[0001] Die Erfindung betrifft eine wärmedämmende Wand, ein Verfahren zum Erstellen einer
wärmedämmenden Wand sowie einen Wärmedämmblock.
[0002] Bei der Erstellung von Gebäuden jeglicher Art besteht spätestens seit den Energiekrisen
der letzten Jahrzehnte eine vordringliche Aufgabe darin, den Energieverbrauch für
die Klimatisierung, insbesondere die Beheizung des Gebäudes möglichst niedrig zu halten.
Dies kann unter anderem durch Maßnahmen erreicht werden, die den Wärmedurchgang durch
die Wände verringern und somit den Energieverlust der beheizten Innenräume an die
Umgebung minimieren.
[0003] In diesem Zusammenhang ist es beispielsweise bekannt, Dämmplatten auf die erstellten
Wände unter Verwendung von Klebstoff und/oder Dübeln aufzubringen. Auf diese Weise
lassen sich üblicherweise Dämmaterialien mit Dicken zwischen 4 cm und 15 cm und Plattengrößen
bis ca. 0,5 m
2 an den Wänden anbringen. Beispielsweise ist aus der DE-GM 86 01 946 ein Bauelement
aus geblähten Kunststoffen bekannt, das zusammen mit weiteren derartigen Bauelementen
zur Wärmedämmung einer Wand an dem Mauerwerk angebracht wird. Dieses bekannte Bauelement
weist ferner waagerecht verlaufende Vertiefungen auf, die der besseren Haftung eines
außen an dem Bauelement anzubringenden Putzes dienen. Ferner ist aus der DE 34 34
021 A1 ein wärmedämmendes Formelement und ein Verfahren zur Herstellung eines Mauerwerks
bekannt, bei dem jeweils eine Lage der plattenförmigen Dämmelemente auf die darunterliegende
Lage aufgesteckt wird, und nachfolgend an der Innenseite eine Lage des Mauerwerks
erstellt wird, wobei Vorsprünge an den wärmedämmenden Formelementen zur Ausrichtung
der Mauerwerkfugen dienen.
[0004] Diese bekannten Wärmedämmelemente weisen jedoch allenfalls eine Dicke von einigen
Zentimetern auf und können eine weitgehend vollständige Wärmedämmung eines Gebäudes
nicht gewährleisten. Eine ausgezeichnete Wärmedämmung ist aber zusammen mit einer
dichten Gebäudehülle, Fenstern mit Super-Verglasung und entsprechenden Rahmen, sowie
einer bedarfsgesteuerten Lüftungsanlage mit hocheffizientem Wärmetauscher für die
Wärmerückgewinnung eine unabdingbare Voraussetzung für die Erstellung eines sogenannten
Passivhauses. Passiv- oder Niedrigenergiehäuser sind Gebäude, die eine derart geringe
Energiemenge in die Umgebung abgeben, daß gegebenenfalls sogar auf eine Heizung verzichtet
werden kann. Mit der fortschreitenden Entwicklung der genannten Komponenten von Passivhäusern
ist es heutzutage möglich, solche Gebäude mit einem akzeptablen Aufwand zu erstellen.
[0005] Wie erwähnt, ist insbesondere eine gute Wärmedämmung eine der wichtigsten Voraussetzungen
für die Erstellung von Passivhäusern. Beispielsweise wird an der Außenwand ein k-Wert
von 0,10 W/(m
2K) benötigt. Hierzu ist eine Stärke einer Dämmschicht im Bereich von bis zu ca. 40
cm nötig. Eine derartige Dämmschicht kann jedoch mit den bekannten Verfahren nicht
an der Wand eines Hauses angebracht werden.
[0006] In Anbetracht der Unzulänglichkeiten der im Stand der Technik bekannten Wärmedämmsysteme
liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine wärmedämmende Wand, ein
Verfahren zur Erstellung einer wärmedämmenden Wand und ein hierfür geeignetes Wärmedämmelement
zu schaffen, mit dessen Hilfe kostengünstig ein Passivhaus erstellt werden kann. Insbesondere
muß dafür gesorgt werden, daß Wärmedämmelemente mit einer Breite in der genannten
Größenordnung sicher mit den tragenden Wänden verbunden werden können.
[0007] Die Lösung dieser Aufgaben wird zum einen durch eine wärmedämmende Wand gemäß Anspruch
1 erreicht.
