[0001] Die Erfindung betrifft eine elektronische Schaltung zur Modifikation eines ersten
und zweiten Signals, die entweder für sich vorhanden sind oder in Zusammenhang mit
weiteren Signalen stehen. Derartige Schaltungen sind bekannt, um bestimmte Effekte
der in den Signalen enthaltenen Informationen zu verstärken oder abzuschwächen. Ein
Anwendungsfall ist beispielsweise ein Konturverstärker bei Signalen, die mit optischen
Signalen verknüpft sind und die durch eine Rasterabtastung oder durch eine Vielzahl
von Sensoren gebildet werden. Für Signale, die mit Schallwellen verknüpft sind, gibt
es ähnliche Anwendungen, die von sehr tiefen Frequenzen bis weit in den Ultraschall-Bereich
hinein reichen. Mit diesen Signalen können seismische Signale, aber auch hochfrequente
Signale im Ultraschallbereich, wie sie beispielsweise in der Materialprüfung zur Anwendung
kommen, erfaßt werden. Eingeschlossen ist der normale Audiobereich, der sich mit hörbaren
Signalen befaßt. Im einfachsten Fall bezieht sich die Modifikationsschaltung auf Stereosignale
nach einem der standardisierten Stereo-Codierungsverfahren, die ein Links- und ein
Rechtssignal in codierter Form als Summen- und Differenzsignal übertragen. Mittels
der bekannten Modifikationsschaltungen läßt sich auf elektronische Weise die sogenannte
Stereobasis verändern, wodurch die beiden zugehörigen Lautsprecher in ihrer Wirkung
gleichsam auseinanderrücken. Die Änderung von Effekten kann sich aber auch auf aufwendigere
Wiedergabesysteme mit mehr als zwei Lautsprechern und/oder mehr als zwei Signale beziehen,
die einen Raumklang vermitteln, der durch die Modifikationsschaltung verändert werden
kann.
[0002] Aus US 5,136,650 ist beispielsweise eine aufwendige Schaltungsanordnung für Schallsignale
bekannt, bei der sechs räumlich verteilte Lautsprecher individuell gesteuert werden,
wobei ursprünglich von lediglich zwei Signalen ausgegangen wird. Durch eine Effektsteuerung
wird ein Raumklang vorgetäuscht, der urspünglich nicht vorhanden war.
[0003] Aus der Zeitschrift "Elrad", 1994, Heft 7, Seite 76 bis 81 ist unter dem Titel "Effekthascherei"
beschrieben, wie mit elektronischen Mitteln die Stereobasis bei üblichen Stereosignalen
verbreitert und schließlich mittels einer Surround-Matrix ein Raumeffekt erzielt werden
kann. Es werden drei Grundschaltungen vorgestellt, die jeweils für bestimmte Signaleigenschaften
optimal sind. Da die Schaltungen geänderten Signaleigenschaften nicht folgen können,
ist ihre Verwendung problematisch, denn es ist in diesen Fällen möglich, daß die Effektsteuerung
zu einem insgesamt verschlechterten Höreindrucks führt.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schaltungsanordnung zur Modifikation wenigstens
zweier Signale anzugeben, die einfach an die jeweiligen Signaleigenschaften angepaßt
werden kann.
[0005] Die Lösung der Aufgabe ergibt sich wie folgt aus den Merkmalen des Anspruchs 1:
- Schaltung zur Modifikation eines ersten und zweiten Signals von einer, mindestens
zwei Signale liefernden Signalquelle mit Einrichtungen zur Bildung von Signalkomponenten,
die aus dem ersten und zweiten Signal gebildet und mittels einer ersten und zweiten
Kombinationseinrichtung zu einem modifizierten ersten und modifizierten zweiten Signal
zusammengefaßt sind, wobei
- in der Modifikationsschaltung eine mit dem ersten Signal verkoppelte erste und zweite
Signalkomponente und eine mit dem zweiten Signal verkoppelte dritte Signalkomponente
der ersten Kombinationseinrichtung zugeführt sind, deren Ausgang das erste modifizierte
Signal liefert, und
- in der Modifikationsschaltung eine mit dem zweiten Signal verkoppelte vierte und fünfte
Signalkomponente und eine mit dem ersten Signal verkoppelte sechste Signalkomponente
der zweiten Kombinationseinrichtung zugeführt sind, deren Ausgang das zweite modifizierte
Signal liefert.
