[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit für ein Kraftfahrzeug mit einem Motor,
einem hydrodynamischen Retarder und einem Getriebe.
[0002] Retarder spielen bei Antriebsanlagen von Fahrzeugen eine immer wichtigere Rolle.
Sie sind in den Antriebsstrang integriert. Der Retarder wird beim Einsatz im Kraftfahrzeug
- aber auch bei Anlagen mit stark wechselndem Betrieb - durch Füllen und Entleeren
des beschaufelten Arbeitskreislaufes mit einem Arbeitsmedium ein- oder ausgeschaltet.
Als Arbeitsmedium kommen z.B. Öl oder Wasser in Betracht. Leistet der Retarder Bremsarbeit,
so wird das Arbeitsmedium erwärmt. Die Wärme muß durch einen Kühler abgeführt werden.
[0003] Antriebseinheiten von Kraftfahrzeugen haben in der Regel weitere Aggregate, die eine
Kühlung benötigen. Hierbei ist beispielsweise an den Motor, die mechanischen Bremsen,
an die Kupplung oder an das Getriebe zu denken. Diese anderen Aggregate können ebenfalls
einen Kühlkreislauf aufweisen. Es ist bekannt, bei einer Antriebsanlage für Fahrzeuge
den Retarder mit Wasser zu betreiben, das gleichzeitig als Kühlwasser dient. Dabei
kann der Retarder im Nicht-Bremsbetrieb wahlweise als Pumpe verwendet werden und das
Arbeitsmedium des Retarders, gleichzeitig als Kühlmedium für andere Aggregate der
Antriebseinheit dienen.
[0004] D 195 09 417 A1 zeigt und beschreibt einen Antriebsstrang für ein Kraftfahrzeug mit
einem Motor, einem Getriebe und einem Retarder. Dabei ist der Retarder in das Getriebeendgehäuse
integriert.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen solchen Antriebsstrang dahingehend
weiterzuverbessern, daß Fertigung und Montage von Retarder und Getriebe noch einfacher,
rationeller und damit kostengünstiger werden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
[0007] Anders als bei der genannten Druckschrift wird gemäß der Erfindung die Anordnung
so getroffen, daß der Retarder als selbständige Baueinheit auf die Retarderwelle aufsteckbar
ist. Die Retarderwelle wird von zwei Lagern getragen. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird die Retarderwelle in einem Wandteil gelagert, das Bestandteil des Getriebegehäuses
ist. Die in diesem Wandteil gelagerte Retarderwelle kann über das Wandteil hinausragen,
so daß es den komplett vormontierten Retarder durch Aufstecken aufnehmen kann.
[0008] Erfindungsgemäß ist eine Dichtung zwischen Getriebegehäuse und Retarder vorgesehen,
die eine Doppelfunktion hat: Zum einen dichtet sie gegen das Schmiermittel des Retarderlagers
und/oder das Getriebeöl ab, zum anderen gegen das Arbeitsmedium des Retarders. Der
Retarder kann mit einem anderen Arbeitsmedium betrieben werden als Öl. In diesem Falle
muß dafür gesorgt werden, daß die beiden Medien, nämlich das Arbeitsmedium des Retarders
einerseits und das Schmiermittel des Getriebes andererseits nicht in leitender Verbindung
miteinander stehen. Dies wird durch die genannte Dichtung erreicht. Dies schließt
natürlich nicht aus, daß beide Medien miteinander identisch sind, so daß auch der
Retarder mit Öl als Arbeitsmedium betrieben wird.
[0009] In einer Fortbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Dichtung bzw. das
Dichtelement in dem Wandteil des Getriebegehäuses gelagert wird. Dies hat den Vorteil
einer besonders kompakten Anordnung.
[0010] Das Dichtelement kann ein- oder mehrteilig ausgeführt sein, beispielsweise als Doppelelement.
[0011] Bei der bevorzugten Ausführungsform als Doppelelement ist ein Zwischenraum zwischen
den beiden Dichtelementen vorgesehen. Dieser kann befüllt sein, beispielsweise mit
einer Flüssigkeit, die als Sperrmedium wirkt. In einer alternativen Ausführungsform
ist vorgesehen, daß der Freiraum mit einem Gas, beispielsweise Luft, befüllt ist und
eine Leckageöffnung umfaßt. Dies ermöglicht eine schnelle und sichere Identifizierung
einer Leckage.
[0012] Die Erfindung ist anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
[0013] In Figur 1 ist schematisch ein Antriebsstrang dargestellt, umfassend einen Motor
1, ein Getriebe 2, einen hydrodynamischen Retarder 3 mit einem Kühlmedium als Arbeitsmedium,
einen Wärmetauscher 4, einen diesem zugeordneten Lüfter 5, eine Umwälzpumpe 6, Kühlwasserleitungen
7 sowie einen Ausgleichsbehälter 8.
[0014] Figur 2 zeigt in einer Teilansicht eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung
mit gestrichelt dargestellten Teilen des Getriebes 2 und mit dem Retarder 3. Der Retarder
weist ein Rotorschaufelrad 3.1 sowie ein Statorschaufelrad 3.2 auf. Er ist auf einer
Welle 2.1 gelagert. Welle 2.1 ist in dieser Ausführungsform ihrerseits unter anderem
in einer Außen-Wandung des Getriebes 2 gelagert. Dies ergibt sich noch genauer aus
Figur 3.
