[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Kunststoffbehälter zur räumlich getrennten Lagerung
und gegebenenfalls Sterilisierung der Inhaltsstoffe von Parenteralien oder Enteralien
umfassend wenigstens vier Kompartimente.
[0002] Die EP-0 295 204 B1 beschreibt einen Behälter zur medizinischen Verwendung, insbesondere
Behälter für Infusionen, bestehend aus einer Umhüllung aus flexiblem, homogenem, polymerisiertem
Material, mit dreigeteiltem Innenraum, wobei die Innenraumteile voneinander durch
Dichtschweißungen aus dem Material der Umhüllung getrennt sind und jeder Innenraumteil
mit einem abgesperrten Durchlaß versehen ist, der willentlich geöffnet werden kann,
damit der Inhalt des Innenraumteiles in einen anderen fließen kann, wobei der Behälter
in seinem oberen Teil zwei benachbarte Innenraumteile (3,4) und in seinem unteren
Teil einen Innenraumteil (5) enthält und gerade vor ihrer Verwendung, zur Aufnahme
und anschließenden Mischung von Lipiden, Aminosäuren und Zucker bestimmt ist, jeder
Innenraumteil mit einer absperrbaren Öffnung versehen ist, um von außen durch sie
die Verbindung zuzuführen oder um seinen Inhalt dadurch nach außen zu entleeren und
das Material der Umhüllung gegenüber jeder betrachteten Verbindung und ihren Gemischen
chemisch und biologisch inert ist. Diese Beutel werden nach der Befüllung und Sterilisierung
mit einem Umbeutel versehen, in dem beispielsweise handelsübliche Sauerstoffabsorber
integriert sind.
[0003] Die DE 94 01 288 U1 betrifft einen Mehrkammerbeutel mit wenigstens zwei in der Mischphase
übereinander angeordneten und von einem Außenrand umfaßten Kammern, die durch wenigstens
einen Steg voneinander getrennt sind und eine obere Kammer und eine Mischkammer bilden,
mit mindestens einer im Steg angeordneten und durch eine zu öffnende Sperreinrichtung
verschlossenen Verbindungseinrichtung zwischen den Kammern, die nach dem Öffnen eine
Strömungsverbindung zwischen den Kammern schafft, mit mindestens einer Aufhängeöffnung
am oberen Randbereich und mit einer an der Mischkammer angeordneten Auslaßeinrichtung
sowie eine zweite, der erstgenannten Auslaßeinrichtung gegenüberliegende und im Umfangsbereich
der Mischkammer angeordnete zweite Aufhängeöffnung.
[0004] Bei den genannten Kunststoffbehältern des Standes der Technik ist eine weitere Auftrennung
der einzelnen Bestandteile der Parenteralien oder Enteralien bedingt durch die vorgegebene
Zahl der Kompartimente nicht möglich. Eine räumlich getrennte Lagerung und gegebenenfalls
selektive Sterilisierung der Inhaltsstoffe eines flexiblen Kunststoffbeutels ist bedingt
durch die Größe und Zahl der Kompartimente sowie die Anordnung der Verbindungseinrichtungen
zwischen den Kompartimenten nicht möglich. Darüber hinaus ist die Zumischung von weiteren
Bestandteilen wie Vitamine, Oligoelemente oder beispielsweise Glutamin, die gegebenenfalls
vor Ort im Krankenhaus von dem behandelten Arzt verordnet wird, nicht möglich.
[0005] Demgemäß besteht das Problem der vorliegenden Erfindung darin, einen verbesserten
flexiblen Kunststoffbehälter zur räumlich getrennten Lagerung und gegebenenfalls selektiven
Sterilisierung der Inhaltsstoffe von Parenteralien oder Enteralien zur Verfügung zu
stellen, der geeignet ist, neben den essentiell notwendigen Grundbestandteilen Kohlenhydrate,
Aminosäuren und Fette, auch weitere Bestandteile wie Vitamine, Oligoelemente, Elektrolyte,
Spurenelemente oder beispielsweise Glutamin aufzunehmen.
