(19)
(11) EP 0 777 012 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.06.1997  Patentblatt  1997/23

(21) Anmeldenummer: 96115525.6

(22) Anmeldetag:  27.09.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D21F 3/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE ES FI FR GB IT PT SE

(30) Priorität: 01.12.1995 DE 19544978

(71) Anmelder: Voith Sulzer Papiermaschinen GmbH
89509 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Henssler, Joachim
    88213 Ravensburg (DE)
  • Muellner, Josef
    89518 Heidenheim (DE)
  • Steeger, Christian
    88213 Ravensburg (DE)
  • Steiner, Karl, Dr.
    89542 Herbrechtingen (DE)
  • Schuwerk, Wolfgang
    88353 Kisslegg (DE)
  • Wieland, Ulrich
    88276 Berg (DE)

   


(54) Presswalze


(57) Es wird eine Preßwalze (10) mit einem stationären Träger (12) und einem umlaufenden Walzenmantel (14) beschrieben, der über wenigstens ein gegen die Innenumfangsfläche (16) des Walzenmantels (14) anpreßbares, zumindest teilweise hydrodynamisch geschmiertes Stützelement (18) am Träger (12) abgestützt ist. Die Stützfläche (20) des Stützelements (18) weist wenigstens eine sich in Richtung der Walzenachse erstreckende Reihe aus einer Vielzahl von voneinander getrennten Ölzufuhrstellen (22) auf, die zumindest teilweise unabhängig von einem das Stützelement (18) beaufschlagenden Druckraum gespeist werden. Die Ölzuführstellen (22) umfassen jeweils eine drosselnde Bohrung (26).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Preßwalze mit einem stationären Träger und einem umlaufenden Walzenmantel, der über wenigstens ein gegen die Innenumfangsfläche des Walzenmantels anpreßbares, zumindest teilweise hydrodynamisch geschmiertes Stützelement am Träger abgestützt ist, das eine der Innenumfangsfläche des Walzenmantels zugewandte, in Laufrichtung des Walzenmantels verlängerte Stützfläche besitzt, die mehrere Ölzufuhrstellen aufweist, über die dem Bereich zwischen Stützfläche und Innenumfangsfläche des Walzenmantels frisches Schmieröl zugeführt wird, wobei die Zufuhr frischen Schmieröls zumindest teilweise unabhängig von einem das Stützelement beaufschlagenden Druckraum erfolgt.

[0002] Derartige Preßwalzen werden insbesondere in Preßvorrichtungen mit einer sogenannten verlängerten Preßzone eingesetzt. Solche Preßvorrichtungen können beispielsweise in Pressenpartien, aber auch in Kalibrier- und Glättwerken Verwendung finden.

[0003] Bei einer solchen Preßwalze können während des Betriebs, d.h. bei umlaufendem Walzenmantel trotz der zumindest teilweise hydrodynamischen Schmierung erhebliche Reibungen auftreten, die Mantelverschleiß verursachen und die durch eine höhere Antriebsleistung kompensiert werden müssen. Es wurde zwar bereits vorgeschlagen, zur Verringerung der Antriebsleistung im Eintrittsbereich der Preßzone zusätzliches Öl auf die Innenumfangsfläche des Walzenmantels aufzuspritzen, bevor dieser in die Preßzone eintritt. Zur Verringerung der Reibungsverluste wurde auch bereits vorgeschlagen, die Stützfläche des Stützelements im einlaufseitigen Randbereich mit einem sich über die gesamte Breite der Preßzone erstreckenden Schlitz zu versehen. Damit lassen sich die Reibungsverluste zwar bereits in gewissem Umfang verringern. Weist jedoch der Walzenmantel, ein durch die Preßzone geführtes Filzband, die zu pressende Materialbahn oder dergleichen oder die beispielsweise durch eine Gegenwalze gebildete Gegenfläche Unregelmäßigkeiten insbesondere in Form von Dickstellen bzw. Unebenheiten auf, so muß damit gerechnet werden, daß an bestimmten Stellen der Druck so hoch wird, daß dort der Preßzone nur noch wenig oder gar kein Öl mehr zugeführt wird oder erhalten bleibt. An den betreffenden Stellen kann es auch dazu kommen, daß Öl am Schlitz abgestreift wird.

[0004] Bei einer aus der DE 40 40 392 A1 bekannten Preßwalze der eingangs genannten Art sind in einer in der Stützfläche des Stützelements gebildeten, sich im wesentlichen über die gesamte Breite der Preßzone erstreckenden Tasche mehrere Nuten vorgesehen, in die jeweils Schmiermittelkanäle münden. Bei einem Ausführungsbeispiel sind in der Tasche drei Nuten vorgesehen, von denen zwei in Richtung der Walzenachse hintereinanderliegen. Mit einer solchen Anordnung ist es zwar möglich, bei der Inbetriebnahme der Pressenanordnung für eine hydrostatische Abstützung des Walzenmantels zu sorgen, während dieser bei normaler Umlaufgeschwindigkeit hydrodynamisch abgestützt wird. Auch hier kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, daß aufgrund von Unregelmäßigkeiten sowohl im Walzenmantel, in einem durch die Preßzone geführten Filzband, als auch in der insbesondere durch eine Gegenwalze oder mit dem bandartigen Walzprodukt gebildeten Gegenfläche oder mit dem bandartigen Walzprodukt Stellen höheren Preßdrucks auftreten, an denen die Ölzufuhr verringert oder sogar unterbrochen wird.

