[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen mehrpoligen elektrischen Stecker, welcher ein
Steckergehäuse, einen vorne daraus herausragenden Standardstecker mit einem Trägerblock
aus Kunststoff für einen elektrischen Kontaktteil und ein hinten in das Steckergehäuse
geführtes, mehradriges elektrisches Anschlusskabel für die elektrischen Kontakte umfasst.
[0002] Es sind zahlreiche verschiedene Fabrikate von Steckern bzw. Steckverbindungseinrichtungen
für Schwachstromanlagen auf dem Markt, insbesondere für elektrische Anschlüsse an
Kommunikationshaupt- und Peripheriegeräte, beispielsweise ISDN, Telefon, Terminal
und Modem, sowie PC, Host oder Datennetzwerksysteme. Die Steckverbindungseinrichtungen
umfassen in der Regel vier bis 16, aber auch mehr Pole, wie die Kontakte auch genannt
werden. Unerlaubte, unrichtige, falsche, nicht systemkonforme, artfremde oder systemschädliche
Anschlüsse werden seit langem vermieden, indem die Steckverbinder bestimmte geometrische
Formen und/oder äussere Abmessungen haben.
[0003] Das Aufsetzen von unerwünschten Steckern kann auch durch eine Codierung vermieden
werden. Bezüglich der äusseren Abmessungen von Stecker und Steckdoseneinsatz ist das
Steckverbindersystem für bestimmte Polzahlen einheitlich standardisiert ausgebildet.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform ist in der EP,A1 0573396 beschrieben,
wo das Codiersystem und das Kontaktsystem von Dose und Stecker in Steckrichtung räumlich
getrennt und unabhängig voneinander sind. Mit einem derartigen Codiersystem können
bei gleicher geometrischer Form und/oder äusseren Abmessungen eine grosse Zahl von
Kombinationsmöglichkeiten genutzt werden.
[0004] Die Codierung kann durch eine spezielle Farbgebung von Stecker und zugehörender Dose
ersetzt, unterstützt oder ergänzt werden. Heute stehen bis zu 30 verschiedene Kennfarben
zur Verfügung, welche ein falsches Stecken sofort augenfällig machen. Eine zusätzliche
Codierung schliesst Fehlmanipulationen zum vornherein aus. Am bequemsten ist die Zuordnung
einer Farbe zu einem bestimmten Code. Selbstverständlich können einer Farbe auch verschiedene
Codes zugeordnet werden, was praktisch unbeschränkte Kombinationsmöglichkeiten zulässt.
[0005] Ein wesentlicher Nachteil dieser Vielfalt besteht darin, dass eine grosse Anzahl
von Kabeln mit beidendigen Steckern an Lager gehalten werden muss. Damit verbunden
sind entsprechend hohe Investitionen an Kabel- und Steckermaterial, sowie Kosten für
Lagerraum und Lagerbewirtschaftung.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen mehrpoligen elektrischen Stecker
der eingangs genannten Art zu schaffen, welcher bei unverändert grosser Verwendungsvielfalt
die Logistikprobleme auf einen Bruchteil reduziert.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das Steckergehäuse in einen
kabelseitigen Steckergehäuseabschluss und eine auswechselbare Steckergehäusehülse
aufgeteilt ist, welche in einer dem Steckergehäuseabschluss anliegenden Position lösbar
zu fixieren und vollständig zugentlastet ist. Spezielle und weiterführende Ausführungsformen
der Erfindung sind Gegenstand von abhängigen Patentansprüchen.
[0008] Kabelmantel, Steckergehäuseabschluss und Trägerblock des Standardsteckers, welche
alle aus Kunststoff bestehen, sind zweckmässig in einer unauffälligen, neutralen Farbe
gehalten, ebenso eine allfällige, mit dem Steckergehäuseabschluss einstückig ausgebildete
Tülle, welche dem Knickschutz des Kabels im Uebergangsbereich zum Stecker dient.
[0009] Die auswechselbare Steckergehäusehülse, ebenfalls aus Kunststoff, ist mit Vorteil
farbig ausgebildet, wobei wenigstens 15 sich deutlich voneinander unterscheidende
Farben zur Verfügung stehen. Sie ist vorzugsweise einteilig ausgebildet und über den
elektrischen Kontaktteil des Standardsteckers schiebbar.
