[0001] Die Erfindung betrifft Wasch- oder Reinigungsmittel, welche wasserlösliche anorganische
Buildersubstanzen enthalten, insbesondere ein Verfahren zur Herstellung von extrudierten
Wasch- oder Reinigungsmitteln, welche wasserlösliche anorganische Buildersubstanzen
enthalten.
[0002] Moderne, verdichtete Wasch- oder Reinigungsmittel weisen allgemein den Nachteil auf,
daß sie aufgrund ihrer kompakten Struktur ein schlechteres Löseverhalten in wäßriger
Flotte zeigen als beispielsweise leichtere, sprühgetrocknete Wasch- oder Reinigungsmittel
des Standes der Technik. Dabei tendieren Wasch- oder Reinigungsmittel im allgemeinen
zu einer um so geringeren Lösegeschwindigkeit in Wasser, je höher ihr Verdichtungsgrad
ist. Zeolithe, die in Wasch- oder Reinigungsmitteln als Buildersubstanzen üblicherweise
enthalten sind, tragen aufgrund ihrer Wasserunlöslichkeit zusätzlich zu dem verschlechterten
Löseverhalten bei.
[0003] Aus dem europäischen Patent EP-B-0486 592 ist ein Verfahren zur Herstellung von Extrudaten
mit hoher Dichte bekannt, wobei ein festes und rieselfähiges Vorgemisch unter Druck
strangförmig verpreßt wird. Das feste und rieselfähige Vorgemisch enthält ein Plastifizier-
und/oder Gleitmittel, welches bewirkt, daß das Vorgemisch unter dem Druck bzw. dem
Eintrag spezifischer Arbeit plastisch erweicht und damit extrudierbar wird. Nach dem
Austritt aus der Lochform wirken auf das System keine Scherkräfte mehr ein und die
Viskosität des Systems steigt dadurch derart an, daß der extrudierte Strang auf vorherbestimmbare
Extrudatdimensionen geschnitten werden kann. Aus der internationalen Patentanmeldung
WO-A-94/09111 ist nun bekannt, daß in dem zu extrudierenden Vorgemisch sowohl Bestandteile,
welche ein strukturviskoses Verhalten aufweisen, als auch Bestandteile, welche dilatante
Eigenschaften besitzen, enthalten sein müssen. Lägen nur strukturviskos wirkende Bestandteile
in dem Vorgemisch vor, so würde es aufgrund des starken Schergefälles derart erweichen,
ja nahezu flüssig werden, daß der Strang nach dem Austritt aus der Lochform nicht
mehr schneidfähig wäre. Es werden daher auch dilatant wirkende Bestandteile eingesetzt,
welche bei steigendem Schergefälle eine steigende Plastizität aufweisen und dadurch
die Schneidfähigkeit des extrudierten Stranges sicherstellen. Die meisten Inhaltsstoffe
von Wasch- oder Reinigungsmitteln zeigen ein strukturviskoses Verhalten. Ein dilatantes
Verhalten stellt eher die Ausnahme dar. Ein üblicher Bestandteil von herkömmlichen
Wasch- oder Reinigungsmittel besitzt jedoch dilatante Eigenschaften; es sind die als
Buildersubstanz und Phosphatersatz eingesetzten Alumosilikate wie Zeolith. Zeolith
ist jedoch wasserunlöslich und trägt deshalb dazu bei, daß die Lösegeschwindigkeit
von extrudierten Wasch- oder Reinigungsmitteln in Wasser geringer ist als die von
herkömmlichen, leichteren Mitteln des Standes der Technik. Aus der internationalen
Patentanmeldung WO-A-94/09111 sind zwar extrudierte Wasch- oder Reinigungsmittel bekannt,
welche 19 Gew.-% Zeolith (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz) sowie 12,5 Gew.-%
Natriumcarbonat und 2,2 Gew.-% amorphes Natriumsilikat enthalten; es war jedoch nicht
bekannt, daß Zeolith aus verfahrenstechnischer Sicht teilweise oder sogar ganz durch
wasserlösliche anorganische Buildersubstanzen ersetzt werden kann, wenn diese in bestimmter
Form zugesetzt werden.
[0004] Aus dem US-Patent US 4,075,117 sind sprühgetrocknete Waschmittel bekannt, die als
Ersatzstoffe für Phosphate Carbonate und Silikate als Builderkomponenten enthalten,
nicht aber Zeolithe. Die dort beschriebenen Mittel besitzen eine phosphathaltigen
Mitteln vergleichbare oder überlegene Reinigungsleistung. Carbonat wird jedoch nach
der Lehre der US 4,075,117 nicht in bestimmter Form eingesetzt.
[0005] Aus der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung DE 44 05 511 A1 sind
Waschmittel mit amorphen silikatischen Buildersubstanzen bekannt, die neben Waschmittelinhaltsstoffen
wie beispielsweise Tensiden Carboxylate enthalten, wobei die Mittel amorphe Alkalisilikate
und Alkalicarbonate in Form eines Compounds enthalten, welches weder eine homogene
Oberfläche noch ein einheitliches Kornspektrum aufweist. Im dort beanspruchten Verfahren
werden die Carbonat-Silikat-Compounds nachträglich einem Basiswaschmittel üblicher
Zusammensetzung zugemischt.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung bestand darin, Wasch- oder Reinigungsmittel mit Schüttdichten
oberhalb 600 g/l bereitzustellen, welche wasserlösliche Buildersubstanzen in dem Maße
enthalten, daß auf Zeolith aus anwendungstechnischer Sicht teilweise oder ganz verzichtet
werden kann. Ebenso bestand eine weitere Aufgabe darin, extrudierte Wasch- oder Reinigungsmittel
mit Schüttdichten oberhalb 600 g/l sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung bereitzustellen,
welche die wasserlöslichen Buildersubstanzen in dem Maße enthalten, daß auf Zeolith
nicht nur aus anwendungstechnischer sondern auch aus verfahrenstechnischer Sicht teilweise
oder ganz verzichtet werden kann.
