[0001] Die Erfindung betrifft ein Niedervolt-Stromschienensystem.
[0002] Niedervolt-Stromschienensysteme werden insbesondere in der Beleuchtungstechnik eingesetzt.
Niedervolt-Stromschienensysteme dienen dabei dem Energietransport von einer Stromquelle
zu einer Leuchte.
[0003] DE-PS 38 17 133, von der der Oberbegriff des Anspruchs 1 ausgeht, beschreibt ein
Niedervolt-Stromschienensystem mit einer Stromschiene, die ein eine Außenwand bildendes
hohlgeformtes Außenleiterprofil und ein von dem Außenleiterprofil im wesentlich umgebenes
Innenleiterprofil aufweist, das gegenüber dem Außenleiterprofil durch eine Isolierung
elektrisch getrennt ist, wobei das Innenleiterprofil durch einen in Achsrichtung des
Außenleiterprofils verlaufenden Schlitz zugänglich ist. Das bekannte Niedervolt-Stromschienensystem
hat jedoch den Nachteil, daß sich gegeneinandergestossene Stromschienen nur schlecht
verbinden lassen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Niedervolt-Stromschienensystem zur
Verfügung zu stellen, das eine leichte Verbindbarkeit mindestens zweier Stromschienen
erlaubt.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1.
[0006] Gemäß der Erfindung ist das Innenleiterprofil ein Hohlprofil, das einen innenliegenden
Kanal aufweist. Dieser Kanal erlaubt das Einstecken von Steckerstiften eines Steckerelements,
mit denen Innenleiterprofile mindestens zweier Stromschienen elektrisch miteinander
verbindbar sind. Da der Kanal durchlaufend ausgebildet ist, kann eine Stromschiene
an jeder beliebigen Stelle abgeschnitten und mit einer weiteren Stromschiene und ggf.
auch mit einem Bogenstück verbunden werden. Zur elektrischen Verbindung der Außenleiterprofile
sind Federklammern vorgesehen, die die Außenleiterprofile an ihrer Außenseite klemmend
umfassen. Durch das Steckerelement werden nicht nur zwei oder mehrere gegeneinandergestoßene
Stromschienen mechanisch miteinander verbunden, sondern es wird auch eine elektrische
Verbindung zwischen den Innenleiterprofilen hergestellt.
[0007] Bei dem Zusammenstecken von Stromschienen zu einem Versorgungssystem werden zunächst
die Steckerelemente in die Kanäle von aneinander angrenzenden Stromschienen gesteckt.
Dadurch haben aneinandergestoßene Stromschienen schon so viel gegenseitigen Halt,
daß sie allenfalls noch mit einer Hand gehalten werden müssen.
[0008] Mit der freien Hand kann ein Benutzer dann leicht auch durch Aufstecken einer Federklammer
die Außenleiterprofile elektrisch verbinden, wobei die Federklammer auch die mechanische
Festigkeit der Verbindungsstelle erhöht. Insbesondere wenn das Außenleiterprofil im
Querschnitt eine im wesentlichen kreisförmige Außenkontur aufweist, können gegeneinandergestossene
Stromschienen durch einfaches Aufklippsen einer Federstahlklammer elektrisch miteinander
verbunden werden.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung im Zusammenhang mit der Zeichnung.
[0010] Im folgenden wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Stromschiene des erfindungsgemäßen Niedervolt-Stromschienensystems in einem Schnitt
quer zur Längsachse der Stromschiene, und
- Fig. 2
- die Stromschiene in Figur 1 mit einer Verbindungsvorrichtung in einem Schnitt gemäß
der Linie II-II in Figur 1.
[0012] Die in Figur 1 gezeigte Stromschiene 10 besteht aus einem Außenleiterprofil 12 und
einem Innenleiterprofil 14, zwischen denen als Isolierung 16 ein Polycarbonat-Isolierungsprofil
angeordnet ist.
