[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Kolbenkraftmaschine gemäß den im Ober. begriff
des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 27 46 476 A1 ist ein Hubkolbenmotor bekannt,
insbesondere eine Brennkraftmaschine, welche wenigstens einen Zylinder mit einem Kolben
und eine geradlinig bewegenden Kolbenstange enthält. Mit der Kolbenstange ist ein
Übertragungsglied verbunden, mit welchem jeweils über ein Pleuelgelenk wenigstens
zwei Pleuelstangen verbunden sind. Die Pleuelstangen sind mit ihren anderen Enden
jeweils über Kurbelzapfen mit Kurbelwellen gekoppelt, welche über Zahnräder zu synchroner
Drehung in entgegengesetzten Drehrichtungen verbunden sind. Die Längen der Pleuelstangen
sind vergleichsweise groß. Der Wirkungsgrad einer derartigen Kolbenkraftmaschine wird
maßgeblich dadurch beeinflußt, daß der Druckverlauf im Zylinder, insbesondere bei
Ausbildung als Brennkraftmaschinen, nicht in einen optimalen Drehmomentverlauf an
der Kurbelwelle umgesetzt werden kann.
[0003] Ferner ist aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 31 29 028 A1 eine Brennkraftmaschine
mit zwei entgegengesetzt rotierenden Kurbelwellen bekannt, welche über ein Getriebe
gekoppelt sind. Innerhalb des Kolbens ist ein gemeinsames Pleuelgelenk für zwei Pleuelstangen
vorgesehen, welche mit jeweils einer der beiden Kurbelwellen über Kurbelzapfen gekoppelt
sind. Die Länge der Pleuelstangen ist konstruktionsbedingt größer als der Hub des
im Zylinder linear verschiebbar angeordneten Kolbens.
[0004] Schließlich ist aus dem deutschen Patent 105 605 eine Antriebsvorrichtung für zwei
durch einen Kolben in entgegengesetzter Richtung angetriebenen Wellen vorbekannt.
Bei dieser Vorrichtung sind zwei Pleuel- oder Lenkerstangen einerseits mit dem Kolben
und andererseits mit zwei Kurbelscheiben gekoppelt. Mittels eines Kegelradgetriebes
erfolgt eine Kopplung der Kurbelscheiben, deren Wellen koaxial angeordnet sind. Die
Pleuelgelenke der Pleuelstangen sind innerhalb des Kolbens angeordnet und die Pleuelstangen
weisen eine erheblich größere Länge auf als der Durchmesser, auf welchem die Kurbelzapfen
der Kurbelscheiben drehen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Kolbenkraftmaschine der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß eine günstigere Umsetzung des Druckverlaufs im Zylinder in
den Drehmomentenverlauf an der Kurbelwelle und damit insbesondere ein erhöhter Wirkungsgrad
erzielt wird.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0007] Die erfindungsgemäße Kolbenkraftmaschine zeichnet sich aufgrund der kurzen Pleuelstangen
durch eine optimierte Umsetzung des Druckverlaufs im Zylinder in den Drehmomentenverlauf
der Kurbelwelle aus. Die wenigstens zwei Pleuelstangen sind derart kurz ausgeführt,
daß der Weg der Pleuelgelenke durch eine Ebene führt, welche zumindest näherungsweise
durch die oberen oder unteren Totpunkte der Kreisbahn der Kurbelwellenzapfen verläuft.