[0007] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von extrudierten Wasch-
oder Reinigungsmitteln mit einer Schüttdichte oberhalb 600 g/l, welche anionische
und gegebenenfalls nichtionische Tenside sowie als wasserlösliche Buildersubstanzen
Natriumcarbonat und amorphes Natriumsilikat enthalten. Hierbei wird gemäß der Lehre
des europäischen Patents EP-B-0 486 592 ein festes und rieselfähiges Vorgemisch bei
Drucken bis 200 bar strangförmig verpreßt, der Strang nach dem Austritt aus der Lochform
mittels einer Schneidevorrichtung auf die vorbestimmte Granulatdimension zugeschnitten
sowie das noch plastische, gegebenenfalls feuchte Rohextrudat optional einem weiteren
formgebenden Verarbeitungsschritt zugeführt und anschließend getrocknet. Erfindungsgemäß
werden dabei Natriumcarbonat und amorphes Natriumsilikat (jeweils bezogen auf wasserfreie
Aktivsubstanz) in der Summe zwischen 10 bis 40 Gew.-% eingesetzt, wobei Natriumcarbonat
und amorphes Natriumsilikat im Gewichtsverhältnis von 5:1 bis 1:10 und das Natriumcarbonat
mindestens teilweise in Form eines Granulats eingesetzt werden, mit der Maßgabe, daß
sich die Mengenangaben auf das gegebenenfalls getrocknete Extrudat beziehen; außerdem
wird das Extrudat gegebenenfalls mit weiteren Inhaltsstoffen von Wasch- und Reinigungsmitteln
aufbereitet und Zeolith in Mengen kleiner als 19 Gew.-% (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz)
eingesetzt. Dabei ist es bevorzugt, daß als carbonathaltiges Granulat ein Carbonat-Silikat-Compound
eingesetzt wird, welches beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Granulierung und
gegebenenfalls anschließende Kompaktierung, wie Walzenkompaktierung, hergestellt werden
kann. Es ist jedoch nicht erforderlich, daß die gesamte Menge an Carbonat oder an
Carbonat und Silikat über ein derartiges Granulat bzw. Compound in das Verfahren eingebracht
werden.
[0008] Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, daß das eingesetzte carbonathaltige Granulat zusätzlich
amorphes Silikat, insbesondere Natriumsilikat mit einem molaren Verhältnis Na
2O:SiO
2 von 1:1 bis 1:4,5 enthält. Als Natriumsilikate sind vor allem solche mit einem molaren
Gewichtsverhältnis Na
2O:SiO
2 von 1:2 bis 1:3,5 bevorzugt, wobei Disilikate und Silikate mit einem molaren Verhältnis
Na
2O:SiO
2 bis 1:2,8 besonders vorteilhaft sind. Derartige carbonat- und silikathaltige Granulate
können nach üblichen Methoden wie Sprühtrocknung, Granulierung und Kompaktierung,
beispielsweise Walzenkompaktierung hergestellt werden. Einige carbonat- und silikathaltige
Granulate, welche erfindungsgemäß eingesetzt werden können, sind im Handel beispielsweise
unter den Bezeichnungen Nabion 15
(R) (Handelsprodukt der Firma Rhône-Poulenc), Gransil
(R) (Handelsprodukt der Firma Colin Stewart) oder Dizzil
(R) G (Handelsprodukt der Firma Akzo & Nobel) erhältlich. Dabei werden derartige Carbonat-Silikat-Granulate
bevorzugt, welche ein Gewichtsverhältnis Carbonat zu Silikat von 3:1 bis 1:9 und insbesondere
von 2,5:1 bis 1:5 aufweisen.
[0009] Der eingesetzte, synthetische Zeolith ist vorzugsweise feinkristallin und enthält
gebundenes Wasser. Geeignet sind beispielsweise Zeolith A, jedoch auch Zeolith X und
Zeolith P sowie Mischungen aus A, X und/oder P. Der Zeolith kann als sprühgetrocknetes
Pulver oder auch als ungetrocknete, von ihrer Herstellung noch feuchte, stabilisierte
Suspension zum Einsatz kommen. Für den Fall, daß der Zeolith als Suspension eingesetzt
wird, kann diese geringe Zusätze an nichtionischen Tensiden als Stabilisatoren enthalten,
beispielsweise 1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf Zeolith, an ethoxylierten C
12-C
18-Fettalkoholen mit 2 bis 5 Ethylenoxidgruppen, C
12-C
14-Fettalkoholen mit 4 bis 5 Ethylenoxidgruppen oder ethoxylierten Isotridecanolen.
Ebenso ist es auch möglich, Zeolith-Suspensionen und Zeolith-Pulver einzusetzen. Geeignete
Zeolith-Pulver weisen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 10 µm (Volumenverteilung;
Meßmethode: Coulter Counter) auf und enthalten vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-%, insbesondere
20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die erfindungsgemäß
hergestellten Wasch- oder Reinigungsmittel 10 bis 16 Gew.-% Zeolith (bezogen auf wasserfreie
Aktivsubstanz) und 10 bis 30 Gew.-% eines carbonat- und silikathaltigen Compounds
(bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz).
[0011] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die erfindungsgemäß
hergestellten Wasch- oder Reinigungsmittel jedoch 0 bis 5 Gew.-% Zeolith (bezogen
auf wasserfreie Aktivsubstanz) und 15 bis 40 Gew.-% eines carbonat- und silikathaltigen
Compounds (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz). Bei extrudierten Mitteln ist dabei
möglich, daß der Zeolith nicht nur coextrudiert wird, sondern daß der Zeolith teilweise
oder ganz nachträglich, also nach dem Extrusionsschritt in das Wasch- oder Reinigungsmittel
eingebracht wird. Besonders bevorzugt sind hierbei erfindungsgemäß hergestellte Wasch-
oder Reinigungsmittel, welche ein Granulat bzw. Extrudat enthalten, das im Inneren
des Korns frei von Zeolith ist.
[0012] Als Ersatzstoffe für den Zeolith können auch kristalline Schichtsilikate und/oder
herkömmliche Phosphate eingesetzt werden. Dabei ist es jedoch bevorzugt, daß Phosphate
nur in geringen Mengen, insbesondere bis maximal 10 Gew.-%, in den erfindungsgemäß
hergestellten Wasch- oder Reinigungsmitteln enthalten sind.
[0013] Als kristalline Schichtsilikate sind insbesondere kristalline, schichtförmige Natriumsilikate
der allgemeinen Formel (I) NaMSi
xO
2x+1·yH
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind, geeignet. Derartige
kristalline Schichtsilikate werden beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung
EP-A-0 164 514 beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate der Formel (I)
sind solche, in denen M für Natrium steht und x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere
sind sowohl β- als auch

-Natriumdisilikate Na
2Si
2O
5·yH
2O bevorzugt. Diese kristallinen Schichtsilikate sind jedoch in den erfindungsgemäß
hergestellten Mitteln vorzugsweise lediglich in Mengen von nicht mehr als 10 Gew.-%,
insbesondere von weniger als 8 Gew.-%, vorteilhafterweise von maximal 5 Gew.-% enthalten.
[0014] Zusätzlich zu den anorganischen Buildersubstanzen können auch organische Buildersubstanzen
eingesetzt werden. Brauchbare organische Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die
bevorzugt in Form ihrer Natriumsalze eingesetzten Polycarbonsäuren, wie Citronensäure,
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren,
Nitrilotriessigsäure (NTA), sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen
nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen aus diesen. Bevorzugte Salze sind die Salze
der Polycarbonsäuren wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus diesen.
