[0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufrichten von flachen Sendungen
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] In Briefverteilanlagen werden Briefe und ähnliche flache Sendungen in bestimmten
Phasen des Bearbeitungsprozesses mittels Bändersystemen befördert. Üblicherweise bestehen
diese Bändersysteme aus einem im wesentlichen horizontal angeordnetem Grundband und
einem aus Ober- und Unterband bestehenden Deckband, zwischen denen die Sendungen befördert
werden. Die Sendungen stehen dabei auf einer Kante. Bei der Beförderung solcher Bändersysteme
auftretendes Problem besteht darin, daá die Sendungen in Schrägstellung einen Höhenversatz
aufweisen. Beides kann bei der weiteren Bearbeitung der Sendungen zu Störungen führen,
insbesondere zu Staus und einer Verschiebung der Lücken zwischen den Sendungen der
zu Beschädigungen führt.
[0003] Eine mögliche Lösung dieses Problems bestände darin, das Gewicht der Sendung auszunutzen
und die Sendung in einem bestimmten Abschnitt des Bandsystems quasi von allein unter
dem Einfluß der Schwerkraft sich ausrichten zu lassen. Dabei wird die Sendung losgelassen,
so daß Lückenverschiebungen bestehen könnten. Außerdem könnte durch elektrostatische
Aufladung der Sendungen eine Ausrichtung verhindert werden.
[0004] In der DE 1 817 472 U wird eine Vorrichtung zum Drehen von flachen Sendungen um eine
senkrecht zu ihrer Ebene stehende Achse, die auf einer Kante stehend mit einem Bändersystem
mit einem Deckband transportiert werden, beschrieben. In einem vorgegebenen Abschnitt
befindet sich ein angetriebenes Rollenpaar, dessen gemeinsame Achse im wesentlichen
senkrecht zur Förderrichtung angeordnet ist, wobei die erste Rolle oberhalb des Deckbandes
und die zweite Rolle unterhalb des Deckbandes angeordnet ist. Zur Durchführung der
Drehung besitzt die obere Rolle eine höhere, feste Drehgeschwindigkeit als die untere
Rolle, so daß ein die Lage der Sendung veränderndes Moment ausgeübt wird. Ein gezieltes
Ausrichten von Sendungen ist hiermit nicht möglich.
[0005] In einer Vorrichtung zum Ausrichten von Blättern (EP-A-0 431 267) wird mit Hilfe
einer Sensoreinrichtung die Lage der jeweiligen Sendung ermittelt. Wird eine Schräglage
detektiert, so erfolgt eine Aktivierung derjenigen zwei von mehreren Rollen, deren
Eingriff die Ausrichtung am besten bewirkt. Eine Rolle wird dann solange mit einer
festen Drehzahl angetrieben und die andere Rolle abgebremst, bis die Schrägstellung
ausgeglichen ist. Ein geregeltes Verändern der Geschwindigkeiten der Rollen gemäß
der Art und Größe der Schrägstellung unter Beibehaltung der Abstände zwischen den
Sendungen erfolgt hierbei nicht.
[0006] Gemäß der US-A-4 836 527 wird die Schräglage eines Dokumentes ausgeglichen, indem
eine angetriebene Rolle auf einem schwenkbaren Arm befestigt ist und gegen eine Federkraft
ausgelenkt wird. Dies erfolgt allerdings ungeregelt, so daß bestimmte Bedingungen
bei unterschiedlichen Formaten und Abständen zwischen den Sendungen bei hoher Transportgeschwindigkeit
nicht einzuhalten sind.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Angabe einer Vorrichtung zum Ausrichten
von flachen Sendungen, die mittels eines Bändersystems befördert werden, bei der insbesondere
Lückenverschiebungen zwischen den Sendungen vermieden werden.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung sind in Unteransprüchen der Beschreibung zu entnehmen.
[0009] Die Erfindung geht von der Idee aus, Sendungen während des Ausrichtungsvorgangs durch
ein steuerbares Rollenpaar reibschlüssig zu fassen und durch eine Änderung der Drehgeschwindigkeit
oder der Orientierung der Rollen ein die Lage der Sendungen relativ zum Bändersystem
veränderndes Moment auf die Sendungen auszuüben. Dadurch ist eine Richtstrecke unabhängig
von ihrer Einbaulage.
[0010] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es möglich, Lückenverschiebungen zu vermeiden
und auch schwierige Sendungsarten zu bearbeiten. Insbesondere wird vermieden, daß
Sendungen beschädigt werden, insgesamt wird die Störanfälligkeit der gesamten Briefverteilanlage
reduziert.
[0011] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen beschrieben, dabei zeigt
- FIG. 1
- eine Seitenansicht einer Ausführungsform der Erfindung
- FIG. 2
- eine Obenansicht der Vorrichtung der FIG. 1
- FIG. 3
- eine Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
- FIG. 4
- eine Obenansicht der Vorrichtung der FIG. 3
- FIG. 5
- mögliche Sendungsrichtvorgänge.
[0012] Die in FIG. 1 dargestellte erfindungsgemäße Vorrichtung weist ein aus Grundband 1
und dem Deckband 2 bestehendes Bändersystem auf, das eine flache Sendung 3 auf einer
Kante stehend befördert. Zur Führung und zum Antrieb der Bänder sind Rollen 4 vorgesehen.
Das Deckband besitzt im Normalbetrieb eine Nenngeschwindigkeit VN. Ein Rollenpaar
5 und 6 mit einer gemeinsamen Drehachse 7, die im wesentlichen senkrecht zur Förderrichtung
der Sendungen angeordnet ist, ist oberhalb bzw. unterhalb des Deckbandes 2 angeordnet.
Da die Sendung 3 nur hinten vom Deckband bedeckt wird, können die Rollen 5 und 6 an
der Sendung 3 anliegen und sie reibschlüssig fassen. Sobald eine Sendung von den Rollen
gefaßt wird, kann über diese ein Moment auf die Sendung 3 ausgeübt werden, um deren
Lage in Bezug auf das Bändersystem zu verändern. Vorzugsweise kann hierfür eine der
Rollen mit einer der Nenngeschwindigkeit Vn entsprechenden Geschwindigkeit rotieren,
während die zweite Rolle eine davon abweichende Geschwindigkeit