[0006] Das vorgenannte Problem der vorliegenden Erfindung wird in einer ersten Ausführungsform
gelöst durch einen flexiblen Kunststoffbehälter 1 zur räumlich getrennten Lagerung
und gegebenenfalls selektiver Sterilisierung der Inhaltsstoffe von Parenteralien oder
Enteralien umfassend
wenigstens vier Kompartimente 2, 3, 4 und 5 sowie gegebenenfalls ein Kompartiment
6, die geeignet sind zur Aufnahme von Spurenelementen im Kompartiment 2, Kohlenhydraten
im Kompartiment 3, Fetten im Kompartiment 4 und Aminosäurelösungen im Kompartiment
5 sowie gegebenenfalls Elektrolyten und/oder Vitaminen im Kompartiment 6 mit jeweils
einer verschließbaren Einfüllöffnung 7, 8, 9 und 10 sowie gegebenenfalls 11;
eine Auslauföffnung 12 zur Applikation des Gemisches der Inhaltsstoffe der Parenteralien
oder Enteralien;
steril von außen zu öffnende Verbindungseinrichtungen 13, 13', 14, 14' und 15, 15'
sowie gegebenenfalls 16, 16' mit denen jeweils Strömungsverbindungen zwischen den
Kompartimenten 2, 3, 4 und 5 sowie gegebenenfalls 6 herstellbar sind;
wobei
die Volumenverhältnisse der Kompartimente 2, 3, 4 und 5 sowie gegebenenfalls 6 derart
gewählt sind, daß bei Gebrauchslage mittels der Aufhängevorrichtung 17 eine vollständige
Mischung aller Inhaltsstoffe in dem Kompartiment 5 durch Öffnen der Verbindungseinrichtungen
13, 13',14, 14' und 15, 15' sowie gegebenenfalls 16, 16' möglich ist;
das Volumenverhältnis des Kompartiments 2 zum Kompartiment 3 derart gewählt ist, daß
bei Gebrauchslage mittels der Aufhängeeinrichtung 17 eine vollständige Mischung der
Inhaltsstoffe der Kompartimente 2 und 3 in dem Kompartiment 3 durch Öffnen der Verbindungseinrichtung
13,13' möglich ist und
gegebenenfalls das Volumenverhältnis des Kompartiments 4 zum Kompartiment 6 derart
gewählt ist, daß bei Gebrauchslage mittels der Aufhängevorrichtung 17 eine vollständige
Mischung der Inhaltsstoffe der Kompartimente 4 und 6 in dem Kompartiment 4 durch Öffnen
der Verbindungseinrichtung 16, 16' möglich ist.
[0007] Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung ist es möglich, die Inhaltsstoffe der Parenteralien
oder Enteralien selektiver in die einzelnen Kompartimente, gegebenenfalls teilweise
erst nach Verordnung durch den behandelnden Arzt, einzufüllen und einer gezielten,
daß heißt insbesondere schrittweisen Sterilisierung zu unterwerfen. Darüber hinaus
ist es somit möglich, dem Patienten angepaßte Inhaltsstoffe selektiv miteinander zu
vermischen um so homogene Mischungen möglichst ohne zusätzlichen Aufwand durch das
Krankenhauspersonal zu erhalten. Dies setzt selbstverständlich voraus, daß im Auslieferungszustand
nicht gefüllte Kompartimente steril sind, um eine sterile Vermischung von Bestandteilen
zu ermöglichen.
[0008] In den Fig. 1 bis 4 wird ein flexibler Kunststoffbehälter 1 dargestellt, der jeweils
5 Kompartimente 2, 3, 4, 5 und 6 umfaßt. Die Kompartimente sind zur Aufnahme von Spurenelementen,
Kohlenhydraten, Fetten, Aminosäurelösungen und Elektrolyten sowie Vitaminen geeignet.
