(19)
(11) EP 0 798 062 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
19.12.2001  Patentblatt  2001/51

(21) Anmeldenummer: 97105225.3

(22) Anmeldetag:  27.03.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B22F 7/00, B22F 3/11, B32B 1/00

(54)

Bauteil aus metallischem Schaumwerkstoff

Element made of foamed metal

Elément en mousse métallique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 29.03.1996 DE 19612781

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
01.10.1997  Patentblatt  1997/40

(73) Patentinhaber: Wilhelm Karmann GmbH
D-49084 Osnabrück (DE)

(72) Erfinder:
  • Seeliger, Hans-Wolfgang
    49074 Osnabrück (DE)
  • Bunsmann, Winfried
    49143 Bissendorf (DE)

(74) Vertreter: Busse & Busse Patentanwälte 
Postfach 12 26
49002 Osnabrück
49002 Osnabrück (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 189 674
DE-A- 4 426 627
DE-A- 4 424 157
DE-C- 4 018 360
   
     
    Bemerkungen:
    Die Akte enthält technische Angaben, die nach dem Eingang der Anmeldung eingereicht wurden und die nicht in dieser Patentschrift enthalten sind.
     
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Bauteil aus einem metallischen Schaumwerkstoff nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 oder Anspruch 2. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Endformen eines solchen Bauteils nach dem Oberbegriff des Anspruchs 6 sowie die Verwendung von Vorrichtungen zur Ausführung des Verfahrens.

    [0002] Metallische Schaumwerkstoffe, die entweder alleinig eine Metallpulver und Treibmittel umfassende aufschäumbare Schicht enthalten oder die eine aufschäumbare Metallpulver und Treibmittel umfassende Schicht enthalten, die mit zumindest einem massivmetallischen Blech als Deckschicht versehen ist, wobei zwischen dem massivmetallischen Blech und der aufschäumbaren Schicht metallische Bindungen bestehen, sind an sich bekannt.

    [0003] In der DE 41 01 630 A1 ist dargestellt, wie aus einem metallischen Pulver und einer Zugabe eines gasabspaltenden Treibmittelpulvers, vorzugsweise eines Mettallhydrides, ein Schaumwerkstoff gebildet wird, der nach der Durchmischung einem hohen Druck und hoher Temperatur ausgesetzt wird, was beispielsweise durch einen Warm-Walzvorgang erreicht werden kann, und anschließend abgekühlt wird, so daß ein aufschäumbares Halbzeug entsteht.

    [0004] In der DE 44 26 627 A1 ist die Herstellung eines Werkstoffes mit einer aufschäumbaren, aus Metallpulver und Treibmittel bestehenden Schicht, die zumindest von einer massivmetallischen Deckschicht begrenzt ist, dargestellt. Für flächige Verbundwerkstoffe dieser Art wird dabei eine Verbindung der unterschiedlichen Schichten durch Walzplattieren vorgeschlagen, wodurch ein flacher Schichtwerkstoff entsteht, der nach seiner Endformung aufgeschäumt werden soll.

    [0005] Die vorgestellten Verfahren zur Herstellung eines geeigneten Schaumwerkstoffes zeigen noch keine Möglichkeit, aus den zur Verfügung gestellten Werkstoffen in reproduzierbarer Weise Serienbauteile zu bilden.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, metallische Leichtbauteile für eine konstant maßhaltige Serienfertigung, insbesondere im Fahrzeugbau, aus flächigen Schaumwerkstoffen der eingangs genannten Art zu schaffen.

    [0007] Die Erfindung sieht zur Lösung dieser Aufgabe für verschiedene Ausgangswerkstoffe Bauteile mit den Merkmalen der Ansprüche 1 oder 2 vor sowie ein Herstellungsverfahren nach Anspruch 6 und die Verwendung von Vorrichtungen nach den Ansprüchen 10 und 11 zur Ausführung des Herstellungsverfahrens.

