[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufdrücksperre zwischen dem Flügel und dem Blendrahmen
einer Tür, eines Fensters oder dergleichen, mit jeweils einem flügelseitigen und einem
blendrahmenseitigen Riegelorgan, die verdeckt im Falzbereich zwischen Flügelfalzfläche
und Blendrahmenfalzfläche angeordnet und in Schließstellung des Flügels in Eingriff
sind.
[0002] Eine Aufdrücksperre dieser Art ist aus der Patentschrift DE 42 10 753 C2 bekannt.
Diese bekannte Anordnung ermöglicht es zwar, ein Aufdrücken des geschlossenen Flügels
von außen her zu erschweren und damit die Einbruchssicherheit zu erhöhen, aber die
bekannte Anordnung ist relativ aufwendig und auch raumbeanspruchend.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Aufdrücksperre der eingangs angegebenen
Art besonders kompakt und einfach auszugestalten und dabei gleichzeitig im geschlossenen
Zustand des Flügels eine stabile Verriegelung zwischen Flügel und Blendrahmen zu gewährleisten.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe nach der Erfindung im wesentlichen dadurch, das eine Riegelorgan
von einem zu den Falzflächen quer verlaufenden und in den Falzbereich ragenden Sperrglied
gebildet ist, und daß das andere Riegelorgan eine Ausnehmung zur form- und kraftschlüssigen
Aufnahme des Riegelorgans besitzt, wobei die Ausnehmung (10) hinter einer begrenzenden
Stützwand gelegen ist.
[0005] Eine derart ausgebildete Aufdrücksperre kann in einfacher Weise an all den Stellen
vorgesehen werden, an denen an einer Tür oder einem Fensterflügel eine zusätzliche
Sicherheit gegen Aufdrücken des Flügels aus dem geschlossenen Zustand geschaffen werden
soll, wobei aufgrund des sich allein durch die Schließbewegung des Flügels ergebenden
Einschwenkens des Sperrglieds in eine Ausnehmung des Riegelorgans eine form- und kraftschlüssige
Verbindung zwischen Riegelorgan und Sperrglied geschaffen wird, die durch Kräfte,
wie sie bei einem Aufdrückversuch auftreten, nicht gelöst oder aufgehoben werden kann.
Von besonderem Vorteil ist dabei die Einfachheit der Vorrichtung, die in der Grundausführung
nur aus Festteilen besteht und keine beweglichen Teile erfordert.
[0006] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus,
daß das eine Riegelorgan ein um eine zu den Falzflächen parallel verlaufende Achse
drehbares Sperrglied mit dreieckiger Umfangskontur aufweist, daß das andere Riegelorgan
eine Ausnehmung zur form- und kraftschlüssigen Aufnahme eines Eckbereichs des drehbaren
Sperrglieds besitzt, und daß die Achse des drehbaren Sperrglieds bei geschlossenem
Flügel zumindest im wesentlichen innerhalb der Ausnehmung und hinter einer die Ausnehmung
in Öffnungsrichtung des Flügels begrenzenden Stützwand gelegen ist.
[0007] Ferner wird bevorzugt das drehbare Sperrglied senkrecht zu der ihr zugeordneten Falzfläche
gegen eine Federeinheit verschiebbar zu lagern. Diese Maßnahme gewährleistet auch
bei nicht ganz exakter Montage ein problemloses und exaktes Ineinandergreifen von
Riegelorgan und Sperrglied bei zu schließendem bzw. geschlossenem Flügel, wobei in
der Verriegelungsstellung durch angreifende Kräfte kein Verdrehen des Sperrglieds
möglich ist und ein Lösen der in der Schließlage hergestellten Verriegelung nur erfolgen
kann, wenn der Flügel bestimmungsgemäß geöffnet, d.h. um seine Schwenkachse geschwenkt
wird.
[0008] Weitere vorteilhafte Merkmale und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen,
in der Beschreibung und in der Zeichnung angegeben.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung
erläutert; in der Zeichnung zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Schnittdarstellung einer montierten Aufdrücksperre bei geschlossenem
Flügel; und
- die Figuren 2 bis 5
- verschiedene Phasen der Öffnung des Flügels zur Erläuterung der sich dabei ergebenden
Funktionszustände der Aufdrücksperre nach Figur 1.
[0010] Die Figur 1 zeigt den bandseitigen Holm eines Flügels 1, der einem Blendrahmen 2
zugeordnet und um eine schematisch angedeutete Achse 17 schwenkbar ist.