Diese Ebene ist erfindungsgemäß die gemeinsame Tangentialebene an den Drehkreisen
der Kurbelzapfen der beiden Kurbelwellen. Des weiteren liegt diese Ebene parallel
zur Ebene K, welche durch die beiden Kurbelwellenachsen definiert ist. Aufgrund der
erfindungsgemäß kurzen Ausbildung der wenigstens zwei Pleuelstangen wird der Schwenkwinkel
der Pleuelstange im Vergleich mit vorbekannten Anordnungen im Arbeitshub vergrößert
mit der Folge, daß von der potentiellen Energie des Kolbens ein vergrößerter Anteil
in kinetische Energie der Kurbelwellenmasse umgesetzt wird. Der höhere Anteil kinetischer
Energie des Kolbenhubes wird entsprechend dem jeweiligen Schwenkwinkel der Pleuelstange
kraftverstärkend in die Kurbelwellenmasse übertragen und erhöht somit die kinetische
Energie der Kurbelwellenmasse. Im Vergleich mit Kurbeltrieben, welche vergleichsweise
geringe Schwenkwinkel der Pleuelstangen ermöglichen, wird eine deutliche Verbesserung
des Wirkungsgrades, und zwar insbesondere > 10 %, durch die erfindungsgemäße Kolbenkraftmaschine
erreicht. Die Übertragung eines verhältnismäßig großen Kolbenhubs über verhältnismäßig
kurze Pleuelstangen, die aus konstruktiven Gründen nur wenig länger als der halbe
Kolbenhub sein müssen, führt zu einem sehr günstigen Drehmomentenverlauf an der Kurbelwelle
und damit zu einem wesentlich erhöhten Wirkungsgrad gegenüber herkömmlichen vergleichbaren
Kolbenkraftmaschinen.
[0008] Die Pleuelstangen sind erfindungsgemäß derart kurz ausgeführt, daß der geringste
Abstand der Mitten der beiden Pleuellager zu derjenigen Ebene, in welcher die Kurbelwellenachsen
liegen, geringer ist als der halbe Durchmesser bzw. als der Radius des Kreises, auf
welchem sich die Mitten der Kurbelzapfen bewegen. Der Anschluß der Pleuelstangen an
die mit dem Kolben, vorzugsweise über eine Kolbenstange oder ein anderes Übertragungsglied,
verbundene Pleuelgelenke ermöglicht es, die Pleuelstangen so kurz auszuführen, wie
dies für einen optimalen Drehmomentenverlauf der Kurbelwelle erwünscht ist. Im Gegensatz
zu Kreuzkopfmaschinen, die nur als verhältnismäßig langsam laufende Kolbenkraftmaschinen
ausgeführt werden und bei denen die am Kreuzkopf auftretenden Querkräfte aufgenommen
werden müssen, kompensieren sich bei der erfindungsgemäßen Kolbenkraftmaschine mit
jeweils zwei Pleuelstangen, die über die Pleuelgelenke miteinander verbunden sind,
die dort auftretenden Querkraftkomponenten, so daß keine Kreuzkopfführung erforderlich
ist.
[0009] In besonders zweckmäßiger Weise wird die erfindungsgemäße Kolbenkraftmaschine mit
negativer Schränkung derart betrieben, daß ausgehend vom oberen Totpunkt beim Arbeitshub
des Kolbens der Winkel zwischen den beiden Pleuelstangen sich vergrößert. Der Erfinder
hat erkannt, daß bei gleicher potentieller Energie am Kolben bei Maschinen mit negativer
Schränkung eine höhere kinetische Energie an der Kurbelwelle erzeugt wird, als im
Falle von Maschinen mit positiver Schränkung, bei welchen zu Beginn des Arbeitshubes
der Winkel zwischen den Pleuelstangen kleiner wird. Ferner kann mit zunehmendem Schwenkwinkel
der Pleuelstange die kinetische Energie an der Kurbelwelle erhöht werden.
[0010] Die bisher bei der Auslegung von Kolbenkraftmaschinen berücksichtigte Bedingung,
dergemäß der mittlere effektive Druck multipliziert mit dem Hubvolumen der effektiven
Leistung entspricht, ist bei der erfindungsgemäßen Kolbenkraftmaschine nicht anwendbar.
Diese Eigenschaft ist in der unterschiedlichen Arbeitsgeschwindigkeit des Kolbens
begründet. Mit zunehmendem Schwenkwinkel des Pleuels im Arbeitshub kann von der potentiellen
Energie ein vergrößerter Anteil der kinetische Energie der Kurbelwelle zugeführt werden.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die beiden
Kurbelwellen mit fluchtenden Drehachsen angeordnet sind, daß die beiden Kurbelwellenzapfen
einander stirnseitig zugekehrt sind und daß die Zylinderachse in einer die beiden
Drehachsen der beiden Kurbelwellen enthaltenden Ebene liegt. Damit wird ein sehr kompakter
Aufbau der Kolbenkraftmaschine erreicht.
