[0001] Die Erfindung geht gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 von der WO 92/17694
(= PCT/GR91/00004) aus.
[0002] Aus diesem Dokument ist ein hypozykloidisches Kurbelgetriebe bekannt, bei dem ein
zur Drehsteuerung der kombinierten Hub-/Führungswelle dienendes wellenfestes Element
als ein zwischen Ausgleichsmassen der Hub-/Führungswelle angeordnetes Zahnrad gestaltet
ist, das mit einem im Maschinengehäuse angeordneten Innenzahnkranz das bekannte Kardankreispaar
zur Erzeugung orthogonaler, geradliniger Führungsbewegungen dient.
[0003] Diese bekannte Anordnung des Zahnrades mit wenigstens an einer Ausgleichsmasse bündig
anschlagender Stirnseite erfordert eine von der Hub-/Führungswelle gesonderte Anfertigung
des Zahnrades, womit nachteiligerweise ein fertigungstechnischer Aufwand verbunden
ist, der sich insbesondere bei einer mehrzylindrigen Hubkolbenmaschine mit einer notwendigerweise
gebauten Hub-/Führungswelle zusätzlich erhöht.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für eine kombinierte Hub-/Führungswelle
des gattungsgemäßen hypozykloidischen Kurbelgetriebes ein wellenfestes Element der
hypozykloidischen Geradführungseinrichtung aufzuzeigen, das eine einstückige Ausbildung
der Hub-/Führungswelle erlaubt.
[0005] Diese Aufgabe ist gemäß dem Patentanspruch 1 dadurch gelöst, daß das wellenfeste
Element der Hub-/Führungswelle ein mit der hypozykloidischen Geradführungseinrichtung
zusammenwirkender Führungsexzenter ist.
[0006] Ein anstelle des bekannten Führungs-Zahnrades verwendeter, per se z.B. aus der FR-PS
1 003 222 für ein gattungsfremdes hypozykloidisches Kurbelgetriebe bekannter Führungsexzenter
erlaubt in vorteilhafter Weise die einstückige Ausbildung der kombinierten Hub-/Führungswelle.
[0007] Der erfindungsgemäß angeordnete Führungsexzenter erlaubt im Zusammenwirken mit einem
im/am Maschinengehäuse beweglich geführten Geradführungselement eine vorteilhaft unmittelbare
Abstützung am Führungsexzenter wirkender Kräfte, wie beispielsweise Gaskräfte bei
einer Hubkolben-Brennkraftmaschine, gegen am Maschinengehäuse ausgebildeter oder angeordneter
Führungsflächen.
[0008] Eine vorteilhafte Kräfteabstützung gegen das Maschinengehäuse ist mit einem z.B.
aus der DE-A 41 08 311 bekannten Watt'schen Lenker als Geradführungseinrichtung des
hypozykloidischen Kurbelgetriebes erzielt, verbunden mit dem baulichen Vorteil des
geringen Platzbedartes durch die auf dem Führungsexzenter gelagert angeordnete Koppel
im Bauraum des Kurbelgetriebes, die über außen am Maschinengehäuse angelenkte Schwingarme
geführt ist.
[0009] Diese mit dem Watt'schen Lenker vorteilhafte Kräfteabstützung führt bei einer mehrzylindrigen
Hubkolbenmaschine mit auf der Hub-/Führungswelle axial gegenseitig beabstandet angeordneten
Schubstangen-/Hubexzentern zu einem vorteilhaft geringen Bauaufwand des hypozykloidischen
Kurbelgetriebes dadurch, daß ein einziger Watt'scher Lenker mit einem zwischen den
Hubexzentern im wesentlichen mittig angeordneten Führungsexzenter zusammenwirkend
vorgesehen ist, wie dies per se für ein gattungsfremdes hypozykloidisches Getriebe
in den DE-Anmeldungen 195 04 890 und 195 09 155 vorgeschlagen wurde.
[0010] Die vorbeschriebene Mitten-Anordnung des Watt'schen Lenkers ist besonders vorteilhaft
für eine mehrzylindrige Hubkolbenmaschine mit auf der Hub/Führungswelle angeordnete
Hubexzenter für gleichsinnig oszillierende Schubstangen von Kolben in beiderseits
der Kurbelwelle angeordneten Zylinderpaaren. Um hierbei ein Klemmen der orthogonal
zu den Schubstangen geführten Koppel des Watt'schen Lenkers über den gesamten Führungshub
sicher zu vermeiden, stehen die Schwingarme zumindest in den maschinengehäuseseitigen
Anlenkstellen mit dreh- und fixierbar ausgebildeten Einstell-Exzentern als Mittel
zum Ausgleich von Maßtoleranzen in Verbindung, wie dies in der bereits genannten Anmeldung
DE-P 195 04 890 vorgeschlagen und näher beschrieben wurde.
