[0001] Bleichmittel, die Aktivsauerstoff freisetzen, sind wichtige Bestandteile von Wasch-
und Reinigungsmitteln. Bevorzugte Einsatzgebiete sind Vollwaschmittel, Fleckensalze,
Maschinengeschirrspülmittel, Reinigungsmittel für harte Oberflächen und Gebißreiniger.
Ihre Hauptaufgabe ist die oxidative Zerstörung von Tee-, Kaffee- oder Obstflecken.
Daneben verhindern sie die Übertragung abgelöster Farbstoffpartikel, töten Bakterien
und Keime ab und sorgen für einen verbesserten Geruch der Wäsche, indem anhaftende
Geruchsstoffe zersetzt werden.
[0002] In den meisten Fällen besteht das eingesetzte Bleichsystem aus einer Mischung eines
anorganischen Persalzes mit einem Bleichaktivator, der meist in Form eines reaktiven
Esters oder einer amidhaltigen Verbindung vorliegt. Wird dieses Gemisch in Wasser
mit pH 7 - 12 eingetragen, so reagiert das aus dem Persalz freigesetzte Wasserstoffperoxid
mit dem gelösten Aktivator unter Freisetzung einer anorganischen Peroxicarbonsäure,
die ein höheres Oxidationspotential aufweist als Wasserstoffperoxid selbst und infolgedessen
reaktiver ist. Üblicherweise werden aktivierte Systeme für Waschtemperaturen von 20
- 60°C verwendet, da in diesem Bereich Wasserstoffperoxid allein nur wenig wirksam
ist.
[0003] Weitere wichtige Bestandteile moderner Wasch- und Reinigungsmittel sind Enzyme, z.B.
Proteasen, die insbesondere eiweißhaltige Verunreinigungen von Fasern oder Oberflächen
entfernen. Daneben werden in neuerer Zeit verstärkt Lipasen, Amylasen und Cellulasen
eingesetzt. Ihre chemische Struktur macht Enzyme anfällig gegenüber Oxidationsmitteln.
Reagieren Bleichmittel und Enzyme miteinander, so führt dies sowohl zu einer Zerstörung
der enzymatischen Wirksamkeit, als auch zu einem Verlust an bleichaktiven Sauerstoff.
[0004] Zur Unterbindung dieser Wechselwirkung während der Lagerung werden in Waschpulvern
normalerweise Enzyme und Bleichmittel in gecoateter Form eingesetzt. Zur Verbesserung
der Lagerstabilität von Bleichsystemen und Enzymen sind eine Reihe von Coatingmitteln
und Verfahren beschrieben worden. Ein gebräuchliches Coatingmaterial für Enzyme sind
z.B. Silikone. Für Bleichaktivatoren hingegen werden nichtionischen Tenside, Carboxymethylcellulose,
Bentonit oder Polyacrylate als Granulierhilfsmittel verwendet.
[0005] Zahlreiche Patentanmeldungen befassen sich auch mit der Erhöhung der Lagerstabilität
anorganischer Persalze, insbesondere des Natriumpercarbonats. So werden in DE-A-2417572
bzw. DE-A-2622610 als Hüllkomponenten Natriumsulfat und Natriumcarbonat bzw. Natriumsulfat,
Natriumcarbonat und Natriumsilikat genannt. Aus DE-B-2800916 ist bekannt, daß Percarbonate
durch Metaborsäure und Tetraborsäure stabilisiert werden können. DE-A-3321082 lehrt
die Umhüllung mit Natriumborat zur Verbesserung der Lagerstabilität. EP-A-0487256
beschreibt ein zweistufiges Coatingverfahren unter Verwendung von Boraten, ein mehrstufiges
Umhüllverfahren unter Verwendung von Polyacrylaten ist in DE-A-4109953 beansprucht.
[0006] Ziel aller bisher beschriebenen Granulier- und Coatingprozeße ist die Stabilisierung
des Persalzes während der Lagerung. Eine Forderung des bisherigen Standes der Technik
ist jedoch, daß sich die Produkte während der Anwendung, d.h. in der Waschlauge möglichst
schnell auflösen, um frühzeitig Wasserstoffperoxid freizusetzen. Dies hat jedoch zur
Folge, daß die Peroxicarbonsäure gebildet wird, obwohl die Enzyme ihre volle Wirksamkeit
noch nicht enfalten konnten. Infolgedessen wird zu Beginn des Waschprozesses ein großer
Teil der Enzyme durch Wechselwirkung mit dem Bleichsystem zerstört.
