[0001] Die Erfindung richtet sich auf einen Dübel zum Einsatz in einem Verfahren zum Zusammenfügen
von wenigstens an ihrer Ober- und Unterseite definierte Löcher aufweisenden Steinen,
wie Sandsteinen, Klinkern od. dgl.
[0002] Ein Mauerwerk wird in der Regel durch in bestimmten Verbänden zusammengefügte Mauersteine
erzeugt, wobei als Verbindungsmittel ein vor Ort verbrauchsfertig zur Verfügung stehender
Mörtel eingesetzt wird. Eine andere Art, Mauerwerke zu erzeugen, besteht darin, im
wesentlichen hohlkörperartig ausgebildete Steine, die über Rastfugen zum gegenseitigen
Eingriff verfügen, zusammenzusetzen, um die Hohlräume anschließend z.B. mit Beton
auszugießen. Hier werden die Steine im wesentlichen als Schalung eingesetzt.
[0003] Nachteilig bei den bekannten Verfahren ist, daß diese nur in Ausnahmefällen von Laien
selbst durchgeführt werden können. Notwendig ist in jedem Fall, die mit Wasser anzurührenden
Verbundmassen vor Ort zu erzeugen oder sich anliefern zu lassen, wobei diese Massen
im Prinzip in bestimmter Zeit verarbeitet werden müssen, um nicht zu verderben, z.B.
ungenutzt auszuhärten.
[0004] Aus dem DE-U-72 10 013 ist ein Kinderspielbausatz mit Großbauelementen bekannt, wobei
die einzelnen quaderförmigen Elemente Aussparungen aufweisen, in die glatte Verbindungsstücke
einsteckbar sind, um auf diese Art und Weise benachbarte Bauelemente des Spielbausatzes
miteinander verbinden zu können. Klassische Mauerwerke für von Personen zu bewohnende
Gebäude sind mit dieser bekannten Lösung nicht zu verwirklichen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Lösung, mit der ein Zusammenfügen von
Steinen zu Wänden mörtelfrei möglich ist oder die einzusetzenden Verbundmassen auf
ein sehr geringes Maß reduziert werden können, ggf. nur zum Verfugen herangezogen
werden.
[0006] Mit einem Dübel bzw. mit einem Verfahren der eingangs bezeichneten Art wird diese
Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß wenigstens ein Teil der in den Steinen
befindlichen Löcher mit zwei Bereiche aufweisenden Dübeln versehen wird, mit einem
im Stein spielfrei befestigten Einsteckbereich und einem über die Steinkontur hinausragenden
Steckschaft, wobei ein zu verbindender Stein mit einem seiner Löcher über den Steckschaft
gestülpt wird.
[0007] Mit der Erfindung ist es möglich, z.B. bei Erstellung einer Wand vor Ort die mit
den definierten Löchern versehenen Sandsteine mit Dübeln zu versehen und die so ausgerüsteten
Steine durch die mögliche Steckverbindung im gewünschten Verbund zusammenzufügen.
[0008] Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Verfahrensweise ergeben sich aus den Unteransprüchen,
wobei es besonders zweckmäßig ist, wenn der den Stein überragende Steckschaft gegenüber
der Ausnehmung des überstülpten Steines ein gewisses Spiel aufweist, um Ungenauigkeiten,
die selbst bei präzise produzierten Sandsteinen auftreten können, ausgleichen zu können.
Auch ermöglicht das Spiel im Steckschaft gezielt leicht gekrümmte Wände zu erzeugen,
ohne daß das Verbindungsprinzip aufgegeben wird.
[0009] Vorteilhaft kann es sein, zwischen den Steinen einen Fugenbelag, z.B. aus einem Schaumwerkstoff,
vorzusehen, der zweckmäßig auch mit einer doppelseitigen Klebebeschichtung versehen
sein kann, um einen besonders festen Verbund benachbarter Steine miteinander zu erreichen.
Aus dem DE-U 79 26 841 ist eine Einlage für Mörtelfugen eines Bauwerkes bekannt, die
aus einem elastisch oder plastisch zusammenpreßbaren Isolierstreifen gebildet ist.
