[0001] Die Erfindung betrifft einen Gleitschuh zur Verwendung in einer Axial- oder Radialkolbenmaschine.
[0002] Ein mehrteilig ausgebildeter Gleitschuh nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 zur
Verwendung in hydrostatischen Maschinen ist in der US 5 392 693 A beschrieben. Dieser
vorbekannte Gleitschuh besteht aus einem Stützteil und einem darin eingesetzten stufenzylindrischen
Gleitteil, dessen größere Zylinderstufe einen Flansch bildet, der von einer Rückhaltevorrichtung
hintergriffen ist, die im Funktionsbetrieb ein Abheben des Gleitschuhs von der zugehörigen
Schiefscheibe verhindert. Der Stützkörper ist kappenförmig auf die kleinere Zylinderstufe
aufgesetzt. Das Stützteil weist eine eine sphärische Ausnehmung im Gleitteil umgebende
Ringwand auf, die bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 3 bis 5 für den formschlüssigen
Hintergriff des kugelförmigen Kopfes eines zugehörigen Kolbens radial nach innen verformt
wird.
[0003] Aus der DE 36 27 652 A1 ein zweiteiliger Gleitschuh mit einer an die Gleitfläche
angrenzenden Gleitschicht aus einem Keramik-Material und einem Stützkörper aus einem
gehärteten Lagerstahl zu entnehmen. Durch die an der Gleitsohle angeordnete Keramik-Schicht
soll einem Festfressen der Gleitschuhe entgegengewirkt werden.
[0004] Aus der US 3 263 623 A ist ebenfalls ein zweiteiliger Gleitschuh bekannt. Das ringförmig
ausgebildete Gleitteil ist dabei so angeordnet, daß es mit einer Drucktasche zur hydraulischen
Entlastung des Gleitschuhs nicht in Berührung steht. Auf diese Weise wird Leckverlusten
entgegengewirkt, die entstehen können, wenn das poröse Material des Gleitteils mit
der Drucktasche in Verbindung käme.
[0005] Bei hohen Drehzahlen von hydrostatischen Maschinen werden die Gleitschuhe mit erheblichen
Fliehkräften belastet. Diese bewirken ein Verkippen der Gleitschuhe, was zu einer
Beschädigung der Gleitschuhe und/oder der auf der Schrägoder Taumelscheibe ausgebildeten
Gleitfläche führt.
[0006] Es besteht daher die Forderung, die auf die Gleitschuhe einwirkenden Fliehkräfte
und Schwungmassen zu vermindern und somit einen höheren Drehzahlbereich beim Betrieb
der hydrostatischen Maschine zu ermöglichen.
[0007] Der aus US 5 392 693 A entnehmbaren Ausgestaltung liegt die Erkenntnis zugrunde,
daß zur Verminderung der auf die Gleitschuhe einwirkenden Fliehkraft das Eigengewicht
der Gleitschuhe vermindert werden muß. Dies wird dadurch erreicht, daß der Gleitschuh
in einen Stützkörper und ein in diesen eingesetztes Gleitteil untergliedert wird und
für das Gleitteil ein Material mit guten Gleiteigenschaften bei gleichzeitig geringem
spezifischen Gewicht und für den Stützkörper ein Material hoher mechanischer Festigkeit
bei ebenfalls gleichzeitig geringem spezifischen Gewicht ausgewählt wird. Eine gezielte
Materialauswahl wird durch die zweiteilige Untergliederung des Gleitschuhs ermöglicht,
da für das Gleitteil neben geringem spezifischen Gewicht lediglich auf gute Gleiteigenschaften,
nicht jedoch auf die mechanische Festigkeit geachtet werden muß, wohingegen für den
Stützkörper neben geringem spezifischen Gewicht im wesentlichen auf eine hohe mechanische
Festigkeit zu achten ist, während die Gleiteigenschaften dieses Materials unerheblich
sind.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Gleitschuh der eingangs angegebenen
Art die Abstützung des Gleitteils zu verbessern.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Gleitschuh weist der Stützkörper an seinem der Gleitsohle
zugewandten Ende einen Flansch auf, in dem eine Stufenerweiterung des Einsatzloches
angeordnet ist, wobei der zweite Zylinder-Abschnitt in die Stufenausnehmung einfaßt.