[0008] Demzufolge weist die erfindungsgemäße Wand eine Außenschicht aus mehreren Lagen von
Blöcken aus Wärmedämmaterial (vorzugsweise EPS-Hartschaum) auf. Die Blöcke aus Wärmedämmaterial
sind vorzugsweise mit einer Stärke von 35 cm bis 40 cm ausgeführt, und sorgen für
eine ausgezeichnete Wärmedämmung der erfindungsgemäßen Wand. Ferner weist die Wand
eine Innenschicht aus Beton oder mehreren Lagen von Mauersteinen auf, die mit einem
geeigneten Verbindungsmittel, vorzugsweise Mörtel, miteinander verbunden sind. Folglich
ist die Innenschicht der erfindungsgemäßen Wärmedämmwand in bewährter Weise aus Beton
oder Mauersteinen hergestellt, zwischen denen Mauerwerksfugen vorhanden sind, die
mit einem Verbindungsmittel gefüllt sind.
[0009] Erfindungsgemäß wird der Beton oder das in den Fugen zwischen den Steinen der Innenschicht
befindliche Verbindungsmittel für die sichere Befestigung der Außenschicht aus Wärmedämmblöcken
an der Innenschicht benützt. Es sei an dieser Stelle angemerkt, daß erfindungsgemäß
die Außenschicht aus Wärmedämmblöcken zumindest teilweise vor der Innenschicht aus
Beton oder Mauersteinen erstellt wird. Bei der Erstellung der Innenschicht aus Beton
oder Mauersteinen fließt der Beton oder das beim Erstellen der Innenschicht flüssige
Verbindungsmittel, vorzugsweise Mörtel, in die Nuten ein, die in den Wärmedämmblöcken
an deren Innenseiten ausgebildet sind. Hierbei sind diese Nuten gegebenenfalls derart
mit den Fugen zwischen den Steinen der Innenschicht ausgerichtet, daß das Verbindungsmittel
problemlos einfließen kann. Nach dem Aushärten des Betons oder des Verbindungsmittels
befindet sich dieser/dieses somit teilweise auch in den Nuten der Wärmedämmblöcke,
so daß diese fest mit der Innenschicht verbunden sind.
[0010] An der erfindungsgemäßen Wärmedämmwand ist somit an der Außenschicht eine sehr gute
Wärmedämmung durch die außerordentlich dicken Blöcke aus Wärmedämmaterial gewährleistet.
Ferner sorgt in völlig neuartiger Weise das Einfließen des beim Erstellen der Innenschicht
verwendeten Betons oder Mörtels in die Nuten der Wärmedämmblöcke für eine feste Verbindung
zwischen den beiden Schichten der erfindungsgemäßen Wand. In vorteilhafter Weise sind
die Nuten der Wärmedämmblöcke gegebenenfalls auf Basis der Mauerwerksnorm in vertikaler
Richtung voneinander beabstandet, so daß ein Mauerwerk in einer standardisierten Ausbildung
mit den beschriebenen Wärmedämmblöcken zur Ausbildung der erfindungsgemäßen Wärmedämmwand
kombiniert werden kann.
[0011] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Wand sind in den Ansprüchen 2
bis 8 beschrieben.
[0012] Demzufolge wird bevorzugt, wenn die Wärmedämmblöcke der Außenschicht nicht nur fest
mit der Innenschicht aus Mauerwerk verbunden sind, sondern auch mit den darunter-
und darüberliegenden Blöcken eine feste Verbindung hergestellt wird. Für diese Verbindung
zwischen den Blöcken übereinanderliegender Lagen hat sich eine Nut-Feder-Verbindung
als vorteilhaft erwiesen, bei der an den Ober- und Unterseiten der Blöcke Nuten ausgebildet
sind, in die jeweils vor dem Auflegen der nächsten Lage von Blöcken Federelemente
eingelegt werden. Alternativ oder ergänzend kann eine Verklebung der Blöcke übereinanderliegender
Lagen durch Aufbringen eines Haftmittels durchgeführt werden.
