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EP 0 790 397 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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19.09.2001 Patentblatt 2001/38 |
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Anmeldetag: 17.01.1997 |
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Zylinderlaufbuchse für Verbrennungskraftmaschinen und ihr Herstellungsverfahren
Circuit liner unit for an internal combustion engine and method of fabrication
Chemise de cylindre pour moteur à combustion interne et procédé de fabrication
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT DE FR GB IT SE |
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Priorität: |
17.02.1996 DE 19605946
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.08.1997 Patentblatt 1997/34 |
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Patentinhaber: Federal-Mogul Burscheid GmbH |
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51399 Burscheid (DE) |
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Erfinder: |
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- Gödel, Peter
86495 Freienried (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 716 156 EP-A- 0 732 493 DE-A- 2 545 242 US-A- 4 495 907 US-A- 5 598 818
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EP-A- 0 725 158 WO-A-95/21994 DE-B- 1 282 243 US-A- 5 110 631
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Zylinderlaufbuchse für Verbrennungskraftmaschinen zum
Einsatz in die Zylinderbohrungen eines Motorblocks wobei die Zylinderlaufbuchse im
Freiformverfahren durch thermisches Aufspritzen von Spritzmaterial auf einen als Formkörper
dienenden Dorn unter Bildung einer Zylinderwandung hergestellt ist sowie das Verfahren
ihrer Herstellung.
[0002] Bei Verbrennungskraftmaschinen mit einem Motorblock aus Gußeisen- oder Aluminiumlegierungen
ist es vielfach üblich, in die Zylinderbohrungen des Motorblocks Zylinderlaufbuchsen
einzusetzen. Die Buchsen bestehen aus zylindrischen Rohrabschnitten und begrenzen
im Motor mit ihren Innenflächen den Brennraum der Verbrennungskammer, wobei die Innenflächen
gleichzeitig als Laufflächen für die Kolbenringe dienen. Entsprechend der hohen Verschleißbelastung
werden als Laufbuchsenwerkstoffe verschleißfeste Gußeisen- oder Stahllegierungen oder
auch Sinterwerkstoffe verwendet. Die Laufflächen der Buchsen müssen zusätzlich aufwendig
spanabhebend bearbeitet werden, und gegebenenfalls sind die Laufflächen mit verschleißfesten
Beschichtungen versehen.
[0003] Die Herstellung solcher Zylinderlaufbuchsen ist in der Praxis dadurch aufwendig und
kostspielig. Zusätzlich können im Gußverfahren und Sinterverfahren Zylinderlaufbuchsen
nur innerhalb begrenzter Abmessungsbereiche hergestellt werden. Insbesondere dünnwandige
Zylinderlaufbuchsen, die vor allem für moderne PKW-Motoren mit Motorblöcken aus Aluminiumlegierungen
zur Leistungsoptimierung benötigt werden, können nach den bisherigen Verfahren nicht
oder nur sehr aufwendig hergestellt werden.
[0004] Aus der DE PS 1 282 243 ist ein Verfahren zum Herstellen von Aluminiumzylindern mit
eingegossenen Stahllaufbuchsen zu entnehmen, wonach eine Stahlschicht auf einen Dorn
gespritzt wird. Zur Verbindung der Laufbuchse mit dem Zylinder wird in der Laufbuchse
ein Unterdruck erzeugt, so daß das Aluminium in die Poren der Umfangsfläche eindringt.
Die Laufbuchse besteht aus nur einer Schicht.
[0005] Die US 5110631 A offenbart ein Verfahren zur Beschichtung von Körpern, durch aufspritzen
von Spritzmaterialien. Das Spritzmaterial wird in einer besonderen Spritztechnik auf
die Körper gesprtiz und dient zur Herstellung von separaten Körpern oder als Beschichtung.
Der Beschichtungsaufbau ist einlagig.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zylinderlaufbuchse für
Verbrennungsmaschinen und ein Verfahren ihrer Herstellung zu schaffen, mit dem eine
Zylinderlaufbuchse bei hoher Verschleißfestigkeit einfach und kostengünstig mit optimal
dünner Wandstärke hergestellt werden kann und anschließend als eigenständiges Bauteil
in einem Motorblock einsetzbar ist..
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale der Patentansprüche
1 und 3 gelöst.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung ist im Unteranspruch dargelegt.
