[0001] Die Erfindung geht aus von einem Hochspannungstransformator für einen Fernsehempfänger
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Bei einem derartigen Transformator ist es bekannt,
die Primärwicklung mit einem Draht aus Litze zu wickeln. Die Anwendung von Litze für
die Primärwicklung ist notwendig, um insbesondere bei höheren Zeilenfrequenzen von
32 kHz die sogenannten Skinverluste ausreichend gering zu halten. Eine Primärwicklung
aus Litze ist jedoch gegenüber einem massiven Draht etwa um den Faktor 7 teurer und
hat Nachteile beim Wickelvorgang, beim Verlöten und bei der Befestigung an den Anschlußpins
des Transformators.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen derartigen Hochspannungstransformator
so auszubilden, daß für die Primärwicklung anstelle von Litze massiver Draht verwendet
werden kann und trotzdem die Anforderungen hinsichtlich Kopplung, Kupferverluste und
Skinverluste erfüllt werden. Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene
Erfindung gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0003] Gemäß der Erfindung ist somit die Primärwicklung aus mehreren übereinander liegenden
Lagen aus massivem Draht gewickelt, und jeweils zwischen zwei Lagen ist eine Hülse
aus einem Dielektrikum eingefügt.
[0004] Bisher wurde angenommen, daß insbesondere bei einer erhöhten Zeilenfrequenz von 32
kHz die Anwendung von Litze für die Primärwicklung des Hochspannungstransformators
wegen der sonst auftretenden Skinverluste unumgänglich ist. Die erfindungsgemäße Lösung
beruht auf folgenden Erkenntnissen und Überlegungen: Durch die Einfügung der Hülse
zwischen zwei übereinander liegenden Lagen der Primärwicklung wird die Wickelkapazität
der Primärwicklung beträchtlich verringert. Dadurch werden auch die kapazitiven Blindströme
entsprechend kleiner. Da die Skinverluste in einem hohem Maß durch Blindströme bedingt
sind, werden durch die Verringerung der Wickelkapazität die an der Primärwicklung
auftretenden Skinverluste entsprechend geringer. Die Verringerung der Skinverluste
ermöglicht daher in überraschender Weise auch bei höheren Frequenzen von 32 kHz die
Anwendung eines massiven Drahtes anstelle einer Litze für die Primärwicklung. Die
relativ billige Hülse zwischen zwei Lagen der Primärwicklung erübrigt also die bisher
notwendige teure Litze für die Primärwicklung. An sich ist anzunehmen, daß durch die
Einfügung der Hülse die Kopplung des Transformators verringert wird. Es hat sich aber
gezeigt, daß dieses nicht der Fall ist. Das beruht darauf, daß durch die einzelnen
Lagen, also die gewissermaßen plattgedrückte Primärwicklung, die radiale Entfernung,
über die sich die Primärwicklung erstreckt, gegenüber bekannten Transformatoren praktisch
nicht erhöht wird. Dadurch wird nach wie vor eine gute Kopplung zwischen Primärwicklung
und Hochspannungswicklung sichergestellt.
[0005] Insgesamt ergeben sich durch die Erfindung folgende Vorteile. Die Kosten des Transformators
werden wesentlich geringer, weil bei der Primärwicklung die relativ teure Litze durch
den um den Faktor 7 billigeren massiven Draht ersetzt wird. Dennoch wird eine gute
Kopplung des Transformators erzielt, weil die erfindungsgemäße Lösung einen in radialer
Richtung engen Aufbau ermöglicht. Durch die geringen Verluste im Kupfer und die geringen
Skinverluste wird auch die Erwärmung des Transformators herabgesetzt. Der massive
Draht anstelle der Litze hat noch den Vorteil, daß er in der Fertigung besser und
schneller gelötet werden kann. Auch werden der Wickelvorgang und die Wickelbarkeit
der Drahtenden an den Anschlußstiften, den sogenannten Pins, des Transformators wesentlich
verbessert.
