[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Betreiben von einem
oder mehreren monostabilen Magnetventilen, insbesondere für berührungslos gesteuerte
Sanitärarmaturen.
[0002] Monostabile Magnetventile sind dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufrechterhaltung
der Öffnungsstellung des Ventils die Magnetspule des Systems permanent bestromt werden
muß. Weiterhin kennzeichnend für derartige Aktuatorsysteme ist, daß die zur Öffnung
des Ventils (Plungerbewegung) erforderliche Energie wesentlich höher als der Energiebedarf
zur Aufrechterhaltung des Öffnungszustands (Halten des Plungers in der Offenstellung)
ist. Bei der Auslegung bzw. Dimensionierung des Magnetsystems durch den Ventilhersteller
hat dieser zu berücksichtigen, daß die durch Induktivität und Gleichstromwiderstand
bei gegebener Nennbetriebsspannung mögliche Wirkleistung des Magnetsystems (Plungerbewegung)
auch unter ungünstigen Betriebsumständen (z. B. max. Betriebsdruck, hohe Mediumstemperatur,
Alterung bzw. Ablagerungen, Verschleiß) ausreicht, den Plunger sicher in die Öffpungsstellung
zu bewegen. Weiterhin sind die Magnetsysteme (und damit Induktivität und Wirkwiderstand)
dieser Ventilbauart so dimensioniert, daß auch bei Betrieb des Systems an der unteren
Toleranzgrenze der Nennbetriebsspannung ein sicheres Öffnen des Ventils gewährleistet
ist.
Dies führt jedoch dazu, daß nach dem eigentlichen Öffnungsvorgang (Bewegung des Plungers
in die Offenstellung) die in der Regel an konstanter Gleich- bzw. Wechselspannung
betriebene Magnetspule während der Öffnungsdauer des Ventils mit einer zu hohen Energie
beaufschlagt wird. Um bei Dauerbetrieb eine thermische Überlastung des Systems zu
vermeiden, werden derartige Magnetsysteme einerseits sehr

großzügig" dimensioniert, andererseits sind diese hinsichtlich Betrieb an Überspannung
sehr empfindlich. Die Magnetspulen derartiger Systeme sind daher - system- bzw. funktionsbedingt
- zwangsweise stets an die jeweilige Versorgungsspannung (Betriebsspannung) des Systems
angepaßt.
[0003] In berührungslos gesteuerten Sanitärarmaturen werden zur Steuerung der Wasserzufuhr
unter anderem monostabile Magnetventile eingesetzt. In den meisten Fällen werden diese
mit Gleichstrom betrieben. Wegen der Betriebssicherheit liegt der Spannungsbereich
zwischen 6 und 30 Volt. Werden diese Armaturen am Wechselstromnetz betrieben, muß
ein geeigneter Trafo zwischengeschaltet werden. Die Stromgleichrichtung erfolgt mittels
einer elektronischen Schaltung. Werden diese Armaturen an einem vorhandenen Niederspannungsnetz
angeschlossen, muß die Magnetspule des Ventiles auf den Spannungsbereich abgestimmt
werden. Da es im Feld verschiedene Niederspannungsnetze (Gleich- oder Wechselstrom)
gibt, müßte jedesmal das Magnetventil auf das Netz abgestimmt werden. Daraus ergibt
sich eine Produktvielfalt.
Weiterhin nachteilig ist bei den monostabilen Ventilen, daß sie in der Offenstellung
dauernd mit Strom durchflossen werden. Ist die am Magnetventil anliegende Spannung
nicht an das Magnetsystem angepaßt, kann die Spule dadurch sehr heiß werden und die
Wicklung durchbrennen.
Da diese Magnetventile im magnetischen Kreis (Spule) so ausgelegt sind, daß ein Öffnen
des Ventils auch bei ungünstigen Betriebsbedingungen (Maximaler Betriebsdruck, Mediumstemperatur,
Alterung) gewährleistet ist, wird nach dem eigentlichen Öffnungsvorgang im Ventil
auch unnötig viel Energie in der Magnetspule umgesetzt. Die Spule des verwendeten
Magnetventils muß daher - um beispielsweise eine Schädigung des Systems durch Überhitzung
auszuschließen - an die jeweilige Betriebsspannung angepaßt werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum
Betreiben von monostabilen Magnetventilen mit unterschiedlicher, elektrischer Versorgungsspannung
zu schaffen.
Diese Aufgabe wird mit den Vorrichtungsmerkmalen des Anspruchs 1 und mit den Verfahrensmerkmalen
des Anspruchs 6 gelöst.
[0005] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 5 und 7 bis 8
angegeben.