[0015] Geeignete polymere Polycarboxylate sind beispielsweise die Natriumsalze der Polyacrylsäure
oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise solche mit einer relativen Molekülmasse
von 800 bis 150000 (auf Säure bezogen). Geeignete copolymere Polycarboxylate sind
insbesondere solche der Acrylsäure mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure
mit Maleinsäure. Als besonders geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure
erwiesen, die 50 bis 90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten.
Ihre relative Molekülmasse, bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 5000
bis 200000, vorzugsweise 10000 bis 120000 und insbesondere 50000 bis 100000. Die (co-)polymeren
Polycarboxylate können entweder als Pulver oder als wäßrige Lösung eingesetzt werden,
wobei 20 bis 55 Gew.-%ige wäßrige Lösungen bevorzugt sind. Insbesondere bevorzugt
sind auch biologisch abbaubare Terpolymere, beispielsweise solche, die gemäß der DE-A-43
00 772 als Monomere Salze der Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw.
Vinylalkohol-Derivate oder gemäß der DE-C-42 21 381 als Monomere Salze der Acrylsäure
und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie Zucker-Derivate enthalten. Weitere bevorzugte
Copolymere sind solche, die in den deutschen Patentanmeldungen DE-A-43 03 320 und
P 44 17 734.8 beschrieben werden und als Monomere vorzugsweise Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze
bzw. Acrolein und Vinylacetat aufweisen.
[0016] Weitere geeignete Buildersysteme sind Oxydationsprodukte von carboxylgruppenhaltigen
Polyglucosanen und/oder deren wasserlöslichen Salzen, wie sie beispielsweise in der
internationalen Patentanmeldung WO-A-93/08251 beschrieben werden oder deren Herstellung
beispielsweise in der internationalen Patentanmeldung WO-A-93/16110 beschrieben wird.
[0017] Ebenso sind als weitere bevorzugte Buildersubstanzen auch die bekannten Polyasparaginsäuren
bzw. deren Salze und Derivate zu nennen.
[0018] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, beispielsweise wie in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 280 223 beschrieben
erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie Glyoxal,
Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen die erfindungsgemäß hergestellten
Wasch- oder Reinigungsmittel als organische Cobuilder polymere Polycarboxylate und/oder
Salze von Polycarbonsäuren, vorzugsweise in Mengen von 2 bis 20 Gew.-% und insbesondere
von 5 bis 15 Gew.-% auf.
[0020] Überraschenderweise wurde gefunden, daß Zeolith nicht nur aus verfahrenstechnischen
Gründen teilweise oder ganz durch die carbonathaltigen Granulate ersetzt werden kann,
sondern daß auch die waschtechnischen Eigenschaften der erfindungsgemäß extrudierten
Wasch- oder Reinigungsmittel verbessert werden können. So weisen die erfindungsgemäß
hergestellten Waschmittel nicht nur eine gleich gute Primärwaschleistung wie die analogen
herkömmlichen, zeolithhaltigen Waschmittel ohne die carbonathaltigen Granulate und
insbesondere ohne die carbonat- und silikathaltigen Compounds auf, sondern mit bevorzugten
Ausführungsformen werden sogar signifikant verbesserte Primärwaschleistungen erzielt.
Analoges gilt für die Vergrauungsinhibierung.
[0021] Als weitere Inhaltsstoffe der erfindungsgemäß hergestellten Wasch- oder Reinigungsmittel
kommen insbesondere Tenside, vor allem Aniontenside sowie gegebenenfalls nichtionische
Tenside, aber auch kationische, amphotere oder zwitterionische Tenside in Betracht.
[0022] Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen vorzugsweise C
9-C
13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-C
18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
12-C
18-Alkanen. beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden. Geeignet sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren
(Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern-
oder Talgfettsäuren. Weitere geeignete Aniontenside sind die durch Esterspaltung der
α-Sulfofettsäurealkylester erhältlichen α-Sulfofettsäuren bzw. ihre Di-Salze. Die
Mono-Salze der α-Sulfofettsäurealkylester fallen schon bei ihrer großtechnischen Herstellung
als wäßrige Mischung mit begrenzten Mengen an Di-Salzen an. Der Disalz-Gehalt solcher
Tenside liegt üblicherweise unter 50 Gew.-% des Aniontensidgemisches, beispielsweise
bis etwa 30 Gew.-%.
[0023] Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester, welche Mono-,
Di- und Triester sowie deren Gemische darstellen, wie sie bei der Herstellung durch
Veresterung durch ein Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder bei der Umesterung
von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden.
[0024] Geeignete Tenside vom Sulfat-Typ sind die Schwefelsäuremonoester aus primären Alkoholen
natürlichen und synthetischen Ursprungs. Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und
insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester der C
12-C
18-Fettalkohole beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlänge bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind C
16-C
18-Alk(en)ylsulfate insbesondere bevorzugt. Dabei kann es auch von besonderem Vorteil
und insbesondere für maschinelle Waschmittel von Vorteil sein, C
16-C
18-Alk(en)ylsulfate in Kombination mit niedriger schmelzenden Aniontensiden und insbesondere
mit solchen Aniontensiden, die einen niedrigeren Krafft-Punkt aufweisen und bei relativ
niedrigen Waschtemperaturen von beispielsweise Raumtemperatur bis 40 °C eine geringe
Kristallisationsneigung zeigen, einzusetzen. In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung enthalten die erfindungsgemäß hergestellten Mittel daher Mischungen
aus kurzkettigen und langkettigen Fettalkylsulfaten, vorzugsweise Mischungen aus C
12-C
14-Fettalkylsulfaten oder C
12-C
18-Fettalkylsulfaten mit C
16-C
18-Fettalkylsulfaten und insbesondere C
12-C
16-Fettalkylsulfaten mit C
16-C
18-Fettalkylsulfaten. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden
jedoch nicht nur gesättigte Alkylsulfate, sondern auch ungesättigte Alkenylsulfate
mit einer Alkenylkettenlänge von vorzugsweise C
16 bis C
22 eingesetzt. Dabei sind insbesondere Mischungen aus gesättigten, überwiegend aus C
16 bestehenden sulfierten Fettalkoholen und ungesättigten, überwiegend aus C
18 bestehenden sulfierten Fettalkoholen bevorzugt, beispielsweise solche, die sich von
festen oder flüssigen Fettalkoholmischungen des Typs HD-Ocenol (R) (Handelsprodukt
des Anmelders) ableiten. Dabei sind Gewichtsverhältnisse von Alkylsulfaten zu Alkenylsulfaten
von 10:1 bis 1:2 und insbesondere von etwa 5:1 bis 1:1 bevorzugt.
