[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Relais mit einem Magnetsystem, welches
eine Spule, eine feststehende Kern-Joch-Anordnung und einen schwenkbar gelagerten
Anker umfaßt, ferner mit einer Kontaktanordnung, die eine langgestreckte Kontaktfeder
mit einem beweglichen Kontakt und mindestens einen Kontaktträger mit einem Festkontakt
umfaßt, sowie mit einem Betätigungsorgan, welches einerseits mit einem beweglichen
Endabschnitt des Ankers und andererseits mit der Kontaktfeder gekoppelt ist, wobei
die Kontaktfeder Teil einer einseitig eingespannten Schaltfeder ist, die zusätzlich
eine mit dem Betätigungsorgan gekoppelte Rückstellfeder bildet.
[0002] In der EP 0 375 398 A2 ist ein ungepoltes Relais mit einem flachen Magnetsystem und
einer unterhalb des Magnetsystems angeordneten Schließer-Kontaktanordnung dargestellt.
Die Betätigung der Kontaktfeder erfolgt dort über ein hebelartiges Betätigungsorgan,
welches selbst schwenkbar im Gehäuse gelagert ist und sowohl mit dem Anker als auch
mit der Kontaktfeder Berührungspunkte hat, die wegen der getrennten Lagerung des Betätigungsorgans
jeweils Relativbewegungen mit entsprechender Reibung erfahren. Dazu kommt die Lagerreibung
des Betätigungsorgans selbst. Die Ankerrückstellung erfolgt dort unmittelbar durch
die Kontaktfeder. Bei dieser Anordnung ist ein Umschaltkontakt nur schwer zu verwirklichen,
da sich Ankerschwingungen im Ruhezustand unmittelbar auf den Öffnerkontakt auswirken
wurden. Außerdem ist eine zusätzliche Ankerfeder erforderlich, um den Anker in seiner
Lagerung zu halten.
[0003] Aus der DE 26 27 168 B2 ist auch bereits ein Relais der eingangs genannte Art mit
allgemeinem Aufbau bekannt, bei dem ein getrennter Rückstellschenkel von der Kontaktfeder
abgezweigt ist, wobei durch entsprechende gegensätzliche Biegungen unterschiedliche
Vorspannkräfte erzeugt werden. Allerdings ist durch die dort gezeigte Schaltfeder
keine exakte Führung des Betätigungsgliedes möglich. Für die praktische Ausgestaltung
dieses Systems ist demnach eine zusätzliche, reibungsbehaftete Führung für das Betätigungsorgan
erforderlich.
[0004] Ziel der vorliegenden Erfindung ist eine Verbesserung des eingangs genannten Relais
in der Weise, daß mit möglichst wenigen und einfach herstellbaren Teilen ein kompakter
Relaisaufbau und eine reibungsarme Betätigung der Kontaktfeder erreicht werden kann.
Dabei soll eine Schaltfeder mit Rückstellfunktion verwirklicht werden, die eine exakte
und reibungsarme Führung des Betätigungsgliedes ermöglicht, wodurch auch eine geringe
Ansprechleistung erzielt wird. Bei entsprechender Ausgestaltung soll es mit dieser
Schaltfeder auch möglich sein, eine eigene Ankerfeder einzusparen.
[0005] Erfindungsgemäß wird dieses Ziel bei einem Relais der eingangs genannten Art dadurch
erreicht, daß die Rückstellfeder zumindest annähernd in einer Ebene mit der Kontaktfeder
liegt und daß das senkrecht zur Längserstreckung der Schaltfeder bewegliche Betätigungsglied
durch die Rückstellfeder über mindestens zwei Anlenkpunkte entlang einer zur Schwenkachse
der Schaltfeder parallelen Linie geführt wird.