Hierbei ist das Gleitteil in Form eines Stufenzylinders mit Abschnitten unterschiedlichen
Durchmessers ausgebildet, wobei der an eine Ausnehmung zur Aufnahme des Kugelkopfes
des zugeordneten Kolbens angrenzende Abschnitt an den Durchmesser dieser Ausnehmung
angepaßt sein kann. Dabei überträgt der Kugelkopf des Kolbens die Stützkraft unmittelbar
auf das Gleitteil, das außenseitig von dem Stützkörper umgeben ist.
[0011] Die Ansprüche 2 bis 4 beziehen sich auf eine vorteilhafte Materialauswahl für den
Stützkörper und das Gleitteil. Der Stützkörper besteht vorzugsweise aus Aluminium
oder einer Aluminiumlegierung. Besonders geeignete Leichtmetalle sind Titan oder eine
Titanlegierung.
[0012] Das Gleitteil besteht vorzugsweise aus einem keramischen Material. Besonders geeignet
sind alle als Lager verwendbare Materialen wie z.B. Al
2O
3, ZrO
2, SiC und Si
3N
4.
[0013] Eine Gelenkverbindung zwischen dem Gleitschuh und einen zugehörigen Kolben läßt sich
in einfacher Weise gestalten, wenn gemäß Anspruch 5 im der Gleitsohle abgewandten
Endbereich des Gleitschuhs der Stützkörper das Gleitteil überragt.
[0014] Die Abstützung des Gleitteils am Stützteil läßt sich weiter verbessern, wenn gemäß
Anspruch 6 der Durchmesser des ersten Zylinder-Abschnitts mit dem Durchmesser der
Ausnehmung zur Aufnahme des Kugelkopfes im wesentlichen übereinstimmt.
[0015] Entsprechend Anspruch 7 kann das Gleitteil von einer Schmierbohrung durchdrungen
sein.
[0016] Es ist zur hydrostatischen Entlastung des Gleitschuhs vorteilhaft, in der Gleitsohle
des Gleitteils eine Drucktasche anzuordnen, in die die Schmierbohrung mündet.
[0017] Nachfolgend werden verschiedene Ausführungsbeispiele von Gleitschuhen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen beschrieben. Darin zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel eines Gleitschuhs;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel eines Gleitschuhs;
- Fig. 3
- einen Schnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Gleitschuhs;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die Gleitsohle eines Gleitschuhs entsprechend einem der Ausführungsbeispiele
der Figuren 1 bis 3;
- Fig. 5
- einen Schnitt durch eine Axialkolbenmaschine;
- Fig. 6
- einen Schnitt durch einen Gleitschuh mit zugehörigem Kolben, wobei der Kugelkopf am
Kolben ausgebildet ist;
- Fig. 7
- einen Schnitt durch einen Gleitschuh mit zugehörigem Kolben, wobei der Kugelkopf am
Gleitschuh ausgebildet ist;
- Fig. 8
- einen Schnitt durch einen Gleitschuh in abgewandelter Ausgestaltung.
[0018] Bei der in Figur 5 schematisch dargestellten Axialkolbenmaschine 1 ist eine Zylindertrommel
3 mit einer drehbar gelagerten Welle 2 kraftschlüssig verbunden. In der Zylindertrommel
3 sind radial gleichmäßig verteilte Zylinderbohrungen, nachfolgend als Zylinder 4
bezeichnet, angeordnet. In den Zylindern 4 sind Kolben 5, 6 verschiebbar gelagert,
wobei sich die Kolbenköpfe 7, 8 an der Gleitfläche 20 einer feststehenden Schiefscheibe
9 über die Gleitschuhe 10, 11 abstützen. Die Zylinder 4 sind über Verbindungsöffnungen
12a, 12b und die Steueröffnungen 14, 15 einer Steuerplatte 16 mit den Druckleitungen
17 und 18 verbunden.