    [0008] Das erfindungsgemäße Bauteil löst alle wesentlichen geometrischen Anforderungen, die im Karosserie- und Fahrzeugbau an flächige metallische Bauteile gestellt werden. Durch die Ausbildung der Übergangswinkel zwischen 100° und weniger als 180° ist erreicht, daß die Struktur der aufgeschäumten Schicht im Bereich der Übergänge nicht unterbrochen, eingezogen oder verdünnt ist, so daß die mechanische Stabilität und Maßhaltigkeit des Bauteils über seinen gesamten Bereich erhalten bleibt.

    [0009] Ein erfindungsgemäßes Bauteil weist eine sehr geringe Masse auf, wobei gleichzeitig eine hohe Steifigkeit, insbesondere bei Mehrschichtverbünden, gegeben ist, so daß solche Bauteile sowohl im tragenden Bereich der Karosserie als auch zu Verkleidungs- und Abschirmzwecken eingesetzt werden können.

    [0010] Bauteile, die allein aus einer Metallpulver und Treibmittel umfassenden aufgeschäumten porösen Schicht bestehen, sog. Integralschaum, können insbesondere als Crashelemente eingesetzt werden, wobei sich durch die zellige Struktur des aufgeschäumten Werkstoffes eine sehr gute Energieabsorbtionsfähigkeit bei Verformung des Bauteiles ergibt. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Bauteiles ist es möglich, dieses vor seinem Aufschäumen soweit zu verformen, daß es beispielsweise als innere Lage einer Stoßstange aus z. B. Kunststoff eingesetzt werden kann.

    [0011] Bauteile, die eine aufgeschäumte metallische Schicht umfassen, die einseitig mit einer massivmetallischen Deckschicht versehen ist, sind geeignet, sehr leichte und hochsteife Bauteile, beispielsweise ein Fahrzeugdach, das ohne eine versteifende Unterkonstruktion auskommt, zu bilden.

    [0012] Werkstoffe, die eine aufgeschäumte Schicht und eine beidseitige Plattierung mit einem massivmetallischen Blech aufweisen, sind geeignet zur Herstellung von Bauteilen, die beiderseits eine glattwandige und Zug- und Druckkräfte aufnehmende Oberfläche aufweisen, beispielsweise für die hintere Querwand eines Fahrzeuges. Die aufgeschäumte Lage übernimmt dabei die Funktion des Abstandhalters sowie die Übertragung der Schubkräfte. Ein solches Bauteil weist ebenfalls eine hohe Steifigkeit bei geringer Masse auf, ist geeignet, hohe Energien - etwa bei einem Unfall - aufzunehmen und ist zudem gut schallisolierend.

    [0013] Die aufgeschäumte Schicht besteht üblicherweise aus einem Metallpulver auf Aluminiumbasis mit zulegierten Anteilen - beispielsweise von Silizium. Durch eine geeignete Wahl der Legierungselemente und -anteile sind mechanische Eigenschaften des Bauteils einstellbar. Auch für massivmetallische Bleche bietet sich die Verwendung von Leichtmetallegierungen an.

    [0014] Weitere Vorteile ergeben sich aus der Zeichnung und der nachfolgenden Beschreibung des Bauteils sowie seines Herstellungsverfahrens. In der Zeichnung zeigen:
    Fig. 1
    in schematischer Ansicht schräg von oben eine Tiefziehform mit aufgelegtem zu verformendem Schaumwerkstoff,
    Fig. 2
    ein in eine Aufschäumform eingelegtes und einseitig endkonturiertes Formhalbzeug in schematischer perspektivischer Ansicht,
    Fig. 3
    eine ähnliche Ansicht des Bauteils am Ende des Aufschäumprozesses,
    Fig. 4
    das gesamte Herstellungsverfahren eines erfindungsgemäßen Bauteil im schematischen Überblick,
    Fig. 5
    das erfindungsgemäße Aufschäumen des Bauteils in einem schematischen Ablaufplan.


    [0015] Ein erfindungsgemäßes Bauteil 1 weist eine aufgeschäumte Schicht 2 auf, die ein Metallpulver und ein Treibmittel umfaßt, die durch einen Mischungsvorgang homogen miteinander vermengt wurden und anschließend unter Druckeinwirkung, etwa durch axiales Pressen oder durch Strangpressen, zu einem kompakten, aufschäumbaren Halbzeug 2'' verdichtet und verfestigt worden ist.