Bei der Erfindung ist also eine Schaltfeder verwendet, die im wesentlichen in einer
gemeinsamen Ebene und einstückig sowohl die Kontaktfeder als auch die Rückstellfeder
bildet und durch einen einfachen Schnittvorgang hergestellt werden kann. Dabei ist
natürlich nicht ausgeschlossen, daß einzelne Federlappen, ob zur Rückstellung oder
zur Kontaktbetätigung, etwa zur Justierung leicht aus der gemeinsamen Federebene herausgebogen
werden. Grundsätzlich sind jedoch für diese Schaltfeder keine starken Biegungen oder
Abkröpfungen in verschiedene Ebenen erforderlich, die einen komplizierten Herstellvorgang
bedingen würden. Die Rückstellfeder bildet außerdem mindestens zwei miteinander fluchtende
Betätigungspunkte, durch die das Betätigungsglied erfaßt und reibungsarm geführt wird,
wobei die voneinander beabstandeten Anlenkpunkte zugleich eine Sicherung gegen seitliches
Kippen und gegen Reibung an anderen Konstruktionsteilen bilden.
[0006] Obwohl auch eine einschenkelige Rückstellfeder bei entsprechender Breite im Bereich
des Betätigungsgliedes die erfindungsgemäße Führung ermöglichen kann, besitzt die
Rückstellfeder vorzugsweise zwei voneinander getrennte Rückstellschenkel, die entweder
beiderseits der eigentlichen Kontaktfeder an deren Außenseite oder bei einer rahmenförmigen
Gestaltung der Kontaktfeder innerhalb von deren Seitenschenkeln verlaufen können.
Das Betätigungsglied wird in jedem Fall entsprechend gestaltet sein. Dabei bietet
sich eine symmetrische Gestaltung der Schaltfeder, auch im Hinblick auf eine symmetrische
Kräfteverteilung mit möglichst wenig Reibung, an. Bei der erwähnten Rahmenform der
Kontaktfeder sind die beiden Rückstellschenkel vorzugsweise durch gabelförmige Gestaltung
der Rückstellfeder gebildet, wobei sich diese beiden Rückstellschenkel jeweils neben
den Seitenschenkeln der Kontaktfeder innerhalb von deren Rahmenform erstrecken. Die
Ankopplung an das Betätigungsglied erfolgt vorzugsweise durch Führungsnasen, die an
den beiden Rückstellschenkeln jeweils entgegengesetzt zueinander und quer zu ihrer
Längserstreckung abgewinkelt sind und in zueinander fluchtende Führungsnuten des Betätigungsgliedes
eingreifen. In der bevorzugten Ausgestaltung ist das Betätigungsglied mit seiner Außenkontur
an die Gabelform der Rückstellfeder angepaßt und zwischen deren Rückstellschenkeln
geführt.
[0007] Die Kontaktfeder wird zweckmäßigerweise über mindestens einen von ihr abgezweigten,
außerhalb des Strompfades liegenden Betätigungslappen jeweils durch einen zugehörigen
Schaltnocken des Betätigungsgliedes geschaltet, wobei der Schaltnocken jeweils gegenüber
den Anlenkpunkten der Rückstellfeder in Betätigungsrichtung versetzt ist. Durch diesen
zuletzt genannten Versatz ergibt sich auch bei völlig ebener Schaltfeder eine unterschiedliche
Vorspannung für die Kontaktbetätigung und für die Rückstellung des Ankers. Der außerhalb
des Strompfades liegende Betätigungslappen hat den Vorteil, daß er bei hohen Schaltleistungen
weniger stark erwärmt wird als die eigentlichen stromführenden Bereiche der Kontaktfeder.
Damit vermeidet man auch die Gefahr einer Wärmedeformation des Betätigungsgliedes.
In bevorzugter Ausgestaltung der Kontaktfeder mit der oben bereits erwähnten Rahmenform
sind zweckmäßigerweise auch zwei Betätigungslappen von dem Kontaktabschnitt der Kontaktfeder
in Richtung auf das Innere von deren Rahmenform abgezweigt und zwar derart, daß ihre
Enden jeweils einem Ende eines Rückstellschenkels gegenüberstehen.