[0019] Die Erfindung betrifft eine Weiterbildung der Gleitschuhe 10, 11. Jedoch ist die
Erfindung nicht auf den Einsatz bei Axialkolbenmaschinen beschränkt und eignet sich
in gleicher Weise zur Verwendung in Verbindung mit Radialkolbenmaschinen.
[0020] Die Figuren 1 bis 3 zeigen verschiedene Ausführungsbeispiele der Gleitschuhe 10.
Sämtlichen Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, daß der Gleitschuh 10 in einen Stützkörper
30 und ein in den Stützkörper 30 eingesetztes und mit diesem verbundenes Gleitteil
31 untergliedert ist. Während das Gleitteil 31 an der angrenzenden Gleitfläche 20
z.B. einer Schräg-, Schief- oder Taumelscheibe gleitend anliegt, wird durch den Stützkörper
30 die Verbindung mit dem zugeordneten Kolben (5 in Figur 5) hergestellt. Dazu weist
der Stützkörper 30 in den in Figur 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispielen eine
zumindest teilweise sphärische Ausnehmung 32 auf, in welche der kugelförmig ausgebildete
Kolbenkopf (7 in Figur 5) einführbar ist. Auf die Verbindung zwischen Kolben und Stützkörper
wird anhand der Figuren 6 und 7 genau eingegangen.
[0021] Der Gleitschuh weist an seiner unterseitigen Gleitsohle 35 zur hydrostatischen Entlastung
eine Drucktasche 34 auf, die über eine Schmierbohrung 33 mit der Ausnehmung 32 in
Verbindung steht. Hinsichtlich der genauen Geometrie der Ausnehmung 32 und der Schmierbohrung
33, insbesondere im Bereich der Ausmündung der Schmierbohrung 33 in die Ausnehmung
32 und in die Drucktasche 34, wird auf das Gebrauchsmuster DE-Gbm 295 14 831.4 der
gleichen Anmelderin verwiesen, dessen Offenbarung in die vorliegende Anmeldung zur
Verkürzung der Darstellung durch Bezugnahme einbezogen wird.
[0022] Erfindungswesentlich ist die Untergliederung des Gleitschuhs 10 in ein Gleitteil
31 aus einem Material mit guten Gleiteigenschaften und einen Stützkörper 30 aus einem
Material hoher mechanischer Festigkeit. Da für das Material des Gleitteils 31 lediglich
die Gleiteigenschaften, nicht jedoch die Anforderungen an die mechanische Festigkeit
im Vordergrund stehen und umgekehrt für das Material des Stützkörpers die mechanische
Festigkeit in bezug auf Zug- und Biegebeanspruchung von wesentlicher Bedeutung ist,
die Gleiteigenschaften jedoch mangels Berührung mit der Gleitfläche 20 unerheblich
sind, entsteht ein größerer Spielraum für die gezielte Auswahl geeigneter Materialien
mit geringem spezifischen Gewicht. Sowohl für das Gleitteil, besonders aber für den
Stützkörper können Materialien zum Einsatz kommen, die gegenüber einem konventionellen
Gleitschuh ein wesentlich geringeres Eigengewicht aufweisen. Dadurch kann das Gewicht
des gesamten Gleitschuhs 10 insgesamt wesentlich verringert werden, was eine Reduzierung
der auf den Gleitschuh 10 einwirkenden Fliehkraft bewirkt. Durch die erfindungsgemäße
Trennung der Gleit- und Stützfunktion des Gleitschuhs durch Unterteilung in ein Gleitteil
31 und einen Stützkörper 30 kann daher die Drehzahl einer hydrostatischen Maschine,
bei welcher die erfindungsgemäßen Gleitschuhe zum Einsatz kommen, erheblich erhöht
werden, ohne daß die Gefahr der Beschädigung der Gleitschuhe und/oder der Gleitfläche
der Taumel-, Schräg- oder Schiefscheibe besteht.
