(19)
(11) EP 0 791 687 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.08.1997  Patentblatt  1997/35

(21) Anmeldenummer: 97100937.8

(22) Anmeldetag:  22.01.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D21H 25/12, D21H 25/14
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FI IT SE

(30) Priorität: 21.02.1996 DE 19606459

(71) Anmelder: Voith Sulzer Papiermaschinen GmbH
89509 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Kohl, Bernhard
    89518 Heidenheim (DE)
  • Kustermann, Martin, Dr.
    89522 Heidenheim (DE)
  • Trefz, Michael, Dr.
    89522 Heidenheim (DE)
  • Kurtz, Rüdiger, Dr.
    89522 Heidenheim (DE)
  • Satzger, Oswald
    89537 Giengen (DE)

   


(54) Verfahren und Vorrichtungen zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn


(57) Die Erfindung schlägt ein Verfahren zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, vorzugsweise auf eine altpapierhaltige Papier- oder Kartonbahn vor, bei dem im ersten Schritt ein direktes Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf zumindest eine Seite der laufenden Materialbahn (7) erfolgt und in einem anschließenden zweiten Schritt ein separates Einpressen des auf die zumindest eine Seite der Materialbahn (7) aufgetragenen Mediums (8, 8') in die laufende Materialbahn erfolgt. Weiterhin schlägt die Erfindung entsprechende Vorrichtungen zum einseitigen oder beidseitigen Auftragen eines Mediums (8, 8') auf eine laufende Materialbahn (7) sowie zum anschließenden Einpressen des aufgetragenen Mediums mittels im Abstand zu den Auftragsvorrichtungen angeordneten Preßwalzen (3, 6) vor.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton.

[0002] Eine Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn nach dem Stand der Technik, die nach einem herkömmlichen Verfahren arbeitet, ist beispielsweise aus der US 4,848,268 bekannt. Bei dieser Vorrichtung bilden zwei gegensinnig rotierende Auftragswalzen zwischen sich einen Walzenspalt aus, durch den die laufende Materialbahn hindurchgeführt wird. Jeder Auftragswalze ist ein Auftragswerk zugeordnet, welches über eine Auftragsdruckkammer und ein Rakelelement das flüssige oder pastöse Medium auf die Oberfläche der Auftragswalze aufbringt. Das auf die Oberfläche der Auftragswalze aufgetragene Medium wird dann durch die Rotation der Auftragswalze in den Walzenspalt zwischen den beiden Auftragswalzen hineinbefördert. Dort wird das Medium von der Walzenoberfläche auf die betreffende Seite der Materialbahn übertragen und gleichzeitig in die Materialbahn eingepreßt. Dieses Auftragsverfahren wird als indirekter Auftrag bezeichnet. Falls beide Auftragswerke in Betrieb sind, wird die laufende Materialbahn auf diese Weise beidseitig mit dem flüssigen oder pastösen Medium beschichtet. In einer anderen Ausgestaltung dieser bekannten Vorrichtung, die ebenfalls in der US 4,848,268 beschrieben ist, werden statt der Druckkammer-Auftragswerke Auftragswerke verwendet, die einen Sumpf mit freier Flüssigkeitsoberfläche ausbilden und das aufzutragende Medium aus diesem Sumpf über ein Rakelelement auf die Oberfläche der Auftragswalze aufbringen.

[0003] Zwar werden mit diesem indirekten Auftragsverfahren und den zugehörigen Auftragsvorrichtungen an und für sich gute gute Ergebnisse erzielt, jedoch können sich beim Einpressen des Mediums in die Materialbahn im Walzenspalt aus dem Papier bzw. dem Karton der Materialbahn Verunreinigungen herauslösen und auf der Oberfläche der Auftragswalzen sammeln. Das kann vor allem dann geschehen, wenn die Materialbahn vorwiegend aus Altpapier besteht. Solche auf der Walzenoberfläche angesammelten Verunreinigungen verschmutzen dann die Auftragswerke und schließlich können sich Streifen im Auftragsfilm auf der Oberfläche der Auftragswalze bilden, die dann auch auf dem Produkt, d.h. auf der beschichteten Materialbahn, sichtbar werden.

[0004] Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Verfahren sowie Vorrichtungen zu schaffen, mit denen ein flüssiges oder pastöses Medium in hoher Qualität auf eine laufende Materialbahn aufgetragen werden kann, ohne daß in oder an der Materialbahn befindliche Verunreinigungen die Auftragsqualität verschlechtern können.

[0005] Dieses technische Problem wird erfindungsgemäß von einem Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie von Vorrichtungen mit den Merkmalen der nebengeordneten Patentansprüche 6, 7, 10 und 22 gelöst.

[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein flüssiges oder pastöses Medium auf zumindest eine Seite der laufenden Materialbahn in einem direkten Auftrag aufgebracht.

[0007] Anschließend wird das auf die zumindest eine Seite der Materialbahn aufgetragene flüssige oder pastöse Medium in einem separaten Schritt in die laufende Materialbahn eingepreßt. Das direkte Auftragen des Mediums auf die Materialbahn und das Einpressen des Mediums in die Materialbahn erfolgt also in getrennten Verfahrensschritten. Da der Einpreßschritt dem Schritt des Auftragens entlang der Durchlaufrichtung der Materialbahn nachgeschaltet ist, können Schmutzpartikel oder Verunreinigungen, die sich beim Einpressen eventuell aus der Materialbahn herauslösen, nicht mehr in den vorgeschalteten Auftragsbereich gelangen, in welchem das Medium auf die Materialbahn aufgetragen wird. Die herausgelösten Partikel oder Verunreinigungen können im Bereich des getrennten Einpreßschrittes problemlos entfernt werden, so daß sie nach dem Herauslösen nicht mehr auf die Materialbahn gelangen und dort Beeinträchtigungen der Auftragsqualität verursachen können. Außerdem kommt es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren während des Einpreßvorgangs wesentlich seltener überhaupt zum Herauslösen von Schmutzpartikeln aus der Materialbahn, da diese zuvor bereits mit dem flüssigen oder pastösen Medium beschichtet wurde. Kleinere Schmutzpartikel werden auf diese Weise vom aufgetragenen Medium in unschädlicher Weise eingebunden, wodurch die Herauslösevorgänge von Schmutzpartikeln während des Einpressens des Mediums in die laufende Materialbahn verringert werden.

[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens für beidseitiges Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn wird das für jede Seite der Materialbahn flüssige oder pastöse Medium gleichzeitig direkt auf die laufende Materialbahn aufgetragen und das anschließende separate Einpressen des aufgetragenen Mediums in die laufende Materialbahn erfolgt auf beiden Seiten der Materialbahn gleichzeitig. Somit ergibt sich ein kompaktes, nur aus zwei Schritten bestehendes Verfahren für ein beidseitiges Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn.

[0009] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens für beidseitiges Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn besteht aus folgenden Verfahrensschritten:
Zunächst wird das flüssige oder pastöse Medium auf die eine Seite der laufenden Materialbahn direkt aufgetragen. In einem nachgeschalteten Schritt erfolgt ein separates Einpressen des zuvor auf die eine Seite der Materialbahn aufgetragenen Mediums in die laufende Materialbahn. Danach wird in einem dritten Verfahrensschritt das flüssige oder pastöse Medium auf die andere Seite der laufenden Materialbahn direkt aufgetragen. In einem nachgeschalteten vierten Verfahrensschritt erfolgt ein separates Einpressen des zuvor auf die andere Seite der Materialbahn aufgetragenen Mediums in die laufende Materialbahn. Bei dieser Ausführungsform erfolgt also der beidseitige Auftrag eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn in vier aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten, die entlang der Durchlaufrichtung der Materialbahn durchgeführt werden.

[0010] Zweckmäßigerweise kann bei den zuvor beschriebenen Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens auch der direkte Auftrag einer gewünschten endgültigen Auftragsmenge an flüssigem oder pastösem Medium auf irgendeine Seite der laufenden Materialbahn jeweils in einem einzigen Auftragsschritt erfolgen. Mit anderen Worten wird vorzugsweise das Medium in einem einzigen Vorgang derart direkt auf die Materialbahn aufgetragen, daß die aufgetragene Menge der gewünschten endgültigen Auftragsmenge entspricht. Dadurch ergibt sich ein kompaktes Verfahren.

[0011] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist jeder Schritt des direkten Auftragens des flüssigen oder pastösen Mediums auf irgendeine Seite der laufenden Materialbahn in folgende Teilschritte unterteilt:

[0012] In einem ersten Teilschritt erfolgt ein Vordosieren einer überschüssigen Menge an flüssigem oder pastösem Medium auf die betreffende Seite der Materialbahn. In einem nachgeschalteten separaten zweiten Schritt erfolgt ein Enddosieren der zuvor auf die betreffende Seite der Materialbahn aufgetragenen vordosierten Menge an Medium auf die gewünschte endgültige Auftragsmenge.