[0008] In weiterer Ausgestaltung des Relais weist das Magnetsystem einen im wesentlichen
flachen Anker auf, der sich annähernd parallel zu der Schaltfeder erstreckt, an einem
Ende über einen Lager-Endabschnitt an einem Kernabschnitt gelagert ist und mit dem
anderen, beweglichen Ende über das Betätigungsorgan durch die Rückstellfeder vom Magnetsystem
weg vorgespannt ist, wobei der Anker mit seinem Mittelabschnitt an einer zur Lagerachse
parallelen Hebellinie eines Grundkörpers schwenkbar aufliegt, so daß aufgrund der
Hebelwirkung sein Lager-Endabschnitt in das Lager gedrückt wird. Bei einer solchen
Ausgestaltung kann also die Schaltfeder über das Betätigungsglied zusätzlich den Anker
in seine Lagerung drücken, damit er auch bei unerregtem Magnetsystem am Kern anliegt,
so daß eine zusätzliche Ankerfeder nicht erforderlich ist. Diese Funktion der Ankerhalterung
über die Schaltfeder kann bei dem erfindungsgemäßen Relais mit Vorteil auch für einen
Umschaltkontakt angewendet werden, da die Haltefunktion durch die wirkungsmäßig getrennte
Rückstellfeder erfolgt und eine Beeinträchtigung des Öffnerkontaktes durch die Ankermasse
nicht zu befürchten ist. Die genannte Hebellinie als Schwenkpunkt für den Anker wird
vorzugsweise durch eine am Grundkörper ausgebildete Abrollkante erzeugt. Denkbar wäre
aber auch der umgekehrte Fall, daß ein am Anker ausgebildeter Knick oder Abrollsteg
an einer ebenen Fläche des Grundkörpers abrollen könnte.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung näher
erläutert.
Es zeigt
Figur 1 ein erfindungsgemäß gestaltetes Relais in Explosionsdarstellung,
Figur 2 ein zusammengebautes Relais von Figur 1 im Längsschnitt,
Figur 3 eine Schaltfeder mit Federträger und Betätigunsglied in perspektivischer Darstellung,
Figur 4 eine perspektivische Ansicht des Magnetsystems von Figur 1,
Figur 5 eine perspektivische Ansicht von oben auf den Grundkörper von Figur 1,
Figur 6 eine Einzelansicht des Betätigungsgliedes,
Figur 7 eine perspektivische Ansicht auf die Unterseite des Grundkörpers mit montierter
Kontaktanordnung,
Figur 8 und 9 zwei abgewandelte Ausführungsformen der Schaltfeder jeweils in einer
zu Figur 3 analogen Darstellung.
[0010] Das in den Figuren 1 bis 7 dargestellte Relais besteht gemäß Figur 1 aus einem Grundkörper
1, der an seiner Unterseite eine Kontaktanordnung 2 mit einem Betätigungsglied 3 trägt,
sowie einem oberhalb des Grundkörpers angeordneten Magnetsystem 4. Das Relaissystem
ist in einem Gehäuse angeordnet, das durch eine Bodenplatte 5 und eine Kappe 6 gebildet
ist.
