[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Klemm- und Ziehvorrichtung für Aufzüge von Zylindern
in Druckmaschinen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Bei einer solchen bekannten Klemm- und Ziehvorrichtung für die abgewinkelte Hinterkante
der Druckplatte auf einem Plattenzylinder einer Bogenrotationsdruckmaschine nach DE
42 27 683 C2 sind Klemmleisten in einem Rahmen angeordnet und durch Spannkräfte mit
ihren Backenflächen gegeneinander preßbar, wobei der Rahmen in dem Zylinderkanal radial
zur Zylinderachse beweglich geführt und der durch die Backenflächen der Klemmleisten
gebildete Klemmschlitz mit seiner radial äußeren Begrenzung wenigstens bis zur Umfangskontur
des Zylinderquerschnitts nach außen und mit der eingeklemmten Abkantung der Hinterkante
der Druckplatte innerhalb der Kontur des Plattenzylinders zurückbeweglich ist, um
dadurch eine Ziehwirkung auf die Druckplatte auszuüben. Beide Klemmleisten stützen
sich bei der bekannten Anordnung gegeneinander und jeweils gegen den Rahmen und somit
gegen den Plattenzylinder ab, wobei ein auf die eine Klemmleiste einwirkendes Stellglied
die Klemmkräfte auf die Klemmbacken und zwei weitere Stellglieder die Spannkräfte
in Umfangsrichtung des Plattenzylinders auf den Rahmen ausüben. Es wird außerdem eine
zusätzliche Andrückrolle benötigt, um die Platte ohne Hohllage auf den Zylinder zu
bringen. Dadurch ist der Aufwand für eine solche Spann- und Ziehvorrichtung relativ
hoch.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kostengünstige Klemm- und Ziehvorrichtung
zu gestalten, die allgemein für Zylinderaufzüge sowohl an deren Vorderkante als auch
an deren Hinterkante geeignet ist, und die eine glatte Anlage der Abkantung des Aufzuges
an die gegebenenfalls einen unterschiedlichen Radius aufweisende Kanalkante ermöglicht.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Klemm- und Ziehvorrichtung mit den Merkmalen
nach den Patentanspruch 1.
[0005] Der besondere Vorteil der Vorrichtung besteht darin, daß mit der Klemmbewegung sogleich
eine Zugbewegung in Spannrichtung des Aufzuges ausgeübt wird, so daß der um die Kante
des Zylinderkanals mit einer vom Kantenradius abweichenden Krümmung herumgeführte
Zylinderaufzug gegen die Zylinderkante gezogen wird. Die Erfindungsmerkmale ermöglichen
das Herumziehen des Aufzuges um die Kanalkante. Es wird dadurch vermieden, daß sich
an der Abkantung des Aufzuges ein Umfangswulst ausbildet, weil keine Luft zwischen
den Kantenradius des Zylinderkanals und dem Krümmungsradius der Abkantung des Aufzuges
verbleibt.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe kommt prinzipiell mit einem Greifelement
aus einer beweglich angeordneten Klemmleiste und einer demgegenüber feststehend im
Zylinderkanal angeordneten Backenfläche aus.
[0007] Bevorzugt wird jedoch eine Lösung, bei der zwei Klemmleisten entsprechend Anspruch
3 vorgesehen sind.
[0008] Geeignet ist eine Klemm- und Ziehvorrichtung mit diesen Merkmalen für Druckplatten,
Gummitücher und andere Zylinderaufzüge, vorzugsweise in Bogenrotationsdruckmaschinen.
Die Vorrichtung kann sowohl zum Klemmen der Vorderkante des Aufzuges als auch der
Hinterkante des Aufzuges und zum gleichzeitigen Ziehen der Enden des Aufzuges eingesetzt
werden. Sie ist konstruktiv auf engstem Raum unterzubringen und weist keinen störanfälligen
Mechanismus auf.
[0009] Wesentliche Merkmale zur Gestaltung des Erfindungsgegenstandes enthalten die Ansprüche
3 bis 11.
[0010] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer in einem Zylinderkanal angeordneten
Klemm- und Ziehvorrichtung,
- Figur 2
- einen Querschnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel und
- Figur 3
- eine Darstellung entsprechend Figur 2 in Klemmstellung.