[0007] Es besteht daher der Wunsch, die Wechselwirkung von Bleichsystemen und Enzymen zu
Beginn des Wasch- oder Reinigungsprozeßes weitgehend zu unterbinden. Dies ist zum
Beispiel möglich durch zeitversetzte Zugabe des Bleichsystems zur Waschlauge. Eine
industrielle Lösung bieten z.B. Mehrkomponentenwaschmaschinen, die Tensid- und Enzymsystem
getrennt vom Bleichsystem zu Beginn des Waschprozesses einspülen. Erst nach ca. 15-20
min, wenn die Enzyme weitgehend abreagiert sind, wird dann das Bleichmittel zur Waschlauge
zudosiert.
[0008] Weiterhin wurde vorgeschlagen, die Auflösegeschwindigkeit des Bleichaktivators durch
ein entsprechendes Coating zu verzögern, um so die frühzeitige Bildung der Persäure
zu unterbinden. Hierdurch kann jedoch nicht verhindert werden, daß ein Teil der Enzyme
durch Wasserstoffperoxid zerstört wird. Weiterhin erweist es sich als Nachteil, daß
in diesen Fällen insbesondere bluthaltige Anschmutzungen so auf der Faser fixiert
werden, daß sie anschließend nur schwer zu entfernen sind. Es besteht daher auch weiterhin
der Wunsch nach Wasch- und Reinigungsmitteln, die Enzym- und Bleichsysteme enthalten,
die so aufgebaut sind, daß Wechselwirkungen zu Beginn des Waschprozesses weitgehend
minimiert sind und beide Systeme effektiv und effizient genutzt werden können.
[0009] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß obige Nachteile überwunden werden können,
wenn das Persalz mit den im folgenden genannten Hüllsubstanzen gecoatet ist.
[0010] Gegenstand der Erfindung sind Bleichmittel, enthaltend ein gecoatetes Persalz und
ein Enzym, wobei das Persalz mit einer C
8-C
18-Fettsäure, einem Wachs oder einem Silikonöl gecoated ist, sowie gegebenenfalls einen
Bleichaktivator oder einen Bleichkatalysator.
[0011] Die mit diesen Substanzen gecoateten Persalze haben die Eigenschaft, daß sich bei
20°C innerhalb von 3 Minuten weniger als 25 % der vorhandenen Menge an Persalz in
Wasser auflösen bzw. der theoretisch vorhandenen Menge an Wasserstoffperoxid freisetzen.
Hierdurch wird eine frühzeitige Wechselwirkung des Persalzes bzw. Wasserstoffperoxids
mit dem Enzym wirkungsvoll unterbunden.
[0012] In den erfindungsgemäßen Bleichmitteln ist das Persalz in seiner gecoateten Form
vorzugsweise zu 1- 99 Gew.-%, insbesondere 70-90 Gew-%, das Enzym zu vorzugsweise
0,05 - 10 Gew.-%, insbesondere 0,2-5 Gew.-%, enthalten. Wird ein Bleichaktivator verwendet,
so wird er in Konzentrationen von vorzugsweise 0,1 - 40 Gew.-%, insbesondere 1- 25
Gew.-% eingesetzt. Wird anstelle eines Aktivators ein Katalysator verwendet, so sind
Konzentrationen von vorzugsweise 0,001-10 Gew.-%, insbesondere 0,005 - 5 Gew.-% üblich.
[0013] Beispiele für Persalze sind anorganische Persalze wie Alkalimetallperborate, -percarbonate,
-perphosphate oder -persulfate oder Wasserstoffperoxidaddukte an anorganische Salze
oder organische Moleküle (z.B. Harnstoffaddukte). Besonders bevorzugt sind Natriumperborat,
Mono- oder Tetrahydrat, Natriumpercarbonat oder Caroat.
Die Persalze kommen in den erfindungsgemäßen Bleichmittein in umhüllter Form zum Einsatz.
Hierbei kommt es vor allen Dingen darauf an, daß die Umhüllung gleichmäßig und vollständig
ist, sodaß die Auflösung der Produkte in Wasser erheblich verzögert ist.
