[0001] Die Erfindung betrifft ein Müllsammelfahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Bereits aus der EP 0 163 859 B1 sind Müllsammelfahrzeuge mit als Wechselbehältern
mit lösbaren Kupplungen ausgebildeten Containern zur Aufnahme des Mülls bekannt. Diese
Fahrzeuge weisen eine mit dem Fahrzeug verbundene Schütteinheit auf, die aus einer
im vorderen Bereich des Fahrzeugs angeordneten Einschüttöffnung, die sich teils oberhalb
des Führerhauses des Müllsammelfahrzeuges und teils zwischen diesem und dem Container
in dem Bereich hinter und oberhalb des Führerhauses befindet, und einem Aufnahmeraum
bestehen. Weiterhin ist eine Hub-Kipp-Vorrichtung zur Aufnahme und zum Entleeren von
Müllbehältern in die Einschüttöffnung vorgesehen. Der in die Einschüttöffnung geschüttete
Müll wird innerhalb des Aufnahmeraums mit einer Fördereinrichtung zum Transportieren
des in die Einschüttöffnung entleerten Mülls in den Container durch dessen mit einer
Verschlußeinrichtung versehene Einfüllöffnung geschoben. Die Fördereinrichtung, die
gleichzeitig als Preßeinrichtung wirkt, besteht aus einem Preßstempel, der in der
Querschnittsform dem Aufnahmeraum angepaßt ist. Der Aufnahmeraum hat einen waagrecht
und somit parallel zum Chassis verlaufenden Boden, über den der Förder- und Preßstempel
mittels eines Kniehebel-Kolbenzylinder-Systems schiebbar ist. Wenn der Preßstempel
über das Kniehebel-Kolbenzylinder-System in eine zurückgezogene Stellung bewegt wurde,
kann der Müll in den Aufnahmeraum eingeschüttet werden. Durch Vorschieben des Förder-
und Preßstempels wird der Müll dann in die Aufnahmeöffnung des Containers gefördert
und gleichzeitig gepreßt. Diese Anordnung des Förder- und Preßstempels ist wartungsintensiv
und störanfällig. So kann es beispielsweise zum Verklemmen des Preßstempels innerhalb
des Aufnahmeraumes kommen. Hier muß dann durch die Müllwerker Abhilfe geschaffen werden.
[0003] Bei dem vorbekannten System ist die Einschüttöffnung des auf dem Müllsammelfahrzeug
festgelegten Containers unmittelbar über dem Boden angeordnet. Wird nun mit einem
entsprechenden Müllsammelfahrzeug Bioabfall gesammelt und transportiert, so kommt
es hier aufgrund des hohen Wassergehalts des kompostierbaren Abfalls zu einem Auslaufen
von Flüssigkeit aus dem Container. Daher eignet sich das vorbekannte Müllsammelfahrzeug
nicht sehr gut für zu sammelnden Müll, der hohe Flüssigkeitsgehalte aufweist.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein gattungsgemäßes Müllsammelfahrzeug
derart weiterzuentwickeln, daß es stoßunempfindlich arbeitet.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Lösung ausgehend von einem gattungsgemäßen Müllsammeltransportfahrzeug
durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Hier ist die Fördereinrichtung
aus einem über ein Übertragungsgestänge drehbaren und translatorisch verschiebbaren
Schieber gebildet und der Boden des Aufnahmeraumes fällt von der Einschüttöffnung
aus in Richtung zum Container zunächst schräg nach unten ab und geht schließlich in
eine im wesentlichen horizontale Ebene über. Zunächst ist durch die Ausbildung des
Bodens im Aufnahmeraum bereits eine schräge Ebene geschaffen, über die der in die
Einschüttöffnung geschüttete Müll abrutscht. Hierdurch muß die Fördereinrichtung nur
noch unterstützend tätig sein. Über das Übertragungsgestänge, das eine drehbare und
translatorische Verschiebung des Schiebers ermöglicht, ist gewährleistet, daß der
Schieber entlang der schiefen und horizontalen Ebene bis in die Einfüllöffnung des
Containers hinein verschiebbar ist. Der Schieber ist hier also nur noch ein unterstützendes
Element, da der Müll nicht entlang einer horizontalen Ebene entlanggeschoben werden
muß, wie dies noch beim Stand der Technik der Fall war.