[0025] Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise gemäß den US-Patentschriften 3,234,258
oder 5,075,041 hergestellt werden und als Handelsprodukte der Shell Oil Company unter
dem Namen DAN (R) erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.
[0026] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-C
21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-C
11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-C
18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet. Sie werden in Waschmitteln aufgrund ihres
hohen Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen von
1 bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
[0027] Bevorzugte Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure, die auch
als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und die Monoester
und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise Fettalkoholen
und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten C
8- bis C
18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe unten).
Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten
Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso
ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.
[0028] Zusätzlich zu den anionischen Tensiden können die Mittel auch Seifen, vorzugsweise
in Mengen von 0,2 bis 5 Gew.-%, enthalten. Geeignet sind gesättigte Fettsäureseifen,
wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, hydrierte
Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen Fettsäuren, z.B. Kokos-,
Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische. Insbesondere sind solche
Seifengemische bevorzugt, die zu 50 bis 100 Gew.-% aus gesättigten C
12-C
24-Fettsäureseifen und zu 0 bis 50 Gew.-% aus Ölsäureseife zusammengesetzt sind.
[0029] Die anionischen Tenside und Seifen können in Form ihrer Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze
sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanolamin, vorliegen.
Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze,
insbesondere in Form der Natriumsalze vor.
[0030] Bevorzugte anionische Tenside sind Alkylbenzolsulfonate und Alk(en)ylsulfate, insbesondere
Alkylsulfate im angegebenen C-Kettenbereich. In herkömmlichen Extrudaten führten die
Alkylsulfate im Vergleich zu den Alkylbenzolsulfonaten zu einer Verringerung der Lösegeschwindigkeit.
Überraschenderweise wurde nun festgestellt, daß die erfindungsgemäß hergestellten
Extrudate eine derart erhöhte Lösegeschwindigkeit gegenüber den herkömmlichen Extrudaten
aufweisen, daß selbst bei deutlich erhöhten Alkylsulfat-Gehalten, insbesondere durch
Austausch von Alkylbenzolsulfonat gegen Alkylsulfat, die Lösegeschwindigkeiten der
Extrudate gleich gut bis besser sind als bei den herkömmlichen Extrudaten, welche
die carbonathaltigen Granulate nicht enthielten.
[0031] In einer Ausführungsform der Erfindung werden daher erfindungsgemäß hergestellte
Wasch- oder Reinigungsmittel, insbesondere erfindungsgemäß extrudierte Wasch- oder
Reinigungsmittel bevorzugt, welche 10 bis 30 Gew.-% anionische Tenside, davon vorzugsweise
mindestens 3 Gew.-% sulfatische Tenside und - bezogen auf die anionischen Tenside
insgesamt - mindestens 15 Gew.-%, insbesondere 20 bis 100 Gew.-% sulfatische Tenside
enthalten. Dabei haben sicherfindungsgemäß hergestellte Mittel, welche 30 bis 90 Gew.-%,
bezogen auf die vorhandenen Aniontenside, an sulfatischen Tensiden, insbesondere an
Alkylsulfaten enthielten, als besonders vorteilhaft erwiesen. In einer Ausführungsform
der Erfindung werden dabei Mittel bereitgestellt, welche eine extrudierte Komponente,
die das carbonathaltige Granulat enthält, und mindestens eine weitere, tensidhaltige
Komponente aufweist, die den überwiegenden Teil des in das Mittel insgesamt eingebrachten
Alkylsulfats enthält.
[0032] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-C
14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-C
11-Alkohol mit 7 EO, C
13-C
15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-C
18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-C
14-Alkohol mit 3 EO und C
12-C
18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0033] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden,
insbesondere zusammen mit alkoxylierten Fettalkoholen, eingesetzt werden, sind alkoxylierte,
vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte und propoxylierte Fettsäurealkylester,
vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette, insbesondere Fettsäuremethylester,
wie sie beispielsweise in der japanischen Patentanmeldung JP 58/217598 beschrieben
sind oder die vorzugsweise nach dem in der internationalen Patentanmeldung WO-A-90/13533
beschriebenen Verfahren hergestellt werden.
[0034] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen
Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit
5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10.
[0035] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0036] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (II),

in der R
2CO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
3 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht.
[0037] Bei den Polyhydroxyfettsäureamiden handelt es sich um bekannte Stoffe, die üblicherweise
durch reduktive Aminierung eines reduzierenden Zuckers mit Ammoniak, einem Alkylamin
oder einem Alkanolamin und nachfolgende Acylierung mit einer Fettsäure, einem Fettsäurealkylester
oder einem Fettsäurechlorid erhalten werden können. Hinsichtlich der Verfahren zu
ihrer Herstellung sei auf die US-Patentschriften US-A-1,985,424, US-A-2,016,962 und
US-A-2,703,798 sowie die Internationale Patentanmeldung WO-A-92/06984 verwiesen. Vorzugsweise
leiten sich die Polyhydroxyfettsäureamide von reduzierenden Zuckern mit 5 oder 6 Kohlenstoffatomen,
insbesondere von der Glucose ab.
[0038] Zusätzlich können die erfindungsgemäß hergestellten Mittel auch Komponenten enthalten,
welche die Öl- und Fettauswaschbarkeit aus Textilien positiv beeinflussen. Dieser
Effekt wird besonders deutlich, wenn ein Textil verschmutzt wird, das bereits vorher
mehrfach mit einem erfindungsgemäß hergestellten Waschmittel, das diese öl- und fettlösende
Komponente enthält, gewaschen wird. Zu den bevorzugten öl- und fettlösenden Komponenten
zählen beispielsweise nichtionische Celluloseether wie Methylcellulose und Methylhydroxypropylcellulose
mit einem Anteil an Methoxyl-Gruppen von 15 bis 30 Gew.-% und an Hydroxypropoxyl-Gruppen
von 1 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf den nichtionischen Celluloseether, sowie
die aus dem Stand der Technik bekannten Polymere der Phthalsäure und/oder der Terephthalsäure
bzw. von deren Derivaten, insbesondere Polymere aus Ethylenglykolterephthalaten und/oder
Polyethylenglykolterephthalaten oder anionisch und/oder nichtionische modifizierten
Derivaten von diesen.
[0039] Die erfindungsgemäß hergestellten Mittel können außerdem Bestandteile enthalten,
welche die Löslichkeit der schweren Granulate noch weiter verbessern. Derartige Bestandteile
und das Einbringen derartiger Bestandteile werden beispielsweise in der internationalen
Patentanmeldung WO-A-93/02176 und in der deutschen Patentanmeldung DE 42 03 031 beschrieben.