[0014] Als Hüllsubstanzen für die Persalze werden Fettsäuren, Wachse oder Silikonöle genommen.
Die Fettsäuren können gesättigt oder ungesättigt sein; Beispiele hierfür sind Laurinsäure,
Stearinsäure, Myristinsäure. Als Wachse kommen beispielsweise in Frage Montanwachse,
Paraffinwachse, Esterwachse oder Polyolefinwachse.
[0015] Dabei kann das Persalz in Pulverform oder bereits dem Stand der Technik entsprechend
in granulierter Form eingesetzt werden. Menge und Verteilungsgrad der Hüllsubstanz
haben entscheidenden Einfluß auf das Löseverhalten. Als optimal hat sich ein Gehalt
an Hüllsubstanz von 5-30 Gew.-% im gecoateten Persalz erwiesen. Das Aufbringen der
Hüllsubstanz kann gemäß dem Stand der Technik durch eine Vielzahl von in der Literatur
beschriebenen Techniken erfolgen. So ist es möglich, die Umhüllung in einem Mischaggregat
durch Aufsprühen der Hüllsubstanz vorzunehmen.
[0016] Zum Aufbringen der Coating-Substanzen können Mischer mit Aufdüsvorrichtung und Wirbelschichtapparate
zum Einsatz kommen. Im Falle eines Mischers sind z.B. Pflugscharmischer (kontinuierlich
und chargenweise), Ringschichtmischer oder auch Schugi-Mischer denkbar. Je nach eingesetztem
Coating-Mittel und Coating-Anforderungen kann eine Nachtrocknung oder Temperung notwendig
sein, wobei z.B. Fließbett-Trockner und Wirbelschicht-Apparate eingesetzt werden können.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Coatingstufe in einem Wirbelschichtsprühgranulator
mit Hilfe einer Zweistoffdüse durchgeführt.
[0018] Obwohl das Hüllmaterial auch in gelöster Form (z.B. in Wasser oder einem organischen
Lösemittel) aufgebracht werden kann, hat es sich als sinnvoll erwiesen, das Hüllmaterial
in Form einer Schmelze aufzudüsen. Während dieses Prozesses wird das Persalz vorzugsweise
auf erhöhter Temperatur (30-80°C) gehalten. Weiterhin hat sich zur vollständigen Umhüllung
ein Temperschritt bewährt, bei dem das Persalz mit aufgesprühtem Hüllmaterial eine
gewisse Zeit bei Temperaturen oberhalb des Schmelzpunkts des Hüllmaterials gehalten
wird.
[0019] Als Enzyme können Proteasen, Lipasen, Amylasen, Cellulasen oder Peroxidasen Verwendung
finden.
Die in den erfindungsgemäßen Bleichmitteln verwendeten Bleichaktivatoren sind aus
zahlreichen Patentanmeldungen bekannt. Beispiele hierfür sind reaktive Ester und Amide
wie in GB 836,988, 864,798, 907,356, 1,003,310 und 1,519,351; EP 284,292, 331,229,
303520, 185 522, 174,132, 120,591 und US 1,246,339, 3,332,882, 4,128,494, 4,412,934,
4,675,393, 4,751,015 und 4,397,757 beschrieben. Besonders bevorzugt sind Tetraacetylethylendiamin,
Nonanoyloxibenzolsulfonat, Benzoyloxibenzolsulfonat, Nonanoyl- und Benzoylcaprolactam,
Isatosäure-, Malein-, Bernstein- und Zitronensäureanhydride sowie acylierte Zucker
oder Zuckerderivate, daneben Alkyl-, Aryl- oder Aminonitrile.