[0005] Hinzu kommt, daß bei einer Preßwalze mit hydrodynamischer Schmierung des Stützelements die hydrodynamische Abstützung des Walzenmantels bewirkende Schmiermittel von der Einlaufseite zur Auslaufseite stark erwärmt werden. Der Grad der Erwärmung des Schmierfilms ist unter anderem von dessen Druckverlauf und hierbei insbesondere von dessen Gradienten und dem Maximum sowie von der Maschinengeschwindigkeit abhängig. Mit zunehmender Erwärmung wird die Viskosität des Schmieröls geringer, was dessen hydraulische Tragfähgkeit mindert oder sogar in bestimmten Fällen zu dessen Zersetzung führt. Zudem wird es mit steigender Maschinengeschwindigkeit schwieriger, den heißen, am Mantel anhaftenden Ölfilm nach einem Durchlauf durch den Schmierspalt ausreichend zu kühlen beziehungsweise zu erneuern. Problematisch ist insbesondere, daß am Einlauf zugeführtes Schmieröl nicht in ausreichendem Maße mitgenommen und in den Schmierspalt eingezogen wird. Dies ist unter anderem wiederum auf die zuvor genannte ungleiche Dicke der gemeinsam zwischen Stützelement und Gegenwalze hindurchlaufenden Elemente zurückzuführen.

[0006] Starke Dickenunterschiede führen auch häufig zu einem Verkeilen zwischen Stützelement und Gegenwalze, und zwar in der vertieften Tasche, und damit zu Zerstörungen. Zu beachten ist auch, daß in einem hydrodynamisch erzeugten Schmierspalt die Dicke des Schmierfilms an der Stelle mit dem betragsmäßig größten negativen Verhältnis des örtlichen Druckgradienten zur örtlichen Viskosität am geringsten ist. Diese Stelle liegt bei den üblichen Preßzonen im Bereich des Preßzonenauslaufs, wo sich bei fallendem Druck ein negativer Wert ergibt.

[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Preßwalze der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der auch bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen stets eine optimale Versorgung mit frischem kühlem Schmieröl gewährleistet und eine möglichst gleichmäßige Temperaturverteilung über der Stützfläche des Stützelements sichergestellt ist.

[0008] Die Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Stützfläche wenigstens eine sich in Richtung der Walzenachse erstreckende Reihe aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom das Stützelement beaufschlagenden Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen aufweist, die jeweils eine Bohrung umfassen, in deren Bereich, vorzugsweise in deren Innerem, eine Drosselung erfolgt, wobei vorzugsweise die Ölzufuhrstellen jeweils durch eine lokale Vertiefung der Stützfläche und eine in diese Vertiefung mündende drosselnde Bohrung gebildet sind und wobei zwischen den Vertiefungen Stege vorgesehen sind, deren Oberflächen zumindest im wesentlichen auf dem gleichen Niveau wie die restliche Stützfläche liegen.

[0009] Aufgrund dieser Ausbildung wird erreicht, daß eine gleichmäßige Versorgung mit frischem, kühlem Schmieröl selbst dann gewährleistet ist, wenn stellenweise ein erhöhter Preßdruck aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei dem Walzenmantel, einem durch die Preßzone geführten Filzband oder dergleichen, bei der zu behandelnden Materialbahn, insbesondere Papier- oder Karton, oder der beispielsweise durch eine Gegenwalze gebildeten Gegenfläche auftritt. Eine solche ununterbrochene Versorgung mit frischem kühlem Schmieröl ist somit insbesondere auch dort gewährleistet, wo beispielsweise Papierfetzen und -falten oder Verdickungen der zu behandelnden Faserbahn die Preßzone durchlaufen. Während durch die Stege Querströmungen des Schmieröls praktisch ausgeschlossen werden, ist durch die mit Drosselcharakteristik ausgebildeten Bohrungen sichergestellt, daß das Schmieröl beim Auftreten einer lokalen, insbesondere in Randbereichen auftretenden Unterbelastung, also einer Spaltöffnung, nicht übermäßig entweicht und damit die Versorgung der unter Überlast stehenden Preßstellen nicht verlorengeht. Aufgrund dieser gegenseitigen Trennung der Vielzahl von Ölzufuhrstellen einer jeweiligen Reihe sowie der zumindest teilweise vom Druckraum für das Stützelement unabhängigen und damit einen ausreichend hohen Druck erzeugenden Speisung können lokal auftretende Unregelmäßigkeiten problemlos kompensiert werden. Damit ist praktisch ausgeschlossen, daß lokal auftretende Unregelmäßigkeiten die Zufuhr frischen, gekühlten Drucköls vorübergehend oder auf Dauer verringern oder unterbrechen. Die Ölzufuhr ist vor allem an den betreffenen kritischen Stellen hoher Preßbelastungen vollauf gewährleistet, wodurch auch die angestrebte möglichst gleichmäßige Temperaturverteilung erzielt wird. Die erfindungsgemäße Preßwalze ist demnach mit Vorteil insbesondere auch bei solchen Preßvorrichtungen einsetzbar, bei denen mit einem regelmäßigen Durchgang von Papierfetzen oder -falten oder Faserstoffverdickungen durch die Preßzone gerechnet werden muß. Die gleiche Problematik tritt stets auch am Rand der Produktbahn auf, wo die Bahndicke abrupt endet.