[0011] Der Grundkörper 1 ist kastenförmig aus Isolierstoff gestaltet und bildet eine Trennwand
11 zwischen dem Magnetsystem 4 und der Kontaktanordnung 2, die lediglich einen Durchbruch
12 für das Betätigungsglied 3 aufweist. Unterhalb der Trennwand 11 ist ein Schaltraum
13 gebildet, der von Seitenwänden 14 des Grundkörpers umgeben ist und der an einer
Seite durch eine gestufte Ausbildung der Trennwand 11 in einen Kontaktraum 13a mit
größerer Höhe übergeht. In dem Schaltraum erstreckt sich über den größten Teil von
dessen Länge eine Schaltfeder 21 annähernd parallel zur Bodenseite des Relais, die
durch die Bodenplatte 5 festgelegt ist. Die Schaltfeder 21 ist als ebene Blattfeder
geschnitten und bildet eine rahmenförmige Kontaktfeder 22 mit stromführenden Seitenschenkeln
22a, die sich zum freien Ende hin zu einem Kontaktabschnitt 22b vereinigen; auf diesem
ist ein beweglicher Kontakt 29 befestigt. Außerdem sind an dem Kontaktabschnitt 22b
zwei Betätigungslappen 22c beidseitig innerhalb der Rahmenform freigeschnitten, derart,
daß sie in Richtung auf die Einspannstelle weisen.
[0012] Außerdem bildet die Schaltfeder 21 einstückig mit der Kontaktfeder 22 eine gabelförmige
Rückstellfeder 23, die im wesentlichen von dem Befestigungsende 21a der Schaltfeder
ausgehend von der Kontaktfeder 22 getrennt ist und sich mit zwei Rückstellschenkeln
23a im wesentlichen parallel innerhalb der Rahmenform der Kontaktfeder 22 parallel
neben deren Seitenschenkeln 22a erstreckt (siehe auch Figur 3). Die Rückstellfeder
23 bildet mit ihren Rückstellschenkeln 23a eine U-Form, die an die Außenkontur des
noch zu beschreibenden Betätigungsgliedes 3 angepaßt ist.
[0013] Die Schaltfeder 21 ist an ihrem Befestigungsende 21a auf einem Federträger 24 befestigt,
der seinerseits über Befestigungslappen 24a in Steckschächten 14 an gegenüberliegenden
Seitenwänden 15 des Grundkörpers 1 verankert sind. Die Befestigungslappen 24a besitzen
hakenförmige Konturen zur besseren Verankerung; außerdem ist an dem Federträger 24
eine Anschlußfahne 24b angeformt, die durch einen entsprechenden Durchbruch der Bodenplatte
5 nach außen geführt ist.
[0014] Die Kontaktanordnung umfaßt weiterhin einen Öffner-Kontaktträger 25 mit einem Öffnerkontakt
26 sowie einen Schließer-Kontaktträger 27 mit einem Schließerkontakt 28. Beide Kontaktträger
sind über Befestigungsabschnitte 25a bzw. 27a in entsprechenden Steckschächten 16
des Grundkörpers 1 verankert. Außerdem besitzen sie jeweils Anschlußfahnen 25b bzw.
27b, die durch die Bodenplatte 5 nach außen geführt sind. Die Kontaktträger 25 und
27 sind so gestaltet und in dem Kontaktraum 13a so angeordnet, daß der bewegliche
Kontakt 29 wahlweise mit dem Öffnerkontakt 26 und dem Schließerkontakt 28 zusammenarbeitet.
[0015] Das oberhalb des Grundkörpers angeordnete Magnetsystem 4 besitzt einen Spulenkörper
41 mit einer Wicklung 42, deren Achse parallel zur Bodenseite des Relais liegt. Ein
Kernjoch 43 bildet einstückig einen Kernschenkel 43a, der sich axial durch die gesamte
Spule erstreckt, und einen Jochschenkel 43b, der sich parallel zum Kernschenkel unterhalb
der Spule nahe an der Wicklung bis etwa zur Hälfte der Spulenlänge erstreckt. Ein
Anker 44 erstreckt sich mit seinem Hauptteil flach in Verlängerung des Jochschenkels
43b, wobei ein im Querschnitt zurückgesetzter Pol-Endabschnitt 44a einen ebenfalls
im Querschnitt verminderten Polabschnitt 43c des Jochschenkels überlappt. Ein Lager-Endabschnitt
44b des Ankers ist zum freien Kernende 43d hin angewinkelt und in einer Tasche 45
eines Spulenkörperflansches 41a so gelagert, daß er auf dem freien Kernende 43d abrollt.
