[0001] Die Erfindung betrifft cellulosische Fasern oder Garne mit reduzierter Neigung zur
Fibrillenbildung sowie ein Verfahren zur Herstellung derartiger Fasern oder Garne,
wobei die Fasern vorzugsweise nach dem NMMO-Fadenbildungsprozeß hergestellt werden.
[0002] Cellulosische Fasern und Garne sind seit langem bekannt. Die wichtigsten klassischen
Herstellungsverfahren sind der sogenannte Kupferammoniumprozeß und das Viskoseverfahren.
[0003] Es ist ebenfalls bereits seit langem bekannt, cellulosische Polymere in einem Aminoxid
eines tertiären Amins, ggf. in Gegenwart von Wasser zu lösen und aus diesen Lösungen
durch Pressen durch Düsenwerkzeuge Formkörper wie Fasern, Filamente, Garne, Filme
u.dgl. herzustellen. Als besonders geeignet haben sich dabei Verfahren herausgestellt,
die mit N-Methylmorpholin-N-oxid arbeiten und die heute im Mittelpunkt des wirtschaftlichen
Interesses und der Entwicklungsarbeiten stehen. Verfahren zur Herstellung derartiger
Formkörper unter Verwendung von N-Methylmorpholin-N-oxid, im folgenden NMMO-Verfahren
genannt, bestehen im wesentlichen darin, daß man zunächst aus Cellulose, z.B. Baumwoll-Linters,
Zellstoff u.dgl., Wasser und NMMO eine Suspension herstellt und diese durch Erwärmen
und Entzug eines Teils des Wassers in eine Lösung überführt.
[0004] Diese Lösung wird sodann filtriert und durch eine Düse, vorzugsweise unter Zwischenschaltung
eines Luftspalts, in ein meistens wäßriges Fällbad extrudiert, wobei durch Koagulation
die Formkörper wie Fäden, Garne, Filme u.dgl. entstehen. Diese Formkörper werden sodann
gewaschen, um noch vorhandenes tertiäres Aminoxid zu entfernen. Anschließend kann
der Formkörper getrocknet und in üblicher Weise weiterverarbeitet, z.B. aufgewickelt
werden, usw.
[0005] Das NMMO-Verfahren zeichnet sich gegenüber den klassischen Verfahren zur Herstellung
von cellulosischen Formkörpern vor allem dadurch aus, daß es sich dabei im wesentlichen
um physikalische Vorgänge handelt, so daß zumindest theoretisch keine chemischen Reaktionen
stattfinden und keine chemischen Nebenprodukte entstehen, die als Abfallprodukte entsorgt
oder durch chemische Methoden wieder in die Ausgangsprodukte umgewandelt werden müßten.
Das NMMO-Verfahren gehört somit grundsätzlich zu den sehr umweltfreundlichen Verfahren.
Außerdem ist das eigentliche Ausgangsprodukt ein nachwachsender Rohstoff, und das
cellulosische Endprodukt ist biologisch bestens abbaubar.
[0006] Es hat sich aber gezeigt, daß die cellulosischen Fasern, insbesondere solche, die
nach dem NMMO-Verfahren hergestellt werden, vor allem im nassen Zustand zur Fibrillierung
neigen, vor allem, wenn mechanische Kräfte auf die Fasern einwirken. Dies ist u.a.
beim Färben der Fall, es tritt auch bereits beim Waschen der Fasern auf, wenn sie
nach Verlassen des Fällbades von noch vorhandenem Lösungsmittel befreit werden sollen.
Die einmal vorhandenen Fibrillen machen sich natürlich bei allen Weiterverarbeitungsvorgängen,
auch im trockenen Zustand, mehr oder weniger unangenehm bemerkbar.
[0007] So bildet sich Staub in stärkerem Maße, es spalten sich feine Fibrillen ab, die sich
kringelförmig zusammenrollen. Auch können ganze Fibrillen abreißen.
[0008] Es mag zwar zutreffen, daß die Fibrillenbildung für die Erzielung spezieller Oberflächeneffekte
von Nutzen sein kann, aber für die meisten Einsatzzwecke ist die Fibrillenbildung
unerwünscht.
[0009] Man hat sich schon bemüht, den Nachteilen der Fibrillenbildung dadurch entgegen zu
wirken, daß man z.B. gefärbte Gewebe mit marktgängigen, formaldehydarmen Cellulosevernetzern
ausrüstet. Dadurch wird zwar die Fibrillenbildung im Gewebe reduziert, man muß jedoch
in Kauf nehmen, daß das Gewebe einen härteren Griff aufweist.
[0010] Eine entsprechende Vernetzung vor dem Färben bringt mit sich, daß neben anderen Nachteilen
auch die Anfärbbarkeit erheblich reduziert wird.
[0011] Ein weiteres Verfahren zur Reduzierung der Fibrillenbildung wird in der internationalen
Patentanmeldung WO 92-07124 beschrieben. Dieses Verfahren besteht im wesentlichen
darin, daß man die noch nicht getrockneten Cellulosefasern mit einer wäßrigen Lösung
oder Dispersion eines Polymeren behandelt, das eine Vielzahl von kationischen Gruppen
besitzt. Da diese Polymere aber sehr leicht wieder ausgewaschen werden, wird empfohlen,
einen Vernetzer mitzuverwenden, insbesondere zusammen mit einem Katalysator. Dabei
wird jedoch die Anfärbbarkeit der Faser ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, ferner
geht die Dehnung der Fasern zurück.