[0023] Für den Stützkörper 30 eignen sich besonders Leichtmetalle, insbesondere aus Aiuminium
oder einer Aluminiumlegierung. Besonders geeignet sind AL Zu Mg Cu 1,5 %, Ti A16V4.
[0024] Für das Gleitteil 31 eignen sich besonders keramische Materialien, insbesondere Al
2O
3, ZrO
2, SiC und Si
3N
4. In Betracht kommt jedoch auch eine Blei-Bronze-Legierung und sonstige Gleitlagerwerkstoffe.
[0025] Hinsichtlich der Form des Gleitteils 31 sind in den Figuren 1 bis 3 verschiedene
Ausführungsbeispiele dargestellt. In Figur 1 ist das Gleitteil 31 ringförmig ausgebildet,
während das Gleitteil 31 in Figur 2 eine scheibenförmige Form aufweist und von der
Schmierbohrung 33 zentrisch durchdrungen wird.
[0026] In Figur 3 hingegen ist das Gleitteil 31 in Form eines Stufenzylinders ausgebildet,
der sich in einen ersten, an die Ausnehmung 32 angrenzenden Zylinder-Abschnitt 31a
und einen zweiten, die Gleitsohle 35 bildenden Zylinder-Abschnitt 31b untergliedert.
Der erste Zylinder-Abschnitt 31a bildet den unteren Abschluß der Ausnehmung 32 und
ist in diesem Bereich in gleicher Weise geformt wie der Stützkörper 30 in den Ausführungsbeispielen
der Figur 1 und 2. Der zweite Zylinder-Abschnitt 31b grenzt an die Gleitfläche 20
der Taumel-, Schief- oder Schrägscheibe an und nimmt die Drucktasche 34 auf. Ferner
ist in diesem Ausführungsbeispiel die Schmierbohrung 33 vollständig in dem Gleitteil
31 ausgebildet.
[0027] Das in Figur 3 dargestellte Ausführungsbeispiel hat den Vorteil, daß die Stützkraft
von dem kugelförmigen Zylinderkopf 7 des Kolbens 5 unmittelbar auf das Gleitteil 31
übertragen wird und somit Spannungen an der Grenzfläche zwischen dem Stützkörper 30
und dem Gleitteil 31 vermieden werden. Der das Gleitteil 31 umgebende Stützkörper
30 nimmt jedoch die nach außen gerichteten Kräfte auf, was von wesentlicher Bedeutung
ist, wenn das Gleitteil 31 aus einem spröden Material, insbesondere aus einem Keramikmaterial,
besteht.
[0028] Figur 4 zeigt die beispielhafte Ausbildung der Gleitsohle 35 eines erfindungsgemäßen
Gleitschuhs entsprechend einem der in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiele.
Zu erkennen ist die Ausmündung der Schmierbohrung 33, die in die Drucktasche 34 einmündet.
Die Drucktasche 34 kann durch eine oder mehrere Unterteilungen 36 labyrinthartig unterteilt
sein, um dem schnellen Entweichen des Druckmittels entgegenzuwirken und somit die
hydrostatische Entlastung zu verbessern.
[0029] Die Figuren 6 und 7 zeigen zwei Ausführungsformen einer Gelenkverbindung zwischen
dem erfindungsgemäßen Gleitschuh 10 und dem zugeordneten Kolben 5.
[0030] Bei dem Ausführungsbeispiel entsprechend Figur 6 ist an den Kolben 5 ein Kugelkopf
40 angeformt, der in die sphärische Ausnehmung 41 des Gleitschuhs 10 eingreift. Die
Kugelkopfverbindung 40, 41 ermöglicht innerhalb eines vorgegebenen Winkelbereichs
eine freie Winkeleinstellung des Gleitschuhs 10 gegenüber der Längsachse 43 des Kolbens.
[0031] Im Ausführungsbeispiel nach Figur 7 dagegen ist ein Kugelkopf 44 an dem Gleitschuh
10 angeformt, während der Kolben 5 eine sphärische Ausnehmung 45 aufweist. Auf diese
Weise wird ebenfalls eine gelenkartige Verbindung zwischen dem Gleitschuh 10 und dem
Kolben 5 verwirklicht.