Der Spulenkörperflansch 41a umgibt dieses freie Kernende 43d an drei Seiten und sichert
den Lager-Endabschnitt 44b des Ankers mit Halterippen 41b auch gegen ein Wegwandern
in Axialrichtung der Spule. Im übrigen wird dieser Lager-Endabschnitt 44b des Ankers
durch die Rückstellkraft der Rückstellfeder 23 in die Lagerung auf das Kernende 43d
gedrückt. Diese Rückstellkraft wirkt auf das bewegliche Ankerende 44c und zieht dieses
von der Spule weg nach unten. Dadurch wird der Anker als Hebel bei nicht erregtem
Magnetsystem um eine Abrollkante 17 an der Oberseite der Trennwand 11 - bei der Darstellung
von Figur 2 entgegen dem Uhrzeigersinn - so verschwenkt, daß der Lager-Endabschnitt
44b des Ankers in die Lagerung vorgespannt wird. Auf diese Weise ist eine eigene Lagerfeder
entbehrlich.
[0016] Durch die Anordnung des Jochschenkels 43b unmittelbar an der Wicklung 42 (gegebenenfalls
mit einer Isolier-Zwischenlage) wird der Anker 44 bei Erregung des Magnetsystems in
Richtung zur Spule angezogen, so daß auch die Schaltfeder 21 über das Betätigungsglied
3 in diese Richtung gezogen wird. Auf diese Weise ergibt sich unterhalb des Jochschenkels
43b der bereits erwähnte große Kontaktraum 13a, während für die Schaltfeder 21 der
niedrigere Schaltraum 13 unterhalb des bewegten Ankers ausreicht. Das Betätigungsglied
3, das die Schaltbewegung des Ankers überträgt, besitzt einen Hakenteil 31, der im
wesentlichen senkrecht zur Grundebene den Durchbruch 12 der Trennwand 11 durchsetzt
und mit seinem hakenförmigen Ende an einem Durchbruch 44d des Ankers 44 eingehängt
ist. Über dem freien Ende dieses Hakenteils 31 ist auch in dem Polabschnitt 43c des
Polschenkels 43b eine Ausnehmung 43e vorgesehen, die ein vollständiges Anlegen des
Ankers an dem Jochschenkel in diesem Bereich ermöglicht.
[0017] Außerdem besitzt das Betätigungsglied einen flachen Fußteil 32, der im wesentlichen
in der Ebene der Schaltfeder 21 liegt und in diesem Beispiel eine M-förmige Gestalt
besitzt. Der Mittelschenkel des M ist dabei an den Hakenteil 31 angebunden. In beiden
Außenschenkeln des Fußteiles 32 ist jeweils eine Führungsnut 33 eingeformt, in welche
jeweils eine Führungsnase 23b des benachbarten Rückstellschenkels 23a eingreift. An
den freien Enden dieser Außenschenkel ist seitlich jeweils ein Betätigungsnocken 34
angeformt, der unterhalb des benachbarten Betätigungslappens 22d der Kontaktfeder
liegt und bei einer nach oben gerichteten Bewegung des Betätigungsgliedes 3 die Kontaktfeder
in die Schließposition bringt. Durch Abstimmung der Höhen des Scheitelpunktes an den
Betätigungsnocken 34 einerseits und der Führungsnuten 33 andererseits kann die Rückstellposition
des Ankers bezüglich der Schließposition des Öffnerkontaktes eingestellt werden, auch
wenn sich die Rückstellfeder und die Kontaktfeder ursprünglich in einer Ebene befinden.
Ansonsten kann aber auch durch eine leichte Biegung der Rückstellschenkel 23a einerseits
bzw. der Betätigungslappen 22c andererseits eine entsprechende Position justiert werden.