[0013] Anstelle eines in einem Schritt fertigdosierten direkten Auftrags kann also entsprechend der zuvor erläuterten Ausführungsform der direkte Auftrag des Mediums bei Bedarf in zwei Teilschritte, nämlich einen Vordosierschritt und einen Enddosierschritt, untergliedert werden. Falls gewünscht, können die beiden Ausführungsformen auch untereinander kombiniert werden, z.B. derart, daß der direkte Auftrag des Mediums auf die eine Seite der laufenden Materialbahn in einem einzelnen Fertigdosierschritt erfolgt, während der direkte Auftrag des Mediums auf die andere Seite der Materialbahn in einem Vordosier- und einem Enddosierschritt erfolgt. Dies kann beispielsweise dann zweckmäßig sein, wenn auf die beiden Seiten der Materialbahn jeweils Auftragsmedien von unterschiedlicher Konsistenz aufgebracht werden sollen, von denen sich das eine Medium problemlos in einem einzigen Fertigdosierschritt auftragen läßt, während das andere Medium besser in getrennten Vordosier- und Enddosierteilschritten aufgetragen werden kann.

[0014] Eine erste erfindungsgemäße Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, umfaßt
  • ein Auftragswerk zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine Seite der laufenden Materialbahn,
  • eine rotierende Gegenfläche, auf deren Oberfläche die laufende Materialbahn entlang eines Auflageabschnitts geführt ist, und
  • eine gegensinnig zur Gegenfläche rotierende Preßwalze zum Einpressen von auf einer Seite der Materialbahn aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium in die laufende Materialbahn.
Dem Auflageabschnitt der Materialbahn auf der Oberfläche der Gegenfläche ist dabei, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, zunächst das Auftragswerk zugeordnet und im Abstand danach die Preßwalze, wobei die Preßwalze mit der Gegenfläche einen Einpreßspalt bildet, durch den die Materialbahn, auf dem Auflageabschnitt der Gegenfläche aufliegend, hindurchgeführt wird.

[0015] Mit anderen Worten wird die laufende Materialbahn entlang eines Auflageabschnitts auf der Oberfläche der Gegenfläche gestützt und entlang dieses Auflageabschnitts auf der Oberfläche ist der Materialbahn zunächst ein Auftragswerk zum direkten Auftragen des Mediums und danach eine Preßwalze zum Einpressen des Mediums zugeordnet. Das Auftragen des Mediums und das Einpressen des Mediums sind also räumlich voneinander getrennt und Schmutzpartikel, die sich eventuell beim Einpressen aus der laufenden Materialbahn herauslösen, gelangen nur auf die Oberfläche der Preßwalze, von wo sie z.B. mittels einer geeigneten Reinigungsvorrichtung abgezogen werden können. Herausgelöste Schmutzpartikel können jedoch nicht in das Auftragswerk gelangen und so die Qualität des Auftrags beeinträchtigen.

[0016] Eine bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen ersten Vorrichtung zum beidseitigen Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn umfaßt
  • eine zweite Gegenfläche, die gegensinnig zur ersten Gegenfläche rotiert, und dieser, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nachgeschaltet ist, wobei die laufende Materialbahn auf der Oberfläche der zweiten Gegenfläche entlang eines Auflageabschnitts derart geführt ist, daß die bereits mit dem Medium versehene Seite der Materialbahn auf der Oberfläche aufliegt,
  • ein zweites Auftragswerk zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine Seite einer laufenden Materialbahn und
  • eine gegensinnig zur zweiten Gegenfläche rotierende zweite Preßwalze zum Einpressen von auf einer Seite der laufenden Materialbahn aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium in die laufende Materialbahn.
Dem Auflageabschnitt der Materialbahn auf der Oberfläche der zweiten Gegenfläche ist dabei, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, zunächst das zweite Auftragswerk zugeordnet und im Abstand danach die zweite Preßwalze, wobei die zweite Preßwalze mit der zweiten Gegenfläche einen Einpreßspalt bildet, durch den die Materialbahn, auf dem Auflageabschnitt der zweiten Gegenfläche aufliegend, hindurchgeführt wird.

[0017] Mit anderen Worten ist bei dieser Ausführungsform der Erfindung der ersten erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Beschichten der einen Seite der laufenden Materialbahn eine gleichartige Vorrichtung zum Beschichten der anderen Seite der laufenden Materialbahn nachgeschaltet. Somit ergeben sich zwei gegensinnig zueinander rotierende Gegenflächen, über die die laufende Materialbahn zunächst mit der einen Seite und dann mit der anderen Seite geführt wird. Jeder Gegenfläche ist in Durchlaufrichtung der Materialbahn zunächst ein Auftragswerk und dann eine Preßwalze zugeordnet.

[0018] Eine zweite erfindungsgemäße Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, umfaßt
  • ein Auftragswerk zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine Seite der laufenden Materialbahn,
  • eine rotierende Gegenfläche, auf deren Oberfläche die laufende Materialbahn entlang eines Auflageabschnittes geführt ist,
  • eine gegensinnig zur Gegenfläche rotierende Preßwalze zum Einpressen von auf einer Seite der Materialbahn aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium in die laufende Materialbahn, und
  • eine gegensinnig zur Preßwalze rotierende Preßwalzengegenwalze.
Dabei ist das Auftragswerk dem Auflageabschnitt der Materialbahn auf der Oberfläche der Gegenfläche zugeordnet und die Preßwalze ist der zuvor vom Auftragswerk mit dem Medium versehenen Seite der Materialbahn, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nach der Gegenfläche zugeordnet und bildet mit der Preßwalzengegenwalze einen Einpreßspalt aus, durch den die laufende Materialbahn hindurchgeführt wird.

[0019] Mit anderen Worten ist bei dieser zweiten erfindungsgemäßen Vorrichtung dem Auftragswerk die Gegenfläche und der Preßwalze eine eigene Preßwalzengegenwalze zugeordnet, während bei der zuvor erläuterten ersten erfindungsgemäßen Vorrichtung dem Auftragswerk und der Preßwalze eine gemeinsame Gegenfläche zugeordnet ist.

[0020] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der zweiten erfindungsgemäßen Vorrichtung zum beidseitigen Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn umfaßt
  • eine zweite Gegenfläche, die gleichsinnig zur ersten Preßwalze rotiert und dieser, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nachgeschaltet ist, wobei die laufende Materialbahn auf der Oberfläche der zweiten Gegenfläche entlang eines Auflageabschnitts derart geführt ist, daß die bereits mit dem Medium versehene Seite der Materialbahn auf der Walzenoberfläche aufliegt,
  • ein zweites Auftragswerk zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine Seite einer laufenden Materialbahn,
  • eine gegensinnig zur zweiten Gegenfläche rotierende zweite Preßwalze zum Einpressen von auf einer Seite der materialbahn aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium in die laufende Materialbahn und
  • eine gegensinnig zur zweiten Preßwalze rotierende zweite Preßwalzengegenwalze.
Dabei ist das zweite Auftragswerk dem Auflageabschnitt der Materialbahn auf der Oberfläche der zweiten Gegenfläche zugeordnet und die zweite Preßwalze ist der zuvor vom zweiten Auftragswerk mit dem Medium versehenen Seite der Materialbahn, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nach der zweiten Gegenfläche zugeordnet und bildet mit der zweiten Preßwalzengegenwalze einen Einpreßspalt aus, durch den die laufende Materialbahn hindurchgeführt wird.

[0021] Mit anderen Worten ist bei dieser Ausgestaltung der zweiten erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Beschichten der einen Seite der laufenden Materialbahn eine gleichartige Vorrichtung zum Beschichten der anderen Seite der laufenden Materialbahn nachgeschaltet. Jedem Auftragswerk ist dabei eine eigene Gegenfläche zugeordnet und jeder Preßwalze ist dabei eine eigene Preßwalzengegenwalze zugeordnet.

[0022] Bei den zuvor erläuterten erfindungsgemäßen Vorrichtungen sind die rotierenden Gegenflächen vorzugsweise in Form von rotierenden Gegenwalzen ausgebildet. Ebenso können die rotierenden Gegenflächen aber auch in Form von umlaufenden flexiblen Endlosbändern ausgeführt sein. Solche umlaufenden Endlosbänder werden dann über zugehörige Antriebsrollen, Umlenkrollen, Spannrollen und/oder Gleit- bzw. Preßschuhe geführt.