Zu den bevorzugt eingesetzten Bestandteilen gehören insbesondere Fettalkohole mit
20 bis 80 Mol Ethylenoxid pro Mol Fettalkohol, beispielsweise Talgfettalkohol mit
30 EO und Talgfettalkohol mit 40 EO, aber auch Fettalkohole mit 14 E0 sowie Polyethylenglykole
mit einer relativen Molekülmasse zwischen 200 und 2000.
[0040] Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumperborattetrahydrat und das Natriumperboratmonohydrat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumpercarbonat,
Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure
oder Diperdodecandisäure. Der Gehalt der erfindungsgemäß hergestellten Mittel an Bleichmitteln
beträgt vorzugsweise 5 bis 25 Gew.-% und insbesondere 10 bis 20 Gew.-%, wobei vorteilhafterweise
Perboratmonohydrat eingesetzt wird. Percarbonat ist als Bestandteil ebenfalls bevorzugt.
Jedoch wird Percarbonat vorzugsweise nicht coextrudiert, sondern gegebenenfalls nachträglich
zugemischt.
[0041] Um beim Waschen bei Temperaturen von 60 °C und darunter eine verbesserte Bleichwirkung
zu erreichen, können Bleichaktivatoren in die erfindungsgemäß hergestellten Präparate
eingearbeitet werden. Beispiele hierfür sind mit H
2O
2 organische Persäuren bildende N-Acyl- bzw. O-Acyl-Verbindungen, vorzugsweise N,N'-tetraacylierte
Diamine, p-(Alkanoyloxy)benzolsulfonate, ferner Carbonsäureanhydride und Ester von
Polyolen wie Glucosepentaacetat. Weitere bekannte Bleichaktivatoren sind acetylierte
Mischungen aus Sorbitol und Mannitol, wie sie beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung
EP-A-0 525 239 beschrieben werden. Der Gehalt der erfindungsgemäß hergestellten bleichmittelhaltigen
Mittel an Bleichaktivatoren liegt in dem üblichen Bereich, vorzugsweise zwischen 1
und 10 Gew.-% und insbesondere zwischen 3 und 8 Gew.-%. Besonders bevorzugte Bleichaktivatoren
sind N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin (TAED), 1,5-Diacetyl-2,4-dioxo-hexahydro-1,3,5-triazin
(DADHT) und acetylierte Sorbitol-Mannitol-Mischungen (SORMAN).
[0042] Es kann von Vorteil sein, den erfindungsgemäß hergestellten Mitteln übliche Schauminhibitoren
zuzusetzen. Als Schauminhibitoren eignen sich beispielsweise Seifen natürlicher oder
synthetischer Herkunft, die einen hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, ggf. silanierter Kieselsäure
sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit silanierter
Kieselsäure oder Bistearylethylendiamid. Mit Vorteilen werden auch Gemische aus verschiedenen
Schauminhibitoren verwendet, z.B. solche aus Silikonen, Paraffinen oder Wachsen. Vorzugsweise
sind die Schauminhibitoren, insbesondere Silikon- und/oder Paraffin-haltige Schauminhibitoren,
an eine granulare, in Wasser lösliche bzw. dispergierbare Trägersubstanz gebunden.
Insbesondere sind dabei Mischungen aus Paraffinen und Bistearylethylendiamiden bevorzugt.
[0043] Als Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen bzw. lipolytisch wirkenden
Enzyme, Amylasen, Cellulasen bzw. deren Gemische in Frage. Besonders gut geeignet
sind aus Bakterienstämmen oder Pilzen, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis,
Streptomyces griseus und Humicola insolens gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Vorzugsweise
werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und insbesondere Proteasen, die aus Bacillus lentus
gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen, beispielsweise aus Protease
und Amylase oder Protease und Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen oder Protease
und Cellulase oder aus Cellulase und Lipase bzw. lipolytisch wirkende Enzymen oder
aus Protease, Amylase und Lipase oder Protease, Lipase und Cellulase, insbesondere
jedoch Protease- und/oder Lipase-haltige Mischungen bzw. Mischungen mit lipolytisch
wirkenden Enzymen von besonderem Interesse. Beispiele für derartige lipolytisch wirkende
Enzyme sind die bekannten Cutinasen. Auch Peroxidasen oder Oxidasen haben sich in
einigen Fällen als geeignet erwiesen. Die Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert
und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein, um sie gegen vorzeitige Zersetzung zu
schützen. Der Anteil der Enzyme, Enzymmischungen oder Enzymgranulate kann beispielsweise
etwa 0,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis etwa 2 Gew.-% betragen.
[0044] Als Stabilisatoren insbesondere für Perverbindungen und Enzyme kommen die Salze von
Polyphosphonsäuren, insbesondere 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP), Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure
(DETPMP) oder Ethylendiamintetramethylenphosphonsäure in Betracht.
[0045] Die erfindungsgemäß hergestellten Mittel können auch weitere Enzymstabilisatoren
enthalten. Beispielsweise können 0,5 bis 1 Gew.-% Natriumformiat eingesetzt werden.
Möglich ist auch der Einsatz von Proteasen, die mit löslichen Calciumsalzen und einem
Calciumgehalt von vorzugsweise etwa 1,2-Gew.-%, bezogen auf das Enzym, stabilisiert
sind. Besonders vorteilhaft ist jedoch der Einsatz von Borverbindungen, beispielsweise
von Borsäure, Boroxid, Borax und anderen Alkalimetallboraten wie den Salzen der Orthoborsäure
(H
3BO
3), der Metaborsäure (HBO
2) und der Pyroborsäure (Tetraborsäure H
2B
4O
7).
[0046] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der Faser abgelösten Schmutz in
der Flotte suspendiert zu halten und so das Vergrauen zu verhindern. Hierzu sind wasserlösliche
Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise die wasserlöslichen Salze
polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren oder Ethersulfonsäuren
der Stärke oder der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose
oder der Stärke. Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für
diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen sich lösliche Stärkepräparate und andere als
die obengenannten Stärkeprodukte verwenden, z.B. abgebaute Stärke oder Aldehydstärken.
Auch Polyvinylpyrrolidon ist brauchbar. Bevorzugt werden jedoch Celluloseether, wie
Carboxymethylcellulose (Na-Salz), Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether,
wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose
und deren Gemische, sowie Polyvinylpyrrolidon beispielsweise in Mengen von 0,1 bis
5 Gew.-%, bezogen auf die erfindungsgemäß hergestellt Mittel, eingesetzt.
[0047] Die erfindungsgemäß hergestellt Mittel können als optische Aufheller Derivate der
Diaminostilbendisulfonsäure bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten. Geeignet sind
z.B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, z.B. die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
Aufheller können verwendet werden.