    [0016] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die aufgeschäumte Schicht 2 ober- und unterseitig mit jeweils einem massivmetallischen Blech 3, 4 versehen, was jedoch nicht zwingend ist und insbesondere bei Ausbildung eines erfindungsgemäßen Bauteils 1 als Crashelement verzichtbar ist. Es ist weiterhin möglich, eine aufgeschäumte Schicht 2 mit nur einer massivmetallischen Deckschicht 3 bzw. 4 zu verbinden oder auch Verbünde aus mehreren unterschiedlichen aufgeschäumten Schichten, eventuell abgetrennt durch massivmetallische Schichten, herzustellen, etwa um Aufprallelemente zu schaffen, bei denen je nach Aufprallgeschwindigkeit und damit -energie eine unterschiedliche Anzahl von aufgeschäumten Schichten an der Verformung durch den Aufprall teilnimmt.

    [0017] Im Ausführungsbeispiel einer doppelseitig mit massivmetallischen Blechen 3 und 4 versehenen aufgeschäumten Schicht 2 ist die Verbindung zwischen der am Ende des Verfahrens aufgeschäumten Schicht 2 und den massivmetallischen Blechen 3 und 4 unter Druckeinwirkung derart zustandegekommen, daß eine metallische Bindung zwischen den einzelnen Schichten 2', 3', 4' vor der Umformung und Aufschäumung erreicht worden ist. Dazu bietet sich an, ein Walzplattieren eines Verbundes aus dem aufschäumbaren Halbzeug 2", das nach dem Strangpressen bzw. axialen Pressen entstanden ist, und den massivmetallischen Blechen 3'',4'' zwischen zwei Walzen 5 vorzunehmen, so daß ein Verbundwerkstoff 6 mit Sandwichstruktur zweier massivmetallischer Deckschichten 3' und 4' und einer noch nicht aufgeschäumten porösen Zwischenschicht 2' entsteht.

    [0018] Ein solcher im wesentlichen flächiger metallischer Verbundwerkstoff 6, der in jedem Fall eine noch aufschäumbare Schicht 2' umfaßt, weist zwischen den metallischen Blechen 3' und 4' und der aufschäumbaren Schicht 2' metallische Bindungen auf und steht nun zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung. Dieser flächige Verbundwerkstoff 6 wird zunächst in Stücke geeigneter Größe zerteilt, beispielsweise mit Hilfe einer Säge.

    [0019] Ein solcher auf die gewünschten Außenmaße zurechtgeschnittener Verbundwerkstoff 6 wird nun zu einem Formhalbzeug 7 umgeformt, wobei die Umformung sowohl eine kontinuierliche Krümmung des Verbundwerkstoffes 6 bewirken kann als auch die Ausprägung einzelner Bereiche 7'.

    [0020] In jedem Falle weist die zur Umformung des Verbundwerkstoffes 6 zum Formhalbzeug 7 eingesetzte Form 8 quer zur Auflagefläche des Verbundwerkstoffes 6 Winkel γ in einer Größe zwischen etwa 100° und 260° auf, wobei die Kanten abgerundet sind, um somit ein direktes Abkanten des Verbundwerkstoffes 6 zu vermeiden. Dadurch bleibt der Verbund auch in den Winkelbereichen erhalten, und die mechanische Festigkeit des durch die Umformung erreichten Formhalbzeuges 7 weist keine punktuellen Schwachstellen auf.

    [0021] Das Umformen kann durch bekannte übliche Umformmaßnahmen erfolgen, etwa durch Tiefziehen mit und ohne Niederhalter, wie es im Karosseriebau bekannt ist, oder durch ein einseitiges Umformverfahren, wie etwa das Fluidzellverfahren.

    [0022] In jedem Falle wird ein Formhalbzeug 7 erhalten, das entweder planebene oder gekrümmte Flächenbereiche 7'' enthält und eventuell aus diesem ausgeformte Konturen 7' und das zur weiteren Bearbeitung eine aufschäumfähige Lage 2' umfaßt.