[0010] Die heute verfügbaren Anschlusskabel mit zwei endständigen Steckern sind erfindungsgemäss
modular zerlegt. Ein in der Praxis völlig hinreichendes Sortiment besteht aus z.B.
fünf verschiedenen Kabellängen und Steckergehäusehülsen in 15 Farben. Statt 75 vorgefertigte
Kabel mit beidends gebrauchsfertigen Steckern müssen derart nur noch fünf Kabel und
15 verschiedenfarbige Steckergehäusehülsen an Lager gehalten werden. Diese können
mit einem einfachen Handgriff montiert werden und das fertige Kabel ist durch eine
Kennfarbe charakterisiert, wie dies bisher nur mit grossem Lageraufwand möglich war.
[0011] Die farbigen Steckergehäusehülsen können platzsparend in verhältnismässig kleinen
Boxen oder dgl. gelagert werden. Anschlusskabel, Steckergehäuseabschlüsse, Tüllen
und Trägerblöcke für einen elektrischen Kontaktteil sind neutral gefärbt als uniforme
Einheit für sämtliche Kennfarben einsetzbar.
[0012] Die lösbare Fixierung der auswechselbaren Steckergehäusehülse erfolgt zweckmässig
mit einer an sich bekannten, heute in breitem Umfang verwendeten Clipverbindung, beispielsweise
einer Verrastung einer Einschnappnase in einer Nut. Es sind jedoch auch druckknopfartige
Verbindungen, Bajonettverschlüsse, Klettverschlüsse usw. einsetzbar, wesentlich ist
eine sichere, Steckergehäuseabschluss und Steckergehäusehülse in aneinanderliegender
Position haltende Verbindung, welche rasch und problemlos wieder gelöst werden kann.
[0013] Nach einer ersten Variante des erfindungsgemässen Steckers ist der Steckergehäuseabschluss,
vorzugsweise mit einer Tülle, und der Trägerblock des Standardsteckers einstückig
auf den endständigen Kabelmantel des Anschlusskabels aufgespritzt. Diese aufgespritzte
Einheit ist mit der Steckergehäusehülse verrastbar, beispielsweise indem zwei gegenüberliegende
Federschenkel der Steckergehäusehülse mit einer Einrastnase in zwei gegenüberliegenden
Nuten des Trägerblocks für den elektrischen Kontaktteil einrasten. Dabei sind die
Einrastnasen und die Nuten so positioniert, dass die Steckergehäusehülse am Steckergehäuseabschluss
anliegt, beispielsweise indem zwei ebene Flächen leicht aneinandergedrückt sind.
[0014] Nach einer zweiten Variante ist das Anschlusskabel lediglich abgelängt, ohne weitere
Aufspritzteile. Der Steckergehäuseabschluss ist, vorzugsweise mit angeformter Tülle
als Knickschutz für das Kabel im Uebergang zum Stecker, aufschiebbar ausgebildet.
Dieser aufschiebbare Teil hat die neutrale Farbe des Anschlusskabels, was die Lagerhaltung
vereinfacht, weil alle Steckergehäuseabschlüsse die gleiche Farbe haben. Der Steckergehäuseabschluss
umfasst Mittel zum lösbaren Verbinden mit einer farbigen Steckergehäusehülse, welche
ihrerseits lösbar mit dem Standardstecker verbunden ist. Diese Mittel können beispielsweise
in Richtung des Kabelendes abkragende Federschenkel zum Verrasten mit der Steckergehäusehülse
sein, welche ihrerseits mit dem Standardstecker verrastet ist.
[0015] Bei beiden Varianten sind die charakteristisch farbigen, einstückig ausgebildeten
Steckergehäusehülsen mit einem oder wenigen Handgriffen auswechselbar. Selbstverständlich
kann an einem Anschlusskabel einends die eine Variante, andernends die andere Variante
ausgebildet sein, wesentlich ist die gleiche Kennfarbe. Dies hat den Vorteil, dass
die Vorteile der ersten Variante an einem Kabelende genutzt werden können. Das andere
Kabelende kann wenn notwendig oder wünschenswert beliebig gekürzt und dann der zweite
Stecker mit der gleichen charakteristischen Kennfarbe montiert werden.