[0012] Vorzugsweise sind die beiden Kurbelwellenzapfen an einander stirnseitig zugekehrten
Kegelrädern angebracht, die mit einem gemeinsamen Kegelritzel in Eingriff stehen.
Der Antrieb kann an einer der beiden Kurbelwellen oder am Kegelritzel erfolgen.
[0013] Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die beiden
Kurbelwellen achsparallel angeordnet sind und daß die Zylinderachse in der Symmetrieebene
zwischen den beiden Kurbelwellen liegt. Dies ermöglicht mit verhältnismäßig geringem
konstruktivem Aufwand den Aufbau von Mehrzylinder-Reihenmotoren, wobei für eine Zylinderreihe
zwei gemeinsame, parallele Kurbelwellen herkömmlicher Bauweise verwendet werden.
[0014] Vorzugsweise sind die beiden Kurbelwellen über ein Zahnradgetriebe miteinander verbunden,
das auf jeder der beiden Kurbelwellen ein Stirnrad aufweist, die miteinander in Eingriff
stehen.
[0015] Anstelle der genannten Zahnräder können auch andere Getriebeglieder wie Kettengetriebe,
Zahnriementriebe, Hydraulikgetriebe oder andere Getriebe verwendet werden, die einen
Synchronlauf der beiden jedem Zylinder zugeordneten Kurbelwellen mit entgegengesetztem
Drehsinn ermöglichen.
[0016] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand weiterer Unteransprüche.
[0017] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert, die in der
Zeichnung dargestellt sind. Es zeigt jeweils in schematischer Darstellungsweise:
- Fig. 1
- eine Kolbenkraftmaschine mit einem Zylinder und zwei Kurbelwellen mit fluchtenden
Drehachsen, die in der Zeichnungsebene liegen,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Kolbenkraftmaschine nach Fig. 1 in Richtung des Pfeiles II in der
oberen Totpunktlage,
- Fig. 3
- die Kolbenkraftmaschine nach den Fig. 1 und 2 in einer Zwischenstellung des Kolbens,
- Fig. 4
- die Kolbenkraftmaschine nach den Fig. 1-3 in der unteren Totpunktlage,
- Fig. 5
- eine andere Ausführungsform einer Kolbenkraftmaschine mit zwei parallelen Kurbelwellen
in der oberen Totpunktlage,
- Fig. 6
- die Kolbenkraftmaschine nach Fig. 5 in der unteren Totpunktlage,
- Fig. 7
- einen vereinfachten Schnitt längs der Linie VII-VII in Fig. 6 bei einer Kolbenkraftmaschine
mit mehreren Zylindern,
- Fig. 8, 9
- eine Kolbenkraftmaschine ähnlich der Fig. 5, 6, jedoch mit einem Übertragungsglied
zwischen der Kolbenstange und den beiden Pleuelstangen, welche in ihrer Funktion und
Pleuelstangenlänge nach Fig. 1 bis 4 zu betrachten sind.
[0018] Die in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Kolbenkraftmaschine weist einen Zylinder 1 auf,
in dem ein Kolben 2 längs einer Kolbenachse 1a bewegbar aufgenommen ist. Es handelt
sich beispielsweise um eine Verbrennungskraftmaschine. Mit dem Kolben 2 ist eine Kolbenstange
3 verbunden, die in einer Kolbenstangenführung 4 aus dem Zylinder 1 herausgeführt
ist und sich geradlinig bewegt. Auf die gesonderte Kolbenstangenführung kann auch
verzichtet werden.
[0019] Die Kolbenstange 3 ist an ihrem dem Boden des Kolbens 2 abgekehrten Ende mittels
Pleuelgelenken 5 mit zwei Pleuelstangen 6, 6' gelenkig verbunden. Jede Pleuelstange
6 bzw. 6' greift an einem Kurbelwellenzapfen 7 bzw. 7' zweier Kurbeiwellen 8 bzw.
