[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen
eines Teppichs gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Des weiteren bezieht
sich die Erfindung auf eine Gewebebahn zur Herstellung eines Teppichs gemäss dem obengenannten
Verfahren.
[0002] Derartige Verfahren zur Herstellung von Teppichen sind bekannt. So zeigt beispielsweise
die DE-A-2 307 694 das Aufschneiden einer Gewebebahn in Streifenform, die aufgestellt,
aneinandergereiht und im Bereich des Gewebes miteinander verbunden werden, so dass
ein Flächengebilde erhalten wird, dessen eine Oberfläche aus den freien Schussgarnenden
besteht. Im Bereich der anderen Oberfläche werden diese Streifen miteinander verbunden.
[0003] Die Verbindung dieser Streifen erfolgt hierbei in Magazinen, in welche die einzelnen
Streifen übereinander geschichtet eingelegt werden. Hierzu werden die Streifen vorgängig
mit einem Klebemittel versehen. Im Magazin wird dann dieses Klebemittel getrocknet,
was durch Beheizen der Magazin-wände erfolgen kann, oder, falls es sich um einen Schmelzkleber
handelt, aufgeschmolzen, so dass die Verbindung bewerkstelligt werden kann.
[0004] Diese Verfahren weisen die Nachteile auf, dass das Aufbringen des Klebemittels auf
die Streifen aufwendig und schwierig ist, und dass die Magazine, in welchen der Verbindungsvorgang
der aufeinander geschichteten Streifen vor sich geht, durch das Klebemittel verschmutzt
werden können. Dies kann zur Folge haben, dass unerwünschtes Klebemittel auch auf
die florseitige Oberfläche des entstehenden Teppichs gelangen kann. Um dies zu vermeiden,
müssen die Magazine nach jedem Durchlauf gereinigt werden, was aufwendig und zeitraubend
ist.
[0005] Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Verfahren besteht darin, dass der derart hergestellte
Teppich in Stückform vorliegt, die beim Verlegen von derartigen Teppichen zusammengefügt
werden müssen, was ebenfalls aufwendig ist und, insbesondere wenn eine spezielle Musterung
des zu verlegenden Teppichs erwünscht wird, mit zusätzlichen Schwierigkeiten verbunden
ist.
[0006] Eine erste Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass ein Verfahren geschaffen
wird, welches einerseits zulässt, dass die in Magazinen gestapelten Streifen zu einem
fortlaufenden Teppichband verbunden werden können und die Verbindung dieser Streifen
ausserhalb der eigentlichen durch die Magazine gebildeten Stapelanordnungen in einfacher
Weise vorgenommen werden kann.
[0007] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung dieser Aufgabe durch die in der Kennzeichnung
des Anspruches 1 angegebenen Verfahrensschritte.
[0008] In vorteilhafter Weise wird das Klebemittel in Form eines Pulvers aufgebracht, wonach
eine Heizeinrichtung durchlaufen wird, in welche das Pulver gesintert wird und eine
Schicht entsteht, die die Rückseite des Teppichs bildet und die zusätzlich in bekannter
Weise mit einem Zweitrücken zur Verstärkung versehen werden kann. Dadurch wird erreicht,
dass eine Verschmutzung sowohl des Flors des Teppichs als auch der Anlage praktisch
ausgeschlossen wird.
[0009] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens besteht darin, dass zur Herstellung
der Gewebebahn Bindefäden verwendet werden, die mindestens teilweise aus einem Schmelzkleber
gebildet sind. Die so hergestellte Gewebebahn wird vor dem Längsschneiden durch eine
erste Heizeinrichtung geführt, in welcher der Schmelzkleber der Bindefäden geschmolzen
wird und eine feste Verbindung mit den Schussfaden entsteht, so dass die danach durch
den Längsschnittvorgang erhaltenen Streifen stabil sind. Beim Durchlaufen der Heizeinrichtung
zur Sinterung des in Pulverform aufgebrachten Klebemittels zur Bildung der Rückseite
des Teppichs erfolgt hierbei zusätzlich eine optimale Verbindung mit dem Schmelzkleber
der Bindefäden und den Schussfaden.
[0010] In vorteilhafter Weise werden die aus Streifen bestehenden Stapel, die auf das Band
abgelegt werden, auf welchem sie mit einer Schicht versehen werden, durch auf dem
Band angebrachte Stege am vorderen und hinteren Ende gehalten, wobei die Stege eine
Höhe aufweisen, die geringer ist als die Länge der geschnittenen Schussfaden, so dass
eine durchgehende Schicht angebracht werden kann und somit ein fortlaufendes Teppichband
entsteht.