[0016] Die richtige Zuordnung eines Steckers zu einer Steckdose kann bei gleicher geometrischer
Form und Abmessung des Steckers absolut sicher gemacht werden, indem ein an sich bekanntes
Codiersystem eingesetzt wird, vorzugsweise gemäss der EP,A1 0573396. Die Codierkämme
sind am Aussenmantel der Steckgehäusehülse angeformt. Für jede Variante wird eine
entsprechend modifizierte Spritzform hergestellt. Die Anzahl Spritzformen könnte auch
vermindert und ein oder mehrere Codierkämme individuell abgetrennt werden. Bei sechs
Kamm-/Nutpaaren ergeben sich 31 Codiermöglichkeiten. Werden auf den Schmalseiten von
grösseren Steckern statt drei je vier Codierkämme angeordnet, steigt die Zahl der
Variationsmöglichkeiten bereits auf 57, verdoppelt sich also nahezu.
[0017] Eine Steckergehäusehülse ohne Codierkämme oder mit vollständig abgetrennten Codierkämmen
kann in jeden codierten oder uncodierten Steckdoseneinsatz gesteckt werden.
[0018] Es hat sich im industriellen Einsatz als vorteilhaft erwiesen, einer bestimmten Codiervariante
eine bestimmte Kennfarbe zuzuordnen, obwohl dadurch das Variationspotential nicht
voll ausgeschöpft wird.
[0019] Obwohl codierte Steckergehäusehülsen im Zusammenwirken mit entsprechenden Steckdoseneinsätzen
die Vielfalt von gesicherten Steckverbindersystemen für mehrpolige elektrische Stecker
gemäss vorliegender Erfindung mit einfachsten Mitteln bedeutend erweitern, wird dadurch
die Anzahl verschiedener Steckergehäusehülsen lediglich verdoppelt, was das Lagervolumen
nur unbedeutend vermehrt. Selbstverständlich können auch ausschliesslich codierte
Steckergehäusehülsen gelagert werden, welche durch das Abtrennen von allen Codierkämmen
zur uncodierten Hülse werden.
[0020] Zur Sicherung der Stecker in einem Steckdoseneinsatz weist der Standardstecker vorzugsweise
einen vom Kontaktteil nach hinten abstehenden, federnden Verriegelungsbügel mit Einrastnasen
auf. Beim Einführen des Steckers in den Steckdoseneinsatz verrastet dieser Bügel nach
dem Erreichen der Endposition automatisch. Zum Lösen wird dieser Verriegelungsbügel
mit einem Finger gegen den Standardstecker gedrückt, und der entriegelte Stecker herausgezogen,
was jedoch nicht immer einfach zu bewerkstelligen ist.
[0021] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die Steckergehäusehülse
einen rechtwinklig abkragenden, in Aufschiebrichtung der Steckergehäusehülse parallel
nach vorne verlaufenden Betätigungsbügel auf. Beim Aufschieben der Steckergehäusehülse
wird der Verriegelungsbügel vorerst vollständig nach unten gedrückt, ist jedoch beim
Erreichen der Endposition frei und liegt innenseitig am erwähnten, federnd ausgebildeten
Betätigungsbügel an. Soll der Stecker aus dem Steckdoseneinsatz gezogen werden, kann
der federnd ausgebildete, sehr gut zugängliche Betätigungsbügel nach innen gedrückt
werden, wodurch automatisch auch der Verriegelungsbügel nach innen gedrückt und der
Stecker entriegelt wird.
[0022] Wie bereits vorstehend angedeutet, ist dem Steckergehäuseabschluss nach allen Varianten
der vorliegenden Erfindung bevorzugt eine Tülle angeformt, welche bei einem Zug in
Querrichtung als Knickschutz für das Anschlusskabel wirkt.
[0023] Im Prinzip kann eine entfernte Steckergehäusehülse problemlos wieder verwendet werden.
Der geringe Anschaffungspreis und die Entsorgungsprobleme des halogenfreien Kunststoffs
einer Steckergehäusehülse sind jedoch so gering, dass diese nicht wieder mühsam einsortiert,
sondern einem Recyclingverfahren zugeführt werden. Die Verrastungslaschen zum Verbinden
des Steckergehäuseabschlusses mit einer Steckergehäusehülse können so ausgebildet
sein, dass sie beim Auswechseln der Steckergehäusehülse abgebrochen werden und so
eine Weiterverwendung automatisch ausgeschlossen ist.
[0024] Der erfindungsgemässe mehrpolige elektrische Stecker bietet in allen Ausführungsvarianten
eine revolutionäre Verbesserung der Logistikprobleme, welche auf einen Bruchteil vermindert
werden. Charakteristische Kennfarben und Codierungen werden in nutzbringender Kombination
verwendet, mit einem oder wenigen Handgriffen kann eine Steckergehäusehülse ausgewechselt
werden, mit welcher Kennfarbe und Codierung desselben Steckers wechselt.