[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind zwischen einzelnen Lagen von
Wärmedämmblöcken Zugbänder angebracht. Wenn die Stoßstellen zwischen den Wärmedämmblöcken
übereinanderliegender Lagen mit den Mauerwerksfugen ausgerichtet sind, so kann durch
die beschriebene Anordnung von Zugbändern eine weitere Verbesserung der Verbindung
zwischen der Innen- und der Außenschicht erreicht werden. Diese Zugbänder werden zwischen
die Blöcke übereinanderliegender Lagen geklemmt und erstrecken sich in die benachbarte
Mauerwerksfuge. Beim Aushärten des Betons oder des verwendeten Verbindungsmittels,
beispielsweise Mörtel, werden die Bänder in der Innenschicht befestigt. Gegebenenfalls
kann die Verbindung der beiden Schichten auch ausschließlich über die eingemauerten
Zugbänder erfolgen.
[0014] Für besondere Anwendungsfälle ist es vorteilhaft, wenn zwischen den Blöcken übereinanderliegender
Lagen Schwerkraftanker angebracht sind. Diese Schwerkraftanker weisen vorzugsweise
eine flache Lasche auf, die sich an der Innenseite der Wärmedämmblöcke zur Ausbildung
einer festen Verbindung in die Innenschicht, gegebenenfalls in eine benachbarte Mauerwerksfuge,
erstreckt. Hierdurch wird die Verbindung zwischen Innen- und Außenschicht weiter verbessert.
Ferner weisen die Schwerkraftanker an ihrer nach außen gerichteten Seite eine Schraubbuchse
auf, in der Befestigungen oder Gerüste angebracht werden können. Außerdem sind beliebige
andere Zusatzelemente anschraubbar. Beispielsweise können an den beschriebenen Ankerelementen
auch Sonnenschutzvorrichtungen oder ähnliche Gegenstände an der Außenseite der erfindungsgemäßen
Wärmedämmwand angebracht werden. Im Bereich der Blöcke, zwischen denen derartige Ankerelemente
angebracht werden, sind diese flach ausgebildet und thermisch isoliert, so daß über
die Ankerelemente keine unerwünschte Wärmeleitung von innen nach außen stattfinden
kann.
[0015] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Wärmedämmwand
weist deren Außenschicht ferner besondere Dämmelemente auf, die sich für die paßgenaue
Aufnahme von Fenstern und/oder Türen bzw. deren Rahmen eignen. Derartige Elemente
ergänzen das erfindungsgemäße Wärmedämmsystem zur Ausbildung einer zuverlässig wärmedämmenden
Wand und ermöglichen die Erstellung eines kompletten Hauses mit einer Außenschicht
mit hervorragender Wärmedämmung.
[0016] Um den Anforderungen an das optische Erscheinungsbild der erfindungsgemäßen Wand
und eines dadurch gebildeten Gebäudes zu entsprechen, wird bevorzugt, daß die Wärmedämmblöcke
der Außenschicht an ihrer Außenseite mit Oberflächenmaterialien versehen sind, die
eine gute Optik gewährleisten. Hierbei werden Architekturmaterialien wie Keramik,
Naturstein, Klinker, Putz und ähnliche Materialien bevorzugt.
[0017] Für die Nuten in den Wärmedämmblöcken an deren Innenseite hat es sich für die Verbindung
mit dem Beton oder Mauerwerk der Innenschicht als vorteilhaft erwiesen, wenn diese
schwalbenschwanzförmig ausgebildet sind. Demzufolge weisen die Nuten einen Nutengrund
auf, der gegenüber ihrer Breite an der Oberfläche verbreitert ist. In dieser Ausführungsform
sorgt der in die schwalbenschwanzförmigen Nuten einfließende Beton oder Mörtel besonders
zuverlässig für eine sichere Verbindung zwischen den beiden Schichten der erfindungsgemäßen
Wand.
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird im Bereich der
untersten Schicht der Wärmedämmblöcke eine Perimeterdämmung und eine Bodenplatte aus
Beton ausgebildet, die mit der Oberkante der Blöcke in der untersten Lage bündig ist.
Durch diese Maßnahme wird die erfindungsgemäße Wand in vorteilhafter Weise um eine
zweckmäßige und ebenfalls wärmedämmende Ausbildung des Bodenbereichs ergänzt.
[0019] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Erstellung einer
wärmedämmenden Wand vorgestellt, das im Anspruch 9 beschrieben ist.
