(19)
(11) EP 0 796 938 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.09.1997  Patentblatt  1997/39

(21) Anmeldenummer: 97103082.0

(22) Anmeldetag:  26.02.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D03J 1/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 22.03.1996 DE 29605339 U

(71) Anmelder: LINDAUER DORNIER GESELLSCHAFT M.B.H
D-88129 Lindau (DE)

(72) Erfinder:
  • Husek, Jiri
    40747 Varnsdorf (CZ)
  • Honcu, Valdemar
    40801 Rumburk (CZ)
  • Beer, Alfred
    46606 Jablonec n.N. (CZ)

   


(54) Webmaschine mit Warenwickler-Transportwagen


(57) Die Erfindung geht von der Tatsache aus, daß alle mit einer Webmaschine zum Aufwickeln der Ware zusammenwirkenden Warenwickler und Warenbäume entweder ein erhebliches Maß an Produktionsfläche beanspruchen oder im Falle der Verwendung von Warenbäumen zu deren Wechsel manövrierfähige Warenbaum-Hub- und -transportwagen erforderlich sind.
Zur Vermeidung dieser Nachteile wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß ein oder mehrere Warenwickler-Transportwagen 5 mit jeweils einem Warenwickler 3 in die Webmaschine integrierbar ist/sind und daß ein einziger Wicklerantrieb für den oder die Warenwickler vorgesehen ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Webmaschine mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 6.

[0002] Zum Aufwickeln der gewebten Ware ist allgemein bekannt, innerhalb der Webmaschine wenigstens einen sogenannten Warenbaum zu integrieren, dessen Antrieb synchron mit dem Webprozeß ist und der eine gewisse Warenabzugsspannung gewährleistet.
Zum Austausch eines bewickelten Warenbaums gegen einen leeren Warenbaum werden Transportgeräte eingesetzt, um den vollbewickelten Warenbaum ohne nennenswerte manuelle Tätigkeiten der Webmaschine zu entnehmen und um einen zu bewickelnden Warenbaum in die Webmaschine einzusetzen.
Derartige Transportwagen sind zur Manipulation des Warenbaumes mit Greiferarmen ausgerüstet.
Zur Übernahme des bewickelten Warenbaumes wird z.B. der Transportwagen in Position an die Webmaschine herangefahren und durch Manipulieren mit den erwähnten Greiferarmen wird der Warenbaum aus der Webmaschine entnommen und in den Transportwagen übernommen.

[0003] Allgemein bekannt sind des weiteren sogenannte Steigdockenwickler, die außerhalb der Webmaschine angeordnet sind.
Die Steigdockenwickler können mit einem Zentrumsantrieb ausgerüstet oder aber über Wickelwalzen angetrieben sein. Dabei kann die Antriebsart der Wickelwalzen ein Drehstrom- oder Gleichstrommotor oder ein elektro-hydraulischer Antrieb sein.

[0004] Allgemein bekannt sind ferner sogenannte Webstuhlwickler, die in Position außerhalb zur Webmaschine aufgestellt sind und die die Webware außerhalb der Webmaschine aufwickeln.
Das Aufwickeln der Ware erfolgt vom Zentrum her über einen speziellen Elektro-Wickelantrieb. Hierbei kann es sich um sogenannte Stillstandsantriebe handeln, die auch bei sehr niedrigen Drehzahlen das maximale Drehmoment abgeben. Die Zugspannung kann über einen Trafo geregelt werden.

[0005] Darüber hinaus ist aus der US-PS 5,470,030 eine Vorrichtung zum Aufwickeln einer Webware von einer Ware produzierenden Maschine bekannt, bestehend aus einem Gestell, in dem eine Wickelwalze zum Aufwickeln der Ware aufgenommen ist und wobei die Wickelwalze mit einem separaten Antrieb zum gesteuerten Antreiben der Wickelwalze in Verbindung steht.

[0006] Die Verwendung von Warenwicklern, die die produzierte Ware der Webmaschine außerhalb der Webmaschine aufwickeln, beanspruchen im Vergleich zu einer Webmaschine mit einer Warenaufwicklung gleicher Webbreite und internen Warenbaum eine erheblich größere Produktionsfläche. Die Mehrfläche kann bis zu einem Drittel an Produktionsfläche betragen.