[0048] Die fertiggestellten Wasch- oder Reinigungsmittel können einheitlich aus Granulaten
oder Extrudaten aufgebaut sein, welche die obengenannten Inhaltsstoffe aufweisen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden die Granulate oder Extrudate
jedoch mit weiteren Inhaltsstoffen von Wasch- oder Reinigungsmitteln aufbereitet.
Dies kann so aussehen, daß die Wasch- oder Reinigungsmittel aus einem Gemisch mehrerer
verschiedener Granulate erhalten werden, von denen die erfindungsgemäß hergestellten
den Hauptbestandteil bilden. So werden vorzugsweise Bleichaktivatoren, beispielsweise
N,N'-tetraacylierte Diamine wie N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin, Enzyme enthaltende
Enzymgranulate, insbesondere Protease und/oder Lipase und/oder Cellulase und/ oder
Amylase, wobei Mischungen aus 2 oder 3 Enzymen besonders vorteilhaft sein können,
und Parfüm nachträglich zugemischt. Die erfindungsgemäß hergestellten/Extrudate können
auch vor der Zumischung von Enzymen und der anderen Bestandteile mit weiteren feinteiligen
Trockenpulvern aufbereitet werden. Beispiele hierfür sind Zeolith, Kieselsäuren und
Salze von Fettsäuren, beispielsweise Calciumstearat, Bleichaktivatoren oder Mischungen
aus Zeolith mit einem der anderen genannten Pulver. Insbesondere bevorzugt sind dabei
Mischungen aus Zeolith und Kieselsäuren, die im Markt beispielsweise als Aerosil
(R) erhältlich sind. Die Gewichtsverhältnisse Zeolith zu Kieselsäure liegen dabei vorteilhafterweise
oberhalb von 1, insbesondere in einem Bereich von 200:1 bis 2:1. Es hat sich auch
gezeigt, daß das Schaumverhalten für Waschmittel positiv beeinflußt werden kann, wenn
der Schauminhibitor, beispielsweise Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner,
gegebenenfalls silanierter Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse
und deren Gemische mit silanierter Kieselsäure oder Bistearylethylendiamid, wenigstens
teilweise nicht extrudiert, sondern nachträglich mit dem Extrudat vermischt wird.
Dabei ist es auch möglich, daß die Oberfläche des erfindungsgemäß hergestellten Extrudats
z.B. zunächst mit Zeolith oder einer zeolithhaltigen Mischung und anschließend mit
einem Schauminhibitor belegt wird. Durch derartige Maßnahmen wird eine weitere Verbesserung
des Einspülverhaltens der erfindungsgemäß hergestellten Extrudate ermöglicht.
[0049] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das hergestellte Mittel,
insbesondere das hergestellte Extrudat dementsprechend durch nachträgliche Behandlung
an der Oberfläche feinteilige Inhaltsstoffe von Wasch- oder Reinigungsmitteln in Mengen
bis zu 5 Gew.-%, bezogen auf das hergestellte Mittel, insbesondere das behandelte
Extrudat, und insbesondere dabei 0,1 bis 2 Gew.-% feinteiligen Zeolith auf. Analoges
gilt auch für nicht-extrudierte Wasch- oder Reinigungsmittel.
[0050] Die Schüttdichte der erfindungsgemäß hergestellten Granulate oder Extrudate sowie
der fertigen Wasch- oder Reinigungsmittel liegt vorzugsweise zwischen 700 und 1200
g/l, wobei Schüttgdichten zwischen 700 und 1000 g/l und insbesondere zwischen 750
und 950 g/l besonders bevorzugt sind.
[0051] Zur Erläuterung des eigentlichen Extrusionsverfahrens wird ausdrücklich auf das europäische
Patent EP-B-0486 592 sowie auf die internationalen Patentanmeldungen WO-A-93/02176
und WO-A-94/09111 verwiesen. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird
dabei das Vorgemisch vorzugsweise kontinuierlich einem 2-Schnecken-Extruder mit gleichlaufender
oder gegenlaufender Schneckenführung zugeführt, dessen Gehäuse und dessen Extruder-Granulierkopf
auf die vorbestimmte Extrudiertemperatur aufgeheizt sein können. Unter der Schereinwirkung
der Extruderschnecken wird das Vorgemisch unter Druck, der vorzugsweise mindestens
25 bar beträgt, bei extrem hohen Durchsätzen in Abhängigkeit von dem eingesetzten
Apparat aber auch darunter liegen kann, verdichtet, plastifiziert, in Form feiner
Stränge durch die Lochdüsenplatte im Extruderkopf extrudiert und schließlich das Extrudat
mittels eines rotierenden Abschlagmessers vorzugsweise zu etwa kugelförmigen bis zylindrischen
Granulatkörnern verkleinert. Der Lochdurchmesser der Lochdüsenplatte und die Strangschnittlänge
werden dabei auf die gewählte Granulatdimension abgestimmt. In dieser Ausführungsform
gelingt die Herstellung von Granulaten einer im wesentlichen gleichmäßig vorherbestimmbaren
Teilchengröße, wobei im einzelnen die absoluten Teilchengrößen dem beabsichtigten
Einsatzzweck angepaßt sein können. Im allgemeinen werden Teilchendurchmesser bis höchstens
0,8 cm bevorzugt. Wichtige Ausführungsformen sehen hier die Herstellung von einheitlichen
Granulaten im Millimeterbereich, beispielsweise im Bereich von 0,5 bis 5 mm und insbesondere
im Bereich von etwa 0,8 bis 3 mm vor. Das Länge/Durchmesser-Verhältnis der abgeschlagenen
primären Granulate liegt dabei in einer wichtigen Ausführungsform im Bereich von etwa
1:1 bis etwa 3:1. Weiterhin ist es bevorzugt, das noch plastische und feuchte Rohextrudat
einem weiteren formgebenden Verarbeitungsschritt zuzuführen; dabei werden am Rohextrudat
vorliegende Kanten abgerundet, so daß letzlich kugelförmig bis annähernd kugelförmige
Extrudatkörner erhalten werden können. Diese Formgebung kann in marktgängigen Rondiergeräten
erfolgen. Dabei ist darauf zu achten, daß in dieser Stufe nur geringe Mengen an Feinkornanteil
entstehen. Die Extrudate werden dann einem Trocknungsschritt, beispielsweise einem
Wirbelschichttrockner zugeführt. Dabei können die extrudierten Granulate, welche Peroxy-Bleichmittel,
beispielsweise Perborat-Monohydrat, enthalten, bei Zulufttemperaturen zwischen 80
und 150 °C ohne Verlust an Aktivsauerstoff getrocknet werden.