    [0023] Das Aufschäumen des Formhalbzeuges 7 zu einem Bauteil 1 in einer definierten, reproduzierbaren und maßhaltigen Weise zu gestalten ist die eigentliche Intention der Erfindung, weil dadurch erst ermöglicht wird, Bauteile für eine Serienfertigung zur Verfügung zu stellen.

    [0024] Dazu wird das Formhalbzeug 7 in eine Aufschäumform 9 eingelegt, deren eine Wandung 12 eine Seite 10 des Formhalbzeuges 7 im wesentlichen flächendeckend abstützt, so daß diese Seite 10 bereits ihre Endkontur aufweisen muß, da eine weitere Konturgebung durch das Aufschäumen des Formhalbzeuges 7 zu einem Bauteil 1 keine Verformung dieser Seite 10 mehr mit sich bringt.

    [0025] Die Wandungen 12,13 der Aufschäumform 9 können beispielsweise aus Stahl oder auch aus Keramik bestehen. In jedem Fall ist wichtig, daß das Bauteil 1 trotz seines beim Aufschäumen herrschenden Innendruckes keine Verbindung mit den Wandungen 12,13 der Aufschäumform 9 eingeht. Um hier jegliches Aneinanderhaften zu unterbinden, können diese Wandungen 12,13 beschichtet sein.

    [0026] Durch die flächige Unterstützung einer endkonturierten Seite 10, d.h. entlang einer Seite der Flächenerstreckung, des noch nicht aufgeschäumten Formhalbzeuges 7 wird beim Aufschäumen vermieden, daß diese bereits die Endkontur des späteren Bauteils 1 aufweisende Seite 10 während des Aufschäumens durch den Druck des gasabspaltenden Treibmittels in der aufschäumenden Schicht 2' nach außen hin verformt wird. Dabei ist es vorteilhaft und für manche Anwendungen zwingend, der gegenüberliegenden Seite 11 des Formhalbzeuges 7 eine weitere Wandung 13 der Aufschäumform 9 zuzuordnen, die mit festem Abstand zur Wandung 12 angeordnet ist, um dadurch das Maß der Ausdehnung der aufschäumenden Schicht 2' definiert zu begrenzen und somit eine Maßhaltigkeit des fertigen Bauteils 1 mit weniger als 5/10 mm Abweichung zu ermöglichen. Durch eine Einstellbarkeit des Abstandes der Wandungen 12 und 13 läßt sich die Dicke des Bauteils 1 vorwählen - und damit auch seine Dichte und seine mechanische Festigkeit. Dadurch ist erreicht, daß derselbe Ausgangswerkstoff für Bauteile 1 mit völlig verschiedenen Eigenschaften verwendet werden kann. Je größer der erlaubte Aufschäumweg in der Aufschäumform 9 gelassen wird, desto geringer ist die Dichte des fertigen Bauteils 1. Auch seine Steifigkeit läßt sich auf diese Weise einstellen. Damit können beispielsweise die unterschiedlichen Steifigkeitsanforderungen eines kurzen PKW-Daches bzw. eines langen Daches eines Kombis über den Grad der Aufschäumung erfüllt werden.

    [0027] Die obere Wandung 13 der Aufschäumform kann entfallen, wenn an die Dickenmaßhaltigkeit des aufschäumenden Formhalbzeuges 7 nur geringe Ansprüche gestellt werden, wie beispielsweise bei der Ausbildung von Crashelementen.

    [0028] In den meisten Fällen wird es jedoch unverzichtbar sein, durch beide Wandungen 12 und 13 den Aufschäumweg und damit das Endmaß des aufgeschäumten Bauteils 1 zu begrenzen, wodurch eine Serienfertigung immer gleicher aufgeschäumter Bauteile 1 ermöglicht ist.

    [0029] Die beiden gegenüberliegenden Wandungen 12 und 13 der Aufschäumform 9 weisen dabei im wesentlichen parallele Flächenstrukturen auf, da es nicht möglich ist, durch das Aufschäumen weitere Strukturen etwa nur in eine Oberfläche 11 des Formhalbzeuges 7 einzuprägen - etwa durch Aussparungen in der begrenzenden Wand 13 der Aufschäumform 10.