[0020] Wie vorangehend erwähnt, erfolgt im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens zunächst
zumindest teilweise die Erstellung einer Außenschicht aus mehreren Lagen von aufeinandergefügten
Wärmedämmblöcken, die vorzugsweise aus EPS-Hartschaum bestehen. Dieser erste Verfahrensschritt
des erfindungsgemäßen Verfahrens stellt eine Umkehrung des bislang üblichen Bauablaufs
dar, bei dem stets an eine bereits erstellte Mauer eine Wärmedämmung in Form von Platten
angebracht wurde. Erfindungsgemäß erfolgt die Erstellung einer Innenschicht aus Mauersteinen
oder Beton nach der Fertigstellung der Außenschicht aus Wärmedämmblöcken. Hierbei
kommt der Beton oder ein zwischen den Mauersteinen eingebrachtes Verbindungsmittel,
vorzugsweise der Mörtel, derart mit den Blöcken der Außenschicht in Kontakt, daß die
beiden Schichten miteinander verbunden werden. Gegebenenfalls werden die genannten
Schritte, nämlich die zumindest teilweise Errichtung einer Außenschicht aus Wärmedämmblöcken
und die nachfolgende Erstellung der Innenschicht, mehrmals wiederholt, um eine Wärmedämmwand
oder ein Gebäude aus mehreren Wärmedämmwänden zu erstellen.
[0021] Hierbei sorgt der im Rahmen der Erstellung der Innenschicht verwendete Mörtel oder
Beton durch die genannten Maßnahmen für eine feste Verbindung zwischen den beiden
Schichten. Ferner ergeben sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren Vorteile dahingehend,
daß die Wärmedämmhülle aus Blöcken aus Wärmedämmaterial von innen aufgebaut werden
kann, was, verglichen mit den in herkömmlicher Weise nötigen Arbeiten von einem Gerüst
aus, für eine Erleichterung der Tätigkeiten sorgt.
[0022] Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Ansprüchen
10 bis 14 beschrieben.
[0023] Demzufolge ist es vorteilhaft, wenn vor der Erstellung der Außenschicht zumindest
im Bereich der zu erstellenden Innenschicht und zwischen mehreren zu erstellenden
Wänden auf das Erdreich eine Sauberkeitsschicht, vorzugsweise aus Magerbeton, aufgebracht
wird. Nachfolgend wird die unterste Lage von Wärmedämmblöcken erstellt, und daran
anschließend wird bevorzugt, lagenweise eine Perimeterdämmung im Bereich zwischen
den zu erstellenden Wänden zu verlegen. Abschließend hat es sich für die Ausbildung
des Bodenbereichs im Bereich der erfindungsgemäßen Wand als vorteilhaft erwiesen,
eine Bodenplatte zu betonieren, wobei die Oberkante der Bodenplatte mit der Oberkante
der Blöcke der untersten Lage übereinstimmt.
[0024] Für eine feste Verbindung zwischen den Blöcken einzelner, übereinanderliegender Lagen
wird bevorzugt, daß in Nuten an der Oberseite der Blöcke vor dem Auflegen der darüberliegenden
Schicht Federelemente angebracht werden, und/oder ein Haftmittel aufgebracht wird.
[0025] Ferner können durch die Anbringung von Zugbändern und/oder Schwerkraftankern vor
dem Auflegen der nächsten Lage von Wärmedämmblöcken die vorangehend beschriebenen
Vorteile erreicht werden. Für die Verbindung zwischen der Innen- und der Außenschicht
wird bevorzugt, daß die Blöcke der Außenschicht Nuten aufweisen, in die Beton oder
das Verbindungsmittel zwischen den Mauersteinen beim Erstellen der Innenschicht einfließt.
Beim Aushärten der erwähnten Materialien kann eine zuverlässige und feste Verbindung
zwischen den beiden Schichten gewährleistet werden.
[0026] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens können erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen
erreicht werden, wenn beim Erstellen der Außenschicht aus Wärmedämmblöcken ferner
besondere Dämmelemente angebracht werden, die für die Aufnahme von Fenstern und/oder
Türen geeignet sind. Hierdurch können auch die in diesen Elementen aufzunehmenden
Bauteile zusammen mit der Erstellung der Wärmedämmhülle eingebaut werden, so daß das
Gebäude abgeschlossen werden kann, und bereits geschoßweise der Ausbau durchgeführt
werden kann.
[0027] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Wärmedämmblock vorgestellt, der
für die Ausbildung einer Außenschicht der Wand eines Passivhauses geeignet ist.
[0028] Der erfindungsgemäße Wärmedämmblock ist im Anspruch 16 beschrieben.