[0011] Eine bezüglich Festigkeit und Massenausgleich günstige Gestaltung der Hub-/Führungswelle
sieht vor, diese als mehrfach gekröpfte Nebenkurbelwelle auszubilden, wobei Hubexzenter
und Führungsexzenter jeweils als Zapfen von festigkeitsmäßig leistungsbezogenen Durchmessern
ausgeführt sind. Diese über endseitige Lagerzapfen in Ausnehmungen der synchron drehverbundenen
Kurbelwangen der Hauptkurbelwelle drehgelagerte Nebenkurbelwelle ist in vorteilhafter
Weise einstückig ausgestaltet bzw. hergestellt. Diese so gestaltete und als in beiden
Enden abgestützter Biegebalken betrachtete Nebenkurbelwelle weist im Bereich des maximalen
Biegemomentes den als Zapfen gestalteten Führungsexzenter auf, der mit seiner durch
diese Dimensionierung gegebenen Masse und den anteiligen Wangenmassen einen vorteilhaft
angenäherten Massenausgleich zu den diametral angeordneten, kleiner dimensionierten
Hubexzenter-Zapfen mit anteiligen Wangenmassen um die Drehachse der Nebenkurbelwelle
ergibt.
[0012] Eine mit am Außenumfang der Kurbelwangen vorgesehene Verzahnung zusammenwirkende
Getriebewelle eignet sich vorteilhaft für eine Übersetzung ins Schnelle. Eine mit
auf den Wellenzapfen der Hauptkurbelwelle gesonderten Getrieberädern zusammenwirkende
Getriebewelle ist vorteilhaft für eine Übersetzung ins Langsame. In jedem der Fälle
kann die jeweilige Getriebewelle zusätzlich dem Antrieb eines maschineneigenen und/oder
maschinenfernen Aggregates dienen.
[0013] Vorzugsweise ist jede der Getriebewellen im Maschinengehäuse in einem von den Schwingarmen
des Watt'schen Lenkers freien Bereich angeordnet, vorteilhafterweise seitlich der
Bewegungsbahn der Koppel, so daß die Getriebewelle innerhalb der Gehäusekontur verbleibt.
[0014] Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung schematisch in Perspektive dargestellten
Beispiels beschrieben.
[0015] Eine in der einzigen Zeichnung abschnittsweise schematisch dargestellte, vorzugsweise
als Brennkraftmaschine dienende Hubkolbenmaschine 1 ist mit einem hypozykloidischen
Kurbelgetriebe 2 ausgerüstet. Das Kurbelgetriebe 2 umfaßt eine im Maschinengehäuse
3 über Wellenzapfen 4 gelagerte erste Kurbelwelle 5 mit über eine Getriebewelle 6
synchron drehverbundenen Kurbelwangen 7.
[0016] Eine Antriebsverbindung der ersten Kurbelwelle 5 mit gleichgerichtet oszillierenden
Schubstangen 8 für Kolben 9 in paarweise diametral angeordneten Zylindern 10, 10'
erfolgt über Hubexzenter bzw. Hubzapfen 11 einer kombinierten Hub-/Führungswelle 12,
die in den Kurbelwangen 7 der ersten Kurbelwelle 5 außermittig drehgelagert ist.
[0017] Erfindungsgemäß sind die beiden Hubexzenter bzw. Hubzapfen 11 der Hub-/Führungswelle
12 miteinander über einen mit einer hypozykloidischen Geradführungseinrichtung 13
zusammenwirkenden Führungsexzenter bzw. Führungszapfen 14 drehfest verbunden. Die
Geradführungseinrichtung 13 umfaßt vorzugsweise ein zu den oszillierenden Schubstangen
8 orthogonal gerichtet am Maschinengehäuse 3 beweglich geführtes Geradführungselement
15, das als eine über am Maschinengehäuse 3 angelenkte Schwingarme 16 geführte Koppel
eines Watt'schen Lenkers 17 gestaltet ist. Vorzugsweise ist zwischen den axial beabstandeten
Hubexzentern bzw. Hubzapfen 11 die Hub-/Führungswelle 12 mittig mit einem Führungsexzenter
bzw. Führungszapfen 14 für einen einzigen Watt'schen Lenker 17 zwischen den Schubstangen
8 ausgerüstet. Damit ist eine hinsichtlich der Festigkeit bei kleinem Platzbedarf
vorteilhafte Geradführungseinrichtung 13 erzielt, die zudem bei einfacher Montage
einen von außen zugängliche Einstellung ermöglicht.
[0018] Diese Einstellung ist nach einer Ausgestaltung der Erfindung beispielsweise dadurch
erreicht, daß zumindest maschinengehäuseseitige Anlenkstellen 18 der Schwingarme 16
des mittig zwischen den Schubstangen 8 vorgesehenen Watt'schen Lenkers 17 mit dreh-
und fixierbar ausgebildeten Einstell-Exzentern 19 als Mittel zum Ausgleich von Maßtoleranzen
ausgerüstet sind.