[0006] Die Erfindung und vorteilhafte Ausgestaltungen werden nun anhand der Figuren der
Zeichnung näher erläutert:
Fig. 1 zeigt eine erste bekannte Modifikationsschaltung,
Fig. 2 zeigt eine zweite bekannte Modifikationsschaltung,
Fig. 3 zeigte eine dritte bekannte Modifikationsschaltung,
Fig. 4 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung und
Fig. 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0007] Die bekannten Modifikationsschaltungen von Fig. 1 bis Fig. 3 befinden sich beispielsweise
in dem angegebenen Aufsatz in Elrad 1994, Heft 7, Seite 76 bis 81. Jede Schaltung
weist dabei einen Eingang für ein Linkssignal L und einen anderen Eingang für ein
Rechtssignal R auf. Entsprechend weist jede Modifikationsschaltung einen Ausgang für
ein modifiziertes Linkssignal L
' und einen anderen Ausgang ein modifiziertes Rechtssignal R
' auf. Ferner enthält jede Schaltung eine erste und zweite Kombinationseinrichtung
K1, K2, in der verschiedene Signalkomponenten miteinander kombiniert werden, in der
Regel addiert oder subtrahiert, um schließlich das modifizierte Ausgangssignal L
' bzw. R
' zu bilden. Diese modifizierten Signale werden dann jeweils mindestens einem nicht
dargestellten Lautsprecher zugeführt, wobei diese nicht zu dicht nebeneinander stehen
dürfen. Es ist bekannt, daß nur dann ein Richtungseindruck erkennbar ist, wenn sich
die beiden Signale L, R bzw. L
', R
' voneinander unterscheiden. Je größer der Unterschied ist, desto größer ist das Unterscheidungsvermögen,
das schließlich dahingeht, daß die vom Hörer subjektiv georteten Schallquellen gleichsam
auseinanderrücken. Durch die einzelnen Modifikationsschaltungen werden zur Vergrößerung
der Stereo-Basis die Unterschiede in den einzelnen Signalen erhöht und der gemeinsame
Signalanteil demgegenüber verkleinert. Der gemeinsame Signalanteil wird in der Regel
als Monosignal und der Unterschied als Differenzsignal bezeichnet. Diese beiden Komponenten
spielen bekanntlich bei der Übertragung des Stereo-Multiplexsignals eine wesentliche
Rolle. Der Monoanteil für sich hört sich gut an. Der Differenzanteil ist jedoch keinem
tatsächlichen Hörsignal zuzurechnen und hört sich alleine sehr unangenehm an.
[0008] In sämtlichen Schaltungen von Fig. 1 bis Fig. 5 sind Filterschaltungen enthalten.
Für Audiosignale ist jedoch davon auszugehen, daß in der Regel die niederen Frequenzanteile
bis einige 100 Hz als Monosignal vorliegen und die Richtungsabhängigkeit nur die darüberliegenden
Frequenzanteile betrifft. Hier trägt man der Tatsache Rechnung, daß tiefe Frequenzen
vom menschlichen Ohr nicht nach Richtungen aufgelöst werden können. Die einzelnen
Signalkomponenten, die das Rechts- und Linkssignal beeinflussen, sind somit hochpaßgefilterte
Signale, so daß die in Vorwärtsrichtung arbeitenden Filterschaltungen durch Hochpässe
HP realisiert sind. Der jeweilige Beitrag der einzelnen Signalkomponenten an der Modifikation
wird durch Multiplizierer M und Gewichtungsfaktoren gesteuert, die negativ, positiv
und dem Betrag nach größer als 1 sein können. In der Realität bewegen sich die Gewichtungsfaktoren
in relativ engen Bereichen, weil sonst die erzeugten Effekte einen unechten Klangeindruck
bewirken. In den Figuren 2 und 3 gibt es jeweils nur einen Multiplizierer M, der mittels
eines zugeführten Signals k die Gewichtung bewirkt. In Fig. 1 befinden sich zwei Multiplizierer
M, die beide mit dem Gewichtungsfaktor k angesteuert sind.