[0023] Eine dritte erfindungsgemäße Vorrichtung zum beidseitigen Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, umfaßt
  • zwei Auftragswerke (diese können vom gleichen Typ sein), von denen jeweils eines ein flüssiges oder pastöses Medium auf jeweils eine der beiden Seiten der laufenden Materialbahn in direktem Auftrag aufbringt, und
  • zwei gegensinnig zueinander rotierende Preßwalzen vom gleichen Typ, von denen jeweils eine das auf die jeweilige Seite der beiden Seiten der Materialbahn aufgetragene flüssige oder pastöse Medium in die laufende Materialbahn einpreßt.
Dabei liegen die beiden Auftragswerke einander gegenüber und sind jeweils einer Seite der laufenden Materialbahn derart zugeordnet, daß die Materialbahn zwischen den beiden Auftragswerken hindurchgeführt wird. Weiterhin sind die beiden Preßwalzen, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nach den beiden Auftragswerken derart angeordnet, daß die beiden Preßwalzen zwischen sich einen Einpreßspalt ausbilden, durch den die laufende Materialbahn hindurchgeführt wird, wobei die Laufrichtungen der beiden Preßwalzen im Einpreßspalt mit der Durchlaufrichtung der Materialbahn übereinstimmen.

[0024] Bei der dritten erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt also zunächst ein beidseitiger direkter Auftrag eines flüssigen oder pastösen Mediums auf die Materialbahn, indem sie zwischen zwei Auftragswerken durchgeführt wird, und anschließend erfolgt ein beidseitiges Einpressen des zuvor aufgetragenen Mediums in die Materialbahn, indem sie zwischen zwei mit der Durchlaufrichtung der Materialbahn gleichlaufenden Preßwalzen hindurchgeführt wird.

[0025] Bei der zuvor erläuterten dritten erfindungsgemäßen Vorrichtung verläuft in einer günstigen Ausgestaltung die Durchlaufrichtung der Materialbahn, bezogen auf eine horizontale Ebene, von unten nach oben. Vorzugweise wird die Materialbahn in einer gemeinsamen Durchlaufebene sowohl durch die beiden Auftragswerke als auch durch die beiden Preßwalzen hindurchgeführt.

[0026] In einer bevorzugten Ausgestaltung der zuvor erläuterten erfindungsgemäßen Vorrichtungen sind die Auftragswerke als Rakelelement-Druckkammerauftragswerke ausgebildet. Vorzugsweise sind dabei die Rakelelemente als profilierte Rakelstäbe, glatte Rakelstäbe oder Rakelklingen ausgebildet. Die Verwendung profilierter Rakelstäbe ist dabei insofern vorteilhaft, als dann die Dosierung des aufzutragenden Mediums volumetrisch erfolgt, d.h. die aufgetragene Menge an Medium ist praktisch unabhängig von der Maschinengeschwindigkeit. Somit kann die gewünscht Auftragsmenge an flüssigem oder pastösem Medium sehr zuverlässig aufgebracht werden.

[0027] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung können die Auftragswerke als Freistrahldüsen-Auftragswerke ausgebildet sein.

[0028] Eine günstige Ausgestaltung der zuvor erläuterten dritten erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, die beiden Auftragswerke als Rakelelement-Auftragswerke zu gestalten, die einen Sumpf des aufzutragenden Mediums mit einer freien Flüssigkeitsoberfläche ausbilden. Die zugehörige Durchlaufrichtung der Materialbahn durch die beiden Sumpf-Auftragswerke verläuft dann, bezogen auf eine horizontale Ebene, von oben nach unten. Die Rakelelemente der Sumpf-Auftragswerke sind vorzugsweise als profilierte Rakelstäbe, glatte Rakelstäbe oder Rakelklingen ausgebildet.

[0029] Eine Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtungen besteht darin, die Auftragswerke in eine Vordosiereinrichtung zum direkten Auftragen einer überschüssigen Menge an flüssigem oder pastösem Medium auf eine Seite der laufenden Materialbahn und eine anschließende separate Enddosiereinrichtung zum Dosieren der auf die Materialbahn aufgetragenen Menge an Medium auf die gewünschte endgültige Auftragsmenge zu unterteilen. Die Vordosiereinrichtungen können dann als Rakelelement-Druckkammerauftragswerke, Rakelelement-Sumpfauftragswerke, Freistrahldüsen-Auftragswerke oder in vergleichbarer Weise ausgebildet sein. Die Enddosiereinrichtungen können als Rakelklingen-Enddosiereinrichtungen oder in vergleichbarer Weise ausgebildet sein.

[0030] Vorzugsweise sind die Auftragswerke bei den erfindungsgemäßen Vorrichtungen jedoch als Fertigdosier-Auftragswerke ausgebildet, d.h. mit ihnen kann eine gewünschte endgültige Auftragsmenge an Medium direkt auf die Materialbahn aufgebracht werden, ohne daß ein Nachdosieren nötig ist.

[0031] Vorzugsweise werden hierfür die bereits zuvor erläuterten Rakelelement-Druckkanmerauftragswerke oder Rakelelement-Sumpfauftragswerke eingesetzt.

[0032] Eine vierte erfindungsgemäße Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, umfaßt
  • ein Freistrahlauftragswerk zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine Seite einer laufenden Materialbahn,
  • eine rotierende Preßwalze zum Einpressen von auf einer Seite der Materialbahn aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium in die laufende Materialbahn, und
  • eine gegensinnig zur Preßwalze rotierende Preßwalzengegenwalze.
Dabei ist das Freistrahl-Auftragswerk der oben liegenden Seite eines im wesentlichen horizontal laufenden, nicht abgestützten Abschnitts der Materialbahn zugeordnet und die Preßwalze ist, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nach dem Freistrahl-Auftragswerk der zuvor mit dem Medium versehenen Seite der Materialbahn zugeordnet und bildet zusammen mit der Preßwalzengegenwalze einen Einpreßspalt aus, durch den die laufende Materialbahn hindurchgeführt wird. Die Laufrichtung der Preßwalze in Einpreßspalt stimmt dabei mit der Durchlaufrichtung der Materialbahn überein.

[0033] Bei der vierten erfindungsgemäßen Vorrichtung entfällt also eine rotierende Gegenfläche, d.h. für das Auftragswerk ist keine zugeordnete Gegenwalze oder kein zugeordnetes Endlosband erforderlich. Der direkte Auftrag des flüssigen oder pastösen Mediums erfolgt auf einem im wesentlichen horizontal laufenden, nicht abgestützten Abschnitt der Materialbahn. In Durchlaufrichtung der Materialbahn gesehen vor der Position des Auftragswerks genügt z.B. die Anordnung einer Umlenkrolle, um die Materialbahn in die im wesentlichen horizontale Laufrichtung umzulenken.

[0034] Das Freistrahl-Auftragswerk ist bei der vierten erfindungsgemäßen Vorrichtung vorzugsweise in Form eines Auftragswerks nach dem Prinzip eines Wasserfalls ausgeführt. Bei einem solchen Auftragswerk strömt das aufzutragende flüssige oder pastöse Medium wasserfallartig von Auftragswerk in einer entsprechend dosierten Menge auf die unter dem Auftragswerk vorbeilaufende Materialbahn herab. Die obenliegende Seite der Materialbahn wird so mit dem Medium beschichtet.

[0035] Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtungen besteht darin, daß durch das getrennte Vorsehen von Preßwalzen die Werkstoffauswahl und die Oberflächeneigenschaften der Preßwalzenoberfläche optimal an die Anforderungen hinsichtlich eines guten Einpreßvorgangs angepaßt werden können. Bei bisherigen Vorrichtungen, bei denen zunächst ein Auftrag des flüssigen oder pastösen Mediums auf die Oberfläche einer Auftragswalze erfolgt, von wo aus das Medium dann in einem Walzenspalt auf die laufende Materialbahn übertragen wird (indirekter Auftrag), richtet sich die Werkstoffauswahl und die Auswahl der Oberflächenbeschaffenheit der Auftragswalze hauptsächlich danach, daß das Medium gut auf die Walzenoberfläche aufgetragen werden kann, also die Oberfläche gut benetzbar ist. Die Werkstoffauswahl und die Oberflächenbeschaffenheit der Auftragswalze kann jedoch nicht in gleichem Maße auf die Einpreßfunktion der Auftragswalze im Auftragswalzenspalt abgestimmt werden. Da erfindungsgemäß nun der Auftrag des Mediums in einem eigenen vorgeschalteten Schritt direkt und unmittelbar auf die Materialbahn erfolgt, und das Einpressen des Mediums in die Materialbahn als abgetrennter eigener Schritt durchgeführt wird, können die Preßwalzen hinsichtlich ihrer konstruktiven und werkstofftechnischen Ausgestaltung optimal an die Einpreßfunktion angepaßt werden.