[0011] Die Figur 1 zeigt den Flügel 1 in geschlossener Stellung, wobei zwischen Flügel 1
und Blendrahmen 2 eine Aufdrücksperre, bestehend aus den Riegelorganen 3, 4 wirksam
ist. Derartige Aufdrücksperren können je nach Bedarf an verschiedenen Stellen zwischen
Flügel 1 und Blendrahmen 2 vorgesehen werden.
[0012] Die Aufdrücksperre ist im Falzbereich 5 angeordnet, wobei das eine Riegelorgan 4
in der Flügelfalzfläche 6 und das andere Riegelorgan 3 an der Blendrahmenfalzfläche
7 angebracht, insbesondere verschraubt ist.
[0013] Das flügelseitige Riegelorgan 4 ist in einer Falznut 15 angeordnet und umfaßt ein
z.B. topfartiges Führungsteil 14, in dem ein Sperrgliedträger 13 gehalten und verschiebbar
geführt ist, und zwar gegen die Kraft einer bodenseitig vorgesehenen Federeinheit
16.
[0014] Der Sperrgliedträger 13 ist an seinem außenliegende Ende in Form eines Gabelbereichs
18 ausgebildet, wobei an den Gabelschenkeln eine Achse 8 gelagert und zwischen den
Gabelschenkeln und auf dieser Achse 8 ein Sperrglied 9 drehbar gelagert ist.
[0015] Dieses Sperrglied 9 besitzt die Umfangskontur eines gleichschenkeligen und gleichseitigen
Dreiecks mit abgerundeten Eckbereichen.
[0016] Das blendrahmenseitig befestigte Riegeloran 3 wird von einem Vollmaterialteil gebildet,
das eine Ausnehmung 10 aufweist, in die ein Eckbereich 11 des drehbaren Sperrglieds
9 eingreifen kann, und zwar derart, daß sich im Eingriffszustand eine form- und kraftschlüssige
Kupplung zwischen den beiden Riegelorganen 3, 4 ergibt.
[0017] Die Ausnehmung 10 wird in Öffnungsrichtung des Flügels 1 von einer Abstützfläche
19 begrenzt, die an der Innenseite einer stabilen Stützwand 12 des Riegelorgans 3
ausgebildet ist und die im wesentlichen senkrecht zu der Blendrahmenfalzfläche 7 verläuft.
[0018] Bei geschlossenem Flügel liegt die Achse 8, um die sich das Sperrglied 9 drehen kann,
zumindest im wesentlichen innerhalb des freien Endes der Stützwand 12, so daß Kräfte,
wie sie bei dem Versuch, den geschlossenen Flügel von außen aufzudrücken, auftreten
können, keine Bewegung des Sperrglieds 9 und insbesondere kein Drehen des Sperrglieds
9 um die Achse bewirken und damit auch kein Lösen der Verbindung zwischen den beiden
Riegelorganen 3, 4 verursachen können.
[0019] Ein Lösen der form- und kraftschlüssigen Kupplung zwischen den Riegelorganen 3 und
4 ist nur möglich, wenn der Flügel 1 um die Achse 17 geschwenkt, d.h. der Flügel 1
ordnungsgemäß geöffnet wird.
[0020] Figur 2 zeigt eine erste Phase des Aufschwenkens des Flügels 1 aus der in Figur 1
gezeigten geschlossenen Stellung. Das Schwenken des Flügel 1 erfolgt um die Achse
17, wobei sich das dreieckige Umfangskontur besitzende Sperrglied 9 unter Komprimierung
der Federeinheit 16 aus der Ausnehmung 10 des Riegelorgans 3 bewegt und sich über
die Stützwand 12 abwälzt.
[0021] Figur 3 zeigt den Öffnungsvorgang des Flügels in einem weiteren Stadium, wobei sich
das drehende Sperrglied 9 bis über einen freien Bereich 20, der gerundeten oder gefasten
(21) Stützwand 12 durch den Abwälzvorgang bewegt hat.
[0022] In Figur 4 ist der Öffnungswinkel des Flügels noch etwas weiter vergrößert, und es
ist zu sehen, daß sich dabei die Federeinheit 16 zunehmend entspannt.
