[0001] Die Erfindung betrifft eine Ankerlagerung für ein Klappankerrelais, bestehend aus
einem Joch, aus einem an einem Endabschnitt des Joches gelagerten Anker und einer
Ankerhaltefeder, die zumindest einen Schaltkontakt trägt und die mit dem Anker mechanisch
verbunden ist.
[0002] Eine solche Ankerlagerung ist aus der DE 43 20 831 C1 vorbekannt. Bei diesem Relais
sind spezielle Lagerstellen zwischen Anker und Joch vorgesehen, bei denen entweder
der Anker oder das Joch schrägstehende Anlageflächen aufweist. Eine Verschiebung des
Ankers wird hierbei in eine Drehbewegung, mit dem Mittelpunkt des Schaltkontaktes
als Drehzentrum umgewandelt, so daß sich die einander gegenüberliegenden Schaltkontakte
nicht gegeneinander verschieben. Hierdurch wird ein Kontaktversatz, bei dem es zu
einem erhöhten Kontaktabbrand kommt, welcher die Lebensdauer des Relais stark beeinträchtigt,
vermieden.
[0003] Nachteilig bei dieser gut funktionierenden Ankerlagerung ist, daß das Prägen oder
Stanzen einer solchen Ankerlagerung relativ kostenaufwendig ist, zumal am Anker und
am Joch keine allzu hohen Fertigungstoleranzen zulässig sind.
[0004] Dies gilt ebenso für Relais, bei denen der Anker in einer Ausnehmung des Joches gelagert
ist.
[0005] Der Kostenaufwand zur Herstellung einer geprägten oder gestanzten Ankerlagerung unter
Einhaltung von engen Fertigungstoleranzen kann bei einem Massenprodukt, wie es ein
solches Klappankerrelais darstellt, erheblich ins Gewicht fallen.
[0006] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Ankerlagerung für ein Klappankerrelais
zu schaffen, die besonders einfach und kostengünstig zu fertigen ist und die besonders
unempfindlich gegenüber Fertigungstoleranzen des Jochs und des Ankers ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Ankerhaltefeder mindestens
zwei einstückig angeformte Federhaken ausbildet, von denen jeweils ein erster Teilabschnitt
flächig an der Oberseite des Ankers anliegt und von denen jeweils ein zweiter Teilabschnitt,
welcher etwa rechtwinklig gegenüber dem jeweils ersten Teilabschnitt und um den Anker
herum abgebogen ist und fast flächig an der Außenseite des Joches anliegt, wenn sich
der Anker in Ruhestellung befindet und daß die Ankerhaltefeder zudem einstückig eine
Rückstellfeder ausbildet, die ebenfalls eine etwa rechtwinklige Abbiegung gegenüber
der Längsrichtung des Ankers aufweist.
[0008] Die erfindungsgemäße Ankerlagerung ist in vielerlei Hinsicht vorteilhaft. So ist
ein Relais mit einer erfindungsgemäßen Ankerlagerung besonders einfach und kostengünstig
herstellbar, da es aus besonders wenigen Einzelteilen besteht, da die mit dem Anker
verbundene Flachformfeder einstückig sowohl die Schaltkontaktfeder als auch die Rückstellfeder
für den Anker sowie auch die Federhaken für die Ankerlagerung ausbildet. Weitere Federkräfte
aufbringende Bauteile werden vorteilhafterweise nicht benötigt.
[0009] Ebenfalls vorteilhaft ist, daß sowohl das Joch als auch der Anker besonders einfach
ausgebildet sein können und insbesondere keine besonderen Prägungen oder Schnitte
aufweisen. Damit ist die Herstellung dieser Bauelemente sehr einfach und kostengünstig,
zumal deren Ebenheitstoleranzen recht groß sein dürfen.
[0010] Die Lage der Schaltkontakte zueinander wird bei der erfindungsgemäßen Ankerlagerung
nur noch durch die Flachformfeder bestimmt, nicht jedoch durch den Anker, wodurch
eine Verkürzung der Kette von Toleranzen, welche für den Kontaktversatz verantwortlich
ist, erzielt wird.