[0011] Die Klemm- und Ziehvorrichtung nach der Erfindung ist in dem am Umfang offenen und
sich in axialer Richtung erstreckenden Kanal 1 eines Zylinders 2 einer Druckmaschine,
vorzugsweise einer Bogenrotationsdruckmaschine, angeordnet. Der auf dem Zylinderumfang
angeordnete Aufzug 3 weist an seiner Vorderkante eine Abkantung 4 auf, die in einen
Klemmschlitz 5 in in sich bekannter weise eingreift. In einer Ausnehmung 6 des Zylinderkanals
1 sind zwei Klemmleisten 7.1 und 7.2 angeordnet, von denen eine Klemmleiste 7.1 einen
hakenförmigen Querschnitt aufweist und mit ihrem Steg auf einer Feder 8 ruht. Die
andere Klemmleiste 7.2 stützt sich gegen ein durch die Ausnehmung 6 gebildetes Widerlager
9 ab. Die Klemmleisten 7.1 und 7.2 liegen mit ihren Klemmbacken 10.1 und 10.2 auf
einander gegenüberliegenden Seiten an dem inneren Ende der Abkantung 4 des Aufzuges
3 an. Die eine Klemmleiste 7.1 stützt sich mit dem der Klemmbacke 10.1 gegenüberliegenden
Ende gegen ein in dem Zylinder 2 beweglich angeordnetes Widerlager 9.1 ab. Durch die
Widerlager der Klemmleisten 7.1 und 7.2 am Zylinder 2 und durch die Anlage der Klemmbacken
10.1 und 10.2 am inneren Ende der Abkantung 4 wird eine Winkellage der Klemmleisten
7.1 und 7.2 zueinander definiert, bei der der Winkelscheitel der Spannrichtung entgegengerichtet
ist. Eine der beiden Klemmleisten 7 ist im Querschnitt hakenförmig ausgebildet, so
daß sie die innere Kante der Abkantung 4 umgreift und die Klemmleiste 7.2 zur Abstützung
untergreift. Gegen die Außenseite einer der beiden Klemmleisten 7.1 ist eine Spannschraube
15 in dem Muttergewinde einer Leiste 11 verschraubbar, so daß durch diese Spannschraube
15 die beiden Klemmleisten 7.1 und 7.2 in Richtung ihrer gegenseitigen Strecklage
belastet werden können. Dadurch werden Klemmkräfte auf das innere Ende der Abkantung
4 und gleichzeitig Ziehkräfte in Spannrichtung des Aufzuges 3 wirksam, so daß der
Aufzug stramm um die Kanalkante 1a herumgezogen und eventuelle Luft unter dem mit
einer vom Kanalkantenradius abweichenden Krümmung vorhandene Luft herausgedrückt wird.
Damit es sicher zur Haftreibung zwischen der Backenfläche 10.2 der Klemmleiste 7.2
und der Abkantung 4 kommt, ist die Klemmleiste 7.2 in Spannrichtung durch eine gegenüber
der Feder 8 wesentlich schwächere Feder 13 belastet. Beim Lösen der Spannschraube
15 drückt die Feder 8 die Klemmleiste 7.1 und somit auch die Klemmleiste 7.2 gegen
die schwächere Feder 13 nach oben, so daß die Backenflächen 10.1 und 10.2 das innere
Ende der Abkantung 4 freigeben. Falls es dabei zu einer sich nicht selbsttätig lösenden
Verspannung gekommen sein sollte, kann das bewegliche Widerlager 9.1 durch beliebige
Stellglieder 16 zur Vergrößerung der Winkellage zwischen den beiden Klemmleisten 7.1
und 7.2 bewegt werden. Alternativ ist dies auch durch einen Exzenter 20 zu erreichen.
[0012] Eine abweichende Lösung ist in den Figuren 2 und 3 veranschaulicht. Die Klemmleiste
7 ist in diesem Beispiel ebenfalls als ein Rollkörper oder Drehkörper mit einem runden
Querschnitt ausgebildet und im Zylinder 2 drehbar gelagert. Am Umfang dieser Klemmleiste
7 sind mehrere kammartige Vorsprünge 17 vorgesehen, die bei der Verdrehung der Klemmleiste
7 in einen oder in mehrere Ausschnitte 18 des abgekanteten Endes des Aufzuges 3 eingreifen.
Die beim Spannen in Drehrichtung vordere Kante des Vorsprunges 17 am Umfang der Klemmleiste
9 kommt dabei gegen die eine Begrenzung des Ausschnittes 18 in der Abkantung 4 zur
Anlage, so daß Spannkräfte auf den Aufzug 3 ausgeübt werden. Ein Kontakt des Vorsprunges
17 mit dem Zylinder 2 wird durch eine Ausnehmung 19 im Zylinder 2 vermieden. Zur Verdrehung
der Klemmleiste 7 sind Stellantriebe, beispielsweise Stellschrauben entsprechend der
Beschreibung zu Figur 1 oder Schneckenantriebe geeignet. Figur 2 zeigt die gelöste
Stellung und Figur 3 zeigt die Klemmstellung.
[0013] In vereinfachter Ausführung kann die Klemmleiste eventuell am Umfang eines durch
Krafteinwirkung in einem Lager im Zylinder 2 verdrehbaren Körpers angeordnet sein,
dessen Drehachse etwa parallel zur Abkantung verläuft. Gegebenenfalls kann die Klemmleiste
aus einem begrenzt elastischen Werkstoff mit großem Reibungskoeffizienten bestehen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0014]
- 1
- Kanal
- 1a
- Kanalkante
- 2
- Zylinder
- 3
- Aufzug
- 4
- Abkantung
- 5
- Klemmschlitz
- 6
- Ausnehmung
- 7
- Klemmleiste (7.1 + 7.2)
- 8
- Feder
- 9
- Widerlager (9.1)
- 10
- Backenflächen (10.1 + 10.2)
- 11
- Leiste
- 12
- 13
- Feder
- 15
- Spannschraube
- 16
- Stellglieder
- 17
- Vorsprung
- 18
- Ausschnitt
- 19
- Ausnehmung
- 20
- Exzenter
1. Klemm- und Ziehvorrichtung für Aufzüge von Zylindern in Druckmaschinen, bestehend
aus in einem axial am Umfang des Zylinders verlaufenden Kanal angeordneten, durch
Kraftelemente beaufschlagbaren Greifelementen, die ein um eine Kanalkante herum in
den Kanal hineinreichendes Ende des Aufzuges erfassen und festhalten,
dadurch gekennzeichnet,
daß die den Rand des Zylinderaufzuges (3) erfassenden Greifelemente (7) bei ihrer
Beaufschlagung durch die Kraftelemente eine Bewegung in den Kanal (1) hinein ausführen
und den Zylinderaufzug (3) um die Kanalkante (1a) herumziehen.
2. Klemm- und Ziehvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Greifelemente aus wenigstens einer in Spannrichtung beweglichen, durch Kraftelemente
beaufschlagbaren Klemmleiste (7) und einer festen Backenfläche (10) eines Widerlagers
am Zylinder (2) bestehen, wobei die Klemmleiste in einer definierten Winkellage gegenüber
der Normalen auf die Abkantung angeordnet ist und an dieser mit einer Gratkante anliegt.
3. Klemm- und Ziehvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei Klemmleisten (7.1, 7.2) sich der Klemmbacke (10.1, 10.2) gegenüberliegend
gegen je ein Widerlager (9) am Zylinder (2) abstützen und in einer durch die Widerlager
(9 ) am Zylinder (2) und die Klemmbackenanlage an der Abkantung (4) des Aufzuges (3)
definierten Winkellage zueinander mit einem der Spannrichtung entgegengerichteten
Winkelscheitel angeordnet sind, wobei Spannkräfte eines Kraftelements wenigstens eine
Klemmleiste (7.1) in Richtung der Strecklage beider Klemmleisten (7.1, 7.2) zueinander
belasten.
4. Vorrichtung nach Anspruch
dadurch gekennzeichnet,
daß die eine Klemmleiste (7.1) die andere Klemmleiste (7.2) untergreift und auf einer
der Wirkungsrichtung des Kraftelements entgegengerichtet wirksamen Feder (8) abgestützt
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die eine Klemmleiste (7.1) im Querschnitt hakenförmig ausgebildet ist und mit
der die andere Klemmleiste (7.2) auf ihrer dem Widerlager (9) gegenüberliegenden Seite
abstützenden Hakenspitze die Kante des Randes der zwischen den Backenflächen (10.1,
10.2) liegenden Abkantung (4) des Aufzuges (3) umgreift.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die auf der Hakenspitze der einen Klemmleiste (7.1) abgestützte andere Klemmleiste
(7.2) durch eine gegenüber der Feder (8) unter der einen Klemmleiste (7.1) wesentlich
schwächeren Feder (13) gegen die Hakenspitze belastet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eines der beiden Widerlager (9) in Richtung gegen das jeweils andere
Widerlager durch Stellglieder beweglich angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das auf die Klemmleiste (7.1) wirkende Kraftelement aus einer Spannschraube (15)
besteht.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mit Spannkräften beaufschlagbare Klemmleiste (7) an der Klemmbackenfläche
wenigstens einen Vorsprung (17) aufweist, der bei der Klemmung der Abkantung (4 )
des Aufzuges (3) in wenigstens einen Ausschnitt (18) der Abkantung (4) eingreift bzw.
einen Vorsprung der Abkantung in Spannrichtung hintergreift.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Klemmbacke am Umfang einer um die eigene Längsachse in einer Ausnehmung (6)
des Zylinders drehbeweglich gelagerten Klemmleiste (7) angeordnet und diese mit einem
Schraubenantrieb gekuppelt ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schraubenantrieb aus einem Schneckengetriebe besteht, dessen Schnecke mittels
eines Werkzeuges drehbar im Zylinder (2) gelagert und dessen Schneckenrad mit der
im Querschnitt runden Klemmleiste (7) verbunden ist.