[0009] Die den einzelnen Schaltungen von Fig. 1 bis Fig. 3 zugrundeliegenden Überlegungen
werden im folgenden beschrieben. Wie sich die Modifikationen dann auf die einzelnen
modifizierten Signale auswirken, zeigen die jeweils nebenstehenden Frequenzdiagramme
anhand folgender charakteristischer Signalinhalte:
1. Das ursprüngliche erste und zweite Signal L bzw. R sind einander entgegengesetzt
gleich:

. Das bedeutet, daß das Summensignal (= Monosignal (R + L)) den Wert Null hat und
das Differenzsignal (L - R) seinen Maximalwert erreicht.
2. Das ursprüngliche erste und zweite Signal L bzw. R sind einander gleich:

. Das bedeutet, daß das Summensignal (= Monosignal (R + L)) seinen Maximalwert erreicht
und das Differenzsignal ( L - R) den Wert Null aufweist.
3. Eines der ursprünglichen Signale L bzw. R hat den Wert Null: z.B. R = 0. Das bedeutet,
daß das Summensignal (L + R) und das Differenzsignal (L - R) dem Betrag nach gleich
sind. Das Summensignal (R + L) täuscht bei der Modifikation gegebenenfalls ein unspezifisches
Signal (Monosignal) vor, das bei einer unzweckmäßigen Schaltung das Modifikationsergebnis
stört. Mit diesen extrem einseitigen Signalen L und R = 0 läßt sich anschaulich darstellen,
inwieweit Signalkomponenten bei der jeweiligen Modifikationsschaltung in den falschen
Signalzweig eingekoppelt werden.
[0010] In jedem Fall wird angestrebt, daß der Frequenzgang nach der Modifikation möglichst
gerade bleibt, weil sonst eine Klangverfälschung eintritt. Der Lautstärkeeindruck
soll insgesamt auch nicht verändert werden.
[0011] In der bekannten Schaltungsanordnung von Fig. 1 wird der Richtungseindruck dadurch
verstärkt, daß ein Teil des ersten und zweiten Signals L bzw. R, der durch den Gewichtungsfaktor
k und jeweils ein Hochpaßfilter HP bestimmt wird, jeweils von dem anderen Signal R
bzw. L abgezogen wird. Aus dem nebenstehenden Frequenzdiagramm ergibt sich, daß diese
Modifikation dann ideal ist, wenn entweder nur ein erstes Signal L oder nur ein zweites
Signal R vorliegt. Der zugehörige Frequenzgang L
' mit R = 0 verläuft in diesem Fall eben. Signale, die einen höheren Summenanteil L
+ R (also R ist etwa gleich L) aufweisen, erscheinen bei höheren Frequenzen abgesenkt.
Einander entgegengesetzte Signale

werden dagegen bei höheren Frequenzen angehoben. Signale mit einem höherem Monoanteil
hören sich somit dumpf an und Signale mit einem höheren Differenzanteil werden bei
hohen Frequenzen unangenehm hervorgehoben.
[0012] Das bekannte Schaltungsbeispiel von Fig. 2 verstärkt den Richtungseindruck, indem
vom ersten und zweiten Signal L bzw. R Signalkomponenten mit gleichen Signalanteil,
also Signale mit einem hohen Summenanteil L + R, abgezogen werden, wodurch die Unterschiede
im ersten und zweiten Signal stärker hervortreten. Aus dem nebenstehenden Frequenzdiagramm
ergibt sich, daß dies für ein Signalgemisch optimal ist, das einen wesentlichen Summenanteil
R + L und zusätzlich eine hervorgehobene bzw. stark abgesenkte Signalquelle, z.B.
R = 0, aufweist. Dies entspricht bei Audiosignalen einer einseitigen Schallquelle
und einem hohen Monosignalanteil.
[0013] In der bekannten Schaltungsanordnung von Fig. 3 wird schließlich aus dem ersten und
zweiten Signal L bzw. R ein Differenzsignal L - R mittels eines Subtrahierers sb gebildet
und daraus mittels eines Hochpasses HP und einer Gewichtungsstufe M eine Signalkomponente
gebildet, die zum ersten Signal L hinzuaddiert und vom zweiten Signal R abgezogen
wird. Durch die Addition und Subraktion des Differenzwertes wird der Unterschied des
ersten und zweiten Signals vergrößert, so daß die modifizierten Signale L
', R
'am Ausgang einen verstärkten Richtungseffekt aufweisen und damit die Stereo-Basis
vergrößern.