[0012] Obwohl bereits zahlreiche Methoden bekannt sind, die Fibrillenbildung bei cellulosichen
Fasern zu reduzieren, besteht noch ein Bedürfnis nach verbesserten Fasern und Garnen
mit reduzierter Fibrillenbildung sowie nach verbesserten und wirtschaftlich arbeitenden
Verfahren zur Herstellung derartiger Fasern.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, cellulosische Fasern und Garne zur Verfügung
zu stellen, insbesondere solche, welche nach dem NMMO-Verfahren gewonnen wurden, die
über eine reduzierte Neigung zur Fibrillenbildung verfügen, die gleichzeitig aber
eine sehr gute Anfärbbarkeit besitzen, daß heißt eine Anfärbbarkeit, die im wesentlichen
der Anfärbbarkeit von unbehandelten Fasern entspricht bzw. nur unwesentlich reduziert
ist, und deren mechanische textile Daten, insbesondere die Dehnung gegenüber unbehandelten
Fasern nicht oder nur unwesentlich verschlechtert sind. Aufgabe der Erfindung ist
es ferner, ein entsprechendes Verfahren zur Verfügung zu stellen, mit dem derartige
Fasern zugänglich sind, das wirtschaftlich arbeitet, zu reproduzierbaren Ergebnissen
führt, das kontinuierlich arbeitet, das eine hohe Spinngeschwindigkeit erlaubt und
das keine nachträglichen diesbezüglichen Reinigungs- oder Neutralisierungsstufen benötigt.
[0014] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung von cellulosischen
Fasern oder Garnen mit reduzierter Neigung zur Fibrillenbildung durch Behandeln von
nach dem Fadenbildungsprozeß gewaschenen aber noch nicht getrockneten Fasern oder
Garnen mit einem Vernetzungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß man die Fasern oder
Garne mit amino-, polyalkylenoxid-, epoxy- oder carboxylfunktionell modifizierten,
reaktiven Polysiloxanen unter Selbstvernetzung derselben behandelt.
[0015] Vorzugsweise werden die reaktiven Siloxane in Kombination in an sich bekannten insbesondere
aber mit formaldehydarmen oder -freien Vernetzern eingesetzt.
[0016] Die reaktiven Polysiloxane sind vorzugsweise seitenkettenmodifiziert.
[0017] Vorzugsweise werden Fasern oder Garne behandelt, welche entsprechend dem NMMO-Verfahren
gewonnen wurden.
[0018] Es ist besonders vorteilhaft, die selbstvernetzenden, reaktiven Polysiloxane als
wäßrige Dispersion oder als Lösung in einer Konzentration von 0,1 bis 5%, berechnet
als reaktives Polysiloxan einzusetzen. Lösungen der Siloxane können als wäßrige, alkoholische
oder wäßrig/ alkoholische Lösungen vorliegen; die Lösungen können aber auch unter
Verwendung anderer Lösungsmittel wie Toluol, Aceton u.dgl. hergestellt worden sein.
[0019] Als wäßrige Dispersionen sind wäßrige Mikroemulsionen besonders geeignet. Unter Mikroemulsionen
versteht man besonders feinteilige Emulsionen, bei denen die Partikelgrößen der verteilten
Flüssigkeitsteilchen vorwiegend im Nanometerbereich liegen, z.B. bei 40 nm.
[0020] Die Emulsionen können übliche ionische oder nichtionische Emulgatoren enthalten.
[0021] Die erfindungsgemäße Behandlung findet vorzugsweise bei einer Temperatur von 180
bis 250°C statt, wobei Behandlungszeiten von 0,5 Sekunden bis 5 Minuten, insbesondere
10 Sekunden bis 20 Sekunden, bevorzugt werden. Die Behandlung an einer heißen Kontaktplatte
ist besonders vorteilhaft.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich vorteilhaft kontinuierlich durchführen.
[0023] Die Behandlung der noch nicht getrockenten Fasern, Fäden, Filamenten, Garnen u.dgl.
mit den reaktiven Polysiloxanen unter Bedingungen, bei denen im wesentlichen lediglich
eine Selbstvernetzung des eingesetzten Siloxans stattfindet, kann auf verschiedene
Weise geschehen. So kann man die Fasern durch ein Bad ziehen, welches aus der Siloxan-Dispersion
bzw. -Lösung besteht. Eine weitere Möglichkeit, das reaktive Polysiloxan aufzubringen,
besteht zum Beispiel darin, daß man die Dispersion oder die Lösung mit Hilfe entsprechender
Vorrichtungen aufsprüht. Es ist aber auch eine Applikation mit Hilfe von Rollen möglich,
über welche die Fasern geleitet werden, so daß sie das gelöste oder dispergierte Siloxan
aufnehmen. Entsprechende Rollen, die auch über Rillen verfügen können, sind bekannt.
