[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auswechseln eines in eine Asphaltdecke
eingelassenen Rahmens einer Schachtabdeckung sowie eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Auszuwechselnde Rahmen werden bislang hauptsächlich durch druckluftbetriebene Werkzeuge,
wie Drucklufthämmer o.dgl. aus ihrem Verbund mit der Asphaltdecke gelöst und manuell
ausgebaut.
[0003] Da hierdurch keine halbwegs genaue Arbeitsweise möglich ist, kommt es zu unkontrollierten
Ausbrechungen der Asphaltdecke, die eine anschließende aufwendige Reparatur notwendig
machen.
[0004] Überdies muß in relativ großem Umfang die geöffnete Stelle manuell bearbeitet werden.
[0005] All dies ist mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden, der sich zum einen aus
der erforderlichen Arbeitsintensität und zum anderen aus einem übergebühr hohen Materialeinsatz
ergibt.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der gattungsgemäßen
Art zu schaffen, das weitgehend automatisierbar ist und ein Auswechseln des Rahmens
ohne wesentliche Nacharbeit bzw. Vorbereitung der Baustelle möglich ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gelöst, das die Merkmale des Anspruches 1
aufweist.
[0008] Beim Auswechseln eines Rahmens im Sinne des erfindungsgemäßen Verfahrens bleibt die
Asphaltdecke weitgehend unbeschädigt, so daß nachfolgende Reparaturarbeiten in größerem
Umfang, wie sie bislang notwendig waren, entfallen.
[0009] Lediglich der in seiner Breite recht klein zu haltende Schlitz ist nach einem Einsatz
eines neuen Rahmens auszugießen, wobei die Vergußmasse aus einem Kunststoffmörtel
besteht, auf die bis zum Asphaltdeckenabschluß eine bituminöse Fugenvergußmasse aufgebracht
wird.
[0010] Die Absperrzeit dieser Vergußmassen ist relativ kurz, so daß eine üblicherweise mit
dem Auswechseln verbundene Verkehrsbehinderung nach entsprechend kurzer Zeit aufgehoben
ist.
[0011] Das gesamte erfindungsgemäße Verfahren bringt eine erheblich Kosteneinsparung mit
sich, resultierend aus den jetzt möglichen sehr kurzen Reparaturzeiten, einem geringen
Materialaufwand sowie der aus den erwähnten Gründen sich ergebenden Verkürzungen von
Verkehrsbehinderungszeiten.
[0012] Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist so ausgebildet, daß eine Fräseinheit,
die konzentrisch um den Rahmen führbar ist, und eine Hebeeinrichtung, die innenseitig
am Rahmen form- oder kraftschlüssig angreift, vorgesehen sind, wobei die Fräseinheit
und die Hebeeinrichtung höhenverstellbar in seinem sich auf der Asphaltdecke abstützenden
Geste gehalten wird.
[0013] Nach einer vorteilhaften Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Fräseinheit
als Bohrkrone gestaltet, die in ihrem lichten Durchmesser etwas größer ist als der
Außendurchmesser des Rahmens.
[0014] Anstelle einer Bohrkrone kann auch ein sich drehender Fräsarm vorgesehen sein, an
dessen Ende ein rotierender Fräskopf angeschlossen sein kann.
[0015] Die Hebeeinrichtung weist zweckmäßigerweise horizontal verfahrbare Spreizarme auf,
die unter den Rahmen greifen, der üblicherweise in einem Mörtelbett liegt.
[0016] Die Hebeeinrichtung einerseits und die Fräseinheit andererseits sind in ihrer vertikalen
Verstellbarkeit getrennt voneinander geschaltet. Dabei bietet sich eine hydraulische
Verfahrbarkeit sowie ein hydraulischer Antrieb der Fräseinheit, beispielsweise mittels
eine Ölmotors an, da entsprechende Gerätschaften, die ein Hydraulikaggregat aufweisen,
im Regelfall im Baustellenbereich vorhanden sind, an die die Vorrichtung anschließbar
ist, beispielsweise ein Schaufellader o.dgl.
[0017] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens sowie der Vorrichtung sind in
den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren sowie ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen
beschrieben.
[0019] Es zeigen:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht,
- Figur 2
- einen Querschnitt durch die Vorrichtung gemäß der Linie II-II in Fig. 1,
- Figur 3
- einen weiteren Querschnitt durch die Vorrichtung gemäß der Linie III-III in Fig. 1.
