[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Klappankerrelais mit einer am Anker
befestigten Kontaktfeder, welches einen Prelldämpfer zur Verminderung des Kontaktprellens
aufweist.
[0002] Klappankerrelais, z. B. für Kraftfahrzeug-Anwendungen, zeigen typischerweise ein
bis vier Prellungen beim Schließen des Arbeitskontaktes bzw. drei bis zehn Prellungen
beim Schließen des Ruhekontaktes, wobei bei jedem Prellvorgang entsprechend der geschalteten
Last zum Teil starke Lichtbögen, die hohen Kontaktverschleiß bewirken, gezündet werden,
wodurch die Lebensdauer eines solchen Relais stark beeinträchtigt wird.
[0003] Aus der EP 0 281 384 B1 sind bereits elektromagnetische Klappankerrelais bekannt,
die einen Miniaturluftkolbendämpfer als Prelldämpfer aufweisen, welcher allerdings
gemäß der Aufgabenstellung zur Verhinderung der Geräuschentwicklung des elektromagnetischen
Relais vorgesehen ist.
[0004] Abgesehen davon, daß eine solche Lösung recht aufwendig ist und, angesichts eines
Massenartikels wie es ein elektromagnetisches Klappankerrelais ist, einen erheblichen
Kostenfaktor darstellt, ist es fraglich, ob eine solche Anordnung auch zum Schutz
der Kontakte gegen Kontaktabbrand ausreichend wirksam ist.
[0005] Aus der DE 26 02 362 A1 ist eine Anordnung zur Unterdrückung von Rückprellungen des
abfallenden Ankers von Flachrelais bekannt, bei der im Bereich des freien Endes des
Relais Mittel vorgesehen sind, um die nach dem Aufprall des abfallenden Ankers auf
den Relaiskern verbleibende Bewegungsenergie des Ankers zu absorbieren.
[0006] Als Mittel sind hierbei insbesondere eine oder mehrere zusätzliche Massen am Anker
des Relais vorgesehen.
[0007] Abgesehen davon, daß die hier vorgeschlagenen Lösungen ebenfalls konstruktiv recht
aufwendig sind, ist eine Übertragung dieser Lösungen von einem dort gezeigten Flachrelais
auf ein kleinbauendes Klappankerrelais nicht ohne weiteres möglich, da der Einbauraum
zur Anbringung solcher zusätzlichen Massen im allgemeinen nicht ausreicht, zumindest
nicht ohne nachteilige Vergrößerung des Bauvolumens des Klappankerrelais.
[0008] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein einfach aufgebautes und kostengünstiges
Klappankerrelais zu schaffen, bei dem das Kontaktprellen durch besonders einfache
konstruktive Maßnahmen weitgehend verhindert wird.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Prelldämpfer als ein einstückig
an der Kontaktfeder angeformtes Schwingelement ausgebildet ist.
[0010] Diese kontruktiv besonders einfache erfindungsgemäße Lösung hat den Vorteil, daß
das Kontaktprellen zumindest deutlich verringert wird, ohne daß das Relais hierfür
zusätzliche Einzelteile erfordert, insbesondere auch keine das Bauvolumen vergrößernden
zusätzlichen Massen, da dieser Prelldämpfer hier einstückig als Teil der Kontaktfeder
ausgebildet ist. Das als Prelldämpfer wirkende Schwingelement kann zudem vorteilhafterweise
auf besonders einfache Weise durch einen in die Kontaktfeder eingebrachten Einschnitt
ausgebildet werden. Damit ist diese erfindungsgemäße Lösung besonders einfach und
kostengünstig ausführbar.
[0011] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Klappankerrelais
mit einem Prelldämpfer besteht darin, daß das Schwingelement vom im Bereich der Kontakte
gelegenen Kontaktfederende ausgehend frei schwingfähig zum Anker führt, welchen es
mit dem nicht an der Kontaktfeder angebundenen Ende berührt oder zumindest überdeckt.
Hierdurch kann die mechanische Bewegungsenergie, die sonst zum Kontaktprellen führt,
nicht nur in Schwingungsenergie des Schwingelementes umgesetzt werden, sondern durch
Aufschlagen oder Reiben des Endabschnittes des Schwingelementes auf dem Anker besonders
effektiv absorbiert, das heißt, in Wärme umgesetzt, werden.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und soll im
folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert werden.
