[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erwärmen der beleimten Überlappungsnaht
eines Stranges der tabakverarbeitenden Industrie, insbesondere eines Zigarettenstranges,
mit einer erwärmten Heizleiste, an der die Überlappungsnaht unter Berührung entlangbewegt
ist.
Unter Strängen der tabakverarbeitenden Industrie werden derartige Stränge verstanden,
bei denen Hüllmaterialstreifen Rauchmaterial wie Tabak, insbesondere zur Herstellung
von Zigaretten, oder Filtermaterial umhüllen. Derartige Vorrichtungen, in der Fachsprache
auch "Nahtplätten" genannt, dienen in Strangmaschinen dazu, Wärme auf die sogenannte
Leimnaht oder Überlappungsnaht, also den beleimten überlappenden Bereich einer Kante
eines vorbeibewegten Umhüllungsstreifens, zu übertragen, um beispielsweise den Leim
zu verfestigen (bei wasserbasierenden Leimen) oder zu verflüssigen (bei Heißschmelzklebern).
Dabei steht die erwärmte Leiste in der Regel mit der Leimnaht in Berührungskontakt.
Die bekannten Nahtplätten haben metallische Heizleisten, die meist von relativ weit
entfernten Heizpatronen erwärmt werden. Dadurch müssen letztere eine hohe Wärmeleistung
aufbringen. Dies führt beim Anhalten einer Strangmaschine leicht zu Überhitzungen,
beim Anfahren zu Unterkühlungen.
Beide Betriebszustände sind schädlich, weil bei Überhitzungen die Gefahr von Beschädigungen
des Umhüllungsstreifens, bei Unterkühlungen die Gefahr des Aufgehens der Überlappungsnaht
besteht. Außerdem sind die Energieverluste infolge unerwünschter Wärmeabstrahlung
hoch. Schließlich ist auch die Regelung der Temperatur der Heizleiste infolge der
thermischen Trägheit schwierig. Bei der Verwendung üblicher Heizleisten aus Metall
besteht außerdem die Gefahr des Verziehens bei den nicht zu vermeidenden Temperaturschwankungen.
Durch die US-PS 3 575 766 ist eine Nahtplätte bekanntgeworden, bei der die Wärme von
einem dünnen Streifen aus elektrisch leitendem Material auf die Überlappungsnaht eines
Zigarettenstranges übertragen wird, wobei die Wärme durch Widerstandserwärmung direkt
im Streifen erzeugt wird.
[0002] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, eine von den bisher bekannten
und verwendeten Nahtplätten abweichende Heizleiste vorzusehen.
[0003] Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß die Heizleiste, zumindest an
ihrer der Überlappungsnaht zugewandten Oberfläche, aus Keramikmaterial besteht. Vorzugsweise
besteht die Heizleiste aus wärmeleitendem Keramikmaterial.
Weiterbildungen und weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind den untergeordneten
Ansprüchen zu entnehmen.
[0004] Die Erfindung weist mehrere beachtliche Vorteile auf. Infolge der höheren Wärmeleitfähigkeit
des wärmeleitenden Keramikmaterials und der dadurch bedingten geringeren thermischen
Trägheit sind die Tot- und Übergangszeiten bei Änderungen des Heizbedarfs kleiner
als bei üblichen Nahtplätten, so daß auch die Anpassungszeiten der wirksamen Oberflächentemperaturen
der Heizleiste verbessert werden. Die Gefahr einer schädlichen Überhitzung beim Stillsetzen
einer Strangmaschine mit der erfindungsgemäßen Heizleiste infolge Überschreitungen
der Solltemperaturen wird ebenso herabgesetzt wie die Gefahr einer schädlichen Unterkühlung
beim Anfahren infolge noch nicht erreichter Solltemperaturen.
[0005] Die insgesamt installierte elektrische Heizleistung kann verringert werden, womit
die Energieverluste und die damit verbundene unerwünschte Aufheizung der gesamten
Nahtplätte ebenfalls geringer wird. Der Abstrahlungsgrad der Keramik ist sehr gut,
wodurch sich eine hohe Wärmeleistung bei kleiner Oberfläche und dadurch eine Verkürzung
der Heizstrecke ergibt.
Schließlich wird die Verschleißfestigkeit der Heizleiste, an der die zu verfestigende
Überlappungsnaht des Stranges ununterbrochen entlangschleift, erhöht. Der bei den
bisher üblichen Heizleisten aus Metall infolge der hohen Temperaturschwankungen auftretende
Verzug tritt entweder gar nicht oder nur in einem unschädlichen Ausmaß auf.
[0006] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
[0007] Es zeigen:
- Figur 1
- einen Teil einer Nahtplätte mit einer Heizleiste aus Keramik in vergrößertem Maßstab,
- Figur 2
- einen Schnitt nach Linie A-A in Figur 1.