[0029] Erfindungsgemäß weist der Block aus Wärmedämmaterial eine derart hinreichende Breite
auf, daß mehrere Lagen von Blöcken zur Erstellung einer Außenschicht einer wärmedämmenden
Wand aufeinandergefügt werden können. Diese Maßnahme unterscheidet den erfindungsgemäßen
Wärmedämmblock von den im Stand der Technik bekannten, vergleichsweise dünnen und
weitgehend plattenförmigen Wärmedämmelementen, mit denen die Erstellung einer Außenschicht
vor dem Mauern oder Betonieren einer Innenschicht nicht möglich ist. Ferner ist der
erfindungsgemäße Block über geeignete Verbindungsmittel mit den Blöcken darunter-
und darüberliegender Lagen verbindbar. Schließlich ist in zumindest einer Seitenfläche
des Blocks zumindest eine in der Einbaulage vorzugsweise waagerecht verlaufende Nut
ausgebildet, deren Lage gegebenenfalls an die Lage einer Mauerwerksfuge eines Mauerwerks
angepaßt ist, mit dem mehrere Lagen von Blöcken zur Ausbildung einer wärmedämmenden
Wand kombinierbar sind.
[0030] Durch die beschriebene Ausbildung von Nuten an der zu der Innenschicht gerichteten
Seite der Blöcke wird, wie vorangehend beschrieben, für eine zuverlässige Verbindung
zwischen den beiden Schichten der zu erstellenden Wand gesorgt. Insbesondere fließt
das bei einem Mauerwerk verwendete Verbindungsmittel, beispielsweise Mörtel, bzw.
der zum Betonieren verwendete Beton in die beschriebenen Nuten ein, so daß nach dem
Aushärten dieser Materialien für eine feste Verankerung der Wärmedämmblöcke an der
Innenschicht gesorgt wird. In vorteilhafter Weise sind die Nuten basierend auf der
Mauerwerksnorm in vertikaler Richtung voneinander beabstandet, so daß sich bei Verwendung
eines standardisierten Mauerwerks eine Ausrichtung der Nuten mit den Mauerwerksfugen
ergibt, und sich eine sichere Verbindung zwischen den beiden Schichten einstellt.
Ferner sind die Nuten in den Blöcken gegebenenfalls so anzuordnen, daß sich auch bei
mehreren übereinander angeordneten Blöcken die beschriebene Ausrichtung mit den Mauerwerksfugen
ergibt. Wenn die Innenschicht aus Beton erstellt wird, können die Nuten in beliebiger
Anzahl und mit beliebigen Abständen angeordnet werden, wobei sich Abstände von 20
cm bis 30 cm als vorteilhaft erwiesen haben.
[0031] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Blocks weist dieser
im Bereich seiner Unter- und/oder Oberseite Nuten auf, in die Federelemente eingelegt
werden können, um für eine feste Verbindung mit den darunter und/oder darüber angeordneten
Blöcken zu sorgen. Wie erwähnt, wird für die seitlich an den Blöcken ausgebildeten
Nuten zum Einfließen des beim Erstellen der Innenschicht flüssigen Verbindungsmittels
eine schwalbenschwanzförmige Form bevorzugt.
[0032] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand der beigefügten Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Hausecke von innen, deren Wände erfindungsgemäß
aufgebaut sind; und
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht einer Hausecke von innen mit den erfindungsgemäßen Wänden
und einem Bodenbereich.
[0033] Wie in Fig. 1 zu erkennen ist, besteht die erfindungsgemäße Wärmedämmwand aus einer
Außenschicht 12 aus Wärmedämmaterial und einer Innenschicht 14, die in der gezeigten
Ausführungsform als Mauerwerk ausgeführt ist. Erfindungsgemäß wird bei der Erstellung
der Wand 10 zunächst zumindest teilweise die Außenschicht 12 errichtet. Diese besteht
aus Blöcken 20 aus Wärmedämmaterial, die eine Dicke im Bereich von bis zu 40 cm aufweisen.
Insbesondere sind die Blöcke 20 derart bemessen und gestaltet, daß zunächst, wie dies
in Fig. 1 dargestellt ist, ein Teil der Außenschicht 12 errichtet werden kann, bevor
nachfolgend an der Innenseite die Innenschicht 14 erstellt wird.
