[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Stoffauflaufes einer Papiermaschine
gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1. Ein solches verfahren ist aus FR-A-2 631
353 bekannt geworden.
[0002] Ein Stoffauflauf soll die Papierstoffsuspension spätestens vor dem Auslaufspalt derart
vergleichmäßigen, daß sowohl die Stoffdichte (Fasermasse pro Volumeneinheit) über
die Breite des Stoffauflaufes konstant ist, als auch die Orientierung der Faser. Beides
sind wichtige Voraussetzungen dafür, daß das fertige Papier sowohl ein einwandfreies
Flächengewichts- und Dickenprofil über die Bahnbreite hat, als auch flach liegt und
nicht zum Rollen neigt.
[0003] Im Betrieb einer Papiermaschine gibt es zahlreiche Störfaktoren, die den beiden genannten
Anforderungen entgegenstehen. Zu diesen Störfaktoren gehören beispielsweise Temperaturschwankungen,
Druckschwankungen und Fertigungstoleranzen.
[0004] Die Patentschrift DE-A-3 514 554 befaßt sich mit denselben Problemen, wie hier beschrieben.
Dort wurde bereits erkannt, daß es darauf ankommt, sowohl die Stoffdichte über die
Breite des Stoffauflaufes hinweg konstant zu halten, als auch die Faserorientierung
zu beherrschen, so daß möglichst keine Querströmungen im Auslaufkanal auftreten. Dabei
wird vor allem vorgeschlagen, die Stoffdichte örtlich zu verändern, d.h. je nach Bedarf
an bestimmten Stellen die Stoffdichte zu verändern. Dabei bleibt jedoch offen, auf
welche Art und Weise dies vorgenommen werden soll.
[0005] Es ist ferner bekannt, die Weite des Auslaufspaltes zu verändern, beispielsweise
durch Gewindespindeln zum Verschwenken oder Verbiegen der Oberlippe - siehe z.B. DE-PS
29 42 966 oder DE-OS 35 35 849. Hierdurch kann der Durchsatz der Suspension örtlich
verändert werden.
[0006] Gleichzeitig wird jedoch auch die Strömungsrichtung örtlich beeinflußt, und damit
auch die Faserorientierung. Durch eine örtliche Spaltverengung wird nämlich den Fasern
an den Engstellen eine andere Strömungsrichtung erteilt, als an anderen Stellen des
Auslaufspaltes. Dies bedeutet, daß zwar die Stoffdichte durch diese sogenannte Verdrängungsregelung
über die Breite des Stoffauflaufes gleichmäßig gemacht werden kann, daß jedoch die
an sich gute Faserorientierung wieder zerstört wird. Wünschenswert wäre somit, die
beiden Parameter, nämlich Stoffdichte und Faserorientierung, unabhängig voneinander
beeinflussen zu können.
[0007] Aus der FR-A-2 631 353 ist es bekannt, zum Zwecke der Regelung des Flächengewichtsprofils
des Stoffstroms im Auslaufkanal einer Papiermaschine einem dem Auslauf vorgeschalteten
Verteiler mehrere Speiseströme einer Stoffsuspension zuzuführen, wobei jeder Speisestrom
in einem Mischkasten gebildet wird, dem einerseits in regelbarer Weise eine verdickte
Suspension und andererseits ebenfalls in regelbarer Weise eine Flüssigkeit zugeführt
wird, so daß über die Regelung eine Stoffsuspension unterschiedlicher Dichte erzeugt
werden kann. Mittels dieses bekannten Verfahrens läßt sich das Flächengewichts-Querprofil
durch Beeinflussung der einzelnen, dem Verteiler zugeführten Suspensionsströme beeinflussen
und korrigieren, aber es sind keine Maßnahmen offenbart, die von dieser Korrekturmöglichkeit
unabhängig auch eine Korrektur des Faserorientierungs-Querprofils der Papierbahn ermöglichen
würden.