[0011] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens besteht
darin, dass die mit Streifen gefüllten Stapelanordnungen in mehreren Stationen abgesetzt
werden. Die einzelnen Stapel können dann wahlweise aus diesen Stationen entnommen
und zur Bandanordnung geführt werden. Hier werden die Streifen auf das Band ausgestossen.
Die geleerten Stapelanordnungen werden weggeführt und können wiederverwendet werden.
Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die Musterung des entstehenden Teppichbands in
vielfältigster Weise zu variieren.
[0012] Bei der Verwendung einer normalen, üblichen Gewebebahn zur Herstellung von Teppichen
gemäss dem obengenannten Verfahren kommen die derart zusammengefügten Streifen derart
nahe zueinander zu liegen, dass die Wirkung der Schussfaden als Teppichflor verloren
geht und nur ein "textiler Belag" wahrgenommen werden kann, was als Qualitätsverlust
des gewünschten Teppichs anzusehen ist.
[0013] Deshalb besteht eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, dass die Gewebebahn
als Ausgangsmaterial zur Herstellung der Streifen so gestaltet ist, dass der Abstand
der einzelnen Streifen voneinander derart ist, dass der erwünschte Teppichflor entsteht.
[0014] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung dieser Aufgabe durch eine Gewebebahn, wie sie
in der Kennzeichnung des Anspruches 6 näher definiert ist.
[0015] Die Anordnung der Schussfaden in einer Doppellage und das Anbringen von Abstandfaden
im Bereich der Bindefäden hat zur Folge, dass die Schussfaden von Streifen zu Streifen
einen genügend grossen Abstand haben, wodurch die Florwirkung des entstehenden Teppichs
optimal erhalten wird.
[0016] In vorteilhafter Weise wird jeweils aussenseitig an jeder Lage der Schussfaden ein
Abstandfaden angebracht, der auf einfache Art bei der Herstellung der Gewebebahn eingewoben
wird.
[0017] In bekannter Weise kann bei der Herstellung von derartigen Gewebebahnen durch Wechsel
der Farben von Schussfaden und/oder der Art der Schussfaden ein beliebiges gewünschtes
Muster auf dem herzustellenden Teppich erreicht werden.
[0018] Ein erfindungsgemässes Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen eines Teppichs sowie
eine Gewebebahn zur Anwendung im Verfahren werden nachfolgend unter Bezugnahme auf
die Zeichnungen beispielhaft näher erläutert.
[0019] Es zeigt
Fig. 1 in schematischer Darstellung eine Seitenansicht auf die Anlage zur Herstellung
und Stapelung der Streifen;
Fig. 2 eine Ansicht auf einen Teil der Längsschnitteinrichtung;
Fig. 3 in schematischer Darstellung eine Seitenansicht auf die Bandanordnung mit der
Einrichtung zum Aufbringen des Klebemittels zur Bildung einer Schicht;
Fig. 4 eine Schnittdarstellung quer zu den Schussfaden durch eine Gewebebahn, die
zur Herstellung von Teppichen zur Anwendung kommt;
Fig. 5 eine Schnittdarstellung durch die Gewebebahn entlang Linie V-V gemäss Fig.
4; und
Fig. 6 in perspektivischer Darstellung einen Ausschnitt eines aus der Gewebebahn gemäss
Fig. 4 und 5 gebildeten Streifens.
Fig. 7 eine Draufsicht auf die schematisch dargestellte Bandanordnung gemäss Fig.
3 mit den zusätzlich vorgesehenen Stationen und der Fördereinrichtung.
[0020] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, wird eine Gewebebahn 1 kontinuierlich, beispielsweise
von einer nicht dargestellten Gewebebahnrolle, durch Zugelemente 2 durch eine erste
Heizeinrichtung 4 geführt. Bei der Herstellung der Gewebebahn können Bindefäden 27,
28 (Fig. 4) verwendet werden, die beispielsweise Kerne aufweisen, die aus Glasfasern
gebildet sind, wodurch die erforderliche Zugfestigkeit der Bindefäden erhalten wird,
welche mit einer aus einem Schmelzkleber bestehenden Umhüllung versehen sind. Beim
Durchlaufen der Gewebebahn durch die Heizeinrichtung 4, wird der die Kerne umhüllende
Schmelzkleber zum Schmelzen gebracht und es entsteht eine feste Verbindung zwischen
Bindefäden und Schussfaden.