[0036] In vorteilhaften Ausgestaltungen sind zumindest die Walzenoberflächen der Preßwalzen aus Stahl, Gummi oder Polyurethan ausgebildet. Dabei kann es jeweils vorteilhaft sein, die Walzenoberflächen der Preßwalzen zusätzlich mit einem Antihaftbezug mit einer vergleichsweise kleinen Reibungszahl zu versehen. Ein derartiger Antihaftbezug besteht vorzugsweise aus einem Werkstoff auf Polytetrafluorethylen (PTFE)-Basis. Ein solcher Teflon-Bezug vermeidet wirksam das Anhaften des aufgetragenen Mediums an den Preßwalzen. Je nach Einsatzzweck können die Preßwalzen mit einer möglichst glatten, harten Oberfläche versehen sein, oder mit einer weichen Oberfläche mit einer solchen Beschaffenheit, daß das aufgetragene Medium daran praktisch nicht anhaftet.

[0037] Vorzugsweise entspricht die Umlaufgeschwindigkeit der Walzenoberfläche der Preßwalze der Durchlaufgeschwindigkeit der Materialbahn im Einpreßspalt. Somit liegt keine Relativgeschwindigkeit zwischen Preßwalzenoberfläche und Materialbahn vor, und damit tritt praktisch keine Papierbeanspruchung auf.

[0038] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Preßwalzen mit einer Heizeinrichtung versehen, die zumindest die Walzenoberfäche heizt. Dadurch wird die Trocknung des aufgetragenen Mediums auf der Materialbahn beschleunigt.

[0039] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist jeder Preßwalze an einem Umfangsabschnitt ihrer Walzenoberfläche eine Reinigungsvorrichtung zugeordnet. In einer günstigen Ausführung weist die Reinigungsvorrichtung eine Abschabklinge auf, die Schmutzpartikel, die im Einpreßspalt aus der Materialbahn herausgelöst wurden, von der Walzenoberfläche abzieht. Im Zusammenhang mit einer zugeordneten Reinigungsvorrichtung ist es vorteilhaft, die Oberfläche der Preßwalze aus einem harten Werkstoff zu gestalten, damit die Oberflächenqualität der Preßwalze nicht durch die Reinigungs-Abschabklinge bzw. daran angesammelte Schmutzpartikel beschädigt wird.

[0040] Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäßen Vorrichtungen dienen insbesondere zum Leimen von Materialbahnen, jedoch ebenso zum Auftragen von verschiedensten flüssigen oder pastösen Streichmedien, Streichfarbe mit Pigmenten, Stärke, Imprägnierlösung und dergleichen.

[0041] Beim erfindungsgemäßen Verfahren und bei den erfindungsgemäßen Vorrichtungen erfolgt das Aufbringen des flüssigen oder pastösen Mediums stets unmittelbar auf die Materialbahn, also ohne Zwischenschaltung einer Auftragswalze, und das Einpressen des aufgetragenen Mediums in die Materialbahn erfolgt stets getrennt vom Vorgang des Auftragens des Mediums auf die Materialbahn. Auf diese Weise wird verhindert, daß eventuell während des Einpressens aus der laufenden Materialbahn herausgelöste Verunreinigungen oder Schmutzpartikel in das Auftragswerk gelangen und die Auftragsqualität des Mediums auf der laufenden Materialbahn verschlechtern können.

[0042] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtungen mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematischen Querschnittsansicht;
Fig. 2
ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematischen Querschnittsansicht;
Fig. 3
ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematischen Querschnittsansicht;
Fig. 4
ein viertes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematischen Querschnittsansicht;
Fig. 5
ein fünftes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematischen Querschnittsansicht;
Fig. 6
ein sechstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematischen Querschnittsansicht;
Fig. 7
ein siebtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer schematischen Querschnittsansicht.


[0043] In Fig. 1 ist ein ersten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt. Eine laufende Materialbahn, z.B. aus Papier oder Karton, wird zunächst über eine Umlenkrolle 10 geführt. Die Laufrichtung der Materialbahn 7 ist durch Pfeile entlang der Materialbahn gekennzeichnet. Die Materialbahn 7 ist dann über eine in Pfeilrichtung rotierende Gegenwalze 1 geführt. Die Materialbahn 7 liegt dabei auf der Walzenoberfläche 1A der Gegenwalze 1 entlang eines Auflageabschnitts auf und wird so während des Durchlaufs von der Gegenwalze gestützt. Anschließend wird die Materialbahn 7 einer zweiten, in Pfeilrichtung rotierenden Gegenwalze 4 zugeführt, auf deren Walzenoberfläche 4A sie entlang eines Auflageabschnitts aufliegt und so während des Durchlaufs gestützt wird. Danach wird die Materialbahn 7 über eine Umlenkrolle 10' geführt und einer weiteren Verarbeitung zugeleitet.

[0044] Entlang des soeben beschriebenen Durchlaufs der Materialbahn 7 ist der Materialbahn in dem Bereich, in dem sie auf der Gegenwalze 1 aufliegt, zunächst ein Auftragswerk 2 zugeordnet. In Laufrichtung im Abstand danach ist der Materialbahn 7 ebenfalls noch in dem Bereich, in dem sie auf der Gegenwalze 1 aufliegt, eine Preßwalze 3 zugeordnet. Weiter der Durchlaufrichtung der Materialbahn folgend, ist der Materialbahn 7 in dem Bereich, in dem sie auf der zweiten Gegenwalze 4 aufliegt, ein zweites Auftragswerk 5 zugeordnet. In Laufrichtung im Abstand danach ist der Materialbahn noch in dem Bereich, in dem sie auf der Gegenwalze 4 aufliegt, eine zweite Preßwalze 6 zugeordnet.

[0045] Bei den beiden Auftragswerken 2 und 5 handelt es sich um Rakelelement-Druckkammerauftragswerke vom gleichen Typ, so daß nachfolgend beide Auftragswerke, die jeweils nur vereinfacht dargestellt sind, gemeinsam in ihrem Aufbau und ihrer Funktionsweise erläutert werden. Die Auftragswerke 2, 5 umfassen einen Tragbalken 17, 17', der die weiteren Anbauelemente trägt. Durch ein Farbverteilrohr 11, 11' wird das aufzutragende flüssige oder pastöse Medium 8, 8' einem Zufuhrspalt 12, 12' zugeleitet. In Pfeilrichtung wird das aufzutragende Medium unter Druck einer Auftragskammer zugeführt, die zwischen einem Rakelelement 9, 9' und einer Begrenzungswand 18, 18' ausgebildet ist. Das Rakelelement 9, 9' ist im Beispiel als profilierter Rakelstab ausgeführt, der in einem Rakelbett 15, 15' um seine Längsachse drehbar gelagert ist. Eine gestrichelte Linie in der Darstellung des Rakelstabs 9, 9' deutet die über die Länge des Rakelstabs angebrachten Querrillen an, die das Profil des Rakelstabs festlegen. Aus der Auftragskammer wird das unter Druck stehende Medium 8, 8' über das Rakelelement 9, 9' auf die Materialbahn 7 gleichmäßig aufgetragen. Der Rakelstab 9, 9' wird dabei in der Regel gegensinnig zur Drehrichtung der Gegenwalze 1, 4 rotierend angetrieben.

[0046] Die Profilierung des Rakelstabes 9, 9', also die im Beispiel über dessen Längserstreckung angeordneten Querrillen, ermöglicht eine volumetrische Dosierung der aufgetragenen Menge an Medium, d.h. die gewünschte endgültige Auftragsmenge an Medium kann unmittelbar ohne weitere Nachdosierung auf die Materialbahn 7 aufgetragen werden. Da das Auftragswerk das flüssige oder pastöse Medium direkt auf die Materialbahn 7 aufträgt, handelt es sich dabei um den sogenannten direkten Auftrag. Auf der dem Rakelstab 9, 9' abgewandten Seite der Auftragskammer kann überschüssiges, unter Druck stehendes Medium zwischen der Begrenzungswand 18, 18' und der Gegenwalze 1, 4 in eine Sammelwanne 13, 13' abfließen. Um den Rakelstab 9, 9' mit einer gewünschten Andrückkraft gegen die Gegenwalze 1, 4 zu drücken, ist ein Druckschlauch 14, 14' vorgesehen.

[0047] Die beiden Preßwalzen 3, 6 sind im Beispiel ebenfalls vom gleichen Typ und werden deshalb nachfolgend gemeinsam erläutert. Jede Preßwalze 3, 6 bildet mit der zugehörigen Gegenwalze 1, 4 einen Einpreßspalt aus. Die auf der Oberfläche der Gegenwalze 1, 4 aufliegende Materialbahn 7 wird durch den Einpreßspalt geführt. Die Preßwalze 3, 6 wird mit einer gewünschten Anpreßkraft F radial gegen die Oberfläche der Gegenwalze 1, 4 angedrückt. Die Preßwalze 3, 6 wird dabei in Pfeilrichtung rotierend angetrieben. Die Laufgeschwindigkeiten der Oberflächen der Preßwalze 3, 6 und der Gegenwalze 1, 4 sind gleich, d.h. im Einpreßspalt kommt es zu keiner Relativbewegung der Preßwalze 3, 6 relativ zur Materialbahn 7, die auf der Gegenwalze 1, 4 aufliegt.

