[0001] Navigationssysteme für nicht spurgebundene Fahrzeuge wie Kraftfahrzeuge sind beispielsweise
aus der Prospektdruckschrift "Bosch-TravelPilot - und Sie wissen immer wo's langgeht"
der Robert Bosch GmbH bekannt. Das als "TravelPilot" bezeichnete Gerät umfaßt eine
autonome, mit Koppelortung arbeitende Navigationseinrichtung, gespeicherte Straßenpläne
sowie einen Navigationsrechner.
[0002] Das Fahrzeug verfügt dabei über eine Antenne und einen Empfänger, der die Satellitensignale
des sogenannten "Global Positioning System" empfängt und an einen Navigationsrechner
weiterleitet, der die jeweils ermittelte Fahrzeugposition mit einer in einem Datenspeicher
gespeicherten digitalen Landkarte vergleicht.
[0003] Bei dem bekannten Satelliten-Navigationssystem können auch relativistische Einflußgrößen
berücksichtigt werden, so daß hierbei eine Positionsbestimmung mit einer Genauigkeit
von wenigen Metern möglich ist.
[0004] Die jeweils ermittelte Position des Fahrzeuges wird den Fahrzeuginsassen bei Bedarf
über akustische oder optische Informationsträger angegeben, so daß der Fahrzeugführer
in die Lage versetzt wird, das zuvor einprogrammierte Reiseziel auf kürzestem Wege
zu erreichen.
[0005] Damit das bekannte Navigationssystem auch dann noch funktionsfähig ist, wenn die
entsprechenden Satellitensignale beispielsweise im Funkschatten von Tunnels, Häusern
oder dergleichen nicht empfangen werden können, ist der Navigationsrechner alternativ
auch mit einem fahrzeugseitigen Positionsbestimmungssystem verbunden, das einen Kompaß
und Bewegungssensoren umfaßt, die im Radbereich angeordnet sind. Durch dieses alternative
Positionsbestimmungssystem wird eine zweite Datenmenge zur Bearbeitung durch den Navigationsrechner
geliefert, durch die zumindest kurzfristig ein Ausfall der Satellitensignale überbrückt
werden kann.
[0006] Ausgehend von diesem Positionsbestimmungssystem wird in der DE 3925057 vorgeschlagen,
im Navigationssystem zusätzliche, im Straßenplan angeordnete Auslösepunkte zu speichern,
deren Lage dem Fahrer bei Annäherung signalisiert wird. Derartige Auslösepunkte können
z. B. Haltestellen oder Sehenswürdigkeiten sein.
[0007] Ein weiteres Navigationssystem ist aus der DE 4327780 A1 bekannt. Bei diesem System
werden zusätzliche Fahrstrecken-Informationen über durchfahrene Kreuzungen erfaßt,
wodurch Fehler in der ermittelten und angezeigten aktuellen Position vermindert werden
sollen.
[0008] Mit den beschriebenen Navigationssystemen bzw. den im Rechner gespeicherten Daten
ist es bisher jedoch nicht möglich, Informationen darüber zu erhalten, ob sich das
Fahrzeug einer mobilen oder fest installierten Verkehrsüberwachungseinrichtung nähert.
Zu diesem Zweck werden bisher sogenannte Radarwarner eingesetzt, die z. B. Radarstrahlen
von Geschwindigkeits-Überwachungseinrichtungen erfassen und eine entsprechende Meldung
an den Fahrzeugführer geben. Die Verwendung derartiger Warngeräte ist jedoch in bestimmten
Ländern verboten, obwohl es durchaus wünschenswert wäre, wenn der Fahrer rechtzeitig
einen entsprechenden Hinweis erhalten würde.
[0009] Es kommt nämlich, selbst dann, wenn der Fahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit
einhält, beim plötzlichen Anblick einer Überwachungskamera oder eines Geschwindigkeitsmeßgerätes
oft zu einer spontanen Vollbremsung, wodurch der Fahrer sich selber, die Fahrzeuginsassen
und auch den nachfolgenden Verkehr gefährdet.
[0010] Dadurch wird der Zweck der Überwachungseinrichtungen, den Verkehrsteilnehmer z. B.
durch Einhalten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit oder verkehrsangepaßtes Fahren
in besonders gefährdeten Bereichen vor Unfällen zu schützen, häufig verfehlt.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Positionsbestimmungssystem zu schaffen,
das den Kraftfahrer rechtzeitig bei der Annäherung an Verkehrsüberwachungseinrichtungen
auf deren Vorhandensein aufmerksam macht.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale
gelöst.