[0010] Der jeweiligen Reihe von Ölzufuhrstellen ist vorzugsweise wenigstens ein im Stützelement ausgebildeter Verteilerkanal zugeordnet, über den mehrere Ölzufuhrstellen gemeinsam mit frischem Schmieröl versorgt werden. Es können auch mehrere, in Richtung der Walzenachse hintereinanderliegende Verteilerkanäle vorgesehen sein. Die Bohrungen können zumindest teilweise einzeln mit dem Verteilerkanal verbunden und / oder zumindest teilweise auch zu Gruppen zusammengefaßt und gruppenweise mit diesem Verteilerkanal verbunden sein.

[0011] Vorzugsweise sind Mittel vorgesehen, um die Werte für Druck und / oder Menge des zugeführten frischen Schmieröls bezüglich einzelner und / oder Gruppen von Bohrungen getrennt einzustellen. Damit ist es auf einfachste Weise möglich, die Preßwalze nach Bedarf an unterschiedliche Betriebsbedingungen anzupassen.

[0012] Die Speisung einer jeweiligen Reihe von Ölzufuhrstellen kann völlig unabhängig von dem das Stützelement beaufschlagenden Druckraum oder teilweise auch über diesen Druckraum erfolgen. Bei einer kombinierten Schmierung mit Öl über den den Anpreßdruck für das Stützelement liefernden Druckraum und zusätzlich zugeführtem Öl wäre bei einem Ausfall der zusätzlichen Ölversorgung stets noch eine gute Notschmierung durch das Öl über den Druckraum gegeben. Diese Art der Schmierung kann bei allen Stützelementen unabhängig von der Art der Linienkrafterzeugung (z.B. Langkolben, Kolbenreihe, Druckprofilverstellung, Druckprofileinstellung mit flexibler Anpreßleiste und dergleichen) angewendet werden.

[0013] Die Zufuhr frischen Schmieröls entlang einer Reihe von Ölzufuhrstellen erfolgt vorteilhafterweise abwechselnd unabhängig von dem das Stützelement beaufschlagenden Druckraum und über den das Stützelement beaufschlagenden Druckraum.

[0014] Es ist auch denkbar, daß zusätzlich zu der wenigstens einen Reihe aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen wenigstens eine dazu parallele Reihe aus einer Vielzahl von voneinander unabhängigen, über den Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen vorgesehen ist. In diesem Fall kann in Laufrichtung des Walzenmantel abwechselnd jeweils eine Reihe der einen Art und eine dazu parallele Reihe der anderen Art vorgesehen sein. Unterschiedliche Reihen aus jeweils einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen werden vorzugsweise getrennt voneinander mit frischem Schmieröl versorgt.

[0015] Die Möglichkeit einer optimalen Anpassung an unterschiedliche Betriebsbedingungen ist insbesondere dann gegeben, wenn die Druckwerte für die zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen einer Reihe und / oder die Druckwerte für die zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen verschiedener Reihen getrennt einstellbar sind. Für eine variable Einstellung unterschiedlicher Druckverläufe sind auch radial gegeneinander verschiebbare Stützelemente denkbar. In diesem Fall ist es zweckmäßig, benachbarte Stützelemente spaltfrei gegeneinander abzudichten.

[0016] Insbesondere im Hinblick auf eine möglichst optimale Temperaturverteilung ist es von Vorteil, mehrere, zueinander parallele Reihen aus jeweils einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen vorzusehen, wobei die Ölzufuhrstellen zweier benachbarter Reihen quer zur Laufrichtung des Walzenmantels vorzugsweise gegeneinander versetzt, d.h. auf Lücke angeordnet sind.

[0017] Insbesondere im Hinblick auf die angestrebte möglichst gleichmäßige Temperaturverteilung ist auch von Vorteil, wenn wenigstens eine Reihe aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen in Laufrichtung des Walzenmantels betrachtet im Bereich zwischen 1/4 bis 3/4, vorzugsweise 1/2 bis 3/4 der Stützfläche angeordnet ist.

[0018] In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausführungsvarianten der erfindungsgemäßen Preßwalze angegeben. Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
Figur 1
eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung eines Teils einer Preßwalze,
Figur 2
eine Draufsicht auf einen Teil des Stützelements der in Figur 1 gezeigten Preßwalze, wobei der Walzenmantel weggelassen ist,
Figur 3
einen Schnitt durch einen Teil des in Figur 2 gezeigten Stützelements entlang der Reihe von Ölzufuhrstellen,
Figur 4
eine schematische Querschnittsdarstellung einer der der Figur 1 vergleichbaren Preßwalze, wobei jedoch eine über den Druckraum gespeiste Ölzufuhrstelle dargestellt ist,
Figur 5
eine schematische, perspektivische Teildarstellung eines mit zwei Reihen von Ölzufuhrstellen versehenen Stützelements,
Figur 6
eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Ölzufuhrstelle,
Figur 7
eine schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Ölzufuhrstelle und
Figur 8
eine Figur 3 vergleichbare Darstellung, wobei die den Ölzufuhrstellen zugeordneten Vertiefungen genauer dargestellt sind.


[0019] In den Figuren 1 und 4 ist rein schematisch eine Preßwalze 10 mit einem stationären Träger 12 und einem umlaufenden Walzenmantel 14 dargestellt. Der um den stationären Träger 12 umlaufende Walzenmantel 14 ist über wenigstens ein gegen seine Innenumfangsfläche 16 anpreßbares Stützelement 18 am Träger 12 abgestützt.

