[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Eckschutzwinkel zum Bewehren von mit Sichtputz
versehenen Ecken von Gebäuden, insbesondere bei Gebäuden mit einer Wärmedämmschicht
aus außenseitig auf die Gebäudewände aufgebrachten Wärmedämmplatten, bestehend aus
einem Winkelprofil mit aufeinanderstehenden Profilschenkeln und aus einer mit wenigstens
einem Profilschenkel verbundenen Bewehrungsmatte, die mit einem Randstreifen seitlich
über den Profilschenkel vorsteht.
[0002] Eckschutzwinkel dieser Art und Zweckbestimmung sind allgemein bekannt.
[0003] So ist in der deutschen Gebrauchsmusterschrift Nr. 82 22 937 ein aus einem Winkelprofil
mit zwei aufeinanderstehenden Einputzschenkeln und einer damit verbundenen Bewehrungsmatte
in Form eines Glasfaser-Gewebestreifens, der mit einem Randstreifen seitlich über
die Einputzschenkel vorsteht, bestehender Eckschutz-Richtwinkel beschrieben. Der Glasfaser-Gewebestreifen
ist dabei außenseitig um das Winkelprofil herumgelegt und auf dessen Einputzschenkeln
aufgeklebt.
[0004] Ein anderer Eckschutz-Richtwinkel ist aus der deutschen Gebrauchsmusterschrift Nr.
83 30 361 vorbekannt, der aus einem winkelprofilförmig gestalteten Glasfaser-Gewebestreifen
mit einer ebenfalls aus einem Glasfaser-Gewebestreifen gebildeten Eckverstärkung besteht.
[0005] Die in den beiden vorgenannten Literaturstellen beschriebenen Eckschutz-Richtwinkel
dienen zum Bewehren der Ecken von Gebäuden mit einem Wärmedämmschutzmantel aus außenseitig
auf die Gebäudewände aufgeklebten und im Eckbereich verzahnten Dämmplatten. Die Glasfaser-Gewebestreifen
haben eine Breitenerstreckung, die größer ist als die Dicke der Wärmedämmplatten,
so daß die Fugen der in den Eckbereichen verzahnt aneinanderstoßenden Dämmplatten
überdeckt werden. Beim nachfolgenden Aufbringen des Außenputzes werden die Glasfaser-Gewebestreifen
in die unteren Putzschichten eingebettet. Dadurch wird die Gefahr von Rißbildungen
unterbunden oder zumindest stark gemindert.
[0006] Unbefriedigend bei dem erstgenannten Eckschutz-Richtwinkel nach dem Stande der Technik
ist die mangelnde Dauerhaftigkeit der Klebeverbindung des Glasfaser-Gewebestreifens
mit den Einputzschenkeln des Winkelprofils. Mit dem gleichen Mangel einer unzulänglich
dauerhaften Verbindung zwischen dem Glasfaser-Gewebestreifen und der Eckverstärkung
ist der Eckschutz-Richtwinkel nach dem letztgenannten DE-Gebrauchsmuster behaftet.
Darüber hinaus besitzt dieser Eckschutz-Richtwinkel auch nur eine geringe Steifigkeit,
was die Verarbeitung erschwert. Schließlich weist der Eckschutz-Richtwinkel nach dem
DE-Gebrauchsmuster Nr. 83 30 361 auch eine den Einsatz bei Dämmschichtputzen ausschließende
oder zumindest stark einschränkende Dicke auf.
[0007] Demgegenüber soll durch die Erfindung ein Eckschutzwinkel der vorstehend erläuterten
Zweckbestimmung geschaffen werden, bei dem einerseits eine bei bestimmungsgemäßer
Verwendung dauerhaft feste Verbindung einer Bewehrungsmatte mit dem Winkelprofil gewährleistet
ist, der andererseits aber auch eine das unproblematische Verarbeiten sicherstellende
Steifigkeit und zudem eine die Verwendung bei Dünnschichtputzen ermöglichende geringe
Dicke aufweist.
[0008] Gelöst ist diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß bei dem Kantenschutzwinkel
nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1 das Winkelprofil aus schweißfähigem Kunststoff
besteht, daß die Bewehrungsmatte mit einem mit dem Material des Winkelprofils verträglichen
Material getränkt ist und daß die Bewehrungsmatte und der Profilschenkel miteinander
verschweißt sind.
[0009] Angesichts dieser Schweißverbindung ist die Bewehrungsmatte in einer allen bei bestimmungsgemäßer
Verwendung auftretenden Beanspruchungen genügenden Weise dauerhaft fest mit dem Winkelprofil
verbunden. Die Dicke des Eckschutzwinkels entspricht im wesentlichen der Stärke der
Profilschenkel des Winkelprofils, so daß der Eckschutzwinkel unproblematisch auch
bei Dünnschichtputzen einsetzbar ist. Der Eckschutzwinkel weist aber auch eine für
die unproblematische Verarbeitung hinreichende Steifigkeit auf, die im wesentlichen
vom Winkelprofil bestimmt ist.