[0008] Eine Nahtplätte 1 für eine nicht dargestellte Zigarettenmaschine weist in dem Ausführungsbeispiel
zwei Abschnitte 1a, 1b auf. Sie kann weitere Abschnitte enthalten oder auch nur aus
einem einzigen Stück bestehen. Die Abschnitte 1a und 1b weisen Gehäuse 2a bzw. 2b
auf, die Innenräume 3a bzw. 3b enthalten, die mit einer kreuzschraffiert angedeuteten
Dichtungsmasse, z. B. einem wärmebeständigen Schaum, ausgefüllt sind. Am unteren Ende
der Abschnitte 1a, 1b befinden sich Heizleisten 4a bzw. 4b aus wärmeleitendem Keramikmaterial.
Hierzu kann Keramik, die z. B. aus Silizium-Nitrid (Si
3N
4) besteht, mit geeigneten Zusatzstoffen dotiert sein, wie z. B. mit Tantal-Nitrid.
Zur Erwärmung dienen Heizleiter 6 im Inneren der Heizleistenabschnitte 4a bzw. 4b,
die aus elektrischen Strom leitendem Metall bestehen können.
Vorteilhafter sind aber keramische Heizelemente 6, die in der wärmeleitenden Keramik
4a bzw. 4b eingebettet sind und von dieser voll umschlossen werden. Zur Versorgung
der Heizleiter 6 mit elektrischer Energie dienen Anschlußklemmen 7a1, 7a2 bzw. 7b1
und Durchführungen 8a1, 8a2 bzw. 8b1. Eine weitere Anschlußklemme und eine weitere
Durchführung befinden sich in der Realität jenseits der Bruchlinie. Zur Befestigung
der Nahtplätte 1 an einer nicht dargestellten Strangmaschine dient ein Bolzen 9a;
ein zweiter Bolzen befindet sich in der Realität am rechten nicht sichtbaren Ende
der Nahtplätte jenseits der Bruchlinie.
Grundsätzlich würde es genügen, um eine Reihe der vorgeschilderten Vorteile gemäß
der Erfindung zu erzielen, wenn nur der Bereich der Oberfläche 11a, 11b der Heizleiste
4a bzw. 4b aus Keramikmaterial besteht, das vorzugsweise wärmeleitend ausgebildet
ist.
Zwecks Überwachung der Temperaturen der Heizleistenabschnitte 4a, 4b sind diese mit
Wärmesensoren 12a bzw. 12b versehen, deren Ausgangssignale in bekannter Weise die
Energiezufuhr zu den Heizleitern 6 im Sinne einer Einhaltung der gewünschten Temperaturen
steuern. Dabei können die einzelnen Abschnitte 4a, 4b der Heizleiste entsprechend
den Anforderungen der Strangbildung auf unterschiedliche Temperaturen geregelt werden.
Vorteilhaft ist es insbesondere, die Temperaturen in Bewegungsrichtung der Leimnaht
abnehmen zu lassen, weil am Anfang der Trockenstrecke mehr Trocknungsleistung aufgebracht
werden muß als am Ende.
Anstatt die Nahtplätte und damit die Heizleiste in unterschiedliche Abschnitte 1a,
1b bzw. 4a, 4b zu unterteilen, die jeweils getrennt auf die gewünschten Temperaturen
geregelt werden, kann der Oberfläche 11 einer einzigen Heizleiste 4 ein gewünschtes
Wärmeprofil dadurch gegeben werden, daß die Wärmeleitfähigkeit sich vorzugsweise kontinuierlich
ändert, d. h. zum Beispiel in Richtung der Strangbewegung abnimmt.
In der Zeichnung ist der Zigarettenstrang z mit der beleimten zu erwärmenden Überlappungsnaht
n an einer Kante des Umhüllungsstreifens u nur schematisch dargestellt. Die bereits
genannte US-PS 3 575 766 zeigt aber einen Teil einer Zigarettenstrangmaschine mit
einer Beleimungsvorrichtung für eine Kante des Zigarettenpapierstreifens zwecks Bildung
der beleimten Überlappungsnaht und einer nachgeordneten Erwärmungsvorrichtung, wobei
letztere sich von der Erfindung allerdings grundlegend unterscheidet.
1. Vorrichtung zum Erwärmen der beleimten Überlappungsnaht eines Stranges der tabakverarbeitenden
Industrie, insbesondere eines Zigarettenstranges, mit einer erwärmten Heizleiste,
an der die Überlappungsnaht unter Berührung entlangebewegt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizleiste (4), zumindest an ihrer der Überlappungsnaht (n) zugewandten Oberfläche
(11), aus Keramikmaterial besteht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,daß die Heizleiste (4) aus Keramik
besteht, innerhalb der sich ein elektrischer Heizleiter (6) befindet.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Heizleiter
(6) aus elektrischen Strom leitendem Keramikmaterial besteht.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizleiste zumindest zwischen Heizleiter (6) und Oberfläche (11) aus wärmeleitender
Keramik besteht.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizleiste (4) aus Keramikmaterial mehrere Abschnitte (4a, 4b) aufweist, deren
Temperaturen separat steuerbar sind.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Temperatur der Heizleiste (4) in Bewegungsrichtung der Überlappungsnaht abschnittsweise
oder kontinuierlich abnimmt.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Keramikmaterial (4) zur Erhöhung seiner Wärmeleitfähigkeit mit Tantal-Nitrid
dotiert ist.