[0001] Die Erfindung betrifft einen Schieberverschluß zum Öffnen und Schließen des Auslaufkanals
eines Gießgefäßes für metallische Schmelzen, insbesondere Stahl, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
[0002] Derartige Schieberverschlüsse sind allgemein bekannt. Ein solcher ist in Figur 1
im schematischen Längsschnitt dargestellt. Dementsprechend umfaßt der Schieberverschluß
eine Schieberplatte 1 mit einer zentralen Auslauföffnung 10, die in öffnungsstellung
mit dem Auslaufkanal des Gießgefäßes korrespondiert, einen an der Unterseite der Schieberplatte
angesetzten Ausgußstutzen 6 mit einem aus Feuerfest (FF)-Material bestehenden Rohrabschnitt
11 und einen wannenartigen Stahlrahmen 2, innerhalb dem die Schieberplatte 1 unverrückbar
gehalten ist. Die Fixierung der Schieberplatte 1 innerhalb des Stahlrahmens 2 wird
durch eine zwischen Schieberplatte und Stahlrahmen ausgebildete Schicht aus Feuerfest-Mörtel
oder dergleichen Keramik-Gießmasse gewährleistet. Die entsprechende Mörtelschicht
ist in Figur 1 mit der Bezugsziffer 3 gekennzeichnet. An der Unterseite des Stahlrahmens
2 greifen sogenannte thermodynamische Federelemente an. Diese dienen dazu, die Schieberplatte
1 in dichter Anlage an einer an der Unterseite des Gießgefäßes angeordneten Kopfplatte
zu halten. Diese thermodynamischen Federelemente sind in Figur 1 mit der Bezugsziffer
4 versehen. Ergänzend zu Figur 1 wird auf die Ausführungen in der DE 19 51 447 B1
verwiesen.
[0003] Durch ein dem Ausgußstutzen zugeordnetes Schattenrohr, gehalten durch einen Manipulator,
welches in Figur 1 nicht dargestellt ist, kann es zu einer seitlichen Auslenkung des
Ausgußstutzens kommen. Eine derartige Auslenkung hat zur Folge, daß der Stahlrahmen
an einer Seite sich nach unten ausbeult, während er an der gegenüberliegenden Seite
unter entsprechender Verdrängung von Mörtel nach innen gedrückt wird. Diese Materialverdrängung
ist möglich aufgrund der Tatsache, daß die Dicke der Mörtelschicht relativ groß ist
und in der Regel zwischen etwa 10 bis 15 mm, insbesondere etwa 12 mm beträgt. Es handelt
sich um einen hochtonerdehaltigen Mörtel, der nur begrenzt druckfest ist.
[0004] Die Folge der erwähnten Belastungen ist, daß der Ausgußstutzen im Übergangsbereich
zwischen Rohrabschnitt 11 und Stahlrahmen 2 bricht. In Figur 1 ist die Bruchlinie
mit der Bezugsziffer 12 gekennzeichnet.
[0005] Figur 2 zeigt eine Fotografie eines in der oben beschriebenen Weise seitlich ausgelenkten
Ausgußstutzens. Figur 3 zeigt eine Fotografie des Schieberverschlusses gemäß Figur
2 in Längsrichtung aufgeschnitten. Die anhand der Figur 1 beschriebene Bruchlinie
12 ist dort sehr gut erkennbar.
[0006] Ausgehend von dem erwähnten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabe zugrunde, einen Schieberverschluß der obengenannten Art so zu verbessern,
daß ein Ausbeulen des Stahlrahmens bei Angriff von seitlichen Kräften am Ausgußstutzen
und damit ein Bruch des Ausgußstutzens im Übergangsbereich zum Stahlrahmen verhindert
wird.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0008] Der Kern der vorliegenden Erfindung liegt also in der Anordnung einer Druckplatte
an der Unterseite des Stahlrahmens. Diese Druckplatte weist eine zentrale Ausnehmung
für den Durchtritt des Rohrabschnittes des Ausgußstutzens auf. Die Druckplatte gewährleistet
eine gleichmäßige Druckverteilung der durch die thermodynamischen Federelemente 4
ausgeübten Druckkräfte auf den Stahlrahmen und damit auch auf die Schieberplatte 1.