[0019] Zur Erzielung einer biegesteifen Hub-/Führungswelle 12 sind die Hubexzenter 11 und
der Führungsexzenter 14 jeweils als Zapfen einer mehrfach gekröpften, einstückigen
Nebenkurbelwelle 20 gestaltet, die über einstückig angeformte Lagerzapfen 21 in exzentrisch
angeordneten Ausnehmungen 22 der Kurbelwangen 7 der Hauptkurbelwelle 5 drehgelagert
ist.
[0020] Aus der Zeichnung geht weiter hervor, daß die Kurbelwangen 7 der Hauptkurbelwelle
5 am jeweiligen Außenumfang mit Verzahnungen 23 versehen sind zum Eingriff in Getrieberäder
24 auf der Getriebewelle 6. Die seitlich der orthogonalen Bewegungsbahn der Koppel
15 im Maschinengehäuse 3 angeordnete Getriebewelle 6 ist in der aufgezeigten Anordnung
ins Schnelle übersetzt. Sie kann dem Antrieb eines maschinenexternen oder maschineninternen
Nebenaggregates dienen.
[0021] Dagegen nicht dargestellt ist eine untersetzte bzw. ins Langsame übersetzte Getriebewelle
mit im Durchmesser großen Getrieberädern, die mit relativ kleineren Getrieberädern
auf den Wellenzapfen 4 der Hauptkurbelwelle 5 kämmen.
1. Hypozykloidisches Kurbelgetriebe für Hubkolbenmaschinen, insbesondere Brennkraftmaschinen,
- umfassend eine im Maschinengehäuse (3) über Wellenzapfen (4) gelagerte Kurbelwelle
(5) mit über eine Getriebewelle (6) synchron drehverbundenen Kurbelwangen (7), in
denen
- eine kombinierte Hub-/Führungswelle (12) außermittig drehgelagert und über ein wellenfestes
Element der hypozykloidischen Geradführungseinrichtung (13) derart drehgesteuert ist,
daß mittels
- eines mit der Hub-/Führungswelle (12) drehfest verbundenen Hubexzenters (11) eine
Schubstange (8) oszillierend angetrieben ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß das wellenfeste Element der Hub-/Führungswelle (12) ein mit der hypozykloidischen
Geradführungseinrichtung (13) zusammenwirkender Führungsexzenter (14) ist.
2. Kurbelgetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsexzenter (14)
mit einem zur oszillierenden Schubstange (8) orthogonal gerichtet im/am Maschinengehäuse
(3) beweglich geführten Geradführungselement (Koppel 15; Kulissenstein oder Wälzlager)
zusammenwirkt.
3. Kurbelgetriebe nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hypozykloidische
Geradführungseinrichtung (13) ein Watt'scher Lenker (17) ist mit einer über am Maschinengehäuse
(3) angelenkte Schwingarme (16) geführten und auf dem Führungsexzenter (14) gelagert
angeordneten Koppel (15) als Geradführungselement.
4. Kurbelgetriebe nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
- daß die Hub-/Führungswelle (12) axial gegenseitig beabstandet angeordnete Schubstangen-Hubexzenter
(11) aufweist, und
- daß ein einziger Watt'scher Lenker (17) mit einem zwischen den Hubexzentern (11)
im wesentlich mittig angeordneten Führungsexzenter (14) zusammenwirkend vorgesehen
ist.
5. Kurbelgetriebe nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
- daß die Hub-/Führungswelle (12) diametral zum Führungsexzenter (14) angeordnete
Hubexzenter (11) aufweist für gleichsinnig oszillierende Schubstangen (8) von Kolben
(9) in beiderseits der Kurbelwelle (5) angeordneten Zylinderpaaren (10, 10'), wobei
- zumindest maschinengehäuseseitige Anlenkstellen (18) der Schwingarme (16) des zwischen
den Schubstangen (8) vorgesehenen Watt'schen Lenkers (17) mit dreh- und fixierbar
ausgebildeten Einstell-Exzentern (19) als Mittel zum Ausgleich von Maßtoleranzen ausgerüstet
sind.
6. Kurbelgetriebe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
- daß die Hubexzenter (11) und der Führungsexzenter (14) jeweils als Zapfen einer
mehrfach gekröpften, als Nebenkurbelwelle (20) dienenden Hub-/Führungswelle (12) gestaltet
sind, und
- daß die Nebenkurbelwelle (20) über Lagerzapfen (21) in Ausnehmungen (22) der Kurbelwangen
(7) der Hauptkurbelwelle (5) drehgelagert ist.
7. Kurbelgetriebe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Nebenkurbelwelle (20)
einstückig gestaltet ist.
8. Kurbelgetriebe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kurbelwangen (7) der Hauptkurbelwelle (5) am jeweiligen Außenumfang mit Verzahnungen
(23) versehen sind zum Eingriff in Getrieberäder (24) auf der Getriebewelle (6).
9. Kurbelgetriebe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß auf jedem Wellenzapfen (4) der Hauptkurbelwelle (5) erste Getrieberäder angeordnet
sind zum Eingriff in zweite Getrieberäder der Getriebewelle (6).