[0006] Besondere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den in den Unteransprüchen
angegebenen Ausführungsformen.
[0007] Demnach umfaßt das Übertragungsgestänge zwei parallele Schwenkarme, zwischen denen
an deren einen Ende der Schieber schwenkbar angelenkt ist. An deren parallelen Schwenkarmen
greifen drehbar gelagerte Haltearme mit ihrem einen Ende an, die mit ihrem anderen
Ende wiederum drehbar am Fahrzeug, d.h. im Bereich der Schütteinheit, gelagert sind.
Mindestens ein ebenfalls am Fahrzeug ortsfest aber drehbar gelagerter Winkelhebel
ist mit einem freien Ende drehbar mit den Schwenkarmen verbunden und mit dem anderen
freien Ende mit einer Verstelleinrichtung.
[0008] Diese Verstelleinrichtung kann vorteilhaft aus einer Kolben-Zylindereinheit bestehen,
die ebenfalls in der Schütteinheit schwenkbar angelenkt ist.
[0009] Die Verschwenkbarkeit des Schiebers kann über eine weitere Kolben-Zylindereinheit
gewährleistet sein, die mit einem freien Ende an dem Schwenkarm und mit dem anderen
freien Ende an dem Schieber angreift. Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform
besteht darin, daß der Boden des Aufnahmeraums soweit vorgezogen ist, daß er in die
Öffnung des auf dem Müllsammelfahrzeug angekoppelten Containers hineinreicht. Hierdurch
wird wirksam verhindert, daß der aus dem Aufnahmeraum in den Container geförderte
Müll zwischen die Schütteinheit und den Container fällt und dadurch das Fahrzeug verunreinigt.
[0010] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß die Öffnung
des Containers über einen am Container schwenkbar unterhalb der Öffnung angelenkten
Deckel verschließbar ist, der in seiner geöffneten Stellung senkrecht von dem Container
absteht und der in dieser Stellung in einen im Müllsammelfahrzeug vorgesehenen Zwischenraum
unterhalb des Aufnahmeraumes aufnehmbar ist. Diese Anordnung des schwenkbaren Deckels
hat den Vorteil, daß beim Absetzen des Containers eventuell aus der Einfüllöffnung
noch herausfallender Müll auf den Deckel fällt und beim Schließen des Deckels wieder
in die Einfüllöffnung zurückbefördert wird.
[0011] Schließlich weist der Container unterhalb der Einfüllöffnung eine hochgezogene Wand
auf, die ein Auslaufen der beispielsweise mittels kompostierbarem Abfall in den Container
gelangten Wasser wirksam verhindert.
[0012] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Müllsammelfahrzeugs,
- die Fig. 2a bis 2 d:
- verschiedene Stellungen der Fördereinrichtung innerhalb der Schütteinheit des erfindungsgemäßen
Müllsammelfahrzeugs nach Fig. 1 und
- Fig. 3:
- eine seitliche Detailansicht eines Containers mit verschlossener und - alternativ
dargestellt - geöffneter Stellung.
[0013] Das in Fig. 1 im ganzen dargestellte Müllsammelfahrzeugsystem besteht aus einem Lkw
mit kurzem Achsabstand, um dem Fahrzeug bei dem Einsammeln von Müll eine gute Wendigkeit
zu verleihen. Das Führerhaus 10 ist vor der Vorderachse 12 an dem Grundrahmen 14 des
Chassis tiefliegend befestigt, so daß es mit seiner Unterkante bis in den Bereich
der Ebene der Radachse oder noch tiefer ragt und dem Fahrer eine gute Sicht auf neben
der Straße stehende Müllbehälter gewährt. Auf dem Chassis ist mit dem Fahrzeugrahmen
14 eine Schütteinheit 16 derart verbunden, daß diese zwischen dem Führerhaus 10 und
einem Container 18 angeordnet ist und sich über das Führerhaus 10 erstreckt.
[0014] Die Hub-Kipp-Vorrichtung 20 entspricht der bereits aus der EP 0 163 859 B1 beschriebenen
Bauart und ermöglicht es, über eine oder mehrere Greifklauen 22 hier nicht näher dargestellte
Müllbehälter aufzunehmen und über Kopf bis zur Einschüttöffnung 24 der Schütteinheit
16 in bekannter Art und Weise zu verschwenken.