Insbesondere sind die Volumenverhältnisse der Kompartimente derart angepaßt, daß das
Kompartiment 2 zur Aufnahme von Spurenelementen, das Kompartiment 3 zur Aufnahme von
Kohlenhydraten, das Kompartiment 4 zur Aufnahme von Fetten, das Kompartiment 5 zur
Aufnahme von Aminosäurelösungen sowie das Kompartiment 6 gegebenenfalls zur Aufnahme
von Elektrolyten und/oder Vitaminen geeignet. Die Inhaltsstoffe der genannten Kompartimente
werden jeweils durch die verschließbaren Einfüllöffnungen 7, 8, 9 und 10 sowie gegebenenfalls
11 gleichzeitig oder nacheinander in den flexiblen Kunststoffbehälter eingebracht.
Die Verbindungseinrichtungen 13, 14, 15 und 16 sind in Form von Brechventilen oder
Brechzapfen ausgebildet, die von außen steril zu öffnen sind.
[0009] Die erfindungsgemäße Anordnung ermöglicht es daher, je nach Befüllungszustand (leer
oder gefüllt) der einzelnen Kompartimente verschiedene Sterilisierungsverfahren in
Abhängigkeit der Stabilität der Inhaltsstoffe nacheinander durchzuführen, um so beispielsweise
empfindliche Inhaltsstoffe vor hohen Temperaturen oder energiereicher Strahlung zu
schützen. So können sterile Inhaltsstoffe in bereits sterile Behälter eingefüllt werden,
die bereits mit anderen Inhaltsstoffen gefüllt und nach anderen Sterilisationsverfahren
behandelt worden sind.
[0010] Zur Applikation des Gemisches der Inhaltsstoffe am Krankenbett weist der erfindungsgemäße
flexible Kunststoffbehälter 1 eine Auslaßöffnung 12 auf, die in Gebrauchslage mittels
der Aufhängevorrichtung 17 am unteren Randbereich des Kompartiments 5 angeordnet ist.
[0011] Bei einer Mindest-Befüllung der Kompartimente mit Kohlenhydraten (3), Fetten (4)
und Aminosäuren (5) bestehen für die Krankenhausapotheke mehrere Anwendungsmöglichkeiten.
[0012] Zunächst ist die Applikation von Gemischen möglich, die ausschließlich Kohlenhydrate
und Aminosäuren enthalten. Durch Befüllen des Kompartiments 2 ist es möglich, diesem
Gemisch selektiv Additive zuzufügen. Gleiches gilt für die Applikation von Gemischen,
die ausschließlich Fette und Aminosäuren enthalten. Erfindungsgemäß enthalten die
Beutel im Kompartiment 3 Kohlenhydrate, im Kompartiment 4 Fette und im Kompartiment
5 Aminosäuren. Durch Öffnen der Verbindungseinrichtungen 14,14' in der Gebrauchslage
des Beutels wird zunächst ein binäres Gemisch aus Kohlenhydraten und Aminosäuren hergestellt.
Anschließend wird durch Öffnen der Verbindungseinrichtungen 15,15' das ternäre Gemisch
hergestellt.
[0013] Die Herstellung von ternären Gemischen aus Kohlenhydraten, Fetten und Aminosäuren
hat gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil, daß zum einen die Mischung schneller,
ohne Kraftaufwand (Pressen) erreichbar ist und darüber hinaus sehr homogene Gemische
liefert. Bei der Applikation werden die Inhaltsstoffe mit einer sehr gleichmäßigen
Konzentration, bedingt durch die homogene Mischung, abgegeben. Dies läßt sich beispielsweise
anhand der wenig variierenden Glucosekonzentration im Verlauf des schnellen Auslaufens
der Mischung aus dem Beutel nach dem Öffnen der Verbindungseinrichtungen zeigen. Ein
Homogenisieren durch intensives Walken ist, gegenüber dem Stand der Technik, nicht
mehr erforderlich.
[0014] Der Krankenhausapotheker hat weiterhin die Möglichkeit, einen oder mehrere Bestandteile
in die leeren Kompartimente 2 und/oder 6 einzubringen, beispielsweise Glutamin, Elektrolyte,
Spurenelemente oder Vitamine. Nach dem Einbringen in das sterile Kompartiment kann
der Apotheker zunächst eine oder mehrere sterile Teilmischungen vornehmen, während
die endgültige Mischung von der Krankenschwester am Bett des Patienten vorgenommen
wird.