[0048] Nachfolgend wird die Funktion des ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung erläutert:
Die Materialbahn 7 passiert zunächst auf der Oberfläche der ersten Gegenwalze 1 das erste Auftragswerk 2. Dort wird die dem Auftragswerk 2 zugewandte Seite der Materialbahn beispielsweise mit einer gewünschten endgültigen Auftragsmenge an flüssigem oder pastösem Medium 8 beschichtet. Die so auf der einen Seite beschichtete Materialbahn 7 passiert anschließend die Preßwalze 3, welche das zuvor aufgetragene Medium 8 in die Materialbahn 7 einpreßt. Anschließend wird die Materialbahn 7 derart über die zweite Gegenwalze 4 geführt, daß die bereits beschichtete Seite auf der Gegenwalze aufliegt, während die noch unbeschichtete Seite der Materialbahn 7 dem zweiten Auftragswerk 5 zugewandt ist. Diese Seite wird nun vom Auftragswerk 5 beispielsweise mit einer gewünschten endgültigen Auftragsmenge an Medium 8' beschichtet. Danach passiert die Materialbahn 7 die zweite Preßwalze 6, welche das zuvor aufgetragene Medium 8'in die Materialbahn 7 einpreßt. Anschließend wir die nun beidseitig mit Medium 8, 8' beschichtete Materialbahn 7 einem weiteren Bearbeitungsschritt (nicht dargestellt) zugeführt.

[0049] Je nach Bedarf kann auf beiden Seiten der Materialbahn das gleiche Medium aufgetragen werden oder die aufgetragenen Medien 8, 8' können von unterschiedlicher Konsistenz sein. Ferner können die auf beide Seiten aufgetragenen endgültigen Auftragsmengen gleich sein oder es können für beide Seiten unterschiedliche Auftragsmengen gewählt werden.

[0050] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung dient dem beidseitigen Auftrag von flüssigem oder pastösem Medium auf eine laufende Materialbahn. Nimmt man nur eine Hälfte dieser Vorrichtung, also entweder die links der gestrichelten Linie 16 oder die rechts der gestrichelten Linie 16 in Fig. 1 dargestellte Hälfte, so erhält man ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung, das sich für den Auftrag eines Mediums auf nur eine Seite einer laufenden Materialbahn einsetzen läßt.

[0051] Bei dem in Fig. 2 dargestellten zweiten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind gleiche oder sich entsprechende Komponenten mit den gleichen Bezugszeichen versehen, wie beim ersten Ausführungsbeispiel in Fig. 1. Hinsichtlich der Einzelheiten dieser Komponenten wird daher auf die vorangehenden Ausführungen verwiesen.

[0052] Eine laufende Materialbahn 7 wird zunächst über eine Umlenkrolle 10 geführt und dann entlang eines Auflageabschnitts um die Walzenoberfläche 1A einer Gegenwalze 1 herumgeführt. Im Bereich dieses Auflageabschnitts der Materialbahn 7 auf der Gegenwalze 1 ist der Materialbahn ein Auftragswerk 2 zugeordnet. Die Gegenwalze 1 wird in Pfeilrichtung rotierend angetrieben und führt die Materialbahn 7 weiter durch einen im Abstand nach der Gegenwalze 1 angeordneten Einpreßspalt. Dieser Einpreßspalt ist zwischen einer Preßwalze 3 und einer Preßwalzengegenwalze 19 ausgebildet. Die Preßwalze 3 und die Preßwalzengegenwalze 19 rotieren gegensinnig zueinander entsprechend den Pfeilrichtungen und werden so angetrieben, daß die Laufgeschwindigkeiten der Oberflächen der beiden Walzen 2 und 19 der Durchlaufgeschwindigkeit der Materialbahn 7 im Einpreßspalt entsprechen. Dadurch werden Relativbewegungen zwischen den Walzenoberflächen und der Materialbahn vermieden. Anschließend wird die Materialbahn 7 über eine zweite Gegenwalze 7 derart geführt, daß die zuvor an der ersten Gegenwalze 1 außen liegende Seite der Materialbahn nun entlang eines Auflageabschnitts auf der Walzenoberfläche 4A der zweiten Gegenwalze 4 aufliegt. In dem Bereich, in dem die Materialbahn auf der Gegenwalze 4 aufliegt, ist ihr ein zweites Auftragswerk 5 zugeordnet. Die zweite Gegenwalze 4 ist in Pfeilrichtung rotierend angetrieben und befördert die Materialbahn weiter zu einem zweiten Einpreßspalt. Dieser zweite Einpreßspalt ist zwischen einer zweiten Preßwalze 6 und einer zweiten Preßwalzengegenwalze 20 ausgebildet. Die beiden Walzen 6 und 20 rotieren in Pfeilrichtung gegensinnig zueinander und sind derart angetrieben, daß die Laufgeschwindigkeiten ihrer Walzenoberflächen im Einpreßspalt mit der Durchlaufgeschwindigkeit der Materialbahn übereinstimmen. Danach wird die Materialbahn über eine Umlenkrolle 10' weiterbefördert.

[0053] Nachfolgend wird die Funktion des zweiten Aufführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung erläutert:
Wenn die Materialbahn 7 das erste Auftragswerk 2 passiert, wird dort die dem Auftragswerk zugewandte Seite der Materialbahn direkt mit einem flüssigen oder pastösen Medium 8 beschichtet. Das Medium 8 kann unmittelbar in einer gewünschten endgültigen Auftragsmenge aufgetragen werden. Im Einpreßspalt zwischen der Preßwalze 3 und der Preßwalzengegenwalze 19 wird das zuvor aufgetragene Medium 8 in die Materialbahn eingepreßt. Dabei wird die Preßwalze 3 mit einer gewünschten Kraft F radial gegen die Preßwalzengegenwalze 19 gedrückt. Anschließend wird auf die andere Seite der Materialbahn vom Auftragswerk 5 ein flüssiges oder pastöses Medium 8' direkt aufgetragen. Der Auftrag kann ebenfalls unmittelbar in einer gewünschten endgültigen Auftragsmenge erfolgen. Beim Passieren des zweiten Einpreßspalts wird das zuvor aufgetragene Medium 8' in die Materialbahn eingepreßt. Dabei wird die zweite Preßwalze 6 mit einer gewünschten Andrückkraft F radial gegen die zweite Preßwalzengegenwalze 20 gedrückt.

[0054] Die einzelnen Komponenten, wie die Auftragswerke 2, 5, die Gegenwalzen 1, 4 und die Preßwalzen 3, 6 entsprechen in ihrer Ausgestaltung im Beispiel dem vorher erläuterten ersten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1. Zusätzlich sind nun zwei Preßwalzengegenwalzen 19, 20 vorgesehen. Im Gegensatz zum ersten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 bilden die Preßwalzen 3, 6 im zweiten Ausführungsbeispiel den Einspreßspalt nicht mit den Gegenwalzen 1, 4, sondern mit diesen zusätzlichen Preßwalzengegenwalzen 19, 20.

[0055] Nimmt man wiederum nur eine Hälfte auf einer Seite der gestrichelten Linie 16 in Fig. 2, so erhält man jeweils ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung für einen Auftrag von flüssigem oder pastösem Medium auf nur eine Seite der laufenden Materialbahn.

[0056] Auch bei dem dritten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung, das in Fig. 3 dargestellt ist, sind gleiche oder entsprechende Komponenten wie beim ersten Ausführungsbeispiel in Fig. 1 mit den gleichen Bezugszeichen versehen und es wird daher auf die dortigen Ausführungen verwiesen.

[0057] Beim dritten Ausführungsbeispiel liegen zwei Rakelelement-Druckkammerauftragswerke 2, 5 einander gegenüber und bilden zwischen sich einen Spalt, durch den die laufende Materialbahn 7 hindurchgeführt wird. In Laufrichtung der Materialbahn 7 im Abstand danach sind zwei Preßwalzen 3, 6 einander gegenüberliegend angeordnet und bilden zwischen sich einen Einpreßspalt aus, durch den die Materialbahn 7 hindurchgeführt wird. Die Materialbahn 7 ist derart geführt, daß ihre Laufrichtung, bezogen auf eine horizontale Ebene in Fig. 3, von unten nach oben läuft. Die laufende Materialbahn 7 wird entlang einer gemeinsamen Durchlaufebene 22, die in Fig. 3 durch eine strichpunktierte Linie angedeutet ist, sowohl durch die beiden Auftragswerke 2, 5 als auch durch die beiden Preßwalzen 3, 6 hindurchgeführt. Dadurch ergibt sich eine einfache Bahnführung ohne Richtungsänderung der Materialbahn im Bereich des Auftrags- und Einpreßvorgangs.