[0008] Für das angewendeten Verfahren wird als Formkörper ein Dom mit einem dem Innenumfang
der herzustellenden Zylinderlaufbüchse entsprechenden Außenumfang verwendet, und auf
die äußere Umfangsfläche des rotierenden Dorns wird nach einem der bekannten thermischen
Spritzverfahren das Spritzmaterial in der gewünschten Stärke aufgetragen. Nach dem
Abziehen vom Dorn wird die Buchse an den Stirnflächen bearbeitet.
[0009] Die fertiggestellte erfindungsgemäße Zylinderlaufbuchse ist stabil und kann problemlos
von der Herstellung bis zum Einbau in den Motorblock gelagert und gehandhabt werden.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können Zylinderlaufbuchsen mit Normdurchmessern
für alle gängigen Motorentypen hergestellt werden. Die Buchse kann vor allem dünnwandig
mit Wandstärken von größer gleich 1 mm sowie in Längen von 100 mm bis 260 mm hergestellt
werden. Denkbar wären auch andere Abmessungen.
[0010] Als thermische Spritzverfahren sind alle bekannten Spritzverfahren prinzipiell anwendbar.
Bevorzugt wird aber das Flammspritzverfahren. Als Spritzmaterialien sind die im Handel
erhältlichen Spritzwerkstoffe aus Metall und/oder Metallkeramik einsetzbar. Die die
Lauffläche bildende Schicht besteht aus einem besonders verschleißfesten und brandspursicherem
Material aus Molybdän oder einer Molybdänlegierung bestehen, während die äußere Deckschicht
aus einer Aluminiumlegierung bestehen kann. Dazwischen kann eine Bindeschicht aus
beispielsweise einer selbstfließenden Kobalt- oder Nickellegierung aufgetragen sein.
Besonders vorteilhaft ist dabei, daß die Materialauswahl auf den Anwendungsfall abgestimmt
sein kann und durch Einstellung der Spritzparameter vor allem eine Laufflächenschicht
mit optimalen tribologischen Eigenschaften hergestellt werden kann.
[0011] Die äußere Umfangsfläche des Formkörpers ist hartverchromt und gegebenenfalls mit
einem Antihaftspray versehen, sodaß die fertiggestellte Buchse von dem Formkörper
problemlos abgezogen werden kann. Eine besondere und aufwendige spanabhebende Bearbeitung
der Lauffläche der Buchse ist in den meisten Fällen nicht erforderlich, da die Lauffläche
eine Form entsprechend der Oberfläche des Formkörpers besitzt.
[0012] Die erfindungsgemäßen Zylinderlaufbuchsen wurden in Motorversuchen getestet. Dabei
war die Zylinderlaufbuchse auch in Dauerlauftestversuchen optimal verschleißfest und
lief störungsfrei.
[0013] Durch die Erfindung ist somit eine Zylinderlaufbuchse geschaffen, die nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren einfach und kostengünstig hergestellt werden kann. Die erfindungsgemäße
Laufbuchse kann mit optimalen Verschleißfestigkeitswerten und tribologischen Eigenschaften
hergestellt werden. Gleichzeitig ist die Zylinderlaufbuchse mit dünnwandiger Geometrie
für praktisch alle Motortypen herstellbar.
[0014] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispieles in der Zeichnung dargestellt.
Die Zylinderlaufbuchse (1) ist aus drei übereinanderliegenden thermischen Spritzschichten
gebildet. Die Innenschicht (2) der Zylinderlaufbuchse besteht aus einer verschleißfesten
und brandspursicheren Molybdänschicht. Sie bildet die Lauffläche für die Kolbenringe
und begrenzt den Brennraum der Verbrennungskammer. Auf die äußere Umfangsfläche der
Molybdänschicht (2) ist eine niedrig schmelzende Kobaltlegierung als Haftzwischenschicht
(3) aufgetragen und die Außenschicht (4) der Zylinderlaufbuchse (1) besteht aus einer
Aluminiumlegierung als Deckschicht. Die Übergänge zwischen den einzelnen Schichten
(2,3,4) können gradiert ausgeführt werden.
1. Zylinderlaufbuchse für Verbrennungskraftmaschinen zum Einsatz in die Zylinderbohrung
eines Motorblocks, wobei die Zylinderlaufbuchse (1) im Freiformverfahren durch thermisches
Aufspritzen von Spritzmaterial auf einen als Formkörper dienenden Dorn unter Bildung
einer Zylinderwandung hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Zylinderwandung der Zylinderlaufbuchse aus einer thermisch aufgetragenen Verschleißschicht
(2) am Innenumfang, einer auf die Verschleißschicht (2) aufgetragenen Binde-Zwischenschicht
(3) und einer darauf aufgetragenen Deckschicht (4) am Außenumfang besteht
2. Zylinderlaufbuchse nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zylinderwandung der Zylinderlaufbuchse (1) eine Wandstärke von 1 mm und mehr
besitzt.