[0013] Das Außenleiterprofil 12 ist ein stranggepreßtes Aluminiumprofil, das eine im wesentlichen
kreisförmige Außenkontur 18 aufweist. Im Innern des Außenleiterprofils 12 ist ein
längslaufender, im Querschnitt im wesentlichen kreisförmiger Gang 20 ausgebildet,
der eine in Längsrichtung des Außenleiterprofils 12 verlaufende durchgehende Öffnung
22 aufweist ist. Die Öffnung 22, die zur Profilaußenseite offen ist und deren Wände
24,26 parallel zu einer Mittenebene 28 des Außenleiterprofils 12 verlaufen, erstreckt
sich über einen Winkelbereich von etwa 60°.
[0014] Im Innern des Gangs 20 ist koaxial zu der Längsachse 30 des Außenleiterprofils 12
das Innenleiterprofil 14 angeordnet, das ein stranggepreßtes Aluminiumhohlprofil ist.
Der im Innern des Innenleiterprofils 14 ausgebildete Kanal 32 hat einen kreisförmigen
Querschnitt und erstreckt sich koaxial zu der Längsachse 30 des Außenleiterprofils
12. An dem Innenleiterprofil 14, dessen Außenkontur 34 im wesentlichen die Form eines
Zylinders beschreibt, ist ein radialer Vorsprung 36 vorgesehen, der im Bereich der
Öffnung 22 des Außenleiterprofils 12 angeordnet ist und sich nach radial außen erstreckt.
Der Vorsprung 36 weist an seiner Außenseite eine ebene Kontaktfläche 38 auf, die quer
zur Mittenebene 28 der Stromschiene 10 verläuft.
[0015] Die zur elektrischen Trennung des Außenleiterprofils 12 vom Innenleiterprofil 14
vorgesehene Isolierung 16 weist einen im Querschnitt im wesentlichen U-förmigen Verlauf
auf, wobei die von einem Bogenabschnitt 40 der Isolierung 16 abstehenden Schenkel
42,44 im Bereich der Öffnung 22 parallel zu den Wänden 24,26 der Öffnung verlaufen
und sich nach radial außen so weit erstrecken, daß sie die kreisförmige Außenkontur
18 des Außenleiterprofils 12 ergänzen. Die Isolierung 16 füllt den Zwischenraum zwischen
Innenleiterprofil 14 und Außenleiterprofil 12 vollständig aus. Zwischen den Schenkeln
42,44 erstreckt sich ein in Achsrichtung des Außenleiterprofils 12 verlaufender Schlitz
46, durch den das Innenleiterprofil 14 von außen zugänglich ist. Die Isolierung 16
und das Innenleiterprofil 14 sind derart aufeinander abgestimmt, daß die ebene Kontaktfläche
38 die gesamte Breite des längslaufenden Schlitzes 46 überspannt. Die ebene Kontaktfläche
38 ist gegenüber der Außenkontur 18 des Außenleiterprofils 12 nach innen zurückversetzt.
[0016] In Figur 2 ist die Stromschiene 10 zusammen mit einer Verbindungsvorrichtung 50 gezeigt,
die aus einem Steckerelement 52 und einer Federklammer 54 besteht.
[0017] Das Steckerelement 52 weist als Steckerstifte zwei entgegengesetzt gerichtete Lamellenstecker
56,58 auf, die jeweils mehrere an einer Spitze 60 und an ihrem Ende 62 miteinander
verbundene, radial federnde Zungen oder Lamellen 64 aufweisen. Die Lamellenstecker
sind miteinander über ein Zentralstück 66 verbunden. Das in Fig. 2 gezeigte Steckerelement
52 ist ein langgestrecktes Steckerelement zur geradlinigen Verbindung zweier stirnseitig
gegeneinandergestoßener Stromschienen 10. Es ist jedoch auch möglich, die Lamellenstecker
eines Steckerelements winklig zueinander anzuordnen, so daß zu verbindende Stromschienen
unter einem Winkel zueinander verlaufen. Ferner ist es möglich, an einem Zentralstück
mehrere Lamellenstecker sternförmig zueinander anzuordnen, so daß mehrere Stromschienen
miteinander verbindbar sind.
[0018] Die in Fig. 2 gezeigte äußere Federklammer 54 ist rohrförmig ausgebildet, wobei sie
jedoch einen längslaufenden Schlitz aufweist, der ein Aufbiegen der Schenkel der Federklammer
54 erlaubt. Die Schenkel der Federklammer 54 sind derart nach innen vorgespannt, daß
die Federklammer 54 in einem auf eine Stromschiene 10 geklippsten Zustand das Außenleiterprofil
12 der Stromschiene 10 klemmend umfaßt. Wenn mit einer Federklammer mehrere Stromschienen
miteinander verbunden werden sollen, ist es möglich, die Federklammer sternförmig
auszuführen.
[0019] Im Betrieb stellen Steckerelemente 52 elektrische Verbindungen zwischen Innenleiterprofilen
14 gegeneinandergestoßener Stromschienen 10 her. Federklammern 54 bewirken eine elektrische
Verbindung der Außenleiterprofile 12. Auf diese Weise kann ein zweipoliges Stromversorgungssystem
insbesondere für Niedervoltbeleuchtungen aufgebaut werden. Die im Zusammenhang mit
Fig. 2 beschriebene Verbindungsvorrichtung 50 besteht aus zwei mechanisch voneinander
getrennten Elementen. Mit den beschriebenen Stromschienen 10 sind aber auch Verbindungsvorrichtungen
verwendbar, bei denen Steckerelmente 52 und Federklammern 54 mittels eines Ioslierkörpers
zu einem mechanisch zusammenhängenden Bauteil zusammengefaßt sind.
1. Niedervolt-Stromschienensystem mit Stromschienen (10), die ein eine Außenwand bildendes
hohlgeformtes Außenleiterprofil (12) und ein von dem Außenleiterprofil (12) im wesentlichen
umgebenes Innenleiterprofil (14) aufweisen, das gegenüber dem Außenleiterprofil (12)
durch eine Isolierung (16) elektrisch getrennt ist, wobei das Innenleiterprofil (14)
durch einen in Achsrichtung des Außenleiterprofils (12) verlaufenden Schlitz (46)
zugänglich ist,
gekennzeichnet durch
mindestens eine Verbindungsvorrichtung (50) zum Verbinden mindestens zweier Stromschienen
(10), wobei das Innenleiterprofil (14) ein Hohlprofil mit einem innenliegenden Kanal
(32) ist und wobei die Verbindungsvorrichtung (50) ein Steckerelement (52) mit mindestens
zwei Steckerstiften (56,58) und eine das Steckerelement (52) umgebende Federklammer
(54) aufweist, wobei die Steckerstifte (56,58) jeweils in den Kanal (32) eines angrenzenden
Innenleiterprofils (14) einsteckbar sind und die Federklammer (52) angrenzende Außenleiterprofile
(12) außen klemmend umgibt.
2. Niedervolt-Stromschienensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der im
Innern des Innenleiterprofils (14) ausgebildete Kanal (32) einen im wesentlichen kreisförmigen
Querschnitt aufweist.
3. Niedervolt-Stromschienensystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Innenleiterprofil (14) an seiner Außenseite eine ebene Kontaktfläche (38) aufweist,
die in dem längslaufenden Schlitz (46) angeordnet ist.
4. Niedervolt-Stromschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die ebene Kontaktfläche (38) die gesamte Breite des längslaufenden Schlitzes (46)
überspannt.
5. Niedervolt-Stromschienensystem nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die ebene Kontaktfläche (38) an einem nach radial außen gerichteten Vorsprung (36)
des Innenleiterprofils (14) ausgebildet ist.
6. Niedervolt-Stromschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das Außenleiterprofil (12) eine im wesentlichen kreisförmige Außenkontur aufweist.
7. Niedervolt-Stromschienensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Isolierung (16) den Zwischenraum zwischen dem Innenleiterprofil (14) und dem
Außenleiterprofil (12) vollständig ausfüllt.