[0032] Aus Gewichtsgründen ist der Kolben 5 als Hohlkolben ausgebildet. Der zylinderseitig
offene Kolbenhohlraum 46 ist gleitschuhseitig durch einen Schmiermittelkanal 47 verlängert.
Die trichterförmigen Ausmündungsbereiche 48 bzw. 49 der Schmierbohrung 33 bzw. des
Schmiermittelkanals 47 überlappen sich in jeder Winkelstellung, die der Gleitschuh
10 gegenüber der Längsachse 43 des Kolbens 5 einnehmen kann, so daß in jeder Winkelstellung
ein kontinuierlicher Schmiermittelfluß von dem Kolbenhohlraum 46 zu der in den Figuren
1 bis 4 dargestellten Drucktasche 34 ermöglicht wird.
[0033] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Vielmehr sind vielfältige geometrische Formen des in den Stützkörper 30 eingesetzten
Gleitteils 31 möglich. Auch ist es denkbar, daß das Gleitteil 31 seinerseits mehrteilig
ausgebildet ist, z.B. durch mehrere auf einer Kreislinie angeordnete Gleitklötze.
[0034] Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 8, bei der gleiche oder vergleichbare Teile mit
gleichen Bezugszeichen versehen sind, ist an der Gleitsohle 35 des Gleitschuhs 10
eine Gleitschicht 51 aus einem Material mit guten Gleiteigenschaften und vorzugsweise
auch einem geringen spezifischen Gewicht angeordnet.
[0035] Eine weitere Gleitschicht 52 befindet sich auf wenigstens einem Teil oder der gesamten
sphärischen Gelenkfläche 53, die beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 konkav ausgebildet
ist und die Ausnehmung 32 bildet, jedoch auch konvex an einem Kugelkopf 44 gemäß Fig.
7 ausgebildet sein kann.
[0036] Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 8 erstrecken sich die die Ausnehmung 32 umgebende
Ringwand 54 des Stützkörpers 30 und die an deren Innenfläche angeordnete sphärische
Gelenkfläche 53 mit der Gleitschicht 52 über den Mittelpunkt der Kugelform hinaus
zur der Gleitsohle 35 abgewandten Seite hin so weit, daß der Kugelkopf 40 des zugehörigen
Kolbens 5, 6 zum einen hintergriffen wird und zum anderen die Gelenkbeweglichkeit
der Gelenkverbindung gewährleistet ist. Außerdem kann hierdurch die Gleitschicht 52
oder ein entsprechendes dickeres Gleitteil in der Ausnehmung 32 formschlüssig gehalten
werden. Die sphärische Gelenkfläche 53 weist somit eine kugelabschnittförmige Form
auf. Dies gilt auch für die Gleitschicht 52, wobei diese sich auf der der Gleitsohle
35 abgewandten Seite bis zum freien Rand der sphärischen Gelenkfläche 53 erstrecken
kann oder davon einen axialen Abstand aufweisen kann. Die Schmierbohrung 33 durchsetzt
auch die Gleitschicht 52.
[0037] In solchen Fällen, in denen der Gleitschuh 30 an seiner die Gleitsohle 35 aufweisenden
Seite einen von der Ringwand 57 radial vorspringenden Flansch 55 mit einer zur der
Gleitsohle 35 abgewandten Seite hin weisenden Stufenfläche 56 für einen durch einen
Pfeil angedeuteten Niederhalter 57 aufweist, ist es vorteilhaft, an der sich vorzugsweise
rechtwinklig zur Längsmittelachse des Gleitschuhs 30 erstreckenden Stufenfläche 56
eine Gleitschicht 58 aus einem Material mit guten Gleiteigenschaften und vorzugsweise
auch geringem spezifischen Gewicht anzuordnen. Die Gleitschicht kann auch an dem sich
an die Stufenfläche 56 anschließenden zylindrischen Umfangswandabschnitt der Ringwand
54 als Gleitschicht 58a angeordnet sein.