[0014] Das nebenstehende Frequenzdiagramm zeigt, daß die Schaltung nach Fig. 3 für unspezifische
Signale bzw. Monosignale mit

einen idealen Frequenzgang aufweist. Für unterschiedliche Signale, also im Grenzfall
gegensinnig gleiche Signale

, verläuft der Frequenzgang jedoch sehr ungünstig. Diese Signale werden bei höheren
Frequenzen bis zu 10 dB angehoben und verfälschen daher den Klangeindruck.
[0015] Die Erfindung lehrt, daß eine allgemeine Schaltung mit der alle Varianten realisiert
werden können, durch die Einbeziehung weiterer Signalkomponenten bei der jeweiligen
Modifikation zu bewerkstelligen ist, deren Einfluß durch zugehörige Gewichtungsfaktoren
gesteuert wird. Die einzelnen Signalkomponenten werden ebenfalls mittels Kombinationseinrichtungen
zusammengefaßt, d.h. addiert oder subtrahiert, um schließlich wieder ein modifiziertes
erstes und zweites Signal L
' bzw. R
'zu erhalten.
[0016] In Fig. 4 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der Modifikationsschaltung nach der
Erfindung dargestellt, bei der jedes modifizierte Signal durch drei Signalkomponenten
gebildet wird. Um beliebige Modifikationen auszuführen, sollte jede Signalkomponente
mittels einer Filterschaltung und eines Gewichtungsfaktors je nach Bedarf einzeln
verändert werden können. Das Ausführungsbeispiel nach Fig.4 stellt insofern bereits
eine Vereinfachung dar, weil jeweils zwei Signalkomponenten s2, s3 bzw. s5, s6 über
einzige Filterschaltung F2 bzw. F4 geführt sind.
[0017] Eine Signalquelle q liefert an ihrem Ausgang ein erstes und ein zweites Signal L,
R. Die Signalquelle q ist nicht näher bestimmt, sie kann beispielsweise auch eine
Vielfachsignalquelle mit parallelen Ausgängen darstellen, wobei das erste und zweite
Signal benachbarten Signalen zuzurechnen ist. Der besseren Übersicht wegen beschränken
sich die Ausführungsbeispiele auf Stereo-Signale, wobei das erste Signal L einem Links-Signal
und das zweite Signal R einem Rechts-Signal entspricht. Die Signalquelle q enthält
in diesen Fällen einen Dekoder für Stereo-Multiplexsignale.
[0018] In der Schaltung nach Fig. 4 ist das erste Signal L mittels eines ersten Filters
F1 und einer ersten Gewichtungseinrichtung mit einem Multiplizierer M1 als erste Signalkomponente
s1 auf einen Eingang einer ersten Kombinationseinrichtung K1 geführt. Der zugehörige
Gewichtungsfaktor g ist dem ersten Multiplizierer M1 als Datenwert zugeführt oder
entspricht einer festen Stellenverschiebung. Das erste Signal L ist ferner dem Eingang
eines zweiten Filters F2 zugeführt und bildet mittels einer zweiten Gewichtungseinrichtung
eine sechste Signalkomponente s6, die einer zweiten Kombinationseinrichtung K2 zugeführt
ist, an deren Ausgang das zweite modifizierte Signal R
' abgreifbar ist. Die Gewichtung in der zweiten Gewichtungseinrichtung bewirkt ein
zweiter Multiplizierer M2, dessen Gewichtungseingang ein zweiter Gewichtungsfaktor
k zugeführt ist. Nach der zweiten Gewichtungseinrichtung wird das Signal über eine
dritte Gewichtungseinrichtung geführt und gelangt als zweite Signalkomponente s2 an
die erste Kombinationseinrichtung K1. Die Gewichtung in der dritten Gewichtungseinrichtung
bewirkt ein dritter Multiplizierer M3, dessen Gewichtungseingang ein dritter Gewichtungsfaktor
α zugeführt ist. Parallel zu der ersten, zweiten und sechsten Signalkomponente s1,
s2, s6 die aus dem ersten Signal L gebildet werden, werden aus dem zweiten Signal
R eine vierte, fünfte und dritte Signalkomponente s4, s5, s3 gebildet. Dem ersten
bzw. dem zweiten Filter F1, F2 entspricht ein drittes bzw. viertes Filter F3, F4.