[0007] Wenn der Warenbaum integraler Bestandteil der Webmaschine ist, erfordert der im Laufe der Zeit voll mit Webware bewickelte Warenbaum einen Austausch gegen einen leeren Warenbaum.
Der Warenbaumwechsel erfolgt in aller Regel mit sogenannten Warenbaum-Hub- und Transportwagen.
Zur Manövrierung des Transportwagens an der Webmaschine und zwischen den in Reihen aufgestellten Webmaschinen muß auch hier ausreichend Manövrier- und Transportfläche zur Verfügung stehen.

[0008] Jeder der vorgenannten Warenwicklerlösung haftet der Nachteil an, daß relativ kostspielige Produktionsfläche zur Verfügung stehen muß, um entweder einen Warenbaumwechsel von der Webmaschine zum Transportwagen oder umgekehrt praktizieren zu können. Dies gilt gleichermaßen bei Webmaschinen, die mit Steigdockenwickler oder Webstuhlwickler zusammenarbeiten.

[0009] Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Webmaschine zu schaffen, die mit einem Warenwickler derart zusammenarbeitet, daß einerseits gegenüber bekannten Webmaschinen-Warenwickler-Kombinationen eine vergleichsweise geringe Produktionsfläche für das Warewickeln beansprucht wird und andererseits gegenüber Webmaschinen mit einem konventionellen Warenbaum eine höhere Wickelkapazität erreichbar ist.

[0010] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale der Patentansprüche 1 und 6 gelöst.
Danach ist erfindungswesentlich, daß in die Webmaschine im Bereich der Warenaufwicklung anstelle der Aufnahme eines konventionellen Warenbaumes ein Warenwickler integrierbar ist und daß der Warenwickler wahlweise mit einem separaten, von der Webmaschine unabhängigen oder mit einem von dem Antrieb der Webmaschine ableitbaren Wickelantrieb verbindbar ist.

[0011] Erfindungswesentlich ist ferner, daß der Warenwickler in einem Transportwagen aufgenommen ist, der ein langgestrecktes, lenkbares Fahrgestell ausbildet, das in seiner Längserstreckung zwei voneinander beabstandete Stützen aufweist, die jeweils ein Lager zur Aufnahme der Warenwicklerwelle besitzt und der Transportwagen Vorkehrungen zu seiner Positionierung und Arretierung in der Webmaschine aufweist.

[0012] Des weiteren besitzt der Transportwagen über seine Länge auf der von der Webmaschine abgewandten Seite des Transportwagens ein auf dem Fahrgestell montiertes Trittbrett für Bedienpersonen.
Darüber hinaus kann an jeder der vorstehend erwähnten Stützen ein Bauteil angeordnet sein, das achsparallel zur Mittenachse des Warenwicklers eine sogenannte Bügelwalze trägt, die auf der aufgewickelten Ware ruht.
Die Lagerzapfen der Bügelwalze sind in einer vertikal verlaufenden Längsführung des Bauteils gelagert, so daß die Bügelwalze permanent an den zunehmenden Durchmesser der gewickelten Ware anliegt.
Die Bügelwalze kann natürlich auch webmaschinengebunden angeordnet sein.

[0013] Mit der erfindungsgemäßen Lösung ergeben sich folgende Vorteile:

a) ein Umladen des Warenbaums von der Webmaschine auf einen Warenbaum-Transportwagen entfällt,

b) ein Umladen des Warenbaums vom Transportwagen auf andere Einrichtungen zwecks Warenschau und nachfolgender Ausrüstung der Ware kann entfallen,

c) es besteht die Möglichkeit der Realisierung eines im Vergleich zu einem konventionellen Warenbaum größeren Warenwickeldurchmessers,

d) Minimierung der Transportfläche zwischen produzierenden Webmaschinen in einem Websaal und bessere Nutzung der Produktionsfläche, indem je Flächeneinheit mehr produzierende Maschinen aufgestellt werden können.



[0014] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher dargestellt werden.

[0015] In den Zeichnungen zeigen:
Figur 1:
eine schematische Darstellung von zwei in eine doppelbreite Webmaschine integrierte Transportwagen mit Warenwickler und separatem Wickelantrieb in der Vorderansicht,
Figur 2:
eine schematische Darstellung eines in die Webmaschine integrierten Transportwagens in der Ansicht nach Richtung "A" gemäß Figur 1,
Figur 3:
einen separaten Wickelantrieb für einen oder mehrere Warenwickler gemäß Figur 1,
Figur 4:
einen in der Webmaschine integrierten Warenwickler-Transportwagen mit einem von der Webmaschine abgeleiteten Wicklerantrieb.