[0018] Zur Erhöhung der Isolation zwischen dem Magnetsystem und der Kontaktanordnung ist
an der Trennwand 11 zur Unterseite hin ein Isolierkragen 18 angeformt, der labyrinthartig
zwischen die Schenkel des M-förmigen Fußteils 32 des Betätigungsgliedes 3 eingreift
und auf diese Weise lange Kriechstrecken schafft.
[0019] Die Montage des Relais erfolgt in der Weise, daß einerseits das Magnetsystem gemäß
Figur 4 vormontiert wird und andererseits die Kontaktanordnung 3 in dem Grundkörper
von der Unterseite her verankert wird. Das Magnetsystem gemäß Figur 4 wird mit dem
Grundkörper gemäß Figur 5 zusammengesetzt, wobei Spulenanschlußstifte 46 in entsprechende
Durchbrüche des Grundkörpers eingesteckt werden. Dann wird von der Unterseite her
das Betätigunsglied 3 durch die rahmenförmige Schaltfeder hindurch eingesteckt und
in den Anker eingehakt. Zu diesem Zweck wird das Betätigungsglied 3 zunächst in schräger
Stellung, wie in Figur 2 gestrichelt mit dem Bezugszeichen 3' dargestellt, nach oben
geführt, mit dem Haktenteil 31 in den Durchbruch 12 eingesteckt und dann in die endgültige
Position verschwenkt. Durch diese Art der Montage des Betätigungsgliedes ohne Rastverbindungen
wird auch jeglicher Kunststoffabrieb vermieden, der die Kontakte gefährden könnte.
Durch Aufsetzen der Bodenplatte 5 und der Kappe 6 wird dann das Gehäuse gebildet,
welches in bekannter Weise auch abgedichtet werden kann.
[0020] Die Funktion des Relais ergibt sich bereits aus der beschriebenen Zuordnung der Einzelteile.
Bei Erregung des Magnetsystems wird der Anker mit seinem Pol-Endabschnitt 44a an den
Polabschnitt 43c des Jochschenkels 43b angezogen, wodurch über das Betätigungsglied
3 die Kontaktfeder 22e nach oben gezogen und der bewegliche Kontakt 29 mit dem Schließerkontakt
28 in Berührung gebracht wird. Bei Abschaltung der Erregung zieht die Rückstellfeder
23 mit ihren Rückstellschenkeln 23a das Betätigungsglied 3 und das Ende 44c des Ankers
nach unten, wobei der Anker an der Abrollkante 17 hebelartig kippt und sein Lager-Endabschnitt
44b auch ohne Spulenerregung zu dem Jochende 43d hin vorgespannt wird.
[0021] In den Figuren 8 und 9 sind zwei weitere Ausführungsmöglichkeiten der Schaltfeder
und entsprechend des Betätigungsgliedes gezeigt. Dabei besitzt die Schaltfeder 121
gemäß Figur 8 eine Kontaktfeder 122, welche in Abwandlung gegenüber der Kontaktfeder
22 von Figur 3 nunmehr nur einen einzigen, mittig angeordneten Schenkel besitzt, an
dessen Ende ein Kontaktabschnitt 122b den beweglichen Kontakt 29 trägt. Die Rückstellfeder
123 ist in diesem Fall durch zwei beiderseits neben den Außenseiten der Kontaktfeder
verlaufende Rückstellschenkel 123a gebildet, die an ihren freien Enden jeweils nach
außen abgewinkelte Betätigungsnasen 123b besitzen. Entsprechend der abgewandelten
Form der Schaltfeder 123 ist auch ein abgewandeltes Betätigungsglied 103 vorgesehen.