[0052] Im erfindungsgemäßer Verfahren wird dabei Zeolith (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz)
in Mengen von weniger als 19 Gew.-% eingesetzt, wobei sich die Mengenangaben auf das
gegebenenfalls getrocknete Extrudat beziehen, und Natriumcarbonat und Natriumsilikat
insbesondere als Granulat bzw. Compound in den Mengen in das Verfahren eingebracht
werden, daß das Gewichtsverhältnis - jeweils bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanzen
- Zeolith zur Summe aus Carbonat und Silikat 2:1 bis 1:2 und vorzugsweise 1,5:1 bis
1:1,5 beträgt.
[0053] In einer weiteren bevorzugten Verfahrensvariante wird Zeolith (bezogen auf wasserfreie
Aktivsubstanz) nur in Mengen von 0 bis 5 Gew.-% eingesetzt. Dabei ist es möglich und
kann in einigen Fällen auch bevorzugt sein, daß Zeolith nur teilweise oder gar nicht
coextrudiert, sondern nachträglich zu dem Rohextrudat hinzugegeben wird. Insgesamt
ist es bevorzugt, dem Rohextrudat Trockenpulver als Puderungsmittel in Mengen bis
zu 5 Gew.-% zuzugeben, wobei Zeolith (wasserfreie Aktivsubstanz) vorzugsweise in Mengen
von 0,1 bis 2 Gew.-% eingesetzt wird. Die Zugabe der Puderungsmittel kann dabei vor,
während oder nach der gegebenfalls durchgeführten Trocknung erfolgen, wobei aber vorzugsweise
die Zugabe nach Abschluß des gegebenenfalls durchgeführten formgebenden Verarbeitungsschrittes,
der beispielsweise in einem handelsüblichen Verrunder durchgeführt wird, erfolgt.
Beispiele
Beispiel 1: Teilaustausch von Zeolith im Extrudat-Korn
[0054] Gemäß der Lehre des europäischen Patents EP-B-0486 592 wurden die folgenden erfindungsgemäß
hergestellten Mittel M1, M2 und M3 sowie das Vergleichsmittel V1 durch Extrusion und
anschließendes Zumischen des Bleichaktivator-Granulats, des Enzym-Granulats und des
Schauminhibitor-Granulats auf Stärkebasis hergestellt. Die Extrusionsmischungen der
Mittel M1 bis M3 ließen sich ohne verfahrenstechnische Probleme extrudieren. Die Rohextrudate
wurden jeweils vor dem Vermischen mit einer Mischung aus Zeolith und Kieselsäure im
Gewichtsverhältnis 4:1 abgepudert. Die Zusammensetzungen der fertigen Mittel in Gew.-Teilen
waren wie in Tabelle 1 aufgeführt. Die Schüttdichte der fertigen Mittel lag zwischen
720 und 780 g/l. Die erfindungsgemäß hergestellten Mittel besaßen über alle getesteten
Anschmutzungen bei 60 °C und einer Wasserhärte von 16 °d ein signifikant besseres
Primärwaschvermögen als das Vergleichsmittel V1.
[0055] Das in den erfindungsgemäß hergestellten Mitteln eingesetzte Nabion 15
(R) ist ein Handelsprodukt der Firma Rhöne-Poulenc und bestand aus 55 Gew.-% Natriumcarbonat,
29 Gew.-% Natriumdisilikat und 16 Gew.-% Wasser.
[0056] Das Rückstandsverhalten der Mittel wurde wie folgt getestet. In einer Schüssel wurden
32 g des jeweiligen Mittels in 4 1 Wasser (16 °d) bei einer Temperatur von 30 °C 15
Sekunden mit der Hand vorgelöst. Dann wurde ein Nicki-Pullover dreimal untergetaucht,
gedrückt und um 90 ° gedreht. Nach einer Minute wurde der Pullover aus der Waschlauge
genommen und ausgewrungen. Die Waschlauge wurde abdekantiert, die Rückstände auf ein
Sieb überführt und bei 40 °C getrocknet. Die jeweils ermittelten Rückstände sind in
% der eingewogenen Menge in Tabelle 2 angegeben. Es fällt auf, daß - obwohl nur geringe
Anteile an Zeolith durch ein sodahaltiges Compound ausgetauscht wurde - nicht nur
M1 ein deutlich besseres Rückstandsverhalten aufweist als V1, sondern daß auch M2
und M3, welche erhöhte Alkylsulfatgehalte gegenüber V1 aufwiesen, ebenfalls ein verbessertes
Rückstandsverhalten zeigen.
Tabelle 1:
| Zusammensetzungen der Mittel M1 bis M3 und V1 (in Gew.-Teilen) |
| |
V1 |
M1 |
M2 |
M3 |
| C9-C13-Alkylbenzolsulfonat |
13,6 |
13,6 |
9,4 |
9,2 |
| C12-C18-Alkylsulfat |
3,9 |
3,9 |
8,0 |
7,9 |
| C12-C18-Alkohol mit 5 EO |
3,6 |
3,6 |
3,6 |
2,4 |
| C12-C18-Fettsäureseife |
0,7 |
0,7 |
0,8 |
0,5 |
| Polyethylenglykol mit einer relativen Molekülmasse von 400 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
2,4 |
| Zeolith (wasserfreie Aktivsubstanz) |
22,3 |
17,6 |
17,6 |
17,0 |
| Natriumcarbonat |
6,3 |
---- |
---- |
1,6 |
| Nabion 15(R) (wasserfreie Aktiv-substanz) |
---- |
12,0 |
12,0 |
14,1 |
| Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer (Natriumsalz) |
3,5 |
3,5 |
3,5 |
2,3 |
| amorphes Natriumdisilikat |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
1,0 |
| Perboratmonohydrat |
17,4 |
17,4 |
17,4 |
17,7 |
| Phosphonat |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
0,5 |
| Zeolith/Kieselsäure |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
| Tetraacetylethylendiamin |
7,0 |
7,0 |
7,0 |
7,0 |
| Protease-Granulat |
1,6 |
1,6 |
1,6 |
1,6 |
| Schauminhibitor auf Stärkebasis |
3,6 |
3,6 |
3,6 |
3,6 |
| Wasser und Salze aus Lösungen |
11,2 |
10,3 |
10,3 |
8,5 |
Tabelle 2:
| Rückstandsverhalten in % |
| V1 |
24,3 |
| M1 |
13,9 |
| M2 |
18,9 |
| M3 |
19,6 |
Beispiel 2: Vollaustausch von Zeolith im Extrudat-Korn
[0057] Es wurden wie in Beispiel 1 beschrieben das Vergleichsmittel V1 und die erfindungsgemäß
hergestellten Mittel M4 bis M10 hergestellt, wobei sich die erfindungsgemäß hergestellten
Mittel M4 bis M10 von V1 dadurch unterschieden, daß sie anstelle des Zeoliths, des
Natriumcarbonats und des Acrylsäure-Maleinsäure-Polymeren die in Tabelle 3 angegebenen
Builder-Kombinationen aufwiesen. Die Extrusionsmischungen der Mittel M4 bis M10 ließen
sich ohne verfahrenstechnische Probleme extrudieren, obwohl die zu extrudierenden
Mischungen keinen Zeolith enthielten.