[0020] Als Bleichkatalysatoren können in den erfindungsgemäßen Formulierungen u.a. folgende
Verbindungen Verwendung finden. Komplexe des Kupfers oder Cobalts mit Pyridincarbonsäure
oder -dicarbonsäure wie in US 3,156,654 beschrieben. US 3,532,634 lehrt die Verwendung
von Picolinsäuren, Pyrrolidoncarbonsäuren oder Phenanthrolin. In US 4,430,243 werden
EDTA und EDTMP-Komplexe von Kupfer, Eisen und Mangan als Bleichkatalysatoren beansprucht,
nach US 4,478,733 können Mangansalze in Waschmittelformulierungen auf Basis Zeolith/Orthophosphat
erfolgreich verwendet werden. Als effektive Komplexierungsmittel für Übergangsmetalle
wurden zudem Hydroxicarbonsäure (EP-A 237 111), Phosphorinsysteme (EP-A-306 089),
2,2'-Bispyridylamine (EP-A-392 592), Salen-Derivate (EP-A-408 131), makrocyclische
Polyamine (EP-A-439 387) oder Polyole wie Sorbitol (EP-A-443 651) beschrieben. Aus
ökologischen Gründen wird meist Mangan als Zentralatom gewählt, daneben sind aber
auch Komplexe von Eisen, Kupfer und Cobalt bekannt. Besonders bevorzugt sind die in
EP-A-458 397, EP-A-458 398 und EP-A-544 519 beschriebenen Mangan-Verbindungen und
ähnliche Komplexe, daneben Peroxometallate.
[0021] Als weitere mögliche Gruppe von Katalysatoren kommen metallfreie organische Moleküle
in Frage, die mit organischen oder anorganischen Persäuren reaktive Intermediate bilden,
wie z.B. Oxaziridine oder Dioxirane, die bleichend wirken. Beispiele dieser Art von
Katalysatoren sind Imine oder Ketone wie in US 5437686 beschrieben.
[0022] Die erfindungsgemäß gecoateten Persalze können entweder mit den Aktivatoren oder
Katalysatoren allein oder, in einer bevorzugten Ausführungsform, in Kombination mit
beiden verwendet werden. Hierdurch werden das Anwendungsspektrum erweitert und die
keimabtötenden Eigenschaften der Formulierung verstärkt. Aber auch ohne Zusatz eines
Aktivators und/oder Katalysators lassen sich bei Verwendung des erfindungsgemäß umhüllten
Persalzes bessere Bleich- und Enzymergebnisse erhalten als mit Persalzen, die nicht
umhüllt sind und sich daher schnell auflösen.
[0023] Die erfindungsgemäßen Bleichmittel finden Verwendung in Wasch- und Reinigungsmitteln
aller Art wie zum Beispiel Vollwaschmittel, Mehrkomponentenwaschmittel (Baukastensysteme),
Fleckensalze, Fleckenvorbehandlungsmittel, Maschinengeschirrspülmittel, Reinigungsmittel
für harte Oberflächen, Desinfektionsmittel, und Gebißreiniger. Neben der Bleiche übernehmen
sie auch die Funktion von Dye transfer inhibitoren.
[0024] Üblicherweise werden die erfindungsgemäßen Bleichmittel in Wasch- und Reinigungsmitteln
in folgenden Konzentrationen eingesetzt:
Vollwaschmittel: 2 bis 40 %
Fleckensalze und Wäschevorbehandlungsmittel: 20 bis 100 %
Maschinengeschirrspülmittel: 1 bis 30 %
Reinigungsmittel für harte Oberflächen und Desinfektionsreiniger: 2 bis 50 %
Gebißreiniger: 2 bis 20 %.
[0025] Neben dem Bleichmittel enthalten die erfindungsgemäßen Wasch- und Reinigungsmittel
normalerweise noch weitere oberflächenaktive Verbindungen wie anionische, nichtionische,
zwitterionische, amphoterische oder kationische Tenside, Builder, Enzyme und Additive.
[0026] Tenside können natürlichen oder synthetischen Ursprungs sein und sind z.B. in "Surface
Active Agents and Detergens" Band I und II von Schwartz, Perry und Berch beschrieben.
Beispiele sind Alkylsulfate, Alkylsulfonate, Alkylarylsulfonate, alpha-Sulfofettsäuremethylester,
Seifen und Alkylethersulfonate. Nichtionische Tenside wie Alkylpolyglykolether, Alkylpolyglucoside,
Glucamide, Zuckerester und Aminoxide können ebenfalls verwendet werden.
[0027] Wichtige Builder- und Cobuildersubstanzen, die in Kombination mit den erfindungsgemäßen
Bleichsystemen verwendet werden können, sind Phosphate wie Natriumtripolyphosphat,
Zeolithe vom Typ A, X und P, Alkalimetallcarbonate und -hydrogencarbonate, amorphe
und kristalline Silikate, insbesondere Schichtsilikate wie SKS-6, 7, 9 oder 10 der
Hoechst AG oder Silikate wie sie von Akzo unter dem Handelsnamen Britesil® vertrieben
werden. Als Co-Builder können u.a. organische Carbonsäuren wie Zitronensäure oder
Aminosäuren verwendet werden, daneben aber auch Polymere vom Typ der Polyacrylsäuren
oder Mischpolymerisate aus Acrylsäure und Maleinsäure oder deren Derivate. Weiterhin
können Phosphonate oder andere Komplexbildner zugesetzt werden. Als weitere Additive
können Celluloseether, Silikone, Bentonite, optische Aufheller und Parfüm verwendet
werden.