[0015] Der Behälter mit 4 oder 5 Kompartimenten hat somit den Vorteil, daß dem Apotheker
der Zusatz von weiteren Bestandteilen (Vitamine, Elektrolyte, Oligoelemente etc.)
in sterile Kompartimente ermöglicht wird, ohne daß diese in unmittelbarem Kontakt
mit den übrigen Bestandteilen der Beutelinhalte gelangen, während die Krankenschwester
vor Ort am Bett des Patienten gegebenenfalls erst einige Tage nach der endgültigen
Befüllung der Beutel die endgültige Mischung aller Bestandteile der Beutelinhalte
vornimmt.
[0016] Im Stand der Technik sind eine Reihe von verschiedenen Verbindungseinrichtungen bekannt,
die die Inhalte der Kompartimente 2, 3, 4 und 5 sowie gegebenenfalls 6 voneinander
trennen und durch Öffnung von außen eine Mischung der Inhaltsstoffe ermöglichen. Besonders
bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung sind daher die Verbindungseinrichtungen
13, 14 und 15 sowie gegebenenfalls 16 in Form von Brechventilen oder Brechzapfen ausgebildet.
In den Fig. 3 und 4 werden jeweils Kunststoffbehälter 1 dargestellt, in denen die
Verbindungseinrichtungen 13', 14', 15' und gegebenenfalls 16' in Form von peelfähigen
Heißsiegelnähten ausgebildet sind. In der letztgenannten Variante wird die Naht, die
die Inhaltsstoffe zweier Kompartimente voneinander trennt derart ausgebildet, daß
durch Aufreißen oder Pressen von außen die entsprechende Strömungsverbindung zwischen
den Kompartimenten hergestellt wird.
[0017] Die einzelnen Kompartimente sind vorzugsweise durch heißgesiegelte nicht peelfähige
Stege voneinander getrennt. Diese Stege weisen die steril von außen zu öffnende Verbindungseinrichtungen
13, 14 und 15 sowie gegebenenfalls 16 auf, mit denen jeweils Strömungsverbindungen
zwischen den Kompartimenten 2, 3, 4 und 5 sowie gegebenenfalls 6 herstellbar sind.
Neben den oder anstelle der Verbindungseinrichtungen 13, 14 und 15 sowie gegebenenfalls
16 der Fig. 1 bis 4 sind selbstverständlich auch entsprechende, nicht eingezeichnete
Verbindungseinrichtungen zwischen den Kompartimenten 3 und 4 oder 2 und 6 möglich,
sofern diese durch gemeinsame Stege verbunden sind. Durch Veränderung der Größenverhältnisse
oder durch Änderung des Verlaufs der Trennstege sind darüber hinaus weitere Strömungsverbindungen
möglich, die eine unmittelbare Mischung der Inhaltsstoffe des Kompartiments 2 mit
dem Kompartiment 4 einerseits oder dem Kompartiment 3 mit dem Kompartiment 6 oder
dem Kompartiment 3 mit dem Kompartiment 4 ermöglichen. Weiterhin ist jedoch auch die
Anwesenheit von einer oder mehreren heißgesiegelten peelfähigen Naht/Nähten zwischen
einzelnen oder mehreren Kompartimenten möglich, die durch Einwirkung von äußerem Druck
auf die Beutel geöffnet werden.
[0018] Die Volumenverhältnisse der Kompartimente 2, 3, 4 und 5 sowie gegebenenfalls 6 werden
derart gewählt, daß bei Gebrauchslage mittels der Aufhängevorrichtung 17 eine vollständige
Mischung der Inhaltsstoffe in dem dann unten befindlichen Kompartiment 5 durch Öffnen
der genannten Verbindungseinrichtungen 13,13',14, 14' und 15, 15' sowie gegebenenfalls
16, 16' möglich ist. Eine vollständige Mischung aller Inhaltsstoffe in dem Kompartiment
5 ohne aufwendige Walk- und Knetarbeit durch das Klinikpersonal ist von besonderem
Vorteil für eine praktische Handhabung des erfindungsgemäßen flexiblen Kunststoffbehälters.