[0016] In Figur 1 ist in der Webmaschine 1 anstelle eines oder mehrerer separater Warenbäume ein erster und ein zweiter Transportwagen 5, 5a mit Warenwickler 3, 3a tandemartig integriert und mittels eines einzigen separaten Wickelantriebes 6 verbindbar.

[0017] Jeder Transportwagen 5, 5a besteht aus einem langgestreckten Fahrgestell 13, 13a, dessen Unterseite mit einem an sich bekannten lenkbaren Fahrwerk 13b, 13c ausgerüstet ist.
In Längserstreckung besitzt jeder Transportwagen 5, 5a zwei voneinander beabstandete Stützen 14, 15, die jeweils ein im einzelnen nicht dargestelltes Lager 16 ausbilden, in denen das freie Ende der jeweiligen Warenwicklerwelle 17, 17a getragen ist.
Die Transportwagen 5, 5a sind untereinander durch kuppelnde Mittel 23, 23a verbunden.
Die einander gegenüberliegenden freien Wellenenden der Warenwicklerwellen des ersten und zweiten Warenwicklers 3, 3a bilden Kupplungsmittel 17b, 17c aus, zur drehangetriebenen Mitnahme des zweiten Warenwicklers 3a durch den ersten Warenwickler 3.

[0018] Das antriebsseitige Ende der Warenwicklerwelle 17 ist mit einem Verbindungsstück 24 ausgerüstet, in das eine vom freien Ende des Verbindungsstückes 24 ausgehende und speziell gestaltete Nut 24a eingearbeitet ist. In die Nut 24a greift ein am freien Ende der Antriebswelle 25 des in Richtung der Doppelpfeile 26, 27, 28 verstellbaren Wickelantriebes 6 angeordnetes Gegenverbindungsstück 25a der Antriebswelle 25 ein.
Dadurch ist der Wickelantrieb 6 in der Lage, beim Erzeugen des Wickeldrehmomentes auf einfache Weise eine formschlüssige Verbindung zwischen der Nut 24a und dem Verbindungstück 25a herzustellen und die fahrbaren Transportwagen in Bezug auf den Wickelantrieb zu positionieren.

[0019] Der Antrieb 6 selbst ist von wenigstens einem Verbindungsstück 6a getragen, das eine in Richtung des Doppelpfeiles 26 ausgebildete Führung 6b besitzt.
Ein Verbindungsbolzen 6c greift durch die Führung 6b und verbindet dadurch das Verbindungsstück 6a mit einem auf einer maschinenfest angeordneten Vertikalachse 6c aufsetzbaren Bauteil 6e.

[0020] In Figur 2 befindet sich der Transportwagen 5 positioniert und arretiert in der Webmaschine 1. Dazu sind entsprechende Vorkehrungen 18 am Fahrgestell 13 vorhanden, die mit entsprechenden maschinenfesten Vorkehrungen 9 der Webmaschine 1 zusammenwirken.
An der maschinenfesten Ausbreitwelle 2, über die die Webware 4 zum Wickler 3 geführt wird, ist wenigstens eine erste Vorkehrung 7 und beabstandet dazu eine zweite, nicht dargestellte Vorkehrung 7 angeordnet, über welche, z.B. mittels wenigstens einer ersten und einer zweiten als Steckbolzen ausgebildeten Vorkehrung 8, die Wirkverbindung mit wenigstens einer ersten und einer nicht dargestellten zweiten Vorkehrung 9 des Transportwagens 5 herstellbar ist.
Mittels der vorgenannten Vorkehmngen ist der Transportwagen 5 mit Warenwickler 3 in der Webmaschine 1 positionier- und arretierbar.
Zum Rangieren des Wicklers in der Webmaschine und auf den vorhandenen Transportwegen eines Websaals ist das Fahrgestell 13 mit lenkbaren Fahrwerken 13a ausgerüstet.

[0021] Figur 3 zeigt den Antrieb 6 des Warenwicklers 3, der hier außer Eingriff ist.
Der Warenwickler 3 ist über ein Kupplungsmittel 24, das am Ende der Welle 17 angeordnet ist, mit einem entsprechend gestalteten Gegenkupplungsmittel 25a am freien Ende der Antriebswelle 25 kuppelbar.