Beispiele
Beispiel 1: Herstellung von gecoatetem Perborat
[0028] In einem Wirbelschichtsprühgranulator wurden 300 g Natriumperborat Monohydrat (Fa.
Interox, GB) vorgelegt. Durch von unten einströmenden Stickstoff (30-50 m
3/h) wurde das Material verwirbelt und auf eine Temperatur von 40-60°C erwärmt. Oberhalb
des Wirbelbettes befindet sich eine Zweistoffdüse, mit der das Coatingmaterial Wachs
KST (Hoechst AG) mit einer Temperatur von 70°C im Stickstoffstrom zerstäubt und gleichmäßig
mit 5 g/min auf das Perborat aufgetragen wurde. Anschließend wurde im Wirbelbett 5
min nachgekühlt. Das Zielgranulat im Bereich von 300-1500 µm wurde ausgesiebt. Der
Anteil des Coatingmaterials im Granulat betrug 20 Gew.-%.
Beispiel 2: Herstellung von gecoatetem Perborat
[0029] Gemäß Beispiel 1 wurden auf 500 g Natriumperborat-Monohydrat (Fa. Degussa, DE) bei
48°C 110 g Myristinsäure (Edenor C14, 98-100 %, Fa. Henkel, DE) mit 14 g/min aufgesprüht.
Nach einer Nachkühlzeit von 2 min wurde das Produkt isoliert.
Beispiel 3: Herstellung von gecoatetem Percarbonat
[0030] 720 g Natriumperborat (Fa. Interox, GB) wurden bei 58°C gemäß Beispiel 1 mit 150
g Myristinsäure (9 g/min) im Stickstoffstrom bedüst. Anschließend wurde das Produkt
in der Wirbelschicht für 5 min bei 60°C getempert, um ein gleichmäßiges Coating zu
erzielen. Nach einer Nachkühlzeit von 10 min wurde das Produkt ausgesiebt. Granulat-Ausbeute
(300-1500 µm): 92,2 %.
Beispiel 4: Herstellung von gecoatetem Percarbonat
[0031] Im einem 250 ml Becherglas wurden 100 g Natriumperborat mit 100 g Silikonöl innig
vermischt und 30 min gerührt. Anschließend wurde das Produkt durch Filtration von
überschüssigem Silikonöl abgetrennt und im Trockenschrank bei 40°C während 12 h nachbehandelt.
Das gebildete Granulat besteht aus 75 % Natriumperborat und ca. 25 % Coatingmittel.
Beispiel 5: Auflöseversuche
[0032] In einem 2 L Becherglas wurden 1 L destilliertes Wasser bei 25°C mit einem Magnetrührer
mit 250-280 U/min gerührt und es wurden 1,0 g des gecoateten Persalzes hinzugegeben.
In Abständen von1 min werden Proben entnommen und der Gehalt an freigesetztem Wasserstoffperoxid
durch jodometrische Titration bestimmt (Titroprozessor 716 DMS von Firma Metrohm).
| % freigesetztes Wasserstoffperoxid nach |
| Probe |
1 min |
2 min |
3 min |
8 min |
10 min |
20 min |
30 min |
| 1. SPC ungecoateted |
98 |
99 |
99 |
100 |
100 |
100 |
100 |
| 2. SPC + 20 % Myristinsäure |
3,1 |
13,1 |
20,5 |
67 |
74,9 |
99,9 |
100 |
| 3. SPC + Silikonöl |
2,5 |
10,1 |
23,6 |
70,2 |
81 |
99,4 |
100 |
| 4. SPC + 20 % Stearinsäure |
4,1 |
11,4 |
22,5 |
65,3 |
100 |
100 |
100 |
| (SPC = Natriumpercarbonat) |
[0033] Die Beispiele zeigen deutlich die Verzögerung der Freisetzung von Wasserstoffperoxid
aus dem erfindungsgemäß gecoateten Persalzgranulat.