Dieses besitzt eine U-förmige Gestalt mit zwei Hakenteilen 131 als Außenschenkeln
und einem die beiden Hakenteile verbindenden Fußteil 132, welches sich unterhalb der
Schaltfeder quer zu dieser erstreckt und sowohl einen mittigen Nockenabschnitt 134
zur Betätigung der Kontaktfeder 122 als auch zwei seitlich angeordnete Führungsnuten
133 zur Aufnahme der erwähnten Führungsnasen 123b aufweist. Die beiden Hakenteile
131 erstrecken sich nach oben bis zum Anker, wobei der Anker natürlich an beiden Seiten
entsprechend gestaltet ist, um ein Einhängen der Hakenteile 131 zu gestatten, und
wobei auch der Grundkörper in seiner Trennwand anstelle des vorher beschriebenen mittigen
Durchbruchs 12 nunmehr zwei außen liegende Durchbrüche aufweisen muß. Der Federträger
24 ist wie im vorherigen Ausführungsbeispiel gestaltet.
[0022] Figur 9 zeigt gegenüber Figur 8 eine weitere Abwandlung. Die Schaltfeder 221 besitzt
ähnlich wie die Schaltfeder 121 eine mittige Kontaktfeder 222 mit einem Kontaktabschnitt
222b sowie eine durch außen liegende Rückstellschenkel 223a gebildete Rückstellfeder
223, wobei die Rückstellschenkel jeweils an ihrem Ende eine Führungsnase 223b aufweisen.
Das Betätigungsglied 203 ist ähnlich wie das Betätigungsglied 103 U-förmig gestaltet.
Es besitzt zwei Hakenteile 231 sowie einen quer verlaufenden Fußteil 232, in welchem
Führungsnuten 233 zur Aufnahme der Führungsnasen 223b angeformt sind. Die Betätigung
der Kontaktfeder 222 erfolgt jedoch nunmehr nicht unmittelbar an dem Mittelschenkel
222a, sondern über seitlich angeformte Betätigungslappen 222c, die annähernd mit den
Rückstellschenkeln 223a fluchten und jeweils auf einem Betätigungsnocken 234 des Betätigungsgliedes
203 aufliegen. Die Funktion für die Anpassung des Ankers und des Grundkörpers an das
veränderte Betätigungsglied gilt das gleiche wie zu Figur 8. Im übrigen ergibt sich
die Funktion aus der Beschreibung des ersten Ausführungsbeispiels.
1. Elektromagnetisches Relais mit einem Magnetsystem (4), welches eine Spule (41,42),
eine feststehende Kern-Joch-Anordnung (43) und einen schwenkbar gelagerten Anker (44)
umfaßt, ferner mit einer Kontaktanordnung (2), die eine langgestreckte Kontaktfeder
(22; 122;222) mit einem beweglichen Kontakt (29) und mindestens einen Kontaktträger
(25,27) mit je einem Festkontakt (26,28) umfaßt, sowie mit einem Betätigungsglied
(3; 103;203), welches einerseits mit einem beweglichen Endabschnitt (44c) des Ankers
(44) und andererseits mit der Kontaktfeder (22; 122; 222) gekoppelt ist, wobei die
Kontaktfeder Teil einer einseitig eingespannten Schaltfeder (21; 121; 221) ist, die
zusätzlich eine mit dem Betätigungsorgan (3; 103; 203) gekoppelte Rückstellfeder (23;
123;223) bildet,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rückstellfeder (23; 123; 223) zumindest annähernd in einer Ebene mit der
Kontaktfeder (22; 122; 222) liegt und daß das senkrecht zur Längserstreckung der Schaltfeder
(21; 121; 221) bewegbare Betätigungsglied (3; 103; 203) durch die Rückstellfeder (23;
123; 223) über mindestens zwei Anlenkpunkte (33; 133, 233) entlang einer zur Schwenkachse
der Schaltfeder parallelen Linie geführt wird.
2. Relais nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktfeder (22) eine Rahmenform mit zwei von einer gemeinsamen Einspannstelle
der Schaltfeder ausgehenden stromführenden Seitenschenkeln (22a) besitzt, die sich
am freien Ende zu einem den beweglichen Kontakt (29) tragenden Kontaktabschnitt (22b)
vereinigen, und daß die Rückstellfeder (23) zwei neben den Seitenschenkeln (22a) verlaufende
Rückstellschenkel (23a) bildet.