[0015] Die Schütteinheit 16 besteht im wesentlichen aus einem Aufnahmeraum 26, in welchen
über eine Einschüttöffnung 24 der Müll aus dem angekippten Müllbehälter entleert wird.
Wie in Fig. 1 dargestellt, ist der Boden 28 des Aufnahmeraums 26 derart ausgebildet,
daß er zunächst schräg nach unten abfällt und anschließend in eine im wesentlichen
horizontale Ebene übergeht. Dabei ist der Aufnahmeraum mit seinem Boden derart dimensoniert,
daß der Boden in eine Einfüllöffnung 30 im Container 18 hineinragt. Am Aufnahmeraum
sind seitliche Wandungen 32 ebenfalls soweit schräg herausgezogen, daß sie, wie in
Fig. 1 dargestellt, teilweise in die Öffnung 30 des Containers 18 hineinragen. Hierdurch
wird sichergestellt, daß kein in den Container geschobener Müll zwischen den Container
18 und die Mülleinheit 16 fällt.
[0016] Innerhalb des Aufnahmeraums 26 ist in der Schütteinheit 16 eine Fördereinrichtung
34 angeordnet. Die Fördereinrichtung besteht aus einem über ein Übertragungsgestänge
36 drehbaren und translatorisch verschiebbaren Schieber 38. Die drehbare und translatorische
Verschiebbarkeit des Schiebers 38 führt dazu, daß dieser im wesentlichen entlang des
Bodens 28 bewegbar ist und dadurch den in den Aufnahmeraum 26 eingeschütteten Müll
in Richtung zum Container 18 fördern kann.
[0017] Das Übertragungsgestänge 36 besteht im wesentlichen aus zwei parallelen Schwenkarmen
40, an deren einen Ende der Schieber 38 schwenkbar angelenkt ist. An den parallelen
Schwenkarmen 40 sind drehbar gelagert Haltearme 42 angelenkt, die mit ihrem freien
anderen Ende ortsfest aber drehbar am Fahrzeug im Bereich der Aufnahmeraumwandungen
gelagert sind. Ebenfalls an den Schwenkarmen 40 greift ein freies Ende mindestens
eines Winkelhebels 44 an, der um eine Achse 46 ebenfalls ortsfest aber drehbar am
Fahrzeug gelagert ist und mit seinem anderen freien Ende über eine Kolben-Zylinderanordnung
48 verschwenkbar ist. An den Schwenkarmen 40 ist drehbar ebenfalls ein Ende einer
Kolben-Zylindereinheit 50 angelenkt, deren anderes freie Ende an dem Schieber 38 ebenfalls
drehbar angelenkt ist.
[0018] Die Kinematik der Fördereinrichtung 34 ist anhand der Figuren 2a bis 2d anhand charakteristischer
Stellungen des Schiebers beispielhaft dargestellt. In der Fig. 2a ist die Kolben-Zylindereinheit
48 und die Kolben-Zylindereinheit 50 jeweils eingezogen. Hier ist also der Schieber
38 eingeklappt und der Schieber 38 ist auf dem Weg von seiner ausgefahrenen und in
den Container 18 hineinragenden Position, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist, zurück
in seine Ausgangsstellung, in welcher er das Einschieben des Mülls entlang des Bodens
28 beginnt. In Fig. 2b ist die Kolben-Zylindereinheit immer noch eingezogen, während
die Kolben-Zylindereinheit 48 ausgefahren wird, so daß die Schwenkarme 40 zusammen
mit dem Schieber 38 weiter zurückbewegt werden. In der Fig. 2c wird nun auch die Kolben-Zylindereinheit
48 ausgefahren, so daß der Schieber 38 um seinen Drehpunkt an den Schwenkarmen 40
gedreht wird und so über dem Boden 28 herabrutschenden Müll erfaßt und entlang des
Bodens weiter fördert. Durch Verkürzen der Kolben-Zylindereinheit 50 werden die Schwenkarme
40 und damit der ausgeschwenkte Schieber 38 translatorisch in den in der Fig. 2d nicht
mehr dargestellten Container 18 hineinbewegt. Insofern kann auf die Darstellung gemäß
Fig. 1 verwiesen werden, die der Stellung der Fig. 2d entspricht.