[0011] Die Ankerlagerung ermöglicht dabei dem Anker und der damit verbundenen Ankerhaltefeder
sich relativ, bezüglich der Festkontakte in einem definierten Rahmen, frei bewegen
zu können, wobei der Bewegungsspielraum nicht durch mechanische Endanschläge, sondern
durch Federwirkung gedämpft eingeschränkt wird. Dadurch wird bei mit zunehmender Lebensdauer
der Kontakte erhöhtem Kontaktabbrand die dann zunehmende Gefahr des mechanischen Verhakens
der ursprünglich beweglichen Kontakte gemindert. Demnach bleibt eine Begrenzung der
Ankerbeweglichkeit, welche immer einen für die Lebensdauer schädlichen Kontaktversatz
bewirkt, erhalten.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
[0013] So ist es vorteilhaft, daß Abschnitte der Ankerhaltefeder Längsseiten des Ankers
umgreifen, wodurch ein Verdrehen der Ankerhaltefeder gegenüber dem Anker auf einfache
Weise verhindert wird.
[0014] Ebenfalls vorteilhaft ist es, daß der freie Endabschnitt der Rückstellfeder an eine
Anschlußklemme fixiert ist und daß die Stromzuführung zu den beweglichen Schaltkontakten
über die Rückstellfeder erfolgt, da hierdurch den Schaltkontakten der Laststrom über
einen breiten und niederohmigen Abschnitt der Ankerhaltefeder direkt zugeführt wird,
so daß auf zusätzliche, die Stromleitung begünstigende Mittel, wie z. B. geflochtene
Kupferbänder oder ähnliches verzichtet werden kann. Zudem kann durch Verbiegen der
mit der Rückstellfeder verbundenen Anschlußklemme auf einfache Weise die Rückstellkraft
der Rückstellfeder und damit auch die Mindestanzugsspannung beeinflußt werden.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Ankerlagerung ist in der Zeichnung
dargestellt und soll im folgenden näher erläutert werden.
[0016] Es zeigen
- Figur 1
- die erfindungsgemäße Ankerlagerung anhand einer Prinzipskizze;
- Figur 2
- ein elektromagnetisches Relais mit einer erfindungsgemäßen Ankerlagerung.
[0017] Figur 1 zeigt die Prinzipskizze einer erfindungsgemäßen Ankerlagerung unter Weglassung
aller nicht zur Erläuterung benötigten Teile des Klappankerrelais.
[0018] Erkennbar ist eine Magnetspule (6) und ein L-förmig um die Magnetspule (6) herumgelegtes
Joch (3).
[0019] Der Anker (1) ist derart gelagert, daß ein Endabschnitt des Ankers (1) auf einer
Stirnseite des Joches (3) aufliegt, und zwar ohne daß formschlüssig ineinandergreifende
Mittel an Joch (3) und Anker (1) vorgesehen sind.
[0020] Mit dem Anker (1) ist die Ankerhaltefeder (2) vernietet. Die Ankerhaltefeder (2)
bildet einstückig zwei angeformte Federhaken (4) aus, von denen jeweils ein erster
Teilabschnitt (4a) flächig an der Oberseite des Ankers (1) anliegt und von denen jeweils
ein zweiter Teilabschnitt (4b), welcher etwa rechtwinklig gegenüber dem jeweils ersten
Teilabschnitt (4a) und um den Anker herum abgebogen ist, und fast flächig an der Außenseite
des Joches (3) anliegt, wenn sich der Anker (1) in Ruhestellung befindet.
[0021] Die Ankerhaltefeder (2) bildet zudem einstückig eine Rückstellfeder (5) aus, die
ebenfalls eine etwa rechtwinklige Abbiegung gegenüber der Längsrichtung des Ankers
(1) aufweist, wobei der Endabschnitt der Rückstellfeder an geeigneter (in der Figur
1 nicht dargestellter) Stelle fixiert ist. Diese Stelle kann vorteilhafterweise eine
Anschlußklemme sein, über dem der mindestens eine Schaltkontakt (7) mit dem zu schaltenden
Laststrom beaufschlagt werden kann.