[0021] Die wie vorgängig beschrieben behandelte Gewebebahn 1 wird danach zur Kühlung um
einen Kalander 5 geführt. Selbstverständlich können bei der Herstellung der Gewebebahn
auch andere Bindefäden ohne Schmelzkleberanteil verwendet werden, wodurch auf die
Heizeinrichtung 4 und die nachfolgende Kühlung verzichtet werden könnte. Anschliessend
durchläuft die Gewebebahn eine Schneideinrichtung 6, in welcher diese in Längsstreifen
geschnitten wird. Diese Längsstreifen werden um eine Tänzerwalze 7 geleitet, bevor
sie in die Stapelanordnung 8 gelangen.
[0022] Die Streifen werden in der Stapelanordnung 8 durch nicht dargestellte Greifer in
bekannter Weise ergriffen, in die einzelnen Magazine der Stapelanordnung eingezogen
und durch eine Querschneideinrichtung 9 abgeschnitten. Dieser Vorgang wird wiederholt
ausgeführt, wobei die Tänzerwalze 7 den Übergang vom kontinuierlichen Vorschub auf
den stufenweisen Vorschub regelt.
[0023] Jedes Magazin in der Stapelanordnung 8, das im wesentlichen aus zwei seitlichen Wänden
gebildet ist, die etwa einen gegenseitigen Abstand haben, der geringfügig kleiner
ist als die Breite der Streifen, wodurch die Streifen zwischen den Seitenwänden gehalten
sind, wird mit einem Stapel von Streifen versehen, wobei eine bewegbare Leiste 10
für die erforderliche Pressung der Stapel sorgt, die beispielsweise pneumatisch gehalten
ist.
[0024] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, besteht die Schneideinrichtung 6 aus einer glatten
Walze 12, die eine gehärtete Oberfläche aufweist, und eine parallel dazu angeordnete
Messerwalze 13. Auf der Messerwalze 13 sind scheibenförmige Messer 14 angeordnet,
deren gegenseitiger Abstand der Breite eines Streifens entspricht. Durch diese Messer
14, die fest gegen die glatte Walze 12 gedrückt werden und mit der gleichen Umfangsgeschwindigkeit
wie die glatte Walze 12 rotieren, wird die Gewebebahn in Streifen 15 geschnitten.
[0025] Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, werden die in den Magazinen der Stapelanordnung 8
gebildeten Stapel 11, die aus den übereinander geschichteten Streifen 15 bestehen,
auf eine Bandanordnung 16 abgelegt. Diese Bandanordnung 16 umfasst ein umlaufendes
Band 17, das mit quer verlaufenden Stegen 18 versehen ist, die einen Abstand voneinander
aufweisen, der im wesentlichen einer Höhe der Stapel 11 entspricht. Zum Ablegen der
Stapel 11 auf das Band 17 wird der auf einer Seitenwand liegende Stapel 11 durch Vorschieben
der Leiste 10 auf das Band 17 gelegt, wobei das vorlaufende Ende des Stapels 11 an
einem Steg 18 zur Anlage kommt. Das nachlaufende Ende des Stapels 11 wird vom nachfolgenden
Steg 18 gehalten.
[0026] So wird ein Stapel 11 nach dem anderen auf das Band 17 abgelegt, wobei die freien
Enden der Schussfaden gegen die Bandoberfläche hin gerichtet sind. Das Band 17 mit
den darauf liegenden Stapeln 11 durchläuft eine Einrichtung 19 zum Aufbringen eines
Klebemittels, das die Form eines Pulvers aufweist. Dieses Pulver wird über die gesamte
Oberfläche verteilt ausgebreitet, wonach eine Heizeinrichtung 20 durchlaufen wird.
In dieser Heizeinrichtung 20 schmilzt das in Pulverform vorliegende Klebemittel, wodurch
auf der vom Band 17 abgewandten Oberfläche der Stapel 11 eine durchgehende Schicht
21 entsteht, die die Rückseite des Teppichs bildet, durch welche die einzelnen Streifen
der Stapel 11 und die Stapel 11 selbst miteinander verbunden werden, so dass ein fortlaufendes
Teppichband 22 gebildet wird. In bekannter Weise kann zur Verstärkung der Rückseite
des Teppichs ein Zweitrücken angebracht werden, der beispielsweise die Form eines
Gewebes hat.
[0027] Das in Pulverform vorliegende Klebemittel kann beispielsweise ein EVA (Ethylen-Vinyl-Acetat)
sein. Geeignet ist insbesondere das durch die Emser Werke vertriebene in Pulverform
vorliegende Klebemittel mit der Bezeichnung "Griltex".
[0028] Dieses so gebildete fortlaufende Teppichband 22 kann durch eine nicht dargestellte
bekannte Wickeleinrichtung zu Rollen aufgewickelt werden. Das Teppichband 22 weist
hierbei eine Breite auf, die durch die Länge der Streifen vorgegeben ist, die in der
Stapelanordnung 8 (Fig. 1 ) übereinander geschichtet werden.