[0034] Für eine feste Verbindung zwischen den einzelnen Blöcken 20 der Außenschicht 12 weit
der erfindungsgemäße Block 20 in der gezeigten Ausführungsform sowohl an seiner in
der Einbaulage oberen Fläche als auch an den beiden Seitenflächen Nuten 22 auf. Wenn
somit der erfindungsgemäße Block 20 als Platte mit vergleichsweise großer Dicke betrachtet
wird, so sind die Stirn- und Seitenflächen der Platte mit den Nuten 22 versehen. In
dem gezeigten Fall sind die Nuten 22 in zweckmäßiger Weise umlaufend ausgebildet.
[0035] Beim Errichten der Außenschicht 12 werden in diese Nuten 22 Federelemente 24 eingesteckt,
die für eine feste Verbindung mit dem darüber oder seitlich angeordneten Block sorgen,
der ebenfalls an seiner in Einbaulage unteren und oberen Fläche sowie an den Seitenflächen
mit den Nuten 22 versehen ist. In dem gezeigten Fall sind in jeder Fläche zwei Nuten
vergleichsweise nahe an der Innen- und der Außenfläche des Wärmedämmblocks 20 ausgebildet.
In der gezeigten Ausführungsform sind die Federelemente 24 als Federplättchen gestaltet.
[0036] Im Bereich des linken Wandabschnitts ist ein in der Außenschicht angeordnetes besonderes
Dämmelement 16 gezeigt, das der paßgenauen Aufnahme eines Fensters dient. Insbesondere
ermöglicht dieses Zusatzelement 16, das ebenfalls aus vorbeschichtetem EPS-Dämmstoff
besteht, das paßgenaue Anlegen der Fernsteröffnungen und das anschließende Einsetzen
eines Fensters.
[0037] Für eine feste Verbindung zwischen den Blöcken 20 der Außenschicht 12 und dem nachfolgend
zu errichtenden Mauerwerk aus Mauersteinen 30 sind die Blöcke 20 an ihren Innenseiten
mit Nuten 26 versehen, die bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel in Einbaulage waagerecht
verlaufen und schwalbenschwanzförmig gestaltet sind. Diese Nuten 26 sind in zweckmäßiger
Weise gemäß der Mauerwerksnorm voneinander beabstandet in dem Block 20 ausgebildet,
so daß beim Erstellen der an die Außenschicht 12 anliegenden Innenschicht die Fugen
zwischen einzelnen Mauersteinen 30 hinsichtlich ihrer Höhenlage mit den Nuten 26 übereinstimmen.
Durch diese Kombination des erfindungsgemäßen Wärmedämmblocks 20 mit dem an der Innenseite
zu errichtenden Mauerwerk kann bei der Erstellung der Innenschicht 14 eine feste Verbindung
zwischen den beiden Schichten gewährleistet werden.
[0038] Der Mörtel 32, der bevorzugt als Verbindungsmittel zwischen den Mauersteinen 30 verwendet
wird, bzw. der Beton, der beim Betonieren einer Innenschicht verwendet werden kann,
fließt nämlich in die Nuten 26 ein und verfestigt sich nachfolgend in den Nuten 26,
so daß für eine zuverlässige Verbindung zwischen den beiden Schichten und eine zuverlässige
Anbringung der äußerst dicken Wärmedämmschicht aus Wärmedämmblöcken an der Innenschicht
gesorgt wird.
[0039] An der Oberseite des in Fig. 1 rechts zu erkennenden Wärmedämmblocks 20 ist ferner
ein Schwerkraftanker 28 dargestellt, der in der erfindungsgemäßen Wand 10 dazu verwendet
werden kann, an der Außenseite während des Bauvorganges ein Gerüst oder ähnliches
anzubringen, und gegebenenfalls an der fertiggestellten Wand beispielsweise der Befestigung
von Sonnenschutzeinrichtungen dient. Der Schwerkraftanker 28 erstreckt sich mit einer
Lasche an der Innenseite in eine Mauerwerksfuge und ist zur Verhinderung einer Wärmeleitung
thermisch isoliert.
[0040] In Fig. 2 ist in einer der Fig. 1 ähnlichen Darstellung eine weitere Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Wärmedämmwand an der Innenecke eines Gebäudes dargestellt. Bei
dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Blöcke 20 lediglich an ihren
Oberseiten mit Nuten 22 versehen. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist die
Nut 22 breiter als bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel, und es ist
jeweils nur eine Nut 22 vorhanden. Die Federelemente 24 sind in diesem Fall in Form
von Leisten gestaltet, die aus Schichtholz oder Styropor bestehen.