V aufweist. Die Differenz zwischen den beiden Geschwindigkeiten führt zur Ausbildung
eines Drehmoments auf die Sendung, so daß eine Lagekorrektur, falls erforderlich vorgenommen
werden kann. Bei der bevorzugten Ausführungsform der FIG. 1 wird die obere Reibrolle
5 von einem Servomotor angetrieben; die untere Rolle sitzt direkt auf einer Hohlwelle
auf der Motorachse mit der Nenngeschwindigkeit V
n. Der Antrieb dieser zweiten Rolle erfolgt vorzugsweise über einen Riemen 8 und einer
Riemenscheibe 9, FIG. 2.
[0013] Die Lage der Sendung wird durch zwei in Förderrichtung vor dem Rollenpaar 5, 6 angeordnete
Sensoren 10 erfaßt. Vorzugsweise sind dafür Lichtschranken vorgesehen. Mit einer weiteren
Sensoreinrichtung 11 wird die Lage der Sendung während sie von den Rollen 5 und 6
gefaßt ist, erfaßt. Die Sensoren 10 und 11 sind mit der in den Figuren 1 und 2 nicht
dargestellten Steuerelektronik verbunden. Um die Drehung der Sendung zu erleichtern,
wird von einem Hubmagneten 12 eine Gegenrolle 13, die um eine Achse 14 schwenkbar
ist und gegen das Deckband 2 drückt, weggerückt, sobald die Sendung gegenüber dem
Bändersystem bewegt werden soll.
[0014] FIG. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung mit einem Rollenpaar 15,
16, das auf einer gemeinsamen schwenkbaren Achse 17 angeordnet ist. Die Achse sitzt
auf einem Chassis 19, das an einem Drehpunkt 18 angelenkt ist. Die Schwenkbewegung
wird vorzugsweise über eine Zahnstange und ein von einem Servo- oder Schrittmotor
angetriebenes Zahnrad 21 geschwenkt. Ein Motor 22 treibt über einen Riemen 23 und
eine Riemenscheibe 24 die Achse 17 an. FIG. 4 zeigt die Vorrichtung der FIG. 3 in
Obenansicht. Gegenüber dem Rollenpaar 15, 16 ist eine angefederte Gegenrolle 25 angeordnet
um die reibschlüssige Fassung der Sendung 3 zu verbessern. Die Gegenrolle 25 ist auf
dem gleichen Chassis angeordnet wie das Rollenpaar 15, 16. Die Rolle 25 wird durch
einen Hubmgnet weggerückt, um die Bewegung der Sendung zwischen dem Deckband 2 zu
erleichtern. Die Rollen 15 und 16 werden mit einer der Nenngeschwindigkeit Vn entsprechenden
Drehgeschwindigkeit angetrieben, so daß eine von den Rollen 15 und 16 gefaßte Sendung
durch das Schwenken der Drehachse 17 bewegt werden kann.
[0015] Einige der wichtigsten Sendungsrichtvorgänge sind in FIG. 5 für die Vorrichtung gemäß
der Figuren 1 und 2 dargestellt. 5a zeigt den Fall einer Sendung, deren Hinterkante
angehoben ist. Bei einer Sendung einer gegenüber der Richtgeschwindigkeit um

V verringerten Geschwindigkeit der Rolle 5 wird die Sendungshinterkante in Richtung
auf das Grundband 2 bewegt. Anschließend wird die Rolle 5 mit der Geschwindigkeit
Vn angetrieben. Figur 5b zeigt den Fall einer Sendung mit angehobener Vorderkante.
Durch Anwendung einer gegenüber der Geschwindigkeit Vn erhöhten Geschwindigkeit