[0020] Das Stützelement 18 umfaßt eine der Innenumfangsfläche 16 des Walzenmantels 14 zugewandte Stützfläche 20, die im vorliegenden Fall zumindest teilweise hydrodynamisch geschmiert wird. Die Stützfläche 20 ist in Laufrichtung LW des Walzenmantels 14 verlängert, um zusammen mit einer beispielsweise durch eine Gegenwalze gebildete Gegenfläche eine sogenannte verlängerte Preßzone zu bilden.

[0021] Dem zwischen dem Walzenmantel 14 und der Stützfläche 20 gebildeten Schmierspalt der zumindest teilweise hydrodynamisch geschmierten Preßwalze 10 wird zusätzliches frisches gekühltes Schmieröl zugeführt, wozu die Stützfläche 20 mehrere Ölzufuhrstellen 22 aufweist (vgl. auch die Figuren 2, 3 und 5 bis 9). Die Zufuhr zusätzlichen frischen Schmieröls erfolgt zumindest teilweise unabhängig von einem das Stützelement 18 beaufschlagenden Druckraum 19.

[0022] Bei einer Mehrzahl von Stützelementen können diese vorteilhafterweise in Radialrichtung relativ zueinander verschiebbar sein, um insbesondere unterschiedliche Druckverläufe zu erhalten. Grundsätzlich ist auch denkbar, die Stützelement 18 zumindest gruppenweise unter Aufrechterhaltung der gewünschten relativen Beweglichkeit spaltfrei gegeneinander abzudichten.

[0023] Die Ölzufuhrstellen 22 sind hier reihenweise angeordnet, wobei in der Stützfläche 20 wenigstens eine sich in Richtung der Walzenachse erstreckende Reihe Ri aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen 22 vorgesehen ist (vergleiche insbesondere Figuren 2, 3, 5 und 6). Die Ölzufuhrstellen 22 sind vorzugsweise jeweils durch eine lokale Vertiefung 24 in der Stützfläche 20 und eine in diese Vertiefung 24 mündende kapillarartige Bohrung 26 gebildet. Zwischen den Vertiefungen 24 sind Stege 28 vorgesehen, deren Oberflächen vorzugsweise zumindest im wesentlichen auf dem gleichen Niveau wie die restliche Stützfläche liegen, d.h. selbst nicht abgesenkt sind.

[0024] Bei den in den Figuren 2 bis 4 gezeigten Ausführungsbeispielen ist jeweils nur eine solche Reihe von Ölzufuhrstellen 22 vorgesehen. Dagegen enthalten die in den Figuren 1 und 5 gezeigten Ausführungsvarianten zwei solche Reihen. Es kann jedoch eine davon abweichende, insbesondere auch größere Anzahl von Reihen vorgesehen sein. Zudem ist auch denkbar, daß sich Reihen von Ölzufuhrstellen lediglich über einen Teil der Breite des Stützelements 18 erstrecken und benachbarte Reihen so angeordnet sind, daß sich eine über den einen und die andere über den anderen Teil der Breite erstreckt.

[0025] Einer jeweiligen Reihe Ri von Ölzufuhrstellen 22 kann wenigstens ein vorzugsweise im Stützelement 18 ausgebildeter Verteilerkanal 30 zugeordnet sein (vergleiche Figur 1).

[0026] Über einen solchen, sich vorzugsweise allgemein in Richtung der Walzenachse erstreckenden Verteilerkanal 30 werden mehrere Ölzufuhrstellen 22 gemeinsam mit frischem kühlem Schmieröl versorgt. Einer jeweiligen Reihe Ri von Ölzufuhrstellen kann im einfachsten Fall ein einziger Verteilerkanal 30 zugeordnet sein. Es ist jedoch auch denkbar, je Reihe Ri mehrere in Richtung der Walzenachse hintereinanderliegende Verteilerkanäle 30 vorzusehen. Grundsätzlich ist eine Ölzufuhr von einer Seite oder auch von zwei Seiten möglich. Der Ölverteiler kann beispielsweise zylindrisch oder konisch sein oder auch einen abgestuften Querschnitt aufweisen. Schließlich ist der Querschnitt der Eintrittsöffnung bzw. die Summe der Querschnitte der Eintrittsöffnungen des Verteilerkanals 30 vorteilhafterweise größer als die Summe aller Querschnitte der mit diesem Kanal verbundenen Bohrungen 26.

[0027] Bei einer praktisch bevorzugten Ausführungsform können die Bohrungen 26 jeweils einen Durchmesser im Bereich von etwa 0,3 mm bis 3 mm vorzugsweise 1 mm besitzen. Die Länge dieser Bohrungen 26 beträgt vorzugsweise etwa 5 bis 100 mm, vorzugsweise 5 bis 50 mm. Anstelle einer kapillarartigen Ausbildung der Bohrungen sind grundsätzlich jedoch auch andere Arten der Drosselung denkbar.

[0028] Zudem ist es notwendig, daß der Öldruck im Bereich der Eintrittsöffnungen der Bohrungen 26 größer als der Druck im Schmierfilm 34 über der Stützfläche 20 des Stützelements 18 ist.

[0029] Die Bohrungen 26 können zumindest teilweise einzeln mit dem Verteilerkanal 30 verbunden sein. Gemäß Figur 3 können die Bohrungen 26 zumindest teilweise jedoch auch zu Gruppen zusammengefaßt und gruppenweise mit dem Verteilerkanal 30 verbunden sein. Bei der in Figur 3 dargestellten Ausführungsvariante sind die Bohrungen 26 paarweise zusammengefaßt und über eine dem jeweiligen Paar gemeinsame Zuleitung 33 mit dem Verteilerkanal 30 verbunden.