Beispiel 6: Bleichversuche
[0034] Die Versuche wurden in einem Linitest-Gerät der Fa. Heraeus, Hanau, DE durchgeführt.
In einem Becher mit 200 ml Wasser (15°dH) wurden 1 g phosphatfreies WMP-Waschmittel
(inkl. 0,5 % Protease) gelöst. Nach Zugabe von 50 mg TAED-Pulver (Tetraacetyl-ethylendiamin)
kommen 150 mg Percarbonat bzw. Granulat gemäß Beispiel 3 (berechnet als 100 %ige Ware)
sowie die Testanschmutzung hinzu. Hierfür wurden Tee auf Baumwolle (WFK Krefeld, DE)
und Blut-Milch-Tusche (BMT) auf Baumwolle (Empa 116, EMPA, CH) verwendet. Zur Simulation
der Aufheizrate wurden die Becher zunächst 10 min bei 20°C gehalten, anschließend
20 min bei 40°C gewaschen, sodann gespült und gebügelt. Der Weißgrad der Gewebe wird
mittels eines Elrepho-Farbmeßgeräts 2000 (Firma Datacolor, DE) bestimmt.
| % Remission nach der Wäsche |
| Persalz |
Tee |
BMT |
Summe |
| ohne Percarbonat |
46,6 |
38,8 |
85,4 |
| Percarbonat unbehandelt |
56,8 |
24,7 |
81,5 |
| Percarbonat gemäß Bsp. 3 |
55,7 |
34,9 |
90,6 |
[0035] Die Ergebnisse zeigen, daß die erfindungsgemäße Formulierung mit dem nach Bsp. 3
gecoateten Percarbonat in Summe ein deutlich besseres Bleichresultat liefert als die
Vergleichsformulierungen ohne Percarbonat oder mit Percarbonat gemäß dem Stand der
Technik. Es zeigt sich weiterhin, daß der Bleicheffekt durch das Coating nicht beeinflußt
wird, während jedoch deutlich bessere Resultate an BMT erhalten werden, als bei Verwendung
von herkömmlichen Percarbonat.
Beispiel 7: Bleichversuche
[0036] Die Waschversuche wurden gemäß Beispiel 6 durchgeführt. Zusätzlich wurden zur Waschlauge
2 Gew.-% Durazym (Fa. Novo Nordisk) bezogen auf WMP zugesetzt. Als erfindungsgemäßes
Persalz kam gecoatetes Natriumperborat Monohydrat, hergestellt gemäß Beispiel 2 zum
Einsatz. Als Testgewebe wurde EMPA Rotwein und Blut (EMPA, CH), Gras (WFK-Krefeld,
DE) verwendet.
| % Remission nach der Wäsche |
| Persalz |
Rotwein |
Gras |
Blut |
Summe |
| Perborat, unbehandelt |
80,4 |
61,3 |
35,5 |
177,2 |
| Perborat, gemäß Bsp. 2 |
80,4 |
66,8 |
40,5 |
187,7 |
[0037] Mit der erfindungsgemäßen Formulierung werden wiederum deutlich bessere Waschergebnisse
erzielt als mit der Formulierung gemäß dem Stand der Technik.
1. Bleichmittel, enthaltend ein gecoatetes Persalz und ein Enzym, wobei das Persalz mit
einer C8-C18-Fettsäure, einem Wachs oder einem Silikonöl gecoated ist, sowie gegebenenfalls einen
Bleichaktivator oder einen Bleichkatalysator.
2. Bleichmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an gecoatetem
Persalz 1-99 Gew.-% beträgt.
3. Bleichmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an Hüllsubstanz
in dem gecoatetem Persalz 5-30 Gew.-% beträgt.
4. Bleichmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an Enzym 0,05-10
Gew.-% beträgt.
5. Bleichmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,1 -40 Gew.-% eines
Bleichaktivators enthält.
6. Bleichmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,001 -10 Gew.-% Bleichkatalysator
enthält.
7. Bleichmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es ein gecoatetes anorganisches
Persalz enthält.
8. Bleichmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Persalz mit einem Montanwachs,
Paraffinwachs, Esterwachs oder Polyolefinwachs gecoatet ist.
9. Verwendung der Bleichmittel nach Anspruch 1 in Wasch- und Reinigungsmitteln.