[0013] Um diese Daten, beispielsweise die Positonen von kameraüberwachten Ampeln, Induktionsschleifen
oder Radarmeßgeräten zur Verfügung stellen zu können, ist ein Datenspeicher in Form
einer CD-ROM, einer Diskette oder dergleichen vorgesehen. Diese Daten können beispielsweise
mittels eines CD-ROM-Laufwerkes abgefragt werden und, nach dem Vergleich der vom Rechner
ermittelten Position mit den gespeicherten Positionsdaten der Überwachungsgeräte,
optisch und/oder akustisch angezeigt werden.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen System kann der Datenspeicher darüber hinaus einen Teilspeicher
aufweisen, der über Funksignale programmiert werden kann.
[0015] Dadurch gelingt auch die Verfügbarmachung der Standorte von mobilen Verkehrsüberwachungseinrichtungen,
deren Standort durch aufmerksame Autofahrer telefonisch beispielsweise Verkehrsfunksendern
bekanntgegeben wird. Diese können die entsprechenden Daten mit Hilfe bestimmter Funkcodes
direkt in den Speicher des Rechners eingeben.
[0016] Die Information, daß sich das Fahrzeug einer Verkehrsüberwachungseinrichtung nähert,
wird, wie bereits erwähnt, vorzugsweise mit Hilfe einer optischen oder akustischen
Meldeeinrichtung weitergegeben, so daß sich der Fahrzeugführer rechtzeitig durch Anpassung
seiner Fahrweise auf das Vorhandensein derartiger Einrichtungen einstellen kann.
[0017] Die Verwendung des erfindungsgemäßen Systems verstößt zumindest in Deutschland und
anderen westeuropäischen Ländern nicht gegen einschlägige Vorschriften, da vom Fahrzeug
selber keine Funksignale ausgesendet werden. Der Einsatz der nicht zugelassenen bisher
üblichen Warngeräte wird dadurch überflüssig.
[0018] Die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Positionsbestimmungssystems wird anhand
des folgenden Ablaufdiagrammes beispielsweise veranschaulicht und im einzelnen erläutert.
[0019] Bei Inbetriebnahme des Fahrzeuges wird zunächst der Rechner eingeschaltet, der z.
B. mittels der satellitenseitigen Signale eine Positionsbestimmung des aktuellen Standortes
des Fahrzeuges vornimmt. Anschließend werden die Positionskoordinaten der Verkehrsüberwachungseinrichtungen
z. B. mittels eines CD-ROM-Laufwerkes oder des funkprogrammierbaren Teilspeichers
eingelesen und mit dem berechneten Positionskoordinaten des Fahrzeuges verglichen.
Dieser Abgleich wird beim Fortbewegen des Fahrzeuges ständig aktualisiert, so daß
bei einer Annäherung des Fahrzeuges an eine gespeicherte Verkehrsüberwachungseinrichtung
eine optisch und/oder akustische Meldung an den Fahrzeugführer erfolgen kann.
[0020] Die bekannten satellitengestützten Navigationssysteme können problemlos mit dem erfindungsgemäßen
System kombiniert werden.

1. Positionsbestimmungssystem für Kraftfahrzeuge, bei dem ein Rechner mittels der von
mehreren Satelliten gesendeten elektromagnetischen Signale und/oder der von einem
fahrzeugseitigen, einen Kompaß und Bewegungssensoren umfassenden Positionsbestimmungssystem
gelieferten Daten die jeweilige Fahrzeugposition berechnet, wobei der Datenspeicher
Daten über die Positionskoordinaten von optischen und/oder elektronischen Verkehrsüberwachungseinrichtungen
enthält und das System eine optische und/oder akustische Meldeeinrichtung umfaßt,
die die Annäherung des Fahrzeuges an eine im Datenspeicher gespeicherte Verkehrsüberwachungseinrichtung
anzeigt.
2. Positionsbestimmungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Datenspeicher als CD-ROM ausgebildet ist.
3. Positionsbestimmungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Datenspeicher einen über Funksignale programmierbaren Teilspeicher aufweist.