[0041] Ferner sind bei dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel zur weiteren Verbesserung
der Verbindung zwischen den Blöcken 20 der Außenschicht und den Mauersteinen 30 der
Innenschicht sogenannte Zugbänder 34 vorhanden, die sich bis in den Bereich der Federelemente
24 erstrecken und beim Erstellen der Innenschicht 14 zwischen einzelnen Lagen von
Mauersteinen 30 angeordnet werden. Folglich werden die Zugbänder 34 in der Innenschicht
eingemauert oder einbetoniert, und die verbindende Wirkung des in die Nuten 26 einfließenden
Mörtels 32 oder Betons wird unterstützt.
[0042] In Fig. 2 ist ferner zu erkennen, daß im Bereich der oberen Lagen von Mauersteinen
30 Mauersteine mit einer größeren Höhe als in den darunterliegenden Lagen verwendet
werden. Die Abstände zwischen den Nuten 26 sind jedoch an diese genormten Mauersteine
30 angepaßt ausgebildet, so daß in Kombination mit standardisierten Mauersteinen für
eine feste Verbindung zwischen der Innen- und der Außenschicht der erfindungsgemäßen
Wand 10 gesorgt werden kann. Ergänzend sei angemerkt, daß an der Innenseite der Mauersteine
30 ein Putz 36 angebracht sein kann.
[0043] Im Bereich der untersten Lage von Wärmedämmblöcken 20 ist in Fig. 2 eine zweckmäßige
Ausbildung eines Bodenbereichs im Bereich der erfindungsgemäßen Wand 10 zu erkennen.
Hierbei wird auf dem Erdreich zunächst eine Sauberkeitsschicht 38 aus Magerbeton aufgebracht.
Auf diese Sauberkeitsschicht 38 wird ein Basisprofil aufgebracht, von dem in den Schnittbereichen
von Fig. 2 eine Leiste 40 zu erkennen ist. Nachfolgend wird eine erste Lage von Dämmblöcken
20 auf dem Basisprofil angeordnet und lotrecht ausgerichtet. Nach dem Abbinden des
Mörtels wird auf der Sauberkeitsschicht lageweise eine Perimeterdämmung 42 verlegt.
Im Randbereich kann bei der obersten Lage der Perimeterdämmung eine Verklebung mit
den Dämmblöcken 20 durchgeführt werden. In dieser Weise wird gewissermaßen die Schalung
für die Bodenplatte 44 ausgebildet, die aus Beton gegossen wird. Hierbei wird der
Beton exakt entlang der Unterkante der Nut, die sich in dem Dämmblock 20 befindet,
abgezogen.
[0044] Nachfolgend werden in der beschriebenen Weise weitere Lagen von Wärmedämmblöcken
20, gegebenenfalls zusammen mit den Zusatzelementen 16 für Fenster und Türen angebracht.
In Umkehrung des üblichen Bauverlaufs wird abschließend die Innenschicht erstellt.
Bei einem in der beschriebenen Weise errichteten Haus befinden sich somit sämtliche
schweren Baumaterialien, nämlich die Mauersteine 30, der Putz 36, ein Verbundestrich
46 und die Bodenplatte 44 innerhalb der thermisch dichten Gebäudehülle, so daß ein
ausgezeichneter Energiespeicher ausgebildet wird, und der Energiebedarf für die Erwärmung
der Innenräume minimiert werden kann.
1. Wärmedämmende Wand (10), mit:
- einer Außenschicht (12) aus mehreren Lagen von Blöcken (20) aus Wärmedämmaterial,
vorzugsweise EPS-Hartschaum, und
- einer Innenschicht (14) aus Beton oder mehreren Lagen von Mauersteinen (30), die
mit einem geeigneten Verbindungsmittel (32), vorzugsweise Mörtel, miteinander verbunden
sind,
- wobei die Blöcke (20) an ihren ZU der Innenschicht (14) gerichteten Seiten mit Nuten
(26) versehen sind, in denen sich zumindest teilweise Beton befindet, oder die mit
den Fugen zwischen den Steinen (30) der Innenschicht (14) derart ausgerichtet sind,
daß sich das Verbindungsmittel (32) zwischen den Mauersteinen (30) zumindest teilweise
in den Nuten (26) befindet, so daß die Blöcke (20) mit der Innenschicht (14) verbunden
sind.