[0030] Zudem können Mittel 36 wie insbesondere Ventile, Drosseln oder dergleichen vorgesehen sein, um die Werte für Druck und / oder Menge des zugeführten frischen Schmieröls bezüglich einzelner und / oder Gruppen von Bohrungen 26 getrennt einzustellen. Bei der Ausführungsvariante gemäß Figur 3 ist in die Zuleitungen 33 jeweils ein solches Ventil 36 eingesetzt. Grundsätzlich ist es jedoch auch denkbar, zumindest einzelnen Bohrungen 26 individuelle Steuer- und Reguliermittel zuzuordnen.

[0031] Bezüglich einer jeweiligen Reihe Ri von Ölzufuhrstellen 22 kann die Zufuhr frischen gekühlten Schmieröls völlig unabhängig von dem das Stützelement 18 beaufschlagenden Druckraum 19 oder auch teilweise über diesen Druckraum 19 erfolgen. In Figur 4 ist eine Ölzufuhrstelle 22 gezeigt, deren Bohrung 26 direkt in den das Stützelement 18 beaufschlagenden Druckraum 19 mündet. Demgegenüber sind beim im Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel die Zuleitungen 36 mit dem Verteilerkanal 30 verbunden, der von außen, d.h. unabhängig von dem das Stützelement 18 beaufschlagenden Druckraum 19 mit frischem gekühltem Schmieröl versorgt wird.

[0032] Anstatt sämtliche Ölzufuhrstellen 22 einer jeweiligen Reihe Ri extern zu speisen, ist es beispielsweise auch möglich, die Zufuhr frischen Schmieröls entlang der Reihe Ri abwechselnd unabhängig von dem Druckraum 19 und über den Druckraum 19 vorzunehmen. Einander benachbarte Ölzufuhrstellen 22 einer jeweiligen Reihe werden demnach unterschiedlich gespeist.

[0033] Ferner kann zusätzlich zu wenigstens einer Reihe Ri aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen wenigstens eine dazu parallele Reihe aus einer Vielzahl von wiederum voneinander getrennten, jedoch über den Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen vorgesehen sein. In diesem Fall sind die Reihen Ri vorzugsweise so angeordnet, daß in Laufrichtung LW des Walzenmantels 14 abwechselnd vorzugsweise jeweils eine Reihe Ri aus einer Vielzahl voneinander getrennten zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen 22 und eine dazu parallele Reihe Ri aus einer Vielzahl von voneinander unabhängigen, über den Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen 22 vorgesehen ist.

[0034] Eine solche kombinierte Schmierung mit einer Ölspeisung sowohl über den Druckraum als auch von außen bringt unter anderem den Vorteil mit sich, daß bei einem eventuellen Ausfall der zusätzlichen Ölversorgung stets noch eine hinreichende Notschmierung über den Druckraum sichergestellt ist. Diese Art der Schmierung kann bei allen Stützelementen unabhängig von der Art der Linienkrafterzeugung (z.B. Langkolben, Kolbenreihe, Druckprofilverstellung, Druckprofileinstellung mit flexibler Anpreßleiste) angewendet werden.

[0035] Bei einer Mehrzahl von Reihen Ri aus jeweils einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen 22 kann eine getrennte Versorgung der Reihen mit frischem Schmieröl vorgesehen sein. Vorzugsweise ist auch vorgesehen, daß die Druckwerte für die zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen 22 einer Reihe Ri und / oder die Druckwerte für die zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen verschiedener Reihen getrennt einstellbar sind. Hierbei ist es auch wiederum denkbar, die Druckwerte mehrerer Ölzufuhrstellen 22 gemeinsam einzustellen, wie dies anhand von Figur 3 beschrieben wurde.

[0036] Diese Einstellung kann manuell erfolgen oder auch elektronisch gesteuert sein. Vorzugsweise ist auch dafür gesorgt, daß der Öldruck im Bereich der Eintrittsöffnungen der Bohrungen 26 zumindest zeitweise auf einen so hohen Wert eingestellt werden kann, daß der Walzenmantel 14 hydrostatisch abgestützt wird. Praktisch ist es ausreichend, wenn derart hohe Druckwerte während des Anfahrens erzeugt werden. Während des Betriebs soll vorzugsweise eine zumindest im wesentlichen hydrodynamische Schmierung erfolgen.

[0037] Die Vertiefungen 24 gehen zumindest einseitig kontinuierlich in die teilweise auch durch die Stege 28 gebildete Stützfläche 20 über. Dieser Übergang erfolgt vorzugsweise durch eine konvexe Krümmung. Derartige Übergänge können sowohl in Laufrichtung LW des Walzenmantels 14 (vgl. Figuren 1, 4 und 7 bis 9) als auch in Querrichtung des Stützelements 18 vorgesehen sein (vgl. Figur 3). Somit ist es insbesondere auch möglich, daß die Vertiefungen allseitig kontinuierlich beispielsweise über eine konvexe Krümmung in die teilweise durch die Stege 28 gebildete Stützfläche 20 übergehen. Die Vertiefungen 24 besitzen vorteilhafterweise jeweils eine maximale Tiefe T von weniger als 0,5 mm, insbesondere weniger als 0,3 mm und vorzugsweise weniger als 0,1 mm.