[0024] Nach dem Tränken, Aufsprühen oder Aufbringen des Siloxans wird die Faser zweckmäßigerweise
zwischen zwei Walzen durchgeführt, um überschüssige Lösung oder Dispersion abzuquetschen.
Die Faser wird sodann einer Zone zugeführt, in der eine erhöhte Temperatur herrscht.
Vorzugsweise weist diese Strecke eine Temperatur von 180 bis 250°C auf. Diese Behandlung
bei der erhöhten Temperatur beinhaltet gleichzeitig eine Trocknung der Fasern. In
dieser Temperaturzone findet eine Vernetzung des aufgebrachten Siloxans statt, die
im wesentlichen aus einer Selbstvernetzung besteht, d.h. eine Vernetzung des Polysiloxans
mit den OH-Gruppen der Cellulose findet nicht oder nur in untergeordnetem Maße statt.
[0025] Es versteht sich von selbst, daß die Zeit, bei der die Selbstvernetzung stattfindet,
von der Temperatur abhängig ist. So reicht eine Behandlung von 1 bis 20 Sekunden bei
einer Temperatur von 250°C meistens völlig aus um die Selbstvernetzung zu bewirken.
[0026] Auf diese Weise ist eine sehr hohe Produktivität und Arbeitsgeschwindigkeit möglich.
[0027] Für die Behandlung bei höherer Temperatur kann ein üblicher mit heißer Luft betriebener
Konvektionstrockner eingesetzt werden.
[0028] Es sind jedoch auch weitere Methoden möglich. So können die Fasern oder das Garn
z.B. über eine Kontaktheizplatte geleitet werden, die auf eine Temperatur von beispielsweise
250°C eingestellt ist. Bei Verwendung von Kontaktheizplatten ist die Behandlungsdauer
meistens noch kürzer, als das bei einem konventionellen Konvektionstrockner der Fall
ist. So reichen schon Zeiten von etwa 0,5 bis 1 bis 2 Sekunden aus, um die Selbstvernetzung
zu bewirken und die Faser zu trocknen.
[0029] Es ist auch möglich, zusätzlich zu der Kontaktheizplatte noch heiße Luft einzusetzen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß man die Fasern mit Strahlen behandelt,
z.B. mit Mikrowellen, UV-Licht u.dgl.
[0030] Das erfindungsgemäße Verfahren kann beispielsweise wie folgt durchgeführt werden:
[0031] Ein Slurry bestehend aus ca. 13% Cellulose (80% Viskokraft ELV und 20% Viskokraft
VHV, im Handel erhältliche Cellulose-produkte z.B. bei der Firma International Pulp
Sales Comp., New York, USA), 87% wäßriger NMMO-Lösung mit einem Wassergehalt von ca.
20° wird kontinuierlich einem Extruder zugeführt, der eine Einrichtung enthält, um
Wasser zu entziehen.
[0032] Durch teilweise Wasserabtrennung entsteht eine Spinnlösung der Zusammensetzung: Cellulose
14%, Wasser 11%, NMMO 74,86%. Die Spinnlösung enthält zusätzlich als Stabilisator
0,14% Gallussäurepropylester.
[0033] Diese Spinnlösung, welche eine Temperatur von 120°C besitzt, wird mittels einer Spinnpumpe
durch eine Spinndüse mit 50 Löchern - der Einzellochdurchmesser beträgt 130 um - in
einen Luftspalt gepreßt. Der Luftspalt hat eine Länge von 18 cm. In dem Luftspalt
findet eine Verstreckung von 15.9 statt; anschließend werden die Filamente in einem
wäßrigen Fällbad koaguliert.
[0034] Die Fäden werden aus dem Fällbad abgezogen und in eine Waschstrecke geführt, in der
das im Faden noch verbliebene NMMO ausgewaschen wird. Nach Verlassen der Waschstrecke
wird ein Teil des Wassers abgestreift; zusätzlich wird die Faser mit einem Luftstrahl
von Zimmertemperatur angeblasen, so daß die Faser noch einen Restwassergehalt von
ca. 300% aufweist. Über eine rotierende Galette wird eine wäßrige Dispersion des aktiven
Siloxans aufgebracht. Nach Passieren einer Abquetschwalze wird die Faser durch einen
Konvektionstrockner geleitet, der eine Temperatur von 250°C aufweist. Die Verweilzeit
der Faser im Trockner beträgt 10 Sekunden.
[0035] Nach Verlassen des Trockners wird die Faser unter Verwendung einer Düse auf einen
Feuchtigkeitsgehalt von 11% eingestellt. Dabei wird gleichzeitig eine übliche Avivage
aufgetragen.
[0036] Der vorstehende Versuch wurde mit verschiedenen Vernetzerkonzentrationen im Bad gefahren.
Es kam stets ein Garn mit 50 Faden und einem Gesamttiter von 75 dtex zum Einsatz.
Zum Aufbringen des Vernetzungsmittels wurde eine wäßrige Mikroemulsion verwendet,
die im Handel unter der Bezeichnung CT 96 E bei der Firma Wacker-Chemie GmbH, München
erhältlich ist.