Bei auf den Ausgußstutzen seitlich einwirkenden Kräften verhindert die erwähnte Druckplatte
ein Ausbeulen der Unterseite des Stahlrahmens 2 nach außen und innen. Die Folge ist,
daß auch der Ausgußstutzen trotz seitlich einwirkender Kräfte in seiner ursprünglichen
Position bleibt, d. h. nicht mehr seitlich ausgelenkt wird. Dies wiederum hat zur
Folge, daß ein Bruch des Ausgußstutzens im Übergangsbereich zum Stahlrahmen sicher
vermieden wird. Versuche haben gezeigt, daß bei einem erfindungsgemäß ausgebildeten
Schieberverschluß weder die Ausbeulung 5 und Stauchung 7 an der Unterseite des Stahlrahmens
2 noch der Bruch 12 im Übergangsbereich zwischen Ausgußstutzen und Stahlrahmen 2 gemäß
Figur 1 auftreten.
[0009] Um die gleiche Einbauhöhe des Schieberverschlusses zu erhalten, wird die Mörtelschicht
3 zwischen Schieberplatte 1 und Stahlrahmen 2 auf ein Minimum reduziert, und zwar
vorzugsweise auf eine Dicke, die etwa 4 bis 7 %, insbesondere etwa 6 % der Gesamthöhe
von Schieberplatte, Mörtelschicht, Stahlrahmen und Druckplatte beträgt. Auch diese
geringe Schichtdicke trägt zur Stabilität des Schieberverschlusses bei. Ein Ausbeulen
des Stahlrahmens nach innnen bzw. eine Stauchung 7 des Stahlrahmens gemäß Figur 1
ist aufgrund der minimalen Dicke der Mörtelschicht nicht mehr möglich. Es feht Material,
welches entsprechend verdrängt werden könnte.
[0010] Die Stabilität der Gesamtkonstruktion läßt sich zusätzlich dadurch erhöhen, daß der
Rohrabschnitt des Ausgußstutzens mit einem Stahlmantel umgeben wird, der sich durch
die Druckplatte und den Stahlrahmen hindurch bis an die Unterseite der Schieberplatte
erstreckt und sich an dieser unmittelbar abstützt.
[0011] Nachstehend ist ein erfindungsgemäß ausgebildeter Schieberverschluß anhand der Figur
4 näher erläutert. Diese zeigt einen erfindungsgemäß ausgebildeten Schieberverschluß
im Längsschnitt ähnlich demjenigen gemäß Figur 1, wobei gleiche Teile mit denselben
Bezugsziffern wie in Figur 1 gekennzeichnet sind. Demgemäß umfaßt der Schieberverschluß
gemäß Figur 4 ebenfalls eine Schieberplatte 1 mit Auslauföffnung 10, einen der Auslauföffnung
10 zugeordneten Ausgußstutzen 6 mit Rohrabschnitt 11, und einen wannenartigen Stahlrahmen
2, innerhalb dem die Schieberplatte 1 plaziert ist. Der Auslaufstutzen 6 bzw. dessen
Rohrabschnitt 11 ist von einem Stahlmantel 13 umgeben, der sich durch den Stahlrahmen
2 hindurch bis an die Unterseite der Schieberplatte 1 unter Abstützung an dieser erstreckt.
Der Stahlmantel 13 ist des weiteren mit dem Stahlrahmen 2 schweißverbunden. Die Schweißverbindung
längs des Randes der Öffnung im Boden des wannenartigen Stahlrahmens 2, durch die
sich der Ausgußstutzen samt Stahlmantel 13 hindurcherstreckt, ist mit der Bezugsziffer
9 gekennzeichnet. An der Unterseite des wannenartigen Stahlrahmens 2 ist eine Druckplatte
8 aus Stahl angeordnet, gegen die im Einsatz die thermodynamischen Elemente 4 drücken.