V wird die Vorderkante abgesenkt, anschließend wird die Rolle mit der Geschwindigkeit
Vn weiterbetrieben. Figur 5c zeigt den Fall einer waagerecht der dem Grundband angehobenen
Sendung, in diesem Fall wird im vorderen Bereich der Sendung zunächst eine Geschwindigkeit

V angesendet, die zu einer Senkung der Hinterkante der Sendung führt. Anschließend
wird analog wie in FIG. 5b eine Geschwindigkeit +

V angewendet, die zu einer Absenkung der Vorderkante führt. Während dieser Richtvorgänge
ist eine Sendung von Rollen gefaßt, so daß keine Lückenverschiebung zwischen den Sendungen
auftritt.
1. Vorrichtung zum Ausrichten von flachen Sendungen, die auf einer Kante stehend mittels
eines Bändersystems gefördert werden, das ein im wesentlichen horizontal angeordnetes
Grundband (1) und ein aus Ober- und Unterband bestehendes Deckbank (2) aufweist, zwischen
denen die Sendungen (3) gefördert werden,
wobei in einem vorgegebenen Abschnitt des Bändersystems ein angetriebenes Paar Rollen
(5,6,15,16) vorgesehen ist, dessen gemeinsame Achse im wesentlichen senkrecht zur
Förderrichtung angeordnet ist, wobei die erste Rolle (5,15) oberhalb des Deckbandes
(2) und die zweite Rolle (6,16) unterhalb des Deckbandes (2) derartig angeordnet ist,
daß eine diesen Abschnitt passierende Sendung (3) reibschlüssig von den Rollen (5,6,15,16)
gefaßt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Sensoreinrichtung (10) zum Erfassen der Lage der Sendungen in Förderrichtung
vor dem Rollenpaar (5,6,15,16) angeordnet ist und daß die Geschwindigkeit einer der
Rollen und/oder der Winkel der Drehachse (7,17) zur Förderrichtung in Abhängigkeit
von der Schrägstellung der Sendungen (3) zur Korrektur der Schräglage geregelt wird,
wobei die andere Rolle nur mit Nenngeschwindigkeit laufen kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine angefederte Gegenrolle (25) zum Rollenpaar (5, 6, 15, 16) vorgesehen ist.
1. Device for aligning flat items of mail which are conveyed standing on one edge by
means of a belt system which has a basic belt (1) arranged essentially horizontally
and a top belt (2) consisting of a top and bottom belt, between which the items of
mail (3) are conveyed,
a driven pair of rollers (5,6,15,16) being provided in a predefined section of the
belt system and their common axis being arranged essentially at right angles to the
conveying direction, the first roller (5,15) being arranged above the top belt (2)
and the second roller (6,16) being arranged underneath the top belt (2) in such a
way that an item of mail (3) passing through this section is gripped frictionally
by the rollers (5,6,15,16),
characterized in that a sensor device (10) for detecting the position of the items
of mail is arranged upstream of the pair of rollers (5,6,15,16) in the conveying direction,
and in that the speed of one of the rollers and/or the angle of the axis of rotation
(7,17) in relation to the conveying direction is controlled on the basis of the skewed
position of the items of mail (3) in order to correct the skewed position, it being
possible for the other roller to run only at the nominal speed.
2. Device according to Claim 1, characterized in that a sprung opposing roller (25) is
provided for the pair of rollers (5,6,15,16).
1. Dispositif pour orienter des envois postaux plats, qui sont convoyés de chant sur
une arête au moyen d'un système de bandes qui comporte une bande (1) de base disposée
sensiblement horizontalement et une bande (2) de recouvrement constituée d'une bande
supérieure et d'une bande inférieure entre lesquels les envois (3) postaux sont convoyés,
il est prévu dans un tronçon prescrit du système de bandes une paire de galets
(5, 6, 15, 16) entraînés dont l'axe commun est disposé sensiblement perpendiculairement
à la direction de convoyage, le premier galet (5, 15) étant monté au-dessus de la
bande (2) de recouvrement et le deuxième galet (6, 16) étant monté en-dessous de la
bande (2) de recouvrement de telle manière qu'un envoi (3) postal passant dans ce
tronçon est saisi de manière entraînée par friction par les galets (5, 6, 15, 16)
caractérisé en ce qu'un dispositif (10) de capteurs pour détecter la position des
envois postaux et monté en amont de la paire (5, 6, 15, 16) de galets dans la direction
de convoyage et en ce que la vitesse de l'un des galets et/ou l'angle de l'axe (7,
17) de rotation par rapport à la direction de convoyage est régulée en fonction de
la position en biais de l'envoi (3) postal pour corriger la position en biais, l'autre
galet ne pouvant tourner qu'à la vitesse nominale.
2. Dispositif suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est prévu un galet
(25) conjugué à la paire (5, 6, 15, 16) de galets qui est monté de manière élastique.