8' an. Anstelle der Kolbenstange 3 kann auch ein anderes Übertragungsglied verwendet
werden, um die Kolbenkräfte über hiermit verbundene Pleuelgelenke und Pleuelstangen
6, 6' zu übertragen, beispielsweise ein Hebel.
[0020] Die Drehachsen 9 bzw. 9' der beiden Kurbelwellen 8 bzw. 8' fluchten miteinander.
Die beiden Drehachsen 9 und 9' sowie die Zylinderachse 1a des Zylinders 1 liegen in
einer gemeinsamen Ebene, die der Zeichnungsebene der Fig. 1 entspricht. Die Kurbelwellenzapfen
7 bzw. 7' sind einander stirnseitig zugekehrt und sind an einander stirnseitig zugekehrten
Kegelrädern 10 bzw. 10' angebracht. Die beiden als geradverzahnte, schrägverzahnte
oder spiralverzahnte Zahnräder ausgeführten Kegelräder 10 und 10' stehen mit einem
gemeinsamen Kegelritzel 11 in Eingriff, das auf einer Ritzelwelle 12 angebracht ist.
Das zwischen die beiden Kegelräder 10 und 10' geschaltete Ritzel 11 bewirkt, daß die
beiden Kurbelwellen 8 und 8' zu synchroner Drehung in entgegengesetzten Drehrichtungen
verbunden sind. Der Abtrieb kann an einer der beiden Kurbelwellen 8 bzw. 8' oder an
der Welle 12 des Kegelritzels 11 erfolgen.
[0021] Wie aus der schematischen Darstellung der oberen Totpunktlage gemäß Fig. 2 ersichtlich,
ist die Länge L der Pleuelstangen 6 bzw. 6' nur geringfügig größer als der Drehkreisradius
R der Mitte des Kurbelwellenzapfen 7 bzw. 7', der konstruktionsbedingt dem halben
Kolbenhub entspricht. Fig. 4 zeigt die untere Totpunktlage der Kolbenkraftmaschine.
In der oberen Totpunktlage befindet sich die Mitte der Kurbelwellenzapfen 7, 7' in
einer Ebene E, welche parallel zu der Drehachse 9, 9' der Kurbelwellen bzw. orthogonal
zur Zylinderachse 1a verläuft.
[0022] Die Länge L der Pleuelstangen, also der Abstand zwischen der Mitte des Pleuellagers
5 und der Mitte des Kurbelzapfenlagers 7 ist im Vergleich mit bekannten Konstruktionen
kurz ausgebildet. Das Verhältnis des Radius R zur Länge L, welches Verhältnis auch
als Schubstangenverhältnis bezeichnet wird, ist gemäß der Erfindung größer als 0,5.
Wesentlich ist die Tatsache, daß während des Arbeitshubs die Mitte des Pleuelgelenks
5, 5' in den Bereich unterhalb der Ebene E bzw. auf die dein Kolben 1 abgewandte Seite
bezüglich der Ebene E gelangt. Die Ebene E ist die gemeinsame Tangente an die Drehkreise
der beiden Kurbelwellenzapfen 7 und 7' und sie ist im wesentlichen parallel zu der
Ebene K angeordnet, in welcher die beiden Kurbelwellenachsen 9, 9' liegen.
[0023] Ausgehend von der oberen Totpunktlage, die in Fig. 2 dargestellt ist und bei der
sich die beiden Pleuelstangen 6, 6' in Richtung der Kolbenstange 3 erstrecken, nehmen
die beweglichen Teile der Kolbenkraftmaschine nach einem Anfangshub des Kolbens 2
die in Fig. 3 gezeigte Zwischenstellung ein. Die beiden Pleuelstangen 6 und 6' spreizen
sich infolge der entgegengesetzten Drehbewegungen der Kurbelwellenzapfen 7 und 7'.