2. Wärmedämmende Wand nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Blöcke (20) übereinanderliegender Lagen durch Nut-Feder-Verbindungen (22, 24)
und/oder ein Haftmittel miteinander verbunden sind.
3. Wärmedämmende Wand nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den Blöcken (20) übereinanderliegender Lagen Zugbänder (34) angeordnet sind,
die sich in den Bereich der Innenschicht (14) erstrecken.
4. Wärmedämmende Wand nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen Blöcken (20) übereinanderliegender Lagen Sicherungsanker (28) angebracht
sind, die vorzugsweise thermisch getrennt sind.
5. Wärmedämmende Wand nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Außenschicht (12) ferner Dämmelemente (16) aufweist, die für die Aufnahme von
Fenstern und/oder Türen ausgebildet sind.
6. Wärmedämmende Wand nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Blöcke (20) der Außenschicht (12) an der Außenseite mit einem Oberflächenmaterial,
vorzugsweise Keramik, Naturstein, Klinker oder Putz versehen sind.
7. Wärmedämmende Wand nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Nuten (26) in den Blöcken (20) schwalbenschwanzförmig ausgebildet sind.
8. Wärmedämmende Wand nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich der untersten Schicht der Wärmedämmblöcke (20) einer Perimeterdämmung (42)
und eine Bodenplatte (44) aus Beton ausgebildet sind, die mit der Oberkante der Blöcke
in der untersten Lage bündig ist.
9. Verfahren zum Erstellen einer Wärmedämmwand mit den Schritten:
(a) zumindest teilweises Erstellen einer Außenschicht aus mehreren Lagen von aufeinandergefügten
Wärmedämmblöcken, vorzugsweise aus EPS-Hartschaum,
(b) nachfolgendes Erstellen einer Innenschicht aus Beton oder Mauersteinen im Bereich
der fertiggestellten Außenschicht oder Teilen derselben, wobei der Beton oder ein
zwischen den Mauersteinen eingebrachtes Verbindungsmittel, vorzugsweise Mörtel, derart
mit den Blöcken der Außenschicht in Kontakt kommt, daß die beiden Schichten miteinander
verbunden werden,
(c) gegebenenfalls mehrmalige Wiederholung der Schritte (a) und (b).
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
vor dem Erstellen der Außenschicht zumindest im Bereich der Innenschicht und zwischen
mehreren zu erstellenden Wänden auf ein planiertes Erdreich eine Sauberkeitsschicht
aufgebracht wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
nach dem Erstellen der untersten Lage der Wärmedämmblöcke eine Perimeterdämmung verlegt
wird, und nachfolgend eine Bodenplatte aus Beton gegossen wird.
12. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
auf den Wärmedämmblöcken vor dem Auflegen der darüberliegenden Schicht von Wärmedämmblöcken
Federelemente angebracht werden oder ein Haftmittel aufgebracht wird.
13. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
auf den Blöcken vor dem Auflegen der nächsten Schicht von Wärmedämmblöcken Zugbänder
und/oder Schwerkraftanker angeordnet werden.
14. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Blöcke der Außenschicht Nuten aufweisen, in die Beton oder das Verbindungsmittel
zwischen den Mauersteinen beim Erstellen der Innenschicht einfließt.
15. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 9 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
beim Erstellen der Außenschicht Dämmelemente angebracht werden, die für die Aufnahme
von Fenstern und/oder Türen geeignet sind.
16. Block (20) aus Wärmedämmaterial,
- der eine derart hinreichende Breite aufweist, daß mehrere Lagen von Blöcken (20)
zur Erstellung einer Außenschicht (12) einer wärmedämmenden Wand (10) aufeinandergefügt
werden können,
- wobei der Block (20) mit darunter- und/oder darüberliegenden Blöcken (20) verbindbar
ist,
- und wobei in zumindest einer Seitenfläche des Blocks (20) zumindest eine in der
Einbaulage vorzugsweise waagrecht verlaufende Nut (26) ausgebildet ist, deren Lage
gegebenenfalls mit der Lage einer Mauerwerksfuge eines Mauerwerks ausgerichtet ist,
mit dem mehrere Lagen von Blöcken (20) zur Ausbildung einer wärmedämmenden Wand (10)
kombinierbar sind.
17. Block nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Block (20) Nuten (22) aufweist, in denen Federelemente (24) anbringbar sind.
18. Block nach Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Nuten (26) in der Seitenfläche des Blocks (20) schwalbenschwanzförmig gestaltet
sind.