[0020] In den Figuren ist eine Vorrichtung gezeigt, mit der ein Rahmen 7 einer Schachtabdeckung,
der in eine Asphaltdecke eingelassen ist, ausgewechselt werden kann.
[0021] In ihrem Grundaufbau besteht die Vorrichtung aus einem Gestell 1, das vier, sich
auf der Asphaltdecke abstützende Füße aufweist.
[0022] An dem Gestell 1 sind höhenverstellbar eine Fräseinheit 2 sowie eine Hebeeinrichtung
5 angeordnet, und zwar zweckmäßigerweise im Mittenbereich.
[0023] Die Fräseinheit 2 weist eine Bohrkrone 3 auf, deren lichter Durchmesser größer ist
als der Außendurchmesser des Rahmens 4 und mittels der konzentrisch ein Schlitz um
den Rahmen 7 in die Asphaltdecke eingebracht wird.
[0024] Die Tiefe des Schlitzes erstreckt sich dabei bis unterhalb der Unterseite des Rahmens
7.
[0025] Die Bohrkrone 3 wird mittels eines Riementriebs 15 in Rotation versetzt, der über
einen Ölmotor 4 antreibbar ist.
[0026] Dieser ist über ein Ventil 16, das mit einem externen Hydraulikaggregat verbunden
werden kann, steuerbar.
[0027] Gleichfalls über solche Ventile steuerbar sind Kolben 8 und 10, mit denen eine vertikale
Verstellung der Fräseinheit 2 und der Hebeeinrichtung 5 möglich ist.
[0028] Dabei handelt es sich um doppelt wirkende Kolben, die jeweils in einem Zylinder 9,11
geführt werden, in die jeweils Druckschläuche 17 münden.
[0029] Während der Zylinder 9 fest mit dem Gestell 11 verbunden ist, ist der Zylinder 11
relativ dazu verschiebbar, wobei dieser Zylinder 11 an einem Führungsrohr 18 befestigt
ist, das verdrehsicher außenseitig auf dem Zylinder 9 geführt ist.
[0030] Hierdurch wird eine unabhängig voneinander mögliche vertikale Verstellung der Fräseinheit
2 und der Hebeeinrichtung 5 ermöglicht.
[0031] Die Hebeeinrichtung 5 weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel vier rechtwinklig
zueinander stehende, sich quer zur Vertikalen erstreckende Spreizarme 6 auf, die gleichfalls
hydraulisch in Längsachsrichtung hin und her bewegbar sind.
[0032] An ihren Enden weisen die Spreizarme 6 ein winkelförmig ausgebildetes Auflageteil
19 auf, dessen horizontaler Schenkel, der ein keilförmig ausgebildetes Ende aufweist,
unter den Rahmen 7 drückbar ist, wobei der Vorschub zum Rahmen 7 hin durch den abgewinkelten,
senkrecht stehenden Schenkel begrenzt wird, der dann an der Innenseite des Rahmens
7 anliegt.
[0033] Weiter ist an dem Gestell ein Behälter 12 befestigt, in dem eine Kühlflüssigkeit
gelagert ist, die über ein Düsenrohr 13 in den Eingriffsbereich der Bohrkrone 3 geführt
wird und diese während des Betriebs kühlt.
[0034] Zum Ersetzen eines defekten Rahmens 7 wird das Gestell 1 so über dem noch in der
Asphaltdecke befindlichen Rahmen 7 plaziert, daß die Bohrkrone 3 zentrisch dazu verläuft,
wobei ein Schachtdeckel zuvor entfernt wurde, so daß der eigentliche Schacht offen
ist.
[0035] Sodann wird die Hebeeinrichtung 5 durch Betätigen des an ein externes Hydraulikaggregat
angeschlossenes Steuerventil 16 so weit abgesenkt, bis die Spreizarme 6 sich in einer
Höhe mit einer Mörtelfuge befinden, auf der der Rahmen 7 aufliegt.
[0036] Beim anschließenden Verfahren der Spreizarme 6 in Richtung des Rahmens 7 graben sich
die horizontalen Schenkel der Auflageteile 19 in die Mörtelfuge, bis die vertikalen
Schenke der Auflageteile 19 an der Wandung des Rahmens 7 anlegen.
[0037] Durch ein kurzes Betätigen des Kolbens 8 nach oben wird das Gestell 1 fest gegen
die Asphaltdecke gepreßt, so daß ein sicherer Stand gewährleistet ist.