[0010] Um Randsteine leichter einsetzen zu können und um einen weiteren Ausgleich von Toleranzen
zu ermöglichen, kann es auch sinnvoll sein, einen querschnittlich etwa im wesentlichen
kreuzförmigen Dübel einzusetzen, der auf einer Seite vier Eingriffsschenkel aufweist
zum spielfreien Eingriff in die entsprechende Ausnehmung, auf der anderen Seite im
Steckschaft auch vier oder aber nur drei derartige Eingriffsschenkel, so daß ein vergleichsweise
großes Spiel relativ zum darübergestülpten Stein ermöglicht wird.
[0011] Zur Lösung der gestellten Aufgabe schlägt die Erfindung auch einen Dübel vor, der
sich dadurch auszeichnet, daß er als Kunststoffdübel ausgebildet ist mit einem Einsteckbereich
zum spielfreien Eingriff in eine entsprechende Ausnehmung eines Mauersteines od. dgl.
und mit einem über die Steckkontur hinausragenden Steckschaft.
[0012] Weitere Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Dübels ergeben sich aus den weiteren
Unteransprüchen. Dabei kann es zweckmäßig sein, den Einsteckbereich des Dübels querschnittlich
im wesentlichen kreuzförmig auszubilden mit vier Schaftschenkeln und den in der Gebrauchslage
über die Steinkontur hinausragenden Steckschaft mit vier oder nur drei Schaftschenkeln
zu versehen, die mit drei der vier Schenkel fluchten, um in der Einstecklage ein größeres
Spiel zum aufzusteckenden Stein zu ermöglichen. Werden sowohl vier Eingriffsschenkel
als auch vier Steckschaftschenkel am Dübel vorgesehen, kann umgekehrt eine Steingestaltung
zum Einsatz kommen, bei der die entsprechenden Aufnahmeöffnungen, in die die Steckschäfte
der Dübel eingreifen, einen ovalen Querschnitt aufweisen, um auch hier ein gewisses
Spiel zu ermöglichen.
[0013] Um das Einstecken sowohl des Dübels in die Ausnehmung eines Steines ohne Spiel und
die Ausnehmung eines benachbarten Steines mit Spiel zu erleichtern, kann vorgesehen
sein, die Schenkel rand- oder stirnseitig mit einer Schräge und/oder einer Phase zu
versehen.
[0014] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert.
Diese zeigt in
- Fig. 1
- eine vereinfachte perspektivische Darstellung eines Steinverbandes sowie in
- Fig. 2
- eine vereinfachte räumliche Darstellung eines erfindungsgemäßen Dübels.
[0015] Die in Fig. 1 mit 1 bezeichneten Sandsteine, die dort zu einem Verbund zusammengefügt
sind, weisen auf ihrer Oberseite 2 und ihrer Unterseite 3 maßlich definierte Ausnehmungen
4 auf, in die wenigstens teilweise die allgemein mit 5 bezeichneten Dübel nach der
Erfindung eingesteckt sind. Diese Dübel 5 sind in Fig. 2 näher dargestellt und weiter
unten näher beschrieben.
[0016] Zusätzlich ist in Fig. 1 noch dargestellt, daß auf der Oberseite 2 aus Schaumstoff
Fugenplatten 6 aufgelegt sind, die beispielsweise mit doppelseitiger Klebebeschichtung
versehen sein können. Derartige Fugenplatten sind auch an den Stirnflächen vorgesehen
und mit 7 bezeichnet. Die Fugenplatten können so zugeschnitten sein, daß sie in der
Verbundlage eine Sichtfuge freilassen, die ggf. mit einem Ziermörtel oder in anderer
Weise ausgefugt sein kann, was in den Figuren nicht näher dargestellt ist.
[0017] Wie sich insbesondere aus Fig. 2 ergibt, ist der erfindungsgemäße Dübel querschnittlich
im wesentlichen kreuzförmig ausgebildet, derart, daß er mit vier Schaftschenkeln 8
auf der einen Seite ausgerüstet ist, die an Bemaßung so getroffen sind, daß sie spielfrei
in die Ausnehmungen 4 in den Steinen 1 eingepaßt werden können, während nur drei Schaftschenkel
9 vorgesehen sind, die nach Einsetzen des Dübels 5 in einer Bohrung 4 die Steinkontur
nach oben überragen. In Fig. 2 ist gestrichelt angedeutet, daß auch alternativ vier
durchgehende Schaftschenkel 9 vorgesehen sein können.