Tabelle 1
| Garn 75f50 |
Vernetzerkonzen/Bad CT 96 E [Gew.%] |
Reißzeiten [Min.] |
Dehnung [%] |
Fein. Kraft [cN/tex] |
Modul 0.5-0.7% [cN/tex] |
Anfärbbarkeit [L] |
| Blindversuch |
- |
0.9 |
7.0 |
32.1 |
1486 |
47.6 |
| Versuchs- Nr. |
|
|
|
|
|
|
| 1 |
0.10 |
1.8 |
8.5 |
32.6 |
1496 |
47.1 |
| 2 |
0.25 |
2.1 |
8.3 |
32.4 |
1580 |
43.6 |
| 3 |
0.30 |
2.3 |
8.1 |
33.3 |
1567 |
46.5 |
| 4 |
0.50 |
3.1 |
9.0 |
33.7 |
1615 |
44.5 |
| 5 |
1.00 |
6.5 |
8.8 |
33.5 |
1558 |
44.1 |
| 6 |
1.50 |
7.5 |
9.0 |
33.4 |
1515 |
43.9 |
| 7 |
2.00 |
>15.0 |
8.6 |
33.2 |
1563 |
43.7 |
| 8 |
2.50 |
>15.0 |
8.5 |
31.8 |
1479 |
46.4 |
[0037] Oberflächenvernetzung
an nassen Garnen mit CT 96 E bei 250°C für 10 Sekunden und die Ergebnisse bei den Textildaten und
der Anfärbbarkeit
Tabelle 2
| Garn 75f50 |
Vernetzerkonzentration/Bad CT 96 E [Gew.%] |
Reißzeiten [Min.] |
Dehnung [%] |
Fein. Kraft [cN/tex] |
Modul 0.5-0.7% [cN/tex] |
Anfärbbarkeit [L] |
| Blindversuch |
- |
0.7 |
5.6 |
33.5 |
1188 |
50.4 |
| Versuchs- Nr. |
|
|
|
|
|
|
| 9 |
0.20 |
0.8 |
4.6 |
32.1 |
1313 |
51.2 |
| 10 |
0.5 |
0.7 |
4.7 |
32.2 |
1319 |
40.5 |
| 11 |
1.0 |
0.9 |
4.8 |
32.0 |
1380 |
49.6 |
| 12 |
1.5 |
2.1 |
4.6 |
31.6 |
1421 |
50.3 |
| 13 |
2.5 |
3.2 |
5.4 |
31.5 |
1337 |
49.8 |
[0038] Oberflächenvernetzung
an trockenen Garnen mit CT 96 E bei 250°C für 10 Sekunden und die Ergebnisse bei den Textildaten und
der Anfärbbarkeit
[0039] Die in Tabelle 1 zusammengestellten Werte zeigen, daß eine Selbstvernetzung am nassen
Garn, das heißt, welches noch nicht getrocknet wurde und somit noch die Primärquellung
besitzt, eine hervorragende Dehnung hat, d.h. die Dehnung ist nicht reduziert. Die
Anfärbbarkeit ist hervorragend. Insbesondere die Reißzeiten sind sehr hoch und gegenüber
den Reißzeiten am unbehandelten Faden mindestens verdoppelt, wozu bereits eine sehr
niedrige Konzentration des Vernetzers im Bad ausreicht. Bei Konzentrationen von 2%
Vernetzer im Vernetzungsbad wird die Reißzeit von 0.9 Minuten auf mehr als 15 Minuten
erhöht, d.h. um mehr als eine Größenordnung.
[0040] Zur Beurteilung der Anfärbbarkeit dient die Zahl L, die auf folgende Weise gemessen
wurde:
Anfärbbarkeit:
[0041] Die Anfärbung der Faser wurde nach folgender Rezeptur durchgeführt:
I. Vorbereitung:
- a. Vorreinigung:
- 2 ml/l Elvapur N 90 (erhältlich bei der Firma Akzo Nobel Chemicals, Düren), 1 g/l
Soda kalz., 20 Minuten bei 60°C behandeln
- b. Spülen:
- Permutitwasser, kalt
II. Färben: Flottenverhältnis 1:30 (Permutitwasser)
0.5 g/l Solophenylblau GL (erhältlich bei der Firma Ciba-Geigy, Basel, Schweiz), 250%
bezogen auf Gewebegewicht 5 g/l Glaubersalz kalz.
Dem 60°C warmen Färbebad wird der gut gelöste Farbstoff zugesetzt und das Gewebe 15
Minuten bei gleichbleibender Temperatur gefärbt. Dann werden 5 g/l Glaubersalz (mit
kochendem Wasser gelöst) in 3 Portionen innerhalb 5 Minuten zugegeben und weitere
15 Minuten bei gleichbleibender Temperatur gefärbt. Die Gesamtfärbezeit beträgt 35
Minuten.
III. Nachbehandlung:
- a. Spülen:
- Mit Brunnenwasser gut spülen
- b. Trocknen:
- Gewebe auf Trockenrahmen auspannen und bei Raumtemperatur trocknen
[0042] Die Messung der Anfärbbarkeit der Gewebe wurde mit Hilfe der Minolta Chroma-Meter
Cr-300, Cr-310 und CR-331 durchgeführt.
[0043] Der Wert L ist ein Maß für die Helligkeit des gefärbten Produkts. Je niedriger dieser
Wert ist, umso besser ist die Anfärbbarkeit.