[0038] Der Beschichtungswerkstoff der Gleitschicht 51 und/oder 52 und/oder 58 bzw. 58a hat
neben der nötigen Haftung an den Grundwerkstoff des Stützkörpers 30 noch ausreichende
Gleiteigenschaften sowie Abriebfestigkeit und vorzugsweise auch ein geringes spezifisches
Gewicht aufzuweisen. Da die vorgenannte Gleitschicht oder Gleitschichten im Vergleich
mit einem eingesetzten Gleitteil 31 gemäß den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen
ein geringeres Volumen aufweist, spielt das spezifische Gewicht der Gleitschicht oder
Gleitschichten gemäß Fig. 8 eine geringere Bedeutung, und deshalb können diese Gleitschichten
im Rahmen der Erfindung aus einem leichten Material bestehen, z.B. aus einem keramischen
Material der bereits beschriebenen Arten, oder aus einem Material üblichen größeren
spezifischen Gewichtes, wie es bei üblichen Gleitmaterialien, z.B. Metallen mit Gleiteigenschaften,
üblich ist. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 dienen die Gleitschicht oder Gleitschichten
somit im wesentlichen der Vergrößerung der Verschleißfestigkeit und der Lebensdauer
des Gleitschuhs 30, wobei sie auch zur Gewichtsverminderung und somit zur Verbesserung
der dynamischen Eigenschaften beitragen, wenn sie gleichzeitig aus einem Material
geringen spezifischen Gewichts bestehen.
[0039] Es ist im Rahmen der Erfindung möglich und vorteilhaft, auch die Gleitschicht oder
Gleitschichten 51, 52, 58, 58a gemäß Fig. 8 als in den Stützkörper 30 eingesetzte
Gleitteile auszugestalten. In solchen Fällen oder auch dann, wenn die Gleitschichten
eine größere Dicke als z.B. etwa 0,3 bis 0,5 mm aufweisen, ist es besonders vorteilhaft,
ein Material geringeren spezifischen Gewichts zu verwenden, weil in diesen Fällen
der Volumenanteil bezüglich des Volumens des Stützkörpers 30 größer ist und somit
zur Gewichtsverminderung des Gleitschuhs 10 beigetragen werden kann. Bei dickerer
Ausgestaltung bildet deshalb die jeweilige Gleitschicht 51, 52, 58, 58a ein Gleittuch,
und deshalb sind die Gleitschichten in Fig. 8 auch mit der Bezugszahl 31 bezeichnet.
Außerdem können solche Gleitteile 31 auch in Ausnehmungen 58b eingesetzt sein, wie
es Fig. 8 zeigt.
[0040] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 wird die konvergente Form der Ringwand 54 nach
dem Einsetzen des zugehörigen Kugelkopfes 40 in die Ausnehmung 32 durch Einbiegen
oder Eindrücken hergestellt, wobei die Ringwand 54 bleibend verformt wird. Damit die
zugehörige Gleitschicht 52 oder ein entsprechendes Gleitteil diese Verformung mitmachen
kann, ist es vorteilhaft, in einem solchen Fall ein Material zu verwenden, das entsprechend
verformbar bzw. biegbar ist.
[0041] Auch beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 8 kann die Drucktasche 34 durch eine oder
mehrere Unterteilungen 36 labyrinthartig unterteilt sein, um dem schnellen Entweichen
des Druckmittels entgegenzuwirken und somit die hydrostatische Entlastung zu verbessern.
[0042] Wie aus Fig. 8 zu entnehmen ist, befindet sich die Gleitschicht 51 auch auf der Grundfläche
der Drucktasche 34. Dies ist beim vorliegenden Ausführungsbeispiel dadurch vorgegeben,
daß die Gleitschicht 51 durch ein Beschichtungsverfahren aufgebracht wird, bei dem
nicht nur die Gleitsohlenfläche, sondern auch die Grundflächen der Unterteilungen
36 mitbeschichtet werden, was in diesem Falle einfacher ist als eine andere Maßnahme,
die Unterteilungen 36 abzudecken. Bei einer solchen Beschichtung auch der Grundfläche
der Drucktasche 34 durchsetzt die Schmierbohrung 32 auch diese Beschichtung, wie es
Fig. 8 zeigt.