    [0030] Durch ein derart definiertes Aufschäumen werden Bauteile 1 als Leichtbauserienprodukte erhalten, die beispielsweise als Karosserieinnenbleche, als Spritzwände oder Abtrennwände gegenüber Motor- oder Kofferraum oder zur crashsichernden und aussteifenden Funktion innerhalb der Karosserie eingesetzt werden können.

    [0031] Solche Bauteile können insgesamt gekrümmt sein, beispielsweise zur Verwendung als Türaußenbleche, oder aus planebenen oder gekrümmten Bereichen 1'' herausgearbeitete ausgeprägte Konturen 1' umfassen, die im Bereich der Übergänge gegenüber dem gekrümmten oder planebenen Flächenbereich Winkel α in der Größenordnung zwischen 100° und weniger als 180° aufweisen, so daß hiermit die verschiedensten Anforderungen an Karosseriebleche bzw. Karosserieinnenbleche erfüllt werden können - mit sehr leichten und verwindungssteifen Bauteilen 1.

    [0032] Ebenso können innerhalb der ausgeprägten Konturen 1' Winkel β in der gleichen Größenordnung auftreten, so daß auch hier eine maximale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an die Ansprüche der Karosseriebauer gegeben ist.

    [0033] Mit dem hier vorgestellten Verfahren und den daraus resultierenden Bauteilen ist es erstmals möglich, Werkstoffe aus metallischen Schäumen - und eventuell massivmetallischen Blechen, die mit diesen verbunden sind - zur Serienfertigung einzusetzen und in reproduzierbarer Weise durch bekannte Umformprozesse und ein anschließendes definiertes Aufschäumen der Metallpulver und Treibmittel enthaltenden Schicht 2' die Vorteile, die ein solcher Leichtbau bietet, in die Praxis umzusetzen.


    Ansprüche

    1. Bauteil, für insbesondere Landfahrzeuge, vorzugsweise Karosseriebauteil für Kraftfahrzeuge, bestehend aus einem metallischen Schaumwerkstoff mit einer Metallpulver und Treibmittel umfassenden aufgeschäumten porösen Schicht, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil (1) zumindest eine aus seiner Fläche (1'') erhaben ausgeprägte Kontur (1') aufweist, wobei die im Bereich der Übergänge zwischen der dreidimensional ausgeformten Kontur (1') und dem Flächenbereich (1'') vorkommenden Winkel (α) in einer Größenordnung zwischen 100° und < 180° gehalten sind.
     
    2. Bauteil, für insbesondere Landfahrzeuge, vorzugsweise Karosseriebauteil für Kraftfahrzeuge, bestehend aus einem metallischen Schaumwerkstoff mit zumindest einer Metallpulver und Treibmittel umfassenden aufgeschäumten porösen Schicht und zumindest einem massivmetallischen Blech, wobei zwischen dem massivmetallischen Blech und der aufgeschäumten porösen Schicht metallische Bindungen bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil (1) zumindest eine aus seiner Fläche (1'') erhaben ausgeprägte Kontur (1') aufweist, wobei die im Bereich der Übergänge zwischen der dreidimensional ausgeformten Kontur (1') und dem Flächenbereich (1'') vorkommenden Winkel (α) in einer Größenordnung zwischen 100° und < 180° gehalten sind.
     
    3. Bauteil nach Anspruch 1 oder 2 mit einer erhaben ausgeprägten Kontur, innerhalb der Winkel auftreten, dadurch gekennzeichnet, daß diese Winkel (β) im Bereich von 100° bis < 180° gehalten sind.
     
    4. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenbereiche (1'') planeben sind.
     
    5. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenbereiche (1'') gekrümmt sind.
     