[0058] Das Primärwaschvermögen der erfindungsgemäß hergestellten Mittel M4 bis M10 war an
Fett/Pigment-Anschmutzungen, eiweißhaltigen Anschmutzungen und hochfetthaltigen Anschmutzungen
signifikant besser als das des Vergleichsbeispiels V1 (Tabelle 4). Lediglich an bleichbaren
Anschmutzungen (Rotwein und Tee) waren die Leistungen der erfindungsgemäß hergestellten
Mittel M4 bis M10 gegenüber V1 gleich bis nur leicht verbessert. Ebenso war die Vergrauung
der Gewebe, die mit den Mitteln M4 bis M10 gewaschen worden waren, wesentlich geringer
als bei Verwendung von V1. Überraschenderweise wiesen einige Gewebe nach 25 Wäschen
mit den erfindungsgemäß hergestellten Mitteln M4 bis M10 sogar bessere Remissionswerte
auf als vor den Wäschen (Tabelle 5). Zusätzlich wurden nach 25 Wäschen auch die Aschegehalte
einzelner Textilproben bestimmt (Tabelle 6). Die Aschewerte für die mit den erfindungsgemäß
hergestellten Mitteln gewaschenen Geweben waren über alle Gewebe nicht signifikant
schlechter als für die mit V1 gewaschenen Gewebe.
[0059] Die anwendungstechnische Prüfung erfolgte dabei unter praxisnahen Bedingungen in
Haushaltswaschmaschinen. Hierzu wurden die Maschinen mit 3,0 kg sauberer Füllwäsche
und 0,5 kg Testgewebe beschickt, wobei das Testgewebe zur Prüfung des Primärwaschvermögens
mit üblichen Testanschmutzungen imprägniert war und zur Prüfung der Vergrauungsinhibierung
und der Aschebestimmung aus weißem Gewebe bestand. Als weiße Testgewebe wurden Streifen
aus standardisiertem Baumwollgewebe (Wäschereiforschungsanstalt Krefeld, WFK), Nessel
(BN), Wirkware (Baumwolltrikot; B) und Frottiergewebe (FT) verwendet.
[0060] Waschbedingungen für Primärwaschvermögen und Vergrauungsinhibierung: Leitungswasser
von 23 °d (äquivalent 230 mg CaO/l), eingesetzte Waschmittelmenge pro Mittel und Maschine
80 g, Waschtemperatur 90 °C, Flottenverhältnis (kg Wäsche : Liter Waschlauge im Hauptwaschgang)
1:5,7, 3maliges Nachspülen mit Leitungswasser, Abschleudern und Trocknen.
Anschmutzungen: Staub-Wollfett auf Baumwolle (SW-B)
Staub-Hautfett auf Baumwolle (SH-B)
Staub-Hautfett auf veredelter Baumwolle (SH-BV)
Staub-Hautfett auf Mischgewebe aus Polyester und veredelter Baumwolle (SH-PBV)
Milch-Ruß auf Baumwolle (MR-B)
Milch-Kakao auf Baumwolle (MK-B)
Primärwaschvermögen: 5fach-Bestimmung
Vergrauungsinhibierung und Aschebestimmung: 25 Wäschen
Tabelle 3:
| Zusammensetzungen der Builderkombinationen in den Mitteln M4 bis M10 (in Gew.-Teilen) |
| |
M4 |
M5 |
M6 |
M7 |
M8 |
M9 |
M10 |
| Nabion 15(R) (wasserfreie Aktiv-substanz) |
25 |
25 |
20 |
20 |
20 |
20 |
20 |
| Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer (Natriumsalz) |
5 |
-- |
10 |
7,5 |
5 |
2,5 |
-- |
| Natriumcitrat-Dihydrat (wasserfreie Aktivsubstanz) |
-- |
5 |
-- |
2,5 |
5 |
7,5 |
10 |
Tabelle 4:
| Primärwaschvermögen (Remission in %) |
| |
V1 |
M4 |
M6 |
M7 |
M8 |
M9 |
| SW-B |
67,7 |
73,8 |
73,3 |
72,5 |
71,9 |
71,0 |
| SH-B |
60,3 |
64,5 |
63,7 |
62,4 |
63,7 |
61,2 |
| SH-BV |
71,1 |
74,2 |
74,7 |
74,4 |
75,2 |
74,7 |
| SH-PBV |
64,9 |
69,4 |
71,0 |
68,5 |
68,9 |
68,0 |
| 0̸ |
66,0 |
70,5 |
70,7 |
69,5 |
69,9 |
68,7 |
| |
| MR-B |
74,9 |
78,4 |
78,4 |
78,2 |
78,2 |
78,0 |
| MK-B |
77,4 |
80,4 |
79,9 |
79,4 |
80,3 |
79,0 |
| 0̸ |
76,2 |
79,4 |
79,2 |
78,8 |
79,3 |
78,5 |
Tabelle 5:
| Vergrauungsinhibierung (Remission in %) |
| |
WFK |
BN |
B |
FT |
0̸ |
| Anfangswert |
86,0 |
82,0 |
83,9 |
82,9 |
83,7 |
| V1 |
73,6 |
74,5 |
69,4 |
70,8 |
72,1 |
| M4 |
82,6 |
85,6 |
85,4 |
83,6 |
84,3 |
| M5 |
83,9 |
86,7 |
85,9 |
83,9 |
85,1 |
| M6 |
81,8 |
85,4 |
84,6 |
82,9 |
83,7 |
| M7 |
81,5 |
84,5 |
84,0 |
82,8 |
83,2 |
| M8 |
81,3 |
83,5 |
83,6 |
82,1 |
82,6 |
| M9 |
81,1 |
84,1 |
84,2 |
82,2 |
82,9 |
| M10 |
80,5 |
84,3 |
83,6 |
81,8 |
82,6 |
Tabelle 6:
| Asche-Werte |
| Mittel |
Gew.-% Asche |
| |
WFK |
BN |
FT |
B |
0̸ |
| Anfangswert |
0,70 |
0,10 |
0,62 |
0,67 |
0,52 |
| V1 |
5,94 |
3,01 |
2,65 |
3,49 |
3,77 |
| M7 |
5,29 |
3,31 |
3,45 |
3,31 |
3,84 |
| M9 |
5,99 |
3,57 |
3,04 |
2,96 |
3,89 |
| M10 |
5,78 |
3,27 |
3,07 |
2,72 |
3,71 |