[0019] Das Volumenverhältnis des Kompartiments 2 zum Kompartiment 3 wird derart gewählt,
daß bei Gebrauchslage mittels der Aufhängeeinrichtung 17 eine vollständige Mischung
der Inhaltsstoffe der Kompartimente 2 und 3 in dem Kompartiment 3 durch Öffnen der
Verbindungseinrichtung 13, 13' möglich ist. Somit ist es möglich, in dem Kompartiment
2 befindlichen Spurenelemente zunächst mit den Kohlenhydraten des Kompartiments 3
einer separaten Mischung zu unterziehen, bevor das Gemisch durch Öffnen der Verbindungseinrichtung
14, 14' in das Kompartiment 5 gelangt.
[0020] In gleicher Weise wird für den Fall, daß der flexible Kunststoffbehälter 1 das Kompartiment
6 umfaßt, das Volumenverhältnis des Kompartiments 4 zum Kompartiment 6 derart gewählt,
daß bei Gebrauchslage mittels der Aufhängeeinrichtung 17 eine vollständige Mischung
der Inhaltsstoffe der Kompartimente 4 und 6 in dem Kompartiment 4 nach Öffnen der
Verbindungseinrichtung 16 möglich ist. Somit ist es möglich, die im Kompartiment 4
befindlichen Fette mit Elektrolyten und/oder Vitaminen des Kompartiments 6 zunächst
einer separaten Mischung durch Öffnen der Verbindungseinrichtung 16, 16' zu unterziehen,
bevor durch Öffnen der Verbindungseinrichtung 15, 15' das Gemisch dieser Inhaltsstoffe
in das Kompartiment 5 gelangt, dessen Volumen ausreichend ist, sämtliche Inhaltsstoffe
der vorgenannten Kompartimente aufzunehmen. Somit ist es möglich, sämtliche Inhaltsstoffe
in diesem Kompartiment 5 miteinander ohne zusätzliche Arbeit des Klinikpersonals allein
durch die Schwerkraft zu vermischen.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfaßt der Behälter
vier Kompartimente 2, 3, 4 und 5, das heißt der in den Fig. 1 bis 4 dargestellte flexible
Kunststoffbehälter wird ohne den Verbindungssteg, der die Verbindungseinrichtung 16,
16' trägt und die dazugehörige Einfüllöffnung 10 bzw 11 hergestellt.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform, ebenfalls in den Fig. 1 bis 4 dargestellt,
der vorliegenden Erfindung weist der flexible Kunststoffbehälter eine weitere Aufhängevorrichtung
18 im Bereich des Steges zwischen den Verbindungseinrichtungen 14, 14' und 15, 15'
auf. Diese an sich aus der DE 94 01 288 U1 bekannte Einrichtung hat den Vorteil, daß
eine Volumensverkleinerung der relativ großen unhandlichen Kunststoffbehälter wenigstens
während der Anwendung und Applikation beim Patienten möglich ist. Durch Herunterklappen
der oberen Hälfte des Behälters umfassend die Kompartimente 2, 3, 4 und gegebenenfalls
6 nach dem Vermischen der Inhaltsstoffe im Kompartiment 5 ist es möglich, das scheinbare
Volumen der flexiblen Kunststoffbehälter zu verringern.
[0023] In der Fig. 2 ist eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kunststoffbehälter
dargestellt, bei der die Kompartimente 2 und 6 räumlich voneinander getrennt wurden.
Diese Anordnung hat den Vorteil, daß eine separate Öffnung der Verbindungseinrichtungen
13 und 16 besser möglich ist.
[0024] Der in den Fig. 3 und 4 dargestellte Steg 19, der gegebenenfalls die Aufhängevorrichtung
18 trägt, verhindert die aus Stabilitätsgründen unerwünschte direkte Mischung der
Inhaltsstoffe der Kompartimente 3 und 4 vor dem Eintritt der Inhaltsstoffe in das
Kompartiment 5.