[0025] Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen,
welche auch Gegenstand von abhängigen Patentansprüchen sind, näher erläutert. Es zeigen
schematisch:
- Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines mehrpoligen elektrischen Steckers,
- Fig. 2 eine perspektivische Ansicht eines Steckers mit Codierung,
- Fig.3 eine perspektivische Ansicht eines aufgespritzten Steckergehäuseabschlusses
mit Standardstecker,
- Fig. 4 eine perspektivische Ansicht eines Steckergehäuseabschlusses mit Anschlusskabel,
- Fig. 5 eine Draufsicht auf eine Steckergehäusehülse in Richtung des Kabels,
- Fig. 6 eine aufgeschnittene Ansicht VI-VI gemäss Fig. 5,
- Fig. 7 eine perspektivische Ansicht einer Steckergehäusehülse gemäss Fig. 5,
- Fig. 8 eine aufgeschnittene perspektivische Ansicht der Steckergehäusehülse nach VIII-VIII
in Fig. 5, und
- Fig. 9 eine perspektivische Ansicht der Steckergehäusehülse gemäss Fig. 7, von hinten.
[0026] Ein mehrpoliger elektrischer Stecker, im folgenden kurz Stecker 10 genannt, besteht
im wesentlichen aus einem auswechselbaren Standardstecker 12 und einem zweiteilig
ausgebildeten Steckergehäuse 14. Eine peripher umlaufende, durchgehende Schnittlinie
16 teilt das Steckergehäuse 14 in eine Steckergehäusehülse 18 und einen Steckergehäuseabschluss
20 mit einer Tülle 22 als Knickschutz für ein Anschlusskabel 24 im Bereich des Steckergehäuses
14. Ein federnder Verriegelungsbügel 26 sichert den in einen nicht dargestellten Steckdoseneinsatz
eingesteckten Stecker 10 über zwei Einrastnasen 28.
[0027] Fig. 2 zeigt denselben Stecker 12 mit ausgewechselter Steckergehäusehülse 18 aus
einem anderen Blickwinkel. Die mit einem Handgriff über den Standardstecker 12 gezogene
und angeschnappte Steckergehäusehülse 18 ist durch eine andere ersetzt worden. Diese
über den Standardstecker 12 aufgeschobene und mit dem Steckergehäuseanschluss 20 verrastete
Steckergehäusehülse 18 umfasst sechs längslaufende Codierkämme 30, wovon nur drei
sichtbar sind, die andern drei sind auf der Rückseite angeordnet. Diese Codierkämme
30 können mit einem Messer oder dgl. einzeln entfernt werden. Für das paarweise Funktionieren
der Codierkämme 30 mit Nuten einer Steckdose wird auf die EP,A1 0573396 verwiesen.
Die Nuten können für das Einführen des betreffenden Codierkamms 30 frei oder mit einem
entfernbaren Keil belegt sein.
[0028] Der Kabelmantel 32 des Anschlusskabels 24 umhüllt isolierte elektrische Adern 34,
welche je mit einem Kontakt 36, als Buchse oder Stift ausgebildet, verbunden sind.
In Fig. 2 sind Gleitkontakte dargestellt.
[0029] In der Regel werden geräteseitig uncodierte Stecker gemäss Fig. 1, anschlusseitig
codierte Stecker gemäss Fig. 2 eingesetzt.
[0030] Aus Fig. 1 und 2 ist gut ersichtlich, dass aus einem nicht codierten Stecker mit
einem Handgriff ein codierter wird, indem die Steckergehäusehülse 18 ausgewechselt
wird.
[0031] In Fig. 3 ist die Steckergehäusehülse 18 (Fig. 1 oder 2) entfernt. Dadurch wird der
Trägerblock 38 aus Kunststoff für einen elektrischen Kontaktteil 40 mit Arretiernocken
41 sichtbar, welcher die elektrischen Kontakte 36 umfasst. Aus den Schmalseiten des
Trägerblocks 38 ist gegenüberliegend je eine Nut 42 zum Verrasten der Steckergehäusehülse
18 (Fig. 1 oder 2) ausgespart.