[0038] Gemäß Figur 2 sind diese Vertiefungen 24 in Draufsicht im wesentlichen rund. Sie können in Draufsicht jedoch auch eine rechteckige, dreieckige oder Rautenform oder auch eine Kontur mit sowohl geradlinigen als auch kurvenartigen oder gerundeten Begrenzungen aufweisen. Hierbei können die Vertiefungen 24 einer jeweiligen Reihe Ri in Draufsicht insbesondere auch eine solche gleiche oder unterschiedliche Kontur besitzen, daß sich benachbarte Vertiefungen 24 unter Aufrechterhaltung eines dazwischenliegenden Steges 28, in Laufrichtung LW betrachtet, überlappen.

[0039] Bei der in Figur 2 und 6 dargestellten Ausführungsvariante sind die Bohrungen 26 der Ölzufuhrstellen 22 in Draufsicht in Laufrichtung LW des Walzenmantels 14 betrachtet vor dem Flächenschwerpunkt angeordnet. Aufgrund dieser Anordnung ergibt sich während des Betriebs eine optimale Ölverteilung in den Vertiefungen 24. Es ist jedoch auch möglich, die Bohrungen 26 in Draufsicht im jeweiligen Flächenschwerpunkt der Vertiefungen anzuordnen (Fig. 8).

[0040] Beim in Figur 5 gezeigten Ausführungsbeispiel sind mehrere, hier zwei, zueinander parallele Reihen Ri aus jeweils einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen 22 vorgesehen. Hierbei sind die Ölzufuhrstellen 22 der beiden benachbarten Reihen R1 und R2 quer zur Laufrichtung LW des Walzenmantels 14 um einen Betrag A/2 gegeneinander versetzt. Dieser Betrag A/2 entspricht dem halben Abstand A der Bohrungen einer jeweiligen Reihe von Ölzufuhrstellen, welche Abstände in den beiden Reihen vorzugsweise im wesentlichen gleich groß sind. Die beiden Reihen R1 und R2 sind demnach so vorgesehen, daß die jeweiligen Ölzufuhrstellen 22 auf Lücke angeordnet sind.

[0041] Bei einer bevorzugten Ausführungsvariante sind die Bohrungen 26 der Ölzufuhrstellen 22 einer Reihe Ri in einem Abstand A von etwa 5 bis 50 mm, insbesondere 10 bis 30 mm und vorzugsweise etwa 20 mm voneinander angeordnet. Zudem ist zwischen den Bohrungen 26 der Ölzufuhrstellen 22 zweier benachbarter Reihen Ri in Laufrichtung LW des Walzenmantels 14 beispielsweise ein Abstand von etwa 5 bis 50 mm, insbesondere 10 bis 30 mm und vorzugsweise etwa 20 mm vorgesehen.

[0042] Insbesondere im Hinblick auf eine möglichst optimale Temperaturverteilung über der Stützfläche 20 ist es von besonderem Vorteil, wenn wenigstens eine Reihe Ri aus einer Vielzahl von einander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum 19 gespeisten Ölzufuhrstellen 22 in Laufrichtung LW des Walzenmantels 14 betrachtet im Bereich zwischen 1/4 bis 3/4, vorzugsweise 1/2 bis 3/4 der Stützfläche 20 angeordnet ist.

[0043] Wie insbesondere anhand von Figur 2 zu erkennen ist, ist die Breite B der Stege 28 zweckmäßigerweise geringer als der Durchmesser D der Bohrungen 26. In der Praxis kann die Breite B der Stege 28 beispielsweise schmaler als 10 mm, insbesondere schmaler als 5 mm, bevorzugt schmaler als 1 mm und vorzugsweise schmaler als 0,2 mm sein.

[0044] Die in der Stützfläche 20 vorgesehenen Vertiefungen 24 und die dazwischenliegenden Stege 28 werden vorzugsweise durch Ätzen und insbesondere durch Elektroerosion erzeugt.

[0045] Den Ausführungsvarianten der Figuren 6 und 7 ist gemeinsam, daß die Vertiefung 24 der jeweiligen Ölzufuhrstelle 22 in Laufrichtung LW des Walzenmantels 14 über eine längere Strecke hinweg kontinuierlich in die Stützfläche 20 des Stützelements 18 übergeht, die an der betreffenden Stelle in Figur 7 durch einen Steg 28 gebildet sein kann, durch den diese Ölzufuhrstelle 22 von der nachfolgenden getrennt ist.

[0046] Figur 8 zeigt eine Reihe von Ölzufuhrstellen mit Blick in Laufrichtung LW. Die Vertiefungen 24 jeder Bohrung 26 sind durch einen Steg 28 in Höhe der Stützfläche 20 getrennt. Wie sich aus dieser Figur 8 ergibt, ist die Stegbreite B kleiner als der Durchmesser der Bohrungen 26.

[0047] Die Ölzufuhr kann über wenigstens eine Stirnseite durch das Stützelement, vom Träger her oder über ein besonderes Ölzufuhrrohr 44 (vergleiche Figur 1) erfolgen. Vorzugsweise ist jede Ölzuführung druckgeregelt. Die Ölströmung durch die Bohrungen ist durch den an diesem auftretenden Druckabfall geregelt. In der beschriebenen Weise kann das Drucköl teilweise auch über den Druckkolben 38 zugeführt werden (vergleiche Figur 4).