[0018] Die Schaftschenkel 9 sind zusätzlich mit stirnseitigen Schrägen 10 und randseitigen
Phasen 11 ausgestattet, um ein leichteres Überstülpen benachbarter Steine zu ermöglichen.
Auch ist ihre Weite geringfügig kleiner als die Weite der Schaftschenkel 8, so daß
sich ein in Fig. 2 mit 12 bezeichneter Rücksprung in jedem Übergangsbereich vom Schaftschenkel
8 zum Schaftschenkel 9 ergibt.
[0019] Durch diese Gestaltung ergibt sich im Prinzip eine Zweiteiligkeit des Dübels 5, nämlich
zum einen ein Steckbereich "E" in Fig. 2 mit den Schaftschenkeln 8 und ein Steckschaft
"S" mit den Schaftschenkeln 9.
[0020] Natürlich ist das beschriebene Ausführungsbeispiel der Erfindung noch in vielfacher
Hinsicht abzuändern, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So ist die Erfindung insbesondere
nicht auf die hier dargestellte Art der Gestaltung des Einsteckbereiches "E" bzw.
des Steckschaftes "S", auch nicht auf die Art der Phasen- oder Schrägengestaltung
an den einzelnen Schäften beschränkt u. dgl. mehr.
1. Verfahren zum Zusammenfügen von wenigstens an ihrer Ober- und Unterseite definierte
Löcher (4) aufweisenden Steinen (1), wie Sandsteinen, Klinkern od. dgl.,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein Teil der in den Steinen (1) befindlichen Löcher (4) mit zwei Bereiche
(E,S) aufweisenden Dübeln (5) versehen wird, mit einem im Stein (1) spielfrei befestigten
Einsteckbereich (E) und einem über die Steinkontur hinausragenden Steckschaft (S),
wobei ein zu verbindender Stein (1) mit einem seiner Löcher (4) über den Steckschaft
(S) gestülpt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Dübel eingesetzt wird, dessen Steckschaft (S) ein Spiel gegenüber dem Loch
(4) im überstülpten Stein (1) aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die benachbarten Steinen zugewandten Flächen mit einem Fugenbelag, einem Schaumwerkstoff
od. dgl., versehen werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Fugenbelag mit doppelseitiger Klebebeschichtung eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein querschnittlich etwa im wesentlichen kreuzförmiger Dübel mit vier Eingriffsschenkeln
eingesetzt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein querschnittlich etwa im wesentlichen kreuzförmiger Dübel mit vier Eingriffsschenkeln
eingesetzt wird, wobei der jeweilige Steckschaft mit drei Schäften versehen ist, die
mit drei der Dübelschäften fluchten.
7. Dübel, insbesondere zum Einsatz in dem Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß er als Kunststoffdübel mit zwei Bereichen ausgebildet ist mit einem Einsteckbereich
(E) zum spielfreien Eingriff in ein entsprechendes Loch (4) eines Mauersteines od.
dgl. und mit einem über die Steinkontur hinausragenden Steckschaft (S).
8. Dübel nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Einsteckbereich (E) querschnittlich im wesentlichen kreuzförmig ausgebildet
ist mit vier Schaftschenkeln (8).
9. Dübel nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der in der Gebrauchslage die Steinkontur überragende Steckschaft (S) mit vier
oder nur drei Schaftschenkeln (9) versehen ist.
10. Dübel nach Anspruch 6, 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaftschenkel (9) zum Eingriff mit entsprechendem Spiel in ein Loch (4) eines
benachbarten Steines (1) eine geringfügig geringere Weite aufweisen als die Schaftschenkel
(8).
11. Dübel nach Anspruch 6 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaftschenkel (9) randseitig bzw. stirnseitig mit einer Schräge (10) und/oder
einer Phase (11) versehen sind.