[0038] Durch Betätigen des Ölmotors 4 wird die Bohrkrone 3 in Rotation versetzt und durch
Druckbeaufschlagung des Kolbens 10 vorgeschoben. Dabei wird ein Schlitz in die Asphaltdecke
gefräst, der mit gewissem Abstand konzentrisch zum Rahmen 7 verläuft.
[0039] In seiner Tiefe ragt der Schlitz über die Unterseite des Rahmens 7 hinaus, wobei
nach Erreichen der vorgesehenen Schlitztiefe die Bohrkrone angehoben und aus ihrer
Eingriffstellung gebracht wird.
[0040] Nunmehr liegt der Rahmen 7 so weit frei, daß er ohne weiteres durch die Hebeeinrichtung
5 angehoben werden kann. Die Verbindung zur Mörtelschicht reißt dabei im wesentlichen
ohne Beeinträchtigung dieser eine Auflage bildenden Schicht ab.
[0041] Durch Zurückfahren der Spreizarme 6 fällt der so gelöste Rahmen 7 ab und kann beseitigt
werden.
[0042] Im Bedarfsfall wird das entstandene Bohrloch gesäubert und anschließend ein neuer
Rahmen eingesetzt. Der durch das Ausfräsen entstandene Schlitz kann nun mit einem
schnell abbindenden Kunststoffmörtel vergossen werden, sinnvollerweise bis etwas unterhalb
der Oberkante des Rahmens 7. Der sich bis zur Asphaltdecke ergebende freie Raum wird
dann mit einer heißen Fugenvergußmasse ausgegossen.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Gestell
- 2
- Fräseinheit
- 3
- Bohrkrone
- 4
- Ölmotor
- 5
- Hebeeinrichtung
- 6
- Spreizarm
- 7
- Rahmen
- 8
- Kolben
- 9
- Zylinder
- 10
- Kolben
- 11
- Zylinder
- 12
- Behälter
- 13
- Düsenrohr
- 14
- Fuß
- 15
- Riementrieb
- 16
- Ventil
- 17
- Druckschlauch
- 18
- Führungsrohr
- 19
- Auflageteil
1. Verfahren zum Auswechseln eines in eine Ashaltdecke eingelassenen Rahmens einer Schachtabdeckung,
dadurch gekennzeichnet, daß ein konzentrisch außenseitig des Rahmens verlaufender, sich in seiner Tiefe zumindest
bis zur Unterkante des Rahmens erstreckender Schlitz eingefräst, anschließend der
Rahmen mittels einer Hebeeinrichtung ausgehoben, ein neuer Rahmen eingesetzt und der
Schlitz vergossen wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Fräseinheit (2), die konzentrisch um den Rahmen (7) führbar ist, und eine
Hebeeinrichtung (5), die innenseitig am Rahmen (7) form- oder krattschlüssig angreift,
vorgesehen sind, wobei die Fräseinheit (2) und die Hebeeinrichtung (5) höhenverstellbar
in einem sich auf der Asphaltdecke abstützenden Gestell (1) gehalten sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fräseinheit (2) einen
Bohrkopf (3) aufweist, dessen lichter Durchmesser größer ist als der Außendurchmesser
des Rahmens (7).
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebeeinrichtung (5),
mehrere, vorzugsweise vier, rechtwinklig zueinander stehende, in horizontaler Ebene
hin und her verfahrbare Spreizarme (6) aufweist, mittels derer der Rahmen (7) greifbar
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Spreizarme (6) an ihren
freien Enden jeweils ein winkelförmiges Auflageteil (19) aufweisen, deren waagerechte
keilförmig ausgebildete Schenkel den Rahmen (7) untergreifen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß neben dem horizontalen ein
vertikaler Schenke! am Auflageteil (19) vorgesehen ist, der in Gebrauchsstellung an
der Innenseite des Rahmens (7) anliegt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrkrone (7) über einen
mit einem Motor verbundenen Riemen- oder Zahnradantrieb (15) antreibbar ist.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Höhenverstellung der Fräseinrichtung (2), der Hebeeinrichtung (5) sowie die
horitzontale Verschiebung der Spreizarme (6) hydraulisch erfolgt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebeeinrichtung (5) und
die Fräseinheit (2) jeweils mittels eines doppelt wirkenden Kolbens (8,10) in vertikaler
Richtung bewegbar sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Gestell (1) ein Behälter
(12) zur Aufnahme von Kühlflüssigkeit befestigt ist, an den ein im Bereich der Fräseinrichtung/Asphaltdecke
mündendes Düsenrohr (13) angeschlossen ist, aus dem die Kühlflüssigkeit austritt.