[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Kunststoff-Hammerbürstenhalter gemäß Patentanspruch
1.
[0002] Durch die EP-A2-0 684 670 bzw. die DE-C3-28 14 009 ist ein Kunststoff-Hammerbürstenhalter
in Form eines Schwenkarms für eine elektrische Maschine, insbesondere einen Kommutatormotor
bekannt. Der bekannte Kunststoff-Hammerbürstenhalter ist an seinem einen Schwenkarm-Ende
mit einer angeformten Schwenklagerung in Form einer motorstatorseitigen Schneide schwenkbar
gelagert und nimmt an seinem anderen Schwenkarm-Ende in einer Bürstenaufnahme eine
einsteckbare Kohlebürste auf, die gegen die Lamellenoberfläche eines Kommutators angedrückt
wird. Im bekannten Fall ist die kastenförmige Bürstenaufnahme an dem einen Schwenkarm-Ende
mit der Schwenklagerung an dem anderen Schwenkarm-Ende durch einen Mittelsteg verbunden,
der bürstenseitig in die zu ihm quer verlaufende eine Seitenquerwand der kastenförmigen
Bürstenaufnahme mündet.
[0003] Es hat sich gezeigt, daß bei starken Wärme- und/oder Druckbelastungen die auf den
Verbindungssteg einwirkenden Momentenkräfte zu einer Verformung der mit dem Verbindungssteg
befestigten Seitenquerwand der kastenförmigen Bürstenaufnahme führen und dadurch die
sichere Halterung und winkelkonstante Anstellung der Kohlebürste zur Lamellenoberfläche
des Kommutators gefährdet sein kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen fertigungs- und herstellungstechnisch
einfachen und leichten Kunststoff-Hammerbürstenhalter zu schaffen, der auch bei größeren
Druck- und/oder Wärmebelastungen einen konstanten Anstellwinkel zur beschliffenen
Kommutatorlamellen- bzw. Schleifringfläche gewährleistet. Die Lösung dieser Aufgabe
gelingt durch die Lehre des Anspruchs 1; vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Kunststoff-Hammerbürstenhalter werden die auf den Verbindungssteg
einwirkenden Kräfte von den verformungsempfindlichen Seitenquerwänden der kastenförmigen
Bürstenaufnahmen ferngehalten und stattdessen in die in gleicher Richtung wie der
Verbindungssteg verlaufenden und dadurch verformungsunempfindlichen Seitenlängswände
der kastenförmigen Bürstenaufnahme eingeleitet; ein derartiger Hammerbürstenhalter
gewährleistet dadurch trotz vorteilhaft geringer Massenträgheit eine hohe Festigkeit
mit konstantem Ansteckwinkel der in ihm gehalterten Bürste.
[0006] Durch eine ähnliche Spreizung des Verbindungssteges auch an dem schwenklagerungsseitigen
Ende können auf eine massive durchgehende Schwenklagerungsschneide verzichtet und
stattdessen an den Spreizenden in gegenseitigem Abstand lediglich zwei massekleinere
Einzel-Schwenklager vorgesehen werden, in welche die auf den Verbindungssteg einwirkenden
Kräfte eingeleitet werden und die aufgrund ihres Abstandes gleichzeitig die Kippsicherheit
des Hammerbürstenhalters in seiner statorseitigen Gegenlagerung verbessern.
[0007] Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gemäß Merkmalen
der Unteransprüche werden im folgenden anhand schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele
in der Zeichnung naher erläutert; darin zeigen:
- FIG 1-5
- in verschiedenen Ansichten bzw. Schnittbildern eine erste erfindungsgemäße Ausführung
eines Kunststoff-Hammerbürstenhalters;
- FIG 6-10
- in verschiedenen Ansichten bzw. Schnittbildern eine zweite Ausführung eines erfindungsgemäßen
Kunststoff-Hammerbürstenhalters;
- FIG 11-13
- zeigen einen bekannten Kunststoff-Hammerbürstenhalter, von dem in vorliegender Erfindung
ausgegangen wird.
[0008] FIG 11 zeigt einen montagefertigen, mit sämtlichen Bauteilen bestückten Hammerbürstenhalter
in Form eines einstückigen Kunststoff-Spritzgußteils mit einer kastenförmigen Bürstenaufnahme
1 an seinem einen Schwenkarm-Ende und einer durchgehenden Schneiden-Schwenklagerung
2 an seinem anderen Schwenkarm-Ende, mit einem mittigen, die kastenförmige Bürstenaufnahme
1 mit der Schwenklagerung 2 verbindenen Verbindungssteg 3 sowie mit einer auf der
Rückenoberseite des Kunststoff-Spritzgußteils gehaltenen Entstördrossel 5;6 und an
deren Unterseite in die kastenförmige Bürstenaufnahme 1 eingesteckter Bürste 4.
[0009] FIG 12 zeigt die untere Seite des noch unbestückten Kunststoff-Spritzgußteils des
Hammerbürstenhalters gemäß FIG 11.