[0013] Die einzige Figur zeigt die Ausbildung der mit dem Anker verbundenen Kontaktfeder.
Auf die Darstellung weiterer Einzelheiten des erfindungsgemäßen Klappankerrelais wurde
verzichtet, da dieses zur Erläuterung der Erfindung nicht notwendig erscheint.
[0014] Die Kontaktfeder (2) weist einen oder mehrere Schaltkontakte (4) auf. Zwei Endabschnitte
(5) der Kontaktfeder (2) sind um die Stirnkante des Ankers (1) herumgelegt. Ein weiterer
Endabschnitt (6) der Kontaktfeder (2) ist senkrecht zur Zeichenebene abgebogen und
bildet einstückig die Rückstellfeder für den Anker (1) aus. Die Kontaktfeder (2) ist
etwa in der Mitte des Ankers (1) mittels einer Nietverbindung (7) befestigt.
[0015] Erfindungsgemäß bildet die Kontaktfeder (2) ein Schwingelement (3) aus, welches einstückig
an die Kontaktfeder (2) angeformt ist bzw. durch einen in die Kontaktfeder (2) eingebrachten
Einschnitt (8) ausgebildet wird.
[0016] Dieses Schwingelement (3) führt vom Kontaktfederende (10) ausgehend frei schwingfähig
zum Anker (1), welchen es mit dem freien Endabschnitt (9) (das heißt, dem nicht an
der Kontaktfeder angebundenen Ende) berührt oder zumindest überdeckt.
[0017] Beim Schließen des nicht dargestellten Arbeitskontaktes wird durch die Durchbiegung
der Kontaktfeder (2) und der daraus resultierenden Neigung des Kontaktfederendes (10)
das an diesem Ende angeformte Schwingelement (3) gegen den Anker vorgespannt und es
führt eine Relativbewegung auf den Anker (1) aus. Dadurch wird die Prellenergie des
Kontaktes in Reibungsenergie umgewandelt, wodurch das Prellen zumindest bei geeigneter
Dimensionierung des Schwingelementes (3) gänzlich beseitigt wird.
[0018] Bei Schließen des Ruhekontaktes (von dem nur das bewegliche Kontaktteil 4 in der
Figur dargestellt ist) schwingt der freie Endabschnitt (9) des Schwingelementes (3)
über, wodurch der Großteil der Schwing- bzw. Prellenergie des Federkontaktes auf das
Schwingelement (3) übergeleitet wird. Beim Zurückschwingen des übergeschwungenen Schwingelementes
(3) schlägt dieses auf dem dann bereits in Ruhe befindlichen Anker (1) auf und biegt
sich durch, wodurch eine Relativbewegung des freien Endabschnittes (9) des Schwingelementes
(3) zum Anker (1) entsteht, welche die Schwingenergie in Reibungsenergie umsetzt,
wodurch das Kontaktprellen deutlich verringert wird.
Bezugszeichenliste
Elektromagnetisches Klappankerrelais
[0019]
- 1
- Anker
- 2
- Kontaktfeder
- 3
- Schwingelement
- 4
- Kontakt
- 5
- Endabschnitt (der Kontaktfeder (2))
- 6
- (weiterer) Endabschnitt (der Kontaktfeder (2))
- 7
- Nietverbindung
- 8
- Einschnitt (in der Kontaktfeder (2))
- 9
- Endabschnitt (des Schwingelementes (3))
- 10
- Kontaktfederende
1. Elektromagnetisches Klappankerrelais mit einer am Anker (1) befestigten Kontaktfeder
(2), welches einen Prelldämpfer zur Verminderung des Kontaktprellens aufweist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Prelldämpfer als ein einstückig an der Kontaktfeder (2) angeformtes
Schwingelement (3) ausgebildet ist.
2. Elektromagnetisches Klappankerrelais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Schwingelement (3) vom im Bereich der Kontakte (4) gelegenen Kontaktfederende
(10) ausgehend frei schwingfähig zum Anker (1) führt, welchen es mit dem nicht an
der Kontaktfeder (2) angebundenen Endabschnitt (9) berührt oder zumindest überdeckt.
3. Elektromagnetisches Klappankerrelais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Schwingelement (3) konstruktiv durch einen in die Kontaktfeder (2) eingebrachten
Einschnitt (8) ausgebildet ist.