowohl zu den Endkappen als auch zu den Verbindungsgliedern eine größere Höhe hat, der Hohlzylinder einerseits mit den Endkappen und andererseits mit den Verbindungsgliedern, soweit welche vorhanden sind, formschlüssig verbunden ist und der äußere Durchmesser von Endkappen und Verbindungsgliedern nicht kleiner ist als der Durchmesser der Hohlzylinder.

[0016] Insbesondere ist der äußere Durchmesser der Kappen und Verbindungsglieder geringfügig größer als der äußere Durchmesser der Hohlzylinder.

[0017] Kappen und Verbindungsglieder werden zur formschlüssigen Verbindung über die offenen Enden des Zylinders geschoben. Die Verbindungsglieder sind dabei so gestaltet, daß sie zwei Zylinder miteinander verbinden. Vorzugsweise entsprechen sie in ihrer Gestaltung den Kappen in der Weise, daß von den Stirnflächen ausgehend nach beiden Seiten Zylindermantelflächen angesetzt sind, die den Zylindermantelflächen der Kappen entsprechen.

[0018] Die erfindungsgemäße Dose kann n Filmpatronen aufnehmen. Sie ist vorzugsweise aus Kunststoff gefertigt, beispielsweise durch Spritzgießen.

[0019] Die formschlüssige Verbindung der Teile der Dose kann durch übliche Schnappverbindungen erzeugt werden. Dazu weisen beispielsweise die Kappen und die Verbindungsglieder am Ende der offenen Zylindermantelfläche einen innen umlaufenden Wulst auf, während die Zylinder an der Außenseite entsprechend eine umlaufende Nut aufweisen, in die der Wulst von Kappen oder Verbindungsglied einschnappt.

[0020] Über der geschlossenen Dose wird vorzugsweise noch eine Folie angebracht, die die nötigen Produktinformationen enthält, einen Originalitätsverschluß bewirkt und zusätzlich zum Schnappverschluß eine Dampfsperre bildet.

[0021] Dadurch, daß die Dosenteile niedriger sind als die bisherige Dose, können sie mit geringer Wandstärke gespritzt werden. Neben der Materialersparnis ergeben sich kürzere Zykluszeiten beim Herstellen der Dosenteile.

[0022] Die Umhüllung der Dose mit einer Folie erfolgt nach bekannter Technik; vorteilhafterweise so, daß sie vom Benutzer leicht aufgerissen werden kann.

[0023] Die Dose ist in den üblichen Verkaufsregalen stapelbar.

[0024] Die Dosenteile können aus identischem Material, z.B. Polyethylen, Polypropylen oder Polystyrol hergestellt werden. Dies erleichtert die Wiederverwendung des Werkstoffs.

[0025] Die Figuren zeigen Ausführungsformen der Erfindung.

[0026] Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Verpackung für eine Filmpatrone, bei der ein Teil der Außenfläche weggebrochen ist.

[0027] Fig. 2 zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Verpackung für zwei Filmpatronen, bei der ebenfalls ein Teil der Außenflächen weggebrochen ist.

[0028] Fig. 3 zeigt eine erfindungsgemäße Verpackung im Querschnitt.

[0029] Fig. 1 zeigt den Hohlzylinder (1) und die Kappen (2), die über den umlaufenden Wulst (3) an der Innenseite der Kappenwand und die umlaufende Nut (4) an der Außenseite der Zylinderwand formschlüssig miteinander verbunden sind.

[0030] Fig. 2 zeigt zwei Hohlzylinder (1), zwei Kappen (2) und das Verbindungsglied (5), wobei (3) und (4) wiederum umlaufende Wulste und umlaufende Nuten bezeichnen. Das Verbindungsglied (5) weist eine Trennwand (6) für die beiden Hohlzylinder auf die ganz oder teilweise entfallen kann, beispielsweise derart, daß im Inneren nur ein schmaler Ring ausgebildet ist, der das Durchrutschen einer Patrone von einem Zylinder in den anderen verhindert.

[0031] Fig. 3 zeigt den Querschnitt einer erfindungsgemäße Dose (7) in ovaler Ausführungsform mit innenliegender Patrone (8).

[0032] Wie in Fig. 1 und 2 erkennbar, verringert sich in einer bevorzugten Ausführungsform die Wandstärke der Kappen- bzw. Verbindungsgliederwand zum Wulst (3) hin kontinuierlich, ebenso die Wandstärke des Hohlzylinders von der Nut (4) bis zum Ende, um einerseits das Verschließen und Öffnen der Dose zu erleichtern und andererseits den Unterschied zwischen den Außendurchmessern von Kappen und Verbindungsgliedern zum einen und Hohlzylindern zum anderen möglichst gering zu halten.

[0033] Der Querschnitt der Dose kann unterschiedlich sein, beispielsweise oval wie in Fig. 3, aber auch rund, mehreckig, z.B. 4-, 5-, 6- oder 8-eckig oder unregelmäßig geformt, wobei der Dosenquerschnitt vorzugsweise so gewählt wird, daß er dem Patronenquerschnitt einigermaßen angepaßt ist und die Dose gut stapelbar ist.

[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die äußere Oberfläche des Hohlzylinders mit Strukturen versehen, die die Handhabung beim Öffnen verbessern.


Ansprüche

1. Verpackung für Filmpatronen in Form einer Dose, die aus folgenden Teilen besteht:

a) n Hohlzylindern,

b) 2 Endkappen und

c) n-1 Verbindungsgliedern,

wobei n eine ganze Zahl, insbesondere 1 bis 6 bedeutet, alle Teile den gleichen Querschnitt aufweisen, der Hohlzylinder im Vergleich sowohl zu den Endkappen als auch zu den Verbindungsgliedern eine größere Höhe hat, der Hohlzylinder einerseits mit den Endkappen und andererseits mit den Verbindungsgliedern, soweit welche vorhanden sind, formschlüssig miteinander verbunden ist und der äußere Durchmesser von Endkappen und Verbindungsgliedern nicht kleiner ist als der Durchmesser der Hohlzylinder.
 
2. Verpackung nach Anspruch 1, wobei der äußere Durchmesser der Kappen und Verbindungsglieder geringfügig größer ist als der äußere Durchmesser der Hohlzylinder.
 




Zeichnung







Recherchenbericht