[0015] Das Getriebe 2 weist ein Gehäuse 2.2 auf. In die Gehäusewandung ist ein Deckel 2.3
eingesetzt. Deckel 2.3 ist mit der übrigen Gehäusewandung des Getriebegehäuses 2.2
verschraubt und hierbei gegen dieses abgedichtet. Die Retarderwelle 2.1 ist mittels
zweier Lager 2.4 und 2.5 gelagert. Dabei befindet sich Lager 2.4 innerhalb des vom
Getriebegehäuse 2.2 umschlossenen Raumes, während Lager 2.5 in Deckel 2.3 angeordnet
ist.
[0016] Retarder 3 ist als selbständige Baueinheit vormontiert und auf die Retarderwelle
2.1 von außen her aufgesteckt. Es ist denkbar, Retarder 3 teilmontiert aufzustecken.
[0017] Deckel 2.3 weist eine äußere Begrenzungsfläche 2.6 auf, auf welche die Retarder-Baueinheit
3 aufgesetzt ist, ferner eine innere Begrenzungsfläche 2.7, die in eine entsprechende
Aussparung des Retardergehäuses 2.2 eingefügt ist.
[0018] Deckel 2.3 trägt außerdem eine Dichtung 2.8. Diese Dichtung 2.8 hat eine Doppelfunktion:
Sie dichtet den Ringspalt zwischen Deckel 2.3 und Retarderwelle 2.1 einerseits gegen
das Getriebeöl ab und andererseits gegen das Arbeitsmedium des Retarders 3, in diesem
Falle ein Kühlmedium. Die Dichtung kann als einziges Element oder als Doppelelement
ausgebildet sein.
[0019] Man erkennt ferner eine Leckagebohrung 2.9 in Deckel 2.3. Diese dient der Abfuhr
von Leckflüssigkeit nach außen.
[0020] Die Retarderwelle 2.1 trägt ferner ein Ritzel 2.10. Dies ist Bestandteil eines Hochganges,
mit dem die Retarderwelle 2.1 auf höhere Drehzahlen gebracht wird. Das Ritzel kann
ein- oder mehrteilig ausgeführt sein, je nachdem, wie Bauraum zur Verfügung steht
und welche Übersetzung erreicht werden soll.
[0021] Beim Retarder 3 können Rotorschaufelrad 3.1 und Statorschaufelrad 3.2 in axialer
Richtung vertauscht werden, so daß gegenüber der Darstellung gemäß Figur 3 das Rotorschaufelrad
3.1 dem Deckel 2.3 näher ist als das Statorschaufelrad.
1. Antriebseinheit für ein Kraftfahrzeug;
1.1 mit einem Motor (1);
1.2 mit einem Getriebe (2), das ein Getriebegehäuse (2.2) aufweist;
1.3 mit einem Retarder (3), der einen Rotor (3.1) und einen Stator (3.2) aufweist;
1.4 es ist eine Retarderwelle (2.1) vorgesehen, die von wenigstens zwei Lagern (2.4,
2.5) getragen ist;
dadurch gekennzeichnet, daß
1.5 ein Dichtelement (2.9) zwischen Getriebegehäuse und Retarder (3) derart angeordnet
ist, daß
1.6 das Schmiermittel des Retarderlagers und/oder des Getriebes (2) von dem Arbeitsmedium
des Retarders getrennt wird.
2. Antriebseinheit gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Retarderwelle (2.1)
im Getriebe gelagert ist.
3. Antriebseinheit gemäß einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Retarderwelle (2.1) frei über eine Außenwandung (2.3) des Getriebegehäuses (2.2) hinausragt.
4. Antriebseinheit gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Dichtelement sich auf der Retarderwelle (2.1) innerhalb der Außenwandung (2.3) des
Getriebegehäuses (2.2) befindet.
5. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß derjenige
Teil der Außenwandung (2,3), der den Retarder bzw. die Retarderwelle trägt, als Deckel
ausgebildet und mit dem übrigen Getriebegehäuse (2.2) verbunden ist.
6. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Retarderwelle (2.1) zugleich ein Ritzel (2.10) eines Hochganges trägt.
7. Antriebseinheit gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ritzel ein- oder
mehrteilig ist.
8. Antriebseinheit nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Ritzel (2.10)
in axialer Richtung auf der einen oder der anderen der beiden Lager (2.4,2.5) oder
zwischen diesen beiden Lagern angeordnet ist.
9. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Retarderwelle (2.1) eine vollständig oder teilweise ausgeführte Hohlwelle ist.
10. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das
Dichtelement ein einziges Element ist.
11. Antriebseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das
Dichtelement ein Doppelelement ist.
12. Antriebseinheit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Doppelelement einen
Freiraum zwischen den einzelnen Dichtelementen umfaßt.
13. Antriebseinheit nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Freiraum eine Öffnung
zur Erkennung von Leckagen aufweist.
14. Antriebseinheit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Freiraum mit einer
Flüssigkeit gefüllt ist.