[0008] Die Erfinder haben erkannt, daß die Patentschrift DE-A-3 514 554 grundsätzlich den
richtigen Weg zeigt. Sie haben sich darüber hinaus die Aufgabe gestellt, ein verfahren
anzugeben, der es ermöglicht, die beiden Parameter Stoffdichte und Faserorientierung
auf praktikable und zuverlässige Weise unabhängig voneinander zu beeinflussen.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale von Patentanspruch 1 gelöst.
[0010] Der Grundgedanke der Erfindung besteht somit darin, den Stoffauflauf zu sektionieren,
was an sich bekannt ist, und den einzelnen Sektionen Teilströme (Sektionsströme) zuzuführen,
deren Betriebsparameter (Durchsatz, Stoffdichte) wiederum für sich alleine einstellbar
sind. Die Sektionsströme Q
M speisen jeweils eine Sektion. Die Sektionsströme werden am besten außerhalb des Stoffauflaufes
getrennt geführt und erst im Stoffauflauf miteinander vereinigt. Jeder Sektionsstrom
als solcher entsteht seinerseits durch Zusammenführen zweier Regelströme. Je nach
Mischungsverhältnis dieser Regelströme läßt sich die Beschaffenheit des Sektionsstromes
aufs Genaueste einstellen.
[0011] Ein praktischer Fall kann wie folgt aussehen: Es wird bei der Qualitätskontrolle
der Papierbahn festgestellt, daß das Flächengewichtsprofil an einer bestimmten Stelle
der Bahnbreite vom Sollwert in unzulässiger Weise abweicht. Demgemäß muß die Stoffdichte
der Suspension im Stoffauflauf an dieser Stelle des Stoffauflaufes entsprechend korrigiert
werden. Gemäß der Erfindung läßt sich dies durch Verändern der Konzentration C
M des betreffenden Sektionsstromes durchführen. Die notwendige Änderung dC
M läßt sich aus einer Massenbilanz ermitteln. Die resultierende (korrigierte) Konzentration
C
M ist einzig und allein abhängig von Verhältnis der vorausgeschalteten Regelströme
Q
H/Q
L. Der korrigierte Wert C
M wird somit als Basis einer Verhältnisregelung ausgenutzt, indem er als Sollwert verwendet
wird (siehe Figur 1). Die Verhältnisregelung stellt das neue Regelvolumen-Strömungsverhältnis
ein. Dabei ändert sich auch Q
L. Da aber der Volumenstrom des Mischungsteilstromes konstant bleiben muß, wird der
Regelvolumenstrom Q
H entsprechend der Kontinuitätsgleichung korrigiert. Diese Regelung kann auch nach
dem Schema in Fig. 1a durchgeführt werden. Hierzu müssen die Sollwertänderungen der
Regelvolumenströme für die neue Konzentration C
M berechnet und dem Regler vorgegeben werden.
Volumenstromregelung
[0012] Im Stoffauflauf können Querströmungen der Suspension in der Stoffauflaufdüse z.B.
durch Randeinflüsse auftreten. Diese führen dann zu einer unerwünschten Beeinflussung
der Faserorientierung. Die Ursache hierfür liegt bei bekannten Stoffaufläufen in unterschiedlichen
Volumenströmen über die Stoffauflaufbreite.
[0013] Bei dieser Regelaufgabe bleibt die Konzentration C
M konstant. Der errechnete, notwendige Volumenstrom Q
H wird als Sollwert dem Regler vorgegeben (Fig. 1a). Nach dem Schema von Fig. 1b müssen
zwei errechnete Volumenströme C
H und Q
L den Reglern als neue Sollwerte vorgegeben werden.
Anwendungsmöglichkeiten
[0014] Das Verfahren läßt sich auf alle Stoffauflauf-Typen (Einlagen-, Mehrlagen-, Stoffaufläufe
für Spaltformer, Langsieb mit und ohne Schwingungsdämpfer, ein oder zwei Rohrbündel
usw.) anwenden.