Die von der Kolbenstange 3 in Richtung der Zylinderachse 1a ausgeübte Kraft wird in
Richtung der beiden Pleuelstangen 6 und 6' nach einem Kräfteparallelogramm aufgeteilt,
wobei sich die in den Pleuelgelenken 5 auftretenden Horizontalkraftkompenenten kompensieren.
Die gerade bei kurzen Pleuelstangen besonders hohen Querkräfte der Pleuelstangen 6,
6' bezüglich der Längsachse 1a werden in besonders günstiger Weise in die Kurbelwellen
eingeleitet. Aufgrund der erfindungsgemäß kurzen Pleuelstangen werden deren Schwenkwinkel
im Arbeitshub größer und von der potentiellen Energie des Kolbens wird ein vergrößerter
Anteil in kinetische Energie der Kurbelwellenmasse übergeführt. Dies führt zu einer
erheblichen Steigerung des Wirkungsgrades der Maschine.
[0024] In Fig. 4 ist ferner mit gestrichelten Linien die Lage der beiden Pleuelstangen für
den Fall einer 90° Drehung der Kurbelwelle ab oberem Totpunkt dargestellt. Die Kurbelwellenzapfen
befinden sich hierbei in der gemeinsamen Ebene der beiden Kurbelwellen. Es ist erfindungsgemäß
von Bedeutung, daß in dieser Position der Winkel W, welcher zwischen der Pleuelstange
und der Zylinderachse 1a eingenommen ist, mindestens 45 Winkelgrade beträgt. Zweckmäßig
ist der Schwenkwinkel W bei Erreichen des halben Arbeitshubs mindestens 50 Winkelgrade
groß.
[0025] Abweichend von dem in den Fig. 1 bis 4, 8 und 9 dargestellten Beispiel kann vorgesehen
werden, daß sich die Kolbenstange über die Kurbelwellenachsen hinaus erstreckt und
die Pleuelstangen auf Zug beansprucht werden. Hierdurch wird erfindungsgemäß erreicht,
daß der Verbrennungsdruck im oberen Totpunktbereich über einen größeren Winkelbereich
gehalten wird, so daß die Verbrennung im Zylinder vollständiger erfolgen kann und
somit der Arbeitsdruck erhöht wird.
[0026] Es ist auch möglich, daß an den Kurbelwellenzapfen zwei Pleuelstangen zweier entgegengesetzt
gerichteter Zylinder angreifen. Die zu mehreren Zylindern 1 gehörenden Kurbeiwellen
8, 8' können zur Bildung einer mehrzylindrischen Maschine durch Übertragungsglieder
miteinander verbunden sein.
[0027] Anhand von Fig. 5 soll eine alternative Ausgestaltung der Erfindung noch erläutert
werden. Hierbei ist gemäß den strichpunktierten Linien die Kolbenstange 3a über die
gemeinsame Ebene K der beiden Kurbelwellenachsen hinausverlängert. Die Pleuellager
liegen somit bezogen auf die Kurbelwellenachsenebene K auf der anderen Seite als der
Zylinder 1 mit dem Kolben 2. Die Pleuelstangen 6a und 6'a weisen hierbei auch eine
derart kleine Länge auf, daß der geringste Abstand der Mitten der Pleuelgelenke zur
Ebene K kleiner ist als der Radius R des Kreises, auf welchem sich die Mitten der
Kurbelzapfen bewegen. Die Pleuelgelenke 5a werden während des Arbeitshubs über die
Ebene Ea bewegt, welche entsprechend der Ebene E eine gemeinsame Tangente an die Kreisbahnen
der Kurbelwellenzapfen bildet. Es ist ersichtlich, daß während des Arbeitshubes die
Pleuelstangen 6a und 6'a bei dieser besonderen Ausgestaltung auf Zug beansprucht werden.
Hierbei setzt man in der ersten Arbeitshubhälfte ein noch günstigeres Drehmoment in
die Kurbelwelle um.