[0044] In Tabelle 2 werden die Werte wiedergegeben, die an einem an sich gleichen Garn wie
in Tabelle 1 erhalten worden sind mit dem Unterschied, daß die behandelten Garne bereits
vor der Behandlung getrocknet worden sind, d.h. keine Primärquellung mehr besaßen.
Die Reißzeiten sind gegenüber dem unbehandelten Garn bei den niedrigeren Konzentrationen
praktisch unverändert. Erst bei erhöhten Konzentrationen ist eine Verbesserung festzustellen,
die jedoch keineswegs an die Verbesserung heranreichen kann, welche bei noch nicht
getrockneten Garnen erhalten werden.
[0045] Gegenstand der Erfindung sind ferner cellulosische Fasern und/oder Garne mit reduzierter
Neigung zur Fibrillenbildung, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern oder Garne eine
auf die noch die Primärquellung besitzenden Fasern aufgebrachte Beschichtung aufweisen,
die aus im wesentlichen selbstvernetzten, mindestens bifunktionellen reaktiven Siloxanen,
wie in Anspruch 1 definiert, besteht. Vorzugsweise beträgt die Menge der Beschichtung
0,1 bis 1 Gew.% bezogen auf die cellulosischen Fasern bzw. Garne. Die Fasern sind
weiter dadurch gekennzeichnet, daß sie eine, verglichen mit den nicht behandelten
Fasern oder Garnen, keine oder nur unwesentliche Reduzierung der Dehnung und Anfärbbarkeit
aufweisen. Sie sind ferner dadurch gekennzeichnet, daß sie gegenüber den nicht behandelten
Fasern eine mindestens doppelt so hohe Reißzeit aufweisen.
[0046] Vorzugsweise sind die Fasern oder Garne nach dem NMMO-Fadenbildungsprozeß hergestellt
worden.
Die Reißzeit ist ein Maß für die Fibrillierungstendenz der Fasern bzw. Garne (s. Tabellen
I und II). Zur Messung der Reißzeit wird, wie in Figur 1 dargestellt, ein Bündel (1)
aus 50 Filamenten, das an einem Ende mit einer Fadenklemme (2) fixiert ist, durch
einen Fadenführer (3) geführt. Das Bündel (1) wird mit einem Y-Stück (4) in Bezug
auf einen Ejektor (10) justiert. An den Ejektor (10) schließt sich ein Fadenführer
(5) an, mit dem eine Umlenkung des Bündels (1) erfolgt, das an seinem zweiten Ende
mit einem Gewicht 6 von 20 Gramm belastet wird. Der Abstand zwischen dem ersten Fadenführer
(3) und dem Y-Stück (4), sowie zwischen dem Y-Stück (4) und dem Ejektoreintritt, beträgt
jeweils ca. 3 cm. Der Abstand zwischen Ejektoraustritt und dem zweiten Fadenführer
(5) beträgt etwa 11 cm. Der Ejektor (10) hat eine Länge von 22 mm.
[0047] Wie in Figur 2 perspektivisch dargestellt, weist der Ejektor (10) einen Eintrittsspalt
(11) mit quadratischem Querschnitt für das Bündel (1) auf. Die Breite b
e und die Höhe h
e des Eintrittsspalts (11) betragen 1 mm. Im Abstand l
e von 8 mm vom Eintrittsspalt (11) weist der sich durch den gesamten Ejektor (10) erstreckende
Fadenkanal (12) in den beiden Seitenwänden (13, 13') sich gegenüberliegende Flüssigkeitszuführkanäle
(14, 14') auf. Durch diese Flüssigkeitszuführkanäle (14, 14') strömt Wasser mit einer
Temperatur von etwa 25°C unter einem Winkel a von 15° relativ zur Achse des Bündels
(1). Das Wasser fließt mit einem Volumenstrom von insgesamt 45 l/h in den Fadenkanal
(12) und tritt am Austrittsspalt (15) aus dem Ejektor (10) aus. Die Breite b
z der Flüssigkeitszuführkanäle (14, 14') beträgt 0,6 mm und ihre Höhe h
z 1 mm. Die Länge l
z der Zuführkanäle (14, 14') beträgt 6 mm. Die Breite b des Fadenkanals (12) von der
Einmündung der Flüssigkeitszuführkanäle (14, 14') bis zum Austrittsspalt (15) beträgt
1,2 mm. Die Höhe h beträgt 1 mm. Die Speisung mit Wasser erfolgt durch Bohrungen (16,
16') mit einem Durchmesser von 4 mm von der Unterseite des Ejektors (10). Der Ejektor
(10) ist von oben mit einem nicht dargestellten, plan aufliegenden Deckel verschlossen.
[0048] Zur Bestimmung der Reißzeit wird das Filamentbündel (1) gemäß Figur 1 in die Vorrichtungsteile
eingelegt und mit dem Gewicht belastet. Die Wasserzuführung in dem Ejektor (10) stellt
den Beginn der Zeitmessung dar. Die Zeitmessung wird zu dem Zeitpunkt beendet, in
dem das Gewicht herabfällt, d.h. wenn das Bündel durchreißt. Für jedes Beispiel wurden
10 Einzelmessungen durchgeführt, und die angegebenen Daten für die Reißzeit stellen
jeweils Mittelwerte aus diesen 10 Messungen dar. Je höher dieser Wert ist, desto geringer
ist die Fibrillierung.