Dem ersten, zweiten und dritten Multiplizierer M1, M2, M3 entspricht ein vierter,
fünfter und ein sechster Multiplizierer M4, M5, M6, denen der erste bzw. zweite bzw.
dritte Gewichtungsfaktor g bzw. k bzw. α zugeführt ist. Die dritte bzw. sechste Signalkomponente
s3, s6 sind auf einen Subtrahendeingang der ersten bzw. zweiten Kombinationseinrichtung
K1, K2 geführt. Die Subtrahend-Eingänge lassen sich vermeiden, wenn die zugehörigen
Gewichtungsfaktoren im Vorzeichen geändert werden.
[0019] In Fig. 5 ist ein anderes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt das die Schaltung
von Fig. 4 in vereinfachter Form enthält. Daneben enthält die Schaltung Regeleinrichtungen,
b1, b2, r und Steuereinrichtungen st zur Regelung und/oder Vorgabe der Gewichtungsfaktoren.
Das Ausführungsbeispiel der Schaltung nach Fig. 5 ist noch stärker auf die Verarbeitung
von Audiosignale ausgerichtet, als die allgemeinere Schaltung von Fig.4. Die Signalquelle
q liefert als erstes und zweites Signal L, R ein Links- und Rechts-Signal. Die erste
und vierte Signalkomponente s1, s4 sind dabei weder gefiltert noch gewichtet sondern
entsprechen direkt dem ersten bzw. zweiten Signal L bzw. R. Mittels eines Hochpassfilters
HP und der Gewichtung durch den zweiten Gewichtungsfaktor k wird aus dem ersten Signal
L die sechste Signalkomponente s6 gebildet, die dem Subtrahendeingang der zweiten
Kombinationseinrichtung K2 zugeführt ist. In gleicher Weise wird mittels eines Hochpassfilters
HP und dem gleichen Gewichtungsfaktor k aus dem zweiten Signal R die dritte Signalkomponente
s3 gebildet, die dem Subtrahendeingang der ersten Kombinationseinrichtung K1 zugeführt
ist. Der zweite Gewichtungsfaktor k wird von der Steuereinrichtung st gesteuert, die
somit die Höhe des gewünschten Effektes und damit die Stereobasisbreite beeinflußt.
Da wie bereits angegeben die Richtungsabhängigkeit bei üblichen Stereosignalen nur
im mittleren und oberen Frequenzbereich gegeben ist, werden zur Bildung der zweiten,
dritten, fünften und sechsten Signalkomponente s2, s3, s5, s6 Hochpaßfilter HP verwendet,
deren Grenzfrequenz großer als 300 Hz ist und typischerweise bei 700 Hz liegt. Aus
den Frequenzdiagrammen von Fig. 1 bis Fig. 3 ist ersichtlich, daß über die Grenzfrequenz
der Bereich der Signalanhebungen oder -absenkungen verändert wird, was sich bei gemischten
Signalen auf den Höreindruck auswirkt. Aus dem hochpaßgefilterten ersten bzw. zweiten
Signal wird die zweite bzw. fünfte Signalkomponente s2, s5 gebildet, indem das Signal
mittels des dritten Gewichtungsfaktors α in seiner Größe geändert wird. Über den Wert
des dritten Gewichtungsfaktors α lassen sich nun nicht nur die Eigenschaften der bekannten
Schaltungen von Fig. 1 bis Fig. 3 einstellen, sondern auch noch beliebige Zwischenstufen,
wodurch eine optimale Signalanpassung ermöglicht wird.
[0020] Mit einem Gewichtungsfaktor α = 0 wird das Frequenzdiagrammm von Fig. 1 eingestellt,
das eine optimale Modifikation für Stereosignale liefert, bei der eine der beiden
Komponenten L, R den Wert 0 hat. Mit einem Gewichtungsfaktor α, der etwa zwischen
0,4 und 0,5 liegt, wird ein Frequenzgang eingestellt, der dem Frequenzgang von Fig.