[0006] Vorzugsweise besteht die Primärwicklung aus zwei Lagen mit einem mit zwei Lackschichten
isolierten Kupferdraht, einem sogenannten CuLL-Draht, zwischen denen die Hülse mit
einer Wandstärke in der Größenordnung von 0,4 bis 0,8 mm eingefügt ist. Die einzelnen
Lagen der Primärwicklung sind dabei vorzugsweise als Bifilarwicklung mit zwei nebeneinander
liegenden Drähten ausgebildet. Es werden also ständig zwei Drähte gleichzeitig parallel
gewickelt.
[0007] Es ist auch möglich, eine erste Lage der Primärwicklung ohne Zwischenlage einer Hülse
unmittelbar über den Hilfswicklungen zu wickeln. Das ist insbesondere dann vorteilhaft,
wenn die erste Lage nur eine geringe Windungszahl hat.
[0008] Die Hülse ist vorzugsweise als zylinderförmiges Kunststoffpritzteil mit einer Wandstärke
von 0,4 bis 0,8 mm hergestellt. Die Hülse ist an einer Stelle des Umfangs in Längsrichtung
geschlitzt und kann durch Aufweiten in Radialrichtung auf den Spulenkörper aufgesetzt
werden. Die Hülse kann auch aus mehreren Folienlagen oder aus Papier bestehen.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Länge L des Spulenkörpers
in Axialrichtung wesentlich geringer als der äußere Durchmesser D des Gesamtspulenkörpers
für Hilfswicklungen, Primärwicklung und Hochspannungswicklung, d.h. das Verhältnis
L/D ist nennenswert kleiner als 1. Durch einen derartigen Aufbau können Kosten und
Gewicht, insbesondere für den Ferritkern, verringert werden.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung erläutert. Darin zeigen
- Fig. 1
- den Aufbau des erfindungsgemäßen Hochspannungstransformators,
- Fig. 2
- Werte der Induktivität und des ohmschen Widerstandes der Primärwicklung dieses Transformators
in Abhängigkeit von der Frequenz und
- Fig. 3
- die Schaltung einer Zeilenendstufe mit Hochspannungserzeugung mit einem Transformator
gemäß Fig. 1.
[0011] Fig. 1 zeigt den Kernschenkel 1 des Kernes des Hochspannungstransformators. Der Kern
ist vorzugsweise als U/U-Kern, als E/I-Kern oder als U/I-Kern ausgebildet. Auf dem
Kernschenkel 1 ist der Spulenkörper 2 angeordnet. Am Grunde des Spulenkörpers 2 liegen
zunächst mehrere Hilfswicklungen 3, z.B. für die Erzeugung von Betriebsspannungen,
Impulsspannungen oder die Heizung der Bildröhre. Die Hilfswicklungen 3 haben eine
ungleichmäßige Oberfläche. Deshalb ist über den Hilfswicklungen 3 die Hülse 4 aus
einem Dielektrikum mit einer Wandstärke von z.B. 0,4 bis 0,8 mm angeordnet, die einen
glatten Untergrund für die Primärwicklung bildet. Auf der Hülse 4 ist zunächst die
erste Primär-Teilwicklung P1 in Form einer Lage angeordnet. Die Teilwicklung P1 ist
bifilar mit einem CuLL-Draht von 2 x 0,45 mm Durchmesser gewickelt. Auf der Teilwicklung
P1 liegt eine weitere Hülse 5. Über der Hülse 5 liegt die zweite Primär-Teilwicklung
P2, die mit der Teilwicklung P1 in Reihe geschaltet ist. Die Hülse 5 bewirkt in der
beschriebenen Weise die Verringerung der Wickelkapazität der Gesamtwicklung P1, P2
und dadurch die geschilderten Vorteile. Der Spulenkörper 2 ist von dem Kammerspulenkörper
6 umgeben, in dessen Kammern 7 die Hochspannungswicklung 8 liegt.