[0049] Funktionell reaktiv im Rahmen der Erfindung bedeutet, daß bei der Behandlung der
Fasern mit dem Beschichtungsmittel, bei dem vorzugsweise eine erhöhte Temperatur angewandt
wird, eine Vernetzung des aufgebrachten Mittels mit sich selbst stattfindet so etwa
wie bei einer Selbstkondensation und daß praktisch keine Vernetzung mit der Cellulose,
d.h. mit den Hydroxylgruppen der Cellulose stattfindet.
[0050] Da eine Vernetzung mit der Cellulose bei dieser Behandlung vermieden werden soll,
kann die Selbstvernetzung prinzipiell in Abwesenheit von Katalysatoren durchgeführt
werden.
[0051] Es kann zwar möglich sein, daß z.B. bei einer Lagerung eine Nachvernetzung stattfindet.
Bisweilen ist dies sogar erwünscht und kann z.B. durch pH-Wert-Einstellung und/oder
Katalysatoren gefördert werden. Diese Nachvernetzung unterscheidet sich jedoch von
einer direkten Vernetzung, bei der die verschiedenen OH-Gruppen der Cellulosemoleküle
brückenartig miteinander vernetzt werden, dadurch, daß das durch Selbstvernetzung
entstandene Netzwerk nur noch an einzelnen Stellen mit Cellulose verbunden ist. Dabei
entsteht sozusagen ein weitmaschiges elastisches Netzwerk, das nur an wenigen Stellen
mit der Cellulose verankert ist.
[0052] Die Selbstvernetzung wird vorzugsweise bei pH-Werten von 4 bis 12 durchgeführt.
[0053] Reaktive Polysiloxane, die unter den Bedingungen der Selbstvernetzung verwendet werden
können, werden z.B. in Textilveredlung 20 (1985) Nr. 1, Seiten 8 bis 12 beschrieben.
Die amino-, polyalkylenoxid- und epoxid funktionell modifizierten reaktiven Siloxane
werden in diesem Aufsatz beispielhaft durch Formeln wiedergegeben, die den Abbildungen
7, 9, 10 entsprechen. Carboxylfunktionell modifizierte Polysiloxane weisen als Seitenkettenmodifikation
entsprechend die Carboxylgruppe auf. Es werden vorzugsweise die an der Seitenkette
funktionell modifizierten Polysiloxane verwendet. Die Polysiloxane können einfach
seitenkettenmodifiziert sein, d.h. sie weisen nur funktionelle Gruppen einer bestimmten
Art auf, es ist aber auch möglich, zweifach modifizierte Siloxane einzusetzen, d.h.
Polysiloxane, die unterschiedliche funktionelle Gruppen besitzen.
[0054] Die Endgruppen der modifizierten Polysiloxane sind vorzugsweise Hydroxyl-, Alkoxy-
und gesättigte Alkylgruppen insbesondere die Methylgruppe. Polysiloxane mit der Vinylgruppe
als Endgruppe sind im Rahmen der Erfindung weniger geeignet.
[0055] Die funktionell modifizierten Polysiloxane, welche erfindungsgemäß eingesetzt werden,
sind durchweg im Handel erhältliche Produkte. So werden z.B. in dem Prospekt der Firma
Wacker Chemie GmbH, D81737 München "Textil und Silkone, Weichmacher und Elastomere"
(Nr. 4696.3/93(8)) 90, Seite 10 aminofunktionelle Silikone dargestellt, wie sie erfindungsgemäß
zum Einsatz gelangen können. Weitere verwendbare funktionelle Silikone sind dem Prospekt
zu entnehmen. Geeignete Mikroemulsionen werden dort ebenfalls angeboten, z.B. die
Silikonmikroemulsion CT96E auf Seite 14 des Prospekts.
[0056] Die erfindungsgemäß eingesetzten funktionellen reaktiven Polysiloxane werden bevorzugt
mit weiteren üblichen Vernetzern, insbesondere in Kombination mit formaldehydarmen
oder formaldehydfreien Vernetzern eingesetzt. Derartige mitverwendbare Vernetzer werden
in folgenden Literaturstellen beschrieben, auf die sich hier ausdrücklich bezogen
wird:
1. Stephen B. Sello
"Functional Finishes For Natural and Synthetic Fibres"
Journal of Applied Polymer Science: Applied Polymer Symposium 31, 229-249 (1977)
2. Clark M. Welch
"Durable Press Finishing without Formaldehyde"
Textile Chemist and Colorist, NMay 1990/Vol.22, No. 5, p. 13 - 16
3. Menachem Lewin and Stephen B. Sello
Handbook of Fiber Science and Technology: Volume II
Chemical Processing of Fibers and Fabrics
4. H. Mark
Chemical Aftertreatment of Textiles
John Wiley & Sons, Inc. 1971 ISBN 0-471-56989-5
[0057] Im Unterschied zu der erfindungsgemäßen Verwendung dienen die Silikone in dem dort
angegebenen Aufsatz zum Vernetzen bei Cellulosefasern, die keine Primärquellung mehr
aufweisen, d.h. bereits getrocknet worden sind, z.B. um den Fasern eine wasserabweisende
Ausrüstung zu verleihen.