    6. Verfahren zum Endformen eines aus im wesentlichen flächigem metallischem Schaumwerkstoff gebildeten Bauteils nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, das zumindest eine mit einem Treibmittel vermischtes Metallpulver umfassende Schicht aufweist und ggf. mit zumindest einem massivmetallischen Blech durch z. B. Walzplattieren verbunden ist, wobei die Schichten nach Druckeinwirkung mit metallischer Bindung aneinanderhaften und wobei der flächige Schaumwerkstoff durch einseitige oder beidseitige Formgebung in ein Formhalbzeug umgeformt wird, das zumindest entlang einer Seite seiner Flächenerstreckung endkonturiert ist, dadurch gekennzeichnet, daß das so gebildete Formhalbzeug (7) in eine mit einer Wandung (12) an dessen endkonturierte Seite (10) angepaßte Aufschäumform (9) eingebracht und darin aufgeschäumt wird.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß durch eine Anpassung der Wandungen (12,13) der Aufschäumform an beide Seiten (10,11) des Formhalbzeuges (7) das Maß der Ausdehnung der aufschäumenden Schicht (2') durch die Wandungen (12,13) der Aufschäumform (9) definiert begrenzt wird.
     
    8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Umformung des Verbundwerkstoffes (6) eine Krümmung von Flächenbereichen (7'') in einem Formhalbzeug (7) bewirkt wird.
     
    9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Umformung des Verbundwerkstoffes (6) eine Ausprägung von Teilbereichen (7') aus Flächenbereichen (7'') des Formhalbzeuges (7) bewirkt wird.
     
    10. Verwendung einer Vorrichtung, die eine Form (8) umfaßt, die einen aufliegenden flächigen Verbundwerkstoff (6) einseitig abstützt und quer zu dessen Auflagefläche Winkel (γ) in einer Größe zwischen 100° und 260° aufweist zur Ausführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 6 bis 9.
     
    11. Verwendung einer Vorrichtung, bei der gegenüberliegende Wandungen (12,13) einer Aufschäumform (9) im wesentlichen parallele Flächenstrukturen aufweisen zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 6.
     


    Claims

    1. A component, for in particular agricultural vehicles, preferably a body work component for motor vehicles, consisting of a foamed metallic material with a foamed porous layer comprising powdered metal and propellant, characterised in that the component (1) has at least one contour (1') stamped out of its surface (1"), whereby the angles α occurring in the areas of the transitions between the three-dimensionally embossed contour (1') and the surface area (1") are kept to a magnitude between 100° and < 180°.
     
    2. A component, for in particular agricultural vehicles, preferably a body work component for motor vehicles, consisting of a foamed metallic material with at least one foamed porous layer comprising powdered metal and propellant and at least one solid metal plate, whereby metallic bonds exist between the solid metal plate and the foamed porous layer, characterised in that the component (1) has at least one contour (1') which is embossed out of its surface (1"), whereby the angles α occurring in the area of the transitions between the three-dimensionally formed contour (1') and the area of the surface (1") are maintained to a magnitude between 100° and < 180°.
     
    3. A component according to claim 1 or 2, with a raised embossed contour, within which angles arise, characterised in that these angles (β) are maintained within the range from 100° to < 180°.
     
    4. A component according to one of claims 1 to 3, characterised in that the surface areas (1") are plane.
     
    5. A component according to one of claims 1 to 3, characterised in that the surface areas (1") are curved.
     
    6. A method for final shaping of a component formed from substantially flat foamed metallic material, in accordance with one or more of claims 1 to 3, which at least one layer comprising powdered metal mixed with a propellant and possibly connected to at least one solid metal plate by for instance rolling-plating, whereby the layers adhere to one another with a metallic bond after the application of pressure and whereby the flat foamed material is, by unilateral or bilateral shaping, reshaped into a shaped semi-finished product which is finally contoured at least along one side of its surface, characterised in that the resulting semi-finished shaped product (7) is placed into a foaming mould (9) which has one wall (12) adapted to its finally contoured side (10), and is foamed therein.
     
    7. A method according to claim 6, characterised in that by an adaptation of the walls (12, 13) of the foaming mould to both sides (10, 11) of the semi-finished shaped product (7), the amount of expansion of the layer (2') to be foamed is limited and defined by the walls (12, 13) of the foaming mould (9).
     
    8. A method according to one of claims 6 to 7, characterised in that as a result of the reshaping of the composite material (6), a curvature of surface areas (7") is created in a semi-finished shaped product (7).
     