[0012] Fig. 2 zeigt die durch den Transformator gemäß Fig. 1 erzielten Vorteile. In den
Spalten a und b sind die Induktivität L und der Verlustwiderstand R der Primärwicklung
P in Abhängigkeit von der Frequenz f für einen bekannten Transformator dargestellt.
Es ist ersichtlich, daß die Werte von L und R mit steigender Frequenz f beträchtlich
zunehmen. Die dargestellten Frequenzen f sind in der Praxis vorhanden durch Oberwellen
in dem Strom der Primärwicklung P1, die insbesondere bei einem Transformator mit erhöhter
Zeilenfrequenz von 32 kHz auftreten. Durch die starke Zunahme von L und R mit steigender
Frequenz f entstehen im Transformator beträchtliche Kupfer- und Skinverluste.
[0013] Die Spalten c und d in Fig. 2 zeigen die Werte von L und R für einen Transformator
gemäß Fig. 1. Es ist ersichtlich, daß die Werte von L und R in erwünschter Weise wesentlich
weniger mit der Frequenz f zunehmen als bei dem bekannten Transformator gemäß den
Spalten a und b. Durch diese verringerten Werte von L und R insbesondere bei höheren
Frequenzen werden somit die Kupfer und Skinverluste im Transformator beträchtlich
verringert, so daß in der beschriebenen Weise nunmehr für die Primärwicklung P statt
Litze ein wesentlich billigerer massiver Draht verwendet werden kann.
[0014] Fig. 3 zeigt eine Zeilenablenkschaltung mit Gewinnung der Hochspannung mit einem
Transformator mit dem Aufbau gemäß Fig. 1. Dargestellt sind der durch die zeilenfrequente
Schaltspannung 12 gesteuerte Schalttransistor 13, die Rücklaufdiode 14, der Rücklaufkondensator
15, der Koppel- oder Tangenskondensator 16, die Zeilenablenkspulen 17, die an eine
Betriebsspannung UB angeschlossene Primärwicklung mit den in Reihe geschalteten Primär-Teilwicklungen
P1 und P2 gemäß Fig. 1, eine Hilfswicklung 3, die über die Gleichrichterschaltung
10 eine Betriebsspannung U1 erzeugt und die Hochspannungswicklung 8, die über den
Hochspannungsgleichrichter D die Hochspannung UH für die Bildröhre 18 erzeugt. Zwischen
den Primär-Teilwicklungen P1 und P2 ist gemäß Fig. 1 die Hülse 5 angeordnet.
1. Hochspannungstransformator für einen Fernsehempfänger mit einem Spulenkörper (2, 6),
in dem Hilfswicklungen (3), darüber die Primärwicklung (P) und darüber die Hochspannungswicklung
(8) liegen, wobei auf den Hilfswicklungen (3) eine für die Primäwicklung (P) einen
ebenen Untergrund bildende Hülse (4) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Primärwicklung (P) aus mehreren übereinander liegenden Lagen aus massivem
Draht gewickelt und zwischen zwei Lagen (P1, P2) eine Hülse (5) aus einem Dielektrikum
eingefügt ist.
2. Transformator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Primärwicklung (P) aus zwei Lagen eines mit zwei Lackschichten isolierten
Kupferdrahts besteht.
3. Transformator nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagen der Primärwicklung (P) durch Bifilarwicklungen gebildet sind.
4. Transformator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine erste Lage der Primärwicklung (P) ohne Zwischenlage einer Hülse unmittelbar
über den Hilfswicklungen (3) liegt.
5. Transformator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (5) als Kunststoffspritzteil hergestellt ist.
6. Transformator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (5) aus mehreren Folienlagen oder Papier besteht.
7. Transformator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des Spulenkörpers (2, 6) in Axialrichtung des Kerns (1) nennenswert
geringer ist als der äußere Durchmesser des Spulenkörpers (2, 6).