[0058] Die Behandlung unter Selbstvernetzungsbedingungen wird hingegen erfindungsgemäß an
den Fasern, Fäden und Garnen zwischen der Waschstrecke, die sich an das Spinnbad anschließt
und dem Trockner durchgeführt. Das heißt die Behandlung findet an den noch nicht getrockneten
Fasern statt.
[0059] Unter Fasern sind im Rahmen der Erfindung auch Filamente, d.h. Endlos-Fasern zu verstehen.
[0060] Es war besonders überraschend, daß man mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Fasern,
Filamente und Garne erhält, die im wesentlichen noch ihre ursprüngliche Dehnung aufweisen
und eine hervorragende Anfärbbarkeit besitzen und darüber hinaus eine unerwartet hohe
Reduzierung der Neigung zur Fibrillenbildung besitzen. Die Fasern können in üblicher
Weise weiterverarbeitet werden, d.h. aufgewickelt zu Garnen der verschiedensten Titer
verarbeitet werden. Es können Gewebe, Gewirke und sonstige textile Flächengebilde
hergestellt werden, die sich durch ihre niedrige Fibrillierneigung vorteilhaft gegenüber
anderen Produkten auszeichnen.
[0061] Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich Fasern, Filamente und Garne aus
allen üblichen cellulosischen Rohstoffen Produkten wie Baumwoll-Linters, Zellstoff
u.dgl. herstellen.
1. Verfahren zur Herstellung von cellulosischen Fasern oder Garnen mit reduzierter Neigung
zur Fibrillenbildung durch Behandeln von nach dem Fadenbildungsprozeß gewaschenen
aber noch nicht getrockneten Fasern oder Garnen mit einem Vernetzungsmittel, dadurch
gekennzeichnet, daß man die Fasern oder Garne mit amino-, polyalkylenoxid-, epoxy-
oder carboxylfunktionell modifizierten, reaktiven Polysiloxanen unter Selbstvernetzung
derselben behandelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man seitenkettenmodifizierte
reaktive Polysiloxane verwendet.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung
in Kombination mit an sich bekannten, insbesondere formaldehydarmen oder formaldehydfreien
Vernetzern durchführt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man Fasern
oder Garne behandelt, welche durch einen Fadenbildungsprozeß nach dem NMMO-Verfahren
gewonnen wurden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man zum Behandeln
der Fasern oder Garne eine wäßrige Dispersion oder eine Lösung in einer Konzentration
von 0,1 bis 5 Gew.%, berechnet als reaktives Siloxan verwendet.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichent, daß man zur Behandlung
der Fasern oder Garne eine wäßrige Mikroemulsion verwendet.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung
bei einer Temperatur von 180 bis 250°C durchführt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung
an einer heißen Kontaktplatte durchführt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung
an heißen Galetten durchführt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung
in heißer Luft durchführt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß manm die Behandlung
in heißer Luft in Kombination mit einer heißen Kontaktplatte und/oder heißen Galetten
durchführt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß man das Verfahren
kontinuierlich durchführt.
13. Cellulosische Fasern oder Garne mit reduzierter Neigung zur Fibrillenbildung, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fasern oder Garne eine auf die noch eine Primärquellung besitzenden
Fasern oder Garne aufgebrachte Beschichtung aufweisen, die aus im wesentlichen selbstvernetzten,
amino-, polyalkylen-, epoxy- oder carboxylfunktionell modifizierten reaktiven Polysiloxanen
besteht.
14. Fasern oder Garne nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch eine Beschichtungsauflage
von 0,1 bis 1 Gew.% bezogen auf Gewicht cellulosische Faser, Filamente oder Garne.
15. Fasern, Fäden oder Garne nach Anspruch 13 oder 14, gekennzeichnet durch eine mindestens
doppelt so hohe Reißzeit, bezogen auf die Reißzeit von gleichen Fasern oder Garnen,
jedoch ohne Beschichten von selbstvernetzten, mindestens bifunktionellen reaktiven
Siloxanen.
16. Cellulosische Fasern oder Garne nach einem oder mehreren der Ansprüche 13 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern oder Garne nach dem NMMO-Fadenbildungsprozeß
hergestellt worden sind.
1. Process for manufacturing cellulose fibers or yarns with a reduced tendency to form
fibrils by treating fibers or yarns, which are washed after the filament forming process
but not yet dried, with a cross-linking agent, characterized in that the fibers or
yarns are treated with reactive polysiloxanes which are modified with amino, polyalkylene
oxide, epoxy or carboxyl functional groups and which cross-link with themselves.
2. Process according to Claim 1, characterized in that reactive polysiloxanes are employed
which are side chain modified.
3. Process according to one of Claims 1 to 2, characterized in that the treatment is
carried out in combination with cross-linking agents known per se, in particular agents
with low or no formaldehyde.
4. Process according to one of Claims 1 to 3, characterized in that fibers or yarns are
treated which were obtained by filament formation according to the NMMO process.