[0025] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung besteht in den teilweise oder vollständig
gefüllten Kunststoffbehältern. Besonders bevorzugt ist die Befüllung des Kompartiments
3 mit Kohlenhydraten, des Kompartiments 4 mit Fetten und des Kompartiments 5 mit Aminosäuren.
Bedingt durch die im Verhältnis zu Aminosäuren größere Dichte der Kohlenhydrate, ist
eine besonders einfache Mischung dieser Bestandteile möglich.
[0026] Besonders bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Beutel ohne zusätzliche Umbeutel
in den Handel gebracht. Dies ist aufgrund der hervorragenden Trennung untereinander
störender Bestandteile möglich.
Ausführungsbeispiele
Beispiel
[0027] In einem 5-Kammerbeutel gemäß Figur 2 enthaltend im Kompartiment 2 eine übliche wässrige
Lösung von Spurenelementen (10 ml), im Kompartiment 3 eine 38,2%-ige Dextroselösung
(655 ml), im Kompartiment 4 eine übliche Fettemulsion (365 ml), im Kompartiment 5
eine übliche Aminosäurelösung (640 ml) und im Kompartiment 6 eine übliche Lösung enthaltend
Vitamine (10 ml) wurden zunächst durch Öffnungen der Verbindungsreinrichtungen 13
und 16 in den Kompartimenten 3 und 4 binäre Gemische aus Spurenelementen und Dextrose
bzw. Vitaminen und Fetten hergestellt.
[0028] Anschließend wurde durch Öffnen der Verbindungseinrichtung 15 ein ternäres Gemisch
aus Vitaminen Fettemulsion und Aminosäuren im Kompartiment 5 hergestellt. Nach der
vollständigen Entleerung des Kompartiments 4 wurde die Verbindungseinrichtung 14 geöffnet
und ein Gemisch aller Bestandteile in dem Kompartiment 5 ernalten. Nach der kompletten
Entleerung des Kompartiments 3 wurde eine Infusion mit einer Geschwindigkeit von 2,5
ml/min simuliert.
[0029] Die Güte der Mischung konnte optisch beobachtet werden.
[0030] Um das Mischverhältnis zu bewerten, wurde der Dextrosegehalt nach verschiedenen Entnahmezeiten
gemessen.
[0031] Die Werte sind der folgenden Tabelle 1 wiedergegeben.
Tabelle 1
| Zeit (min) |
Gehalt an Dextrose (g/l) Nominalwert 148,8 g/l |
| 0 |
148,0 |
| 2 |
150,4 |
| 5 |
149,6 |
| 10 |
136,9 |
| 15 |
151,1 |
| 20 |
150,8 |
| 30 |
149,6 |
| 45 |
150,4 |
| 60 |
149,8 |
| 90 |
152,1 |
| 120 |
148,7 |
| 180 |
149,5 |
| 240 |
148,8 |
| 300 |
148,8 |
| 360 |
149,0 |
| 420 |
149,5 |
| 480 |
149,2 |
| 540 |
148,8 |
| 600 |
148,8 |
| 660 |
148,8 |
[0032] Die Tabelle zeigt, daß eine homogene Mischung ohne weitere Manipulation erhalten
werden kann, wenn die Aminosäurelösung sich in dem unterem Kompartiment befindet und
das Brechsiegel 15, das die Fettemulsion von der Aminosäurelösung trennt, zuerst gebrochen
wird.
Vergleichsbeispiel
[0033] In einem 5-Kammerbeutel gemäß Figur 2 enthaltend im Kompartiment 2 die wässrige Lösung
von Spurenelementen (10 ml), im Kompartiment 3 die Aminosäurelösung (640 ml), im Kompartiment
4 die Fettemulsion (365 ml), im Kompartiment 5 die Glucoselösung (655 ml) und im Kompartiment
6 die Vitaminlösung (10 ml).
[0034] Analog Beispiel 1 wurden zunächst binäre Gemische in den Kompartimenten 3 und 4 hergestellt.
[0035] Anschließend wurde durch Öffnen der Verbindungseinrichtung 14 ein ternäres Gemisch
aus Spurenelementen, Aminosäuren und Glucose im Kompartiment 5 hergestellt.