1.
a) Gleitschuh (10) zum gleitenden Abstützen der Kolben (5, 6) einer Axial- oder Radialkolbenmaschine
gegen eine Gleitfläche (20),
b) bestehend aus einem mit dem zugeordneten Kolben (5) in Verbindung stehenden Stützkörper
(30),
c) der ein axial durchgehendes Einsatzloch aufweist,
d) in den ein Gleitteil (31) eingesetzt ist,
e) das mit dem Stützkörper (30) verbunden ist,
f) und an einem Stirnende eine Gleitsohle (35) zur gleitenden Anlage an der Gleitfläche
(20) aufweist,
g) wobei das Gleitteil (31) aus einem Material mit guten Gleiteigenschaften und gleichzeitig
geringem spezifischen Gewicht besteht,
h) wobei der Stützkörper (30) aus einem Material hoher mechanischer Festigkeit und
gleichzeitig geringem spezifischen Gewicht besteht,
i) wobei das Gleitteil (31) in Form eines Stufenzylinders ausgebildet ist,
j) mit einem ersten Zylinder-Abschnitt (31a), der der Gleitsohle (35) abgewandt ist
und in seiner Stirnfläche eine zumindest teilweise sphärische Ausnehmung (32) für
den Kolben (5, 6) aufweist,
k) und mit einem bezüglich dem ersten Zylinder-Abschnitt (31a) vergrößerten zweiten
Zylinder-Abschnitt (31b), der die Gleitsohle (35) bildet,
dadurch gekennzeichnet,
1) daß der Stützkörper (30) an seinem der Gleitsohle (35) zugewandten Ende einen Flansch
aufweist,
m) in dem eine Stufenerweiterung des Einsatzloches angeordnet ist,
n) und daß der zweite Zylinder-Abschnitt (31b) in die Stufenausnehmung einfaßt.
2. Gleitschuh nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Stützkörper (30) aus Leichtmetall, insbesondere aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung
bzw. Titan oder Titanlegierung, besteht.
3. Gleitschuh nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gleitteil (31) aus einem keramischen Material besteht.
4. Gleitschuh nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei dem keramischen Material um Al2O3, ZrO2, SiC handelt.
5. Gleitschuh nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß im der Gleitsohle (35) abgewandten Endbereich des Gleitschuhs (C) der Stützkörper
(30) das Gleitteil (31) überragt.
6. Gleitschuh nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser des ersten Zylinder-Abschnitts (31a) mit dem Durchmesser der Ausnehmung
(31) zur Aufnahme des Kugelkopfes (40) im wesentlichen übereinstimmt.
7. Gleitschuh nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gleitteil (31) von einer Schmierbohrung (33) durchdrungen ist.
8. Gleitschuh nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Gleitsohle (35) eine Drucktasche (34) angeordnet ist, in die die Schmierbohrung
(33) mündet.
1.
a) Shoe (10) for slidably supporting the pistons (5, 6) of an axial or radial piston
engine against a slide face (20),
b) consisting of a supporting body (30), communicating with the assigned piston (5),
c) which has an insertion hole going through in the axial direction,
d) is inserted into the one sliding part (31),
e) which is connected to the supporting body (30),
f) and at a front end has a sliding base (35) for sliding contact on the slide face
(20),
g) whereby the sliding part (31) consists of a material with good sliding properties
and at the same time low specific weight,
h) whereby the supporting body (30) consists of a material with high mechanical strength
and at the same time low specific weight,
i) whereby the sliding part (31) is designed in the form of a stepped cylinder,
j) with a first cylinder section (31a), which faces away from the sliding base (35)
and in its front area has at least a partially spherical recess (32) for the piston
(5, 6),
k) and with an enlarged second cylinder section (31b) in comparison to the first cylinder
section (31a), which forms the sliding base (35), characterized in that
l) the supporting body (30) at its end facing the sliding base (35) has a flange,
m) in which a stepped extension of the insertion hole is arranged,
n) and in that the second cylinder section (31b) fits into the stepped recess.