[0032] Der Trägerblock 38, der Steckergehäuseabschluss 20 und die Tülle 22 sind einstückig
auf den Kabelmantel 32 aufgespritzt und mit diesem verschweisst.
[0033] Für einen gebrauchsfertigen Stecker 10 braucht lediglich eine Steckergehäusehülse
18 (Fig. 1 oder 2) mit der zutreffenden Kennfarbe aufgeschnappt zu werden. Dazu wird
die Steckergehäusehülse 18 (Fig. 1 oder 2) über den Standardstecker 12 geschoben und
gegen den Steckergehäuseabschluss 20 geführt, bis das Einschnappen erfolgt.
[0034] In der Ausführungsform nach Fig. 4 ist der Steckergehäuseabschluss 20 auf ein Anschlusskabel
24 geschoben. In Richtung des vorderen Kabelendes hat der Steckergehäuseabschluss
20 ein Paar von Federschenkeln 44 mit endständiger Einrastnase 46.
[0035] Am erwähnten vorderen Ende des Kabels 24 wird zur Herstellung einer gebrauchsfertigen
Steckverbindung ein Standardstecker 12 (Fig. 3) angeschlossen, indem die Adern 34
elektrisch leitend mit den Kontakten 36 verbunden werden. Beim Ueberziehen der Steckergehäusehülse
18 werden die Federschenkel 44 gespannt in zwei innenliegenden Aussparungen zu Nuten
geführt, wo sie beim Anliegen der Steckergehäusehülse 18 (Fig. 1, 2) am Steckergehäuseabschluss
20 einrasten. Schliesslich wird der Standardstecker 12 (Fig. 3) mit der Steckergehäusehülse
18 verrastet. Selbstverständlich kann die Reihenfolge umgekehrt verlaufen, vorerst
Verrasten von Standardstecker 12 und Steckergehäusehülse 18, anschliessend Einführen
der Federschenkel 44 in die Steckergehäusehülse 18.
[0036] Aus Fig. 3 und 4 ist gut ersichtlich, dass alle Steckergehäusehülsen 18 völlig zugentlastet
sind.
[0037] Eine in Fig. 5 dargestellte Steckergehäusehülse 18 ist eine stirnseitige Draufsicht
in Richtung des nicht dargestellten Anschlusskabels. Die aus Kunststoff gespritzte
Hülse hat eine Wandstärke von etwa 1,5 mm. Am Aussenmantel 48 der Steckergehäusehülse
18 sind im vorliegenden Fall sechs Codierkämme 30 angeformt. Die Codierkämme 30 liegen
einander auf den Schmalseiten gegenüber, können jedoch auch in anderer, beliebiger
Anzahl und in beliebiger Konfiguration angeordnet sein.
[0038] Auf der einen Längsseite ist ein Betätigungsbügel 50 angeformt, welcher dank eines
verhältnismässig dünnen Querstegs 52 federnd ausgebildet ist.
[0039] Zwei gegenüberliegende Verrastungslaschen 54 sind mit je einer Einrastleiste 56 ausgebildet,
welche dem Verrasten der Steckergehäusehülse 18 am nicht näher dargestellten Standardstecker
12 mit entsprechenden Nuten dienen. Obwohl die Verrastungslaschen 54 eine gewisse
Elastizität haben müssen, können diese bei einem allfällig notwendigen oder gewünschten
Entfernen der Steckergehäusehülse 18 statt weggebogen mit einem Handwerkzeug weggebrochen
werden, wodurch die Hülse einem weiteren Verbrauch entzogen ist.
[0040] In Fig. 6 ist eine entlang der Linie VI-VI in Fig. 5 teilweise aufgeschnittene Ansicht
dargestellt. Hier kann der abkragende Betätigungsbügel 50 klar erkannt werden. Auf
seiner Innenseite ist das stirnseitige Ende des Verriegelungsbügels 26 des Steckers
10 im Steckdoseneinsatz 12 (Fig. 1) angedeutet. In dieser gestrichelt gezeichneten
Position des Verriegelungsbügels 26 ist der Stecker im Steckdoseneinsatz verrastet.
Wird der Betätigungsbügel 50 mit dem Finger in Richtung des Pfeils 58 nach innen gedrückt,
muss der Verriegelungsbügel 26 diese Bewegung zwangsläufig mitmachen und ein Ausrasten
der Einrastnasen 28 (Fig. 1) bewirken. Der Stecker kann aus dem Steckdoseneinsatz
herausgezogen werden.