[0006] Mit den erfindungsgemäßen Maßnahmen wird erreicht, daß einerseits der Energiebedarf
zum Betreiben eines monostabilen Magnetventils auf das absolut erforderliche Minimum
reduziert werden kann und andererseits ein sicherer Betrieb eines monostabilen Magnetventils
in einem weiten Versorgungsspannungsbereich ohne Anpassung/Modifikation der Magnetspule
ermöglicht wird. Hierbei kann die Energie für die Magnetspule für den Öffnungsvorgang
(Anzugsenergie) und die Energie zur Aufrechterhaltung der Offenstellung (Halteenergie)
unterschiedlich gestaltet werden, wobei die Anzugsenergie und die Halteenergie entsprechend
der aktuellen Betriebsspannung (Niveau der Versorgungsspannung) gesteuert wird.
Bei gegebener Versorgungsspannung bedeutet dies, daß die Stromstärke durch die Magnetspule
nach Ablauf des Öffnungsvorgangs (Anzug) für die Zeitdauer der Öffnungsstellung (Halten)
reduziert werden kann und darüber hinaus der Absolutwert der Stromstärken während
des Öffnungsvorgangs bzw. Haltezustands an die aktuell angegebene Versorgungsspannung
anpassbar ist (Wirkleistung P
L ∼ U
L · I
L).
[0007] Mit den erfindungsgemäßen Maßnahmen wird somit erreicht, daß das monostabile Magnetventil
hinsichtlich der Magnetspule nicht mehr an die gegebene Betriebsspannung angepaßt
sein muß. Das monostabile Magnetventil kann somit ohne Nachteile in der Funktionalität
in einem weiten Spannungsbereich betrieben werden.
[0008] Außerdem wird mit den vorgeschlagenen Maßnahmen erreicht, daß die Leistungsaufnahme
von monostabilen Magnetventilen optimiert (minimiert) werden kann bei gleichzeitiger
Verbesserung der Funktionssicherheit. Spannungsschwankungen (Netzspannungsausfälle)
werden mit der vorgeschlagenen Ventilansteuerung ausgeregelt.
[0009] Da mit der erfindungsgemäßen Einrichtung eine minimale Leistungsaufnahme während
der Offenstellung erfolgt, kann das Magnetsystem einfacher (preiswerter) ausgelegt
werden. Weiterhin besteht keine Gefahr der Überhitzung der Magnetspule bei Betrieb
an Überspannung.
Das Netzteil (Transformator) für die Steuerschaltung sowie das Stellglied für die
Ventilsteuerung können bezüglich der Nennleistung geringer dimensioniert werden (Faktor
1/10). Sie sind daher preiswerter herzustellen, bzw. es können pro Netzteil bzw. Trafo
bzw. Stellglied mehr Magnetventile betrieben werden.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- ein Blockschaltbild einer berührungslos gesteuerten Sanitärarmatur;
- Figur 2
- ein Schaubild eines pulsweitenmodulierten Signals für den Fall einer niedrigen Betriebsspannung;
- Figur 3
- ein Schaubild eines pulsweitenmodulierten Signals für den Fall einer hohen Betriebsspannung.
[0011] Die Steuerung für eine Sanitärarmatur besteht aus einer Spannungsversorgung 1, die
eingangsseitig an ein Wechselstromnetz (U∼) angeschlossen ist, einem Microcontroller
4, einer Infrarotlicht-Sensorik 5 mit Sender 51 und Empfänger 52, einem Stellglied
2 sowie einem monostabilen Magnetventil 3. Die Spannungsversorgung 1 liefert ausgangsseitig
die gleichgerichtete, jedoch nicht stabilisierte Betriebsspannung U
B für das Magnetventil 3 sowie die stabilisierte Gleichspannung U
S zur Versorgung des Microcontrollers 4. Der Microcontroller 4 selbst ist - ggf. über
einen Spannungsteiler - ebenfalls mit dem U
B-Ausgang der Spannungsversorgung 1 verbunden, so daß er stets die aktuell verfügbare
Betriebsspannung für das Magnetventil 3, beispielsweise mittels onchip ADU, ermitteln
kann. Für den Fall, daß infolge einer Anwesenheitsdetektion eine Aktivierung des Magnetventils
3 erforderlich ist, steuert der Microcontroller 4 das Stellglied 2, das im einfachsten
Fall als Schalttransistor ausgebildet sein kann, mittels eines pulsweitenmodulierten
Signals (SIGNAL) an.
[0012] Dieses Signal, welches in Figur 2 für den Fall einer

niedrigen" Betriebsspannung U
B , in Figur 3 jedoch für den Fall einer

hohen" Betriebsspannung U
B dargestellt ist, besteht aus zwei Anteilen:
Während der Zeitspanne tA1 bzw. tA2 erfolgt die Ausgabe des

Anzugsimpulses" für das monostabile Magnetventil 3. Die absolute Zeitdauer dieses
Signalteils wird durch den Microcontroller 4 in Abhängigkeit der ermittelten aktuellen
Betriebsspannung UB anhand einer Rechenvorschrift bzw. einer Tabelle berechnet.
Nach Ablauf der Ventilöffnungsphase während tA1 resp. TA2 wird während der Zeitdauer der Ventilaktivierung (Öffnungszeit) ein Rechtecksignal
mit der Periodendauer T ausgegeben. Das Puls-/Pausenverhältnis dieses Signalanteils
wird wiederum durch den Microcontroller 4 in Abhängigkeit der aktuellen Betriebsspannung
für das Magnetventil 3 berechnet, so daß sich eine Pulsweitenmodulation für das Steuersignal
der Magnetspule ergibt.
[0013] Der Effektivwert der Steuerenergie für das Magnetventil 3 für den Haltezustand ist
direkt dem Puls-/Pausenverhältnis (Modulationsgrad) τ
1/T bzw. τ
2/T proportional, die Steuerleistung während der Öffnungsphase dagegen ist proportional
den Steuerzeiten t
A1 bzw. t
A2 des Steuersignals SIGNAL. Damit ist sowohl für die Anzugsimpulsenergie als auch für
die Halteenergie eine Regelung gegeben, die es erlaubt, das Magnetventil in weiten
Grenzen unabhängig von der eigentlichen Nennbetriebsspannung der Magnetspule innerhalb
eines weiten Spannungsbereichs einzusetzen bzw. den sicheren Betrieb des Ventils auch
bei stark schwankender Betriebsspannung zu gewährleisten und zugleich die Energie
zur Ansteuerung des Magnetventils zu minimieren.
1. Vorrichtung zum Betreiben von einem oder mehreren monostabilen Magnetventilen (3),
insbesondere für berührungslos gesteuerte Sanitärarmaturen, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Einrichtung vorgesehen ist, mit der die Eingangsspannung erfaßt und von der
eine der Nennspannung oder der jeweils für den Funktionsbereich des Magnetventils
(3) entsprechende, durch eine periodische Unterbrechung bzw. Pulsweitenmodulation
erzeugte effektive Ausgangsspannung dem Magnetventil (3) zuleitbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Einrichtung zur Erzeugung
der effektiven Ausgangsspannung ein Microcontroller (4) vorgesehen ist, mit dem mittels
geeigneter Software (Rechenvorschrift, Tabelle) über die Pulsweitenmodulation die
erforderliche Ausgangsspannung erzeugbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
- eine mit dem Wechselstromnetz verbindbare Spannungsversorgungseinheit (1) vorgesehen
ist, mit der einerseits eine gleichgerichtete Betriebsspannung für das Magnetventil
(3) und andererseits eine stabilisierte Gleichspannung zur Versorgung des Microcontrollers
(4) bereitstellbar ist,
- der Microcontroller (4) ebenfalls mit der gleichgerichteten Betriebsspannung verbunden
und so ausgelegt ist, daß bei einer Aktivierung des Magnetventils (3) ein pulsweitenmoduliertes
Signal für ein Stellglied (2) erzeugbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (2) als Schaltrelais
ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Microcontroller
(4) und der Betriebsspannung ein Spannungsteiler angeordnet ist.
6. Verfahren zum Betreiben von einem oder mehreren monostabilen Magnetventilen, insbesondere
für berührungslos gesteuerte Sanitärarmaturen, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingangsspannung
gemessen wird und in Abhängigkeit der gemessenen Eingangsspannung die erforderliche
Ausgangsspannung für das Magnetventil (3) mit einer Pulsweitenmodulation erzeugt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit von der gemessenen
Eingangsspannung pulsweitenmodulierte Signale erzeugt werden, mit denen ein Stellglied
(2) für ein oder mehrere Magnetventile (3) gesteuert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Signal jeweils aus zwei
Teilen besteht, wobei der erste Teil des Signals die Zeitspanne tA für den Anzugsimpuls umfaßt, die von einem Microcontroller (4) in Abhängigkeit der
ermittelten aktuellen Betriebsspannung anhand einer Rechenvorschrift oder einer Tabelle
bestimmt wird, während der zweite Teil des Signals bei der Ventilaktivierung Rechtecksignale
mit der Periodendauer T umfaßt, bei denen das Puls-/Pausenverhältnis (τ1/T bzw. τ2/T) vom Microcontroller (4) in Abhängigkeit der aktuellen Betriebsspannung des Magnetventils
(3) ebenfalls bestimmt wird.