[0028] Bei der in den Fig. 5 bis 7 dargestellten Ausführungsform einer Kolbenkraftmaschine,
bei der für gleiche Bauteile gleiche Bezugszeichen wie in den Fig. 1 bis 4 verwendet
werden, sind die beiden Kurbelwellen 8 und 8' achsparallel und im Abstand zueinander
angeordnet. Die Kolbenstange 3 jedes Zylinders 1 ist an ihren Pleuelgelenken 5, 5'
über die beiden Pleuelstangen 6 bzw. 6' jeweils mit einem Kurbelwellenzapfen 7 bzw.
7' einer der beiden Kurbelwellen 8 bzw. 8' verbunden.
[0029] Fig. 6 zeigt die untere Totpunktlage der Kolbenkraftmaschine nach Fig. 5. In dieser
unteren Totpunktlage erstrecken sich die Pleuelstangen 6 bzw. 6' ausgehend von den
verbundenen Pleuelgelenken 5, 5' durch die Achsen der beiden Kurbelwellen 8 und 8'
bis zu den Kurbelwellenzapfen 7 bzw. 7'. Konstruktionsbedingt muß hierbei die Länge
der Pleuelstangen 6 bzw. 6' etwas größer als der Drehkreisdurchmesser der Kurbelwellenzapfen
7 bzw. 7' gewählt werden.
[0030] Wie man aus Fig. 7 erkennt, sind mehrere in einer Reihe angeordnete Zylinder 1 auf
diese Weise mit den beiden parallelen Kurbelwellen 8 bzw. 8' verbunden. Die Kurbelwellenzapfen
7 bzw. 7' jeder Kurbelwelle 8 bzw. 8' sind in der bei Reihenmotoren üblichen Weise
gegeneinander in Umfangsrichtung versetzt, um einen gleichmäßigen Lauf der Verbrennungskraftmaschine
zu erreichen. Die Zylinderachsen 1a aller Zylinder 1 liegen in der Symmetrieebene
8a zwischen den beiden Kurbelwellen 8 und 8'. Die beiden Kurbelwellen 8 und 8' sind
über ein Zahnradgetriebe miteinander verbunden, das auf jeder der beiden Kurbelwellen
8 bzw. 8' ein Stirnrad 13 bzw. 13' aufweist, die miteinander in eingriff stehen und
die einen Synchronlauf der beiden Kurbelwellen 8 und 8' in entgegengesetzten Drehrichtungen
bewirken. Der Abtrieb kann an einer der beiden Kurbelwellen 8 bzw. 8' erfolgen.
[0031] Die in den Fig. 8 und 9 dargestellte Ausführungsform entspricht im wesentlichen derjenigen
der Fig. 5 und 6, wobei jedoch zwischen der Kolbenstange 3 und den Pleuelstangen 6
bzw. 6', welche so kurz wie in Fig. 1 bis 4 ausgelegt sind, ein Seitenkräfte kompensierendes
Übertragungsglied 14 vorgesehen ist. Die Pleuelstangenlager 5 sind an diesem Übertragungsglied
14 angeordnet, welches mittels eines Bolzens 15 mit der Kolbenstange 3 gelenkig verbunden
ist. In der oben Totlage gemäß Fig. 8 sind die Pleuelstangen 6, 6' parallel zur Zylinderachse
1a ausgerichtet. Fig. 9 zeigt, daß in der unteren Totpunktlage die Pleuelgelenke 5,
5' unterhalb der Ebene E sich befinden, welche auch als gemeinsame Tangente an die
beiden Bewegungsbahnen der Kurbelwellenzapfen 7 und 7' definiert ist.
[0032] Eine alternative Ausführungsform ist in der unteren Hälfte der Fig. 8 mit strichpunktierten
Linien angedeutet. Hierbei ist bezüglich der Kurbelwellenebene K auf der anderen Seite
als der erste Zylinder 1 ein weiterer Zylinder 1' angeordnet. Mit dessen Kolbenstange
3' ist ein weiteres Übertragungsglied 14' gekoppelt und über dieses sind zwei weitere
Pleuelstangen mit den Kurbelwellenzapfen 7 und 7' verbunden. Es sind bei dieser Ausführungsform
somit an jedem der beiden Kurbelwellenzapfen 7 und 7' zwei Pleuelstangen angelenkt.