2 entspricht und für gemischte Signale optimal ist. Gegebenenfalls kann der dritte
Gewichtungsfaktor α auch negativ sein, um die Signalanhebung für unspezifische Signale
im oberen Frequenzbereich zu reduzieren. Schließlich wird mit einem Gewichtungsfaktor
α = 1 der Frequenzgang von Fig. 3 eingestellt, der für reine Monosignale oder Signale
mit hohem Monosignalanteil ideal ist.
[0021] Die Einstellung des dritten Gewichtungsfaktors α kann auf verschiedene Weise erfolgen.
Entweder als Festwert über die Steuereinrichtung st - in Fig. 5 ist dies durch eine
gestrichelte Verbindung dargestellt. Der dritte Gewichtungsfaktor α kann aber auch
adaptiv durch die Signaleigenschaften selbst gesteuert werden, die beispielsweise
mittels einer ersten Bewertungseinrichtung b1 aus dem Links- und Rechtssignal L, R
bestimmt werden. Im einfachsten Fall wird hierbei über Addierer bzw. Subtrahierer
der Mono- bzw. Differenzsignalanteil bestimmt. Mittels einzelner Filter, mit denen
die physiologische Hörempfindlichkeit etwa nachgebildet wird, können einzelne Frequenzbereiche
gesondert behandelt oder speziell gewichtet werden. Dies entspricht einer adaptiven
Steuerung des Gewichtungsfaktors α, die in Fig. 5 durch die gestrichelte Linie am
Ausgang der ersten Bewertungseinrichtung b1 schematisch dargestellt ist.
[0022] Wird eine entsprechende Bewertung mittels einer zweiten Bewertungseinrichtung b2
auch an den modifizierten Ausgangssignalen L
', R
' durchgeführt, dann können die Ausgänge der ersten und zweiten Bewertungseinrichtung
b1, b2 mit einer Regeleinrichtung r verbunden werden, deren Ausgang die Höhe der Gewichtungsfaktoren
steuert. Durch einen Vergleich der Ein- und Ausgangssignale der Modifikationsschaltung
kann mittels der Regeleinrichtung r insbesondere erreicht werden, daß sich unabhängig
von der jeweiligen Effektsteuerung der Lautstärkeeindruck bei der Modifikation nicht
ändert. Wenn die Regeleinrichtung r den Lautstärkeeindruck im gesamten Frequenzbereich
oder in einzelnen Frequenzbereichen berücksichtigen soll, dann müssen die erste und
zweite Bewertungseinrichtung b1, b2 unter anderem leistungsbezogene Daten aus den
Signalen am Eingang und Ausgang der Modifikationsschaltung bestimmen. Im Ausführungsbeispiel
von Fig. 5 steuert der Ausgang der Regeleinrichtung r den dritten Gewichtungsfaktor
α.
[0023] Selbstverständlich ist auch eine Kombination der Bewertungs- und Regeleinrichtungen
von Fig. 5 mit der Modifikationsschaltung von Fig. 4 denkbar. Hier kann über den ersten
Gewichtungsfaktor g der Anteil des ersten bzw. zweiten Signales L, R gesteuert werden.
Das erste und dritte Filter F1, F3 können dabei durchverbunden oder jeweils durch
einen Allpass realisiert sein. Die bei digitalen Schaltungen erforderlichen Zeitausgleiche
sind wie üblich in den einzelnen Schaltungsbeispielen nicht dargestellt. Es wird nochmals
darauf hingewiesen, daß die Erfindung und die zugehörigen Ausführungsbeispiele keinesfalls
auf die Verarbeitung von Stereo-Signalen beschränkt sind, sondern daß die adaptive
Effektsteuerung für viele andere Signale von Vorteil ist.