5. Process according to one of the Claims 1 to 4, characterized in that an aqueous dispersion
or a solution with a concentration of 0.1 to 5 per cent by weight, calculated as reactive
siloxane, is used for the treatment of the fibers or yarns.
6. Process according to one of Claims 1 to 5, characterized in that an aqueous microemulsion
is used for the treatment of the fibers or yarns.
7. Process according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the treatment is
carried out at a temperature of 180 to 250°C.
8. Process according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the treatment is
carried out on a hot contact plate.
9. Process according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the treatment is
carried out on hot galettes.
10. Process according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the treatment is
carried out in hot air.
11. Process according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the treatment is
carried out in hot air in combination with a hot contact plate and/or hot galettes.
12. Process according to one of Claims 1 to 11, characterized in that the process is carried
out continuously.
13. Cellulose fibers or yarns with a reduced tendency to form fibrils, characterized in
that the fibers or yarns exhibit a coating which is applied to the fibers or yarns
still exhibiting a primary swelling and which consists of reactive polysiloxanes which
are modified with amino, polyalkylene, epoxy or carboxyl functional groups and which
are essentially self cross-linked.
14. Fibers or yarns according to Claim 13, characterized by a coating thickness of 0.1
to 1 per cent by weight in relation to the weight of the cellulose fibers, filaments
or yarns.
15. Fibers, filaments or yarns according to Claim 13 or 14, characterized by a breaking
time which is at least twice as high compared to the breaking time of identical fibers
or yarns which lack coating with self cross-linked, at least bifunctional reactive
siloxanes.
16. Cellulose fibers or yarns according to one or more of Claims 13 to 15, characterized
in that the fibers or yarns were produced according to the NMMO filament formation
process.
1. Procédé pour la fabrication de fibres ou fils cellulosiques ayant une tendance réduite
à la fibrillation, par traitement des fibres ou fils lavés en sortie de l'étape de
formation des fibres mais non encore séchés, avec un agent de réticulation, caractérisé
par le fait que l'on traite les fibres ou fils avec des polysiloxanes réactifs fonctionnalisés
par des groupes amino, polyalkylèneoxy, époxy ou carboxy, et l'autoréticulation de
ceux-ci.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que l'on utilise des polysiloxanes
réactifs fonctionnalisés au niveau des chaînes latérales.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 à 2, caractérisé par le fait que l'on réalise
le traitement en utilisant en outre des agents de réticulation connus, en particulier
des agents de réticulation pauvres en formaldéhyde ou exempts de formaldéhyde.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé par le fait que l'on traite
des fibres ou fils obtenus par une étape de formation de fibres selon un procédé utilisant
le N-oxyde de N-méthylmorpholine (procédé NMMO).
5. Procédé selon une des revendications 1 à 4, caractérisé par le fait que l'on utilise
pour le traitement des fibres ou fils une dispersion aqueuse ou une solution ayant
une concentration en siloxane réactif comprise entre 0,1 et 5 % en poids.
6. Procédé selon une des revendications 1 à 5, caractérisé par le fait que l'on utilise
pour le traitement des fibres ou fils une microémulsion aqueuse.
7. Procédé selon une des revendications 1 à 6, caractérisé par le fait que l'on réalise
le traitement à une température allant de 180 à 250 °C.
8. Procédé selon une des revendications 1 à 7, caractérisé par le fait que l'on réalise
le traitement sur une plaque de contact chaude.
9. Procédé selon une des revendications 1 à 7, caractérisé par le fait que l'on réalise
le traitement sur des galettes chaudes.
10. Procédé selon une des revendications 1 à 7, caractérisé par le fait que l'on réalise
le traitement dans de l'air chaud.
11. Procédé selon une des revendications 1 à 7, caractérisé par le fait que l'on réalise
le traitement dans de l'air chaud en combinaison avec une plaque de contact chaude
et/ou des galettes chaudes.
12. Procédé selon une des revendications 1 à 11, caractérisé par le fait que le traitement
est un traitement en continu.
13. Fibres ou fils cellulosiques ayant une tendance réduite à la fibrillation, caractérisés
par le fait que les fibres ou fils portent un revêtement appliqué sur les fibres ou
fils présentant encore un gonflement primaire, lequel revêtement est constitué essentiellement
de polysiloxanes réactifs fonctionnalisés par des groupes amino, polyalkylèneoxy,
époxy ou carboxy.
14. Fibres ou fils selon la revendication 13, caractérisé par le fait que le revêtement
est présent à raison de 0,1 à 1 % en poids rapporté au poids des fibres, filaments
ou fils cellulosiques.
15. Fibres, filaments ou fils selon la revendication 13 ou 14, caractérisés par un temps
de rupture au moins deux fois plus long que le temps de rupture de fibres ou fils
par ailleurs identiques mais ne portant pas de revêtement de siloxanes réactifs, au
moins bifonctionnels, autoréticulés.
16. Fibres ou fils cellulosiques selon une ou plusieurs des revendications 13 à 15, caractérisés
par le fait que les fibres ou fils ont été préparés selon un procédé de formation
de fibres utilisant le N-oxyde de N-méthylmorpholine (procédé NMMO).