- Fig. 2 - 5:
- Die Summe der Mischungsteilströme entsprechen dem Gesamtzulaufstrom zum Stoffauflauf.
Dadurch wird das konventionelle Verteilrohr ersetzt. Der Mischer liegt außerhalb des
Stoffauflaufs.
- Fig. 6 - 11:
- Der Mischungsteilstrom einer Sektion ist nur eine Teilmenge des Gesamtstromes der
Sektion. Der Reststrom wird konventionell zugeführt.
- Fig. 6:
- Mischungsteilströme werden im ersten Rohrbündel zugeführt. Diese können auch durch
Trennwände nach Fig. 3a auf einem Teil des Strömungsweges voneinander getrennt werden.
- Fig. 7 - 8:
- Zuführung des Mischungsteilstromes in den Kanal zwischen den Rohrbündeln (z.B. Lochplatten).
- Fig. 9 - 10:
- Direkte Zuführung des Mischungsteilstromes in eine oder mehrere Rohrzeilen des Turbulenzeinsatzes
einer Sektion.
- Fig. 11:
- Zuführung in den Düsenraum.
[0015] Man kann der Stoffauflauf-Sektion anstelle des Mischungs-Teilstromes auch zwei Regelströme
zuführen. Der Einströmraum ist dann so gestaltet, daß sich die beiden Ströme miteinander
durchmischen. Der Mischer befindet sich hierbei innerhalb des Stoffauflaufes.
1. Verfahren zum Betreiben eines Stoffauflaufes einer Papiermaschine zum Herstellen einer
Papierbahn aus einer Stoffsuspension mit den folgenden Merkmalen:
a) der Stoffauflauf weist einen Verteiler zum Verteilen der Stoffsuspension über die
Arbeitsbreite der Papiermaschine, sowie eine eine Vielzahl von Löchern oder Kanälen
aufweisende Führungsvorrichtung und einen maschinenbreiten Auslaufkanal mit Auslaufspalt
auf;
b) der Stoffauflauf ist über seine Breite hinweg in Sektionen unterteilt und jeder
Sektion wird ein Teilstrom der Stoffsuspension zugeführt;
c) jeder Teilstrom wird in einem Mischer aus wenigstens zwei Regelströmen unterschiedlicher
Stoffdichte (CH, CL) gebildet, so daß durch Verändern des Durchsatzes (QH, QL) der Regelströme einerseits die Stoffdichte (CM) jedes Teilstromes und andererseits der Durchsatz (QM) jedes Teilstromes individuell einstellbar sind;
dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Korrektur des
Flächengewichts-Querprofiles der fertigen Papierbahn die Stoffdichte (C
M) eines Teilstromes durch Verändern des Durchsatzes (Q
H, Q
L) der Regelströme eingestellt wird, wobei die Durchsätze (Q
H, Q
L) der Regeiströme derart aufeinander abgestimmt werden, daß der Durchsatz (Q
M) des betroffenen Teilstromes unverändert bleibt, und/oder zwecks Korrektur des Faserorientierungs-Querprofiles
der fertigen Papierbahn der Durchsatz (Q
M) eines Teilstromes durch Verändern des Durchsatzes (Q
H, Q
L) der Regelströme unter Konstanthaltung der Stoffdichte (C
M) des betroffenen Teilstromes eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
a) man ermittelt zur Korrektur des Flächengewichts-Querprofiles die notwendige Änderung
der Stoffdichte des Teilstromes aus einer Massenbilanz, wobei man einen korrigierten
neuen Wert für die Stoffdichte (CM) des Teilstromes erhält;
b) man nutzt den korrigierten Wert als Basis einer Verhältnisregelung, indem er als
Sollwert verwendet wird, und
c) mittels der Verhältnisregelung wird das neue Verhältnis der Durchsätze (QH, QL) der Regelströme entsprechend der Kontinuitätsgleichung eingestellt.