[0010] Als besonders zweckmäßig hat sich das Verschweißen der Bewehrungsmatte mit dem Profilschenkel
mittels Ultraschalltechnik erwiesen.
[0011] Gemäß einer sinnvollen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Eckschutzwinkels handelt
es sich bei dem Material des Winkelprofils und dem Material, mit dem die Bewehrungsmatte
getränkt ist, um Polyolefine. Bewährt hat sich insoweit Polysterol.
[0012] Ebenfalls in Weiterbildung der Erfindung ist die Bewehrungsmatte bei einer zweckmäßigen
Ausführungsform punktuell mit dem Profilschenkel des Winkelprofils verschweißt.
[0013] Alternativ dazu kann aber auch, nach einer anderen Weiterbildung, die Bewehrungsmatte
linienförmig mit dem Profilschenkel des Winkelprofils verschweißt sein. Insbesondere
hat sich bei linienförmigem Verschweißen der Bewehrungsmatte mit dem Profilschenkel
als zweckmäßig erwiesen, wenn die Verbindung aus wenigstens einer sich parallel zur
Längskante des Profilschenkels erstreckenden Schweißnaht besteht.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Eckschutzwinkel kann die Bewehrungsmatte in Abhängigkeit
von den jeweiligen Erfordernissen des Einsatzfalles entweder mit der Innenseite oder
der Außenseite des Profilschenkels des Winkelprofils verschweißt sein. Bei der Verschweißung
mit der Außenseite des Profilschenkels hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn die
Bewehrungsmatte bis an eine vom Winkelprofil vorstehende Abzugskante reicht.
[0015] Anhand der beigefügten Zeichnung sollen nachstehend verschiedene Ausführungsformen
der Erfindung erläutert werden. In schematischen Ansichten zeigen:
- Fig. 1
- einen Eckschutzwinkel mit einem zwei senkrecht aufeinanderstehenden Profilschenkel
aufweisenden Winkelprofil aus Kunststoff und mit einer mit den Innenseiten der Profilschenkel
verschweißten sowie beidseitig über deren Längskanten vorstehenden Bewehrungsmatte
aus Glasfaser-Gewebe in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 2
- den in Fig. 1 veranschaulichten Eckschutzwinkel in einer Schnittansicht mit einem
Schnittverlauf quer zur Längserstreckung des Eckschutzwinkels,
- Fig. 3
- in einer Schnittansicht wie in Fig. 2 einen abgewandten Eckschutzwinkel, bei dem die
Bewehrungsmatte das Winkelprofil umgreift und mit den Außenseiten der Profilschenkel
verschweißt ist,
- Fig. 4
- in einer Schnittansicht wie in Fig. 2 einen abermals abgewandelten Eckschutzwinkel,
dessen Winkelprofil eine im Eckpunkt der Profilschenkel vorstehende Abzugskante besitzt
und bei dem je eine Bewehrungsmatte außenseitig mit den Profilschenkeln verschweißt
ist und die
- Fig. 5 und 6
- jeweils einen Eckschutzwinkel mit einer nur über einen Profilschenkel des Winkelprofils
seitlich vorstehenden Bewehrungsmatte.
[0016] Bei dem in den Fig. 1 und 2 veranschaulichten Eckschutz-Richtwinkel 10 dient als
Grundprofil ein Winkelprofil 11 mit zwei rechtwinklig aufeinanderstehenden Profilschenkeln
12, 12', die mit nicht dargestellten Lochungen für den Durchtritt von Mörtel versehen
sein können. Mit den Innenseiten der Profilschenkel 12, 12' ist als Bewehrungsmatte
ein Glasfaser-Gewebestreifen 14 verbunden, der mit Randstreifen 15, 15' beidseitig
über die freien Längskanten der Profilschenkel 12, 12' des Winkelprofils 11 vorsteht.
[0017] Das Winkelprofil 11 besteht aus schweißfähigem Kunststoff und der Glasfaser-Gewebestreifen
14 ist mit einem die Verschweißbarkeit mit dem Material des Winkelprofils 11 ermöglichenden
Material getränkt sowie mit den Innenseiten der Profilschenkel 12, 12' des Winkelprofils
11 verschweißt. Vornehmlich kann es sich bei dem Material des Winkelprofils 11 und
dem Material, mit dem der Glasfaser-Gewebestreifen 14 getränkt ist, um Polyolefine
handeln, etwa um Polysterol. Durch die Tränkung des Glasfaser-Gewebestreifens 14 mit
diesem Material gelingt dessen Verschweißung mit dem Winkelprofil 11.
[0018] Angesichts der Schweißverbindung des Glasfaser-Gewebestreifens 14, der aus in Längsrichtung
des Winkelprofils 11 und quer dazu verlaufenden sowie in den jeweiligen Kreuzungspunkten
16 miteinander verschweißten Glasfasern 17, 18 besteht, wird die Stärke des Eckschutzwinkels
10 im wesentlichen von der Materialstärke der Profilschenkel 12, 12' des Winkelprofils
11 bestimmt, weil die Glasfasern 17, 18 im Bereich der Schweißverbindungen mit dem
Material des Winkelprofils 11 verschmolzen und dabei weitgehend in die Profilschenkel
12, 12' eingedrückt sind.