[0023] Figur 5 zeigt die Öffnungsbewegung des Flügels 1 kurz vor der Beendigung des Kontakts
zwischen den beiden Riegelorganen 3, 4, d.h. kurz vor dem Lösen des Kontakts zwischen
dem drehbaren Sperrglied 9 und der Stützwand 12 des blendrahmenseitigen Riegelorgans
3.
[0024] Es ist ersichtlich, daß die sich beim Schließvorgang des Flügels 1 ergebenden Relativbewegungen
zwischen den beiden Riegelorganen 3, 4 analog und in umgekehrter Richtung ablaufen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0025]
- 1
- Flügel
- 2
- Blendrahmen
- 3
- Riegelorgan
- 4
- Riegelorgan
- 5
- Falzbereich
- 6
- Flügelfalzfläche
- 7
- Blendrahmenfalzfläche
- 8
- Achse
- 9
- Sperrglied
- 10
- Ausnehmung
- 11
- Eckbereich
- 12
- Stützwand
- 13
- Sperrgliedträger
- 14
- Führungsteil
- 15
- Falznut
- 16
- Federeinheit
- 17
- Flügel-Schwenkachse
- 18
- Gabelbereich
- 19
- Abstützfläche
- 20
- freier Bereich
- 21
- Rundung/Fasung
1. Aufdrücksperre zwischen dem Flügel (1) und dem Blendrahmen (2) einer Tür, eines Fensters
oder dergleichen, mit jeweils einem flügelseitigen und einem blendrahmenseitigen Riegelorgan
(3, 4), die verdeckt im Falzbereich (5) zwischen Flügelfalzfläche (6) und Blendrahmenfalzfläche
(7) angeordnet und in Schließstellung des Flügels (1) in Eingriff sind,
dadurch
gekennzeichnet,
daß das eine Riegelorgan (4) von einem zu den Falzflächen (6, 7) quer verlaufenden
und in den Falzbereich (5) ragenden Sperrglied (9) gebildet ist, und daß das andere
Riegelorgan (3) eine Ausnehmung (10) zur form- und kraftschlüssigen Aufnahme des Riegelorgans
(4) besitzt, wobei die Ausnehmung (10) hinter einer begrenzenden Stützwand (12) gelegen
ist.
2. Aufdrücksperre nach Anspruch 1,
dadurch
gekennzeichnet,
daß das eine Riegelorgan (4) ein um eine zu den Falzflächen (6, 7) parallel verlaufende
Achse (8) drehbares Sperrglied (9) mit dreieckiger Umfangskontur aufweist, daß das
andere Riegelorgan (3) eine Ausnehmung (10) zur form- und kraftschlüssigen Aufnahme
eines Eckbereichs (11) des drehbaren Sperrglieds (9) besitzt, und
daß die Achse (8) des drehbaren Sperrglieds (9) bei geschlossenem Flügel (1) zumindest
im wesentlichen innerhalb der Ausnehmung (10) und hinter einer die Ausnehmung (10)
in Öffnungsrichtung des Flügels (1) begrenzenden Stützwand (12) gelegen ist.
3. Aufdrücksperre nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch
gekenzeichnet,
daß das drehbare Sperrglied (9) senkrecht zu der ihm zugeordneten Falzfläche (6, 7)
gegen eine Federeinheit (16) verschwenkbar gelagert ist.
4. Aufdrücksperre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß das drehbare Sperrglied (9) in einem Gabelbereich (18) eines Sperrgliedträgers
(13) gelagert ist, der in einem in einer Falznut (15) aufgenommenen Führungsteil (14)
gegen die Federeinheit (16) verschiebbar angeordnet ist.
5. Aufdrücksperre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß das drehbare Sperrglied (9) einen Querschnitt in Form eines gleichschenkeligen
Dreiecks mit gerundeten Eckbereichen (11) besitzt.
6. Aufdrücksperre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Abstützfläche (19) an der Stützwand (12), an der bei geschlossenem Flügel
(1) eine Seitenfläche des drehbaren Sperrglieds (9) formschlüssig anliegt, zumindest
im wesentlichen senkrecht zu der zugeordneten Falzfläche (7) verläuft.
7. Aufdrücksperre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß das drehbare Sperrglied (9) flügelseitig angebracht ist.
8. Aufdrücksperre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die das drehbare Sperrglied (9) beaufschlagende Federeinheit (16) einstellbar
ist.
9. Aufdrücksperre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Stützwand (12) an ihrem freien Bereich (20) beispielsweise abgerundet (21)
gefast oder dergleichen ist.