[0041] Die Steckergehäusehülse 18 wird in Richtung des Pfeils 60 über den Standardstecker
12 geschoben und aufgeschnappt.
[0042] In Fig. 7 bis 9 wird die in Fig. 5 und 6 gezeigte Steckergehäusehülse noch vollständig
oder teilweise schaubildlich dargestellt.
[0043] In Fig. 7 ist ein dem Betätigungsbügel 50 gegenüberliegendes Fenster 62 erkennbar,
durch welches der Verriegelungsbügel 26 (Fig. 1) innenseitig anliegt. Weiter sind
Gegenhalter 64 für Arretiernocken 41 am elektrischen Kontaktteil 40 erkennbar. Die
Unterkante 66 des Fensters 62 und einer gegenüberliegenden Oeffnung 68 dient dem Einschnappen
der Einrastnasen 46 von Federschenkeln 44 (Fig. 4).
[0044] In Fig. 8 ist die ausbrechbare Verriegelungslasche 54 besonders gut erkennbar.
1. Mehrpoliger elektrischer Stecker (10), welcher ein Steckergehäuse (14), einen vorne
daraus herausragenden Standardstecker (12) mit einem Trägerblock (38) aus Kunststoff
für einen elektrischen Kontaktteil (40) und ein hinten in das Steckergehäuse (14)
geführtes, mehradriges elektrisches Anschlusskabel (24) für die elektrischen Kontakte
(36) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Steckergehäuse (14) in einen kabelseitigen Steckergehäuseabschluss (20) und eine
auswechselbare Steckergehäusehülse (18) aufgeteilt ist, welche in einer dem Steckergehäuseabschluss
(20) anliegenden Position lösbar zu fixieren und vollständig zugentlastet ist.
2. Stecker (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steckergehäusehülse
einteilig ausgebildet und über den elektrischen Kontaktteil (40) des Standardsteckers
(12) schiebbar ist.
3. Stecker (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckergehäuseabschluss
(20) und der Trägerblock (38) des Standardsteckers (12) einstückig mit dem Kabelmantel
(32) des Anschlusskabels (24) aufgespritzt sind, und der Trägerblock (38) mit der
Steckergehäusehülse (18) verrastbar ist.
4. Stecker (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerblock (38) des
Standardsteckers (12) zwischen dem elektrischen Kontaktteil (40) und dem Steckergehäuseabschluss
(20) sowie die Steckergehäusehülse (18) Mittel zum Aufschnappen aufweisen, insbesondere
Federschenkel (44) mit einer Einrastnase (46) oder Nut (42).
5. Stecker (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckergehäuseabschluss
(20) auf dem Anschlusskabel (24) schiebbar ist und in Richtung des Kabelendes Mittel
zum lösbaren Verbinden mit der Steckergehäusehülse (18) aufweist, welche ihrerseits
lösbar mit dem Standardstecker (12) verbunden ist.
6. Stecker (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckergehäuseabschluss
(20) in Richtung des Kabelendes zwei Federschenkel (44) zum Verrasten mit der Steckergehäusehülse
(18) aufweist, welche ihrerseits mit dem Standardstecker (12) verrastet ist.
7. Stecker (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steckergehäusehülse
(18) eine Codierung (30) zum Vermeiden eines unerwünschten Steckens in einen dazupassenden
Steckdoseneinsatz versehen ist.
8. Stecker (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Codierung in Form von
aussenliegend längslaufenden, einzeln entfernbaren Codierkämmen (30), welche vorzugsweise
auch Führungselemente sind, ausgebildet ist.
9. Stecker (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckergehäusehülse
(18) ein rechtwinklig abkragender, in Abstand parallel nach vorne laufender, federnder
Betätigungsbügel (50) angeformt ist, welchem innenseitig ein Verriegelungsbügel (26)
des Standardsteckers (12) mit zwei Einrastnasen (28) anliegt, wobei der Verriegelungsbügel
(26) beim Andrücken des Betätigungsbügels (50) ausrastet und den Standardstecker (12)
zum Ausziehen freigibt.
10. Stecker (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass dem Steckergehäuseabschluss
(20) eine flexible Tülle (22) als Knickschutz für das Anschlusskabel (24) angeformt
ist.
11. Stecker (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Verrastungslaschen
(54) der Steckergehäusehülse (18) zum Aufschnappen wegbrechbar ausgebildet sind.