3. Relais nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Rückstellschenkel (23a) durch gabelförmige Gestaltung der Rückstellfeder
(23) gebildet sind und sich jeweils neben den Seitenschenkeln (22a) der Kontaktfeder
(22) innerhalb von deren Rahmenform erstrecken.
4. Relais nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltfeder (121; 221) eine langgestreckte, mittige Kontaktfeder (122; 222)
bildet, zu deren beiden Seiten sich je ein Rückstellschenkel (123a; 223a) erstreckt.
5. Relais nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Rückstellschenkel (23a; 123a; 223a) jeweils entgegengesetzt zueinander
und quer zu ihrer Längserstreckung abgewinkelte Führungsnasen (23b; 123b; 223b) aufweisen,
die in zueinander fluchtende Führungsnuten (33; 133; 233) des Betätigungsgliedes (3;
103; 203) eingreifen.
6. Relais nach Anspruch 3 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsglied (3) mit seiner Außenkontur an die Gabelform der Rückstellfeder
(23) angepaßt ist und zwischen deren Rückstellschenkeln (23a) geführt wird.
7. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktfeder (22) über mindestens einen von ihr abgezweigten, außerhalb des
Strompfades liegenden Betätigungslappen (22c; 222c) jeweils durch einen zugehörigen
Schaltnocken (34; 234) des Betätigungsgliedes (3; 203) betätigt wird.
8. Relais nach den Ansprüchen 3 und 7,
dadurch gekennzeichnet, daß zwei Betätigungslappen (22c; 122c; 222c) von dem Kontaktabschnitt (22b; 122b;
222b) der Kontaktfeder (22; 122; 222) abzweigen derart, daß ihre Enden jeweils einem
Ende eines Rückstellschenkels (23a; 123a; 223a) gegenüberstehen.
9. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß das Magnetsystem einen im wesentlichen flachen Anker (44) aufweist, der sich
annähernd parallel zu der Schaltfeder (21) erstreckt, an einem Ende über einen Lager-Endabschnitt
(44b) an einem Kernabschnitt (43d) gelagert ist und mit seinem entgegengesetzten,
beweglichen Endabschnitt (44c) über das Betätigungsglied (3) durch die Rückstellfeder
(23; 123; 223) von dem Magnetsystem (4) weg vorgespannt wird, wobei er mit seinem
Mittelabschnitt an einer zur Lagerachse parallelen Hebellinie (17) eines Grundkörpers
(1) schwenkbar aufliegt, so daß aufgrund der Hebelwirkung sein Lager-Endabschnitt
(44b) in das Lager gedrückt wird.
10. Relais nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hebellinie durch eine Abrollkante (17) des Grundkörpers festgelegt ist.
11. Relais nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hebellinie durch eine Abrollkante des Ankers festgelegt ist.
12. Relais nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) eine Trennwand (11) zwischen dem Magnetsystem (4) und der
Kontaktanordnung (2) bildet, die lediglich einen Durchbruch (12) bzw. Durchbrüche
für das Betätigungsglied (3; 103; 203) aufweist.
13. Relais nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwand (11) einen am Rand des Durchbruches (12) zur Unterseite vorspringenden
Isolierkragen (18) bildet.
14. Relais nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Betätigungsglied U-förmige Gestalt besitzt, wobei zwei seitliche Hakenteile
(131; 231) am Anker eingehängt sind und ein die beiden Hakenteile verbindender Fußteil
(132; 232) an der Schaltfeder (121; 221) angreift.
15. Relais nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungsglied (3) einen am Anker eingehängten Hakenteil (31) und einen
an der Schaltfeder (21) angreifenden Fußteil (32) aufweist, der mit dem Isolierkragen
(18) labyrinthartig ineinandergreift.