[0058] Die Rakelstäbe 9, 9' der beiden Auftragswerke 2, 5 bilden, zusätzlich zu ihrer jeweiligen Auftragsfunktion für das flüssige oder pastöse Medium 8, 8', für den jeweils anderen Rakelstab eine Gegenstütze. Diese Anordnung, bei der die beiden Rakelstäbe 9, 9' gegeneinander gedrückt werden, kommt daher ohne Gegenwalzen aus, die sonst die Gegenhaltefunktion beim direkten Auftrag auf die Materialbahn übernehmen.

[0059] Die beiden Preßwalzen 3, 6 stützen sich ebenfalls gegeneinander ab und werden jeweils mit einer gewünschten Andrückkraft F gegeneinander gedrückt. Die Laufgeschwindigkeiten der Walzenoberflächen der beiden Preßwalzen 3, 6 entsprechen der Durchlaufgeschwindigkeit der Materialbahn im Einpreßspalt. Jeder Walzenoberfläche 3A, 6A ist eine Reinigungsvorrichtung 21, 21' zugeordnet. Die Reinigungsvorrichtungen 21, 21' sind lediglich schematisch dargestellt. Jede Reinigungsvorrichtung weist eine Abschabklinge 23, 23' auf, die Verunreinigungen oder Schmutzpartikel, die eventuell während des Einpressens im Einpreßspalt aus der Materialbahn 7 herausgelöst werden, von den Walzenoberflächen 3A, 6A abziehen und so verhindern, daß die Verunreinigungen oder Schmutzpartikel wieder von den Preßwalzen 3, 6 auf die bereits beschichtete Materialbahn befördert werden könnten. Solche oder ähnliche Reinigungsvorrichtungen sind zweckmäßigerweise auch an den Preßwalzen 3, 6 der zuvor erläuterten ersten und zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiele vorgesehen.

[0060] Durch gestrichelte Linien sind Heizvorrichtungen 24, 24' schematisch angedeutet, von denen jeweils eine jeder Preßwalze 3, 6 zugeordnet ist. Bei jeder der in Pfeilrichtung rotierend angetriebenen Preßwalzen 3, 6 wird im Beispiel der Bereich zwischen der gestrichelten Kreislinie und der Walzenoberfläche 3A, 6A beheizt. Dadurch wird die Trocknung des zuvor beidseitig aufgetragenen flüssigen oder pastösen Mediums 8, 8' beschleunigt, wenn das Medium 8, 8' in Kontakt mit den aufgeheizten Walzenoberflächen 3A, 6A kommt. Bei den schematisch dargestellten Heizeinrichtungen 24, 24' kann es sich beispielsweise um elektrische Heizeinrichtungen handeln oder um Heizeinrichtungen, bei denen ein Kreislauf eines erhitzten, beispielsweise flüssigen Mediums aufrecht erhalten wird. Auch andere geeignete Heizeinrichtungen können verwendet werden. Auch bei den zuvor erläuterten ersten und zweiten Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 1 und Fig. 2 können die dortigen Preßwalzen 3, 6 mit Heizeinrichtungen versehen sein.

[0061] Beim dritten Ausführungsbeispiel, das in Fig. 3 gezeigt ist, passiert die laufende Materialbahn 7 zunächst die beiden Auftragswerke 2, 5. Dabei kann gleichzeitig auf jede Seite der laufenden Materialbann 7 eine jeweils gewünschte endgültige Auftragsmenge an flüssigem oder pastösem Medium 8, 8' aufgetragen werden. Der Auftrag erfolgt wieder unmittelbar auf die Materialbahn und sowohl die Auftragsmenge als auch die Konsistenz an Medium 8, 8' kann auf beiden Seiten der Materialbahn unterschiedlich gewählt werden. Diese beidseitig beschichtete Materialbahn 7 läuft dann durch den Einpreßspalt zwischen den beiden Preßwalzen 3, 6 hindurch. Dort wird das zuvor aufgetragene Medium 8, 8' von beiden Seiten aus in die Materialbahn 7 eingepreßt. Durch die beheizten Walzenoberflächen 3A, 6A wird dabei das Eintrocknen des Mediums in die Materialbahn zusätzlich beschleunigt.

[0062] In Fig. 4 ist ein viertes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung gezeigt, das in seinem Grundaufbau dem dritten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ähnlich ist. Hinsichtlich der Anordnung und der Funktion der Preßwalzen 3, 6 wird daher auf die vorangehenden Ausführungen verwiesen. Reinigungseinrichtungen 21, 21' und Heizeinrichtungen 24, 24', die beim vierten Ausführungsbeispiel ebenfalls vorhanden sein können, sind aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen. Auch beim vierten Ausführungsbeispiel wird die laufende Materialbahn in einer gemeinsamen Ebene 22 sowohl durch zwei gegenüberliegende Auftragswerke als auch durch zwei gegenüberliegende Preßwalzen 3, 6 hindurchgeführt. Die Durchlaufrichtung der Materialbahn 7 verläuft, bezogen auf eine horizontale Ebene in Fig. 4, von oben nach unten.

[0063] Die zwei gegenüberliegenden Auftragswerke 2', 5' sind im Beispiel als Rakelelement-Sumpfauftragswerke ausgebildet. Gleiche oder sich entsprechende Elemente dieser Auftragswerke sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen wie bei den zuvor erläuterten Rakelelement-Druckkammerauftragswerken 2, 5. Hinsichtlich dieser Elemente wird auf die vorangegangenen Ausführungen verwiesen.

[0064] Aus Farbverteilrohren 11, 11' fließt das aufzutragende flüssige oder pastöse Medium 8, 8' jeweils in einen Sumpf mit freiem Flüssigkeitsspiegel. Aus dem Sumpf wird das flüssige oder pastöse Medium 8, 8' unter der Wirkung der Schwerkraft über die profilierten Rakelstäbe 9, 9' auf die jeweilige Seite der Materialbahn 7 aufgetragen. Dabei kann die aufgetragene Menge an Medium der engültigen gewünschten Auftragsmenge entsprechen. Wiederum können die Auftragsmenge und die Konsistenz des Mediums 8, 8' für beide Seiten der Materialbahn unterschiedlich gewählt werden. Der Auftrag erfolgt beidseitig unmittelbar auf die Materialbahn.

[0065] Die Materialbahn 7 passiert also zunächst die beiden gegenüberliegenden Auftragswerke 2', 5', wobei sie zunächst durch die beiden Sümpfe hindurchgeführt wird und dann die Rakelstäbe 9, 9' passiert. Das beidseitig aufgetragene Medium 8, 8' wird anschließend im Einpreßspalt zwischen den beiden Preßwalzen 3, 6 in die Materialbahn eingepreßt.

[0066] Das in Fig. 5 gezeigte fünfte Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung entspricht, abgesehen vom Auftragswerk, dem in Fig. 1 links der gestrichelten Linie 16 dargestellten Ausführungsbeispiel. Daher wird auf die dortigen Ausführungen verwiesen und nachfolgend nur der unterschiedliche Aufbau des Auftragswerks erläutert.

[0067] Das Auftragswerk ist in eine Vordosiereinrichtung 25 und eine Enddosiereinrichtung 26 unterteilt, die jeweils nur schematisch dargestellt sind. Die Vordosiereinrichtung 25 ist im Beispiel als Freistrahldüsen-Auftragswerk ausgebildet, das über einen Zufuhrspalt 28 flüssiges oder pastöses Medium direkt auf die betreffende Seite der laufenden Materialbahn 7 aufbringt. Der Auftrag des Mediums erfolgt in einem freien Strahl und zwar in einer größeren als der gewünschten endgültigen Auftragsmenge. Die Enddosiereinrichtung 26 dosiert im Beispiel über eine Rakelklinge 27 die überschüssige Menge auf die gewünschte endgültige Auftragsmenge, indem sie das zuviel aufgetragene Medium 8 abstreift. Zwar ist bei diesem Ausführungsbeispiel das Auftragswerk in zwei Teileinrichtungen unterteilt, von denen die Enddosiereinrichtung 26 der Vordosiereinrichtung 25 entlang dem Auflageabschnitt der Materialbahn auf der Gegenwalze 1 nachgeschaltet ist, jedoch ist auch bei dieser Ausführungsform die Trennung von Auftragen des Mediums und Einpressen des Mediums in die Materialbahn beibehalten.