[0010] FIG 13 zeigt ein Schnittbild durch das ebenfalls noch unbestückte Kunststoff-Spritzgußteil
des Hammerbürstenhalters gemäß Schnittverlauf XIII-XIII in FIG 11.
[0011] Wie insbesondere aus FIG 12 ersichtlich, sind die Schwenklagerung 2 als massive durchgehende
Schneidenlagerung und der Verbindungssteg 3 jeweils mittig an diese Schneidenlagerung
einerseits und an die eine Seitenquerwand 1.3 der kastenförmigen Bürstenaufnahme 1
mit ihren beiden gegenüberliegenden Seitenquerwanden 1.3 bzw.1.4 und ihren Seitenlängswänden
1.1;1.2 andererseits ausgebildet. In die nach unten offene kastenförmige Bürstenaufnahme
1 ist die Bürste 4 mit an ihrem oberen Einsteckende kontaktierter äußerer Anschlußleitung
7 kraftschlüssig eingesteckt; die um einen Eisenkern 6 gewickelte Drosselspule 5 der
Entstördrossel 5;6 wird in fertigungs- und insbesondere montagetechnisch einfacher
Weise dadurch auf dem - wie aus FIG 13 ersichtich - wannenförmigen Bürstenrücken fixiert,
daß sie mit ihren Anschlußenden 5.1;5.2 in je eine von an das Kunststoff-Spritzgußteil
angespritzten Klemmhalterungen 1.5 bzw.2.3 bei der Montage eingesteckt ist.
[0012] FIG 1-5 zeigen eine erste Ausführung eines erfindungsgemäßen Kunststoff-Hammerbürstenhalters,
wobei zur deutlicheren Darstellung die Bestückung mit einer Bürste und einer Entstördrossel
weggelassen ist. FIG 1 zeigt das aus der kastenförmigen Bürstenaufnahme 1 an dem einen
Schwenkarm-Ende, der Schwenkarmlagerung 2 an dem anderen Schwenkarm-Ende und dem die
Bürstenaufnahme 1 mit der und Schwenklagerung 2 verbindenden Verbindungssteg 3 bestehende
einstückige Kunststoff-Spritzgußteil in seiner Unteransicht, FIG 2 in einer Seitenansicht,
FIG 3 im Schnittverlauf III-III gemäß FIG 1, FIG 4 in seiner rückenseitigen Draufsicht
und FIG 5 im Schnittverlauf V-V gemäß FIG 3. Erfindungsgemäß ist der Verbindungssteg
3 als dünnwandiger Mittelsteg mit in Gabeln 3.1;3.2 bzw.3.3;3.4 gespreiztem einen
Ende ausgebildet, wobei diese bürstenseitigen Gabeln 3.1;3.2 nicht in der der äußeren
Seitenquerwand 1.4 gegenüberliegenden Seitenquerwand 1.3 der kastenförmigen Bürstenaufnahme
1 sondern in den beiden, im wesentlichen parallel zu dem Verbindungssteg 3 verlaufenden
Seitenlängswänden 1.1 bzw.1.2 münden; dadurch wird die Seitenquerwand 1.3 der kastenförmigen
Bürstenaufnahme 1 in vorteilhafter Weise von Verformungen durch die Belastung des
Verbindungssteg 3 freigehalten, so daß eine in die kastenförmige Bürstenaufnahme 1
eingesteckte Bürste unter sämtlichen Belastungsverhältnissen sicher und in konstantem
Anstellwinkel zur von ihr beschliffenen Lamellenfläche eines Kommutators oder eines
Schleifringes gehalten ist.
[0013] Gemäß einer weiteren, in gleichartiger Figurenfolge dargestellten erfindungsgemäßen
Ausgestaltung entsprechend FIG 6-10 mündet der Verbindungssteg 3 auch an seinem anderen
Ende gespreizt mit Gabeln 3.3;3.4 in zwei seitlich im Abstand zueinander angeordneten
Einzel-Schwenklagern 2.1;2.2; durch die Einleitung der Belastungen des Verbindungssteges
3 über die Gabeln 3.3 bzw.3.4 in die seitlichen Einzel-Schwenklager 2.1 bzw.2.2 kann
auf eine durchgehende massive Schneidenlagerung verzichtet werden, die dann notwendig
ist, wenn - wie im bekannten Fall gemäß FIG 11-13 - der Verbindungssteg mittig in
der Schwenklagerung 2 mündet und die Kräfte als Querkräfte von der Schwenklagerung
aufgenommen werden müssen. Durch die Reduzierung der Schwenklagerung auf zwei seitliche,
gegeneinander beabstandete Einzel-Schwenklager 2.1 bzw.2.2 läßt sich nicht nur die
Massenträgheit des gesamten Kunststoff-Spritzgußteils vorteilhaft reduzieren sondern
auch die Kippsicherheit des Hammerbürstenhalters in seiner statorseitigen Gegenlagerung
verbessern.