[0019] Die Schweißverbindungen können als voneinander beabstandete Schweißpunkte oder aber
auch als streifenförmige Schweißnähte ausgebildet sein, wobei derartige Schweißnähte
bevorzugt parallel zu den freien Längskanten der Profilschenkel 12, 12' des Winkelprofils
11 verlaufen sollten.
[0020] Der in Fig. 3 veranschaulichte Eckschutz-Richtwinkel 20 unterscheidet sich nur dadurch
von dem in den Fig. 1 und 2 veranschaulichten Eckschutz-Richtwinkel 10, daß der die
Bewehrungsmatte bildende Glasfaser-Gewebestreifen 14 außenseitig um das Winkelprofil
11 herumgelegt und mit den Außenseiten der Profilschenkel 12, 12' des Winkelprofils
11 verschweißt ist.
[0021] Der in Fig. 4 dargestellte Eckschutz-Richtwinkel 30 besitzt ein gegenüber den Ausführungsformen
nach den Fig. 1 bis 3 abgewandeltes Winkelprofil 21, bei dem im Eckpunkt des Profilschenkels
eine Abzugskante 23 vorsteht. Konfektioniert ist das Winkelprofil 21 mit zwei Glasfaser-Gewebestreifen
24, 24' , die jeweils bis an die Abzugskante 23 heranreichend mit den Außenseiten
der senkrecht aufeinanderstehenden Profilschenkel 22, 22' verschweißt sind.
[0022] Die Fig. 5 und 6 veranschaulichen weitere Ausführungsformen, bei denen mit den gleichen
Winkelprofilen 11 wie bei den Ausführungsformen nach den Fig. 1 bis 3 jeweils nur
mit einem Profilschenkel 12 des Winkelprofils 11 ein seitlich über den genannten Profilschenkel
vorstehender Glasfaser-Gewebestreifen 24 verschweißt ist, und zwar bei dem Eckschutz-Richtwinkel
nach Fig. 5 mit der Innenseite und bei dem Eckschutz-Richtwinkel 50 nach Fig. 6 mit
der Außenseite des Profilschenkels 12.
1. Eckschutzwinkel zum Bewehren von mit Sichtputz versehenen Ecken von Gebäuden, insbesondere
bei Gebäuden mit einer Wärmedämmschicht aus außenseitig auf die Gebäudewände aufgebrachten
Wärmedämmplatten, bestehend aus einem Winkelprofil mit aufeinanderstehenden Profilschenkeln
und aus einer mit wenigstens einem Profilschenkel verbundenen Bewehrungsmatte, die
mit einem Randstreifen seitlich über den Profilschenkel vorsteht,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Winkelprofil (11, 21) aus schweißfähigem Kunststoff besteht, daß die Bewehrungsmatte
(14, 24, 24') mit einem mit dem Material des Winkelprofils (11, 21) verträglichen
Material getränkt ist und daß die Bewehrungsmatte (14, 24, 24') und der Profilschenkel
(12, 12', 22, 22') miteinander verschweißt sind.
2. Eckschutzwinkel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrungsmatte (14,
24, 24') mit dem Profilschenkel (12, 12', 22, 22') mittels Ultraschalltechnik verschweißt
ist.
3. Eckschutzwinkel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem
Material des Winkelprofils (11, 21) und dem Material, mit dem die Bewehrungsmatte
(14, 24, 24') getränkt ist, um Polyolefine handelt, wie Polysterol.
4. Eckschutzwinkel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewehrungsmatte (14, 24, 24') punktuell mit dem Profilschenkel (12, 12', 22, 22')
des Winkelprofils (11, 21) verschweißt ist.
5. Eckschutzwinkel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewehrungsmatte (14, 24, 24') linienförmig mit dem Profilschenkel (12, 12', 22, 22')
des Winkelprofils (11, 21) verschweißt ist.
6. Eckschutzwinkel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrungsmatte (14,
24, 24') mit dem Profilschenkel (12, 12', 22, 22') des Winkelprofils (11, 21) mittels
wenigstens einer sich parallel zur freien Längskante des Profilschenkels (12, 12',
22, 22') erstreckenden Schweißnaht verbunden ist.
7. Eckschutzwinkel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewehrungsmatte (14, 24) mit der Innenseite des Profilschenkels (12, 12') des Winkelprofils
(11) verschweißt ist.
8. Eckschutzwinkel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewehrungsmatte (14, 24, 24') mit der Außenseite des Profilschenkels (12, 12', 22,
22') des Winkelprofils (11, 21) verschweißt ist.
9. Eckschutzwinkel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrungsmatte (24,
24') bis an eine vom Winkelprofil (21) vorstehende Abzugskante (23) reichend mit dem
Profilschenkel (22, 22') verschweißt ist.