[0048] Der Druckverlust der kapillarenartigen Bohrungen ergibt sich aus dem Bohrungsdurchmesser, der Bohrungslänge sowie der Beschaffenheit und der Quantität des Öls. Aufgrund der durch die Stege und die kapillarartige Ausbildung der Bohrungen erzielten gegenseitigen Trennung der Ölzufuhrstellen der jeweiligen Reihe ist selbst bei uneinheitlichen unterschiedlichen Preßdrücken sichergestellt, daß alle Bereiche hinreichend versorgt werden und der maximale Abfluß von Öl durch die Bohrungen begrenzt ist. Es ist somit auch bei kritischen Betriebsbedingungen wie beispielsweise bei einem Durchlaufen von Batzen oder Papierverdickungen stets eine optimale Ölversorgung zur Erzeugung und Aufrechterhaltung des Schmierfilms 34 (vergleiche Figur 1) gewährleistet. Zudem ist stets ein wirksamer Austausch des am Walzenmantel anhaftenden Öls sichergestellt. Es ergibt sich eine optimale Temperaturverteilung mit einer geringeren Erwärmung des Schmierfilms, wodurch auch der Walzenmantel im geringeren Maße thermisch belastet wird. Zudem ist aufgrund der geringeren Erwärmung des Schmierfilms auch die Gefahr einer thermischen Verformung des Stützelements verringert. Selbst bei eventuell auftretenden Unregelmäßigkeiten können über die Breite des Stützelements hinweg einheitliche Schmierverhältnisse erzielt werden. Im Vergleich zu einer rein hydrodynamischen oder einer rein hydrostatischen Schmierung ergibt sich auch eine größere Gestaltungsfreiheit hinsichtlich des Druckprofils. Günstig ist auch der Wegfall von kantigen Vertiefungen im Bereich der Preßzone.

Bezugszeichenliste



[0049] 
4
Walzprodukt
6
Filzband
8
Gegenwalze
10
Preßwalze
12
Träger
14
Walzenmantel
16
Innenumfangsfläche
18
Stützelement
19
Druckraum
20
Stützfläche
22
Ölzufuhrstellen
24
Vertiefung
26
Bohrung
28
Stege
30
Verteilerkanal
33
Zuleitung
34
Schmierfilm
36
Einstellmittel
38
Druckkolben
B
Stegbreite
D
Durchmesser der Vertiefung
LW
Laufrichtung
R
Reihe
A
Abstand
T
Tiefe der Vertiefung



Ansprüche

1. Preßwalze mit einem stationären Träger (12) und einem umlaufenden Walzenmantel (14), der über wenigstens ein gegen die Innenumfangsfläche (16) des Walzenmantels (14) anpreßbares, zumindest teilweise hydrodynamisch geschmiertes Stützelement (18) am Träger (12) abgestützt ist, das eine der Innenumfangsfläche (16) des Walzenmantels (14) zugewandte, in Laufrichtung (LW) des Walzenmantels (14) verlängerte Stützfläche (20) besitzt, die mehrere Ölzufuhrstellen (22) aufweist, über die dem Bereich zwischen Stützfläche (20) und Innenumfangsfläche (16) des Walzenmantels (14) frisches Schmieröl zugeführt wird, wobei die Zufuhr frischen Schmieröls zumindest teilweise unabhängig von einem das Stützelement (18) beaufschlagenden Druckraum (19) erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stützfläche (20) wenigstens eine sich in Richtung der Walzenachse erstreckende Reihe (Ri) aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum (19) gespeisten Ölzufuhrstellen (22) aufweist, die jeweils eine Bohrung (26) umfassen, in deren Bereich eine Drosselung erfolgt.
 
2. Preßwalze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ölzufuhrstellen (22) jeweils durch eine lokale Vertiefung (24) der Stützfläche (20) und eine in diese Vertiefung (24) mündende drosselnde Bohrung (26) gebildet sind, wobei zwischen den Vertiefungen (24) Stege (28) vorgesehen sind, deren Oberflächen zumindest im wesentlichen auf dem gleichen Niveau wie die restliche Stützfläche liegen.
 
3. Preßwalze nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reihe (Ri) von Ölzufuhrstellen (22) wenigstens ein im Stützelement (18) vorgesehener Verteilerkanal (30) zugeordnet ist, über den mehrere Ölzufuhrstellen (22) gemeinsam mit frischem Schmieröl versorgt werden.
 
4. Preßwalze nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich der Verteilerkanal (30) allgemein in Richtung der Walzenachse erstreckt.
 
5. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere in Richtung der Walzenachse hintereinander liegende Verteilerkanäle (30) vorgesehen sind.
 
6. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verteilerkanal (30) eine oder mehrere Eintrittsöffnungen aufweist und daß der Querschnitt der Eintrittsöffnung bzw. die Summe der Querschnitte der Eintrittsöffnungen größer als die Summe der Querschnitte der Bohrungen (26) ist.
 
7. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bohrungen (26) kapillarartig ausgebildet sind und jeweils einen Durchmesser im Bereich von etwa 0,3 mm bis 3 mm, vorzugsweise 1 mm besitzen.
 
8. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bohrungen (26) jeweils eine Länge im Bereich von etwa 3 bis 100 mm, vorzugsweise 5 bis 50 mm besitzen.
 
9. Preßwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Bohrungen (26) Blenden oder dergleichen zugeordnet sind.
 
10. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Öldruck im Bereich der Eintrittsöffnungen der Bohrungen (26) größer als der Druck im Schmierfilm (34) über der Stützfläche (20) des Stützelements (18) ist.
 
11. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bohrungen (26) zumindest teilweise einzeln mit dem Verteilerkanal (30) verbunden sind.
 
12. Preßwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bohrungen (26) zumindest teilweise zu Gruppen zusammengefaßt und gruppenweise mit dem Verteilerkanal (30) verbunden sind.
 
13. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Mittel (36) vorgesehen sind, um die Werte für Druck und / oder Menge des zugeführten frischen Schmieröls bezüglich einzelner und / oder Gruppen von Bohrungen (26) getrennt einzustellen.
 
14. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zufuhr frischen Schmieröls zu den Ölzufuhrstellen (22) einer Reihe völlig unabhängig von dem das Stützelement (18) beaufschlagenden Druckraum (19) erfolgt.
 
15. Preßwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zufuhr frischen Schmieröls zu den Ölzufuhrstellen (22) einer Reihe teilweise über den das Stützelement (18) beaufschlagenden Druckraum (19) erfolgt.
 
16. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zufuhr frischen Schmieröls entlang der Reihe (Ri) von Ölzufuhrstellen (22) abwechselnd unabhängig von dem das Stützelement (18) beaufschlagenden Druckraum (19) und über den das Stützelement (18) beaufschlagenden Druckraum erfolgt.
 
17. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich zu der wenigstens einen Reihe (Ri) aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen (22) wenigstens eine dazu parallele Reihe aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, über den Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen vorgesehen ist.
 
18. Preßwalze nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Laufrichtung (LW) des Walzenmantels (14) abwechselnd jeweils eine Reihe (Ri) aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen (22) und eine dazu parallele Reihe aus einer Vielzahl von voneinander unabhängigen, über den Druckraum (19) gespeisten Ölzufuhrstellen (22) vorgesehen ist.
 
19. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß unterschiedliche Reihen aus jeweils einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen (22) getrennt voneinander mit frischem Schmieröl versorgt werden.
 
20. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckwerte für die zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen (22) einer Reihe (Ri) und / oder die Druckwerte für die zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen (22) verschiedener Reihen (Ri) getrennt einstellbar sind.
 
21. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Öldruck im Bereich der Eintrittsöffnungen der Bohrungen (26) zumindest zeitweise, vorzugsweise während des Anfahrens, auf einen so hohen Wert einstellbar ist, daß der Walzenmantel (14) hydrostatisch abgestützt wird.
 
22. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vertiefungen (24) zumindest einseitig, vorzugsweise in Laufrichtung (LW), kontinuierlich, vorzugsweise über eine konvexe Krümmung, in die teilweise durch die Stege (28) gebildete Stützfläche (20) übergehen.
 
23. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vertiefungen allseitig kontinuierlich, vorzugsweise jeweils über eine konvexe Krümmung, in die teilweise durch die Stege (28) gebildete Stützfläche (20) übergehen.
 
24. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vertiefungen (24) jeweils eine maximale Tiefe (T) von weniger als 0,5 mm, insbesondere weniger als 0,3 mm und vorzugsweise weniger als 0,1 mm besitzen.
 
25. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vertiefungen (24) in Draufsicht jeweils eine zumindest im wesentlichen kreisrunde, dreieckige, rechteckige oder Rautenform besitzen.
 
26. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vertiefungen (24) der Reihe (Ri) in Draufsicht eine solche gleiche oder unterschiedliche Kontur besitzen, daß sich benachbarte Vertiefungen (24) unter Aufrechterhaltung eines dazwischenliegenden Steges (28) überlappen.
 
27. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bohrung (26) einer jeweiligen Ölzufuhrstelle (22) in Draufsicht im Flächenschwerpunkt der zugehörigen Vertiefung (24) oder in Laufrichtung (LW) des Walzenmantels (14) betrachtet vor diesem Flächenschwerpunkt angeordnet ist.
 
28. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere, zueinander parallele Reihen (Ri) aus jeweils einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen (22) vorgesehen sind und daß die Ölzufuhrstellen (22) zweier benachbarter Reihen (Ri) quer zur Laufrichtung (LW) des Walzenmantels (14) vorzugsweise gegeneinander versetzt, d.h. auf Lücke angeordnet sind.
 
29. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bohrungen (26) der Ölzufuhrstellen (22) einer Reihe (Ri) in einem Abstand (A) von etwa 5 bis 50 mm, insbesondere 10 bis 30 mm und vorzugsweise etwa 20 mm voneinander angeordnet sind.
 
30. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Reihe (Ri) aus einer Vielzahl von voneinander getrennten, zumindest teilweise unabhängig vom Druckraum gespeisten Ölzufuhrstellen (22) in Laufrichtung (LW) des Walzenmantels (14) betrachtet im Bereich zwischen 1/4 bis 3/4, vorzugsweise 1/2 bis 3/4 der Stützfläche (20) angeordnet ist.
 
31. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Breite (B) der Stege (28) geringer als der minimale Durchmesser (D) der Bohrungen (26) ist.
 
32. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Breite (B) der Stege (28) schmaler als 10 mm, insbesondere schmaler als 5 mm, bevorzugt schmaler als 1 mm und vorzugsweise schmaler als 0,2 mm ist.
 
33. Preßwalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in der Stützfläche (20) vorgesehenen Vertiefungen (24) und die dazwischenliegenden Stege (28) durch Ätzen und insbesondere durch Elektroerosion gebildet sind.
 
34. Preßwalz nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Reihe (Ri) nur im Randbereich Bohrungen (26) aufweist, d.h. im mittleren Bereich bohrungsfrei ist.
 
35. Preßwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 33,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Reihe (Ri) nur im innenliegenden Bereich Bohrungen (26) aufweist.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht