(19)
(11) EP 0 777 630 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.11.1999  Patentblatt  1999/44

(21) Anmeldenummer: 95928956.2

(22) Anmeldetag:  17.08.1995
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6C02F 1/38
// B04B3/04
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE9501/105
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9606/046 (29.02.1996 Gazette  1996/10)

(54)

ABWASSERREINIGUNGSANLAGE

SEWAGE CLARIFICATION PLANT

INSTALLATION D'EPURATION D'EAUX USEES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE DK GB LI NL SE

(30) Priorität: 19.08.1994 DE 4429537

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.06.1997  Patentblatt  1997/24

(73) Patentinhaber: Durchschlag & Bever Ingenieurgesellschaft für Siedlungswasserwirdschaft mbH
46047 Oberhausen (DE)

(72) Erfinder:
  • BEVER, Jürgen, G.
    D-87490 Haldenwang (DE)
  • DURCHSCHLAG, Andreas
    D-44791 Bochum (DE)

(74) Vertreter: Viering, Jentschura & Partner 
Essener Strasse 5
46047 Oberhausen
46047 Oberhausen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-93/07539
DE-C- 766 260
DE-A- 2 613 515
US-A- 3 447 742
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Abwasserreinigungsanlage, insbesondere mit einem Sammel- und Überlaufbecken zum Sammeln von mit Feststoffen angereicherten Flüssigkeiten, und einer Trenneinrichtung zum Trennen der Feststoffe von der Flüssigkeit.

    [0002] Mittels derartiger Abwasserreinigungsanlagen wird häufig eine Trennung von Feststoffen, Kolloiden oder ähnlichem aus Abwasser, Belebtschlamm-/Abwasser-Gemischen und ähnlichem durch Siebung oder Filtration vorgenommen.

    [0003] Typische Einsatzgebiete sind die Niederschlagswasserbehandlung, als Sandfang in Abwasserreinigungsanlagen, sowie zur Feststoff/Flüssigkeit-Trennung in Belebungsanlagen.

    [0004] Ein besonders häufiges Anwendungsgebiet liegt in der Mischwasserbehandlung, wobei das Mischwasser sich aus Schmutzwasser und Regenwasser zusammensetzt, welche gemeinsam in einem Kanal zu einer Kläranlage geleitet werden. Bei mengenmäßiger Überlastung des Kanalnetzes nach starken Niederschlägen kann ein Teil der Zuflüsse in Regenüberlaufbecken zwischengespeichert werden. Ist aber auch deren Kapazität überschritten, muß der Rest über einen Beckenüberlauf in die Gewässer abgeschlagen werden. Die abgeschlagene Flüssigkeit muß jedoch zuvor gereinigt werden, um keine Schadstoffe oder andere Stoffe in die Gewässer einzuleiten. Hierbei gelten häufig gesetzliche Vorschriften über die erforderliche Reinheit des abgeschlagenen Wassers.

    [0005] Nach dem Stand der Technik erfolgt die Reinigung des abzuschlagenden Wassers durch Absetzenlassen der Feststoffe und/oder Filtern, wozu ortsfeste Filter oder langsam rotierende Trommelfilter verwendet wurden, bei welchen die mit Feststoffen angereicherte Flüssigkeit im wesentlichen radial von der Trommelaußenseite her in die Siebtrommel eingeleitet wurden und von der Innenseite der Trommel her als gereinigtes Abwasser herausgeführt wurden. Ein derartiges "Regenwasserentlastungsbauwerk" ist beispielsweise aus der DE-OS 41 01 456 bekannt.

    [0006] Aus der WO93/07539 ist eine Abwasserreinigungsanlage, die für die Reinigung von Abwässern aus einem Verfahren zur Herstellung von Druckplatten verwendet wird, mit einer Trenneinrichtung bekannt, die eine kreiszylindrische Trommel und einen in das Innere der Trommel gerichteteten Einlauf aufweist, wobei die Trommel um eine vertikale Drehachse drehbar von einem Motor angetrieben wird und eine für Flüssigkeiten durchlässige Siebmantelfläche, die zur Stützung eines Filterbeutels dient.

    [0007] Als weitere Lösungen wurde die Verwendung von Sieb- oder Rechenanlagen zur Abtrennung der Feststoffe vorgeschlagen.

    [0008] Eine Art Abstreifvorrichtung ist aus der DE-C-766260 bekannt, wobei eine Schleudertrommel mit einer Schnecke zum Abschaben der an der Trommelwand festsitzenden Masse vorgesehen ist.

    [0009] Jedoch war diesen herkömmlichen Feststoffabtrennvorrichtungen gemeinsam, dass sie einen großen Bauraumbedarf haben und dennoch hinsichtlich der Stärke des möglichen Durchsatz-Massenstroms unbefriedigend sind. Dies führte dazu, dass entweder unverhältnismäßig große Filter eingesetzt oder die Regenüberlaufbecken überdimensioniert werden mußten.

    [0010] Entsprechendes gilt für Sandfänge, welche aus Gründen der Betriebssicherheit in vielen Abwasserbehandlungseinheiten oder Abwasserreinigungsanlagen zumeist die Trennung der im Abwasser mitgespülten Sande oder anderer mineralischer Stoffe von den organischen Stoffen ermöglichten. Zu diesem Zweck wurde herkömmlicherweise die Sandabscheidung durch die Absetzwirkung von Sanden und mineralischen Stoffen aufgrund der Wirkung der Schwerkraft erreicht, oder der Wasserstrom mit den darin enthaltenen Partikeln wurde auf einer Kreisbahn um die Längsachse des Sandfangs bewegt, wobei je nach Beckengestaltung eine unterschiedliche Walzenströmung induziert wurde, die zu einer unterschiedlichen Abtrennung von anorganischem Material und organischem Material führte. Der Sand beziehungsweise das anorganische Material lagerte sich dabei herkömmlicherweise an der Beckensohle ab, wo es durch Saug- oder Spülvorrichtungen abgezogen wurde.

    [0011] Auch hierbei war ein großer Platzbedarf für das Sandfang-Becken erforderlich, wobei gleichzeitig die Abtrennwirkung unbefriedigend war, bzw. die Stärke des möglichen Durchsatz-Massenstroms gleichzeitig unbefriedigend blieb.

    [0012] Entsprechendes gilt auch für eine Feststoff-/Flüssigkeits-Trennung in Belebungsanlagen, wobei biologisch aktiver Schlamm (der sogenannte belebte Schlamm) von Flüssigkeit getrennt werden muß und in das Belebungsbecken zurückgeführt werden muß. Herkömmlicherweise erfolgte diese Trennung in einem Nachklärbecken, welches ebenso eine große Dimension bei einem relativ unbefriedigenden Durchsatz-Massenstrom aufwies.

    [0013] Andere Lösungen zur Feststoff-/Flüssigkeits-Trennung bei Abwasserreinigungsanlagen beinhalteten bei Belebungsanlagen aus Belebungsbecken und Nachklärbecken die Schritte der Siebung oder Flotation im Teilstrom. Diese Lösung ist jedoch unwirtschaftlich, da zu große Siebflächen benötigt werden oder die Anlagen zu groß dimensioniert werden mußten.

    [0014] Durch die Erfindung wird die Aufgabe gelöst, eine Abwasserreinigungsanlage hinsichtlich des benötigten Bauraums wesentlich zu verkleinern, eine verbesserte Trennwirkung zu erzielen und gleichzeitig für einen hohen Durchsatz-Massenstrom auszulegen.

    [0015] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass die Trenneinrichtung eine im wesentlichen kreiszylindrische Trommel und einen in das Innere der Trommel gerichteten Einlauf für die mit Feststoffen angereicherte Flüssigkeit aufweist, wobei die um eine vertikale Drehachse drehbar gelagerte Trommel von einem Motor angetrieben ist und die Trommel eine für Flüssigkeit durchlässige Sieb-Mantelfläche aufweist.

    [0016] Durch die Rotation der Trommel sammeln sich die Feststoffe an der Trommel-Innenwand. Es wird so ein hoher Durchsatz-Massenstrom und eine verbesserte Trennwirkung verwirklicht, während gleichzeitig die an sich bekannten Sammel- und Überlaufbecken, Sandabscheidungsbecken oder Nachklärbecken wesentlich kleiner gestaltet werden können oder unter Umständen sogar ganz weggelassen werden können.

    [0017] Um während der Rotation der Trommel ein Herausspritzen des Wassers zu verhindern, kann vorteilhaft im oberen Bereich der Trommel ein kragenartiger Deckel vorgesehen sein, der kreisringförmig nahezu die gesamte obere Stirnseite der Trommel um die Drehachse einnimmt.

    [0018] Vorteilhaft weist dabei die Sieb-Mantelfläche einen derart geringen Strömungswiderstand auf, dass im wesentlichen die gesamte Flüssigkeit durch die Sieb-Mantelfläche radial nach außen geschleudert wird, wobei die Trommel vorteilhaft von einem die Flüssigkeit auffangenden Schachtbauwerk umgeben ist. An den Wänden des Schachtbauwerks sammelt sich dann die gereinigte Flüssigkeit, fließt nach unten ab und wird schließlich durch einen ersten Auslaß herausgeführt. Auf der Innenwand der Trommel sammeln sich die Feststoffe und können mittels einer Reinigungsvorrichtung entfernt werden.

    [0019] Die Zuführung der Flüssigkeit in die Trommel kann von unten oder oben erfolgen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der in das Innere der Trommel gerichtete Einlauf koaxial zur der Drehachse der Trommel angeordnet. Weiter bevorzugt ist bei dieser Ausführungsform, dass der in das Innere der Trommel gerichtete Einlauf konzentrisch zu der Drehachse der Trommel angeordnet ist. Bei den beiden letztgenannten Ausführungsformen wird das Abwasser so zugeführt, dass es in die sich drehende Trommel oberhalb der unteren Stirnseite eintritt und infolge der einwirkenden Zentrifugalkraft nach außen in Richtung der Sieb/Mantelfläche geschleudert wird. Bei der konzentrischen Anordnung des Zulaufes ist die Zuführung der Flüssigkeit besonders vorteilhaft von unten möglich.

    [0020] In einer anderen Ausführungsform weist die Trenneinrichtung eine im wesentlichen kreiszylindrische Trommel mit einem im wesentlichen tangentialen Einlauf für die mit Feststoff angereicherte Flüssigkeit zu der Innenfläche der Trommel im Bereich von deren ersten Stirnseite. Durch den tangentialen Einlauf in die Trommel wird bewirkt, dass die Eigenenergie der mit Feststoffen angereicherten Flüssigkeit bei der Abscheidung behilflich ist und die zur Drehung der Trommel benötigte Motorkraft verringert wird.

    [0021] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung kann eine Abspritzvorrichtung auf der Trommelaußenseite vorgesehen sein, welche die an der Trommelwand abgeschiedenen Feststoffe durch die Wand hindurch mit Flüssigkeit oder beispielsweise Druckluft abspritzt, bzw. absprüht. Dieser Abspritzvorgang kann kontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgen, wobei Abspritzdüsen auf die zylindrische Außenfläche der Trommel gerichtet sind.

    [0022] Erfindungsgemäß ist eine Reinigungsvorrichtung vorgesehen, mittels welcher die Innenwandung der Trommel einer Reinigung unterzogen wird. Die Reinigungsvorrichtung umfaßt dabei zumindest eine im Inneren der Trommel angeordnete und von innen die Trommelwand reinigende Vorrichtung mit Bürsten, Abstreifern und/oder Sprühdüsen zur Beaufschlagung mit Wasser, und/oder eine Art Sprüheinrichtung, die von der Außenseite der Trommel eine Reinigung von innen unterstützen kann. Diese Reinigung kann auch unabhängig von einem Aufsprühen von Wasser von außen innenseitig mittels Bürsten, Absprühen oder Abstreifern vorgenommen werden. Wenn eine Reinigung durch Absprühen von außen und/oder innen erfolgt, kann die mit dem Abspritzwasser vermischte Feststofffraktion durch einen separaten Auslaß herausgeführt werden.

    [0023] Das Absprühen kann kontinuierlich oder ebenso, wenn keine Reinigungsvorrichtung in der Trommel festgelegt angeordnet ist, diskontinuierlich erfolgen, d.h., die Zuführung der mit Feststoffen angereicherten Flüssigkeit kann hierzu unterbrochen werden, und die Auffang- und Abführvorrichtung kann axial in die Trommel hineingefahren werden, während die Trommel mit langsamer Geschwindigkeit im Leerlauf rotiert, damit die gesamte Umfangsfläche von den Abspritzdüsen gereinigt werden kann. In diesem Fall kann auch die abfiltrierte Feststofffraktion durch eine in dem Bodenbereich der Trommel befindliche verschließbare Klappe entfernt, bzw. ausgelassen werden und von einer geeigneten Auffangvorrichtung aufgefangen sowie aus der Trenneinrichtung geleitet werden. Wenn der zähflüssige Filtrierschlamm pumpbar ist, kann dieser auch, gegebenenfalls ohne Besprühen der Trommelwand von außen, von der Auffang- und Abführeinrichtung mittels einer Pumpe über eine Abführleitung abgepumpt und gegebenenfalls zumindest teilweise wieder in den Zulauf gegeben werden, um eine stärkere Verdickung zu ermöglichen.

    [0024] Aus verfahrensökonomischen Gründen ist der kontinuierliche Betrieb der Anlage bevorzugt, bei dem die Auffang- und Ableitvorrichtung im Inneren der Trommel fest angeordnet ist und gegebenenfalls durch die Abspritzdüsen Flüssigkeit oder Druckluft auf die zylindrische Außenfläche der Trommel gerichtet wird.

    [0025] Durch die verschiedenen vorteilhaften Weiterbildungen kann erreicht werden, dass der Abscheidevorgang aufgrund der Zentrifugalkraft und durch die Filtration (bei einer Sieb-Mantelfläche mit geringem Strömungswiderstand) erfolgt, wobei die unterschiedlichen Abscheideform-Ausgestaltungen je nach gewünschtem Durchsatz-Massenstrom der zu behandelnden, mit Feststoffen angereicherten Flüssigkeiten oder der gewünschten Abscheideeinheit gewählt werden können. Dabei kann die Trommel nur geringfügig mit der mit den Feststoffen angereicherten Flüssigkeit gefüllt sein, beispielsweise auf ihrer Innenwand nur einen Flüssigkeitsfilm aufweisen oder ganz aufgefüllt sein.

    [0026] Die Lage der Drehachse der Trommel ist im wesentlichen vertikal. Der Durchmesser der Siebtrommel kann je nach Zulaufwassermenge beziehungsweise Reinigungsziel mindestens 0,2-0,5m und maximal 3-5m betragen, wobei das Durchmesser/Längenverhältnis bei 10:1 bis 1:10, bevorzugt 3:1 bis 1:3 liegen kann. Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Trommel beträgt im allgemeinen bis zu einige hundert Umdrehungen pro Minute, bevorzugt etwa 10 bis 600 U /min.

    [0027] Die Maschenweite der Sieb-Mantelfläche beträgt vorzugsweise 0,5 µm bis etwa 5 mm, bevorzugt 50µm-1mm. Für den Fall eines Spaltsiebs kann die Spaltbreite bis zu 5 mm betragen. Bei geeigneter Wahl der Maschenweite kann der Abscheidevorgang dadurch noch zusätzlich beeinflußt und die Filterwirkung unterstützt werden, dass ein Filterkuchen an der Trommelinnenseite aufgebaut und in einer Schichtdicke auch dort belassen wird.

    [0028] Bevor die mit Feststoffen angereicherte Flüssigkeit der Reinigung unterzogen wird, kann eine Fällung und/oder Flockung mit oder ohne eine anschließende Sedimentationsstufe zweckmäßig sein, wozu die in der Abwassertechnik üblichen Fällungschemikalien Eisen- und/oder Aluminiumsalze oder Flockungsmittel wie anionische und kationische Polyelektrolyte und Natronlauge, Kalk, Säure verwendet werden.

    [0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei bevorzugten Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert. In der Zeichnung zeigen:

    Figur 1 eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Trenneinrichtung;

    Figur 2 eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Trenneinrichtung;

    Figur 3 eine Draufsicht auf die in Figur 2 gezeigte Trenneinrichtung;

    Figur 4 verschiedene Trommeln mit unterschiedlichen Formen.



    [0030] Die in Figur 1 dargestellte Trenneinrichtung 1 ist in ein Schachtbauwerk 2 eingebaut, dessen Betonwände 3 in der Zeichnung dargestellt sind. Mit Feststoffen angereicherte Flüssigkeit wird durch den Einlauf 4 um die Drehachse der Trommel 5 eingeleitet. Die drehbar gelagerte Trommel 5 kann gemäß dem Pfeil 6 rotieren und wird mittels eines Motors 7, vorzugsweise eines Elektromotors, mit Hilfe einer Antriebswelle 8 in Rotation versetzt.

    [0031] Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Trommel 5 eine Sieb-Mantelfläche 9 auf, welche flüssigkeitsdurchlässig ist. Dabei wird vorzugsweise ein Teil der Flüssigkeit durch die Sieb-Mantelfläche 9 geschleudert und von der Wand 3 des Schachtbauwerks 2 aufgefangen und sammelt sich aufgrund der Schwerkraft an dem Boden 10 des Schachtbauwerks 2. Aus dem Schachtbauwerk 2 mündet im Bereich des Bodens 10 ein Auslaß 11 für die gereinigte Flüssigkeit aus.

    [0032] Darüber hinaus ist die Trenneinrichtung mit einer Auffang- und Ableitvorrichtung 12 zum Reinigen der Innenwand der Trommel 5 versehen, wobei ein in zähflüssiger Form vorliegender Filtrierschlamm mit Hilfe der Pumpe 13 über die Leitung 14 abgeführt werden kann. Die Verflüssigung des Schlammes kann auch dadurch erleichtert werden, dass über Spritzdüsen von der Außenwand der Sieb-Mantelfläche her mit relativ hohem Druck von einer Pumpe geförderte Flüssigkeit durch die Sieb-Mantelfläche 9 gesprüht wird. Anstelle des Absprühens mit einer Flüssigkeit ist damit gleichwirkend auch das Reinigen der Sieb-Mantelfläche 9 über aus den Spritzdüsen ausgeblasene Druckluft.

    [0033] Gemäß dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Trommel 5 eine Sieb-Mantelfläche 9 auf, welche flüssigkeitsdurchlässig ist. Dabei wird vorzugsweise ein Teil der Flüssigkeit durch die Sieb-Mantelfläche 9 geschleudert und von der Wand 3 des Schachtbauwerks 2 aufgefangen und sammelt sich aufgrund der Schwerkraft an dem Boden 10 des Schachtbauwerks 2. Aus dem Schachtbauwerk 2 mündet im Bereich des Bodens 10 ein Auslaß 11 für die gereinigte Flüssigkeit aus. Ein Teil der Flüssigkeit kann auch vertikal nach unten aus der Trommel 5 an deren zweiter Stirnseite 15 austreten. Eine Auffangrinne 16 ist rings der Unterkante an der zweiten Stirnseite 12 der Trommel 5 verlaufend radial und axial über den Trommelrand übertretend angeordnet, um einen Teil der abgeschiedenen Feststoffe aufzufangen. Der restliche Teil der abgeschiedenen Feststoffe sammelt sich an der Sieb-Mantelfläche, dass heißt auf der Innenfläche der Trommel 5.