[0068] Das in Fig. 6 gezeigte sechste Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung entspricht in seinem Grundaufbau dem in Fig. 2 links der gestrichelten Linie 16 gezeigten Ausführungsbeispiel. Hinsichtlich übereinstimmender Komponenten wird daher auf die dortigen Ausführungen verwiesen. Anders als beim fünften Ausführungsbeispiel in Fig. 5 ist beim sechsten Ausführungsbeispiel dem Freistrahldüsen-Auftragswerk keine Enddosiereinrichtung nachgeschaltet, sondern das Freistrahldüsen-Auftragswerk 25 trägt direkt die gewünschte endgültige Menge an flüssigen oder pastösem Medium 8 auf. Hinsichtlich des prinzipiellen Aufbaus, der Funktion und der Zuordnung des Freistrahldüsen-Auftragswerks 25 wird auf die vorangehenden Ausführungen im Zusammenhang mit Fig. 5 verwiesen. Beim sechsten Ausführungsbeispiel in Fig. 6 wird also ein zusätzliches Rakelelement, wie es beim fünften Ausführungsbeispiel in Form der Rakelklinge 27 vorgesehen ist, vermieden. Dadurch werden auch Störungen an einem solchen Rakelelement vermieden, die unter Umständen durch Schmutz am Rakelelement auftreten könnten.

[0069] Sowohl dem fünften als auch dem sechsten Ausführungsbeispiel kann jeweils eine gleichartige Vorrichtung zum Beschichten der anderen Seite der Materialbahn nachgeschaltet sein.

[0070] Bei dem in Fig. 7 gezeigten siebten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist dem Auftragswerk keine Gegenwalze zugeordnet. Hinsichtlich übereinstimmender Komponenten und insbesondere hinsichtlich des Aufbaus, der Funktion und der Anordnung der Preßwalze 3 und der Preßwalzengegenwalze 19 wird auf die Ausführungen im Zusammenhang mit den vorangehenden Ausführungsbeispielen verwiesen.

[0071] Führungs- bzw. Umlenkrollen 10, 10' wird die laufende Materialbahn 7 in eine im wesentlichen horizontale Laufrichtung geführt. In Durchlaufrichtung der Materialbahn gesehen nach der Führungs-bzw. Umlenkrolle 10' ist der oben liegenden Seite der Materialbahn 7 ein Freistrahl-Auftragswerk 29 zugeordnet. In diesem Auftragsbereich ist die Materialbahn also nicht gestützt, sondern verläuft frei zwischen der Führungs- bzw. Umlenkrolle 10' und der nachgeschalteten Preßwalzenanordnung 3, 19. Das Freistrahl-Auftragswerk 29 besteht aus einem Farbverteilrohr 30, das über einen Zufuhrspalt 31 mit einer Überlauffläche 32 verbunden ist. Das aufzutragende Medium 8 gelangt aus dem Farbverteilrohr 30 über den Zufuhrspalt 31 auf die Überlauffläche 32 und strömt von dort in freiem Fall auf die darunter durchlaufende Materialbahn herab. Am Freistrahl-Auftragswerk 29 können zusätzliche (nicht gezeigte) Regelungsorgane vorgesehen sein, um die Menge des wasserfallartig von der Überlauffläche 32 herablaufenden Films an Beschichtungsmedium 8 auf die gewünschte Menge zu dosieren. Mit einem solchen Auftragswerk 29, das auch als "Curtain-Coater" bezeichnet wird, wird ein berührungsloser direkter Auftrag des Mediums realisiert. Dadurch wird das Auftragswerk durch eventuell auf der Materialbahn vorhandenen Schmutz nicht beeinträchtigt.

[0072] Selbstverständlich können bei Bedarf die einzelnen Ausführungsbeispiele untereinander in verschiedenster Weise kombiniert werden. Beispielsweise kann die in Fig. 5 gezeigte Vorrichtung zum Beschichten der einen Seite der Materialbahn 7 mit der Vorrichtung zum Beschichten der anderen Seite der Materialbahn kombiniert werden, die in Fig. 2 auf der rechts der gestrichelten Linie 16 gelegenen Seite dargestellt ist. Oder es kann etwa die auf der linken Seite der gestrichelten Linie 16 in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung zum Beschichten der einen Seite der Materialbahn 7 mit der auf der rechten Seite der gestrichelten Linie 16 in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung zum Beschichten der anderen Seite der Materialbahn kombiniert werden.

[0073] Selbstverständlich ist es bei Bedarf auch möglich, vor Erreichen des zweiten Auftragswerkes 5 eine Trocknungseinrichtung für die bereits mit dem Medium 8 versehenen Seite der Materialbahn 7 vorzusehen.


Ansprüche

1. Verfahren zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, vorzugsweise auf eine altpapierhaltige Papier- oder Kartonbahn, mit folgenden Schritten:

- direktes Auftragen (2, 5; 2', 5') eines flüssigen oder pastösen Mediums (8, 8') auf zumindest eine Seite der laufenden Materialbahn (7);

- anschließendes separates Einpressen (3, 6) des auf die zumindest eine Seite der Materialbahn (7) aufgetragenen Mediums (8, 8') in die laufende Materialbahn.


 
2. Verfahren nach Anspruch 1 für beidseitiges Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, dadurch gekennzeichnet,

- daß das flüssige oder pastöse Medium (8, 8') gleichzeitig direkt auf jede Seite der laufenden Materialbahn (7) aufgetragen (2, 5; 2', 5') wird und

- daß das anschließende separate Einpressen (3, 6) des aufgetragenen Mediums (8, 8') in die laufende Materialbahn (7) auf beiden Seiten der Materialbahn gleichzeitig erfolgt.


 
3. Verfahren nach Anspruch 1 für beidseitiges Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, mit folgenden Schritten:

- direktes Auftragen des flüssigen oder pastösen Mediums (8) auf die eine Seite der laufenden Materialbahn (7);

- anschließendes separates Einpressen (3) des auf die eine Seite der Materialbahn (7) aufgetragenen Mediums (8) in die laufende Materialbahn;

- direktes Auftragen des flüssigen oder pastösen Mediums (8') auf die andere Seite der laufenden Materialbahn (7);

- anschließendes separates Einpressen (6) des auf die andere Seite der Materialbahn (7) aufgetragenen Mediums (8') in die laufende Materialbahn.


 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das direkte Auftragen (2, 5; 2', 5') des flüssigen oder pastösen Mediums (8, 8') mit einer gewünschten, endgültigen Auftragsmenge erfolgt.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das direkte Auftragen des flüssigen oder pastösen Mediums auf irgendeine Seite der laufenden Materialbahn in folgende Teilschritte unterteilt ist:

- Vordosieren (25) einer überschüssigen Menge an flüssigem oder pastösem Medium (8) auf die betreffende Seite der Materialbahn (7);

- anschließendes Enddosieren der auf die betreffende Seite der Materialbahn (7) aufgetragenen vordosierten Menge an Medium (8) auf die gewünschte endgültige Auftragsmenge.


 
6. Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, vorzugsweise auf eine altpapierhaltige Papier- oder Kartonbahn, mit

- einem Auftragswerk (2) zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums (8,) auf zumindest eine Seite der laufenden Materialbahn (7),

- einer rotierenden Gegenfläche (1), auf deren Oberfläche (1A) die laufende Materialbahn (7) entlang eines Auflageabschnittes geführt ist, und

- einer gegensinnig zur Gegenfläche (1) rotierenden Preßwalze (3) zum Einpressen von auf einer Seite der Materialbahn (7) aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium in die laufende Materialbahn (7),

wobei dem Auflageabschnitt der Materialbahn (7) auf der Oberfläche (1A) der Gegenfläche (1), bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, zunächst das Auftragswerk (2) zugeordnet ist und im Abstand danach die Preßwalze (3) unter Ausbildung eines Einpreßspaltes mit der Gegenfläche zugeordnet ist.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 6 zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf beide Seiten einer laufenden Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, dadurch gekennzeichnet,

- daß der ersten Gegenfläche (1) eine zweite, gegensinnig rotierende Gegenfläche (4), bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nachgeschaltet ist, auf deren Oberfläche (4A) die laufende Materialbahn (7) entlang eines Auflageabschnittes derart geführt ist, daß die bereits mit dem Medium (8) versehene Seite der Materialbahn (7) auf der Walzenoberfläche (4A) aufliegt,

- daß ein zweites Auftragswerk (5) zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums (8') auf eine Seite einer laufenden Materialbahn (7) vorgesehen ist, und

- daß eine gegensinnig zur zweiten Gegenfläche (4) rotierende zweite Preßwalze (6) zum Einpressen von auf einer Seite der Materialbahn (7) aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium (8') in die laufende Materialbahn (7) vorgesehen ist,

wobei dem Auflageabschnitt der Materialbahn (7) auf der Oberfläche (4A) der Gegenfläche (4), bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, zunächst das Auftragswerk (5) zugeordnet ist und im Abstand danach die zweite Preßwalze (6) unter Ausbildung eines Einpreßspaltes mit der zweiten Gegenfläche (4) zugeordnet ist.
 
8. Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, vorzugsweise auf eine altpapierhaltige Papier- oder Kartonbahn, mit

- einem Auftragswerk (2) zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums (8,) auf zumindest eine Seite der laufenden Materialbahn (7),

- einer rotierenden Gegenfläche (1), auf deren Oberfläche (1A) die laufende Materialbahn entlang eines Auflageabschnittes geführt ist,

- einer gegensinnig zur Gegenfläche rotierenden Preßwalze (3) zum Einpressen von auf einer Seite der Materialbahn (7) aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium (8) in die laufende Materialbahn, und

- einer gegensinnig zur Preßwalze (3) rotierenden Preßwalzengegenwalze (19),

wobei das Auftragswerk (2) dem Auflageabschnitt der Materialbahn (7) auf der Oberfläche (1A) der Gegenfläche (1) zugeordnet ist und die Preßwalze (3), bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nach der Gegenfläche (1) der zuvor mit dem Medium (8) versehenen Seite der Materialbahn (7) zugeordnet ist und zusammen mit der Preßwalzengegenwalze (19) einen Einpreßspalt ausbildet, durch den die laufende Materialbahn (7) hindurchgeführt wird.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8 zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf beide Seiten einer laufenden Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, dadurch gekennzeichnet,

- daß der ersten Preßwalze (3) eine zweite, gleichsinnig rotierende Gegenfläche (4), bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nachgeschaltet ist, auf deren Oberfläche (4A) die laufende Materialbahn (7) entlang eines Auflageabschnittes derart geführt ist, daß die bereits mit dem Medium (8) versehene Seite der Materialbahn (7) auf der Walzenoberfläche (4A) aufliegt,

- daß ein zweites Auftragswerk (5) zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums (8') auf eine Seite einer laufenden Materialbahn (7) vorgesehen ist,

- daß eine gegensinnig zur zweiten Gegenfläche (4) rotierende zweite Preßwalze (6) zum Einpressen von auf einer Seite der Materialbahn (7) aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium (8') in die laufende Materialbahn (7) vorgesehen ist, und

- daß eine gegensinnig zur zweiten Preßwalze (6) rotierende zweite Preßwalzengegenwalze (20) vorgesehen ist,

wobei das zweite Auftragswerk (5) dem Auflageabschnitt der Materialbahn auf der Oberfläche (4A) der Gegenfläche (4), zugeordnet ist und die zweite Preßwalze (6), bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nach der zweiten Gegenfläche (4) der zuvor dem zweiten Auftragswerk (5) mit dem Medium (8') versehenen Seite der Materialbahn (7) zugeordnet ist und zusammen mit der zweiten Preßwalzen-Gegenfläche (20) einen Einpreßspalt ausbildet, durch den die laufende Materialbahn (7) hindurchgeführt wird.
 
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß die rotierende Gegenfläche in Form einer rotierenden Gegenwalze (1, 4) oder in Form eines umlaufenden flexiblen Endlosbandes ausgebildet ist.
 
11. Vorrichtung zum beidseitigen Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, vorzugsweise auf eine altpapierhaltige Papier- oder Kartonbahn, mit

- zwei Auftragswerken (2, 5; 2', 5') zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums (8, 8') auf jede der beiden Seiten der laufenden Materialbahn (7), und

- zwei gegensinnig zueinander rotierenden Preßwalzen (3, 6) zum Einpressen von auf den beiden Seiten der Materialbahn (7) aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium (8, 8') in die laufende Materialbahn,

wobei die beiden Auftragswerke (2, 5; 2', 5') einander gegenüber liegen und jeweils einer Seite der laufenden Materialbahn (7) derart zugeordnet sind, daß die Materialbahn zwischen den beiden Auftragswerken hindurchgeführt wird, und wobei die beiden Preßwalzen (3, 6), bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nach den beiden Auftragswerken (2, 5; 2', 5') derart angeordnet sind, daß die beiden Preßwalzen (3, 6) zwischen sich einen Einpreßspalt ausbilden, durch den die laufende Materialbahn (7) hindurchgeführt wird, wobei die Laufrichtungen der beiden Preßwalzen im Einpreßspalt mit der Durchlaufrichtung der Materialbahn übereinstimmen.
 
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchlaufrichtung der Materialbahn (7), bezogen auf eine horizontale Ebene, von unten nach oben verläuft.
 
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn (7) in einer gemeinsamen Durchlaufebene (22) durch die beiden Auftragswerke (2, 5; 2', 5') sowie die beiden Preßwalzen (3, 6) hindurchgeführt ist.
 
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragswerke als Rakelelement-Druckkammerauftragswerke (2, 5) ausgebildet sind.
 
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragswerke als Freistrahldüsen-Auftragswerke ausgebildet sind.
 
16. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Auftragswerke als Rakelelement-Auftragswerke (2', 5') unter Ausbildung eines Sumpfes des flüssigen oder pastösen Mediums (8, 8') mit freier Oberfläche ausgebildet sind, wobei die Durchlaufrichtung der Materialbahn (7) durch die beiden Auftragswerke, bezogen auf eine horizontale Ebene, von oben nach unten verläuft.
 
17. Vorrichtung nach Anspruch 14 und 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Rakelelemente (9, 9') als profilierte Rakelstäbe, glatte Rakelstäbe oder Rakelklingen ausgebildet sind.
 
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragswerke in eine Vordosiereinrichtung (25) zum direkten Auftragen einer überschüssigen Menge an flüssigem oder pastösem Medium (8) auf eine Seite der laufenden Materialbahn (7) und eine anschließende separate Enddosiereinrichtung (26) zum Dosieren der auf die Materialbahn (7) aufgetragenen Menge an Medium (8) auf die gewünschte endgültige Auftragsmenge unterteilt sind, oder derart ausgebildet sind, daß damit die gewünschte endgültige Auftragsmenge aufbringbar ist.
 
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Vordosiereinrichtungen (25) als Rakelelement-Druckkammerauftragswerke, Rakelelement-Sumpfauftragswerke oder Freistrahldüsen-Auftragswerke ausgebildet sind.
 
20. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Enddosiereinrichtungen (26) als Rakelklingen-Enddosiereinrichtungen ausgebildet sind.
 
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenoberflächen (1A, 4A) der Gegenwalzen (1, 4) elastisch gummiert ausgebildet sind.
 
22. Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, vorzugsweise auf eine altpapierhaltige Papier- oder Kartonbahn, mit

- einem Freistrahlauftragswerk (29) zum direkten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums (8,) auf eine Seite der laufenden Materialbahn (7),

- einer rotierenden Preßwalze (3) zum Einpressen von auf einer Seite der Materialbahn (7) aufgetragenem flüssigen oder pastösen Medium (8) in die laufende Materialbahn, und

- einer gegensinnig zur Preßwalze (3) rotierenden Preßwalzengegenwalze (19),

wobei das Freistrahl-Auftragswerk (29) der oben liegenden Seite eines im wesentlichen horizontal laufenden, nicht abgestützen Abschnitts der Materialbahn (7) zugeordnet ist und die Preßwalze (3), bezogen auf die Durchlaufrichtung der Materialbahn, im Abstand nach dem Freistrahlauftragswerk (29) der zuvor mit dem Medium (8) versehenen Seite der Materialbahn (7) zugeordnet ist und zusammen mit der Preßwalzen-Gegenwalze (19) einen Einpreßspalt ausbildet, durch den die laufende Materialbahn (7) hindurchgeführt wird, wobei die Laufrichtung der Preßwalze (3) im Einpreßspalt der Durchlaufrichtung der Materialbahn entspricht.
 
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Freistrahl-Auftragswerk (29) als Auftragswerk nach dem Prinzip eines Wasserfalls ausgebildet ist, bei dem das flüssige oder pastöse Medium (8) im freien Fall auf die laufende Materialbahn (7) herabströmt.
 
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßwalzen (3, 6) zumindest an ihrer Walzenoberfläche (3A, 6A) aus Stahl ausgebildet sind.
 
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßwalzen (3, 6) zumindest an ihrer Walzenoberfläche (3A, 6A) aus Gummi oder Poyurethan ausgebildet sind.
 
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßwalzen (3, 6) zumindest an ihrer Walzenoberfläche (3A, 6A) mit einem Antihaftbezug mit einer vergleichsweise kleinen Reibungszahl versehen sind.
 
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß der Antihaftbezug aus einem Werkstoff auf Polytetrafluorethylen(PTEE)-Basis besteht.
 
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufgeschwindigkeit der Preßwalzen (3, 6) der Durchlaufgeschwindigkeit der Materialbahn (7) im Einpreßspalt entspricht.
 
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßwalzen (3, 6) mit einer Heizeinrichtung (24, 24') zumindest zur Heizung der Walzenoberfläche (3A, 6A) versehen sind.
 
30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß den Preßwalzen (3, 6) an einem Umfangsabschnitt ihrer Walzenoberfläche (3A, 6A) jeweils eine Reinigungsvorrichtung (21, 21') zugeordnet ist.
 
31. Vorrichtung nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsvorrichtung (21, 21') eine Abschabklinge (23, 23') umfaßt.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht