[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Relais mit einem Elektromagnetsystem,
bestehend aus einer langgestreckten Spule mit parallel zu einer Grundebene gerichteter
Achse, einem U-förmigen Kern-Joch, von dem ein Kernschenkel die Spule axial durchsetzt
und ein Jochschenkel sich parallel dazu unterhalb der Spule über einen Teil der Spulenlänge
erstreckt und einen Polabschnitt bildet, und einem im wesentlichen flachen Anker,
der sich annähernd in Verlängerung zu dem Jochschenkel unterhalb der Spule erstreckt,
mit einem Lager-Endabschnitt an dem freien Ende des Kerns gelagert ist und mit einem
entgegengesetzten Pol-Endabschnitt den Polabschnitt des Jochschenkels unter Bildung
eines Arbeitsluftspaltes überlappt, ferner mit einer Kontaktanordnung mit mindestens
einem an einem Träger befestigten Festkontakt und mit einem von einer Schaltfeder
getragenen beweglichen Kontakt, und mit einem Betätigungsglied zur Übertragung der
Ankerbewegung auf die Schaltfeder.
[0002] Ein ungepoltes Relais mit dem eingangs genannten Aufbau ist beispielsweise aus der
EP 0 375 398 A2 bekannt. Auch dort enthält das Magnetsystem ein U-förmiges Kernjoch,
wobei ein Anker an einem Kernende gelagert ist und mit einem Jochschenkel unterhalb
der Spule den Arbeitsluftspalt bildet. Allerdings ist dort der Anker im Überlappungsbereich
zwischen dem Jochschenkel und der Spule angeordnet, so daß die Schaltbewegung des
Ankers von der Spule nach außen gerichtet ist. Die Kontakte befinden sich unter dem
bewegten Anker, wodurch sich keine optimale Raumausnutzung ergibt. Dementsprechend
besitzt das dortige Relais auch nur einen Schließerkontakt, während ein Umschaltkontakt
zusätzliche Bauhöhe erfordert. Da dort auch keine sehr großen Isolierstrecken zwischen
Magnetsystem und Kontaktanordnung möglich sind, ist die Schaltleistung beschränkt.
[0003] Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Relais der eingangs genannten Art mit
einem flachen Aufbau und möglichst geringem Volumen zu schaffen, bei dem mit wenigen
Einzelteilen eine gute Raumausnutzung erzielt wird. Das Relais soll bei geringer Erregerleistung
hohe Schaltleistungen bewältigen können; dazu soll die Konstruktion auch eine gute
Isolation zwischen dem Magnetsystem und der Kontaktanordnung ermöglichen. Die Kontaktanordnung
soll sowohl einen Schließer- bzw. Öffnerkontakt als auch einen Umschaltkontakt innerhalb
des erwähnten niedrigen Aufbaus ermöglichen.
[0004] Erfindungsgemäß wird dieses Ziel mit einem Relais der eingangs genannten Art dadurch
erreicht, daß der Polabschnitt des Jochschenkels zwischen dem Anker und der Spule
liegt, daß die Schaltfeder sich im wesentlichen unterhalb des Ankers erstreckt und
daß die Kontakte in einem unterhalb des Jochschenkels im Bereich vor dem beweglichen
Ankerende gebildeten Kontaktraum angeordnet sind.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Gestaltung des Magnetsystems wird der Anker bei Erregung
zur Spule hin angezogen, die Schaltfeder also in diese Richtung gezogen. Der Jochschenkel
liegt bei dieser Konstruktion möglichst nahe an der Spule, so daß der unterhalb des
Jochschenkels befindliche Kontaktraum mehr Höhe zur Verfügung hat als der unterhalb
des beweglichen Ankers befindliche Bereich. So kann ohne weiteres bei ansonsten geringer
Bauhöhe ein Umschaltkontakt untergebracht werden, während die Schaltfeder sich im
wesentlichen unterhalb des beweglichen Ankers und annähernd parallel zu diesem annähernd
über die gesamte Länge des Relais erstrecken kann. Das Betätigungsglied greift dabei
im Bereich zwischen Einspannung und Kontaktende an der Schaltfeder an.
[0006] In einer besonders zweckmäßigen Ausgestaltung ist ein Grundkörper aus Isolierstoff
unterhalb des Magnetsystems angeordnet, der die Schaltfeder sowie den oder die Träger
für die Festkontakte trägt und der eine Trennwand zwischen dem Magnetsystem und der
Kontaktanordnung bildet, welche lediglich einen Durchbruch für das Betätigungsglied
aufweist. Bei entsprechender Gestaltung des Betätigungsgliedes können natürlich auch
zwei Durchbrüche vorgesehen sein. Die Trennwand des Grundkörpers ist stufenförmig
gestaltet, um einerseits unterhalb des Jochschenkels den höheren Kontaktraum zu bilden
und andererseits unterhalb des Ankers genügend Raum für dessen Schaltbewegung zur
Verfügung zu stellen. Der Grundkörper besitzt in einer zweckmäßigen Ausgestaltung
weiterhin nach unten angeformte, den Schaltraum zumindest teilweise umgebende Seitenwände,
an denen ein die Schaltfeder tragender Federträger sowie ein Schließer-Kontaktträger
und/oder ein Öffner-Kontaktträger durch Steckbefestigung in Steckschächten verankert
sind.
[0007] Zur Verbesserung der Isolierung im Bereich des Durchbruches kann die Trennwand an
dessen Rand einen zur Unterseite vorspringenden Isolierkragen bilden. Das Betätigungsglied
selbst besitzt in einer vorteilhaften Ausgestaltung einen am Anker eingehängten Hakenteil
und einen an der Schaltfeder angreifenden Fußteil, welch letzterer mit dem Isolierkragen
labyrinthartig ineinandergreifen kann. Auf diese Weise werden besonders lange Kriechstrecken
zwischen dem Anker bzw. dem Magnetsystem einerseits und der Schaltfeder andererseits
geschaffen, wodurch das Relais trotz geringer Bauhöhe für hohe Schaltleistungen geeignet
ist.
[0008] Der im wesentlichen langgestreckte Anker besitzt in zweckmäßiger Ausgestaltung einen
kurzen, zum Kern hin abgewinkelten Lager-Endabschnitt, der in einer Ausnehmung eines
das Kernende an drei Seiten umschließenden Spulenkörperflansches gelagert ist. Bei
unerregtem Magnetsystem wird der Anker vorzugsweise mit seinem beweglichen Ende durch
eine Rückstellfeder vom Jochschenkel weg vorgespannt, wobei er mit einem Mittelabschnitt
an einer zur Lagerachse parallelen Hebellinie des Grundkörpers schwenkbar aufliegt,
so daß aufgrund der Hebelwirkung sein Lagerabschnitt in das Lager gedrückt wird. Diese
Hebellinie wird zweckmäßigerweise durch eine Abrollkante des Grundkörpers gebildet;
denkbar wäre aber auch, im Mittelbereich des Ankers selbst eine Kante vorzusehen,
mit der er auch einer ebenen Fläche des Grundkörpers abrollen könnte. Die Rückstellfeder
wird zweckmäßigerweise durch mindestens einen mit der Schaltfeder einstückig verbundenen,
von einer den beweglichen Kontakt tragenden Kontaktfeder aber wirkungsmäßig getrennten
Rückstellschenkel gebildet.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung näher
erläutert.
Es zeigt
Figur 1 ein erfindungsgemäß gestaltetes Relais in Explosionsdarstellung,
Figur 2 ein zusammengebautes Relais von Figur 1 im Längsschnitt,
Figur 3 eine Schaltfeder mit Federträger und Betätigunsglied in perspektivischer Darstellung,
Figur 4 eine perspektivische Ansicht des Magnetsystems von Figur 1,
Figur 5 eine perspektivische Ansicht von oben auf den Grundkörper von Figur 1,
Figur 6 eine Einzelansicht des Betätigungsgliedes,
Figur 7 eine perspektivische Ansicht auf die Unterseite des Grundkörpers mit montierter
Kontaktanordnung,
Figur 8 und 9 zwei abgewandelte Ausführungsformen der Schaltfeder jeweils in einer
zu Figur 3 analogen Darstellung.
[0010] Das in den Figuren 1 bis 7 dargestellte Relais besteht gemäß Figur 1 aus einem Grundkörper
1, der an seiner Unterseite eine Kontaktanordnung 2 mit einem Betätigungsglied 3 trägt,
sowie einem oberhalb des Grundkörpers angeordneten Magnetsystem 4. Das Relaissystem
ist in einem Gehäuse angeordnet, das durch eine Bodenplatte 5 und eine Kappe 6 gebildet
ist.
[0011] Der Grundkörper 1 ist kastenförmig aus Isolierstoff gestaltet und bildet eine Trennwand
11 zwischen dem Magnetsystem 4 und der Kontaktanordnung 2, die lediglich einen Durchbruch
12 für das Betätigungsglied 3 aufweist. Unterhalb der Trennwand 11 ist ein Schaltraum
13 gebildet, der von Seitenwänden 14 des Grundkörpers umgeben ist und der an einer
Seite durch eine gestufte Ausbildung der Trennwand 11 in einen Kontaktraum 13a mit
größerer Höhe übergeht. In dem Schaltraum erstreckt sich über den größten Teil von
dessen Länge eine Schaltfeder 21 annähernd parallel zur Bodenseite des Relais, die
durch die Bodenplatte 5 festgelegt ist. Die Schaltfeder 21 ist als ebene Blattfeder
geschnitten und bildet eine rahmenförmige Kontaktfeder 22 mit stromführenden Seitenschenkeln
22a, die sich zum freien Ende hin zu einem Kontaktabschnitt 22b vereinigen; auf diesem
ist ein beweglicher Kontakt 29 befestigt. Außerdem sind an dem Kontaktabschnitt 22b
zwei Betätigungslappen 22c beidseitig innerhalb der Rahmenform freigeschnitten, derart,
daß sie in Richtung auf die Einspannstelle weisen.
[0012] Außerdem bildet die Schaltfeder 21 einstückig mit der Kontaktfeder 22 eine gabelförmige
Rückstellfeder 23, die im wesentlichen von dem Befestigungsende 21a der Schaltfeder
ausgehend von der Kontaktfeder 22 getrennt ist und sich mit zwei Rückstellschenkeln
23a im wesentlichen parallel innerhalb der Rahmenform der Kontaktfeder 22 parallel
neben deren Seitenschenkeln 22a erstreckt (siehe auch Figur 3). Die Rückstellfeder
23 bildet mit ihren Rückstellschenkeln 23a eine U-Form, die an die Außenkontur des
noch zu beschreibenden Betätigungsgliedes 3 angepaßt ist.
[0013] Die Schaltfeder 21 ist an ihrem Befestigungsende 21a auf einem Federträger 24 befestigt,
der seinerseits über Befestigungslappen 24a in Steckschächten 14 an gegenüberliegenden
Seitenwänden 15 des Grundkörpers 1 verankert sind. Die Befestigungslappen 24a besitzen
hakenförmige Konturen zur besseren Verankerung; außerdem ist an dem Federträger 24
eine Anschlußfahne 24b angeformt, die durch einen entsprechenden Durchbruch der Bodenplatte
5 nach außen geführt ist.
[0014] Die Kontaktanordnung umfaßt weiterhin einen Öffner-Kontaktträger 25 mit einem Öffnerkontakt
26 sowie einen Schließer-Kontaktträger 27 mit einem Schließerkontakt 28. Beide Kontaktträger
sind über Befestigungsabschnitte 25a bzw. 27a in entsprechenden Steckschächten 16
des Grundkörpers 1 verankert. Außerdem besitzen sie jeweils Anschlußfahnen 25b bzw.
27b, die durch die Bodenplatte 5 nach außen geführt sind. Die Kontaktträger 25 und
27 sind so gestaltet und in dem Kontaktraum 13a so angeordnet, daß der bewegliche
Kontakt 29 wahlweise mit dem Öffnerkontakt 26 und dem Schließerkontakt 28 zusammenarbeitet.
[0015] Das oberhalb des Grundkörpers angeordnete Magnetsystem 4 besitzt einen Spulenkörper
41 mit einer Wicklung 42, deren Achse parallel zur Bodenseite des Relais liegt. Ein
Kernjoch 43 bildet einstückig einen Kernschenkel 43a, der sich axial durch die gesamte
Spule erstreckt, und einen Jochschenkel 43b, der sich parallel zum Kernschenkel unterhalb
der Spule nahe an der Wicklung bis etwa zur Hälfte der Spulenlänge erstreckt. Ein
Anker 44 erstreckt sich mit seinem Hauptteil flach in Verlängerung des Jochschenkels
43b, wobei ein im Querschnitt zurückgesetzter Pol-Endabschnitt 44a einen ebenfalls
im Querschnitt verminderten Polabschnitt 43c des Jochschenkels überlappt. Ein Lager-Endabschnitt
44b des Ankers ist zum freien Kernende 43d hin angewinkelt und in einer Tasche 45
eines Spulenkörperflansches 41a so gelagert, daß er auf dem freien Kernende 43d abrollt.
Der Spulenkörperflansch 41a umgibt dieses freie Kernende 43d an drei Seiten und sichert
den Lager-Endabschnitt 44b des Ankers mit Halterippen 41b auch gegen ein Wegwandern
in Axialrichtung der Spule. Im übrigen wird dieser Lager-Endabschnitt 44b des Ankers
durch die Rückstellkraft der Rückstellfeder 23 in die Lagerung auf das Kernende 43d
gedrückt. Diese Rückstellkraft wirkt auf das bewegliche Ankerende 44c und zieht dieses
von der Spule weg nach unten. Dadurch wird der Anker als Hebel bei nicht erregtem
Magnetsystem um eine Abrollkante 17 an der Oberseite der Trennwand 11 - bei der Darstellung
von Figur 2 entgegen dem Uhrzeigersinn - so verschwenkt, daß der Lager-Endabschnitt
44b des Ankers in die Lagerung vorgespannt wird. Auf diese Weise ist eine eigene Lagerfeder
entbehrlich.
[0016] Durch die Anordnung des Jochschenkels 43b unmittelbar an der Wicklung 42 (gegebenenfalls
mit einer Isolier-Zwischenlage) wird der Anker 44 bei Erregung des Magnetsystems in
Richtung zur Spule angezogen, so daß auch die Schaltfeder 21 über das Betätigungsglied
3 in diese Richtung gezogen wird. Auf diese Weise ergibt sich unterhalb des Jochschenkels
43b der bereits erwähnte große Kontaktraum 13a, während für die Schaltfeder 21 der
niedrigere Schaltraum 13 unterhalb des bewegten Ankers ausreicht. Das Betätigungsglied
3, das die Schaltbewegung des Ankers überträgt, besitzt einen Hakenteil 31, der im
wesentlichen senkrecht zur Grundebene den Durchbruch 12 der Trennwand 11 durchsetzt
und mit seinem hakenförmigen Ende an einem Durchbruch 44d des Ankers 44 eingehängt
ist. Über dem freien Ende dieses Hakenteils 31 ist auch in dem Polabschnitt 43c des
Polschenkels 43b eine Ausnehmung 43e vorgesehen, die ein vollständiges Anlegen des
Ankers an dem Jochschenkel in diesem Bereich ermöglicht.
[0017] Außerdem besitzt das Betätigungsglied 3 einen flachen Fußteil 32, der im wesentlichen
in der Ebene der Schaltfeder 21 liegt und in diesem Beispiel eine M-förmige Gestalt
besitzt. Der Mittelschenkel des M ist dabei an den Hakenteil 31 angebunden. In beiden
Außenschenkeln des Fußteiles 32 ist jeweils eine Führungsnut 33 eingeformt, in welche
jeweils eine Führungsnase 23b des benachbarten Rückstellschenkels 23a eingreift. An
den freien Enden dieser Außenschenkel ist seitlich jeweils ein Betätigungsnocken 34
angeformt, der unterhalb des benachbarten Betätigungslappens 22d der Kontaktfeder
liegt und bei einer nach oben gerichteten Bewegung des Betätigungsgliedes 3 die Kontaktfeder
in die Schließposition bringt. Durch Abstimmung der Höhen des Scheitelpunktes an den
Betätigungsnocken 34 einerseits und der Führungsnuten 33 andererseits kann die Rückstellposition
des Ankers bezüglich der Schließposition des Öffnerkontaktes eingestellt werden, auch
wenn sich die Rückstellfeder und die Kontaktfeder ursprünglich in einer Ebene befinden.
Ansonsten kann aber auch durch eine leichte Biegung der Rückstellschenkel 23a einerseits
bzw. der Betätigungslappen 22c andererseits eine entsprechende Position justiert werden.
[0018] Zur Erhöhung der Isolation zwischen dem Magnetsystem und der Kontaktanordnung ist
an der Trennwand 11 zur Unterseite hin ein Isolierkragen 18 angeformt, der labyrinthartig
zwischen die Schenkel des M-förmigen Fußteils 32 des Betätigungsgliedes 3 eingreift
und auf diese Weise lange Kriechstrecken schafft.
[0019] Die Montage des Relais erfolgt in der Weise, daß einerseits das Magnetsystem gemäß
Figur 4 vormontiert wird und andererseits die Kontaktanordnung 3 in dem Grundkörper
von der Unterseite her verankert wird. Das Magnetsystem gemäß Figur 4 wird mit dem
Grundkörper gemäß Figur 5 zusammengesetzt, wobei Spulenanschlußstifte 46 in entsprechende
Durchbrüche des Grundkörpers eingesteckt werden. Dann wird von der Unterseite her
das Betätigunsglied 3 durch die rahmenförmige Schaltfeder hindurch eingesteckt und
in den Anker eingehakt. Zu diesem Zweck wird das Betätigungsglied 3 zunächst in schräger
Stellung, wie in Figur 2 gestrichelt mit dem Bezugszeichen 3' dargestellt, nach oben
geführt, mit dem Hakenteil 31 in den Durchbruch 12 eingesteckt und dann in die endgültige
Position verschwenkt. Durch diese Art der Montage des Betätigungsgliedes ohne Rastverbindungen
wird auch jeglicher Kunststoffabrieb vermieden, der die Kontakte gefährden könnte.
Durch Aufsetzen der Bodenplatte 5 und der Kappe 6 wird dann das Gehäuse gebildet,
welches in bekannter Weise auch abgedichtet werden kann.
[0020] Die Funktion des Relais ergibt sich bereits aus der beschriebenen Zuordnung der Einzelteile.
Bei Erregung des Magnetsystems wird der Anker mit seinem Pol-Endabschnitt 44a an den
Polabschnitt 43c des Jochschenkels 43b angezogen, wodurch über das Betätigungsglied
3 die Kontaktfeder 22 nach oben gezogen und der bewegliche Kontakt 29 mit dem Schließerkontakt
28 in Berührung gebracht wird. Bei Abschaltung der Erregung zieht die Rückstellfeder
23 mit ihren Rückstellschenkeln 23a das Betätigungsglied 3 und das Ende 44c des Ankers
nach unten, wobei der Anker an der Abrollkante 17 hebelartig kippt und sein Lager-Endabschnitt
44b auch ohne Spulenerregung zu dem Jochende 43d hin vorgespannt wird.
[0021] In den Figuren 8 und 9 sind zwei weitere Ausführungsmöglichkeiten der Schaltfeder
und entsprechend des Betätigungsgliedes gezeigt. Dabei besitzt die Schaltfeder 121
gemäß Figur 8 eine Kontaktfeder 122, welche in Abwandlung gegenüber der Kontaktfeder
22 von Figur 3 nunmehr nur einen einzigen, mittig angeordneten Schenkel besitzt, an
dessen Ende ein Kontaktabschnitt 122b den beweglichen Kontakt 29 trägt. Die Rückstellfeder
123 ist in diesem Fall durch zwei beiderseits neben den Außenseiten der Kontaktfeder
verlaufende Rückstellschenkel 123a gebildet, die an ihren freien Enden jeweils nach
außen abgewinkelte Betätigungsnasen 123b besitzen. Entsprechend der abgewandelten
Form der Schaltfeder 123 ist auch ein abgewandeltes Betätigungsglied 103 vorgesehen.
Dieses besitzt eine U-förmige Gestalt mit zwei Hakenteilen 131 als Außenschenkeln
und einem die beiden Hakenteile verbindenden Fußteil 132, welches sich unterhalb der
Schaltfeder quer zu dieser erstreckt und sowohl einen mittigen Nockenabschnitt 134
zur Betätigung der Kontaktfeder 122 als auch zwei seitlich angeordnete Führungsnuten
133 zur Aufnahme der erwähnten Führungsnasen 123b aufweist. Die beiden Hakenteile
131 erstrecken sich nach oben bis zum Anker, wobei der Anker natürlich an beiden Seiten
entsprechend gestaltet ist, um ein Einhängen der Hakenteile 131 zu gestatten, und
wobei auch der Grundkörper in seiner Trennwand anstelle des vorher beschriebenen mittigen
Durchbruchs 12 nunmehr zwei außen liegende Durchbrüche aufweisen muß. Der Federträger
24 ist wie im vorherigen Ausführungsbeispiel gestaltet.
[0022] Figur 9 zeigt gegenüber Figur 8 eine weitere Abwandlung. Die Schaltfeder 221 besitzt
ähnlich wie die Schaltfeder 121 eine mittige Kontaktfeder 222 mit einem Kontaktabschnitt
222b sowie eine durch außen liegende Rückstellschenkel 223a gebildete Rückstellfeder
223, wobei die Rückstellschenkel jeweils an ihrem Ende eine Führungsnase 223b aufweisen.
Das Betätigungsglied 203 ist ähnlich wie das Betätigungsglied 103 U-förmig gestaltet.
Es besitzt zwei Hakenteile 231 sowie einen quer verlaufenden Fußteil 232, in welchem
Führungsnuten 233 zur Aufnahme der Führungsnasen 223b angeformt sind. Die Betätigung
der Kontaktfeder 222 erfolgt jedoch nunmehr nicht unmittelbar an dem Mittelschenkel
222a, sondern über seitlich angeformte Betätigungslappen 222c, die annähernd mit den
Rückstellschenkeln 223a fluchten und jeweils auf einem Betätigungsnocken 234 des Betätigungsgliedes
203 aufliegen. Für die Anpassung des Ankers und des Grundkörpers an das veränderte
Betätigungsglied gilt das gleiche wie zu Figur 8. Im übrigen ergibt sich die Funktion
aus der Beschreibung des ersten Ausführungsbeispiels.
1. Elektromagnetisches Relais mit einem Elektromagnetsystem, bestehend aus einer langgestreckten
Spule (41,42) mit parallel zu einer Grundebene gerichteter Achse,
- einem U-förmigen Kern-Joch (43), von dem ein Kernschenkel (43a) die Spule axial
durchsetzt und ein Jochschenkel (43b) sich parallel dazu unterhalb der Spule über
einen Teil der Spulenlänge erstreckt und einen Polabschnitt (43c) bildet, und
- einem im wesentlichen flachen Anker (44), der sich annähernd in Verlängerung zu
dem Jochschenkel (43b) unterhalb der Spule erstreckt, mit einem Lager-Endabschnitt
(44b) an dem freien Ende des Kerns 843d) gelagert ist und mit einem entgegengesetzten
Pol-Endabschnitt (44c) den Polabschnitt (43c) des Jochschenkels (43b) unter Bildung
eines Arbeitsluftspaltes überlappt, ferner mit
- einer Kontaktanordnung mit mindestens einem an einem Kontaktträger (25,27) befestigten
Festkontakt (26,28) und mit einem von einer Schaltfeder (21; 121;221) getragenen beweglichen
Kontakt (29) und
- mit einem Betätigungsglied (3; 103;203) zur Übertragung der Bewegung auf die Schaltfeder
(21),
dadurch gekennzeichnet, daß der Polabschnitt (43c) des Jochschenkels (43b) zwischen dem Anker (44) und der
Spulenwicklung (42) liegt, daß die Schaltfeder (21; 121;221) sich im wesentlichen
unterhalb des Ankers (44) erstreckt und die Kontakte (26,28,29) in einem unterhalb
des Jochschenkels (43b) im Bereich vor dem beweglichen Ankerende (44c) gebildeten
Kontaktraum (13a) angeordnet sind.
2. Relais nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltfeder (21; 121;221) im Bereich unterhalb der Ankerlagerung (45,44b)
befestigt ist, sich unterhalb des Ankers (44) bis in den Kontaktraum (13a) erstreckt,
und daß das Betätigungsglied in einem dazwischen liegenden Schaltraum (13) an ihr
angreift.
3. Relais nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Grundkörper (1) aus Isolierstoff unterhalb des Magnetsystems (41,42,43,44)
angeordnet ist, der die Schaltfeder (21; 121; 221) sowie den oder die Kontaktträger
(25,27) trägt und der eine Trennwand (11) zwischen dem Magnetsystem und der Kontaktanordnung
bildet, die lediglich einen Durchbruch (12) oder Druchbrüche für das Betätigungsglied
(3; 103;203) aufweist.
4. Relais nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) nach unten angeformte, den Schaltraum (13) bzw. den Kontaktraum
(13a) zumindest teilweise umgebende Seitenwände (15) besitzt, an denen ein die Schaltfeder
(21) tragender Federträger (24) sowie der oder die Kontaktträger (25,27) durch Steckbefestigung
in Steckschächten (14,16) verankert sind.
5. Relais nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwand (11) einen am Rand des Durchbruches (12) zur Unterseite vorspringenden
Isolierkragen (18) bildet.
6. Relais nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsglied (3) einen am Anker (44) eingehängten Hakenteil (31) und
einen an der Schaltfeder angreifenden Fußteil (32) aufweist, welch letzterer mit dem
Isolierkragen labyrinthartig ineinandergreift.
7. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Lager-Endabschnitt (44b) des Ankers (44) zum Kernschenkel (43a) hin abgewinkelt
ist und in einer Ausnehmung (45) eines das freie Ende des Kernschenkels (43d) an drei
Seiten umschließenden Spulenkörperflansches (41a) gelagert ist.
8. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Anker 844) bei unerregtem Magnetsystem (41,42,43,44) mit seinem Pol-Endabschnitt
(44c) durch eine Rückstellfeder (23) vom Jochschenkel (43b) weg vorgespannt wird,
wobei er mit einem Mittelabschnitt an einer zur Lagerachse parallelen Hebellinie des
Grundkörpers (1) schwenkbar aufliegt, so daß aufgrund der Hebelwirkung sein Lagerabschnitt
(44b) in das Lager gedrückt wird.
9. Relais nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hebellinie (17) durch eine Abrollkante des Grundkörpers (1) gebildet wird.
10. Relais nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hebellinie durch eine Abrollkante des Ankers gebildet wird.
11. Relais nach der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rückstellfeder (23; 123;223) durch mindestens einen mit der Schaltfeder (21;
121,221) einstückig verbundenen, von der Kontaktfeder (22; 122; 222) wirkungsmäßig
getrennten Rückstellschenkel (23a;123a; 223a) gebildet wird.