[0014] Wie aus FIG 5 bzw. FIG 10 ersichtlich, ist nach einer Ausgestaltung der Erfindung
der Verbindungssteg 3 an seiner Rücken-Oberseite in Form einer Wanne mit seitlichen
Wannen-Wandteilen 3.5;3.6 derart erweitert, daß eine Einsteckaufnahme für die Entstördrossel
5;6 entsteht; durch die in der Tiefe V-förmige Ausbildung zwischen den Gabeln 3.1;3.2
bzw.3.3;3.4 gemäß FIG 10 läßt sich zusätzlich in vorteilhafter Weise durch Einsenken
der Entstördrossel 5;6 die Bauhöhe des Hammerbürstenhalters vorteilhaft vermindern.
[0015] In insbesondere für die Herstellung eines einstückigen Kunststoff-Spritzgußteils
fertigungstechnisch und im Sinne einer geringen Massenträgheit vorteilhafter Weise
sind sämtliche Wandteile sowohl der kastenförmigen Bürstenaufnahme 1 als auch des
Verbindungssteges 3 mit seinen Gabeln und seiner rückenseitigen Wanne nicht nur relativ
dünn sondern auch im wesentlichen mit gleicher Wandstärke ausgeführt.
[0016] Wie bereits bei der bekannten Ausführung gemäß FIG 11-13 vorgesehen, sind an das
einstückige Kunststoff-Spritzgußteil Einstecknasen 1.5 bzw.2.3 mitangeformt, in die
Wicklungsenden 5.1;5.2 der Drosselwicklung 5 im Sinne einer einfachen Einsteckhalterung
eindrückbar sind. Zum Andruck des Hammerbürstenhalters über die Kohlebürste 4 an einen
hier nicht dargestellten beschliffenen Kommutator bzw. Schleifring dienen in der Regel
Federelemente, die in Einhängeöffnungen 3.7 des Verbindungssteges 3 mit ihrem einen
Ende eingehängt werden.
1. Kunststoff-Hammerbürstenhalter in Form eines Schwenkarms für eine elektrische Maschine,
insbesondere Kommutatormotor, mit einer kastenförmigen Bürstenaufnahme (1) an seinem
einen Schwenkarm-Ende und zumindest einer Schwenklagerung (2) an seinem anderen Schwenkarm-Ende
sowie mit einem die Schwenklagerung (2) mit der kastenförmigen Bürstenaufnahme (1)
verbindenden dünnwandigen Verbindungssteg (3), der zumindest an seinem einen Ende
gespreizt in die im wesentlichen zu dem Verbindungssteg (3) parallel verlaufenden
Seitenlängswände (1.1 bzw.1.2) der kastenförmigen Bürstenaufnahme (1) mündet.
2. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach Anspruch 1 mit einem Verbindungssteg (3), der
auch an seinem anderen Ende gespreizt jeweils in einem seitlich zum dem Verbindungssteg
(3) im Sinne einer Zweipunktlagerung angeordneten Einzel-Schwenklager (2.1 bzw.2.2)
mündet.
3. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach Anspruch 1 und/oder 2 mit einem Verbindungssteg
(3) in Form eines Mittelsteges, der an seinem einen Ende bzw. an seinem anderen Ende
nach Art einer Gabel (3.1;3.2 bzw.3.3;3.4) gespreizt jeweils in der kastenförmigen
Bürstenaufnahme (1) bzw. in den Einzel-Schwenklagern (2.1 bzw.2.2) mündet.
4. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche mit
einem Verbindungssteg (3), der an seiner Oberseite nach Art einer Wanne (3.5;3.6)
und im Sinne einer Einleg- bzw. Einsteckaufnahme für eine Entstördrossel (5;6) ausgebildet
ist.
5. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach Anspruch 4 mit einem Verbindungssteg (3), der
im Bereich zwischen den Gabeln (3.1;3.2 bzw.3.3;3.4) nach Art einer Wanne (3.5;3.6)
ausgebildet ist.
6. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Bürsterhalterung (1), die Schwenklagerung (2) sowie der Verbindungssteg
(3) Teile eines einstückigen Kunststoff-Spritzgußteils sind.
7. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
insbesondere nach Anspruch 6, mit etwa gleichen Wandstärken für die kastenförmige
Bürstenaufnahme (1) bzw. den Verbindungssteg (3) bzw. die nach Art einer Wanne (3.5;3.6)
ausgebildete Einleg- bzw. Einsteckaufnahme für eine Entstördrossel (5).
8. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche mit
einer kastenförmigen Bürstenaufnahme (1) in Form eines bürstenseitig offenen, mit
einer Einsteckaufnahme für eine Bürste (4), versehenen Bürstenkastens (1.1-1.4).
9. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche mit
an seinem einen bzw. an seinem anderen Schwenkarm-Ende vorgesehenen, insbesondere
einstückig mitangeformten, Befestigungstaschen (1.5;2.3) zur Einsteckhalterung von
Wicklungsenden einer auf dem Schwenkarm-Rücken angeordneten Entstördrossel (5;6).
10. Kunststoff-Hammerbürstenhalter nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche mit
einen Verbindungssteg (3) mit einer Aufnahme, insbesondere einer Einhängeöffnung (3.7),
für eine Bürstenandruckfeder.