[0022] Das Prinzip der erfindungsgemäßen Ankerlagerung besteht nun darin, daß die Lagerung
des Ankers nicht durch starre mechanische Begrenzungen, sondern durch verschiedene
Federkräfte der Ankerhaltefeder (2) erfolgt. Die Rückstellfeder (5) erzeugt hierbei
eine den Anker von der Magnetspule (6) zurücktreibende Kraft, sowie auch eine Kraftkomponente
in Längsrichtung des Ankers (1). Durch das Gleichgewicht dieser Kräfte wird der Anker
(1) immer wieder in seine Ausgangsstellung zurückgeführt.
[0023] Zur weiteren Verdeutlichung zeigt die Figur 2 ein fertig montiertes Relais, welches
eine erfindungsgemäße Ankerlagerung aufweist.
[0024] Das Relais ist auf eine Grundplatte (8) montiert und weist mehrere Anschlußklemmen
auf, die auf der Unterseite der Grundplatte (8) Flachstecker (9) ausbilden.
[0025] An einer dieser Anschlußklemmen (11) ist ein Endabschnitt der Rückstellfeder (5)
fixiert. Durch Biegen dieser Anschlußklemme (11) kann dabei die Vorspannung der Rückstellfeder
(5) und damit der Ankerhaltefeder (2), und damit wiederum die Mindestanzugsspannung
des Relais beeinflußt werden.
[0026] Als weiteres vorteilhaftes Merkmal ist in der Figur 2 ein Abschnitt (12) der Ankerhaltefeder
(2) zu erkennen, der eine Längsseite des Ankers (1) umgreift, wodurch die Ankerhaltefeder
(2) gegenüber dem Anker (1) gegen Verdrehen gesichert ist.
Bezugszeichenliste
Ankerlagerung für ein Klappankerrelais
[0027]
- 1
- Anker
- 2
- Ankerhaltefeder
- 3
- Joch
- 4
- Federhaken
- 4a
- Erster Teilabschnitt (des Federhakens (4))
- 4b
- Zweiter Teilabschnitt (des Federhakens (4))
- 5
- Rückstellfeder
- 6
- Magnetspule
- 7
- Schaltkontakt
- 8
- Grundplatte
- 9
- Flachstecker
- 10
- Endabschnitt (der Rückstellfeder (5))
- 11
- Anschlußklemme
- 12
- Abschnitt (der Ankerhaltefeder (2))
1. Ankerlagerung für ein Klappankerrelais, bestehend aus einem Joch (3), aus einem an
einem Endabschnitt des Joches (3) gelagerten Anker (1) und einer Ankerhaltefeder (2),
die zumindest einen Schaltkontakt (7) trägt und die mit dem Anker (1) mechanisch verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerhaltefeder (2) mindestens zwei einstückig
angeformte Federhaken (4) ausbildet, von denen jeweils ein erster Teilabschnitt (4a)
flächig an der Oberseite des Ankers (1) anliegt und von denen jeweils ein zweiter
Teilabschnitt (4b), welcher etwa rechtwinklig gegenüber dem jeweils ersten Teilabschnitt
(4a) und um den Anker (1) herum abgebogen ist und fast flächig an der Außenseite des
Joches (3) anliegt, wenn sich der Anker (1) in Ruhestellung befindet und daß die Ankerhaltefeder
(2) zudem einstückig eine Rückstellfeder (5) ausbildet, die ebenfalls eine etwa rechtwinklige
Abbiegung gegenüber der Längsrichtung des Ankers (1) aufweist.
2. Ankerlagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Abschnitte (12) der Ankerhaltefeder
(2) Längsseiten des Ankers (1) umgreifen.
3. Ankerlagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der freie Endabschnitt
(10) der Rückstellfeder (5) an eine Anschlußklemme (11) fixiert ist und daß die Stromzuführung
zu dem mindestens einen beweglichen Schaltkontakt (7) über die Rückstellfeder (5)
erfolgt.