[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Weitwinkelscharnier mit einem Öffnungswinkel von
ca. 170°, mit einem Grundkörper, der an einer Möbelwand befestigbar ist, und einem
Scharniertopf, der an einem Türflügel befestigbar ist, wobei der Grundkörper und der
Scharniertopf mittels Gelenkhebeln miteinander verbunden sind und ein Gelenkhebel
in Führungsnuten od.dgl. des Grundkörpers geführt oder über weitere Hebel mit diesem
verbunden ist, und der zweite Gelenkhebel grundkörperseitig an einem Schieber angelenkt
ist, der in Längsrichtung zum ersten Gelenkhebel verschiebbar ist, dabei ist ein Zahnrad
vorgesehen, das mit einer Zahnstange, die am Grundkörper ausgebildet ist, kämmt.
[0002] Weitwinkelscharniere finden im Möbelbau Verwendung, wenn der Wunsch besteht, den
Möbeltürflügel weiter als 90° öffnen zu können, damit ein besserer Zugriff zum Inneren
des Möbelkorpus gestattet ist. Dabei soll der Türflügel in der vollständig geöffneten
Stellung vom Möbelkorpus abgehoben sein, so daß er nicht an einem eventuell angrenzenden,
geschlossenen Türflügel anschlägt.
[0003] Bei den herkömmlichen Weitwinkelscharnieren wird der große Öffnungswinkel mittels
gekreuzter Gelenkhebel erzielt. Diese Weitwinkelscharniere haben den Nachteil, daß
die Gelenkhebel bei geschlossenem Scharnier weit in den Möbelinnenraum hineinstehen,
so daß kostbarer Nutzraum verlorengeht.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Weitwinkelscharnier der eingangs erwähnten Art
zu schaffen, das eine sehr gute Führung der Gelenkhebel gewährleistet.
[0005] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß Zahnrad zwei Zahnkränze mit unterschiedlichem
Durchmesser aufweist, wobei ein Zahnkranz mit einer Zahnstange an einem der Gelenkhebel
und der andere Zahnkranz mit einer Zahnstange am Schieber kämmt.
[0006] Vorteilhaft ist vorgesehen, daß der Schieber in Nuten od.dgl. des Gelenkhebels geführt
ist. Dadurch wird eine exakte Führung des Schiebers im Gelenkhebel erzielt.
[0007] Um eine gute Führung für das Zahnrad zu erreichen, ist einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung vorgesehen, daß der Gelenkhebel zwei Wangen aufweist, zwischen denen
das Zahnrad angeordnet ist. Dabei ist vorteilhaft vorgesehen, daß das Zahnrad zwei
axial vorstehende Zapfen aufweist, an denen jeweils der Zahnkranz mit kleinerem Durchmesser,
der mit der Zahnstange am Gelenkhebel kämmt, ausgebildet ist.
[0008] Ein einfacher Zusammenbau der beiden Wangen des Gelenkhebels wird dadurch erzielt,
daß die Wangen des Gelenkhebels durch einen Führungsbolzen, der in Führungsschlitzen
des Grundkörpers geführt ist, verbunden sind.
[0009] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, daß der Grundkörper U-förmigen
Querschnitt aufweist und daß innerhalb des U-Profils mindestens ein Sockel mit der
Zahnstange des Grundkörpers ausgebildet ist. Auf diese Art wird eine gute Führung
für den Gelenkhebel, der mit dem Zahnrad kämmt, im Grundkörper erreicht.
[0010] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Figuren der beiliegenden
Zeichnungen beschrieben.
[0011] Die Fig. 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch ein Scharnier bei geschlossenem
Türflügel, die Fig. 2 zeigt eine gleiche Ansicht bei vollständig geöffnetem Türflügel,
die Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch den Grundkörper und den darin gelagerten
Gelenkhebel sowie den Schieber, und die Fig. 4 zeigt eine Draufsicht auf ein geöffnetes
Scharnier, wobei sich der Türflügel in der 90°-Offenstellung befindet.
[0012] Im Ausführungsbeispiel ist die Möbelseitenwand mit 1 und der Türflügel mit dem Bezugszeichen
2 bezeichnet. In den Türflügel 2 ist ein Scharniertopf 3 eingesetzt. Am Scharniertopf
3 lagern zwei Gelenkhebel 5,7 auf Achsen 16, 17. Die Achse 16 wid von zwei vorspringenden
Stegen 21 des Scharniertopfes 3 getragen.