[0022] Figur 4 zeigt den in der Webmaschine 1 integrierten Warenwickler-Transportwagen 5 mit Warenwickler 3.
Der Wickelantrieb 6 besteht hier aus einem von der Webmaschine 1 abgeleiteten Antrieb.

[0023] Ein am Warenwickler-Transportwagen 5 angeordnetes Zahnradgetriebe 11 steht hier z.B. über ein Riemengetriebe 10, bestehend aus einem Antriebsmittel 1a der Webmaschine 1, einem Riemen 10a und einer Ritzelwelle 11a des Zahnradgetriebes 11, mit dem Antriebsmittel 1a der Webmaschine 1 in Wirkverbindung.

Zeichnungs-Legende



[0024] 
1
Webmaschine
1a
Antriebsmittel
2
Ausbreitwelle
3
Warenwickler
3a
Warenwickler
4
Webware
5
Transportwagen
5a
Transportwagen
6
Wickelantrieb
6a
Verbindungsstück
6b
Führung
6c
Verbindungsbolzen
6d
Vertikalachse
6e
Bauteil
7
Vorkehrung
8
Vorkehrung
9
Vorkehrung
10
Riemengetriebe
10a
Riemen
11
Getriebe
11a
Ritzelwelle
13
Fahrgestell
13a
Fahrgestell
13b
Fahrwerk
13c
Fahrwerk
14
Stütze
15
Stütze
16
Lager
17
Welle
17a
Welle
17b
Kupplungsmittel
17c
Kupplungsmittel
18
Vorkehrung
19
Vorkehrung
20
Trittbrett
21
Bauteil
21a
Längsführung
22
Bügelwalze
23
Mittel
23a
Mittel
24
Verbindungsstück
24a
Nut
25
Antriebswelle
25a
Gegenverbindungsstück
26
Doppelpfeil
27
Doppelpfeil
28
Doppelpfeil



Ansprüche

1. Webmaschine mit einer Ausbreitwelle (2) für die Webware (4), mit wenigstens einem Warenwickler (3) mit Welle (17) zum Aufwickeln der Webware (4), wobei der Warenwickler (3) Bestandteil eines Warenwickler-Transportwagens (5) ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Warenwickler-Transportwagen (5) zusammen mit jeweils einem Warenwickler (3) in die Webmaschine (1) integrierbar ist/sind und daß ein einziger Wicklerantrieb (6) für einen oder mehrere Warenwickler vorgesehen ist.
 
2. Webmaschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einerseits Vorkehrungen (7,8,19) in der Webmaschine (1) und andererseits Vorkehrungen (9,18) am Warenwickler-Transportwagen (5) zur Positionierung und Arretierung jedes Warenwickler-Transportwagens (5) in der Webmaschine (1), sowie durch Kupplungsmittel (17b bzw. 17c) an der jeweiligen Welle (17 bzw 17a) zur formschlüssigen Verbindung der Wellen (17, 17a) miteinander.
 
3. Webmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelantrieb (6) ein an sich bekannter Zentrumsantrieb ist.
 
4. Webmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zentrumsantrieb ein Sogenannter Stillstandsantrieb ist.
 
5. Webmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelantrieb (6) aus einem Antriebsmittel (1a) der Webmaschine (1), aus einem Riemengetriebe (10) und aus einem Zahnradgetriebe (11) besteht.
 
6. Warenwickler-Transportwagen mit einem Warenwickler, der in eine Webmaschine integrierbar ist, gekennzeichnet durch ein langgestrecktes, lenkbares Fahrgestell (13), das in seiner Längserstreckung zwei voneinander beabstandete Stützen (14,15) aufweist, die jeweils ein Lager (16) zur Aufnahme der Welle (17) eines Warenwicklers (3) besitzen, durch Vorkehrungen (9,18) zur Positionierung und Arretierung des Transportwagens (5) in der Webmaschine (1), durch ein über die Länge des Transportwagens (5) auf dem Fahrgestellt (13) montiertes Trittbrett (20) und wahlweise durch ein an jeder Stütze (14,15) oberhalb der Warenwicklerlager (16) angeordnetes Bauteil (21) mit einer Längsführung (21a) zur lagernden Aufnahme einer mit der gewickelten Ware (4) in Kontakt stehenden Bügelwalze (22).
 




Zeichnung