    [0034] Darüber hinaus ist die Trenneinrichtung mit einer Abspritzvorrichtung 17 zum Reinigen der Innenwand der Trommel 5 versehen, wobei Spritzdüsen 18 von der Außenwand der Sieb-Mantelfläche her mit relativ hohem Druck von der Pumpe 19 geförderte Flüssigkeit durch die Sieb-Mantelfläche 9 sprühen, und auf der Innenseite der Trommel 5 den Spritzdüsen 15 gegenüberliegend eine Auffangvorrichtung 20 zum Auffangen der von den Spritzdüsen losgelösten Feststofffraktion angeordnet ist, welche an ihrem unteren Ende in ein Austragsrohr 21 mündet, welches schließlich in einen zweiten Auslaß 22 für das Ablaufen der Feststofffraktion zusammen mit dem Abspritzwasser mündet. Anstelle des Absprühens mit einer Flüssigkeit ist damit gleichwirkend auch das Reinigen der Sieb-Mantelfläche 9 über aus den Spritzdüsen 15 ausgeblasene Druckluft.

    [0035] Die Auffang/Abstreif-Vorrichtung 20 kann auch während des normalen Betriebs in Axialrichtung aus der Siebtrommel herausgefahren sein und nur für den Reinigungsvorgang in die Trommel 5 hineingefahren sein. Der Einlauf 4 ist auf seiner der Siebtrommel 5 abgewandten Seite vorzugsweise mit einem in der Zeichnung nicht dargestellten Sammel- und Überlaufbecken verbunden, wobei die aus diesem Becken überlaufende, mit Feststoffen angereicherte Flüssigkeit in der Trenneinrichtung 1 gereinigt werden kann.

    [0036] Figur 4 zeigt verschiedene, mögliche Formen für die Trommel 5, je nach zu reinigender, mit Feststoffen angereicherter Flüssigkeit, je nach gewünschtem Durchsatz-Massenstrom oder betreffenden Konsistenz des Flüssigkeits-/Feststoff-Gemisches.

    [0037] Mit der Bereitstellung der erfindungsgemäßen Abwasserreinigungsanlage wird eine einfache und wirtschaftliche Lösung vorgeschlagen, große mit Feststoffen angereicherte Wassermengen schnell und effizient von den darin enthaltenen Feststoffen zu befreien. Daher ist es möglich, die bisher verwendeten "Zwischenspeicher"-Becken zu verkleinern, und entsprechend ist die erfindungsgemäße Ausführungsform der Abwasserreinigungsanlage in Verbindung mit gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten verkleinerten Regenüberlaufbecken, im Extremfall direkt am Regenüberlauf eines Kanalrohres angeschlossen, Sandabscheidebecken oder Klärbecken besonders bevorzugt.


    Ansprüche

    1. Abwasserreinigungsanlage, insbesondere mit einem Sammel- und Überlaufbecken zum Sammeln von mit Feststoffen angereicherten Flüssigkeiten, und einer Trenneinrichtung zum Trennen der Feststoffe von der Flüssigkeit, wobei die Trenneinrichtung (1) eine im wesentlichen kreiszylindrische Trommel (5) und einen in das Innere der Trommel gerichteten Einlauf (4) für die mit Feststoffen angereicherte Flüssigkeit aufweist, wobei die um eine vertikale Drehachse drehbar gelagerte Trommel (5) von einem Motor (7) angetrieben ist und die Trommel (5) eine für Flüssigkeit durchlässige Sieb-Mantelfläche (9) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reinigungsvorrichtung vorgesehen ist, welche zum Abstreifen von an der Trommelwand abgeschiedenen Feststoffen in der Trommel (5) festgelegt angeordnet ist oder in Axialrichtung in die Trommel (5) hineinfahrbar ist.
     
    2. Abwasserreinigungsanlage nach Anspruch 1, dadurch kennzeichnet, dass der in das Innere der Trommel (5) gerichtete Einlauf (4) koaxial zur der Drehachse der Trommel (5) angeordnet ist.
     
    3. Abwasserreinigungsanlage nach Anspruch 2, dadurch kennzeichnet, dass der in das Innere der Trommel (5) gerichtete Einlauf (4) konzentrisch zu der Drehachse der Trommel (5) angeordnet ist.
     