2. Shoe according to claim 1, characterized in that the supporting body (30) is made of light metal, in particular aluminum or an aluminum
alloy and/or titanium or titanium alloy.
3. Shoe according to claim 1 or 2, characterized in that the sliding part (31) consists of a ceramic material.
4. Shoe according to claim 3, characterized in that the ceramic material concerned is Al2O3, ZrO2, SiC.
5. Shoe according to any one of the previous claims, characterized in that the supporting body (30) juts out over the sliding part (31) in the end area of the
shoe (C) facing away from the sliding base (35).
6. Shoe according to claim 5, characterized in that the diameter of the first cylinder section (31a) essentially matches the diameter
of the recess (31) for engaging the spherical head (40).
7. Shoe according to any one of the previous claims, characterized in that the sliding part (31) is penetrated by a lubricating bore (33).
8. Shoe according to claim 7, characterized in that a pressure pocket (34), into which the lubricating bore (33) opens, is arranged in
the sliding base (35).
1.
a) Sabot coulissant (10) destiné au support en coulissement des pistons (5, 6) d'un
moteur à pistons axiaux ou radiaux contre une surface de coulissement (20),
b) constitué par un corps de support (30) en liaison avec le piston associé (5),
c) qui présente un trou de mise en place traversant axialement,
d) dans lequel est mis en place un élément coulissant (31),
e) qui est relié au corps de support (30),
f) et qui comprend à une extrémité frontale une semelle de coulissement (35) pour
l'appui en coulissement contre la surface de coulissement (20),
g) l'élément coulissant (31) étant constitué d'un matériau présentant de bonnes propriétés
de coulissement et simultanément un faible poids spécifique,
h) le corps de support (30) étant constitué d'un matériau présentant une haute solidité
mécanique et simultanément un faible poids spécifique,
i) l'élément coulissant (31) étant réalisé sous forme de cylindre en gradins,
j) comportant un premier tronçon de cylindre (3 la) détourné de la semelle de coulissement
(35) et présentant dans sa surface frontale un évidement (32) au moins partiellement
sphérique pour le piston (5, 6),
k) et comportant un deuxième tronçon de cylindre (31b) agrandi par rapport au premier
tronçon de cylindre (3 la) et formant la semelle de coulissement (35),
caractérisé en ce que
l) à son extrémité tournée vers la semelle de coulissement (35), le corps de support
(30) comprend une bride
m) dans laquelle est prévu un élargissement en gradins du trou de mise en place,
n) et en ce que le deuxième tronçon de cylindre (31b) s'engage dans l'évidement en gradins.
2. Sabot coulissant selon la revendication 1, caractérisé en ce que le corps de support (30) est constitué en métal léger, en particulier en aluminium
ou en alliage d'aluminium ou encore en titane ou en alliage de titane.
3. Sabot coulissant selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'élément coulissant (31) est constitué en matériau céramique.
4. Sabot coulissant selon la revendication 3, caractérisé en ce que le matériau céramique est du Al2O3, ZrO2, SiC.
5. Sabot coulissant selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans la zone d'extrémité du sabot coulissant (C) détournée de la semelle de coulissement
(35) le corps de support (30) dépasse au-delà de l'élément coulissant (31).
6. Sabot coulissant selon la revendication 5, caractérisé en ce que le diamètre du premier tronçon de cylindre (3 la) coïncide sensiblement avec le diamètre
de l'évidement (31) pour recevoir la tête sphérique (40).
7. Sabot coulissant selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément coulissant (31) est traversé par un perçage de lubrification (33).
8. Sabot coulissant selon la revendication 7, caractérisé en ce que dans la semelle de coulissement (35) est prévue une poche sous pression (34) dans
laquelle débouche le perçage de lubrification (33).