Durch die Druckplatte 8 wird die entsprechende Federkraft gleichmäßig auf den Boden
des Stahlrahmens 2 und damit auf die Schieberplatte 1 verteilt. Des weiteren verhindert
die Druckplatte 8 ein Ausbeulen oder Stauchen des Stahlrahmens 2, bzw. dessen Bodens,
wie anhand der Figur 1 beschrieben. Damit wird durch die Druckplatte 8 die Stabilität
des Ausgußstutzens 6 gegenüber seitlicher Auslenkung erhöht. Zusätzlich wird die Stabilität
des Ausgußstutzens 6 dadurch erhöht, daß der Stahlmantel 13 sich sowohl durch die
Druckplatte 8 als auch durch den Stahlrahmen 2 hindurch bis an die Unterseite der
Schieberplatte 1 unter Abstützung an dieser erstreckt.
[0012] Um eine unveränderte Einbauhöhe der Anordnung zu erhalten, ist die Dicke der Mörtelschicht
zwischen der Unterseite der Schieberplatte 1 und dem Boden des wannenartigen Stahlrahmens
2 auf ein Minimum reduziert. Auch dadurch wird die Stabilität des Ausgußstutzens gegenüber
seitlicher Auslenkung gefördert, wie eingangs ausgeführt. Vorzugsweise beträgt die
Dicke der Mörtelschicht 3 etwa 4 bis 7 %, inbesondere etwa 6 % der Gesamthöhe von
Schieberplatte 1 samt Mörtelschicht 3, Stahlrahmen 2 und Druckplatte 8. Die Druckplatte
8 weist eine Dicke auf, die etwa 20 bis 28 %, insbesondere etwa 23 bis 25 % der Gesamthöhe
von Schieberplatte samt Mörtelschicht, Stahlrahmen und Druckplatte beträgt.
[0013] Die minimale Dicke der Mörtelschicht 3 ist durch die maximale Größe der körnigen
Zuschlagstoffe des Mörtels oder einer entsprechenden keramischen Gießmasse definiert.
[0014] Wie dargelegt, ist die Dicke der Mörtelschicht 3 unterseitig auf ein Maß reduziert
derart, daß die Höhe von Schieberplatte 1, Stahlrahmen 2, Mörtelschicht 3 und Druckplatte
8 derjenigen einer herkömmlichen Konstruktion bestehend aus Schieberplatte, Stahlrahmen
und Mörtelschicht gemäß Figur 1 entspricht. Auf diese Weise ist es nicht erforderlich,
ein neues Schiebergehäuse bereitzustellen, um den erfindungsgemäßen Schieberverschluß
einzusetzen. Die dadurch bedingte Reduzierung der Dicke der Mörtelschicht 3 hat darüberhinaus
den Vorteil, daß keine Masse zur Verdrängung für eine seitliche Auslenkung des Ausgußstutzens
6 zur Verfügung steht. Dementsprechend trägt die auf ein Minimum reduzierte Dicke
der Mörtelschicht 3 zusätzlich zur Erhöhung der Seitenstabilität des Ausgußstutzens
6 bei.
[0015] Die Druckplatte 8 weist für den Durchgang des Ausgußstutzens 6 eine zentrale Öffnung
auf, deren Durchmesser etwas größer ist als der Außendurchmesser des Ausgußstutzens
6, und zwar um etwa 1 bis 3 %. Damit wird eine durch Wärmedehnungen bedingte Zwängung
zwischen Druckplatte 8 und dem äußeren Umfang des Ausgußstutzens 6 vermieden.