1. Schaltung zur Modifikation eines von einer Signalquelle (q) gelieferten ersten und
zweiten Signals (L bzw. R) mit Einrichtungen (F1 bis F4, M1 bis M6) zur Bildung von
Signalkomponenten (s1 bis s6), die aus dem ersten und zweiten Signal gebildet und
mittels einer ersten und zweiten Kombinationseinrichtung (K1 bzw. K2) zu einem modifizierten
ersten und modifizierten zweiten Signal (L' bzw. R') zusammengefaßt sind,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- eine mit dem ersten Signal (L) verkoppelte erste und zweite Signalkomponente (s1,
s2) und eine mit dem zweiten Signal (R) verkoppelte dritte Signalkomponente (s3) sind
der ersten Kombinationseinrichtung (K1) zugeführt deren Ausgang das erste modifizierte
Signal (L') liefert, und
- eine mit dem zweiten Signal (R) verkoppelte vierte und fünfte Signalkomponente (s4,
s5) und eine mit dem ersten Signal (L) verkoppelte sechste Signalkomponente (s6) sind
der zweiten Kombinationseinrichtung (K2) zugeführt deren Ausgang das zweite modifizierte
Signal (R') liefert.
2. Schaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen zur Bildung
der ersten bis sechsten Signalkomponente (s1 bis s6) Filter (F1 bis F4) und Gewichtungseinrichtungen
(M1 bis M6) enthalten.
3. Schaltung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- die erste Signalkomponente (s1) ist aus dem ersten Signal (L) mittels einer ersten
Filters (F1) und eines ersten Multiplizierers (M1), der einen ersten Gewichtungsfaktor
(g) bewirkt, gebildet,
- die sechste Signalkomponente (s6) ist aus dem ersten Signal (L) mittels einer zweiten
Filters (F2) und eines zweiten Multiplizierers (M2), der einen zweiten Gewichtungsfaktor
(k) bewirkt, gebildet,
- die vierte Signalkomponente (s4) ist aus dem zweiten Signal (R) mittels eines dritten
Filters (F3) und eines vierten Multiplizierers (M4), der den ersten Gewichtungsfaktor
(g) bewirkt, gebildet,
- die dritte Signalkomponente (s3) ist aus dem zweiten Signal (R) mittels eines vierten
Filters (F4) und eines fünften Multiplizierers (M5), der den zweiten Gewichtungsfaktor
(k) bewirkt, gebildet,
- die zweite Signalkomponente (s2) ist aus der sechsten Signalkomponente (s6) mittels
eines dritten Multiplizierers (M3), der einen dritten Gewichtungsfaktor (α) bewirkt,
gebildet,
- die fünfte Signalkomponente (s5) ist aus der dritten Signalkomponente (s3) mittels
eines sechsten Multiplizierers (M6), der den dritten Gewichtungsfaktor (α) bewirkt,
gebildet und
- der jeweilige Wert der Gewichtungsfaktoren (g, k, α) ist entweder durch eine Steuereinrichtung
(st) vorgegeben oder von Bewertungseinrichtungen (b1, b2) abhängig.
4. Schaltung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mittels einer
ersten Bewertungseinrichtung (b1), der das erste und zweite Signal (L, R) zugeführt
ist, mindestens einer der Gewichtungsfaktoren (g, k, α) gesteuert ist.
5. Schaltung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß einer ersten
Bewertungseinrichtung (b1) das erste und zweite Signal (L, R) und einer zweiten Bewertungseinrichtung
(b2) das modifizierte erste und modifizierte zweite Signal (L', R') zugeführt sind
und eine Regeleinrichtung (r), die mit der ersten und zweiten Bewertungseinrichtung
(b1, b2) gekoppelt ist, mindestens einen der Gewichtungsfaktoren (g, k, α) steuert.
6. Schaltung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet daß die Signalquelle
(q) eine Audiosignalquelle ist, die als erstes Signal (L) ein Linkssignal und als
zweites Signal (R) eine Rechtssignal liefert.
7. Schaltung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite und das vierte Filter
(F2, F4) jeweils ein Hochpaßfilter ist und daß mittels des zweiten Gewichtungsfaktors
(k) der jeweilige Stereoeffekt verändert wird.
8. Schaltung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die erste
Signalkomponente (s1) dem ersten Signal (L) und die zweite Signalkomponente (R) dem
zweiten Signal (R) entspricht.
9. Schaltung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinrichtung (r) den
Wert des dritten Gewichtungsfaktors (α) beeinflußt.
10. Schaltung nach Anspruch 5 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten und zweiten
Bewertungseinrichtung (b1, b2) Leistungspegel in einzelnen Frequenzbereichen bestimmt
sind und in der Regeleinrichtung (r) jeweils gleiche Frequenzbereiche verarbeitet
werden.