3. Verfahren zur Herstellung der Zylinderlaufbuchse (1) nach mindestens einem der Patentansprüche
1 und 2 durch thermisches Aufspritzen von Spritzmaterial auf die Außenfläche eines
als Formkörper dienenden rotierenden Dorns und anschließendem Abziehen der gebildeten
Zylinderlaufbuchse (1) vom Dorn und darauffolgende Stirnflächenbearbeitung der Zylinderlaufbuchse
(1), dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Umfangsfläche des als Formkörper dienenden Dorns mit einer Hartchromschicht
versehen ist, die vor dem thermischen Aufspritzen zur Bildung der Zylinderlaufbuchse
(1) sandgestrahlt und/oder mit einem Antihaftspray behandelt wird, wobei die Zylinderwandung
der Zylinderlaufbuchse aus einer thermisch aufgespritzten Verschleißschicht (2) am
Innenumfang, einer auf die Verschleißschicht (2) aufgespritzten Binde-Zwischenschicht
(3) und einer darauf aufgespritzten Deckschicht (4) am Außenumfang besteht.
1. Cylinder liner for a combustion engine to be inserted into the cylinder bore of an
engine block, the cylinder liner (1) being produced in a free-forming method by thermal
spraying of spray material onto a mandrel serving as a moulded article, forming a
cylinder wall, characterised in that the cylinder wall of the cylinder liner comprises a thermally applied anti-abrasion
layer (2) at the inner circumference, a bonding intermediate layer (3) applied to
the anti-abrasion layer (2) and an outer layer (4) applied thereto on the outer circumference.
2. Cylinder liner according to patent claim 1, characterised in that the cylinder wall of the cylinder liner (1) has a wall thickness of 1 mm and more.
3. Method of manufacturing the cylinder liner (1) according to at least one of patent
claims 1 and 2 by thermally spraying spray material onto the outer surface of a rotating
mandrel serving as a moulded article and then removing the formed cylinder liner (1)
from the mandrel and subsequent machining of the end faces of the cylinder liner (1),
characterised in that the outer peripheral surface of the mandrel serving as the moulded article is provided
with a hard-chrome plated layer which is sand-blasted before the thermal spraying
to form the cylinder liner (1) and/or treated with an anti-adhesive spray, the cylinder
wall of the cylinder liner comprising a thermally sprayed-on anti-abrasion layer (2)
on the inner circumference, a bonding intermediate layer (3) applied to the anti-abrasion
layer (2) and an outer layer (4) sprayed onto same at the outer circumference.
1. Chemise de cylindre pour moteur à combustion interne destinée à être montée dans un
alésage de cylindre d'un bloc moteur, la chemise de cylindre (1) étant produite dans
un procédé de formage libre par pulvérisation thermique d'un matériau pulvérisable
sur un noyau servant de corps de forme en formant une paroi de cylindre, caractérisé en ce que la paroi de cylindre de la chemise de cylindre comprend une couche résistant à l'usure
(2) appliquée thermiquement sur une périphérie interne, une couche intermédiaire de
liage appliquée sur la couche résistant à l'usure (2) et une couche de revêtement
(4) appliquée sur la couche intermédiaire (3) sur la périphérie externe.
2. Chemise de cylindre selon la revendication 1, caractérisé en ce que la paroi de cylindre de la chemise de cylindre (1) présente une épaisseur de paroi
de 1 mm et plus.
3. Procédé de fabrication de la chemise de cylindre (1) selon au moins une des revendications
1 à 2 par pulvérisation thermique d'un matériau pulvérisable sur la surface externe
d'un noyau rotatif servant de corps de forme et en retirant ensuite la chemise de
cylindre formée (1) du noyau suivi d'un usinage de surface frontal de la chemise de
cylindre (1), caractérisé en ce que la surface périphérique externe du noyau servant de corps de forme est pourvu d'une
couche de chrome dur qui avant la pulvérisation thermique pour la formation de la
chemise de cylindre (1) est décapée au sable et/ou est traitée avec un spray anti-adhérent,
la paroi de cylindre de la chemise de cylindre étant constituée d'une couche résistant
à l'usure (2) pulvérisée thermiquement sur la périphérie interne, une couche intermédiaire
de liage (3) pulvérisée sur la couche résistant à l'usure (2) et une couche de revêtement
(4) pulvérisée sur la couche (3) sur la périphérie externe.