1. Method of operating a flowbox for a papermaking machine for producing a paper web
from a stock suspension, having the following features:
a) the flowbox has a distributor to distribute the stock suspension over the working
width of the papermaking machine, and a guide device having a large number of holes
or channels and a machine-width outlet channel with an outlet gap;
b) the flowbox is subdivided over its width into sections, and each section is fed
with a partial stream of the stock suspension;
c) each partial stream is formed in a mixer from at least two control streams of different
consistency (CH, CL), so that by changing the throughput (QH, QL) of the control streams, firstly the consistency (CM) of each partial stream and secondly the throughput (QM) of each partial stream can be adjusted individually;
characterized in that for the purpose of correcting the transverse grammage profile of the finished paper
web, the consistency (C
M) of a partial stream is adjusted by changing the throughput (Q
H, Q
L) of the control streams, the throughputs (Q
H, Q
L) of the control streams being coordinated with one another in such a way that the
throughput (Q
M) of the partial stream affected remains unchanged, and/or for the purpose of correcting
the transverse fibre orientation profile of the finished paper web, the throughput
(Q
M) of a partial stream is adjusted by changing the throughput (Q
H, Q
L) of the control streams while keeping constant the consistency (C
M) of the partial stream affected.
2. Method according to Claim 1,
characterized by the following features:
a) in order to correct the transverse grammage profile, the necessary change in the
consistency of the partial stream is determined from a mass balance, a corrected new
value for the consistency (CM) of the partial stream being obtained;
b) the corrected value is used as a basis for ratio control, by being used as a desired
value, and
c) by means of ratio control, the new ratio between the throughputs (QH, QL) of the control streams is adjusted in accordance with the continuity equation.
1. Procédé de conduite d'une caisse de tête d'une machine à papier pour la fabrication
d'une bande de papier à partir d'une suspension de matières, avec les caractéristiques
suivantes:
a) la caisse de tête présente un répartiteur, pour la répartition de la suspension
de matières sur la largeur de travail de la machine à papier, ainsi qu'un dispositif
de guidage présentant une pluralité de trous ou de canaux et un canal de sortie de
la largeur de la machine avec une fente de sortie;
b) la caisse de tête est subdivisée en sections sur sa largeur et un courant partiel
de la suspension de matières est fourni à chaque section;
c) chaque courant partiel est formé dans un mélangeur à partir d'au moins deux courants
de réglage présentant des densités de matières différentes (CH, CL), de telle manière qu'en modifiant le débit (QH, QL) des courants de réglage, d'une part la densité de matières (CM) de chaque courant partiel et d'autre part le débit (QM) de chaque courant partiel peuvent être réglés individuellement;
caractérisé en ce que, dans le but de corriger le profil transversal du grammage de la bande de papier
terminée, la densité de matières (C
M) d'un courant partiel est réglée en modifiant le débit (Q
H, Q
L) des courants de réglage, les débits (Q
H, Q
L) des courants de réglage étant adaptés l'un à l'autre d'une manière telle que le
débit (Q
M) du courant partiel concerné reste inchangé, et/ou dans le but de corriger le profil
transversal de l'orientation des fibres de la bande de papier terminée, le débit (Q
M) d'un courant partiel est réglé en modifiant le débit (Q
H, Q
L) des courants de réglage tout en maintenant constante la densité de matières (C
M) du courant partiel concerné.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé par les caractéristiques suivantes:
a) pour la correction du profil transversal du grammage, on détermine la modification
nécessaire de la densité de matières du courant partiel à partir d'un bilan massique,
par lequel on obtient une nouvelle valeur corrigée de la densité de matières (CM) du courant partiel;
b) on utilise la valeur corrigée comme base pour une régulation des proportions, en
l'utilisant comme valeur de consigne; et
c) au moyen de la régulation des proportions, on règle la nouvelle proportion des
débits (QH, QL) des courants de réglage conformément à l'équation de continuité.