[0016] Die Druckplatte 8 ist vorzugsweise an der Außenseite des Bodens des wannenartigen
Stahlmantels 2 punktuell angeschweißt. Grundsätzlich ist es auch denkbar, die Druckplatte
8 nur lose über den Ausgußstutzen 6 zu schieben, denn im montierten Zustand bzw. innerhalb
des Schiebergehäuses wird die Druckplatte 8 durch die thermodynamischen Federelemente
4 an der Unterseite des wannenartigen Stahlmantels 2 gehalten. Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen
offenbarten Merkmale werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln
oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
Bezugszeichenliste:
[0017]
- 1
- Schieberplatte
- 2
- Stahlrahmen
- 3
- Feuerfest (FF)-Mörtelschicht
- 4
- Federelement (thermodynamische Federelemente)
- 5
- Ausbeulung
- 6
- Ausgußstutzen
- 7
- Stauchung
- 8
- Druckplatte
- 9
- Umfangs-Schweißverbindung
- 10
- Auslauföffnung
- 11
- Rohrabschnitt
- 12
- Bruchlinie
- 13
- Stahlmantel
1. Schieberverschluß zum Öffnen und Schließen des Auslaufkanals eines Gießgefäßes für
metallische Schmelzen, insbesondere Stahl, mit einer Schieberplatte (1), an deren
Unterseite ein Ausgußstutzen (6) angesetzt ist, der einen aus Feuerfest (FF)-Material
bestehenden Rohrabschnitt (11) umfaßt, und die von einem wannenartigen Stahlrahmen
(2) eingefaßt ist, wobei die Fixierung der Schieberplatte (1) innerhalb des Stahlrahmens
(2) durch eine zwischen Schieberplatte und Stahlrahmen ausgebildete Schicht (3) aus
Feuerfest (FF)-Mörtel oder dergleichen Keramik-Gießmasse gewährleistet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Stahlrahmen (2) boden- bzw. unterseitig durch eine Druckplatte (8) mit zentraler
Ausnehmung für den Durchtritt des Rohrabschnitts (11) des Ausgußstutzens (6) verstärkt
ist.
2. Schieberverschluß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Dicke der Schicht (3) aus FF-Mörtel oder dergleichen boden- bzw. unterseitig auf
ein Maß reduziert ist derart, daR die Höhe von Schieberplatte (1), Stahlrahmen (2),
Mörtelschicht (3) und Druckplatte (8) derjenigen einer herkömmlichen Konstruktion
bestehend aus Schieberplatte, Stahlrahmen und Mörtelschicht entspricht.
3. Schieberverschluß nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Dicke der Mörtelschicht (3) etwa 4 bis 7 %, insbesondere etwa 6 % der Gesamthöhe
von Schieberplatte (1) samt Mörtelschicht (3), Stahlrahmen (2) und Druckplatte (8)
beträgt.
4. Schieberverschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Dicke der Druckplatte (8) etwa 20 bis 28 %, insbesondere etwa 23 bis 25 % der
Gesamthöhe von Schieberplatte (1), Mörtelschicht (3), Stahlrahmen (2) und Druckplatte
(8) beträgt.
5. Schieberverschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Rohrabschnitt (11) des Ausgußstutzens (6) von einem Stahlmantel (13) umgeben ist,
der am Durchtritt des Rohrabschnitts (11) durch den Stahlrahmen (2) mit diesem schweißverbunden
(Ringschweißnaht 9) ist.
6. Schieberverschluß nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Stahlmantel (13) um den Rohrabschnitt (11) des Ausgußstutzens (6) sich durch den
Boden des wannenartigen Stahlrahmens (2) hindurch bis an die Unterseite der Schieberplatte
(1) erstreckt, insbesondere unter unmittelbarer Abstützung an dieser.
7. Schieberverschluß nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die zentrale Öffnung der Druckplatte (8) einen Innendurchmesser aufweist, der um etwa
1 bis 3 % größer ist als der Außendurchmesser des Rohrabschnitts (11) des Ausgußstutzens
(6).