    9. A method according to one of claims 6 to 8, characterised in that an embossing of partial areas (7') of surface areas (7") of the semi-finished shaped product (7) is brought about by the reshaping of the composite material (6).
     
    10. Use of an apparatus comprising a mould (8) which on one side supports a flat composite material (6) resting on it and which has crosswise to its supporting surface angles (γ) of a magnitude between 100° and 260° for carrying out the method according to one of claims 6 to 9.
     
    11. Use of an apparatus in which, for carrying out the method according to claim 6, oppositely disposed walls (12, 13) of a foaming mould (9) have substantially parallel surface structures.
     


    Revendications

    1. Elément, en particulier pour véhicules routiers, de préférence élément de carrosserie d'automobile composé d'une mousse métallique avec une couche poreuse expansée en mousse contenant de la poudre de métal et un agent porogène,
    caractérisé en ce que
    l'élément (1) présente au moins un contour (1) en élévation formé par emboutissage à partir de sa surface plate (1"), l'angle (α) existant dans la zone des transitions entre le contour (1') formé en trois dimensions et la zone plate (1") ayant un ordre de grandeur allant de 100° à moins de 180°.
     
    2. Elément, en particulier pour véhicules routiers, de préférence élément de carrosserie d'automobile composé d'une mousse métallique avec une couche poreuse expansée en mousse contenant de la poudre de métal et un agent porogène et au moins une tôle de métal massif, des liaisons métalliques existant entre cette tôle et la couche poreuse expansée en mousse,
    caractérisé en ce que
    l'élément (1) présente au moins un contour (1) en élévation formé par emboutissage à partir de sa surface plate (1"), l'angle (α) existant dans la zone des transitions entre le contour (1') formé en trois dimensions et la zone plate (1") ayant un ordre de grandeur allant de 100° à moins de 180°.
     
    3. Elément selon la revendication 1 ou 2, avec un contour embouti en élévation présentant des angles,
    caractérisé en ce que
    ces angles (β) vont de 100° à moins de 180°.
     
    4. Elément selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
    caractérisé en ce que
    les zones plates (1") sont planes.
     
    5. Elément selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
    caractérisé en ce que
    les zones plates (1") sont courbes.
     
    6. Procédé pour donner sa forme finale à un élément composé essentiellement d'une mousse métallique plate selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, qui présente au moins une couche qui est faite d'une poudre de métal mélangée à un agent porogène et qui éventuellement est reliée, par exemple par plaquage au rouleau, à une tôle en métal massif, les couches par l'effet de la pression adhérant entre elles avec liaison métallique et la mousse plate étant par formage d'une ou des deux faces, amenée à l'état de demi-produit qui présente son contour final, au moins sur une face de son étendue plate,
    caractérisé en ce que
    le demi-produit (7) ainsi formé est introduit dans un moule de moussage (9) ayant une paroi (12) ajustée à la face (10) du demi-produit présentant son contour final, et est expansé en mousse.
     
    7. Procédé selon la revendication 6,
    caractérisé en ce que
    par ajustage des parois (12, 13) du moule de moussage aux deux faces (10, 11) du demi-produit (7), l'expansion de la couche (2') passant à l'état de mousse est délimitée de manière définie par les parois (12, 13) du moule de moussage (9).
     
    8. Procédé selon la revendication 6 ou 7,
    caractérisé en ce que
    par formage du matériau composite (6), on donne une courbure aux zones plates (7") dans un demi-produit (7).
     
    9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 6 à 8,
    caractérisé en ce que
    par formage du matériau composite (6), on crée un embouti dans des parties (7') des zones plates (7") du demi-produit (7).
     
    10. Utilisation d'un dispositif de mise en oeuvre du procédé selon l'une quelconque des revendications 6 à 9, qui comprend un moule (8) soutenant d'un côté un matériau composite (6) plat posé dessus et qui, perpendiculairement à cette surface d'appui, présente un angle (γ) compris entre 100 et 260°.
     
    11. Utilisation d'un dispositif de mise en oeuvre du procédé selon la revendication 6, dans lequel des parois (12, 13) d'un moule de moussage (9) présentent des surfaces essentiellement parallèles.
     




    Zeichnung