[0029] Wie aus Fig. 7 ersichtlich ist, können die Stapelanordnungen 8 in mehreren nebeneinander
angeordneten Stationen 32 bis 36 abgesetzt werden. An diesen Stationen 32 bis 36 läuft
eine Fördereinrichtung 37 vorbei. Auf diese Fördereinrichtung können wahlweise aus
den Stationen 32 bis 36 einzelne Magazine der Stapelanordnungen 8 in beliebiger Reihenfolge
abgelegt werden. Diese werden dann zu der Bandanordnung 16 geführt, wo, wie dies zu
Fig. 3 beschrieben worden ist, die Stapel 11 aus dem jeweiligen Magazin ausgestossen
und auf das Band 17 abgelegt werden, wonach das Teppichband 21 gebildet wird. Die
geleerten Magazine werden weggeführt und zu wiederverwendbaren Stapelanordnungen 8'
zusammengestellt.
[0030] Mit dieser Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens kann die Vielfalt der
gewünschten Musterung des herzustellenden Teppichbands noch weiter vergrössert werden,
da die Reihenfolge von aneinanderfügbaren Stapel, die unterschiedliche Musterungen
aufweisen können, wählbar ist.
[0031] Eine Gewebebahn 1, wie sie im vorgenannten Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen
eines Teppichs verwendet werden kann, ist in den Fig. 4 und 5 dargestellt. Die in
bekannter Weise auf einem Webstuhl herstellbare Gewebebahn 1 weist zwei Lagen 23 und
24 von Schussfaden 25 auf. Diese beiden Lagen 23 und 24 von Schussfaden 25 sind durch
Steherfaden 26 voneinander getrennt. Die Schussfaden 25 werden durch Bindefäden 27,
28 miteinander verbunden, wodurch die Gewebebahn 1 gebildet wird.
[0032] Zusätzlich sind in das Gewebe der Gewebebahn 1 beidseitig Abstandfaden 29, 30 eingebracht,
die quer zu den Schussfaden 25 verlaufen. Diese Abstandfaden 29, 30 sind jeweils um
einen Schussfaden gewunden und überspringen aussenseitig die nachfolgenden drei Schussfaden.
[0033] In der Schnittdarstellung gemäss Fig. 5 sind mit strichpunktierten Linien 31 die
Schnitte angegeben, durch welche die jeweiligen Streifen 15 gebildet werden. Hierbei
ist ersichtlich, dass das Abbinden durch die Bindefäden 27 und 28 der Schussfaden
25 in einem Randbereich der Streifen 15 erfolgt ist, so dass die Schussfaden 25 im
anderen Randbereich frei sind. Diese freien Enden der Schussfaden 25 bilden den Flor
des so erhaltenen Teppichs.
[0034] Fig. 6 zeigt in räumlicher Darstellung einen Ausschnitt aus einem Streifen 15. Hierbei
sind die freien Enden der Schussfaden 25 deutlich sichtbar, während im anderen Randbereich
das Abbinden durch die Bindfäden 27, 28, der Steherfaden 26 und der Abstandfaden 29
sichtbar ist.
[0035] Durch die Abstandfaden 29 wird beim Übereinanderschichten der einzelnen Streifen
15 in der Stapelanordnung 8 vermieden, dass die Streifen 15 zu nahe zueinander zu
liegen kommen, so dass die freien Enden der Schussfaden 25 eine gewisse Bewegungsfreiheit
aufweisen, wodurch der gewünschte Flor des Teppichs gebildet werden kann.
[0036] Die Gewebebahn 1 kann in bekannter Weise aus Fäden gebildet werden, die unterschiedliche
Farben, Dicken und Materialien aufweisen, wodurch mit diesem Herstellungsverfahren
eine grosse Vielfalt von unterschiedlichsten Teppichen geschaffen werden kann.
[0037] Es wäre auch denkbar, die einzelnen längsgeschnittenen Streifen in der Stapelanordnung
nicht übereinander zu legen und auf Länge zu schneiden, sondern diese jeweils aufzuwickeln,
derart, dass der abgebundene Randbereich der Streifen die rückseitige Fläche des entstehenden
Teppichs bildet, während die freien Enden der Schussfaden die florseitige Oberfläche
des Teppichs bilden. Diese Wickel könnten dann ebenfalls auf die Bandanordnung abgelegt
und beschichtet werden, wodurch einzelne Teppiche mit runder Form entstehen.