[0013] An der Möbelseitenwand 1 ist der Körper 4 befestigt.
[0014] Der Gelenkhebel 5 ist über eine Achse 18 mit einem Schieber 6 verbunden, der in Nuten
des Gelenkhebels 7 geführt ist. Der Schieber 6 ist an seiner zum Zahnrad 8 zugewendeten
Seite mit einem Zahnstangenprofil 22 versehen.
[0015] Der Gelenkhebel 7 weist zwei Wangen 7' auf, zwischen denen das Zahnrad 8 aufgenommen
ist.
[0016] Der Gelenkhebel 7 ist an seinem vom Scharniertopf 3 abgewendeten Ende mit einem Führungsbolzen
13 in einer nuten- oder schlitzförmigen Führung 15 im Grundkörper 4 geführt. In etwa
der Mitte des Gelenkhebels ist an jeder Wange 7' ein Führungszapfen 14 ausgebildet,
der ebenfalls in die schlitzförmige Führung 15 ragt.
[0017] Der Gelenkhebel 7 ist mit einem Zahnstangenprofil 12 versehen. Der Grundkörper 4
weist einen Sockel 20 auf, an dem ebenso ein Zahnstangenprofil 11 ausgebildet ist.
Zwischen den beiden Zahnstangenprofilen 11, 12 läuft der kleinere Zahnkranz 10 des
Zahnrades 8 ab.
[0018] Beim Öffnen des Türflügels 2 zieht der Gelenkhebel 5 den Schieber 6 aus dem Möbelkorpus
heraus. Dadurch wird das Zahnrad 8 über den Zahnkranz 9 gedreht und rollt dabei mit
seinem Zahnkranz 10 am Zahnstangenprofil 11 ab. Gleichzeitig wird der Gelenkhebel
7 über das Zahnstangenprofil 12 zur Türöffnung bewegt.
[0019] Beim Schließen des Türflügels 2 erfolgt der Bewegungsablauf in umgekehrter Richtung.
[0020] Das Zahnrad 8 ist zwischen den beiden Wangen 7' des Gelenkhebels 7 angeordnet. Es
weist beidseitig je einen axial vorstehenden Zapfen auf, auf dem der Zahnkranz 10
ausgebildet ist.
1. Weitwinkelscharnier mit einem Öffnungswinkel von ca. 170°, mit einem Grundkörper,
der an einer Möbelwand befestigbar ist, und einem Scharniertopf, der an einem Türflügel
befestigbar ist, wobei der Grundkörper und der Scharniertopf mittels Gelenkhebeln
miteinander verbunden sind und ein Gelenkhebel in Führungsnuten od.dgl. des Grundkörpers
geführt oder über weitere Hebel mit diesem verbunden ist, und der zweite Gelenkhebel
grundkörperseitig an einem Schieber angelenkt ist, der in Längsrichtung zum ersten
Gelenkhebel verschiebbar ist, dabei ist ein Zahnrad vorgesehen, das mit einer Zahnstange,
die am Grundkörper ausgebildet ist, kämmt, dadurch gekennzeichnet, daß das Zahnrad
(8) zwei Zahnkränze (9, 10) mit unterschiedlichem Durchmesser aufweist, wobei ein
Zahnkranz (10) mit einer Zahnstange an einem der Gelenkhebel (7) und der andere Zahnkranz
(9) mit einer Zahnstange am Schieber (6) kämmt.
2. Weitwinkelscharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (6)
in Nuten od.dgl. des Gelenkhebels (7) geführt ist.
3. Weitwinkelscharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gelenkhebel
(7) zwei Wangen (7') aufweist, zwischen denen das Zahnrad (8) angeordnet ist.
4. Weitwinkelscharnier nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Zahnrad (8) zwei
axial vorstehende Zapfen aufweist, an denen jeweils der Zahnkranz (10) mit kleinerem
Durchmesser, der mit der Zahnstange (12) am Gelenkhebel (7) kämmt, ausgebildet ist.
5. Weitwinkelscharnier nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wangen (7') des
Gelenkhebels (7) durch einen Führungsbolzen (13), der in Führungsschlitzen (15) des
Grundkörpers (4) geführt ist, verbunden sind.
6. Weitwinkelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Grundkörper (4) U-förmigen Querschnitt aufweist und daß innerhalb des U-Profils
mindestens ein Sockel (20) mit der Zahnstange (11) des Grundkörpers (4) ausgebildet
ist.