[0036] Nach dem vollständigen Entleeren des Kompartiments 3 wurde die Verbindungseinrichtung
15 geöffnet und der Inhalt des Kompartiments 4 in das Kompartiment 5 einlaufen gelassen.
[0037] Es zeigte sich, daß keine Vermischung der Aminosäurelösung und der Dextrose einerseits
und der Fettemulsion andererseits eintrat. In jedem Fall war eine scharfe Trennungslinie
zwischen den beiden Schichten erkennbar.
1. Flexibler Kunststoffbehälter (1) zur räumlich getrennten Lagerung und gegebenenfalls
selektiver Sterilisierung der Inhaltsstoffe von Parenteralien oder Enteralien umfassend
wenigstens vier Kompartimente (2), (3), (4) und (5) sowie gegebenenfalls ein Kompartiment
(6), die geeignet sind zur Aufnahme von Spurenelementen im Kompartiment (2), Kohlenhydraten
im Kompartiment (3), Fetten im Kompartiment (4) und Aminosäurelösungen im Kompartiment
(5) sowie gegebenenfalls Elektrolyten und/oder Vitaminen im Kompartiment (6) mit jeweils
einer verschließbaren Einfüllöffnung (7), (8), (9) und (10) sowie gegebenenfalls (11);
eine Auslauföffnung (12) zur Applikation des Gemisches der Inhaltsstoffe der Parenteralien
oder Enteralien;
steril von außen zu öffnende Verbindungseinrichtungen (13, 13'), (14, 14') und (15,
15') sowie gegebenenfalls (16, 16') mit denen jeweils Strömungsverbindungen zwischen
den Kompartimenten (2), (3), (4) und (5) sowie gegebenenfalls (6) herstellbar sind;
wobei
die Volumenverhältnisse der Kompartimente (2), (3), (4) und (5) sowie gegebenenfalls
(6) derart gewählt sind, daß bei Gebrauchslage mittels der Aufhängevorrichtung (17)
eine vollständige Mischung aller Inhaltsstoffe in dem Kompartiment (5) durch Öffnen
der Verbindungseinrichtungen (13, 13'), (14, 14') und (15, 15') sowie gegebenenfalls
(16, 16') möglich ist;
das Volumenverhältnis des Kompartiments (2) zum Kompartiment (3) derart gewählt ist,
daß bei Gebrauchslage mittels der Aufhängeeinrichtung (17) eine vollständige Mischung
der Inhaltsstoffe der Kompartimente (2) und (3) in dem Kompartiment (3) durch Öffnen
der Verbindungseinrichtung (13) möglich ist und
gegebenenfalls das Volumenverhältnis des Kompartiments (4) zum Kompartiment (6) derart
gewählt ist, daß bei Gebrauchslage mittels der Aufhängevorrichtung (17) eine vollständige
Mischung der Inhaltsstoffe der Kompartimente (4) und (6) in dem Kompartiment (4) durch
Öffnen der Verbindungseinrichtung (16, 16') möglich ist.
2. Behälter nach Anspruch 1 umfassend die Kompartimente (2), (3), (4) und (5).
3. Behälter nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine weitere Aufhängevorrichtung
(18) im Bereich des Steges zwischen den Verbindungseinrichtung (14, 14') und (15,
15').
4. Behälter nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Verbindungseinrichtungen (13,), (14) und (15) sowie gegebenenfalls (16) in Form
von Brechventilen und/oder Brechzapfen ausgebildet sind.
5. Behälter nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Verbindungseinrichtungen (13'), (14') und/oder (15') sowie gegebenenfalls (16')
in Form von peelfähigen Heißsiegelnähten ausgebildet sind.
6. Behälter nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das Kompartiment (3) Kohlenhydrate, das Kompartiment (4) Fette und das Kompartiment
(5) Aminosäurelösung enthält.
7. Behälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Kompartiment (2) Vitamine,
Oligoelemente, Elektrolyte oder Spurenelemente enthält.
8. Behälter nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Kompartiment (6)
Vitamine enthält.