[0038] Des weiteren wäre es auch denkbar, dass pro Streifen zwei Abbindungsbereiche vorgesehen
sind, wobei diese vorzugsweise in die äusseren Randbereiche gelegt würden, und dass
danach der Streifen derart umgebogen würde, dass die beiden abgebundenen Randbereiche
aufeinander zu liegen kommen. Dadurch könnten die abgebogenen Schussfaden sogenannte
"Bouclés" bilden, wodurch mit dem selben Herstellungsverfahren eine ganz andere Art
von Teppichen hergestellt werden könnte.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen eines Teppichs, in welchem eine Gewebebahn
derart in Streifen längsgeschnitten wird, dass deren Schussfaden im einen Randbereich
der Streifen durch Bindefäden abgebunden sind und im anderen Randbereich frei sind,
und die so erhaltenen Streifen jeweils derart übereinander geschichtet werden, dass
die abgebundenen Bereiche aufeinander zu liegen kommen und in diesem Bereich miteinander
verbunden werden, während die freien Enden der Schussfaden den Flor des so erhaltenen
Teppichs bilden, dadurch gekennzeichnet, dass die längsgeschnittenen Streifen (15)
in nebeneinander angeordnete Stapelanordnungen (8) eingeführt, und übereinandergeschichtet
werden und einen Stapel (11) bilden, dass die mit Streifen (15) gefüllten Stapelanordnungen
(8) nacheinander zu einer Bandanordnung (16) geführt werden, wo die aus Streifen (15)
bestehenden Stapel (11) aus der jeweiligen Stapelanordnung (8) ausgestossen und fortlaufend
auf ein Band (17) der Bandanordnung (16) abgelegt werden, derart, dass die abgebundenen
Bereiche der Streifen (15) vom Band (17) abgewandt sind, und dass das Band (17) und
die darauf liegenden Streifen (15) durch eine Einrichtung (19) zum Aufbringen eines
Klebemittels hindurchgeführt werden, mit welchem die dem Band (17) abgewandte, durch
die Streifen (15) gebildete Oberfläche beschichtet wird und die Streifen (15) miteinander
verbunden werden, so dass ein Teppich (22) gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebemittel in Form eines
Pulvers aufgebracht wird, und dass danach eine Heizeinrichtung (20) durchlaufen wird,
in welcher das Pulver gesintert wird und eine Schicht (21) bildet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindefäden (27,
28) mindestens teilweise aus einem Schmelzkleber gebildet sind, und dass die Gewebebahn
(1), bevor sie längsgeschnitten wird, eine erste Heizeinrichtung (4) durchläuft.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die aus
Streifen (15) bestehenden Stapel (11), die auf dem Band (17) abgelegt werden, durch
ebenfalls quer auf dem Band (17) angebrachte Stege (18) gehalten werden, wobei diese
Stege (18) durch die Streifen (15) in der Höhe überragt werden und die Schicht (21)
durchgehend angebracht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mit Streifen
(15) gefüllten Stapelanordnungen (8) in mehreren Stationen (32, 33, 34, 35, 36) abgesetzt
werden, dass die einzelnen Magazine der Stapelanordnungen (8) wahlweise aus diesen
Stationen (32, 33, 34, 35, 36) auf eine Fördereinrichtung (37) gebracht werden und
zur Bandanordnung (16) geführt werden, wo die aus Streifen (15) bestehenden Stapel
(11) ausgestossen werden und dass die geleerten Magazine weggeführt und in wiederverwendbare
Stapelanordnungen (8') zusammengestellt werden.
6. Gewebebahn zur Herstellung von Teppichen gemäss dem Verfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schussfaden (25) in zwei Lagen (23, 24)
angeordnet sind und eine Doppellage bilden, welche durch die Bindefäden (27, 28) gehalten
sind, und dass im Bereich der Bindefäden (27, 28) zwischen den beiden Lagen (23, 24)
der Schussfaden (25) mindestens ein Steherfaden (26) angeordnet ist.
7. Gewebebahn nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in jedem Bereich der Bindefäden
(27, 28) mindestens ein im wesentlichen parallel dazu verlaufender Abstandfaden (29;
30) angebracht ist.
8. Gewebebahn nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf beiden Seiten der Gewebebahn
im Bereich der Bindefäden (27, 28) je ein Abstandfaden (29, 30) angeordnet ist, der
jeweils um einen Schussfaden (25) der benachbarten Lage (23 bzw. 24) gewunden ist
und mindestens den nachfolgenden Schussfaden (25) dieser Lage (23 bzw. 24) überspringt
und aussenseitig entlang dieser Lage (23 bzw. 24) der Schussfaden (25) verläuft.