[0033] Die nur schematisch dargestellten Kolbenkraftmaschinen können beispielsweise als
Verbrennungskraftmaschinen in der Ausführung als Otto-Motore, Dieselmotore und in
einer Zweitaktbauart oder Viertaktbauart ausgeführt sein. Ferner können im Rahmen
dieser Erfindung die Kolbenkraftmaschinen auch Dampfmaschinen, Luftdruck- oder Gasdruckmaschinen
sein.
[0034] Für eine Ausführung als Zweitakt-Verbrennungsmotore erweist sich die geradlinige
Führung der Kolbenstange 6 als besonders vorteilhaft, weil der im Zylinder 1 unterhalb
des Kolbens 2 befindliche Zylinderraum in einfacher Weise abgedichtet werden kann,
um einen Ladezylinder für die Zweitaktspülung des über dem Kolben 2 befindlichen Verbrennungsraums
zu bilden.
1. Kolbenkraftmaschine mit mindestens einem in einem Zylinder (1) geführten Kolben (2),
der über eine vorzugsweise geradlinig bewegbare Kolbenstange (3) und je ein Pleuelgelenk
(5, 5') mit zwei Pleuelstangen (6, 6') verbunden ist, die jeweils an einem Kurbelwellenzapfen
(7, 7') zweier Kurbelwellen (8, 8') angreifen, wobei die beiden Kurbelwellen (8, 8')
durch ein Getriebe (10, 10', 11; 13, 13') zu synchroner Drehung in entgegengesetzten
Drehrichtungen verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Pleuelstangen (6, 6') derart kurz ausgeführt sind,
daß der Weg der Pleuelgelenke (5, 5') durch eine Ebene (E) verläuft, welche eine gemeinsame
Tangentialebene der Kreisbahnen der Kurbelwellenzapfen (7, 7') bildet.
2. Kolbenkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pleuelstangen
(6, 6') nur um einen kleinen vorgebbaren Betrag, vorzugsweise maximal 20 %, insbesondere
maximal 10 %, länger sind als der halbe Kolbenhub.
3. Kolbenkraftmaschine, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Pleuelstangen (6, 6') derart kurz ausgeführt sind, daß der bei Bewegung des Kolbens
(2) geringste Abstand der Mitten der Pleuelgelenke (5, 5') zur Ebene (K) der Kurbelwellenachsen
(8, 8') geringer ist als der Radius (R) des Kreises, auf welchem die Mitten der Kurbelwellenzapfen
(7, 7') bewegbar sind.
4. Kolbenkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1,3, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden Kurbelwellen (8, 8') achsparallel angeordnet sind und daß die Zylinderachse
(1a) in einer Symmetrieebene (8a) der beiden Kurbelwellen (8, 8') liegt.
5. Kolbenkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1, 3, 4 dadurch gekennzeichnet, daß sie
mit negativer Schränkung betrieben wird, wobei sich der Schwenkwinkel (W) der beiden
Pleuelstangen (6, 6') zumindest zu Beginn des Arbeitshubes vergrößert.
6. Kolbenkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwenkwinkel (W) der jeweiligen Pleuelstangen (6, 6') bei Erreichen der Mitte
des Arbeitshubes mindestens 50° groß ist.
7. Kolbenkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kolbenstange (3a) über die Ebene (K) der beiden Kurbelwellen (8, 8') hinauserstreckt
ist und daß die Pleuelstangen (6, 6') im Arbeitshub auf Zug beansprucht werden.
8. Kolbenkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, 6, 7, dadurch gekennzeichnet,
daß am Kurbelwellenzapfen (7, 7') zwei Pleuelstangen (6, 6') in entgegengesetzter
Richtung zweier entgegengesetzt angeordneter Zylinder (1, 1') angreifen.
9. Kolbenkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die zu inehreren Zylindern (1) gehörenden Kurbelwellen (8, 8') zur Bildung einer mehrzylindrischen
Maschine mittels Übertragungsgliedern miteinander verbunden sind.