[0019] In Fig. 3 ist ein Teil des Containers 18 separat dargestellt. Die Einfüllöffnung
30 des Containers erstreckt sich zwischen zwei Wandabschnitten 52 und 54. Gegenüber
dem gemäß der EP 0 163 859 B1 eingesetzten Container ist der Wandabschnitt 54 vom
Boden 56 des Containers hochgezogen, so daß eventuell im Container gesammelte Flüssigkeit
nicht ohne weiteres aus diesem herauslaufen kann. Im Bereich der Öffnung ist über
einen Schwenkhebelmechanismus 58 um eine Achse 60 schwenkbar ein Deckel 62 drehbar
angelenkt, der in seiner geöffneten Stellung senkrecht vom Container 18 absteht und
in seiner geschlossenen Stellung die Öffnung 30 abdeckt. Vorteilhaft ist es, daß der
Deckel 62 nach unten hin aufschwenkt, so daß Müll, der beim Abnehmen des Containers
18 vom Fahrzeug aus der Öffnung 30 herausfällt, unmittelbar auf den Deckel 62 fällt,
so daß der darauf abgelegte Müll durch Hochklappen des Deckels mittels des Gestänges
58 wieder zurück in den Container gefördert wird. Um eventuell herabfallenden Müll
besser auffangen zu können, ist der Deckel 62 mit schräg hochgezogenen Randbereichen
64 versehen. In seiner aufgeklappten Stellung wird der Deckel 62 in einem Zwischenraum
66 unterhalb des Aufnahmeraumes 26 im Müllsammelfahrzeug aufgenommen, wie dies ebenfalls
in Fig. 1 dargestellt ist.
1. Müllsammelfahrzeug mit als Wechselbehältern mit lösbaren Kupplungen ausgebildeten
Containern zur Aufnahme des Mülls,
mit einer mit dem Fahrzeug verbundenen Schütteinheit, bestehend aus einer im vorderen
Bereich des Fahrzeugs angeordneten Einschüttöffnung, die sich teils oberhalb des Führerhauses
des Müllsammelfahrzeuges und teils zwischen diesem und dem Container in dem Bereich
hinter und oberhalb des Führerhauses befindet und einem Aufnahmeraum,
und aus einer Hub-Kipp-Vorrichtung zur Aufnahme und zum Entleeren von Müllbehältern
in die Einschüttöffnung und
mit einer Fördereinrichtung zum Transportieren des in die Einschüttöffnung entleerten
Mülls in den Container durch dessen mit einer Verschlußeinrichtung versehenen Einfüllöffnung,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fördereinrichtung aus einem über ein Übertragungsgestänge drehbaren und translatorisch
verschiebbaren Schieber besteht und
daß der Boden des Aufnahmeraumes von der Einschüttöffnung aus in Richtung zum Container
zunächst schräg nach unten abfällt und anschließend in eine im wesentlichen horizontale
Ebene übergeht.
2. Müllsammelfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Übertragungsgestänge
zwei parallele Schwenkarme umfaßt, zwischen denen an deren einen Ende der Schieber
schwenkbar angelenkt ist, daß an den parallelen Schwenkarmen drehbar gelagert Halterarme
mit ihrem einen Ende angreifen, die mit ihrem anderen Ende ortsfest aber drehbar am
Fahrzeug gelagert sind, und daß mindestens ein ebenfalls am Fahrzeug ortsfest aber
drehbar gelagerter Winkelhebel mit einem freien Ende drehbar mit den Schwenkarmen
verbunden ist und mit dem anderen freien Ende mit einer Verstelleinrichtung verbunden
ist.
3. Müllsammelfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtung
eine Kolben-Zylindereinheit ist.
4. Müllsammelfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber über
eine Kolben-Zylindereinheit verschwenkbar ist, die mit einem freien Ende an dem Schwenkarm
und mit dem anderen Ende an dem Schieber angreift.
5. Müllsammelfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Boden des Aufnahmeraums in die Öffnung des Containers hineinreicht.
6. Müllsammelfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
am Container vorgesehene Verschlußeinrichtung aus einem am Container unterhalb der
Einfüllöffnung schwenkbar angelenkten Deckel besteht, der in seiner geöffneten Stellung
senkrecht von dem Container absteht und in einem im Müllsammelfahrzeug vorgesehen
Zwischenraum unterhalb des Aufnahmeraumes der Schütteinheit aufnehmbar ist.
7. Müllsammelfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Container unterhalb der Einfüllöffnung einen hochgezogenen Wandabschnitt aufweist.