    4. Abwasserreinigungsanlage nach Anspruch 1, dadurch kennzeichnet, dass die Trenneinrichtung (1) einen im wesentlichen tangential zu der Innenfläche der Trommel (5) im Bereich von deren ersten Stirnseite gerichteten Einlauf (4) für die mit Feststoffen angereicherte Flüssigkeit aufweist.
     
    5. Abwasserreinigungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sieb-Mantelfläche (9) einen derart geringen Strömungswiderstand aufweist, dass im wesentlichen die gesamte Flüssigkeit durch die Sieb-Mantelfläche (9) radial nach außen geschleudert wird, und die Trommel (5) von einem die Flüssigkeit auffangenden Schachtbauwerk (2) umgeben ist.
     


    Claims

    1. A waste water treatment plant, in particular comprising a collection and overflow basin for collecting liquids enriched with solids and a separation device for separating the solids from the liquid, wherein the separation device (1) has an essentially circular cylindrical drum (5) and an inlet (4) for the liquid enriched with solids directed to the inside of the drum, wherein the drum (5), which is pivotally supported about a vertical axis of rotation, is driven by a motor (7), and the drum (5) has a screen jacket (9) permeable to liquid,
    characterized in that a cleaning device, for stripping off solids deposited on the wall of the drum, is provided which is fixedly arranged in the drum (5) or movable into the drum (5) in axial direction.
     
    2. A waste water treatment plant according to claim 1, characterized in that the inlet (4) directed to the inside of the drum (5) is arranged coaxially with respect to the axis of rotation of the drum (5).
     
    3. A waste water treatment plant according to claim 2, characterized in that the inlet (4) directed to the inside of the drum (5) is arranged concentrically with respect to the axis of rotation of the drum (5).
     
    4. A waste water treatment plant according to claim 1, characterized in that the separation device (1) has an inlet (4) which is directed essentially tangentially with respect to the inner surface of the drum (5) in the region of the first end face thereof, for the liquid enriched with solids.
     
    5. A waste water treatment plant according to one of the preceding claims, characterized in that the screen jacket (9) has such a low flow resistance that substantially the entire liquid is flung radially outwards through the screen jacket (9), and that the drum (5) is surrounded by a shaft structure (2) catching the liquid.
     


    Revendications

    1. Installation d'épuration d'eaux usées, notamment comportant un bassin collecteur à débordement pour la collecte de liquides enrichis de matières solides, et un dispositif de séparation pour la séparation des matières solides du liquide, dispositif de séparation (1) présentant un tambour (5) essentiellement en forme cylindrique circulaire et une entrée (4) orientée vers l'intérieur du tambour pour le liquide enrichi de matières solides, le tambour (5), qui est monté sur paliers de façon mobile autour d'un axe de rotation verticale, étant entraîné par un moteur (7) et le tambour (5) présentant une surface latérale à sas (9) qui est perméable au liquide, caractérisée en ce qu'il est prévu un dispositif de nettoyage qui est disposé fixe dans le tambour (5) afin d'enlever des matières solides déposées sur la paroi du tambour ou qui peut être inséré en direction axiale dans le tambour (5).
     
    2. Installation d'épuration d'eaux usées selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'entrée (4) orientée vers l'intérieur du tambour (5) est disposée coaxialement par rapport à l'axe de rotation du tambour (5).
     
    3. Installation d'épuration d'eaux usées selon la revendication 2, caractérisée en ce que l'entrée (4) orientée vers l'intérieur du tambour (5) est disposée concentrique par rapport à l'axe de rotation du tambour (5).
     
    4. Installation d'épuration d'eaux usées selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif de séparation (1) présente une entrée (4) pour le liquide enrichi de matières solides, entrée qui est orientée de manière sensiblement tangentielle par rapport à la surface intérieure du tambour (5) et qui est située dans la zone du premier côté frontal de ce tambour (5).
     
    5. Installation d'épuration d'eaux usées selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la surface latérale à sas (9) présente une résistance hydraulique tellement petite que essentiellement la totalité du liquide est projetée à travers la surface latérale à sas (9), en direction radiale vers l'extérieur et en ce que le tambour (5) est entouré par un bâtiment formant un puits (2) captant le liquide.
     




    Zeichnung